Bauer Willi
Kommentare 60

Im Gänsemarsch durch´s Gemüse…

…ging es neulich für eine Schulklasse unserer örtlichen Grundschule. Nicht ganz einfach, denn die Wege zwischen den verschiedenen Kulturen in unserem Gemüsefeld waren auf den Besuch nicht eingerichtet. Mit dem Erkennen der verschiedenen Früchte klappte das bei Kartoffeln, Zwiebeln, (Zucker)Mais, Tomaten und Bohnen ganz gut. Aber bei Auberginen, Paprika, Kürbissen und Mangold hatten sogar die “Großen” (Lehrer und Eltern) einige Probleme. Und dann gab es noch Soja, Knoblauch, Süßkartoffeln, Petersilie, Rotkohl und diverse Sorten von Salat.

Natürlich durfte jeder auch mal probieren. Dicke Bohnen, Zuckererbsen und Basilikum fanden reißenden Absatz.  Anschließend ging es noch in die Maschinenhalle, aber da ließ die Konzentration nach fast einer Stunde “im Gemüse” schon nach. Denn die längst fällige Frühstückspause machte sich bemerkbar.

Die Kinder haben mir fest versprochen, mir ein Bild vom Besuch im Gemüsegarten zu malen. Ich freue mich schon drauf.

Euer Bauer Willi

P.S.: Aus Datenschutzgründen habe ich ein Bild gewählt, auf dem möglichst die Gesichter der Kinder nicht zu erkennen sind.

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60 Kommentare

    • Lieschen Müller sagt

      Das gilt übrigens auch für den Kleingarten, für die Hausapotheke, die Werkstatt. Sehr viele Stoffe sind giftig und müssen sorgfältig gehandhabt werden. Lesen Sie mal die Gefahrenkennzeichnung auf Holzschutzlasur.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die ganzen Vorschriften gelten auch für ÖKO-Betriebe, auch die verwenden PSM.

        • Paulus sagt

          Trage in unserem Gemüsegarten immer eine PSA (persönliche Schutzausrüstung), bestehend aus Ganzkörper-Schutzanzug mit Kapuze (Einmalprodukt), dichtschließender Schutzbrille, Atemschutzfilter der Klasse FFP3, Gummihandschuhen und Gummistiefeln. Nach getaner Arbeit gehe ich durch die Dekontaminationsschleuse. Im Schwarzbereich 1 wird die PSA abgelegt und im Schwarzbereich 2 wird geduscht. Im Weißbereich erstrahle ich in neuem Glanz und meine Frau bringt mir frische Unterwäsche. Hätte ich das Alles geahnt wäre ich bei Feinkost Aldi geblieben.

          Was Willi da in guter Absicht veranstaltet hat ist in der Tat nicht zu verantworten. Ich verstehe den bodenlosen Leichtsinn der Lehrer und der Eltern nicht.

          • Vielleicht gibt die NASA ja auch billig gebrauchte Raumanzüge ab. Da werden auch gleich noch die menschlichen Ausscheidungen recycelt.
            Das löst dann alle Probleme.

            • Sabine sagt

              Paulus hat bei der jährlichen Schulung zur Arbeitssicherheit aufgepasst. Wir hatten gestern auch wieder einen Auffrischungskurs… ich hoffe ihr checkt jeden Morgen die Steckdosen an eurem Arbeitsplatz bevor ihr den Computer einschaltet und Kaffee kocht.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            @Paulus

            Paulus, ich kenne ihr Alter nicht, wenn sie noch keine 65 Jahre auf dem Buckel haben, empfehle ich, sich der Feuerwehr anzuschließen.
            Die haben Schutzanzüge mit denen sie Gefahrenlos das Gemüsebeet betreten können.

            https://www.thieme-textiles.com/

            Ein weiterer verkannter Vorteil ist noch, dass sie bei derzeitigen Außentemperaturen eine Sauna sparen können. 🙂

            Entsprechende Fitness ist sicherlich vorhanden.

