Bauer Willi
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Was war, was wird – eine Wende?

Wo wird die Landwirtschaft in 10 oder 15 Jahren stehen? Eine nüchterne Betrachtung. Und meine ganz persönliche Meinung.

Ich fange damit in unserer Gemeinde an. Schon heute weiß ich von mindestens einer Handvoll Betriebe, die in den nächsten 5 Jahren ihre Tore zumachen werden. In allen Fällen fehlt der Hofnachfolger, obwohl meist Kinder da sind. Doch keines von ihnen will den Betrieb übernehmen. Und das hat viele Gründe, doch dazu später.

Weniger und größere Betriebe

Folglich werden die Flächen an die wenigen, großen Betriebe verpachtet. Die Hofgebäude werden, wo es möglich ist, für diverse Zwecke an Nicht-Landwirte vermietet, damit die Instandhaltung daraus finanziert werden kann und auch noch für eine kleine Aufstockung des Altersgeldes reicht. Wenn es ganz eng wird, werden auch ein oder zwei Hektar verkauft. Land ist knapp und teuer.

Aus Begegnungen mit anderen Landwirten weiß ich, dass es anderswo nicht anders aussieht. Aber man redet nicht gerne darüber. Oft haben Generationen vorher den Hof schon bewirtschaftet und die Aufgabe der Landwirtschaft wird als Verrat an den Vorgängern empfunden. Oft auch als eigene Schwäche und Versagen. Also lieber schweigen, versuchen, es mit sich selbst auszumachen.

Ist halt so

„So ist halt der Lauf der Dinge, so geht es anderen Berufsgruppen doch auch. Die Tante-Emma-Läden sind doch auch verschwunden und der familiengeführte Bäcker- oder Metzgerladen auch“. Stimmt, und diese Entwicklung wird auch genau so weitergehen. In 15 Jahren werden von den 270.000 landwirtschaftlichen Betrieben vielleicht weitere 100.000 verschwunden sein. Ob ein paar tausend mehr oder weniger spielt dabei keine Rolle, der Strukturwandel wird an Fahrt aufnehmen, weil z.B. die Technisierung von kleinen und mittleren Betrieben kaum noch finanziert werden kann. Das lohnt nur noch bei größeren Einheiten.

Ein weiterer, und in vielen Betrieben auch bedeutsamer Grund ist die zunehmende persönliche Belastung durch immer neue gesellschaftliche Anforderungen. Neue Auflagen, Verbote und Gesetze, die überbordende Pflicht, alles zu dokumentieren was auf dem Feld oder im Stall passiert, überfordern nicht nur viele bäuerliche Familienbetriebe, sondern führen auch menschlich zu Zukunftsängsten. Dann wird aus bloßem Selbstschutz die Reißleine gezogen, bevor man im Burn-Out endet. Manchmal auch zu spät.

Die Wende

Was die Bauern bräuchten, wäre eine Wende. Eine, die den Bauern wieder Mut macht, die ihnen wieder das Gefühl gibt, dass sie ein nützlicher und anerkannter Teil der Gesellschaft sind. Die für das, was sie für die Gesellschaft auch an nicht monetären Leistungen erbringen, ein wenig Anerkennung bekommen. Und dass nicht nur, wenn sie mal wieder den Traktor für einen Umzug bereitstellen, dabei helfen den Maibaum aufzurichten oder ihren Hof für den Fronleichnams-Gottesdienst auf Vordermann bringen…

Die von vielen Organisationen, Gruppierungen und Parteien geforderte Agrarwende zurück zum bäuerlichen Familienbetrieb alter Prägung wird nicht kommen. Sicherlich wird der ein oder andere Betrieb auf ökologische Landwirtschaft umstellen, weil er hier größere Marktchancen sieht. Es gibt sicherlich auch noch kreative Nischen, die besetzt werden können. Allen, die einen anderen, ihren Weg für ihren Betrieb finden ist zu wünschen, dass sie nicht enttäuscht und mit ihrer Wahl glücklich werden. Das eine Patentrezept für alle gibt es nicht. Auch nicht von denen, die uns glauben machen wollen, sie hätten es…

Weniger Menschen, mehr Technik

Der ganz überwiegende Teil der Betriebe, übrigens auch im Öko-Bereich,  wird mehr und mehr zu einer hocheffizienten Landwirtschaft werden, die, ähnlich wie in der Industrie, mit Fremdarbeitskräften und High-Tech betrieben wird. In der die Dokumentationen, die Arbeit auf dem Feld und im Stall eben wie in der Industrie von Fachkräften oder technischen Helfern erledigt werden. Nennt man dann Digitalisierung oder Landwirtschaft 4.0.  Oder auch industrielle Landwirtschaft, sowohl bei Bio als auch bei konventionell. Ist dann halt industrielle Bio-Landwirtschaft. Beispiele dafür kenne ich genug.

Die vergessene Frage

Bei der politischen Diskussion, wohin die Landwirtschaft gehen soll, wird eine Frage vergessen:  Wo sind die Menschen, die bereit sind, die Arbeit auf den Höfen zu machen? Der kleine Gemischtbetrieb mit Kühen, Schweinen und Hühnern, mit Weiden und Acker macht eben auch viel Arbeit. Dazu noch die Dokumentationen. Wenn dann noch ein Hofladen oder Ferienwohnungen dazu kommen, ist die Arbeit nur noch zu schaffen, wenn auch Altenteiler und Kinder mit anpacken. Selbstausbeutung ist aber nicht jedermanns Sache und das Geld ist in der Stadt eichter zu verdienen. Und das Leben dort ist auch bequemer, angenehmer. In den Dörfern bleiben dann oft nur noch die Alten. So passiert es gerade im Hunsrück, Westerwald, der Rhön und anderen Landschaften. In Ostdeutschland ist dieser Trend besonders stark. Wer also die Forderung nach dem biologisch betriebenen bäuerlichen Familien-Gemischtbetrieb aufstellt, muss auch selber bereit sein, diesen zu bewirtschaften. Dann bleibt aber keine Zeit, bei Demonstrationen auf die Straße zu gehen. Weil die Arbeit im Stall wartet, die Kühe gemolken und die Schweine gefüttert werden wollen. Realität trifft auf Wunsch…

Kultur

Das, was man mal bäuerliche Kultur nannte, ist gerade dabei, zu verschwinden. In 15 Jahren wird sie ganz verschwunden sein. Niemand wird das aufhalten, weil es niemand etwas wert ist. Umwelt- und Tierschützer sowie Teile der Gesellschaft werden zwar diese Entwicklung zur industrialisierten Landwirtschaft weiter beklagen und weitergehende, schärfere Gesetze, Verbote und Verordnungen fordern und wohl auch bekommen. Und genau damit werden sie den Trend zu noch größeren und noch effizienteren Betrieben weiter beschleunigen. Was das mit den Menschen macht, ist ihnen ziemlich egal. Man will ja das System verändern. Und da muss man Kollateralschäden in Kauf nehmen. So wie das bei Systemveränderungen in der Geschichte immer der Fall war.

