Bauer Willi
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Deutscher Spargel – deutsche Moral

Seit Corona ist deutscher Spargel ein umstrittenes Lebensmittel geworden. An ihm entzünden sich Diskussionen. Diese Diskussionen sind aber nur Stellvertreter für Entwicklungen in unserer Gesellschaft.

  • Saisonarbeiter für ein „Luxusgemüse“?

Damit eines klar ist: Spargel wurde schon immer von ausländischen Saisonarbeitskräften geerntet. Das ist in Biobetrieben nicht anders als in konventionellen Betrieben. Klar packen in den Betrieben auch Familienangehörige mit an, aber ganz ohne fremde Hilfe geht es nie. Die Arbeit ist anstrengend, man braucht Ausdauer und die Bezahlung ist alles andere als attraktiv. Alles Gründe, warum Deutsche bisher nicht zu gewinnen waren, zumal der Lohn auf staatliche Zuwendungen angerechnet wurde. Dies ist jetzt bedingt ausgesetzt.

Für einen osteuropäischen Bürger ist der Zuerwerb in der deutschen Landwirtschaft lukrativ, da in seiner Heimat der Mindestlohn nur bei 2,80 € (Rumänien) bzw.  3.50 € (Polen) pro Stunde liegt. Hier bei uns liegt er also beim Drei- bis Vierfachen. Von daher haben nicht nur deutsche Betriebe Interesse, sondern auch die Osteuropäer, die mit dem Lohn ihre Familien unterstützen können. Übrigens kommen viele von ihnen schon seit Jahren und sind längst mehr als nur Arbeitskräfte. Sie gehören fast schon mit zur Familie.

In der derzeitigen Diskussion stelle ich mir die Frage, warum nun das Bezahlen eines Mindestlohnes an Personen aus dem Ausland Ausbeutung sein soll oder menschenverachtend (Zitat TAZ), wenn dieser Mindestlohn auf Grund eines Gesetzes (!!) Gültigkeit für alle in Deutschland arbeitenden Personen hat. Dieser gilt übrigens auch für Praktikanten bei Zeitungen, Fernsehstationen, Parteien und für NGO’s…

Fremdarbeitskräfte sind in vielen Sparten und Berufen wichtige Stützen. Das Baugewerbe, Reinigungsdienste, Krankenpflege und vor allem die häusliche Altenpflege sind auf sie angewiesen. Das ist gesellschaftlich akzeptiert, auch dann, wenn die polnische Frau, die die Großeltern pflegt, schwarz angestellt ist und ohne Anmeldung arbeitet. Warum also ist die Aufregung so groß, wenn angemeldete Saisonarbeiter in der Landwirtschaft arbeiten? Was wird da verdrängt? Oder ist es ein Stadt-Land-Problem?

  • Ist es nicht ein Armutszeugnis?

All diejenigen, die nun sagen, dass sie keinen Spargel essen wollen, weil der von Saisonarbeitern geerntet wurde, sei nochmals gesagt: das war nie anders, wird aber jetzt im Zeichen von Corona anders diskutiert. Eigentlich ist es ein Armutszeugnis, dass es nicht möglich ist, deutsche Mitbürger, die arbeitslos sind, zu einer Mithilfe in der Landwirtschaft zu bewegen. Das sind immerhin über 2 Millionen, und wenn man nur mal unterstellt, dass 20% davon für die Feldarbeit in Frage kommen, wären es immerhin noch 400.000. Gemeldet haben sich beim Portal daslandhilft.de etwa 50.000. In den Betrieben wird gerechnet, dass 5 Interessenten aus dem Portal eine ausländische Saisonarbeitskraft ersetzen können. Das wären dann 10.000. Zu wenig, um die Arbeiten alle zu erledigen. Deshalb werden wohl auch viele Felder mit Spargel, Erdbeeren oder anderen Kulturen in diesem Jahr nicht geerntet werden.

Die Plattitüden á la „Sollen die Bauern denen doch einfach mehr bezahlen, dann kommen schon Leute aus dem Inland“ sind angesichts des seit Jahren bekannten Fachkräftemangels in fast allen Berufen, ebenso der seit Jahrzehnten bekannten Entwicklung der Bevölkerungspyramide kaum mehr als Welterklärerquatsch auf Facebook-Niveau.

  • Geht es nur um Spargel und Erdbeeren?

„Man kann doch mal ein Jahr auf Spargel und Erdbeeren verzichten“, liest man jetzt in den Gazetten und den Kommentaren. Besonders überheblich finde ich einen Artikel von Luisa Jacobs in der ZEIT, der unter anderem auch auf den an Corona gestorbenen Erntehelfer aus Rumänien eingeht und titelt: „Das ist der Spargel nicht wert“  https://www.zeit.de/arbeit/2020-04/erntehelfer-coronavirus-infektion-rumaenien-deutschland

Was auch in diesem Artikel – ebenso wie in anderen gleichlautenden Texten – nicht erwähnt wird ist die Tatsache, dass die allermeisten Handarbeiten in der Landwirtschaft, im Obst- und Weinbau von Saisonarbeitern aus dem Ausland erledigt werden. Was jetzt nicht gesät und gepflanzt wird, kann im Herbst nicht geerntet werden. Und das ist in Spanien und Italien nicht anders, denn auch hier fehlen die Arbeitskräfte. Es ist also davon auszugehen, dass im Herbst und Winter bestimmte Lebensmittel nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.

  • Schizophrener Verbraucher – verlogene Moral

Spargel der gehobenen Qualität wird derzeit (Mitte April) zu Preisen von 12 bis 20 € pro Kilo angeboten. Für heimische Erdbeeren werden um 8 €/kg verlangt. Schon ist das Geschrei groß, das diese Produkte so teuer sind. Hier zeigt sich die Doppelzüngigkeit und die verlogene Moral. Einerseits beklagt der Bürger, dass ausländische Saisonarbeitskräfte „ausgenutzt“ werden (nein, sie selber haben ein Interesse bei uns zu arbeiten) andererseits ist der Verbraucher nicht bereit, die höheren Kosten, die mit dem Einfliegen von Arbeitskräften, den gestiegenen hygienischen Standards und eventuellen höheren Entgeltforderungen auch zu bezahlen. Das nennt man auch Citizen-Consumer-Gap. https://de.wikipedia.org/wiki/Consumer-Citizen-Gap

  • „Die Regierung hat Erntehelfer einfliegen lassen“

Diesen ziemlich blödsinnigen Satz findet man in vielen Darstellungen in den Medien. Friedrich Ostendorff (Grüne) wird mit den Worten zitiert, dass „die Spargelstecher-Luftbrücke von Julia Klöckner gestoppt werden müsste“.  Herr Ostendorff ist übrigens selber Landwirt. Der Artikel stammt von Jost Maurin von der TAZ.

Nachdem klar war, dass die Arbeiten in der Landwirtschaft nicht ohne ausländische Arbeitskräfte machbar sind, haben BMI und BMEL sich entschlossen, unter strengen Bedingungen und in einem begrenzten Kontingent die Einreise zu ermöglichen. Organisiert und bezahlt wird dies von den Landwirten selbst. Die regulären Bauernverbände (DBV) unterstützen dabei. Wenn diese Möglichkeit nicht eröffnet worden wäre, würde das bedeutet, dass viele Arbeiten in der Landwirtschaft in diesem Jahr nicht erledigt würden. Die Versorgung mit Lebensmittel kann auch jetzt noch kritisch werden, denn noch ist unklar, wieviele Saisonarbeiter aus dem In- und Ausland bis zum Herbst zur Verfügung stehen werden. Keine Ernte bedeutet übrigens auch kein Einkommen. Auch dass sollte bei der Bewertung der Sachlage berücksichtigt werden.

  • „Ich kaufe regional und unterstütze die heimische Landwirtschaft“

Das ist ein Satz, der gerade in den letzten vier Wochen sehr häufig zitiert wurde. Ob man ihm auch glauben kann? Was ist, wenn spanischer Spargel, von afrikanischen Saisonarbeitern unter den Folien von Almeria gestochen, hier im Supermarkt für 6 € angeboten wird? Wie ist es dann mit Spargel und Moral?

Wer die heimische Landwirtschaft unterstützen will, sollte gerade jetzt beim Bauern nebenan einkaufen. Und gerne auch noch nach Corona.

Übrigens: der Lebensmitteleinzelhandel versteht es, gerade jetzt, in der Krise, eine noch höhere Marge für sich zu realisieren. Nicht nur bei Toilettenpapier.

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192 Kommentare

  1. Konstantin sagt

    Fangen wir doch mal damit an dass wir meines Erachtens ein Volk der totalverweigerer sind. Nein wir lassen uns alles gefallen. Noch schlimmer ist es aber dass bei uns jeder seine Meinung ungefiltert ins Netz stellt und damit Diskussionen anstellt die so oder so zu nichts führen. Wer nicht wie manch einer mit dem silbernen Löffel im Mund zur Welt gekommen ist muss eben für seinen Lebensunterhalt arbeiten. Egal was und egal wo, die Hauptsache ist es ja doch in unserer Konsumgesellschaft mithalten zu können. Das pseudo Öko Vegane weltverbesserergschwätz geht mir persönlich schon sehr lange gegen den Strich. Ich arbeite selbst in der Gastronomie angeschlossen an die Landwirtschaft. Bei uns stehen die Kunden Schlange um Spargel und Erdbeeren zu kaufen, ohne darüber nach zu denken wer dafür sorgt dass es überhaupt möglich ist. Die Mitarbeiter aus Polen sind bei uns hoch geschätzt und in allen Bereichen tätig und ja teils wirklich schon „Familie“. Mir kann also auch keiner erzählen dass er jedes Produkt aus der LW erst einmal auf faire produktionsbedingungen prüft bevor er es kauft. Irgendwas ist es nämlich immer, entweder verdient der Arbeiter zu wenig, oder die Co2 Bilanz ist mies, der Wasserverbrauch zu hoch… Was Ausländer als Hilfskräfte betrifft so sollten wir dankbar sein dass die Leute sich um die Jobs reißen, ansonsten würde die Republik noch weiter den Bach runter gehen als sie eh schon ist.

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  2. Bodo Noack sagt

    Wir Deutsche sind ein ausgesprochen bigottes, heuchlerisches Volk – und wenn unsre Landwirtschaftsministerin davon schwafelt, Personen aus dem, am Boden liegenden Gastronomiebereich auf die Felder zu schicken, dann hat sich vermutlich das Gewicht ihres Weinköniginnenkrönchens auf ihr Denkvermögen ausgewirkt.
    Landwirte haben einen der anstrengendsten Berufe, den ich mir vorstellen kann, und ihr braucht echt jede Hilfe statt Anfeindungen aus dem Wohlstandsbürgertum.
    Ich hoffe sie, ihre Kolleginnen und Kollegen überleben die Krise so unbeschadet wie möglich, damit wir uns auch weiterhin die Bäuche mit Erzeugnissen aus heimischem Anbau vollschlagen können!

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Bezüglich der Weinkönigin,
      es ist gerades in großer Mode, frau Klöckner wegen der Ehre einer Weinkönigin ihr in die Parade zu greifen.
      Jedes Jahr wird die Wahl der deutschen Weinkönigen im SWR übertragen. Ein jeder, der ständig kläfft, sollte sich man die Sendung ansehen, dann wird er bald merken, dass das Allgemeinwissen der Kandidatinnen, den eigenen Horizont bei weitem übersteigt.

      Vor Carona war ich nicht von der Arbeit der Frau Klöckner überzeugt, wenn ich aber sehe. was Frau Baerbock und Frau Saskia Esken so von sich geben, dann ist die Ministerin immer noch die beste der dreien.

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  3. hugo sagt

    Hier in Innsbruck kostet der Grüne Schrobenhausner Spargel 19,80€ und der normale Schrobenhausner Spargel 14,80€ das Kilo und die Marktfrau hat mir gesagt das ich Glück habe das Sie mir einen zurückgelegt hat den Sie wurde vormittags schon ausverkauft. Entweder die Ernte läuft etwas langsamer oder der Konsument ist ausgehungert nach gutem, frischen Spargel aus Bayern.

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  4. Bauer Fritz sagt

    Da die Höhen die Bauern an Saisonkräfte zumindest zahlen sollen immer utopischer werden (um eine Zahl zu nennen 5.000 Euro pro Monat) wäre doch ein Blick sinnvoll in die tatsächlichen Lohnniveaus in den diversen Ländern der EU. Damit erklärt sich auch, warum Arbeitskräfte aus den ehemaligen Ostländern die Arbeits- und Erwerbsfreiheiten der EU als Grundrechte für sich in Anspruch nehmen und Arbeit dort suchen wo ohnehin auf Grund der Bevölkerungsentwicklung zuwenige Fachkräfte vorhanden sind. Und dies nicht nur in der Landwirtschaft, genauso in der Altenpflege, im Baugewerbe und den diversen Baunebengewerben, der Gastronomie und im Tourismus etc.

    Durchschnittlicher Bruttomonatsverdienst in Euro von Vollzeitbeschäftigten* in den Ländern der Europäischen Union (EU) im Jahr 2014 (neuere Daten anscheinend nicht verfügbar)
    (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/183571/umfrage/bruttomonatsverdienst-in-der-eu/)
    Hochlohnländer: Großbritannien: 3.409 €, Deutschland: 3.380 €; Österreich: 2.994 €, Frankreich: 2.864 €; Italien: 2.585 €; Spanien: 2.102 €
    Niedriglohnländer: Polen: 990 €, Slowakei: 942 €, Tschechien: 927 €, Ungarn: 800 €, Rumänien: 527 €, Bulgarien: 436 €

    Wenn bei Bezahlung des gesetzlichen Mindestlohn von 9,35 €/Stunde daher bei z.B. einer 40 Stunden Arbeitswoche sich ein Monatslohn von rund 1.500 Euro ergibt ist das das 2,5 fache bis 5fache dessen was ein Arbeitssuchender hier verdienen kann.

    Jeder Lohnempfänger (auch Journalisten) sollten sich mal selbst fragen, ob sie bei einem möglichen monatlichen Arbeitseinkommen das das bis zu 5fache ihres derzeitigen Einkommens ausmacht, den Arbeitsplatz alleine deshalb nicht annehmen, weil so eine Angebot wohl nur von menschenverachtenden Arbeitgebern kommen kann und zudem sicherlich totale Ausbeutung unterstellt werden muß.

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    • Thomas Apfel sagt

      Ausgezahlt sind das z.B. in Polen (ohne Steuer) 5,82 €/h brutto minus 27 % Arbeitnehmeranteil SV = 4,35 €/h netto. Der Arbeitnehmeranteil liegt in Polen bei 57 % der SV Kosten und nicht wie in Deutschland bei 50 %. Das sind netto 740 € im Monat.
      Bei derzeitigem Mindestlohn 9,35 € in Deutschland sind das bei Kurzfristiger Beschäftigung (nur KV und Unfallvers. + 6 % Pauschalabgaben und Steuer (70-Tage-Regelung) 1.490 € im Monat bei Regelarbeitszeit.
      Bei 9 h/d und 6 Arbeitstagen/Woche sind das 2.100 € im Monat oder 6.300,- € in 3 Monaten. Davon wird die Unterkunft abgezogen und Verpflegung organisieren die Saisonkräfte meist lieber selbst.
      Nur um mal zu erklären, warum das in Bezug auf die Durchschnittslöhne der Herkunftsländer durchaus attraktiv ist.

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  5. Linsmayer sagt

    Weil wir hier auch gerde beim Lügen sind: Warum werden die Leute, die lügen, dass sich die Balken biegen, nicht angeprangert? Es ist doch sehr offensichtlich, siehe auch die eingeflogenen Jugendlichen!

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    • rene renard sagt

      die eingeflogenen Jugendlichen dürfen noch nicht einmal arbeiten gehen

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      • Schmeckt gut sagt

        Welche eingeflogenen Jugendlichen dürfen wo nicht arbeiten gehen. Nur mal eine Nachfrage, um das Lügen einzugrenzen 😉

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  6. Andre sagt

    Stichwort verlogen – Wer deutschen Arbeitskräften 1/5 der Arbeitskraft ausländischer Arbeiter zurechnet, spricht sich selbst jegliche Logik ab (deutscher LW Verband) oder sucht mit Scheinrechnungen seine Motive zu rechtfertigen.

    Gleiches gilt für ggf auftretende Kommentare über die Unfähigkeit Hartz 4 beziehender Mitbürger.