            • Paulus sagt

              Hallo Willi,
              sofern Du dich auf meinen Beitrag beziehst dachte ich, diesen nicht ausdrücklich als Ironie kennzeichnen zu müssen. Sollte es bei dir falsch angekommen sein bitte ich höflich um Entschuldigung.
              Mir fällt nur auf, dass mich die Beiträge von A.M. so ein wenig an die eines Ziegenhalters aus dem Schwarzwald erinnern, der an diesem Forum aber nicht mehr teilnimmt. Wenn ich jetzt Herrn Müller auf den Schlips getreten habe kann ich es auch nicht ändern.

              Deine Aktion mit der Grundschulklasse finde ich selbstverständlich gut und nachahmenswert! Das bedarf ja wohl keiner besonderen Erwähnung.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Vor ein paar Tage hat dieser Herr A,M. ein Vergleich der Kupfermenge bei Hopfen gepostet.

              Dieser dämliche Vergleich hat nicht nur einmal der Geißenbauer vom Hochschwarzwald gepostet und damit hat er sich selbst verraten.

              Ich bin mir sicher, unser A.M. ist A. Fendt.

            • Andreas Müller sagt

              Ihr Bauernschlauen, ich soll ein Ziegenbauer sein : ) … pflegt nur Eure Stereotypen, ich bin der den ihr erreichen wollt, einer der wenigen Verbraucher hier im Blog

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Früher waren auf den Aluflaschen immer die hübschen Totenköpfe,
          jetzt nur noch so ein komisches Reagenzglas, oder gar nichts.
          Daher freue ich mich immer an der Benzin- Tankstelle, dort ist immer noch so ein schönes Totenköpfchen angepappt. 🙂

          • Andreas Müller sagt

            dann bleibt doch weiter schön unter Euch und nennt den Blog um in: Modern-liberaler Bauernverband oder Selbsthilfegruppe PSM-Düse

    • Bauer Willi sagt

      Man kann jeden guten Ansatz mit entsprechenden Kommentaren in´s Lächerliche ziehen.
      Bauer Willi

      • Paulus sagt

        Es wäre hilfreich langkettige Beitragserwiderungen mit @ … zu beginnen. Die mehrfach eingerückten Folgebeiträge lassen sich den Ursprungsbeiträgen häufig nicht eindeutig zuordnen, Ich komme bei denen schon mal ins Schwimmen und möchte auch nicht immer mehrfach rauf und runter lesen.

      • Andreas Müller sagt

        Der Ansatz ist gut, aber halt nicht konsequent. Was sollte denn gezeigt werden? Moderne Landwirtschaft oder der Nutzgarten vom Bauernhof.

        Das eine hat meines Erachtens mit dem anderen nicht viel zu tun. Die NGOs nennen solche Aktionen “Green washing”.

        • Bauer Willi sagt

          Herr Müller, eine der Mütter hatte unseren Garten gesehen und mich gefragt, ob ich den mal der ganzen Klasse zeigen könnte. Habe ich gerne gemacht, damit die Kinder eine Beziehung zu den Lebensmitteln bekommen.

          Haben Sie auch schon mal eine Führung für Schüler veranstaltet? Oder verwenden Sie Ihre Zeit ausschließlich auf die Kritik?
          Bauer Willi

          • Andreas Müller sagt

            Ich leite ehrenamtlich einen Gartenkreis im Kindergarten und arbeite mit Eltern und Kindern jeden Monat im Garten – ohne jegliche PSM

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ich bin der Kaiser von China und lade jeden Tag um 25 Uhr meine Untertanen zum BIO-Freibier ein. 🙂

            • Andreas Müller sagt

              @ Ehemaliger Landwirt: mit Wahrheiten muss man umgehen können und auch mal an sich arbeiten : )

            • Andreas Müller sagt

              „Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun.“

              J.W. von Goethe

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Man solle andere nicht für blöder halten, als man selber ist.

              Vater vom ehemaligen Landwirt.

          • Lieschen Müller sagt

            Ich habe das auch schon gemacht. Im Kindergarten Beete angelegt und die Pflege angeleitet, Obst geerntet und zubereitet. In der Schule Hochbeete mit aufgebaut.

        • Ich seh das so sagt

          Wie konsequent ist das denn:
          Hier meiner Nähe gibt es 2 Landwirte, die hauptberuflich Vertreter für (konventionelle) Pflanzenschutzmittel sind und ihre Nebenerwerbsbetriebe heuer auf Motto: “Vorne mach ich Umsatz und Kohle mit ihnen, hinten melde ich sie weiter an die Konvi-Basher.”