Möglich ist auch, dass einzelne Betriebszweige, z.B die Tierhaltung, aufgrund mangelnder Akzeptanz oder Anpassungsgeschwindigkeit ins Ausland verlagert werden. Wir sind ja reich genug, um es bei Bedarf von dort zu importieren. Steinkohle, Textilien oder Unterhaltungselektronik holen wir ja auch von dort.

Wir haben es selbst in der Hand…

…an dieser Entwicklung etwas zu ändern. Auf andere zu warten, die es für einen richten werden, ist verlorene Zeit. Entscheidende Ressourcen des Unternehmers sind Mut, Realitätssinn und Fleiß. Und die Bereitschaft, auf unsere Mitmenschen zuzugehen.

Der eine wartet, daß die Zeit sich wandelt,
der andere packt sie an und handelt.

Dante Alighieri(1265 – 1321), italienischer Dichter und Philosoph;

Dann ist mir auch vor den kommenden Jahren nicht bange. In diesem Sinne alles Gute für 2018. Und auch danach.

Euer Bauer Willi

 

 

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178 Kommentare

  1. Wenn meine Eltern oder Grosseltern einen Bauernhof gehabt hätten, dann hätte ich ihn sofort übernommen. Ich finde es schön. Wenn Miron jungen Jahren ein Landwirt begegnet wäre, ich wäre sofort Bäuerin geworden. Ich finde diesen Beruf sehr schön. Auch wenn man früh aufstehen muss. Traditionen und Verantwortung zu übernehmen ist in meinen Augen sinnvoll. Das was die Eltern mühsam aufgebaut haben, sollte man wahren. Ich finde auch Grossbauernfamilien schön, wo die Oma noch im Haus wohnt und nicht in ein Altenheim ab geschoben wird, sondern zu Hause gepflegt wird. Schade, dass sich die Gesellschaft so verändert hat. Wir brauchen die Bauern, die sind wichtig

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    • Josef Wallner sagt

      Es ist ja schön und nicht verkehrt, dass Sie das so sehen. Aber Bauer Willi beschreibt die aktuelle Situation sehr treffend. Ich bin auf dem Bauernhof meiner Eltern aufgewachsen, den mein Bruder übernommen hat und der von meinem Neffen noch im Hauptbetrieb bewirtschaftet wird. Ich habe auch etliche Jahre nach meiner Schulzeit noch dort gearbeitet.
      Der Hof besteht vielleicht 7 oder 800 Jahre und ist nachweislich etwa 400 Jahre im Familienbesitz. Ob aber der Sohn meines Neffen (10 Jahre) trotz erheblicher Investitionen und Aufstockungen hier in etwa 15 bis 20 Jahren noch eine Existenzgrundlage hat ist sehr fraglich. Es ist heute niemand zu verdenken, wenn er einen konventionell wirtschaftenden Betrieb mit den immer strengeren Auflagen und den wachsenden Anfeindungen aus immer größeren Teilen der Bevölkerung (siehe Demonstrationen in Berlin „wir haben es satt“) nicht weiterführen will. Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweise liegt auch nicht jedem

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  2. Paulus bringt es weiter unten auf den Punkt: „Es wäre das erste Mal in der Geschichte, dass sich technisch bzw. naturwissenschaftlicher Fortschritt oder Sachverstand bei gleichzeitig massiven Wirtschaftsinteressen nicht durchsetzt“
    Deshalb wird Smart Farming und Präzisionslandwirtschaft kommen.

    Kommt hinzu, dass sich die Präzisionslandwirtschaft auch als wesentlich „giftfreier“ und damit umweltfreundlicher präsentieren kann als die bisherige LW. Das passt doch alles total zu dem, was als „schöne, neue Welt“ aufdämmert.

    Die Dynamik technischer Neuerungen wird in diesem Blog vollkommen unterschätzt. Und die Rolle des Verbrauchers wird überschätzt., denn auch der Verbraucher ist der technischen Dynamik unterworfen. Diese Dynamik hat die Großstädte, die Supermärkte und die Konzerne hervorgebracht. Ohne Auto hätten wir noch die Tante-Emma-Läden und ohne TV mehr Kneipen in den Dörfern. Es ist die technische Dynamik, die die Welt veändert, und diese Dynamik ist der Kontrolle des Menschen längst entwachsen.

    Solange der Mensch sich nicht bewusst wird, dass er wie ein Junkie von seiner Technik abhängig ist und dass diese Technik ihm wie Heroin eine schöne Welt vorgaukelt, während sie im Grunde alle lebendigen Beziehungen zerstört, ändert sich an der vorgegebenen Richtung überhaupt nichts, weder durch Bauern, die übers Höfesterben jammern, noch durch NGOs, die eine andere LW fordern.

    Das Wesen von Technik besteht nun mal darin, einmalige und lebendige Beziehungen in funktionale und reproduzierbare Abläufe zu verwandeln. Das ist auch der Unterschied zwischen einem Bauernhof und industrieller LW. Auf einem Bauernhof überwiegen die lebendigen Beziehungen, auch zwischen Mensch und Tier, die in der industriellen LW durch steuerbare Abläufe ersetzt werden. Das passiert auf dem Bio-Hof aber genauso wie auf dem konventionellen.

    Man kann nicht auf der einen Seite das Loblied auf die Technik singen und sich von technischen Neuerungen die Rettung erwarten, während man gleichzeitig darüber jammert, dass die traditionelle LW den Bach runtergeht. Das sind die beiden Seiten derselben Medaille. Das Höfesterben ist der auf den Höfen verwendeten Technik immanent. Insofern ist das Höfesterben nur ein Symbol dafür, was mit einer die Technik anbetenden Gesellschaft passiert.