    Viele haben in dieser Zeit sicher ihre Anstellung unverdient verloren und sollen jetzt nicht in prekäre Verhältnisse der Landwirtschaft gezogen werden, das ist ja noch skrupelloser als Zeitarbeit (nach so einer Periode hat man es mitnichten leichter, wieder im gewohnten Umfeld unterzukommen!)

    Bevor jetzt die Städter Keule ausgepackt wird – ich habe selbst seit früher Jugend auf dem Bau im Osten gearbeitet, es ist und bleibt Ausbeutung hoch 3 der Schutzlosen.

    Bei Boom werden AN nicht beteiligt, bei Krise an die Moral appelliert.

    Ich bezahle gerne 20€ für das Kilo Spargel und genieße diesen dementsprechend in Maßen und so geht es den meisten Spargelfreunden.

    Allerdings muss die harte Arbeit auch entsprechend gewürdigt werden, das der moderne heimische Bauer mit internationalen Bauern konkurriert ist normal im globalen Kapitalismus, subventioniert wird seit Langem schon.

    Dagegen muss man die Vorzüge der hochwertigen Produktion (welche man auch schmecken kann) hervorheben und die Kundschaft aus dem Billigsegment getrost bei Seite lassen – diese werden eh niemals nacj Qualität kaufen und bevorzugen den Supermarkt toast, Gemüse und hochwertiges Fleisch spielen hier keine Rolle!

    Die kaufkraftige Gruppe wird dagegen durch die Missstände gegenüber Arbeitnehmern kategorisch verprellt, hier sollte man eher langfristig ansetzen, anstatt pauschal in die defensive gegen die Medien zu gehen.

    Qualität wird sich immer durchsetzen, in diesem Sinne wünsche ich eine fruchtbare Ernte.

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    • Bauer Willi sagt

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Was die Leistungsfähigkeit von deutschen Arbeitskräften angeht, hier der Bericht eines Journalisten im Selbstversuch.
      https://www.express.de/koeln/mach-den-ruecken-krumm–ein-arbeitstag-als-spargelstecher-auf-dem-heinenhof-bei-koeln-36557516?dmcid=sm_em

      Es geht doch nicht ums Schlechtmachen. Wer die Arbeit noch nie gemacht hat, kann es einfach nicht. Und die körperliche Belastbarkeit sind auch viele nicht gewohnt. Also bitte etwas sorgsam mit den Vokabeln „fehlende Logik“ oder „Scheinrechnung“…

      Das Sie „gerne 20 € bezahlen“ glaube ich Ihnen übrigens nicht. Keiner bezahlt gerne viel, wenn er es billiger bekommen kann. So funktioniert der Markt.

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      • Stephan Hilper sagt

        Für wen das neu ist, dass die meisten landwirtschaftlichen Saisonarbeiter aus Osteuropa kommen, ist sehr naiv und der war im Sommer in keinem Biergarten oder Terrassencafé, die auch nur durch Hilfe aus Osteuropa überleben können. Vielen Dank an alle, die diese Reise auf sich nehmen, um unseren Wohlstand zu erhalten.
        Der Skandal ist, dass einerseits die Politik für diese Arbeitskräfte die Grenzen öffnet, und am gleichen Tag sich feiern lässt, weil sie bereit ist, ganze 50 minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen. Das ist verlogen und macht mich wütend. Tausende werden ihrem Schicksal überlassen.

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    • James Taylor sagt

      Hallo Andre,
      diese Provokationen bezueglich der Arbeitsleistung sollten Sie als Ahnungslosigkeit wahrnehmen, da zu oft von Einzelfaellen auf das Ganze geschlossen wird. Sie wissen doch, die Welt besteht zu 70% aus Vorurteilen und zu 30% aus talentfreier Selbstueberhoehung.
      Wuerde die Arbeitsvermittlung auch nur im Ansatz vorab pruefen, ob schwere koerperliche Arbeit moeglich ist, kommen am Ende bereits im Vorfeld nur wenige Personen in Frage. Selbst als junger Student und Ausdauer-Leistungssportler hatte ich nach 12 Stunden Feldarbeit die Zunge aus dem Mund haengen, weil dabei Muskeln und Sehnen bewegt wurden, die ich noch gar nicht kannte.
      Fuer die Feldarbeit braucht man einen bestimmter Menschentyp, der das stundenlang aushaelt. Die koennten umgekehrt aber auch keinen Triathlon laufen.
      Uebrigens, selbst in der Schweiz – und die zahlen richtig gute Loehne – kostete im letzten Jahr 1kg Spargel etwa 18-20 Euro (umgerechnet). Das waere damit im Vergleich zu Deutschland sogar billig.
      Der VK allein sagt jedoch noch nichts. Es ist die Gesamtpalette an kostenrelevanten Positionen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Gleiches gilt für ggf auftretende Kommentare über die Unfähigkeit Hartz 4 beziehender Mitbürger.

      Viele haben in dieser Zeit sicher ihre Anstellung unverdient verloren und sollen jetzt nicht in prekäre Verhältnisse der Landwirtschaft gezogen werden, das ist ja noch skrupelloser als Zeitarbeit (nach so einer Periode hat man es mitnichten leichter, wieder im gewohnten Umfeld unterzukommen!)“

      Die Erfahrung mit Arbeitslosen beruht auf Erfahrungen früherer Jahre.
      Nicht die Alten über 60, auch die Kranken sind damit gemeint.

      Dennoch scheint es so zu sein, dass ein Zusatzverdienst zum Kurzarbeitergeld, wenige nötig haben.

      Ich bezahle nicht gerne 20 Euro, je Kg, bei über 10 Euro steige ich aus.

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      • James Taylor sagt

        Hallo ehemaliger Landwirt,
        pauschale Urteile ueber ganze Gruppen sind ein Problem, weil damit „Schuldige“ markiert werden. Das ist eine ganz gefaehrliche Kiste. Ohne die Gruende fuer einen Umstand zu kennen, sollte niemand ein Urteil ueber einen Menschen treffen. Das Stigma und die damit verbundene Selbstoptimierung derjenigen, die momentan und fuer den Augenblick nicht zu den Verlierern gehoeren, ist neoliberaler Humbug.
        Zum Spargel: Er war es wert, nicht beim Kauf, aber nach dem Essen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Zitat Taylor: „Ohne die Gruende fuer einen Umstand zu kennen, sollte niemand ein Urteil ueber einen Menschen treffen“

          Wie hat mal Noah Harari gesagt: Urteilsfreiheit führt zu einem Frieden des Geistes, an den für mich keine andere Form des Glücks heranreicht.

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          • James Taylor sagt

            Tja, da fuehrt simple Lebenspraxis zu einem Zitat.
            Deshalb meine Ergaenzung zum Satz von Noah Harari: Ich weiss nicht, ob es eine Form des Gluecks ist die Welt so zu sehen, aber es ist bedeutend entspannter.

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  7. hugo sagt

    Der Mindestlohn ist nicht das Problem!

    Es sind die Meldungen darüber wie manche, vereinzelte Arbeitgeber diese Erntehelfer behandeln, das denen die Pässe abgenommen werden, das Sie wir vor kurzem berichtet in Ihre Unterkünfte eingesperrt wurden (zum Schutz vor Corona?), das man Ihnen für die Unterkunft, benützen der Waschmaschine, Stellplatz fürs Auto u.s.w. wieder soviel abnahm das diesen Menschen schlußendlich kaum noch Lohn übrig blieb wenn Sie heimfuhren.
    Ein paar schwarze Schafe unter diesen Arbeitgebern können den gesamten Ruf der Branche schlecht machen.
    Und ehrlich gesagt, wir die Konsumenten kaufen sehr unterschiedlich, aber in dem Augenblich in dem der Verkäufer (Landwirt) auf seine potenziellen Kunden (Konsumenten) zu schimpfen beginnt, Ihnen Vorwürfe macht dann wird das NIE was mit einer Wertschätzung für Landwirte.
    Jeder Kaufmann weiß das der Kunde König ist, wer es sich als Kaufmann leisten kann seine Kunden zu beschimpfen, Ihnen etwas unterstellt, an Ihren guten Vorsätzen zweifelt der erntet umgekehrt auch wieder nur Vorwürfe und teils dumme Argumente.
    Auf dieser Basis wird der Landwirt keine Wertschätzung erfahren, im Gegenteil.
    Der Landwirt MUSS verkaufen um zu leben, der Kunde muß nicht kaufen oder wenn kann er auch anderswo kaufen.
    Kaufmännisches Verhalten heißt sehr oft zu lächeln und dem Kunden recht geben auch wenn er ein A…..loch ist.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat Hugo: „Der Landwirt MUSS verkaufen um zu leben, der Kunde muß nicht kaufen oder wenn kann er auch anderswo kaufen.“

      Dann hoffe ich, dass der Kunde = du, nie in die Lage kommen magst, dass du zum Überleben mal an einem Bauerntor klopfen musst und um dein Essen betteln wirst….wenn derjenige, der sich deiner Wort erinnert dir dann kein hamham gibt, dann wundere dich ebenfalls nicht.

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      • hugo sagt

        Hallo Herr Seevers,
        Kein Mensch wünscht sich solche Zustände und wenn doch möchte ich kein Bauer sein. Den die städische Bevölkerung würde dann wie Heuschreckenschwärme über die Ernte der Bauern herfallen. Und falls einer klopft dann nicht um zu bitten sondern um mit vorgehaltener Knarre zu fordern.
        Und was ist an meiner Aussage falsch?
        Wenn der Bauer nicht verkaufen muss um zu überleben warum tut er sich dann die viele Arbeit an?

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        • Reinhard Seevers sagt

          Hugo: „Wenn der Bauer nicht verkaufen muss um zu überleben warum tut er sich dann die viele Arbeit an?“

          …vielleicht, weil er Sadomasochistisch veranlagt ist, und sich gerne Vorhaltungen, wie den Ihren gegenüber sehen möchte? Wer weiß?

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          • hugo sagt

            Welche Vorhaltungen?
            Ich habe heute keinerlei Vorhaltungen gemacht, hab nur darauf hingewiesen das es nicht der Mindestlohn ist weswegen der Konsument lästert.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          @hugo

          Am Stammtisch – bei uns darf sich jeder an den Stammtisch setzen – sagte ein Mann, wenn wieder schlechte Zeiten kommen, dann geht er in einen Stall und holt siech ein Rind raus.

          Mein Berufskollege, meinte Nur, das machst ihr nur einmal, dann ist der Stall leer.

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    • Weihe sagt

      Lieber Hugo,
      auch „der Pole“ oder „der Rumäne“ ist nicht ganz verblödet und kann selber denken. Sicher, kann das passieren, unwürdige Bedingungen bei der Unterbringung, nicht nachvollziehbare Abrechnung – aber, die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland und hier nicht nur für die Landwirtschaft, ist sehr hoch. So kommte es also durchaus vor, dass die aus dem Ausland kommenden Arbeitnehmer sich durchaus auch andere Arbeitgeber suchen.
      Das Problem, was Sie meine, liegt oft bei den vor Ort tätigen „Arbeitsagenturen“ und den vor Ort herrschenden Lebensumständen. So ist grad das Wohlstandsgefälle zwischen Deutschland -Rumänien und Bulgarien sehr hoch. Die Verschuldung in den jeweiligen Ländern im privat Bereich ebenfalls. Dies mag von der einen oder anderen „Arbeitsvermittlung“ ausgenutzt werden. In Deutschland ist aber gerade bei größeren Betrieben eine „menschenunwürdige“ Unterbringung fast unmöglich, da vor allem die größeren Betriebe mit mehr als 50 Arbeitskräften sich laufenden Kontrollen unterwerfen müssen. Angefangen über die in der Landwirtschaft sog. Cross-Compliance Kontrollen, zu Überwachnungen des LAVES bis hin zum Zoll, der die entsprechenden Aufenthalte überprüft.
      Das die Pässe eingesammelt werden, hat oft praktische Hintergründe (s.o. – Kontrollen und Nachweispflichten).
      Die in Rechnung gestellten Beträge für Essen und UNterkunft könnte sicher auch mit unserem nicht einfach zu durchschauenden Steuerrecht zusammenhängen.
      Dies führt zu der Frage, ob Sie die freiwilligen von Landwirten gezahlten „Prämien“ ebenfalls berücksichtigt haben wollen, die den Arbeitnehmern dann meist bar ausgezahlt werden…

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      • hugo sagt

        Hallo Herr Weihe,

        Geb Ihnen in allen Punkten recht, wollte nur darauf hinweisen das es meiner Meinung nach nicht um den Mindestlohn sondern um die von den Medien publik gemachten Mißstände geht. Dem Konsumenten sind ja steuerrechtliche Aspekte fremd weil er größtenteils selber Arbeitnehmer ist und automatisch auf Seite der Erntehelfer steht und den Bauern als Arbeitgeber sieht.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          @ hugo
          Gewährt ein Landwirt seinen Erntehelfern Unterkunft und Verpflegung, unterliegt dies der normalen Umsatzbesteuerung zum Regelsteuersatz von 19 Prozent (Unterkunft) und zum ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent (Verpflegung). Solche Leistungen sind weder von der Umsatzsteuer befreit noch unterliegen sie der günstigen Pauschalierung gemäß § 24 Umsatzsteuergesetz. Das hat das Hessische Finanzgericht entschieden (FG Hessen, Urteil v. 7.4.2014 – 6 K 1612/11; Revision zugelassen.).

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          • hugo sagt

            Danke für die Info, ich bin kein Arbeitgeber für Erntehelfer.
            Mir ist dies grob bewusst, habe das auch nicht angezweifelt.
            Ich wollte nur erklären das der Konsument nicht wegen dem Mindestlohn schimpft sondern wegen ein paar Medienberichten in denen Landwirte Erntehelfer „schlecht“ behandelt haben.
            Ein Konsument ist meist ein Arbeitnehmer und hilft automatisch zum Erntehelfer und der „böse“ Landwirt ist der Arbeitgeber. So sieht es die Mehrheit der Konsumenten, wills nur angesprochen haben, den auch wenn man 12€ zahlen würdet gäb es dieses Negativimage immer noch.
            Wollte nur darauf hinweisen das die Problematik „Erntehelfer“ nichts mit dem Mindestlohn zu tun hat.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      @ hugo,
      für wie blöd hältst Du die Erntehelfer?

      Dem Bauer, der das so machen würde, dem würden die Erntehelfer davonlaufen und nicht jedes Jahr wieder auf den Hof kommen und noch Verwandte mitbringen.

      Sollte es tatsächlich so einen Bauer geben, dann gibt es Idioten, die meinen dies öffentlich bekannt zu machen, statt den Menschen bei den Behörden helfen.

      Wie ist es jetzt mit der Anbindehaltung, hat sich das Thema erledigt?

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      • hugo sagt

        Ich habe niemals behauptet das Erntehelfer blöd sind.
        Gut das Du das heikle Thema selber ansprichst, mir reicht es ja schon das es Dir in den Sinn kommt wenn Du Hugo liest;-)))
        Hab ich damit so genervt?
        Und schimpf nicht so auf die Konsumenten, es sind die Kunden der Landwirte; einen Kunden beschimpft man nicht und man macht ihn auch für Umweltschäden nicht verantwortlich. All die Bauern die auf Märkten Ihre Ware anbieten haben das kapiert und benehmen sich wie Kaufmänner und werden von Ihren Kunden auch wertgeschätzt.
        Wenn einer dieser Kunden hier im Bloch mitlesen würde und auch Deine Kommentare über den Konsumenten lesen würde, er würde seinen Landwirt um eine Stellungnahme bitten ob der Deine Meinung über Konsumenten teilt.

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  8. Denim Engel sagt

    Bei der Frau Jacobs könnte es sich um die Frau handeln die der Wissenschaftler Michael Kopatz vor fast 2 Jahren beschrieben hat (Problem ohne fremde Hilfe Nüsse einzukaufen; vom Wissenschaftler empfohlene Bewältigungsstrategie: jährlich von Wuppertal zu einer Massenveranstaltung für Billigsaatgut nach Berlin reisen etc.).
    Eine kurze Google Suche (Stichworte: Erlöst Luisa) gibt zumindest Hinweise wie die Frau vorher ausgebeutet sein könnte um wissenschaftliche Anerkennung in dem Bereich zu bekommen.;

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    • Reinhard Seevers sagt

      Das ist doch ein gutes Beispiel dafür, wie man aus einer alten Geschichte (billig und viel konsumieren) den Menschen eine neue Geschichte (bio ist gut für dich und die Weltrettung) erzählt, um genau das System am Laufen zu halten, was man eigentlich anprangert. Das haben die nicht gecheckt, dass das System des Kapitalismus in Kombination mit der Globalisierung die Ursache ist.
      Kultur, Sport, Mode etc., alles global kein Problem, im Gegenteil ist sogar notwendig, um gegenseitiges Verständnis und Toleranz zu untermauern. Bei der Nahrung wird dann ein anderer Maßstab angelegt, weil man es moralisieren kann. Man muss sich schon wundern, wie der Mensch in der Lage ist verschiedene Synapsen seines Gehirns nicht so zusammenbringen kann, dass etwas Vernünftiges herauskommt.