          Sind die jetzt auch Greenwasher oder doch Parade-Bios oder Schizo-Ökos oder ……. sind die einfach nicht so perfekt wie sie ?

          • Ich seh das so sagt

            … heuer auf Bio umgestellt haben ….
            Motto: ….

            Anscheinend hat sich sogar der Netz-Computer daran verschluckt 🙂

          • Andreas Müller sagt

            frei nach Adorno: “Es gibt kein richtiges Leben im falschen” würde ich sagen, dass die zwei im beruflichen Kontext noch viel Luft nach oben haben

  1. Altbauer Jochen sagt

    Eine lobenswerte Sache ,den Kindern die Natur nahezubringen
    und Verständnis für die Zusammenhänge zu erwecken.
    Zu dem Bild, bei allem Verständnis für dich Willi, dem “Datenschutz”
    zu genügen, ist es für mich erschreckend das wir die Gesichter
    der Kinder verstecken müssen anstatt mit Freude unseren Kindern
    ins Gesicht zu schauen.
    Wo sind wir hingekommen ?

  2. Dunja Götz sagt

    Ich freue mich auf die vierte Klasse, die uns morgen besucht. Wir werden begleitend zum HSU Unterricht den Hof “mit allen Sinnen” erleben. Kinder sind ein so dankbares Publikum. Nur schade daß es oft nicht so einfach ist, die Lehrer von einem Bauernhofbesuch zu überzeugen.

    • AdT sagt

      Ich schlage Lehrern vor, Tierhaltungsbetriebe und Schlachthöfe mit ihren Schülern zu besichtigen. Das ist eine gute Voraussetzung, um im Anschluss vegane Ernährung mit Ernährungskunde durchzunehmen, zum Beispiel auch in Rahmen des NRW-Schulprojekts Fair Future II (aber Sek I). Das macht es viel plastischer und nachhaltiger. Themen dürfen ja nicht einseitig behandelt werden (Gebot der Kontroversität und Verbot der Indoktrination).

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wenn eine Sau in den Ferien geschlachtet wurde, war ich immer dabei.

        Bolzenschuss-Peng, Sau lag am Boden, wurde gestochen, Blut lief in ein Gefäß (für die Blutwurst, da ist Blut drinne, deshalb nennt man sie Blutwurst) usw.

        Damals waren die Jungs noch Kerle, keine verzogenen Weicheier, die beim Anblick einer Spinne schon das Weite suchen.

        • AdT sagt

          Vielleicht ist es doch nicht so gut, mit jungen Schülern in eine Mastanlage oder einen Schlachthof zu gehen. Lehrer sollten, wenn das ihre an sich gute Ausbildung nicht umfasst, unbedingt vorher Rat bei Fachleuten für Kinder- und Jugendschutz einholen.

          • Sabine sagt

            Ich weiß nicht, wo das herkommt, dass man Kindern nicht das echte Leben zeigen darf. Da werden Kinder nicht in Krankenzimmer gelassen, weil da ja jemand stirbt und von Beerdigungen ausgeschlossen, weil das angeblich nicht gut für sie ist. Was, wenn man mich fragt, nur bequem für die Erwachsenen ist, weil sie um echt wichtige Fragen drücken können. Ich kenne eine Menge ehemaliger Kinder, die schon sehr früh beim Hausschlachten mitgeholfen haben und von denen hat keins ein Schweigen der Lämmer Trauma und kein einziges ist eine übermotivierte FBI-Agentin geworden.

            • AdT sagt

              Ich bin kein Pädagoge und kein Psychologe. Mich persönlich haut auch nichts so schnell um, und diese Eigenschaft könnte schon als Kind in mir angelegt gewesen sein. Das kann bei anderen Menschen und Kindern aber ganz anders sein, insbesondere in der Tendenz bei Mädchen.

              Es gibt immer ein sensibles Kind, das zu heulen anfängt und andere, die es auslachen und noch Wochen später damit aufziehen.

              Professionelles Handeln umfasst, sich von Profis beraten zu lassen und nicht die Elle des “gesunden Menschenverstands” anzulegen. Bauern wollen doch alle so wissenschaftlich sein, und Psychologie ist eine sehr systematische Wissenschaft, die mit Statistik (Mathematik) arbeitet, die also durchaus etwas mitzuteilen hat.