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    • Mark sagt

      Smart farming wird als erstes den Bauern überfüssig machen. Es braucht lediglich ein Hiwi, der die Technik an den Feldrand stellt, alles andere wird dann GPS- und Sensorgesteuert autonom ablaufen. In den Amtsstuben sitzen dann Beamte, Professoren und Vertreter von NGO´s im Stuhlkreis und diskutieren darüber, ob und wie die am feldrandstehende Technik freigeschaltet werden soll. Da sie sich nicht einigen können und erst noch externe Gutachter hinzugezogen werden müssen, zieht der Hiwi um 16.00 Uhr die Technik vom Feldrand wieder ab. Mit einer Entscheidung ist im laufenen Erntejahr nicht mehr zu rechnen. damit sind wir dann bei Landwirtschaft 0.0.

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      • bauerhans sagt

        mark,so ähnlich läuft das bei den „stadtsoldaten“ (bauhof) hier.
        der verantwortliche schaut sich die bäume am feldrand an und bestimmt,was alles nicht abgeschnitten werden darf.
        der ausführende entschuldigt sich,dass er seinem vorgesetzten gehorchen muss und der bauer holt sich den lohnunternehmer,der mit der frontladersäge „kurzen prozess“ macht,der verantwortliche kriegt im warmen büro nix mit.

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      • 1909 hat E. M Forster eine Novelle mit nur 77 Seiten geschrieben: Die Maschine steht still. Er hat das Internet und die digitale Revolution damals bereits vorausgesehen. Die Menschen sitzen nur noch am Computer, kommunizieren und produzieren sog. Ideen, während „die Maschine“ für alles andere sorgt. Das funktioniert anscheinend reibungslos, kleinere Fehler werden hingenommen, in der Annahme, „die Maschine“ repariert das schon. Die kleinen Fehler summieren sich auf, während die Menschen, die ja nichts mehr können außer kommunizieren und Ideen produzieren, immer so weiter machen wie bisher, bis das System zusammenkracht.

        Beamte, Professoren, Vertreter von NGOs, Gutachter: das sind die Leute, die nichts anderes können als kommunizieren und Ideen produzieren. Und da „die Maschine“ sich immer mehr Lebensbereiche einverleibt, werden solche Leute immer mehr, ergänzt durch „die Maschine“, sie selber anfängt zu kommunizieren. Auch der Bauer, der seinen Hof vom Schreibtisch aus führt und nur noch zuguckt, wie „die Maschine“ den Tierarzt anruft, wenn die Sonde im Magen der Kuh ein Signal gibt, gehört in diese Kategorie.

        Aber am Ende soll niemand sagen, wir hätten es nicht gewusst und nicht wissen können.

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        Die Parallelen zur ehemaligen „Kollektivierung der Landwirtschaft“ sind unübersehbar. Damals hat der Kommunismus die Bauern in LPG’s und Kolchosen gezwungen, damit dort die neue Technik überhaupt eingesetzt werden konnte. Der Bauer wurde zum Traktoristen, man könnte auch Deinen Begriff „Hiwi“ dazu sagen. Und er brauchte als Angestellter auch nicht mehr „malochen“, sondern hatte auch Feierabend, wie die anderen Arbeiter. Als Arbeiter aber, da fehlte den ehemaligen Bauern die Eigenmotivation. Sie brauchten auch gar nicht mehr zu denken. Das übernahmen die „studierten“ Kolchosevorsteher. Und denen standen die „theoretisch“ komptetenten Bosse der Partei vor.
        Wir erleben heute nichts anderes. Nur, dass die Entwicklung nicht durch Zwang und Parteidoktrin erfolgt, sondern durch Global- und Kapitalzwang. Und das Werkzeug war damals und ist heute die Technisierung.

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        • Bingo! Die Weichen in Richtung Planwirtschaft sind schon längst gestellt. Der Entscheidungsraum des einzelnen Menschen wird durch Vorschriften immer mehr eingeschränkt. Die Bürokratie nimmt überhand.

          Nicht nur Global- und Kapitalzwang sind die Antriebskräfte für diese Entwicklung. Sondern auch die grüne Idee, dass der Planet ein „gemeinsames Haus“ ist, dessen Ressourcen erfasst, verwaltet und angeblich gerecht verteilt werden können. Der Oikos-Gedanke dient zum einen als Rechtfertigung für die zunehmende Bürokratie, jedoch verbirgt er sich auch hinter der High-Tech- Präzisionslandwirtschaft: Input wird ressourcenschonend und kostensparend genau kalkuliert, um größtmöglichen Output aus jedem Weizenhalm zu generieren. Es gelten nur noch Zahlen, und Zahlen bedeuten: die funktional-reproduzierbaren Abläufe zu optimieren und immer noch effizienter zu machen. Und zwar nicht nur wegen des Gewinns im Sinne des Kapitalismus, sondern auch im Sinne des Umwelt- und Ressourcenschutzes. Das passt zusammen wie Schlüssel und Schloss.

          Wenn ein Bauer 150 Leute ernährt, brauchen 150 Menschen einen anderen Job. Ein Teil dieser Leute mehrt den allgemeinen Wohlstand auf andere Weise, aber gerade diese werden ja auch wieder durch Technik ersetzt. Schließlich findet Industrialisierung ja überall statt.

          Es bleibt den 150 Leuten am Schluss ja gar nichts anderes übrig, als Bürokrat zu werden. Und auch das passt wieder wie Schlüssel und Schloss. Denn der Mensch will es ja möglichst bequem haben. 145 von den 150 entscheiden sich für den Job im Sessel, wenn sie denn die Wahl haben. Und die Technisierung ermöglicht ja eben diese Wahl. Damit die Sesselfurzer überhaupt was zu tun haben, werden neue Arbeiten im Bereich der Verwaltung erfunden bzw. entstehen von selbst. Es ist doch logisch, dass der Bauer nicht damit rechnen kann, dass die 150 Leute nur Däumchen drehen und ihn in Ruhe wursteln lassen.

          Technisierung bedeutet auch, die Welt letztendlich auf Zahlen(spiele) zu reduzieren.

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          • Mark sagt

            „Es ist doch logisch, dass der Bauer nicht damit rechnen kann, dass die 150 Leute nur Däumchen drehen und ihn in Ruhe wursteln lassen.“ Bingo!