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  9. Durch Zufall bin ich auf den Beitrag gestoßen, da ich mich über den Artikel in der Zeit auch sehr geärgert habe. Im Grunde genommen meint er, weil wir Spargel essen, ist der rumänische Landarbeiter gestorben. Das ist nicht arrogant, das ist dumm und unprofessionell, noch dazu das ganze dann noch mit Covid 19 zu verbinden. Meine bissige Antwort wurde dann von der zeitredaktion zensiert… Vermutlich fährt die Verfasserin des Artikels mit ihrem 50.000 Euro teueren SUV zum Discounter und holt sich Tomaten für einen Euro das Kilo. Diese kommen aus La Mancha, wo es an sich kein Wasser gibt für diese Kulturen gibt, werden geerntet von afrikanischen Saisonarbeiter, die an sich auch dort nichts verloren haben, zu Hungerlöhnen und mit osteuropäischen Truckern quer durch Europa gekarrt mit Lastwagen, die an sich nicht auf unsere Autobahnen gehören. Das ist die europäische Realität. Und wir kleine Verbraucher haben es an sich in der Hand, diesen Irrsinn zu durchbrechen, wir müssen nur in unseren Ausgaben die Prioritäten anders setzen, wie es mein kleines fiktives Beispiel zeigt. In Deutschland werden in den meisten Fällen, wie es der Beitrag zeigt, wenigsten ein Mindeststandard eingehalten, und ganz ohne die Saisonarbeiter geht es nicht. Hier in unserer Region fehlen die Saisonarbeiter auf die Hopfenfelder, wenn dann Ende des Jahres vielleicht der Bierpreis steigt, wachen bestimmt einige auf. Ändern wird sich vermutlich leider nichts.

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  10. Ein Privatier sagt

    Echt demokratische Gerechtigkeit in der Friedenszone EU wird es erst geben, wenn bio-deutsche Erntehelfer regelmäßig nach Rumänien gehen.
    Wir schaffen das!

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    • Reinhard Seevers sagt

      Oh, ja klar, das fehlte doch noch: Opferrolle einnehmen und nationalistische Bezüge mit dem Hinweis auf Angie ableiten!

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      • Ein Privatier sagt

        Genosse Seevers!
        Gut Sie mal wieder belächeln zu dürfen … und danke für ihre positive Einschätzung meines Kapitals.

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  11. Reinhard Seevers sagt

    Habe gestern die ersten „regionalen“ Erdbeeren aus Folientunnelhaltung gegessen….im wahrsten Sinne – geschmacklos- 🙁

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Am Dienstag hat meine Frau 500 gr. deutsche Erdbeeren für 89 Cent gekauft, war Altware von vor Ostern. War überrascht, die Qualität was gut.

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  12. Mich würde echt mal interssieren, wer diese Diskussion losgetreten hat. Entweder war es ein Dummkopf oder jemand, der hochintelligent und berechnend ist. Der deutsche Bauer wird zwischen den Konzernen (Fleisch genauso wie Feldfrüchte) und Verbrauchern ausgespielt und zermalmt. Das System ist „schizophren“. Der Verbraucher ein Heuchler und der Bauer die arme Wurst. Er wird gezwungen, jede Möglichkeit zu nutzen, um noch einen Euro mehr zu ernten, heißt noch eine handvoll mehr Dünger, noch einen Schluck mehr Gift, noch ein pasr Zentimeter dichter an den Feldrain. Das Bekloppte daran: Steigt das Angebot, fällt der Preis. Das ist ein „natürlicher“ Mechanismus. Nicht „natürlich“ ist, wenn der Konsument Bio verlangt, aber giftiges Wasser in Obst- und Gemüseform kauft weil es billiger ist. Die Konzerne, die für die Distribution sorgen, bei dem Wort Fleischproduktion könnte ich kotzen, sind die Mächtigen in diesem Spiel. Könnte irgend jemand deren exorbitanten Gewinn auf die Konsumenten (niedrige Preise) und Erzeuger (höherer Ertrag) verteilen, gäbe es diese Diskussion wohl garnicht.

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    • Bauer Willi sagt

      Herr Steep, jetzt haben Sie eine Aufgabe. 🙂

      Das System ist so, wie es ist. Wollen Sie es ändern? Können Sie es ändern? Kann ich es ändern?
      Unsere Lebensmittel sind alle in Ordnung, er kauft kein „giftiges Wasser“. Das wissen Sie auch. Ja, der Konsument entscheidet vorwiegend nach dem Preis. Ist auch o.k. Aber was er erwartet, nämlich Bio zum Schnäppchen-Preis, das können wir Bauern nicht, und das ist schizophren.
      Wenn ich einen Akku-Schrauber für 39,99 € kaufe, weiß ich auch, dass der in China gefertigt wurde unter nicht allzu schönen Arbeitsverhältnissen. Also bin ich selbst auch schizophren. Unser Sohn hat mir aber jetzt einen anständigen Schrauber gekauft. Für 199 €. Der hält auch länger.

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      • Brötchen sagt

        selbst der für 199 € ist bei hartem Gebrauch auch nicht lange haltbar.
        Ich schraube viel, ich habe drei Schrauber. Manchmal muss man ja auch vorbohren.

        Wenn man bedenkt, meine Oma hat den Kaninchenstall noch genagelt, heut bist Du mit Schrauben ruck zuck fertig.
        Brauchst natürlich die teuren Schrauben.

        Richtig nageln ist auch ne Wissenschaft für sich.

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      • Ein Privatier sagt

        „… unter nicht allzu schönen Arbeitsverhältnissen.“
        Immerhin gehören dem chinesischen Arbeiter die Produktionsmittel und überhaupt lebt der Mensch nicht von Geld allein.
        Dass sich der deutsche Arbeitnehmer im kapitalistischen Würgegriff befindet, geht jedem chinesischen Arbeiter mitleidsvoll durch den Kopf, wenn er im volkseigenen Konsum keinen dekadenten Spargel kaufen will.

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        • bauerhans sagt

          „..geht jedem chinesischen Arbeiter mitleidsvoll durch den Kopf, wenn er im volkseigenen Konsum keinen dekadenten Spargel kaufen will.“

          aber einige von denen kaufen VW,Audi,Daimler,BMW und Porsche.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Es ist schon ca. 25 Jahre her, als ich meinen Akkuschrauber kaufte. 249 DM, damals wollte der Händler. Ich mache ihn auf ein Angebot aufmerksam, dass ich einen preis von 99.- Dm gesehen habe, Er meinte nur, zu dem Preis kann er auch liefern, solle mich dann nicht beklagen, wenn der in 3 Monaten hinüber ist. Gekauft habe ich den teuren.

        Aufpassen muss man trotzdem, da wo Bosch draufsteht, ist nicht immer Made in Germany drinne.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Der kluge Heimwerker fragt den Profihandweker seines Vertrauens und der Mainstream-Hobbyhandwerker kauft nach Rabbattlage bei Aldi oder dem Baumarkt…..! …und wirft die Chese nach Akkuleere weg! 🙂

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      • Eckehard Niemann sagt

        Der in dieser Debatte bisher fehlende Zusammenhang zwischen Spargel und Akkuschrauber:

        LZ.de – 22.4.2016: Gastarbeiter beginnen mit der Spargelernte

        Güterloh. Auf dem Spargelhof Schröder läuft seit einigen Tagen die Spargelernte.
        (…) Die meisten Erntehelfer sind zwischen 18 und 30 Jahre alt und verdienen in ihrer Zeit in Deutschland 5.000 bis 6.000 Euro – etwa so viel wie ein Durchschnittsarbeiter in Rumänien in einem ganzen Jahr. Sobald sie Familien gründen, wird die nächste Generation nach Deutschland geschickt. … Nicht das ganze Geld fließt zurück ins Heimatland, berichtet Schröder: „Die kaufen hier Bohrmaschinen, Akkuschrauber oder Kinderfahrräder, bevor sie zurückfahren.“

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    • Reinhard Seevers sagt

      Tja Klaus, dann musst du Demokratie, Globalisierung, Kapitalismus, Marktwirtschaft etc. abschaffen, dann könnte sich was ändern…ansonsten ist A….lecken angesagt.

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    • Obstbäuerin sagt

      Herr Steep,
      1. produziert der Bauer nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und wird auch aus
      Kostengründen nicht mehr Pflanzenschutz ausbringen als unbedingt notwendig.
      2. sind nicht-bio Produkte, die zu unrecht billig verkauft werden, in irgendeiner Form
      giftiger als ihre Bio-Brüder und Schwestern.
      3. sind die Probleme so einfach durch Umverteilen nicht zu lösen, weil sie je nach LW-
      Branche unterschiedlich sind.
      4. muss auch der Bauer mit diesem System wirtschaften, egal, ob er das gut findet oder nicht.

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    • hugo sagt

      „Die Nachfrage nach heimischen Produkten ist laut AMA-Studie ebenso gestiegen. „Die regionale bzw. österreichische Herkunft der Lebensmittel ist gegenüber früheren Umfragen weiter nach vorne gerückt. Auch die Kriterien Qualität und Saisonalität stehen vor dem Preis – anders als in älteren Erhebungen“
      Seitens des DBV sollte es eine Gesamtdeutsche Werbekampagne geben für heimische Produkte, klar deklariert und nachvollziehbar.
      Was in Österreich im kleinen funktioniert sollte auch in Deutschland funktionieren, bei uns wird der Kunde aber mit sovielen verschiedenen Labels umworben das er letztendlich meist nur dem Preis „vertraut“.
      Warum keinen AgrarMarktDeutschland? Warum kein AMD?
      Wahrscheinlich ist es so wie Herr Steep ausführt, von den Konzernen gar nicht gewünscht und bekämpft.

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      • bauerhans sagt

        „Warum keinen AgrarMarktDeutschland?“

        weil wir eine der grössten Exportnationen sind!

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        • hugo sagt

          Kapier ich jetzt nicht, wenn wir soviel exportieren, machen wir beim Export keinen Gewinn? Dachte in Deutschland wird im EU-Vergleich noch gut bezahlt für Lebensmittel. Gibts auf dem freien Weltmarkt bessere Preise?
          Und warum wird dann soviel geschimpft auf den inländischen Preis?

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          • Brötchen sagt

            „Kapier ich jetzt nicht, wenn wir soviel exportieren, machen wir beim Export keinen Gewinn?“

            Gewinn macht der Exporteur….es gibt/gab zeitweise bei bestimmten Produkten eine Exporterstattung…..sagen wir 10 cent pro kg. Das hat der Staat dem Exporteur bezahlt.

            Der Exporteur verhandelt mit dem Importeur z.b. mit einer Firma in China.
            Die stellen Bedingungen bzw. der Staat China was bestimmte Nachweise betrifft. Dann erheben die Zoll auf die Einfuhr.

            Dann kommen noch die Transportkosten drauf.

            Innerhalb der EU fällt das teilweise weg.

            Bei Fleisch z.b. muss man nur den Transport anmelden und Papiere mithaben, die werden dann beim Empfänger registriert. Für andere Waren kann man einfach losfahren.

            Die Schweinepreise liegen in China z.B. wesentlich höher als in D.
            Ansonsten lohnt sich ein Export nicht!

            Italien zahlt auch gut, die nehmen die Schinken, die in D. niemand so richtig will.

            „wenn wir soviel exportieren“

            Das ist relativ auf was bezogen? Dänemark und Holland exportieren 350 bis 400 % vom Eigenverbrauch. Da das aber kleine Länder sind, fällt das von der Gesamtmenge nicht so stark ins Gewicht, wie wenn D. nur 120 % hat.

            „Und warum wird dann soviel geschimpft auf den inländischen Preis?“

            Weil die Auflagen bei uns höher sind und andere Kosten, wie Lohn, Energie usw.

            Bsp. der Aktuelle Schweinepreis liegt bei uns in D. 1,84 € je kg an der Börse Chicago liegt der 0,91 €.

            In der Eu ist die Spreizung 1,58 € Belgien zu 2,02 € in Spanien.

            Quelle Bauernblatt…kann man für andere Waren auch so darstellen.

            Daraus ergibt sich dann das hin und her gehandelt wird.

            Man kann das nicht so pauschal über den Kamm scheren,

            Da spielen viele Faktoren eine Rolle.

            Mir hat ein sehr großer Verkäufer mal erzählt, die Chinesen schinken auch schnell mal eine ganze Ladung zurück.
            Das Risiko muss man auch noch tragen, bei geringen Mengen lohnt sich der ganze Aufwand dann nicht.

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            • Brötchen sagt

              Anmerkung: die 0,91 € sind Corona bedingt, sonst liegt der Preis ungefähr 30 bis 40 cent unter unserem Preis.

              An dem, was die Börse so angibt, kann man ungefähr einschätzen wie die Preise sich entwickeln werden. Die Börse sagt für Juli 2021 1,46 € für Chicago voraus. Also sind die Schweine rel. knapp.

              Deswegen kaufen wir jetzt nicht wie verrückt Schweine aus den USA weil eben der Transport, Auflagen, Zoll, Einfuhrbedingungen usw. dagegen stehen.

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              • hugo sagt

                Hallo Brötchen,
                Danke wie immer eine ausführliche und verständliche Erklärung. Ja Selbstständig sein, produzieren, den Markt beobachten und zur richtigen Zeit zu kaufen oder zu verkaufen ist eine Wissenschaft. Otto Normalverbraucher hat da schon beim Heizölkauf seine Probleme, wagt sich aber trotzdem auch gerne auf den Aktienmarkt ;-))) Diese Verluste werden aber verschwiegen ;-)))
                D.h. aber das man auch am Weltmarkt miese machen kann?
                Neuseeland produziert ja auch viel Fleisch und Milch, teilweise wesentlich billiger und ist näher zum chinesischen Markt, da ist der Konkurrenzdruck wahrscheinlich sehr hoch Absatzmärkte zu finden die noch luktrativ sind.

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                • Brötchen sagt

                  Neuseeland hat sehr gute natürliche Bedingungen und die brauchen kaum einen Stall. Die produzieren aber nur in der Saison!

                  Beim Export kommt es immer noch auch auf die Menge an, welche Qualität usw….

                  Das geht nicht nur über den Preis.

                  Die Firmen müssen auch Vertrauen zueinander haben usw. das ist viel komplizierter, als sich viele das vorstellen.

                  Deutschland, Dänemark, Holland könnte z.B. Österreich viel mehr Konkurrenz beim Fleisch machen.
                  Passiert aber nicht, wahrscheinlich viel zu unattraktiv vom Markt her, zu abgelegen und lohnt nicht.

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                • Brötchen sagt

                  Neuseeland ist auch sehr klein 5 Mio Einwohner, das ist Berlin und BB zusammen, die schubsen die Welt nicht um!

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Man stelle sich vor Deutschland würde auch, wie Neuseeland 85% seiner Milch exportieren müssen….nicht auszudenken, was ökobasierte Weltretter da für einen Sturm der Entrüstung lostreten würden……
                  Dann lieber 80% seiner Autos exportieren….we feel better with it!

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                • hugo sagt

                  Hallo Herr Seevers,
                  Keine Angst, das passiert nicht. Der Milchpreis würde ins Bodenlose abtrifften und die Milchpulverlager ins Gigantische wachsen. Jedem Wachstum ist eine natürliche Grenze gesetzt, die EU-Milchwirtschaft ist immer noch mit viel Verlust dabei diese Grenze auszuloten.
                  1 kg Milchpulver aus der EU wird in Afrika für 2,38 € verhöckert, aus 1 kg kann man 7 ltr. Milch a 34 Cent je ltr. erzeugen. Da zahlt jemand kräftig drauf und die Milchwirtschaft in Afrika wird nachhaltig geschädigt. Und das wird auch noch subventioniert seitens der EU!!!