              Für Intensivtierhaltungspropaganda kann man Menschen auch im späteren Alter heranziehen. Die Zielrichtung ist ja, Menschen mit dem Zeigen von Schlachtungen abzustumpfen. Abstumpfung funktioniert um so besser, je früher man ansetzt. In jüngeren Jahren ist aber die seelische Verwundbarkeit größer. Nicht alle bleiben so einfühlsame, um Vorurteilsfreiheit bemühte Menschen wie der Ehemalige Landwirt. Daher finde ich das Ansinnen, bpsw. schon Grundschüler einen Bolzenschuss, das Aufschlitzen, Entbluten und Zerteilen eines Schweins sehen zu lassen, leichtsinnig, egoistisch und rücksichtslos. Wir brauchen uns keine Kindersoldaten heranzubilden.

              Hach, was sind die Veganer wieder extrem.

            • Mark Rössler sagt

              Ja diese Erziehung zu “Kindersoldaten”…
              Hach, wie der Extremismus doch immer bei Veganern hervor blinzelt.

            • Bauer Willi sagt

              Unser Sohn war dabei, als sein Opa gerade bei uns im Haus gestorben war.. Er war damals 10 Jahre und kam gerade aus der Schule.
              Es hat ihn nicht umgehauen, im Gegenteil. Er durfte dann endlich mit Opa´s Elektromobil fahren. Das wollte der lebende Opa nämlich nicht.
              Bauer Willi

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Mein lieber AdT,
              früher, ich meine im letzten Jahrhundert hat man den Kindern noch gesagt, dass das Fleisch nicht in der Plastikverpackung wächst, sondern dass ein Tier geschlachtet werden muss. War als Kleinkind auch öfters im Stall, als meine Mutter die Kühe melkte und mein Vater sie fütterte. Dies passierte alles ohne Mundschutz, ein waschen der Hände reichte, Sagrotan gab es damals noch nicht.

              Kinder interessiert es nicht die Bohne, ob im Stall eine Sau, oder 1000 sind, wichtig ist, dass sie mal eine Sau grunzen hören, gefährlich kann es für den einen oder anderen Lehrer werden, die sind manchmal Zart besaitet.

              Der einfühlsame, um Vorurteilsfreiheit bemühte Ehemalige Landwirt war 45 Jahre aktiver Feuerwehrmann, wir hatten auch das Vergnügen zu schweren Verkehrsunfällen gerufen zu werden. War bei den Unfallverletzten der Kopf noch dran, das beruhigte den einfühlsamen Ehemaligen immens.

            • AdT sagt

              @ Bauer Willi

              Ich gehe davon aus, dass Dein Sohn eine enge positive Beziehung zu seinem Opa hatte, denn sonst wäre sein Verhalten ja nicht verwunderlich.

              Gerade solche Trennungserfahrungen können aber traumatisch wirken. Jedes Kind verarbeitet es unterschiedlich. Auch ein Trauma kann wieder völlig ausheilen. Man kann nicht alles Schlimme vermeiden, Schicksale gehören zum Leben. Aber deswegen muss man keine zumindest für einige Kinder potentiell belastenden Ereignisse absichtlich herbeiführen, insbesondere wenn man nicht weiß, welchen Stressoren ein Kind sonst noch z.B. familiär ausgesetzt ist. Vielleicht fällt ein Kind wegen eines bestimmten Triggers in seinen schulischen Leistungen (weiter) ab, was dann zu richtigen Problemen für das Kind führt, z.B. zu Mobbing und Minderwertigkeitsgefühlen. So kann eines zum anderen kommen. Niemand kann wirklich sagen, dass bestimmte Ereignisse einem selbst nicht geschadet hätten, zumindest nicht vorübergehend die Lebensqualität eingeschränkt hätten.

              Nicht falsch verstehen: Ich bin nicht für ein “in Watte packen” und eine Luft-Boden-Überwachung von Kindern. Will man das eine vermeiden, führt das zu dem anderen. Eltern und Lehrer können nicht alles beeinflussen. Hier ist Gelassenheit angesagt.

              Meine Aussage: markante möglicherweise erschütternde Ereignisse nicht extra herbeiführen und nicht nach dem Muster verfahren “Hat mir auch nicht geschadet”. Das ist blöd und anmaßend.