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        • Inga sagt

          So ist es, Alois

          und deswegen müssen wir aufpassen und was dagegen tun, so lange wir das Recht als freie Bauern und/der Unternehmer noch dazu haben.

          Die Handwerksunternhemen müssen sich auch Gedanken über dieses Thema machen.

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          • Alois Wohlfahrt sagt

            Diese „Technisierungskollektivierung“ hat noch eine weitere, ganz hässliche Fratze: Die Bauern verlieren ihr Eigentum. Wie bei der „Zwangskollektivierung“ des Kommunismus. Landgrabbing heisst das Zauberwort weltweit. Und das geschieht nicht nur in Afrika, sondern mitten unter uns.
            Siehe: http://www.taz.de/!t5011738/
            Sogar im braven Allgäu gab es während der vergangenen Milchpreiskrise unverholene Inserate im Bauernblatt, dass Investoren Land kaufen würden und der Bauer könne es wieder günstig zurückpachten.

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            • Inga sagt

              So machen es die totalitären Regime des Sozialismus und auch die großen Global-Player mit irgendwelchen Interessen ohne Rücksicht auf Verluste.

              Was sind die interessantesten Filme aus dem Alpenland, und zwar schon fast seit 50 Jahren?

              Der Bauernhof bekam als weiteren Betriebszweig Fremdenverkehr, also Tourismus dazu, weil man da mehr verdient, wurde er über die Jahre ein Hotel und auf die große Wiese kam eine Seilbahn.
              Jetzt noch im Besitz der Famile die den Familienbetrieb als Hotellerie betreibt.

              Nun hat der Sohn früher Agraringenieur studiert, hatte eine tolle Stelle in der Kreisstadt.
              Wird Frührentner und kommt zurück, seine arbeitslose Tochter interessiert sich auch für den Hotelbetrieb, und fängt dort an zu lernen.

              Aber die Lebensgefährtin des Agrariers arbeitet in einem Marklerbüro und besticht den Banker der vor Ort, dem Lebensgefährten keinen Kredit für sein kleines Hotel mehr zu geben und so kommt es, dass das kleine Hotel, Wald und Wiese des Agrariers abgerissen wird und eine große Hotelanlage dahin kommt.

              Wer leidet?
              Die Umwelt und das Herz des Bauern, bzw. Kleinhoteliers.

              Wer freut sich?
              Der Herzlose Hotelanlagenkonzern!

              Oder auch nicht, die Geschichte hat ja ein Happyend.

              Das Happyend wäre, die Lebensgefährtin käme zur Einsicht, wird eventuell Berufschullehrern oder was anderes.
              Das Kleinhotel bleibt bestehen bekommt mehr Gäste , weil es dort noch urige Natur gibt mit der Wiese und dem Wald gibt.

              Wenn unser Land von ahnungslosen Leuten zur Kapitalanlage genutzt wird, ist es genau so fatal, wenn es in fremde Hände mit falschen Interessen kommt, wie wenn es von totalitären Staaten auch getan wird.

              Der Bauer mit seinem Fachverstand (ich glaube darunter leidet er dann in dem Fall) ist dann nur Handlanger.

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        • Alfons Balmann sagt

          Der Gleichsetzung von Kollektivierung und Technisierung möchte ich widersprechen. Ich finde sie ärgerlich und verharmlosend. Mit der Kollektivierung wurde viel Unheil angerichtet. Und auch wenn man glaubte, damit die Landwirtschaft technisieren zu können, ging es doch eigentlich um etwas anderes. Es ging um Gleichschaltung, (totale) Kontrolle und Vernichtung des Individuums und damit zugleich der Beschränkung des Unternehmertums. Dafür hat die Bevölkerung der Sowjet-Union und nicht zuletzt der Ukraine während der Stalinisierung einen hohen Preis gezahlt. Die Be- bzw. Verhinderung des Unternehmertums einschließlich der Lenkungsfunktionen des Marktes bedeutet jedoch auch eine Verlangsamung technologischer Entwicklungen um den Preis, dass die Planwirtschaften vor allem in den siebziger und achtziger Jahren den Anschluss an die technologischen Entwicklungen des Westens verloren. Damit läuteten sie zugleich das Ende des Sozialismus ein. Das heißt, die Kollektivierung hat letztlich den Wettlauf der Technologisierung verloren.
          Natürlich gibt es auch unter marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen Systemzwänge ebenso wie Verlockungen. Natürlich substituieren Maschinen die Arbeitskraft von Menschen (und Tieren). Umgekehrt macht der Einsatz von Maschinen die Arbeit wertvoller, wenngleich infolge steigender Verantwortung auch anspruchsvoller. Die Frage ist diesbezüglich eher, ob und wie viele Menschen mit der Entwicklung der „Maschinen“ im Zeitalter der Digitalisierung mithalten können und in der Lage bleiben, selber einen Mehrwert zu generieren.

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          • Brötchen sagt

            9Alfons Balmann sehe ich auch so. Auslöser der kollektivierung war die ideologie und die Probleme mit der kollektivierung LPG typ1 bzw. die Neubauern erwirtschafteten zu wenig. der Osten hinkte in der Technisierung immer hinterher. zur Technisierung sicher schreitet die voran, ist aber längst noch nicht so weit, den Landwirt zu ersetzten in seinen Fähigkeiten und sinnen und wird es meines Erachtens nie können, dafür ist natur viel zu komplex. der Osten hatte gute Ansätze in der produktionsorganisation, ist aber am technologiedefizit und an der unwirtschaftlichkeit gescheitert.

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            • bauerhans sagt

              „der Osten hatte gute Ansätze in der produktionsorganisation“

              theoretisch ja,aber praktisch fehlte die eigeninitiative!

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            • Lieschen Müller sagt

              Eigentlich hatten die Leute schon Lust ihre Sache gut zu machen, denn auch in der DDR gab es langweilige und interessante Stellen, für die man sich anstrengen musste. Außerdem ein Pflichtprogramm, was einfach erreicht werden musste, sonst gab es Ärger. Nur am Ende der 80er war es nicht mehr auszuhalten, die Lügen auf der einen Seite, die Wirklichkeit auf der anderen. Eigentlich ein bißchen wie heute: „mehr Klimaschutz“, aber „Fluglinien werden subventioniert“.