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                • hugo sagt

                  Ich hab hier nicht über Massenflucht gesprochen sondern nur über viel zu billiges Milchpulver mit dem die europäische Milchindustrie den afrikanischen Markt überschwemmt.
                  Nicht immer vom Thema abschweifen, red ja jetzt auch nicht über Anb….haltung ;-)))

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                • Brötchen sagt

                  Hugo wir hatten mal überlegt Milchpulver zur Fütterung einzusetzen, gab es zu ostzeiten. War aber zu teuer.
                  Der aktuelle Preis liegt bei 2700 € bei 26 % Fett!

                  Glaube da ist ihr Preis noch gut!

                  Magermilch liegt bei 1700 Euro, Magermilchpulver Bio liegt glaube ich bei obigen Vollfettpreis.

                  Das ist meines Erachtens kein Dumpingpreis!

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                • hugo sagt

                  Ja hier in Europa wird es so gehandelt, ein dänischer Milchkonzern rühmt sich damit dieses Milchpulver abgepackt für jeweils einen Liter Milch auf „neuen Märkten“ für ca. 35 Cent anzubinden. Kann ja nur EU-Milch sein die übrig ist und sonst nirgends verkauft werden kann. Denn der Energiebedarf und die Transportkosten machen dieses Pulver ja nicht billiger.

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                • Brötchen sagt

                  Hugo das würden wir für den Preis mit Kusshand für Futterzwecke nehmen und die dänen selber auch. Ich halte das für ein Gerücht! Bzw. für eine einmalige Sache o.s.à. Das wäre unter Sojapreis und hochwertiger!

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  13. James Taylor sagt

    „Schizophrene Verbraucher und verlogene Moral“ hoert sich gut an, weil man daran exemplarisch den staedtisch lebenden Menschen einen ueberbraten kann und am Stammtisch zum Helden mutiert, ist aber komplett neben dem Ziel. Fuer dumm verkaufte Verbraucher moegen bequem sein, weil sie es nicht hinterfragen. Man darf sie denkfaul nennen, weil sie fuer den scheinbar guten Preis die Moral sausen lassen, aber als Vorwurf taugt das nicht wirklich, da sie die Marktmechanismen nicht einmal im Ansatz durchschauen und nur sehr beschraenkt beeinflussen koennen.
    Industriestaaten setzen Loehne allein mit Blick auf die Industrie fest, also fuer Arbeiten, die hochqualifiziert und hochgradig wertschoepfend sind, womit alle Industriestaaten frueher oder spaeter zwangsweise zum Hochlohn-/Hochpreisland werden. Diese Loehne setzen den Standard fuer die Preise, womit alle anderen Arbeiten, die nicht hochgradig wertschoepfend sind, ueber die Kante rutschen. Weil Lebensmittelproduktionen in der Landwirtschaft mitunter personalintensiv aber nur gering wertschoepfend sind, kommt es zum Konflikt im System. Die Preise anpassen geht nicht, weil ja nicht alle in der Industrie arbeiten und sich an das Wirtschaftssystem angemessene Preise leisten koennten. Bleibt nur das, was im Roemischen Reich die Sklaven waren und im Mittelalter die Fronarbeiter.
    Die Wahrheit ist, dass unsere Art zu leben bedingt, dass wir Menschen aus Laendern mit anderen Marktmechanismen und Preissystemen ausbeuten, damit wir als Industriestaat existieren koennen. Das ist nicht schizophren, das ist der Preis fuer dieses Leben.
    Die zitierten „verlogenen Menschen“ im Artikel wollen das nicht sehen, sie denken, dass man in Bullerbue lebt, wenn man sich das wortakribatisch hinbiegt. Verstaendlich, denn wer moechte zugeben, dass unser Leben auf moderner Sklaverei beruht und zu Ende waere, wenn ueber Nacht die Gerechtigkeit ausbricht.
    Du hast ja recht, die Landwirtschaft dafuer zu pruegeln ist ungerecht. Die Verbraucher koennten sich selbst eine Ohrfeige geben, weil sie elementarer Teil sind, aber wer macht das schon? Dann nimmt man doch lieber den, der gerade da ist. Aendert nichts, ist nicht gerecht, aber was sollen hilflose Menschen ohne Wirtschaftsfachwissen sonst machen?
    Es ist zumindest troestlich, dass es noch Menschen gibt, die das als ungerecht empfinden. In Zeiten wie diesen ein kleiner Hoffnungsschimmer.

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    • Brötchen sagt

      James

      rohstoffarme Agrarstaaten haben gar keine andere Wahl…..

      „Die Wahrheit ist, dass unsere Art zu leben bedingt, dass wir Menschen aus Laendern mit anderen Marktmechanismen und Preissystemen ausbeuten, damit wir als Industriestaat existieren koennen.“

      Du hast es ja längst geschrieben….Weil Lebensmittelproduktionen in der Landwirtschaft mitunter personalintensiv aber nur gering wertschoepfend sind, kommt es zum Konflikt im System.

      Die Wertschöpfung ist auch noch begrenzt ,da die Fläche konstant ist und die Erträge nicht mehr unbegrenzt steigerbar sind.

      Tierhaltung ist von der Größe ebenfalls über Vorschriften gedeckelt.

      Da haben es die Sonderkulturbetriebe noch gut, weil die Ihre Erträge noch steigern können und auch die Wertschöpfung pro ha im Vergleich zum normalen Ackerbau gigantisch sein kann. Zudem arbeiten viele noch mit einem kombinierten Eventbetrieb, wo nochmal ein „gigantischer“ Umsatz pro Ak im Vergleich möglich ist.

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      • James Taylor sagt

        Hallo Broetchen,
        Sonderkulturen oder Spezialisierungen sind ein Weg, das betrifft aber nur Einzelfaelle, weil die Grundlast der Nahrungsmittelproduktion trotzdem getragen werden muss. Für diese Grundlast sind in der Zukunft riesige Investitionen notwendig, die aus margenarmen Produktionen erwirtschaftet werden sollen, was nicht geht. In der Folge bewegt man sich auf einen Kipp-Punkt zu, und das bei wachsender Weltbevoelkerung. Das Problem ist allein ueber den Markt nicht zu loesen, Garantiepreise setzen Fehlanreize und Subventionen sind eine Giesskanne ohne Richtung. Landwirtschaft muss voellig neu gedacht werden, sonst kollabiert das System.

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          • Brötchen sagt

            Er meint eben was du für die normale Ernährung so brauchst, Brotgetreide, Kartoffeln, Futtergetreide,Ölpflanzen.

            Ich habe jetzt gar nicht so auf die Spezialkulturen abgehoben, er hat das so rausgelesen.

            Für mich gibt es in der br sowieso niemanden der sich strategisch mit Versorgungsfragen beschäftigt, dass ist alles ein Riesenchaos, wo die ganzen „Umwelt und klimaspezialisten“ als Sieger vom Platz gehen. und alle Rennen denen hinter her.

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    • Reinhard Seevers sagt

      James, die Analyse ist richtig, finde ich. Jetzt fehlt noch die Perspektive, der Ausblick. Wenn die Gesellschaft Niedriglöhne verteufelt, was nach der Krise wohl weitgehend passieren wird, weil man erkannt hat, das etliche Berufe unterbezahlt sind, dann wird man den Niedriglöhner entlassen müssen. Man wird ihn kompensieren müssen. Durch welche Form wird dies geschehen?
      1. Evtl. Durch Erhöhung der Löhne = höherer Erzeugerpreis?
      2. Weitere Aufgabe der Lohnintensiven Tätigkeiten der Landwirtschaft in diesem Lande?
      3. Kompensierung durch Technisierung und dadurch noch weniger AK in der Agrarbranche?
      4. Weg von landw. Betrieben, hin zu volltechnisierten Unternehmen á lá Behr AG?

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      • Brötchen sagt

        Reinhard es gäbe noch einen Punkt:

        5. Lebenshaltungskosten verringern

        (6. nicht das Geld mit vollen Händen an Hinz und Kunz zum Fenster rausschmeißen, sondern an Leistungsträger)

        Es ist wie immer im Leben, die welche wirklich was leisten werden noch bestraft mit Extrasteuern und mit Medienprügel)

        Für mich der entscheidende.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Zitat Brötchen: „Es ist wie immer im Leben, die welche wirklich was leisten werden noch bestraft mit Extrasteuern und mit Medienprügel“

          Solche Sätze finde ich immer sehr problematisch, weil sie immer andere als „minderwertig“ einstufen, die im System nicht an den Futtertrögen sitzen dürfen/können oder wollen. Es könnte durchaus in Zukunft der Fall sein, dass die, welche derzeit Schaffen und Steuern zahlen, irgendwann zu denen gehören, die nicht mehr Schaffen dürfen und dann eben von anderen im System abhängig werden….denk an den Balken im Auge…..

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      • James Taylor sagt

        Hallo Reinhard,
        den Niedriglohn wird es leider auch danach geben. Die Pandemie wird ja nicht global die Art zu wirtschaften aendern. Wenn es sich aendert, wird es ein langer Prozess, und bedenkt man, das der Homo sapiens einen eklatanten Mangel an Geduld besitzt, wird das dann, wenn es sich aendern sollte, unschoen.
        Es gibt Alternativen. Ich bin seit fast 50 Jahren quasi mit Landwirten, Handwerkern und Dienstleistern „genossenschaftlich auf Aktienbasis“ verbunden, so dass in diesem System ein finanzieller Ausgleich stattfinden kann. Das funktioniert als Social Community Trust, was in Deutschland rechtlich eine Verbindung aus Stiftung, Genossenschaft und GmbH unter einem Dach entspraeche. Die Marktungleichheit wird in diesem System bereinigt, und dies bei Beibehaltung der hochgradig spezialisierten Arbeitsteilung.
        Es gibt aber auch andere Ansaetze, wobei immer ein gesellschaftlicher Ausgleich notwendig ist.
        So etwas naeher zu beleuchten wuerde vermutlich die gestattete Zeilenanzahl sprengen, aber so etwas gibt es bereits und bei mir funktioniert es seit etwa 50 Jahren. Es ist daran gemessen keine Utopie.

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        • Bauer Willi sagt

          James, es gibt keine Beschränkung für die Zeilenzahl… 🙂 Du kannst hier auch ein Buch schreiben: „James Taylor: wie ich das System änderte“ … oder so ähnlich. 🙂

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          • James Taylor sagt

            Das Angebot ueberlege ich mir ernsthaft. Allerdings wuerde ich nicht gleich das gesamte System aendern wollen,denn es reicht die Grundpfeiler neu zu justieren und die Lebensmittelproduktion zurueck in die Gesellschaft zu holen. Der Rest duerfte dann von allein folgen.

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            • firedragon sagt

              James Taylor,
              auf Ihre „Systemjustierung“ bin ich gespannt – wirklich.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Na, dann ist ja eine Exkursion mit anschließendem happy meal angesagt….hoffentlich ist die Krise bald vorbei, dass man sich auf ein Treffen einigen kann. Würde mich wirklich sehr interessieren!

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      • bauerhans sagt

        die Grundrente soll kommen und wenn die durch ist,kommt das Grundeinkommen.
        allerdings verlieren Grüne,Linke und SPD gerade das wählervertrauen,es kann also noch etwas dauern.

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    • Lady sagt

      „Die Wahrheit ist, dass unsere Art zu leben bedingt, dass wir Menschen aus Laendern mit anderen Marktmechanismen und Preissystemen ausbeuten, damit wir als Industriestaat existieren koennen. “

      Wen beutet wer ganz konkret aus? Und von welchen anderen Marktmechanismen sprichst du, James? Und was ist ein Preisssystem??
      Für mich sind das eher hohle Phrasen, sorry.
      Es ist eine Vermischung ganz unterschiedlicher Perspektiven. Gerechtigkeit etwa und Preisbildung. Du empfindest offensichtlich einige Preise/Löhne als ungerecht, ich sehe das eventuell anders. Und nu??Wir haben eben keinen Mechanismus, der uns da eine Antwort gibt.
      Und aus meiner Sicht ist de Ausgangspunkt eben ähnlich. Ich erfülle keine höheren moralischen Ansprüche, wenn ich auf Spargel verzichte. Ich bastele mir da bestenfalls meine eigene Welt. Und das machen viele Journalisten sehr gerne. Sie bewerten, sie urteilen. Ohne genug von der Sache zu verstehen. So was geht häufig schief.
      Ich empfinde es eher als Hoffnungsschimmer in den aktuellen Zeiten, wie sich ganz plötzlich die politische Einschätzung wieder verändert hat. Die Argumente der Populisten von links, rechts und grün ziehen plötzlich nicht mehr.

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  14. Reinhard Seevers sagt

    https://www.youtube.com/watch?v=_Qw8n0UN4o0

    Deutsches know how, spanische Böden, spanisches Wasser, marokkanische Arbeiter, deutsche LKW-Fahrer, deutsche Kunden….alles ok in Lummerland. Behr hat das seit Jahren gut im Griff…..während man hier in klein – klein Diskussionen verharrt. (Achtung ist etwas mit Sarkasmus gewürzt) 🙂

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      • Reinhard Seevers sagt

        Den Artikel finde ich auch sehr gut….er trifft es doch haargenau.
        In der Bio-Werbung z.B. kommen alle Welt-Errettungsszenarien zum Ausdruck…..
        Werbung geht ausschließlich über Emotionen. Je nach gesellschaftlicher Lage funktioniert das Eine oder das Andere….im Moment ist eben Weltrettung angesagt, und Gutes tun….

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Da bleibt nur die Hoffnung, dass die Erntehelfer aus Polen und Marokko (warum keine Einheimischen,wenn eine Arbeitslosigkeit von 14% herrscht) wesentlich mehr verdienen, als die Spargelstecher in Deutschland.

      Achtung ist auch etwas mit Sarkasmus gewürzt. 😉

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ehemaliger, man könnte auch über die transportierten Nährstoffe und das dafür notwendige Wasser nachdenken….dann würde das System komplett als gaga geoutet.

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  15. Bauer Fritz sagt

    Ich möchte einen Radiobeitrag vom 16.4. anbieten (https://oe1.orf.at/player/20200416/595218)(ab Minute: 12:37; leider nur noch bis 23.4. in der Radiothek) über die Situation der Erntehelfer in Italien, dem Land also, das alle Deutschen und Österreicher so lieben und daher auch gerne auf alle Früchte von dort zugreifen. Und für eine Liebe die noch dazu weit weg ist, drückt man gerne alle Augen zu oder will das dann doch alles gar nicht so genau wissen oder denkt sich das ist doch als „Liebender“ nicht mein Problem. Dann schon lieber den heimischen Erzeugern Sklaverei oder Menschenverachtung um die Ohren knallen.

    Infotext zum Radiobeitrag: In Italien gilt vorerst – mit wenigen Ausnahmen – bis 3. Mai: Alle Betriebe, die nicht dringend notwendig sind, müssen geschlossen bleiben. Dringend notwendig sind freilich die Landwirtschaftsbetriebe. Auf Feldern und Obstplantagen wird weitergearbeitet und geerntet. In Norditalien fehlen zwar viele osteuropäische Erntehelfer, doch im Süden geht die Arbeit weiter – oft mit Ausbeutung.

    Zusatzinfos aus dem Beitrag: Die Erntehelfer im Süden kommen vielfach aus Indien, Bangladesh oder Afrika. Die Löhne bewegen sich um bei 150-300 Euro pro Monat, bei oft bis zu 14 Stunden Arbeit täglich. Viele der Betriebe werden von kriminellen Organisationen oder der Mafia geführt. Alle Betriebe beklagen sich über den enormen Preisdruck der großen Supermarktketten. Das Ministerium will illegale Erntehelfer nun sogar regularisieren, weil 100.000e Erntehelfer aus Osteuropa fehlen.

    Schlußfolgerung (= Moral von der Geschichte): Die Ernte in (Süd-) Italien läuft. Deutschland wird bald wieder billigste Produkte aus Italien bei den hiesigen Supermarktketten vorfinden. Und dann ist wieder alles Bestens. Und alle sind weiterhin auf die deutschen (oder österreichischen) Bauern sauer, weil die im Monat keine 5.000 Euro (nur um eine Zahl zu nennen lt. Paulus) zahlen.