              Eine gewaltsame Tötung muss nicht im Grundschulalter “erlebt” werden. Zur Wahrheit des Schlachtens gehört dann auch, dass es in keiner Weise notwendig ist. Sollen Kinder aber jetzt vor die Entscheidung gestellt werden: vegan ja oder nein? Damit wären sie völlig überfordert einschließlich ihrer Eltern oder ihrer allein erziehenden Mutter, die vielleicht gar nicht über die notwendigen kognitiven Fähigkeiten verfügt, das Kind zu unterstützen. Alles zu seiner Zeit. Kinder sollen lesen und schreiben lernen sowie Fußball spielen und auf Bäume klettern, um ihre soziale Kompetenz und Motorik zu entwickeln.

              • Bauer Willi sagt

                Hallo Anwalt,
                zu diesem Kommentar sage ich jetzt bewusst nichts…Aber es geht mir dabei sehr viel durch den Kopf…
                Bauer Willi

            • AdT sagt

              “Hallo Anwalt,
              zu diesem Kommentar sage ich jetzt bewusst nichts…Aber es geht mir dabei sehr viel durch den Kopf…”

              Damit kann ich jetzt sehr viel anfangen.

            • Der Zeitgeist will es heute so, dass “Leben” mit Lebenszeit identifiziert wird. Leben ist heute nur noch die Anzahl der Jahre, sonst nichts.

              Wir werden fortwährend daran erinnert, dass das “Leben” (i.S. v. Lebenszeit) das Heiligste überhaupt ist. In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird als grundlegendster Wert “das Recht auf Leben” festgeschrieben.

              Da der Tod gegen dieses Recht auf Leben verstößt, ist er ein Verbrechen und darf nicht mehr sein.

              Da die Menschheit nicht mehr gegen Hunger und Seuchen kämpfen muss, kämpft sie nun halt gegen den Tod als solchen.

              Deshalb darf man nicht mal mehr töten, um sich selbst am Leben zu erhalten, obwohl dies als Stoffwechselkreislauf von der Natur so vorgegeben ist. Deshalb sind die letzten Nobelpreise in Medizin und Chemie meistens an Typen gegangen, wo es in irgendeiner Weise drum geht, das Leben zu verlängern, das Altern zu verhindern oder dem Tod sonstwie ein Schnippchen zu schlagen.

              Deshalb gelten die Leute nun als grausam, die nach wie vor am Stoffwechselkreislauf festhalten, das Töten von Tieren befürworten und gern Fleisch essen. Deshalb darf man Kindern den Tod des Opas oder das Töten des Schweins nicht mehr zumuten. In den Augen des Zeitgeistes dienen die, die so was tun oder zulassen, nämlich dem größten Verbrecher aller Zeiten, dem Tod.

              Tja, da haben sich die Bauern was Schönes eingebrockt: Je mehr sie die Menschen vorm Hunger und vorm Hungertod bewahren, desto mehr wird das Erzeugen von Nahrungsmitteln in unserer übersättigten Gesellschaft mit Tod (Verkürzung von Lebenszeit oder Krankheit) assoziiert. Dumm gelaufen.

            • AdT sagt

              @ Marian E. Finger u. Bauer Willi

              Dass man das Sterben des Opas einem Kind nicht zumuten solle, habe ich nicht gesagt. Soweit ich von einem möglichen Trauma durch die Trennung einer wichtigen Bezugsperson sprach, meinte ich die Trennung als solche, die ja unvermeidlich ist, oder wie ich sagte: ein Schicksal, das zum Leben gehört. Mir persönlich war es sehr wichtig, beim Sterben meiner Großeltern, die bereits sediert waren und, durch diese palliative Maßnahme bedingt, die aktive Sterbehilfe bereits eingeleitet war, anwesend zu sein. Sollte Willi hier etwas falsch verstanden haben, so bitte ich ihn um Entschuldigung. Das sind wichtige, “ewige” Lebensepisoden.

              Die haben nichts und rein gar nichts mit irgendeiner Dummdödel-Ernährung zu tun, für dessen Vermarktung und PR das Töten von Tieren im Rahmen zweifelhafter Kinderbelustigung banalisiert werden soll!