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          • Wird die Technisierung konsequent zu Ende gedacht, kommt dabei auch nichts anderes heraus als Gleichschaltung, Kontrolle und vor allem Vernichtung des Individuums. Ideologie und Technisierung gehören zusammen wie die beiden Stränge der DNA.

            Was kommt denn dabei heraus, wenn man die Menschen und ihre Lebenswelt in Daten zerlegt und mit den Daten dann Planspiele und Berechnungen anstellt und sie in reproduzierbare Abläufe umsetzt: die Vernichtung des Individuums. Tja, so sieht’s aus.

            Der Unterschied besteht nur darin, dass die Ideologie über Druck und mehr oder weniger subtile Gewalt auf den Menschen einwirkt, um ihr Ziel zu erreichen, und die Technologie über Sog und Verführung. Aber der Zielpunkt ist im Endeffekt derselbe.

            In der Ideologie hat man am Ende die eine Partei, den einen Diktator, die eine Elite, die über alle anderen verfügt, als wären sie nur Figuren in einem Schachspiel. Bei der Technologie ist es am Ende eine Maschine, eine KI. Aber im Endeffekt sind das nur die beiden Seiten desselben Vexierbildes. Die Ideologen bedienen sich der Technologie und die Technologie bedient sich der Ideologen.

            Ohne Technologie mit industrieller LW im Gefolge wäre eine grüne Ideologie nie entstanden. Die grüne Ideologie ist die zwangsläufige Folge dieser Technisierung, aber bezeichnenderweise wendet sie sich nicht gegen die Maschinen, sondern gegen die Menschen. Und das ist das eigentlich Perfide daran.

            Es ist vollkommen egal, ob die Natur in Wirklichkeit zu komplex ist. Sowohl Ideologien wie auch Technologien funktionieren über Vereinfachung. Der an sich komplexe Prozess wird eben in ein passendes Raster gepresst. In eine Gussform. Und in dieser Vereinfachung ist schließlich jeder ersetzbar. Und das soll er auch sein. Darauf läuft es hinaus.

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            • Brötchen sagt

              Fingerphilosoph, es kann auch genau das Gegenteil dabei rauskommen. Z.b. sind kleine Schuhkarton grosse Roboter denkbar, die Unkraut mechanisch tilgen. Und vergiss KI da kann ich nur lachen, davon sind wir weit entfernt.

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            • Ja, klar. Die schuhkartongroßen Roboter, die mechanisch Unkraut zupfen: das ist doch Verführung pur. Da fällt schätzungsweise jeder drauf rein, der sich so ein Ding leisten kann. Ein anderes Beispiel ist Alexa, die dir alle Wünsche erfüllt. Die Maschinchen suggerieren dir, dass sie dir dienen, und die Kehrseite davon sieht so aus, dass du von ihnen abhängig wirst.

              In der ersten Phase der Industrialisierung lockte der Sirenengesang der Technik ihre Gläubigen mit Macht, Herrschaft, Dominanz, Kraft, Leistung, der Eroberung des Weltraums.
              Da war die Abraumhalden, die Schlackeberge, die Skylines aus Schornsteinen, die Rauchschwaden für jeden sichtbar.

              Jetzt lockt der Sirenengesang der Technik die Gläubigen mit Smartness: smarte Autos, smarte Städte, smarter Haushalt. Die Technik kommt glatt und gefällig daher. Ein kleines Smartphone hier, ein süßer Staubsauger da, darum herum ein bisschen Naturkulisse. Das Ziel bleibt trotzdem dasselbe.

              Wo immer KI als süßer Roboter im Kindchenschema daherkommt oder auf Weltmeister im Go oder im Schach macht, ist das reine Ablenkung. Spielzeug. Die KI verwirklicht sich längst anderswo: im Finanzmarkt. In der Logistik. In den Schaltzentralen der Kraftwerke. In der zunehmenden Überwachung. In jeder Elektronik. Wenn man die Augen aufmacht, sieht man sie schon überall am Werk. KI sieht nicht so aus, dass es irgendwo eine superschlaue Zentrale gibt, auf die man mit dem Finger zeigen kann. Sie hat nicht ein Gesicht, sondern Milliarden Gesichter.

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          • Alois Wohlfahrt sagt

            Ich habe nicht von Gleichsetzung gesprochen, sondern von Parallelen. Und ich habe auch die Zwangskollektivierung nicht verharmlost. Diese hatte gravierende Folgen für die Gesellschaft und den Niedergang des Ostblocks. Deshalb verweise ich auch auf Parallelen dazu. Denn die Technisierung führt zweifellos zu mehr Abhängigkeiten stößt große Konzentrationsprozesse an. Nicht nur in der Landwirtschaft. Es gibt eben nicht nur Gewinner in diesem Prozeß. Natürlich wird in unserer freien Gesellschaft das Idividuum nicht gezwungen. So darf jeder Bauer selbst entscheiden, ob er sich auf einen technologischen und kapitalintensiven Wettbewerb im globalen Markt einlässt.

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            • Brötchen sagt

              China ist auch Ostblock, so einfach ist das nicht.

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      • Paulus sagt

        @Mark, Smart Farming etc. macht die Bauern nicht überflüssig, es treibt sie aber mit großer Wahrscheinlichkeit in Abhängigkeiten denen sie nicht mehr entrinnen können.
        Die Kosten für in Anspruch genommene Dienstleistungen werden günstig via Indien abgerechnet, während das Ertragsrisiko wohl bei denen mit den Gummistiefeln hängen bleibt. Das sind nach meiner Einschätzung, ganz grob die Vorstellungen der Lackschuhabteilungen und im Grunde alles mit dem man sich auseinander zu setzen hat.
        Um das Ganze zu relativieren: Was ist denn mit den Vertragsanbauern z.B. für Iglo oder irgendwelcher Konservenfabriken, den Direktbelieferern des LEH und den so gen. Lohnmästern? Ich bin bei diesem Thema hin- und hergerissen – sehe es allerdings nur aus der Perspektive eines „ganz einfachen“ Angestellten in der Industrie.