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  16. Caroline sagt

    Da fragt man sich doch wer sich über so etwas beschwert…Genau! Eben diese Personen, die diese Arbeit nie im Leben machen bzw. durchstehen würden. Euch sage ich Fahrt erstmal nach Polen z.B. und seht euch dort um! Schaut genau hin! Und dann Fahrt nach Hause in eure schönen und überfüllten Wohnungen und Häuser. Die Menschen dort haben einen viel geringeren Standard als Ihr und das obwohl die Lebenserhaltungskosten dort niedriger sind. Sagt mir das Ihr, wenn Ihr so wenig hättet, nicht auch ein paar Rückenschmerzen und ein paar Tage weg von der Heimat in Kauf nehmen würdet, um auch nur ein wenig besser Leben und eure Familie ernähren zu können. Und wenn Ihr da seid dann gebt Ihnen verdammt nochmal Trinkgeld und kauft den Spargel den Ihr wollt für 2 Euro mehr. Denn euch tut es nicht weh und Ihnen hilft es sehr. Ansonsten kauft eben keinen Spargel und keine Erdbeeren und besorgt euch einen Garten in dem Ihr das Feld selbst bestellt und überlegt euch dann im nächsten Jahr was von beidem euch lieber ist. ( Caroline, 30 Jahre alt, Kellnerin in Kurzarbeit die keinen Spargel mag und erneut zutiefst erschüttert vom Zustand unserer Welt ist, in der die Arbeitslosen unseres Landes sich zu fein waren zu helfen und sich nun über die auslassen die es nur zu gern tun, weil beide Seiten etwas davon haben)

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  17. Ralf sagt

    Ich kenne das Problem von den Schaustellern. Egal wie viel Stundenlohn angeboten wird, Deutsche lockt man dafür für diese schlechten Arbeitsbedingungen nicht vom Ofen hervor. Abgesehen davon kann man ja auch nicht jeden Preis im Fahrgeschäft oder im Imbiss fordern. Die Kalkulation lässt das angesichts teurer Standgebühren und Energiekosten nicht zu. Bleiben also nur Polen und Rumänen, Deutsche sind dazu nicht zu gebrauchen oder wollen schlicht nicht. Das ist die Realität.

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  18. Sergej sagt

    Heeee, Leute, wo liegt Problem, draußen ist Kapitalismus!!! Moderne Sklaverei! Für meistens in Deutschland dass Passt, leider, oder die Reden gegen, aber wollen nichts tun!

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Stimmt, Sklaverei!

      Selbst ich musste für meinen Lebensunterhalt arbeiten.

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  19. Schmeckt gut sagt

    Eine Sache hatte ich noch vergessen. In D ansässige Arbeitnehmer werden zunehmend eingesetzt und auch gerne angestellt. Selbstverständlich nur, wenn sie mit ihren vorhandenen Einschränkungen (Kürzung Kurzarbeitergeld, Kondition, Motivation, gesetzliche Vorgaben) in den Betriebsablauf passen. In vielen Fällen klappt das hervorragend und hilft sehr. Personen, die allerdings nur den Betriebsablauf belasten, können wir nicht gebrauchen. Auch hier müssen wir klare Kante zeigen. Wir haben keine Almosen zu verteilen bei der seit Jahrzehnten knappen Marge.

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    • Schmeckt gut sagt

      Uuups, mein längerer Kommentar befindet sich noch in der Moderation 😉

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        • Shinjk sagt

          Ja wie toll dass mit der Hygiene beim einfliegen der erntehelfer geklappt hat könnte jeder in Rumänien am Flughafen bewundert. Diese Leute so einzufrieren ist eine Gefahr für unsere Gesundheit. Ich werde deshalb dieses Jahr generell auf Spargel und Erdbeeren verzichten

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          • Bauer Willi sagt

            Wer hat „die Leute eingefroren“? Was haben die Verhältnisse am Flughafen in Rumänien mit dem Artikel zu tun?
            Kann es sein, dass Sie den Artikel nicht gelesen haben, hier aber Ihren persönlichen Unmut loswerden wollten?
            Gut, dass ist Ihnen gelungen. Und nun?

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Nun ist es zu spät mit dem verzichten.

            Der Spargel heute war gut, auch die Spargelsuppe davor.

            Und erst das Vanilleeis mit Erdbeeren, natürlich deutsche Erdbeeren, frisch gestochen,äh, gepflückt meinte ich.

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      • Karl Timme sagt

        Habe auch den Auflauf kontroliert, Rüben gut; Direktsaat, Getreide Minimalbodenbearbeitung ebenfalls gut, aber—- die Trockenheit, an den Landschaftelementen fehlt das Wasser zum keimen. Wenn ein Schlepper über den Acker fährt hinterläst er unabhängig von der Arbeit, eine riesige Staubwolke.

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  20. Schmeckt gut sagt

    Komme leider erst jetzt dazu, einen Kommentar zu schreiben. Nicht nur Corona macht uns Kopfzerbrechen, sondern auch die Trockenheit – dagegen hilft nur beregnen. Der Artikel ist ganz gut und bringt es wieder auf den Punkt. Es geht, neben vielen genannten Punkten, auch um die Wertschätzung der Arbeit „unserer“ langjährigen Helfer. Sie gehören teilweise zu unserer (zugegeben dann) großen Familie. Das uns jetzt viele Stimmen einreden wollen, dass wir uns mit dem Einsatz der SAK falsch verhalten, finde ich mehr als abstoßend. Durch viele staatliche Maßnahmen in den letzten 25 Jahren (Bürokratie, Verbote, zusätzliche, für Arbeitnehmer stark abschreckende Nachforderungen vieler „Kassen“ (Bsp. Witwenrente, Sozialversicherungsausweis, Vorruhestand, Kürzung Kurzarbeitergeld…)) wurde die Saisonarbeit zunehmend unattraktiv gemacht. Wir O&G-bauern und auch meine Person wissen mittlerweile auch nicht mehr, wie wir damit noch umgehen sollen und halten lieber die „Schnauze“ – traurige Entwicklung. Es war schließlich im Vorfeld eine lange, teure, teils schmerzhafte, mit heftigen Diskussionen geführte Entwicklung, die zum verstärkten Einsatz von osteuropäischen Helfern geführt hat. Übrigens europaweit und auch während der Phase der hohen Jugendarbeitslosigkeit in vielen EU-ländern. Aber das nur am Rande. Nun zu deinem Artikel, Willi: Mindestlöhne in der EU – https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37401/umfrage/gesetzliche-mindestloehne-in-der-eu/ Und: werden diese Löhne in den Ländern auch gezahlt? Im Zeichen der Krise? Ein Lehrer in der Ukraine verdient 100 Euro im Monat/ in Rumänien 300 Euro – wir haben viele Mitarbeiter aus der Ukraine/ Rumänien und wissen also die echten Zahlen. Zurzeit kosten deutsche Erdbeeren um die 8 Euro im kg und ich denke, durch den LEH sicherlich schon geplante Angebote für 4 Euro im kg (oder weniger) für die Haupternte werden die Frustration der Obstbauern weiter steigern, wahrscheinlich gibt es für diese Preise keine Beeren. Es kann so nicht funktionieren, wir baruchen Kostendeckung. https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Schwerpunkte/sars-cov-2-arbeitsschutzstandard.pdf Diese Verordnung ist ganz frisch und zwingt uns, häufig nur noch eine Person pro Zimmer unterzubringen. Das führt dazu, dass wir mit Hotelzimmerkosten rechnen müssen – also 25-30 Euro pro Übernachtung in der Saison. Mit allen anderen Kosten liegt die Arbeitsstunde dann so etwa bei mindestens 18 Euro. Wir sind also im Bereich der Kosten für Arbeitnehmerüberlassung (die dann aber auch noch untergebracht werden müssen). Bei 4 Euro im kg Erdbeeren (im VK an den Kunden) legen wir also Geld drauf – besser ist es, Teilflächen unterzupflügen (Lebensmittelverschwendung hin oder her, es geht einfach nicht). Wir für unseren Betrieb gehen davon aus, dass wir nur noch 40% unserer SAK unterbringen können. Stand jetzt haben 100 Personen für die Haupternte zugesagt, was passen würde. Wir werden aber auf garkeinen Fall hohe Zusatzkosten verursachen, von denen wir nicht wissen, ob wir diese jemals wieder hereinbekommen. In der nächsten Woche müssen wir anfangen, uns zu überlegen, wer kommen kann und wer nicht. Das wird noch einmal emotional „hart“ werden. Wie gesagt, uns sind unsere Leute ans Herz gewachsen – nix mit „Ausbeutung“. Niedersachsen plant nun, Zuschüsse für die Zusatzkosten durch die Krise auszuzahlen (4Mios), warum wohl? Es ist jetzt schon klar, dass die Erntemenge massiv zurückgefahren wird. Und das bei knapper Selbstversorgung bei vielen O&Gsorten. Es wird und bleibt spannend.

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    • Thomas Apfel sagt

      Soweit ich das bei unseren Spargelbetrieben sehe, ist die Produktion auf rund 60 % runtergefahren. Daher sind auch genug Saisonkräfte da, es fehlen nur die, die die Mengen für die Gastronomie hätten ernten müssen.

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  21. Paulus sagt

    Merkwürdig, dass sich die Debatte immer nur um den Mindestlohn dreht. Mir scheint diese Betrachtungsweise zu oberflächlich zu sein. Entscheidend ist die Kaufkraft die mit dem Lohn generiert wird. Die ist in Rumänien nun mal deutlich anders als in Deutschland. Wenn man den Kaufkraftvergleich zugrunde legt, müsste ein deutscher Saisonarbeiter deutlich höher entlohnt werden als sein rumänischer Kollege.
    Würde das Monatseinkommen eines deutschen Helfers 5.000 € betragen (nur um eine Zahl zu nennen) würde es an Personal ganz sicher nicht mangeln.
    Der Homo Rumänicus dürfte übrigens keine andere Gattung als der Homo Germanicus sein – ich meine, was die erlernbare Kunst des Spargelstechens und die Belastbarkeit betrifft. Es entbehrt nicht einer gewissen Arroganz, wenn deutsche Gemüse- oder Obstbauern deutsche Hilfskräfte von vorneherein als ungeeignet bezeichnen. Mit Plackerei zum Mindestlohn, der zudem nur saisonal bezahlt wird und deutschen Tagelöhnern weder Kaufkraft verleiht noch zur Vorsorge reicht, kann man die nicht motivieren.
    Der Beitrag von Kirsten Wosnitza, die ja sonst immer nur klagt, ist gar nicht so schlecht!

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    • Paulus sagt

      Ich empfinde es übrigens als schlechten Stil von bäuerlicher Seite mal wieder vom schizophrenen Verbraucher und verlogener Moral zu sprechen. Das hört sich geradezu so an, als sei die erlesene Zunft der Bauern daran nicht beteiligt.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wer sich über die Moral auslassen will, sollte derzeit in Spiegel Online, oder in die von Bauer Willi zitierte Zeit schauen.

        Die aller selben, die von Erntesklaven schreiben, gehen anschließend zu Lidl und kaufen Gemüse von anderen Ländern, deren Erntehelfern, wie der letzte Dreck behandelt werden.

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      • Bauer Willi sagt

        Ich habe bewusst den Link zu Citizen-Consumer-Gap gesetzt.

        Ok, das hört sich wissenschaftlicher an, sagt aber das Gleiche aus. Übrigens gehöre ich auch zu den schizophrenen Verbrauchern. Wenn ich billige Akkuschrauber sehe…oder funny frisch ungarisch für 0,99 € die Tüte…

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        • Eckehard Niemann sagt

          „Chipsfrisch Ungarisch“ von Funny Frisch sind nun vegan!
          vegpool – Veröffentlichung: 16.03.2020
          Diskutiere mit:
          „Chipsfrisch ungarisch“ nun vegan

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          • Reinhard Seevers sagt

            Mensch, das ist mal eine Nachricht…Kartoffelchips endlich vegan! Ist fast so dämlich, wie vegane Bio-Äpfel….
            Wahrscheinlich sind die ohne Tierversuche hergestellt, wie die Kosmetik, die als vegan vertickt wird. 🙂

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      • Inga sagt

        Das wurde nur da erwähnt, wo der Verbraucher die Frechheit besaß, den Bauern zu bevormunden und Sachen behauptete, die nicht zutreffen.
        Also sich nur vor ihm erhöhen wollte.

        Und immer BIO verlangt,
        Aber keines kauft.

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    • Bauer Willi sagt

      Mir geht es eigentlich nur am Rand um den Mindestlohn. Ich rege mich über Artikel auf, wo urbane Eliten abfällig über Spargel- und Erdbeerbauern berichten, die ausländische Arbeitnehmer beschäftigen müssen, während eine ganze Reihe von Menschen, die staatliche Leistungen (z.B. Kurzarbeitergeld) beziehen, dabei zuschauen und auch noch kritisieren.

      Was die Kunst des Spargelstechens und die Belastbarkeit angeht: Ja, eine ganze Reihe der deutschen Hilfskräfte sind ungeeignet. Und diese Feststellung als Arroganz zu bezeichnen, ist arrogant. Auch bei Zahlung von 5000 € wird es an Arbeitskräften mangeln, die die gleiche Leistung erbringen wie ein erfahrener Rumäne.

      Was bekommst Du eigentlich so im Monat? Und was verdienst Du? 🙂

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      • Reinhard Seevers sagt

        Das ist beim Apfelpflücken das gleiche Spiel. Alle vom Arbeitsamt zugeteilten Kräfte kamen einmal oder gar nicht…..Polen und Bulgaren sind zuverlässige Kräfte.

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        • Inga sagt

          Also das mit der Ausbeutung dieser Arbeitskräfte,

          meint der deutsche Ottonormalverbraucher,

          dass das für ihn ein Hohn ist und er dafür nicht arbeiten will,
          Und es auch nicht nötig hat, denn er hat ja in die Gewerkschaft gezahlt.
          Vielleicht erfindet er es dann als ungerecht, wenn diese Mitmenschen für ein Hungerlohn heutzutage noch arbeiten muß.
          Er erinnert sich vielleicht noch daran, wie unsere Sozialgesetze enstanden sind,
          aber auch wie unsere Gewerkschaften Löhne und Arbeitsrechte ausgehandelt haben.

          Vor Jahren wurde noch darüber diskutiert, ob die Bauern diese Spargelstecher ausnutzen. (Bauern sind ja an allem Schuld)
          Das wurde dann öffentlich ausdiskutiert.

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          • Claudi sagt

            Leute, ich bin da ganz anderer Ansicht. Macht doch all eure Großplantagen zu, wenn es sich nicht mehr lohnt. Das Problem ist doch der Mensch selbst. Wir leben doch nur noch im Überfluss, Bescheidenheit in allen Bereichen des Lebens haben wir verlernt. Ich würde als erstes die Arbeitsämter dicht machen, so dass jeder Unwillig und Asozial erst gar nicht auf die Idee kommen würde, sich auf Kosten der Fleißigen und Willingen auszuruhen. Was meint ihr, wie viele dieser ganzen hier beschriebenen Probleme verschwinden würden. Und mal ganz ehrlich, ich bin in der DDR aufgewachsen….. wozu brauche ich das ganz Jahr Erdbeeren oder tolle Südfrüchte, die eh nach nix schmecken. Ich bin mit Rotkohl, Weißkohl, Porree, gelber Köstlicher, Jonathan und andere wenige Obst und Gemüsesorten groß geworden und kann auch weiter mit wenig auskommen. Das haben doch die Mehrheit der Menschen verlernt…… Mit wenig auszukommen….. Denkt darüber mal nach, ihr großen Denker und Schreiber, ihr Großproduzenten und Ausbeuter….. Mich kotzt diese ganze scheiß Gesellschaft nur noch an!
            Von mir aus kann Corona noch weiter das Land beherrschen, denn dadurch zeigt sich, was im Leben wirklich gebraucht wird und was wichtig ist.