            • @ AdT

              Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass Sie beim Menschen, um “Leid zu vermeiden”, für aktive Sterbehilfe sind, während das Tier, um “Leid zu vermeiden”, in Ihren Augen solange wie möglich leben soll?

              Also beim Menschen verkürzt der Tod das “Leiden” und beim Tier nicht. Das ist ja mal eine interessante Logik.

              Haben Sie noch nichts davon gehört, dass Tiere alt, gebrechlich und krank werden, wenn man sie nicht vorher tötet und isst? Wieso ist das Leiden durch Alter und Krankheit beim Tier in Ordnung und beim Menschen nicht?

              Was ist denn die Jagd anderes als “aktive Sterbehilfe”, die verhindert, dass immer mehr alte, kranke und sieche Tiere vor sich hin verkümmern? Warum soll der Jäger warten, bis die Tiere so alt, krank und siech sind, dass sie nicht mal mehr am Bratspieß oder im Topf einem guten Zweck zugeführt werden können?
              Wieso sind Sie gleichzeitig für aktive Sterbehilfe beim Menschen und gegen die Jagd bei Tieren?

              Dann das Argument mit der Massentierhaltung, wo nach Ihrer Ansicht die Tiere ja sowieso bloß “leiden”, sodass sich das Leben für diese Tiere nicht lohnt. Ja, wie ist es dann mit den Menschen? Wollen Sie sich da nicht auch einmischen und von Ihrem begrenzten Standpunkt aus entscheiden, für wen sich das Leben lohnt und für wen nicht?

              Oder habe ich Sie jetzt ganz falsch verstanden?

            • AdT sagt

              Herr Finger, hier ging es um sog. Hilfe ‘im’ Sterben. Die Morphine sollen nicht das Sterben beschleunigen, sondern die Schmerzen im unumkehrbaren Sterbevorgang nehmen. Es sind nachher solche Dosen nötig, die zwangsläufig, als Nebenwirkung, das Sterben beschleunigen. Hilfe ‘zum’ Sterben ist verboten.

              Über das andere haben wir bereits diskutiert. Wenn vegane Ernährung in Wirklichkeit schlecht für Tiere ist, weil man ihnen ein ganz tolles Leben vorenthält, so dass die nicht geborenen Tiere denken “Mist, jetzt wurde mir aber ein tolles Leben vorenthalten”, dann habe ich immerhin was zum Erhalt meines Idealgewichts und gegen Arteriosklerose und Diabetes getan. Heute sterben ja mehr Menschen an Über- als an Unterernährung.

              Ich sehe einfach keine Nachteile. Will man Atomkraft ersetzen, schafft man sich andere Systemrisiken und Nachteile. So ist es bei vielen Dingen. Vegane Ernährung schafft keine anderen Nachteile, sondern ist durch und durch ein Gewinn. Außer dass die Bratwurst gestorben ist. Ein kleiner Tod auf dem Weg zum großen einschließlich des Gefühls, wie neugeboren zu sein. 🙂 Probieren geht über Philosophieren! 😉

            • Manche Philosophen sagen, das Sterben beginnt mit der Geburt. So weit würde ich nun nicht gehen, aber ganz bestimmt beginnt das Sterben, wenn die katabolischen Vorgänge im Körper die anabolischen überwiegen, wenn also der Abbau anfängt, und das beginnt schon mit Mitte Dreißig. Oder spätestens in der sogenannten “Midlife-Crisis”.

              Bei Morphingabe spricht man nicht von “aktiver Sterbehilfe”, obwohl sie natürlich Recht haben, dass Morphine den Sterbevorgang beschleunigen können. Mit “aktiver Sterbehilfe” sind Mittel gemeint, die den Tod direkt bewirken und nicht als eigentlich unbeabsichtigte Nebenwirkung. Bei “aktiver Sterbehilfe” denke ich an solche Mittel. Vielleicht habe ich Sie da ja falsch verstanden.

              Es hat niemand was dagegen, wenn Sie die Ihrer Meinung nach geeigneten Maßnahmen gegen Arteriosklerose und Diabetes ergreifen. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass Diabetes die Zuckerkrankheit ist, also die Folge von zuviel Kohlehydraten/Zucker und nicht von zuviel Protein. Das Zuviel an Kohlehydrate wird zwar in Fett umgebaut, aber beim Genuss von tierischen Produkten geht es in erster Linie um Proteine. Das sollten Sie mit Ihrer Vorliebe für Süßes bedenken 🙂 .