        Zum Beitrag des geschätzten Fingerphilosophen noch kurz folgendes: Meine Company bezahlt mich ausschließlich dafür, dass ich bzw. meine Mitarbeiter mit technischen Innovationen aufwarten und wir die hochgesteckten Erwartungen der Heiopeis aus der Finanz, dem Verkauf/Marketing etc. erfüllen. Wenn wir MINT-Fritzen unsere Arbeit einstellen würden wäre es ganz schnell vorbei mit den Companies und dem Wohlstand.
        Das konnte ich selbst den Damen mit den schicken Kostümchen aus dem Controlling verklickern.
        Mit Gender Studies und ähnlichem Schwachsinn ist nun mal kein Geld zu verdienen.
        Ich muss mich jetzt bremsen …

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        • Ja, klar. Wir spielen alle unsere Rolle in dieser Dynamik. Jene, die der Technik am skrupellosesten dienen, die erhalten die größten Belohnungen. Die werden mit Wohlstand, Reichtum und noch mehr Wohlstand zugemüllt. Die werden auch geehrt und mit Preisen überhäuft wie die verehrten Herren Physiker, die die Atombombe erfunden haben. Oder Herr Gates. Oder Herr Zuckerberg.

          Oder nimm die Bauern. Wer wachsen will, muss technologisch immer auf dem neuesten Stand bleiben und sich fleißig im Hamsterrad drehen. Übrig bleiben am Ende diejenigen, die die neuen Technologien am skrupellosesten einsetzen und alles andere dafür opfern. Diejenigen, die Skrupel haben, werden abgestraft. Deshalb bleiben am Ende eben nur die Großen übrig.

          Wenn ein Mensch wirklich nichts anderes will in seinem Leben als bloß Wohlstand, dann ist er gut damit beraten, die Technik anzubeten und ihr zu dienen.

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          • Brötchen sagt

            Muss er NICHT: die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln 😉 Lesetipp Vera Lengsfeld…Stalingrad ist überall

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          • Paulus sagt

            @Marian, Fingerphilosoph,
            ist schon klar, als skrupelloser Techniker werde ich zugemüllt mit Aktienoptionen, einem schicken Dienstwagen mit allem Zipp und Zapp, einer Büroausstattung nach Wunsch und was weiß ich was allem.
            Mein lieber Fingerphilosoph, ich habe ein anspruchsvolles Studium absolviert und ein zweites drangehängt, beide mit exzellentem Abschluss.
            Ich wäre ziemlich bescheuert, hätte ich nicht versucht das Beste daraus zu machen.
            Abgesehen davon wurde ich schon zweimal entlassen. Einmal bin ich zum Arbeitsamt gekrochen und einmal hatte ich wg. Abfindung sogar ein Jahr Berufsverbot. Beide Ereignisse haben mich gestärkt und dementsprechend ist mein Auftritt, vor wem auch immer. Ohne die von dir Geschmähten würdest Du heute mit einer klecksenden Feder vor einem Bogen Briefpapier oder einer mechanischen Schreibmaschine sitzen; nix mit schnellem Internet und Bauer Willi und so.

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            • Ja, klar wärst du bescheuert, wenn du nicht versuchen würdest, das Beste aus was auch immer zu machen. Und was das Beste für dich ist, bestimmst allein du und sonst keiner. Du musst dich nicht rechtfertigen, und schon gar nicht vor mir.

              Ich bin aus einem ehemals gemütlichen Dorf, das seine Gemütlichkeit durch den Fortschritt verloren hat, in ein anderes Dorf gezogen, das technisch nachhinkte, und da war es dann wieder gemütlich, womit ich mit „Gemütlichkeit“ nicht Komfort meine, sondern den Zusammenhalt unter den Leuten. Die Technik holt mich jedoch auch in diesem Dorf wieder ein. Es wird immer perfekter, was die Straßen, die Beleuchtung, die Größe der Häuser, die Versorgung usw. angeht. Man ist immer weniger auf seine Nachbarn angewiesen, dafür umso mehr auf die Technik.

              Diejenigen, die für diese Veränderungen mitverantwortlich sind, bspw. MINT-Leute, kann ich heute nur mit dem Internet erreichen, denn für Briefe ist der Umgang schon zu unpersönlich und zu anonym geworden. Frag bloß mal einen, der dir am Telefon was verkaufen will, nach seinem Namen.
              Das ist dann ein Winden und Ausweichen, dass es eine Pracht ist.

              Deshalb benutze ich das Internet. Weil sonst solche wie du gar nicht mitkriegen würden, dass nicht alle unisono in dieses Mantra vom ach so tollen Fortschritt miteinstimmen. Weil solche sonst gerne glauben, einer wie ich müsste ihnen dankbar sein. Bin ich nicht.

              Ich weiß, dass ich an der technischen Dynamik nichts ändern kann, aber ich will meine Bedenken wenigstens äußern. Sozusagen ein „Stachel“ sein.

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        • Mark sagt

          @ Paulus Ich denke, wir sind nicht weit ausseinander. Mit Bauer überflüssig meine ich den Bauern der noch einigermassen eigenständig über seine Produktionsfaktoren verfügen kann. Vielleicht darf er künftig das Risiko noch tragen, da gebe ich Dir recht. Auch glaube ich, das eine solche Diskussion, wie sie hier statt findet wichtig ist, in der die Euphorie über die Digitalisierung (LW 4.0) auf das durchaus bedenkenswerte, apokalyptische Szenario des Philosophen trifft. Aus der Diskussion über beide Standpunkten müssen Leitplanken für die Digitalisierung der Landwirtschaft entsehen ….

          2+

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Marian, Du bringst es perfekt auf den Grund. Schon der Historiker Dr. Karl Bosl sinnierte 1988 über den „Landmann des ausgehenden 20. Jahrhunderts“:

      Die Technik ist sein Hilfsmittel, aber sie zerstört langfristig seine Lebenswelt!

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      • Inga sagt

        Die Unkrautbeseitungsmaschine
        https://www.youtube.com/watch?v=jBZIYiAZrSE

        Ja,
        das habe ich mir als Kind im 20. Jahrhundert auch gewünscht, hätte es auch erfunden haben können; also muß es jemand erfunden haben!
        Das Rügen hacken und -vereinzeln hat man ja auch durch Erfindungen abgeschafft!
        🙂

        Also hat Dr. Karl Bosl recht, oder?