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            • Sylvia Müller sagt

              Danke für diesen Beitrag, der auf die uns verloren gegangene Bescheidenheit im Alltag verweist. Ich esse zum Beispiel sehr gerne Spargel aus dem Altenburger Land, aber wirklich mit Andacht. Da ist mir der Preis im Anfang der Spargelzeit ziemlich wurscht, dann gibt es eben für meinen Mann und mich nur ein paar Stangen und diese als Sonntagsessen mit Putenschnitzel! Erdbeeren und anderes Obst aus dem Supermarkt schmecken nach sehr viel Wasser, einfach nur Bäh! Da hilft nur abwarten, bis diese Früchte Freilandsaison haben oder wenn man zum Bioladen einkaufen gehen kann. Dort erwischt man auch mit Glück alte Obstsorten mit Aroma, auch hier bin ich bescheiden und begnüge mich mit einer Menge, die mit Sicherheit aufgegessen wird. Das kann und mag sich sicher nicht jeder leisten, aber wie war das noch 1989? „Wir sind das Volk!“ wurde zu „Wir sind ein Volk!“ Die Mehrheit der Ostdeutschen hat das doch genau so gewollt (Bin selber aus der östlichen Ecke.). Und diese Mehrheit meckert jetzt im Supermarkt über das Angebot? Kein Wunder, Geruchs- und Geschmacksfernsehen gab/gibt es ja noch nicht. Nur viele spät im Fernsehen ausgestrahlte Beiträge, die die Chance bieten, sich wenigstens ansatzweise über die WIRKLICHEN Probleme Zuhause und in der Welt zu informieren – und still für sich mal nachzudenken. Also hört mal alle auf über die Ausbeutung der Saisonarbeiter zu schreiben, das Ding nennt sich Kapitalismus, hier wird jeder ABHÄNGIG BESCHÄFTIGTE ausgebeutet und jeder SELBSTSTÄNDIGE beutet sich selbst aus! So!

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Erfahrung was bis jetzt so, dass die meisten deutschen Erntehelfer die Arbeit nicht durchstanden, oder wollten. Wenn von 10 Personen nach einer Woche noch einer da war, dann hat der Betrieb noch Glück gehabt. Ob durch Carona und die steuerfreien und anrechnungsfreien Zulagen sich dieses Jahr was ändert, bleibt abzuwarten.

      Kann die von einigen Betrieben mit Obst und Weinbau sagen, dass sie mit dem Generationswechsel das Handtuch werfen. Manche Betriebsinhaber sind schon froh, wenn sie diese 9,35 Euro in der Stunde selbst verdienen würden.

      Bei Betreiben mit 500 und mehr Erntehelfer mag dies anders sein, aber 5.000 Euro, da muss man schon lange Jahre bei Daimler arbeiten um auf solche Summen zu kommen.

      Frau Wosnitza soll sich um Milchviehbetriebe kümmern, da versteht sie auch was davon.

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      • Thomas Apfel sagt

        Insgesamt bin ich doch erstaunt, dass noch (fast) alle Sonderkulturbetriebe da sind. Der Generationswechsel der nächsten 5 – 10 Jahre wird das ändern. Wollen wir nicht ganz vergessen aus welchem Lohnniveau wir vor Mindestlohn kamen. 2013, vor der Einführung lag der Tariflohn für Hilfsarbeiten im Gartenbau bei rund 5 €, und stieg dann 2014 um 40 %. Die Seigerung war real zwar nicht ganz so hoch, da meist um 6 € netto bezahlt wurden, das waren aber immer noch 25 % in einem Jahr. Ich habe das damals zur Verdeutlichung für einen 20 ha Apfelbetrieb gerechnet, Hier mussten von einem Jahr aufs andere über 35.000 € mehr erwirtschaftet werden. In den ausgezahlten Erzeugerpreisen der letzten 7 Jahre hat sich das nicht bemerkbar gemacht. Nun hat Deutschland gegenüber Südtirol bei Apfel immer noch die Möglichkeit die Erträge durch intensivere Systeme um 50 – 60 % zu steigern. Bei anderen Kulturen sieht das anders aus. Die Sauerkirschen sind fast verschwunden,
        Freilanderdbeeren in Normalkultur sind stark rückläufig.

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        • firedragon sagt

          Guten Morgen Herr Apfel,
          dass Sonderkulturbetriebe (bsp Weinbau) jetzt noch da sind, liegt wohl am Vertriebsweg, dann an möglichen Kosteneinsparungen im Arbeitsaufwand und noch mehr „Chefarbeitszeit“ (als ohnehin schon), Wegfall von (ich nenne es) Schnickschnack und das, was Betriebe in aller letzter Not machen.

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          • firedragon sagt

            Und, habe ich vergessen, wie hoch der einzelne Betrieb die letzten paar Jahre investiert hat.

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            • Thomas Apfel sagt

              Genau das ist ja das Erfolgsrezept der großen Spargel- und Erdbeerbetriebe wenig Festangestellte, und auch die meist aus Osteuropa und der Aufbau eigener Direktvermarktungsnetze.
              Die sind gut mit Kapital ausgestattet aus den „Kolonial-Mutterländern“ hier angekommen und haben entsprechend investieren können.
              Da herrschte in den „Ostgebieten“ Mitte der Neunziger geradezu Goldgräberstimmung. Der Verdienst kommt hier aus der Spanne billiger Arbeitskräfte und den hohen Preisen aus dem zu großen Teilen direkt vermarkteten Obst und Gemüse. Momentan ist da aber wie bei der Milch die Mengengrenze überschritten.
              Das Geschäft teilen sich hier im Osten zwei Handvoll an Betrieben.
              Neutral bewertet muß man aber sagen, allein durch die enorme Ausweitung der Produktion und des Verkaufs sind in den betroffenen Regionen sehr viel mehr auch einheimische SV-pflichtige Arbeitsplätze entstanden als vorher durch die verdrängten kleinen Betriebe da waren.

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              • Brötchen sagt

                Thomas die haben meist noch einen Eventteil, wo auch kräftig wertgeschöpft wird.

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                • firedragon sagt

                  Guten Morgen Brötchen,
                  der Eventteil ist zur Zeit weggebrochen, das macht sich bei manchen Betrieben, die sich darauf spezialisiert haben, sehr stark bemerkbar.

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                • Brötchen sagt

                  DRachen gestern kam gerade ein Bericht von unserem größten Betrieb, der hat da sehr flexibel reagiert.

                  Siehst Du auf RBB Aktuell von gestern abend.

                  Die machen jetzt vorgegarten Spargel eingeschweisst, Spargel Drive In usw..
                  Hatte nicht den Eindruck, das es nicht läuft.

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                • firedragon sagt

                  Ah, das verstehst Du unter „Event“, Brötchen. Dachte Du meinst Feiern, Messen – die Richtung. Was Du beschreibst nennt sich bei mir – aus der Not heraus… (falls die nicht schon immer „vorgekocht“ haben).

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                • Brötchen sagt

                  Event ist:
                  Selbstpflücke, Gastronomie, Unterhaltung (Tierpark, Spielplatz usw. Kürbisausstellung), Märkte mit anderen Produkten usw…. usw…

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                • firedragon sagt

                  Ja – einen Drive In sehe ich jetzt nicht unbedingt als Event (Mc Don…?) an.

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                • Brötchen sagt

                  Drachen, das denkst Du.

                  In Mc Donalds fahren ganze Familien nur als Event hin.

                  Bei uns ist ja nicht viel los, also was machen die Leute fahren irgendwo hin, wo die Kinder noch bespasst werden, oder die Erwachsenen.
                  Da wird was gegessen und gekauft, wo viele sind kommen auch noch mehr dazu.

                  So ticken die Leute, wenn man das geschickt macht, ist der Spargel eigentlich nur der Aufhänger.

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                • firedragon sagt

                  Okay… so habe ich das tatsächlich noch nicht gesehen, bin eben kein Stammgast im Mc Don.

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                • Paulus sagt

                  @Brötchen, vorgegarter Spargel eingeschweißt, haltbar bis 12/2022, und das am Drive In? Als nächstes kommen wahrscheinlich bereits gezuckerte Erdbeeren, ebenfalls eingeschweißt, mit 50ml Vanillesauce aus dem Eimer von der Metro. (Hallo Obstbäuerin :-)) Das ganze Elend wird wahrscheinlich noch garniert mit dem Foto dieses dumm grinsenden Johann Lafer, der hält sein Gesicht ja überall hin wo es eine Maus zu melken gibt. Nach dem ungenießbaren Rührei aus dem Tetrapak und weiteren entsetzlichen Entgleisungen würde mich das nicht wundern. Fehlt nur noch, dass am bäuerlichen Drive In ein paar Cheerleader herumhüpfen, als Event sozusagen. Sollte unser Spargelbauer mit dem gleichen Scheiß anfangen, kann er seine Stängelchen behalten.
                  Unsere Ess- und Kochkultur steht eindeutig am Abgrund!
                  Ich halte diese Unkultur übrigens für einen Grund des Untergangs der Gastronomie, dort hat man das Vertrauen weitgehend verspielt. Man denke nur an dieses inflationär angebotene Hirschkalb-Rückensteak oder an den Pangasius der gerne als Seezunge dargereicht wird. Selbst ein Gosch musste zugeben, dass seine Gambas gar keine sind.

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                • Obstbäuerin sagt

                  Hallo Paulus, 🤔 ich überlege angestrengt, was das mit mir zu tun hat. Klär mich auf.

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                • firedragon sagt

                  Paulus,
                  die Cheerleader in Deiner Geschichte sind sehr amüsant – ich bin am überlegen, ob ich die zum „Aufpeppen“ irgendwo einsetzen könnte… Publikumsmagnet so zu sagen 😇.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Paulus

                  Das mit Cheerleader find ich Interessant.

                  Hab ich mal erlebt,wo das ganze Personal bei der täglichen Öffnung eines Restaurants so getanzt hat, lauter hübsche Mädels und ich hab meine Frau dabei gehabt. 🙁

                  0
                • Paulus sagt

                  @Obstbäuerin, immer wenn es um Erdbeeren geht denke ich automatisch an dich. Ich hab dann halt das Foto deines Verkaufsstandes mit der sehr ansprechenden Auslage (jetzt nur was die Erdbeeren betrifft) vor Augen. Freundschaft?

                  0
    • Adrian sagt

      Da hast du recht es gibt’s in Rumänien deutsche Landwirte wie ihr viel schon weißt und die armen rumaene schauen noch immer und glauben schon lange nicht mehr das mann mit Kondition alles machen kann… Mann kann aber in Vergleich ist das nicht immer productive und die Defizite die entstehen sind andere Natur…. Nicht vergessen das diese Leute nicht mal wissen was eine arbeitskrankheit ist geschweige denn das mann es sogar verhindern kann….

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  22. Peter Jansen sagt

    allerseits,

    wer übrigens LUXUS GEMÜSE
    (SPARGEL) eben, für dieses labberige Zeug sagt, ist mir immer noch ein Rätsel.
    Aber das nur am Rande.

    0
  23. Günter Reichard sagt

    Deutschland ist schon ein verrücktes Land geworden.
    Die Bauern oder auch Lebensmittelerzeuger genannt, werden im
    Moment von allen Seiten und wegen jeden Sche… angegriffen.
    Und die Reaktion? Je nach Fraktionszugehörigkeit, Konvi, Bio oder anders
    wird in den Medien wird danach zurückgeschlagen.
    Ich wünsche mir, dass Bauern endlich lernen ihr eigenes Selbst- und Berufsverständnis
    nach aussen glaubhaft darzustellen.
    Ich war heuer auf einer von LsV veranstalteteten Traktordemo, für mich
    und auch für viele dort anwesende kam dies einer Militärparade gleich.
    Nein, es ist nicht mehr die übliche Rollenverteilung in der Gesellschaft.
    Sobald die Politik, die Medien und damit auch die Gesellschaft einen Schwachen
    endeckt, wird er versucht zu elimieren unabhängig vom Wahrheitsgehalt.
    Das gilt in vielen Bereichen des täglichen Lebens so und gilt vor allen Dingen
    besonders für die, die ihr weniges Einkommen mit den Händen verdienen müssen.
    Wieso kommen jetzt plötzlich alle auf die Idee, systemrelevante Menschen zu
    verherrlichen? Meine Frau ist Krankenschwester und ich weiß was sie arbeitet,
    welche Dienste sie leisten muß und wie die Wertschätzung innerhalb der
    gewinnorientierten Klinik ist.
    Ich weiß von LKW Fahrern die auf Parkplätzen hausen und sich am Freitag abend
    6 sechserpack Bier und 5 Tafeln Schokolade kaufen um bis Sonntag abend 22:00 zur Weiterfahrt durchzuhalten. Zu einen regulären Essen reicht der Verdienst nicht.
    das Transitforum Tirol führt schon eine lange Zeit währende Diskussion mit
    bayrischen und Italienischen Politikern über diese Zustände speziell auf der
    Brennerautobahn. Die gleichen Politiker sprechen heute über die Transporte
    als systemrelevant.
    Kurz gesagt, es wird gelogen dass sich die Balken biegen.
    Solange sich die Gesellschaft nicht ändert, werden sich die Gegebenheiten nicht
    ändern, und solange Bauern und Landwirtschaft keinen Konsens finden,
    werden sie Geißeln der Politiker und des LEH bleiben und diese werden
    die Presse für ihre Botschaften weitehin gnadenlos mißbrauchen.
    Schöne Grüße aus Südtirol Günter

    34
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Mein lieber Günter,
      wenn deine Frau Krankenschwester ist, dann ist dein Betrieb auch nicht der Himmel auf Erden, auf jeden Fall nicht so wie du ihn beschreibst. Na ja, meine Frau hat ja auch immer als Altenpflegerin gearbeitet, hat aber den Vorteil, dass sie noch nach Tarif ÖD bezahlt wird.Später eingestellte haben das „Glück“ nicht.

      Mit den osteuropäischen LKW Fahren kenne ich, wer das kennen lernen will, braucht nur auf die Autobahn-Parkplätze zu gehen, die haben den Gaskocher dabei, wo sie das Essen warm machen, alles Dosenware von daheim. Die haben nicht einmal das Geld, um sich eine Duschen am Rasthof leisten zu können.

      All das interessiert unsere feine Gesellschaft nicht, wichtig ist der Spottpreis der Lieferungen von und nach Deutschland.

      31
      • Brötchen sagt

        Die ehemaliger meines Erachtens sind Speditionspreise in Bezug zum Warenwert nicht gerade Spottpreise!
        Wir bestellen immer in der Hinsicht bzw. Gucken ob sich Frachten zusammenlegen lassen und ähnlich.

        Die Speditionen reichen zum Teil auch nur Preiserhöhungen durch wie Werkstatt, Maut und Treibstoffkosten.
        Habe mich gerade zu dem Thema mit einem Spediteur unterhalten.
        Das Thema ist komplizierter als mancher denkt.

        Bei den DHL Preisen kann man ein schweres Paket auch fast schon selbst transportieren, wenn es schnell sein muss.

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Brötchen,
          in meiner Nähe befindet sich eine Papierfabrik.
          Wenn die Altpapier, oder Zellstoff bekommen, sind die LKW aus Litauen, Rumänien, Ungarn,
          Ukraine, manchmal auch aus Polen.

          Das neue Papier, geht mit deutschen Speditionen raus. Die Osteuropäer fahren fast zu jedem Preis.

          2
      • Reinhard Seevers sagt

        Die Gesellschaft muss sich auch fragen, ob man alles handeln und transportieren muss. Muss Irischer Hausmüll in Deutschland verbrannt werden, muss man Elektroschrott von Österreich nach Norddeutschland fahren, muss man DMK -Milch nach Bayern und Bärenmarke nach Bremerhaven fahren? Es hat alles systembedingte Ursachen.

        3
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Na klar muss irischer Müll in Deutschland verbrannt werden. Deutscher Plastik müll landet ja auch in Zentralafrika auf der Müllhalde, daher ist es sinnvoll Müll zur Fütterung der Müllverbrennung von Irland zu importieren. 😉

          6
        • Brötchen sagt

          Reinhard bleiben wir bei Futterkomponenten oder Stallausrüstungen.

          Da sind die Grenzen nicht so einfach zu ziehen.

          Ich habe mir auch französische Hühnertränken aus Österreich bestellt.

          Aus Metall gibt es da nicht soviel Auswahl und die Nachfrage ist wahrscheinlich auch nicht so hoch.

          Normalerweise wird sowas einfach über den Preis geregelt.

          0
  24. fingerphilosoph sagt

    Die alten Griechen mit ihrer Philosophen-, Bildungs- und Wissensgesellschaft sind immer noch unser Vorbild, obwohl die feine Gesellschaft bspw. der Peripatetiker, die labernd in Säulenhallen wandelte, eine recht unschöne Kehrseite hatte, nämlich die Sklaven, die auf dem Markt wie Vieh eingekauft und nicht viel anders behandelt wurden als Vieh. Es waren diese so eingekauften Sklaven, die jene Arbeiten erledigten, für die sich die feine Gesellschaft zu fein war.