              Meiner Ansicht nach ist die geeignetste Maßnahme gegen Arteriosklerose und Diabetes, nichts im Übermaß zu konsumieren, und wenn ich dabei zudem noch das “Altersleiden” von Tieren verhindern kann, soll mir das nur Recht sein. Wobei ich mein eigenes Wohl höher bewerte. Ich bin also nicht bereit, maßlos Fleisch zu konsumieren.

              Dass vegane Ernährung keinerlei Nachteile mit sich bringt, ist allein Ihrem begrenzten Standpunkt zuzuschreiben. Da ist bspw. die Sache mit den Grasflächen oder dem Meer, die für die Ernährung nicht herangezogen werden. Oder die Sache mit der Düngung der Felder. Oder die Sache, dass Sie sich doch sehr einseitig ernähren, wenn Sie sich regional vegan ernähren. Oder die Sache, dass Sie ohne vorausgehende Tierversuche keine Vitamin B-12-Pillen zur Verfügung hätten. Oder die Sache, dass es noch keine Erfahrungen drüber gibt, in welchem Zustand Menschen sind, die sich 50 oder 60 Jahre lang ausschließlich vegan ernährt haben. Es ist nett von Ihnen, dass Sie sich für diesen Großversuch zur Verfügung stellen, aber warten wir erst mal ab, wie es Ihnen in 40 oder 50 Jahren geht. Ich habe mich in unseren Breiten 10 Jahre lang vegetarisch ernährt, Sie setzen bis dato nur 4 -5 Jahre vegane Ernährung dagegen. Ich bin vom Vegetarischen wieder abgekommen, weil es mir langfristig nicht so gut getan hat, wie Sie das vielleicht gern hätten.

              Ich möchte darauf hinweisen, dass alle Medikamente immer noch im Tierversuch getestet werden. Das war auch bei Vitamin B12-Pillen der Fall. Indem Sie Vitamin-B12-Pillen konsumieren, stimmen Sie in Ihrer Logik dem Tierleid durch Tierversuche zu. Da bleibt Ihnen also nur ein quantitatives Argument gegen die Fleischesser, kein grundsätzliches.

            • AdT sagt

              Ich meine, zur aktiven Sterbehilfe zählt auch die indirekte Sterbehilfe zur Lebensqualitätverbesserung unter Inkaufnahme der Lebensverkürzung (auch Hilfe im Sterben). Hier kann sich auch der strafrechtsdogmatische von dem ärztlich-berufsrechtlichen Wortgebrauch bzw. -nichtgebrauch verständlicherweise unterscheiden.

              Was die Sache mit der Düngung betrifft, rege ich an, hierüber noch mal logisch-naturwissenschaftlich nachzudenken. Durch Tierfütterung werden dem Boden ja mehr Nährstoffe entzogen als über Gülle zurückgeführt werden können. Weniger Tierfütterung vom Acker gleich weniger Nährstoffentzug vom Acker. Sie fahren ja auch nicht Auto, nur um sich im Innenraum mit der Motorabwärme (Teilrückführung der freigesetzten Wärmeenergie) aufzuwärmen. Und Münchhausen stürzt sich nicht in den Sumpf, um durch Ziehen an den eigenen Haaren eine Reise per Senkrechtstart anzutreten. Erkennen Sie den Münchhausen im Bauern, wenn dieser Ihnen wieder einen vom Nährstoffpferd erzählen will. 😉

              Das andere hatten wir schon diskutiert, also betreffend gesunde Ernährung, Diabetes etc. Hier verweise ich auf die anerkannte Metastudienlage. Sie wissen, ich schipper nach einigen Strömungstests hier ganz konservativ im Mainstream.

            • Sabine sagt

              Ups, da hab ich mal wieder was gesagt… achje… Kindersoldaten… alter Falter, das ist mal ein Vergleich, den sollte ich mir Rahmen lassen.
              Wirklich muss das Töten eines Tieres einen abstumpfen? Ich denke, dass ist son fehlgeleitetes “Männerding”, dass mit dem Abstumpfen und Abhärten. Ich trauere um meine Tiere, gerade auch die, die in der Suppe landen. Ich weiß nicht, was so schlimm daran sein soll. Oh, ich vergaß, wir müssen ja alle immer durchgehend Happy sein und deshalb müssen wir allem belastenden Tatsachen des Lebens aus dem Weg gehen.