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    • Mark sagt

      Das passt, Ökopropaganda aus der N…ecke, dort habe ich sie längst schon vermutet.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Deutsche Stimme erscheint seit 1976 im gleichnamigen „Deutsche-Stimme-Verlag“. Im Jahr 1998 betrug die Auflage 8.000 Exemplare, seit 1999 erscheinen 10.000 Exemplare. Seit dem 1. Januar 2006 ist die Zeitung auch an Kiosken und im Bahnhofsbuchhandel erhältlich. Der Verlag und die Zeitschrift hatten bis 1999 ihren Sitz in dem oberbayerischen Dorf Sinning und sind nach einem kurzen Aufenthalt in Stuttgart seit Sommer 2000 im sächsischen Riesa angesiedelt. Chefredakteur der NPD-Zeitung war lange Jahre der sächsische Landtagsabgeordnete Holger Apfel. Seit April 2009 hatte diese Aufgabe Karl Richter inne, Stadtrat für die rechtsextreme Bürgerinitiative Ausländerstopp in München, der im Januar 2014 aus diesem Amt entlassen wurde. Sein Nachfolger ist der DS-Geschäftsführer Peter Schreiber.[2] Der Rücktritt Apfels von diesem Posten stand seinerzeit in engem Zusammenhang mit dem Rückzug der sächsischen NPD-Führungsriege aus dem NPD-Bundesvorstand.
      Der Chef des NPD-Verlages Deutsche Stimme, Jens Pühse, musste sich seit dem 20. Februar 2007 wegen Volksverhetzung und Verbreitung von Propagandamaterial verfassungsfeindlicher Organisationen vor dem Landgericht Dresden verantworten. Die Anklage warf dem damals 35-jährigen NPD-Vorstandsmitglied vor, zwischen 2000 und 2003 CDs mit NS-Propaganda und rechtsextremistischer Musik in Auftrag gegeben und anschließend vertrieben zu haben. Pühse wurde am 7. März 2007 freigesprochen.
      Bei einer Durchsuchung des im sächsischen Riesa ansässigen Verlages waren im März 2003 mehr als 9000 Tonträger beschlagnahmt worden. Die Beamten stellten im Verlagshaus und in drei Wohnungen außerdem umfangreiche Computertechnik sowie schriftliche Unterlagen sicher.
      Die Deutsche Stimme wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet.
      Aus Wikipedia

      2+

    • Mark Rössler sagt

      Als Konsument der Deutschen Stimme sollte man auf die aus dem fernen Ausland stammende Kartoffel verzichten, sie gehört nicht zu Deutschland. 😉

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  3. Hallo Bauer Willi , die Punkte die Sie hier direkt beim Namen nennen , haben Hand und Fuß , den Nagel förmlich auf den Kopf getroffen und ehrlich niedergeschrieben , Dinge wo man nicht immer gern drüber redet . Genau richtig. Denn ich finde das die andere Gesellschaft ( z.B. Ideologen , Lobbyisten , … Politiker ) auch mal an die Realität des Lebens herangeführt werden müssen ! ! Das Problem mit dem Strukturwandel haben wir nicht nur hier in Deutschland sondern auch leider in anderen europäischen Ländern , wie Frankreich , Belgien , Niederlande…. 🙁 u.a. Aus vielen Diskussionen mit anderen Berufskollegen in Europa , wünschen sich LANDWIRTE mehr Mitspracherecht in praktischen Angelegenheiten und eigenständiges Denken . Warum ? Teilweise werden von gewissen politischen Parteien Gesetze verabschiedet und gemacht , die in der Praxis nichts taugen und dem Landwirt und dem Tier viel viel Geld kosten , also nur Nachtteile bringen, und mit dem eigentlichen gut gemeintem Tierwohl nichts zu tun haben. Die Arbeit hat letzendlich immer der Landwirt zu verrichten , und leider muß oftmals der Landwirt dann sogar viel Lehrgeld dafür bezahlen und nicht die Ideologen , Lobbyisten und Politker ( Eigenverantwortung tragen….. 😉 ) Guter Beitrag von Ihnen ! Respekt ! 🙂 Wahre Worte .

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  4. Hans-Günter Felser sagt

    Hier sogar eine Betrachtung über den Zeitraum der nächsten 50 Jahre. Ob die Bevölkerungszahl der Welt so krass ansteigt, weiß niemand. Wohl kann man aber die Szenarien durchspielen, wie es gehen könnte. Eines schonmal vorweg: Es geht wohl nur nachhaltig! Lokale Lösungen haben mehr Zukunft als die Bauer-Willi-Prophezeiung. http://www.ardmediathek.de/tv/Planet-Wissen/Wie-werden-wir-in-Zukunft-satt/WDR-Fernsehen/Video?bcastId=12994052&documentId=35777536

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    • Mark Rössler sagt

      Lokale Lösungen werden durch ihre Ineffizienz in Zukunft noch weiter abnehmen, auch wenn die ARD da von anderem träumt.

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  5. Friedrich sagt

    @Marzellus. Ich frage mich wie man die kargen Standorte wie z.B. Bayr. Wald ,,Schwarzwald, Allgäu usw. offen halten will. Z.Zt. sind die Generation wie Alois und viele andere da , die die Landschaft offen halten. Wenn die starken Jahrgänge (1955 – 1965 geboren) nicht mehr können , wird alles wieder Wald und damit verloren. Die wenigen Hofnachfolger können das nicht mehr leisten und werden aufforsten oder die Almen usw. sich selbst überlassen. Ich glaube das die Politiker in Brüssel und Berlin garnicht wissen , was es heist unter Weltmarktbedingungen und plus einem Brotkrümel an Flächenprämie mit vielen Auflagen zu wirtschaften, sonst hätten die schon lange umgesteuert. Die Exportindustrie hat diese Herrschaften voll im Griff und dem wird alles untergeordnet. Biodiversität, Klimawandel, Insektensterben usw. gilt nur für die Bauern . Alle anderen haben damit nichts zu tun. Hauptsache das BIP und die „Schwarze Null“ stimmt. Land , Landschaft und Kultur ist nur etwas für Träumer.

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  6. Bauer Willi ja, da sind wirklich Bauern – einige wenige Gestrige verirren sich seit ein paar Jahren auch zum dürfitigen(sorry) flashmop von wir machen-euch-satt

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    • bauerhans sagt

      diese wenigen bei „wir-machen-euch-satt“ sind ausnahmslos die,die 90 bis 95% aller bauern vertreten, sind weder „ewig gestrig“ ,noch machen die krawall!