    Anstelle von Sklaven haben wir heute Maschinen und eben Arbeitskräfte aus dem Ausland, die ihren eigenen persönlichen Vorteil aus dem Lohngefälle zwischen einzelnen Ländern ziehen. Das funktioniert, so lange es ein Lohngefälle zwischen Ländern gibt. Das Lohngefälle zwischen Ländern ist nun aber etwas, wofür Bauern und Landwirte nicht verantwortlich sind.

    Auf der Ebene von Landwirt und Saisonarbeitskraft ist es eine Win-Win-Situation für beide. Deshalb kann man vom Landwirt nicht erwarten, dass er das zwischen Ländern herrschende Lohngefälle aus seiner eigenen Tasche ausgleicht. Das zerstört nicht nur die Win-Situation für den Landwirt, sondern auch für die Saisonarbeitskraft.

    Das Modell ist jedoch sowieso nicht nachhaltig, denn je geringer das Lohngefälle zwischen Ländern wird, desto weniger Anreiz bietet das Modell für Arbeitskräfte. Und der Anreiz wird umso geringer, je wohlhabender die sog. „armen“ Länder werden, was paradoxerweise auch dadurch geschieht, dass ein Teil der Bevölkerung sich in einem anderen Land als mit Mindestlohn bezahlte „Sklaven“ verdingt.

    Was Pflegekräfte angeht, wird dieser skrupellose Deal zwischen Gesellschaften – wohlgemerkt zwischen Gesellschaften, nicht zwischen Einzelpersonen wie Bauer und Saisonarbeitskraft – bereits problematisch. Im Bereich der Pflege verlagert sich der „Sklavenmarkt“ nun von Osteuropa auf Vietnam und Mexiko, weil der Deal sich für Einzelpersonen aus Osteuropa schon gar nicht mehr lohnt.

    Was die „feine Gesellschaft“ angeht, hat sie sich dahingehend verändert, dass heute die meisten Bewohner der Industriegesellschaften dazu gehören. Wir alle sind heute mehr oder weniger „feine Gesellschaft“ und verbringen unsere Arbeitszeit wie die Philosophen labernd in Konferenzen oder labernd am PC. Heute sind 75% der Bevölkerung Peripatetiker, während nur 25% die notwendige Arbeit tun, wozu paradoxerweise aber auch die Bauern und Landwirte gehören, denen die feine Gesellschaft der Laberer, sorry, Peripatetiker … äh, will sagen, die feinen Mitglieder der modernen Informations- und Wissensgesellschaft nun Ausbeutung und Sklavenhaltertum vorwerfen.

    Wäre diese Konstellation ein Gericht, das man sich auf der Zunge zergehen lassen könnte, würde ich sagen: das ist pikant (für die feine Gesellschaft). Und bitter (für die Bauern, die Arbeitskräfte aus dem Osten und alle jene, die die notwendige Arbeit tun).

    29
    • Karl Timme sagt

      Habe ich in einem früherem Kommentar schon einmal in drei Sätzen beschrieben, aber vieleicht ist es so für eine gewisse Gesellschaftsschicht leichter verständlich. Danke!

      1
  25. Moin,

    ich glaube, das Thema Konsum und Ernährung zeigt beim Spargel schnell, was alles schiefgelaufen ist.

    Versorgungssicherheit:
    Mit Blick auf Nährwert und Sättigung ist Spargel wirklich eher ein Luxusgemüse. Eher einzuordnen bei Kakao und Kaffee, wenn man so will. Und was zahlen Menschen nicht bereitwillig alles für Kaffee, wenn der Flair des Exotischen aus fernen Ländern noch dazu kommt, zumindest in der Werbung … diese schönen Kapseln, beworben von George Clooney. Daß ein Spargelbauer sich diese Nische gewählt hat, um selbst wirtschaftlich über die Runden zu kommen, kann man nicht kritisieren. Die Gastronomie kennt solche Diskussionen auch, wenn man essen geht, aber Preise wie bei Hausmannskost erwartet.

    Die Landwirtschaft täte gut daran, den Spieß umzudrehen.
    Wieso dürfen die Mieten immer weiter steigen, so daß für gute regionale Lebensmittel kein Geld mehr übrig bleibt?
    Wieso sind die Renten so niedrig, daß Menschen um weggeworfene Lebensmittel bei den Tafeln anstehen müssen?
    Wieso sind die Löhne so niedrig, daß Verbraucher überlegen, wo sie sparen können, was em ehesten bei Lebensmitteln geht, mit Vermietern kann man ja schlecht verhandeln und Energiekonzerne husten einem auch was?
    Wie soll man sich von einem Versorgungssatz von rund 4€ täglich bei Arbeitslosen- und Sozialhilfe nachhaltiges Essen leisten können?

    Arbeitskräfte:
    Wertschöpfung durch Lohndumping, so könnte man es zusammenfassen. Und meist mit dem Argument, unser Mindestlohn wäre im Ausland ja ein Vermögen. Ich verweise auch auf die Arbeitskräfte in Schlachtfabriken, die oft zu unmenschlichen Konditionen dort malochen, vermutlich oft auch kaum kämen, gäbe es nicht noch Kindergeld vom Staat. Also schön mit Steuern querfinanziert.

    Makroökonomisch: Wir zahlen Löhne an Menschen, die das verdiente Geld nicht in Deutschland ausgeben.

    Ewiges Wachstum: Immer höhere Produktivität, immer weniger in der Landwirtschaft Beschäftigte. Strukturwandel gab’s auch schon zu Zeiten der Nazis (Agrarkartellierung). Landflucht setzt Arbeitskräfte frei für die Industrie (oder Militär). Vielleicht bräuchte es jetzt, während die Industrie einknickt, eine Stadtflucht? VW, Audi und BMW haben jüngst über 20.000 Menschen gefeuert nebenbei. Dann würde auch die Wohnraumnachfrage in den Städten runtergehen nebenbei.

    Deutsche vs. Saisonarbeiter: Natürlich muß man erstmal seinen Job lernen, ein professioneller Saisonarbeiter hat mehr Erfahrung. Doch bedenkt man, daß viele Höfe keine Nachfolge haben, würde ich schauen, ob sich durch das Engagement jetzt diejenigen hervortun, mit denen man die Landwirtschaft im Sinne der selbständigen Bauern gestalten könnte statt im Sinne der Konzerne. Menschen, die anpacken können, sind selten. Saisonarbeiter bietet nicht wirklich einen wirtschaftlichen Vorteil, denn die Großkonzerne (siehe auch Bonduelle in der Ukraine, Spaniens Tagelöhner in den Gewächshäusern etc.) machen das quasi zum Standard, ganzjährig. Ein Abwärtskampf, den die Großen gewinnen werden (siehe Rentabilität nur mit Folientunnel). Und ja, vielleicht muß man dann ein Stück weit Abstand nehmen von Früchten, die Saisonarbeit notwendig machen, weil man in dieser Nische auf lange Sicht keinen Erfolg haben wird. Dafür dann strategisch kämpfen, Bodenerhalt, sowas wie regenerative Landwirtschaft etc., denn beim Thema Böden sind die Konzerne den Landwirten noch unterlegen (Dürreresistenz etc.).

    Wirtschaftlichkeit/Nachhaltigkeit:
    Das Thema Fruchtfolgen ist quasi nicht existent bei Spargel. Und ohne Folientunnel geht’s wirtschaftlich auch kaum. In Diskussionen mit Spargelbauern auf dem Wochenmarkt kam heraus, daß da sogar ein harter Konkurrenzkampf untereinander besteht. Ein großer Spargelbauer macht sich bewußt immer billiger, selbst wenn er Überschüsse am Ende schnetzeln müßte, um die kleineren aus dem Markt zu drängen. Da wird teilweise darum gekämpft, wer im Billig-Discounter ALDI landen darf. Eigentlich genauso gruselig wie Forderungen vom Verbraucher, möglichst billigen Spargel haben zu wollen. Der Handel führt beide am Nasenring durch die Arena.

    Verarbeiter und LEH:
    „Bewußt einkaufen“ heißt viel und billig, nicht nachhaltig und fair. Kartoffelkartell, Raiffeisenkartell etc. lassen grüßen. Unfaire Geschäftspraktiken, die erst kürzlich von der EU eingeschränkt wurden, was noch in den Ländern ratifiziert werden muß (unfair trading practices). Verkauf unter Einstandspreis ist politisch erlaubt und gewollt. Und immer wenn’s teuer wird oder was nicht vorrätig ist, hat am Ende der Landwirt schuld, auf den läßt sich ja gut eindreschen, der „Umweltsünder“ und „Tierquäler“. So schließt sich der Kreis, teilweise aber auch forciert durch Bauernverband und Co., die in gleicher Tonalität auf Verbraucher, deren NGOs etc. schießen. So bleibt der Landwirt oft der Böse in der Kommunikation; und dann sind faire Spargelpreise auch schnell mal zu teuer, weil der böse Landwirt wieder gierig wäre, als würden ihm großer Hof, teure Maschinen und dicke Subventionen nicht reichen … 🙁

    Damit ist man wieder bei Agrarbloggern wie hier Bauer Willi, die den Dialog reinbringen wollen, Transparenz und Kritik in alle Richtungen.

    27
    • Christian Bothe sagt

      @C.Suhr,jetzt haben Sie aber einen Rundumschlag getan und das kapitalistische Wirtschaften angeklagt.Kann da vieles nachvollziehen, aber es wird sich nichts ändern, wenn Corona vorüber ist. Das ist eben das Wesen so einer Gesellschaftsordnung und das wollen doch alle!Oder???

      6
      • Reinhard Seevers sagt

        So sieht es aus Christian. Der ganze Frust, der hier rüberkommt, der ist der Komplexität des Systems geschuldet. Jetzt kommt das an die Oberfläche, was alles ausmacht, der globale Kapitalismus, das Finanzkapital, die Abhängigkeiten, die Ungerechtigkeiten, die Machtansprüche der Industriegesellschaften, die Verflechtungen…..usw.
        Niemand will weniger haben, niemand will abgeben. Und das wird noch problematischer, wenn die KI ( künstliche Intelligenz)so richtig anläuft. Dann sind auch die Spargelstecher über, weil es sich evtl. lohnt Technik zu nutzen.
        Alles wird auf dem Prüfstand gestellt werden, früher oder später.

        2
    • Thomas Apfel sagt

      Herr Suhr, Wertschöpfung durch Lohndumping ist Grundprinzip dieses Wirtschaftssystems.
      Das Dumme für die Landwirtschaft ist nur , dass ihre Produktion weitgehend im Inland, also im nationalen Ramen stattfindet und somit für alle sichtbar ist. Auch die Autoindustrie ist im gleichen „Spielmodus“. Nur produzieren die international und nutzen damit die Lohn- und Wohlstandsdifferenzen in Europa und international genauso, nur eben ohne in der nationalen Diskussion auffällig zu werden.. VW zahlt in den polnischen Werken etwas mehr als deutschen Mindestlohn, die Autos kommen als „Deutsches Produkt“ auf den Markt, gegenüber dem deutschen Lohnniveau ebenfalls in großen Teilen mit „Lohndumping“ produziert. Nur ist dieses „Lohndumping“ zum Beispiel in Poznan für Polen eher ein Lohnniveau von 150 % gegenüber vergleichbaren polnischen Branchenlöhnen und somit hochwillkommen! Was ist daran anders als in der Landwirtschaft? – die „Unsichtbarkeit“, sonst nichts!
      Warum also Diskussionen über Mindestlöhne für Saisonkräfte und nicht über gleichen Lohn für alle Europäer??
      Weil ein „Bauernopfer“ schon immer besser war als das Eingeständnis der Ohnmacht nationaler Politik gegenüber global agierendem Kapital? – schon möglich!
      Weil Vorteile von nationalen Lohn- und Wohlstandsunterschieden für global agierende Unternehmen nicht gefährdet werden sollen? -sehr wahrscheinlich!

      4
  26. Ehemaliger Landwirt sagt

    „Geht es nur um Spargel und Erdbeeren?“

    Es geht darum, der Landwirtschaft an das Schienbein zu treten.

    Dass durch Carona eine kleine Bewusstseinsänderung, bezüglich der Eigenversorgung aus deutschen Äckern entstanden ist, dem muss man entgegen treten.
    Der Zeit Redaktion und dem Spiegel, um nur 2 zu nennen, ist doch klar, was bei den Kommentaren herauskommt.
    Die Medien bieten die Plattform, die „Ratten“ kommen sofort aus den Löchern.

    Was das beim bäuerlichen Nachwuchs auslöst, ist denen doch Scheißegal.

    14
  27. Friedrich sagt

    @firedragon
    Du hast natürlich Recht mit dem Sozialstaat , aber man kann diesen auch überfordern und das tun wir zur Zeit . Deshalb mein -Rat , daß jeder selber etwas tut , um das Sozialsystem und den Staat nicht in die Pleite zu fahren. Dann gehts uns allen dreckig. Ohne Arbeit vollen Lohnausgleich zu bekommen ist sowieso einmalig auf der Welt und dann den Fremdarbeitern zuschauen , wie die unsere Erdbeeren , Spargel ,Obst und Gemüse ernten.
    Ist doch widersinnig, oder ?

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    • firedragon sagt

      Ja Friedrich,
      ich erinnere mich mit einem Schmunzeln daran, was der Ehemalige Landwirt hier mal geschrieben hat – er war nie „arbeitslos“ – sind wir im Moment auch nicht. Nebenan haben wir eine H4 Person – ich weiß gar nicht, was die den ganzen Tag macht so ohne irgendwelche Beschäftigung (naja weiß ich schon, will hier nur kein Klischee bedienen).

      4
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Bin derzeit auch nicht Arbeitslos, bin ja Rentner. 😉

        Über Kurzarbeit bei meiner Frau würde ich mich auch nicht beklagen, die machen derzeit eine Station frei, um ev. Caronainvizierte ein zu quartieren, die aus dem Krankenhaus kommen.

        2
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Überstunden nicht, eher Vorstunden, wenn sie Früh hat und Stationsleiterin ist. Da ist sie eine halbe bis eine Stunde vor Arbeitsbeginn im Heim um die Tabletten für 28 Bewohner zu richten, weil nachher die Zeit fehlt.

            Manchmal, wenn ein Bewohner/in abends noch ins Krankenhaus eingeliefert wird, oder kurz vor Schichtende noch jemand das Zeitliche segnet, da kann es schon vorkommen, dass sie etwas länger und unbezahlt arbeitet.
            Generell muss sie keine unbezahlte Überstunden leisten, die genannte Mehrzeit macht sie Freiwillig.

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Inga,

                in ein vorhandenes Bett kann immer nur ein Bewohner liegen.

                Nerven tut das Tragen von Mundschutz und den anderen zusätzlichen Hygienemaßnahmen. Das Heim ist derzeit noch Caronafrei und man tut alles, dass es so bleibt.

                0
  28. Kirsten Wosnitza sagt

    Ein schwieriges Thema. Wie immer kein Schwarz Weiß.

    Wenn wir die Zahlungen ansehen, die Spargel und Erdbeer Bauern für Pacht oder Kauf von Flächen bereit sind zu zahlen, scheint zumindest die Rendite generell nicht schlecht zu sein. Jedenfalls so hoch, dass Acker oder Futterbau Bauern in der Regel auf diesem Flächenmarkt nicht mithalten können.
    Abgesehen davon: die gesamte Belegschaft eines Unternehmens hatte sich hier im Norden bei einem großen Spargel Betrieb beworben, um ihr Kurzarbeit er geld aufzubessern (viele junge Leute) und sich solidarisch zu zeigen. Diese Leute waren motorisiert und hatten ihre eigene Unterkunft in der Region, also alles sehr easy.
    Nicht einer von ihnen ist genommen worden, gleich alle abgelehnt, man warte auf die Rumänen, die bestimmt noch kommen würden.
    Keine gute Art und Weise mit dem solidarischen Teil der Bevölkerung umzugehen.

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    • Obstbäuerin sagt

      Das kann man so sehen. Die einen wollen ihr Kurzarbeitergeld aufbessern und für die anderen (Erntehelfer aus Rumänien oder Polen) ist das gesamte Jahreseinkommen, das hier erwirtschaftet wird. Oft schon viele Jahre lang. Die Attraktivität dieser Arbeit liegt einfach im Lohnunterschied zum Heimatland, wo für die gleiche Arbeit bis zu 3/4 weniger gezahlt wird.

      14
      • bauerhans sagt

        der englisch sprechende rumäne sagte mir,er bekäme um 3€ zuhaus,der ukrainer nannte 1,20€ pro std.