            • @ AdT

              Da wir schon seit Tausenden von Jahren Ackerbau auf den immer selben Böden betreiben, wird der Pflanzenwuchs inzwischen hauptsächlich von der Düngung abhängen. Deshalb braucht auch das Getreide, das die Menschen verfuttern, entsprechend Dünger.

              Menschlichen Dünger kann man nicht nehmen, da dieser mit Industrieabfällen zusammen in die Kläranlagen kommt. Entweder werden die Felder also mit tierischem Dünger gedüngt oder die Bauern geben die Bio-Landwirtschaft auf und kaufen bei Monsanto oder wir führen das Plumpsklo wieder ein mit allen Konsequenzen. Besonders in Millionenstädten wird eine neue Plumpsklo-Kultur bestimmt lustig.

            • Und ach ja, was Langzeitstudien zur Ernährung angeht: da werden Veganer und Vegetarier zusammen abgehandelt, obwohl die Ernährung dieser beiden Gruppen ja schon ziemlich unterschiedlich ist. Da hat man bspw. in einer Studie dann 1900 Teilnehmer, von denen 1840 Vegetarier und 60 Veganer sind. Die meisten Studien sagen also nichts explizit über Veganer aus.

              https://www.welt.de/gesundheit/article1915664/Bewiesen-Vegetarier-leben-laenger.html

              Typisch ist bei diesem Artikel übrigens, dass in der Überschrift steht, dass Vegetarier länger leben, während man im Artikel dann lesen kann, dass der Fleischverzicht nicht die Ursache ist, sondern der allgemein mehr auf Gesundheit bedachte Lebensstil.

              Am besten schneiden aber weder die Veganer noch die Vegetarier noch die mäßigen Fleischesser ab, sondern die Fischesser.

            • AdT sagt

              @ Marian

              Ein Schwein ist kein Knöllchenbakterium, das Stickstoff aus der Luft zieht und in Kot überführt. Und wo kommt der Stickstoff in der Gülle her? Richtig, aus den Futterpflanzen und damit aus eigenen und südamerikanischen Böden. Tierhaltung führt also trotz Nährstoffteilrückführung brutto zu einer größeren Nährstoffabfuhr – einfach weil Tierhaltung mehr Pflanzenbau, mehr Flächenbewirtschaftung, benötigt als keine. Es bedarf also zum Ausgleich der Differenz um so mehr Mineraldünger, wenn Sie nicht Leguminosen (Knöllchenbakterien) als Zwischenfrucht anbauen, also Veganerfraß. Ist doch eigentlich logisch, oder? Ich verweise auf diese Kommentare:
              https://blogagrar.de/landwirtschaft/landwirtschaft-ohne-tierhaltung/#comments

              Fisch ist wegen der Omega-3-Fettsäuren gut, die auch in Leinöl, Rapsöl, Walnüssen und anderen Nüssen sind (im günstigen Verhältnis zu Omega-6-Fettsäuren). Man muss analysieren und neu kombinieren. Das können wir doch als Cyborgs. 😉

    • bauerhans sagt

      schulgärten gabs hier,aber das hing dann mit dem einen lehrer zusammen und funktionierte bis zu dessen ausscheiden.
      hier gibts aber ein “biologiezentrum”,was meiner meinung nach dem “dschungelcamp” sehr ähnelt.

      • Lieschen Müller sagt

        Hier ist “Schulgarten” normal. Die zu erreichenden Sachkompetenzen:
        – einheimische Pflanzen und Tiere und deren Lebensweise kennen lernen,
        – ökologische Sachverhalte und Zusammenhänge begreifen,
        – Arbeitstechniken und Arbeitsverfahren kennen und bei der Gartenarbeit und der Gestaltung von Naturmaterialien anwenden können,
        – Gartenarbeit planen können,
        – sachgerecht und unter Beachtung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung mit Gartenwerkzeugen und Hilfsmitteln umgehen,
        – Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen.

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