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      • Inga sagt

        Deswegen kann ja unsere feine Sozialgesellschaft diese Leute ausnutzen!

        Das kommt davon, weil keiner von uns Indianer werden wolite, sondern nur alle Häuptlinge,
        wie ein Freund meines Mannes jetzt sagen würde.

        Dann holen wir uns die „Indianer“ hetzt eben wo anders her!
        Oder lassen wo anders bei denen herstellen!

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Bewerbungen sind da, manche wollten, oder konnten nur halbtags, andere wiederum nur mal bis zum 18. 04 zusagen, in der Hoffnung, dass morgen im bisherigen Betrieb die Arbeit wieder anläuft.
      Das ist verständlich, man muss aber verstehen, dass der Bauer lieber seine bewährten Erntehelfer aus Rumänien bevorzugt, Erntehelfer die bis zu 135 Tage auf dem Hof bleiben.

      Was Bauern nicht brauchen können ist, dass aus dem eigenen Berufsstand Kritik geübt wird, die davon keine Ahnung haben und die nicht auf Saisonarbeitskräfte angewiesen sind.

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    • bauerhans sagt

      ein nachbar hier mit 18ha land hatte geerbt und bauland für 12-15 millonen verkauft und seinem sohn einen komplett neuen betrieb mit 80ha,stall,halle,wohnhaus und maschinenpark hingestellt.
      da kannst nur noch staunen.

      0
      • Karl Timme sagt

        bauerhans,
        dann war er dreizig Jahre zu spät. Für die Summe hätte er damals einen Betrieb mit zwei Nullen mehr in der Nähe der Obstbäuerinn haben können.

        0
    • Bauer Willi sagt

      Ich habe mit einigen Kollegen gesprochen, bei denen sich „junge Leute gemeldet haben, die solidarisch it den Bauern“ sein wollten. Sie haben mir von den Gesprächen berichtet. Ich kann schon verstehen, warum sie warten.

      Zumal viele Rumänen gerne seit vielen Jahren kommen und beide Teile ein sehr gutes Verhältnis miteinander haben. Und sie auf das Geld dringend angewiesen sind. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt in Rumänien 2,81 €. Stand 1.Februar 2020.

      Jeder Acker- oder Futterbauer kann ja in den Erdbeeranbau einsteigen. Ich mach es nicht, auch nicht mit höherer Rendite.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich finde, man sollte sich gar nicht weiter mit dem Thema beschäftigen. Die Wiiterung wird uns erheblich mehr Kopfschmerzen bereiten.
        Lasst denjenigen, die sich daran aufgeilen wollen ihren Spaß und gut isses.

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    • Thomas Apfel sagt

      Hier mal ein Beispiel aus der Milchwirtschaft: Ein Bekannter mit einem größerem Ackerbau und Milchviebetrieb hat in den letzten 5 Jahren fast sein gesamtes deutsches Personal durch Polen ersetzt. Darauf angesprochen: „Ich muss zu allererst die Kosten runterfahren und nicht den Viehbestand, dann bin ich, wenn der Milchpreis wieder steigt wenigstens auf der Gewinnerseite“.
      Völlig nachvollziehbare Sichtweise, nur da fast jeder Milchbauer denkt die ANDEREN sollen die Milchmenge senken, führt das (objektiv) zu dem Desaster das jetzt gerade wieder sichtbar wird. Da steht dann schon die Frage: Was denn nun, zentralistische Mengenregulierung oder „Marktwirtschaft“. Da helfen auch alle Verbandsaktionen und Apelle nichts, weil Entscheidungen Betriebs bezogen und nicht nach „Nachbars Interessenslage“ gefällt werden.

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      • Karl Timme sagt

        Thomas Apfel,
        meine Betriebsübernahme erfolgte mit Einführung der Milchquote (die ich nie gut geheissen habe, weil der Betrieb gerade „Global“ ausgerichtet war und einen Boxenlaufstall gebaut hatte) ich war für Jahre blockiert (kein Härtefall) und musste ein Drittel zurück fahren. Aber das Passte natürlich nicht zur Kalkulation in der Planung. Wo liegt dann der Schlüssel wenn das Wachstum negativ „angeordnet“ ist? „Die Kostenseite“. So habe ich mich die Führerschaft in der Kostenseite erkämft.
        Als Überlebensstrategie für den Betrieb und den eingegangenen Verpflichtungen vor der Einführung der Quote. Während der Quotenzeit habe ich auch versucht, die vorhandenen Stallkapazitäten auszunutzen, muste dann aber schnell feststellen das ich dabei die Arbeit und das Risiko hatte und andere den Verdienst. Manchmal ist weniger mehr.

        0
  29. Obstbäuerin sagt

    »All diejenigen, die nun sagen, dass sie keinen Spargel essen wollen, weil der von Saisonarbeitern geerntet wurde, sei…« außerdem gesagt, dass sie dann auch auf Bestellungen bei Amazon, auf Gaststättenbesuche, auf Pflegedienstleistungen, auf Hotelurlaube, auf Wohnungsneubauten usw. usw. verzichten müssten. Mit dem, was ich nicht brauche oder mag, kann ich schnell den Verzicht öffentlich vor mir hertragen. Sobald ich aber darauf angewiesen bin oder der Verzicht meine Lebensqualität beeinträchtigt, werde ich tausend Ausreden finden, warum es doch sein darf. C’est la vie !!!

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  30. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Das Thema „Saison-/Fremdarbeitskräfte“ ist sicherlich eines von vielen, dass bestenfalls schon während dieser Pandemiekrise, aber spätestens danach intensiver durchleuchtet werden sollte u. auch entsprechend dringend notwendiger Anpassungen bedarf; in allen hiervon tangierten Bereichen übrigens.

    Gerade aber in einer solchen Pandemiekrise, wo jeder einzelne Bundesbürger seine Kontakte drastisch reduzieren muss, ist die aktuelle Handhabung dieser Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft nicht ganz unberechtigt in die Kritik geraten, nicht von ungefähr sind die vielzähligen Diskussionen drumherum mit heißer Nadel gestrickt.

    Für meine Begriffe kann es jedenfalls nicht angehen, dass man einen positiv getesteten Saisonarbeiter mit Covid-19 einfach nur isoliert, wohl auch noch unter ohnedies fraglich tauglichen Unterkunftsbedingungen u. hygienischen Voraussetzungen, die Frage eines unverzichtbaren stationären Krankenhausaufenthaltes ggf. schon im Vorfeld prinzipiell an der Kostenfrage scheitert, weil unklar ist, wer hierfür im Nachgang in der entsprechenden Zahllast stünde. Der Saisonarbeiter selbst jedenfalls kann das mit seinem Stundenlohn auf unseren Höfen aus der eigenen Tasche keinesfalls schultern. – Haben Klöckner, Rukwied & Co. auch daran in einer entsprechenden Fürsorgepflicht stehend schon vorausschauend gedacht, gerade inmitten einer solchen für uns alle nur schwer abschätzbaren Ausnahmesituation!?

    In Krisenzeiten wie diesen -schwammig begründet abgesegnet von der Politik mit dem heiligen Versprechen, dafür Sorge tragen zu wollen, dass die Abläufe nach den „strengen“ Maßgaben im Sinne des Seuchenschutzgesetzes Leib und Leben aller Beteiligten so weit als möglich zu schützen gedenken- müssen auch Probleme unumwunden artikuliert werden, die schon immer gravierende Probleme bei solchen prekären Arbeitsverhältnissen auf Zeit abbildeten, was jetzt natürlich auch sehr viel stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, schließlich fühlen sich nicht wenige Mitbürger hierdurch sogar persönlich bedroht.

    Dahingehend relativieren zu wollen mit „ohne geht es eben nicht – wurde schon immer so gehandhabt“ ist für mich der absolut falsche Weg, sich mit solchen Missständen auch nach dieser Pandemiekrise einfach ignorant wieder arrangieren zu wollen. „Klappe“ die Wievielte? – Wenn etwas Positives diesem weltweit unbeirrt grassierenden Covid-19-Virus schon heute abgewonnen werden kann, so die ernüchternde Tatsache, dass danach die an manchen Stellen schon verheerende Sorglosigkeit des Umgangs in einem gegenseitigen Für- und Miteinander einer tiefgreifenden Neubewertung unterzogen werden muss. Fazit: Wir Erdenbürger brauchen uns – gegenseitig – ALLE! Die ganze Welt ist aktuell schließlich nur ein Dorf!

    Es darf schichtweg keine Menschen 2. Klasse geben, wo auch immer diese zu verorten sind. Gerade ein reiches Deutschland muss da in Vorbildfunktion schleunigst Tatsachen schaffen. – Vielleicht bin ich ein Träumer, das ja, aber immer positiv denken erhält tagtäglich die eigene Antriebskraft – hoffentlich geht es vielen von euch gerade jetzt auch so!!! – Einen schönen Sonntag mit erholsamem Durchatmen noch! 🙂

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  31. Friedrich sagt

    Ja , wir brauchen die Erntehelfer , weil z. Zt. fast kein Deutscher bereit ist auf den Feldern zu arbeiten. Das wird auch erst einmal so bleiben , weil unser Sozialminister Heim das Kurzarbeitergeld auf 90% von Netto erhöhen will. Damit hat man ohne Arbeit genauso viel Geld wie mit Arbeit , weil die lfd. PKW-Kosten zur Arbeit wegfallen. Aus meiner Sicht ist das ein falscher Ansatz , weil keiner damit ermuntert wird , sich selbst um ein Zubrot zu kümmern. Das ist die Rundumversorgung durch den Staat. Das böse Erwachen kommt dann später , wenn die Kassen leer sind und alle vor dem Nichts stehen.- Geschockt kann man sich die Autoschlangen vor den kostenlosen Essenstafeln in den USA ansehen. -Da fragt man sich nach der eigenen Vorsorge der Bürger , um mal einige Wochen vom Ersparten leben zu können. Vorsorge heist auch Verzicht , aber bei unserer Konsumgesellschaft und politischen Vollversorgungsmentalität ein Fremdwort. Das wird sich auch bei uns auf kurz oder lang ändern. Bestimmte Stimmen hier im Lande wollen jetzt natürlich den Vermögenden wieder was wegnehmen , um vom eigenen politischen
    Versagen abzulenken. Jeder der ein Haus gebaut hat , hat Verzicht geübt , während die, die das nicht gemacht haben , daß Geld konsumiert haben und jetzt nach dem Staat rufen. Aber auch bei uns gibt es Leute , die jede Arbeit annehmen , um Geld für ihre Familie zu beschaffen. Jetzt kommt auch wieder die Familie ins Spiel , die die Notlage bei einigen Familienmitgliedern abpuffert. Z.B. gibt einer meiner Mieter seine Wohnung auf und zieht zu seinen Eltern , um kostenlos zu Wohnen.

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    • firedragon sagt

      Mir ging gestern so durch den Kopf (weil auch den ganzen Tag Radio gehört), es sind fast alle Bereiche, die nach finanzieller Unterstützung von Seiten des Staates bitten. Friedrich, wir leben nun mal in einem Sozialstaat, er wird von den Bürgern finanziert, dafür lebt man hier sicher und komfortabel – in anderen Ländern sieht es anders aus.
      Und es gibt eben auch keinen Arbeitszwang.
      Der Eine findet das gut, der Andere nicht.

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  32. Astorianer sagt

    Der Beste Trainings-Ersatz für alle Sportler, die wegen Corona nicht trainieren können wäre Spargelstechemn, denn da werden nicht nur Arme und Beine, sondern auch noch der Rücken bewegt.

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  33. Berthold Lauer sagt

    Völlig ausgeblendet wird in diesem Zusammenhang auch, dass in vielen Ländern Menschen unter viel unsäglicheren Bedingungen und zu unvorstellbar geringeren Löhnen für unseren täglichen Bedarf (bei weitem nicht nur Luxus) schuften. Nicht für deutsche Landwirte und nicht nur saisonal, für ein paar Wochen oder Monate, sondern Tag für Tag das ganze Jahr über!

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    • Reinhard Seevers sagt

      Genau, das hab Ich gemeint. Unsere Gesellschaft und mit ihr das „System“ steht grundsätzlich in Frage. Diese Erkenntnis keimt ganz langsam auf.
      Nachdem erkannt wurde, dass nicht nur Menschen, sondern auch die Natur ihren Tribut für unseren Konsum zu leisten hat, wird diese Erkenntnis ungewollt, unterschwellig der Landwirtschaft überantwortet.
      Der Druck auf die Regierung wird zunehmend aus dem Bereich Tourismus, Gastronomie, Eventbranche etc. kommen, um jetzt die Auflagen zurück zu fahren. Die Systemrelevanz unserer Gesellschaft ist Kapital, das vielfach auf diesen Bereichen basiert. Es wird doch immer deutlicher, dass diese Gesellschaft eine Bespaßungsgesellschaft ist, deren Existenz von Kapital der Produzierenden abhängig ist. Man war ja immer davon ausgegangen, dass sich die Dienstleistung in einem Perpetuum-mobile selbst erhalten kann….ist wohl nicht der Fall .

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  34. bauerhans sagt

    hier in unserer gemeinde ist nur ein spargelbauer aus 50km entfernung als anbieter mit frischem spargel,dementsprechend sind die preise.
    Ostendorff hört sich selbst unheimlich gern reden,das war schon früher in der landjugend so und Maurin will die Räterepublik,na dann.

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  35. Reinhard Seevers sagt

    Ich dachte das Thema wäre ausdiskutiert?
    Es gibt so gut wie keinen Bereich der Wirtschaft, der ohne ausländische AK auskommt. Die geführte Diskussion ist, wie eigentlich immer, eine Stellvertreter- Diskussion.
    Es wird grundsätzlich in Frage gestellt, ob Menschen aus anderen Ländern für unseren Konsum/Luxus mit geringerer Entlohnung arbeiten sollten…..das kann man eben am Besten tun, wenn man an Bord des Kreuzfahrtschiffes seinen Coktail vom philippinischen Kellner bekommt.
    Irgendwann wird auch der hippste Bürger erkennen, dass sein Wohlstand auf dem Rücken der Welt basiert…..warte ab.

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  36. Kurt Wiegel sagt

    Wie Recht er hat, leider fehlt bei vielen Kommentatoren der Sachverstand, sie sollten ein Praktikum in der Landwirtschaft machen, wäre hilfreich

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  37. Einfacher Bürger sagt

    Hallo Willi momentan kann der kleine Direktvermarkter nicht klagen. Jedenfalls nicht über den Absatz. Nur wie lange das Bewusstsein und das regionale Einkaufsverhalten besteht. Schlecht gemachte Pressemeldungen werden das momentan positive Verhalten schon wieder kaputt bekommen. Ab auch hier gibt es gute und schlechte Schreiberlinge. Für den Zeitungsverlag sind die Erzeuger zudem schlechte Kunden . Ich habe noch selten ganze Seiten gesehen wo wöchentlich Werbung eines Landwirtes kommt, beim LEH üblich.

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    • Bauer Willi sagt

      Ja, ich weiß. Selbstvermarkter sind im Augenblick gefragt. Besonders Gemüsekisten, die vor die Tür gebracht werden. Ist ja auch bequem und man muss nicht in den Supermarkt. Da geht es nicht darum, „den armen Bauern zu unterstützen“, sondern nur darum, sich selbst das Leben bequem zu machen und sich nicht anzustecken.

      Aber egal: wenn das „nach Corona“ noch so beibehalten würde, wäre es ja ein Gewinn.

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      • bauerhans sagt

        die frage ist,wer ist bereit,dauernd 40 bis 80€ pro monat für gemüse zu zahlen,welches er dann auch zubereiten und essen muss!
        ich denke gerade an die cousine,die die teuren biokartoffeln nicht wegwerfen wollte und so öfter bratkartoffeln auf den tisch brachte,die aber keiner mehr haben wollte.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Also,
          wir haben auch noch Kartoffeln im Keller, dennoch gibt es nicht öfters Bratkartoffeln.
          Kann auch daran liegen, dass es keine Bio Kartoffeln sind und der Ehemalige sie selbst angebaut hat. Da braucht man auch keine 9,35 Euro Mindestlohn ansetzen. 😉

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      • Christian Bothe sagt

        @bauer Willi, Denke ist momentan alles etwas übertrieben und die Moralpredikten und das „Gutmenschentum“sowieso
        Wenn der Coronaspuk vorüber ist, wird alles sich wie vorher weiter entwickeln, trotz aller Bekundungen auch von H.Steinmeier…

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