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  7. Ich hoffe dass das „Willi-Szenario“ so nicht eintreten wird. Die „Wachse oder Weiche Politik“ ist eine politisch über Jahrzehnte hinweg geförderte rein ökonomische Logik. In deren Konsequenz liegt das, was Sie als Szenario entwerfen: “ In 15 Jahren werden von den 270.000 landwirtschaftlichen Betrieben vielleicht weitere 100.000 verschwunden sein. … der Strukturwandel wird an Fahrt aufnehmen, weil z.B. die Technisierung von kleinen und mittleren Betrieben kaum noch finanziert werden kann. Das lohnt nur noch bei größeren Einheiten.“

    Einem solchen Szenario sind meiner Ansicht nach allerdings ÖKOLOGISCHE GRENZEN gesetzt, die sich in den Themenkomplexen „Globale Erwärmung“, „Verlust an Biodiversität“, „Insektensterben“ immer unerbittlicher zeigen werden.

    Ich habe Verständnis dafür, dass viele Landwirte den Umstieg auf eine umweltverträglichere Nahrungsmittelproduktion fürchten, weil sie das nicht alleine stemmen können. Das kann aber die Politik.

    55 Milliarden EU-Subventionen sind ein mächtiges agrarpolitisches Instrument. Damit kann man wirklich und schnell mehr Umweltschutz auf den Acker bringen, wenn man das Geld gerechter verteilt. Die 80 Prozent der Höfe mit dem geringsten Einkommen bekommen laut „Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung“ nur 25 Prozent der Direktzahlungen, die zehn Prozent mit dem höchsten Einkommen dagegen 55 Prozent. Großbetriebe profitieren besonders, die kleineren haben das Nachsehen. Der Teufel scheißt halt immer auf den größten Haufen. Das aktuelle, auf Großbetriebe ausgerichtete Subventionsmodell wirkt sich negativ auf Umwelt- und Landschaftsschutz aus, verdrängt bäuerliche Betriebe und gefährdet damit die Stabilisierung Entwicklung des ländlichen Raums.

    Man staunt nicht schlecht, wenn man die Summen sieht, die einer der größten Landbesitzer in Deutschland, die Südzucker-AG für ihren 10.000 Hektar großen Landbesitz an Subventionen einstreicht: 1.820.844,04 €. Ein Bauer Kremer-Schillings, Willi – 41569 Rommerskirchen erhält (2016) dagegen nur exakt 11.026,43 € – das ist der Skandal.

    Was ich nicht verstehe ist, dass der Berufsstand der Bauern nicht gegen diese mörderische Politik des Höfesterbens Seite an Seite mit denen kämpft, die sich für eine nachhaltigere Landwirtschaft einsetzen.

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    • Berthold Lauer sagt

      Landwirte fürchten nicht den Umstieg auf eine andere Produktionsweise, wer davon überzeugt ist, der tut es, wer nicht überzeugt ist, tut es nicht!! Wer wechselt die Konfession, nur weil ihm jemand sagt, die andere sei die Glück-selig-machendere!!
      Über die Ansicht, daß klein = gut für die Umwelt und groß = schlecht braucht man nicht ernsthaft zu diskutieren, im übrigen gibt es auch sehr große Bio-Betriebe (von Industriellen) die gegenüber dem kleinen Biobetrieb ein Vielfaches einstreichen. Und schon jetzt wird ein Ökobetrieb pro ha mit etwa der doppelten Summe gefördert.
      Noch eine Frage zum Schluss: Wo sollen die ganzen Betriebsleiter für die vielen kleinen Betriebe ihrer Vision denn herkommen? Schon heute reicht die Zahl der jährlichen Absolventen rechnerisch nicht für den Erhalt der bestehenden Betriebszahl aus, erst recht nicht, wenn man sich die Zahl derer mit betrieblichem Hintergrund vor Augen führt. Und auch von denen wollen viele in andere Wirtschaftszweige bzw. nicht jeder hat auch Betriebsleiterpotential. Landwirtschaft ist sehr komplex geworden, es genügt schon lange nicht mehr, sehr fleißig zu sein! Also schön weiter träumen!!

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      • ??Wo sollen die ganzen Betriebsleiter für die vielen kleinen Betriebe ihrer Vision denn herkommen?? Wenn man über Jahrzehnte das Wachse oder Weiche Mantra zelebriert, dann darf man sich darüber ja wenig wundern. Auch der Artikel von Bauer Willi tut das ja, weil er ja von weiteren 100.000 Betrieben auf 15 Jahre ausgeht. die verschwinden. Da haben wir doch einen klassischen Fall von „self-fulfilling prophecy“ in Richtung einer Landwirtschaft, die kaum einer will, außer anscheinend den Bauern. Das ist wirklich schwer nachzuvollziehen. Immer wieder lese ich aus den Kommentaren auf diesem Blog dunkelsten Defätismus heraus.

        Und auch der Vorwurf, der Verbraucher sei die treibende Kraft hinter dem Untergang der bäuerlichen Landwirtschaft, weil er vor allem billige Lebensmittel will, ist ja absolut falsch. Eine Emnid Umfrage aus 2014 im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministerium belegt genau das Gegenteil: 88 Prozent der Befragten erwartet, dass die Landwirte im Einklang mit der Natur wirtschaften. Der Preis der Lebensmittel rangiert in der repräsentativen Befragung an letzter Stelle.

        https://imkermagazin.files.wordpress.com/2017/10/snip_erwartungenlandwirtschaft.png?w=590

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        • Bauer Willi sagt

          @Marcellus
          Defätismus bedeutet lt. Wikipedia Mutlosigkeit oder Schwarzseherei. Mutlosigkeit trifft es in gewisser Weise, Schwarzseherei allerdings nicht, sondern es ist eine nüchterne Betrachtung der gegenwärtigen Lage, die ich auch nicht gut finde.

          Es ist auch keine Zelebrierung eines Mantras, sondern die letzten Jahrzehnte haben sehr deutlich gezeigt, dass entgegen aller Willensbekundungen, den bäuerlichen Familienbetrieb zu erhalten, ja sogar zu fördern, sich am Grundprinzip nichts geändert hat.

          Das Dilemma der Landwirte ist meines Erachtens schon die Erwartungshaltung der Bürger einerseits und dem tatsächlichen Kaufverhalten andererseits. Nennt man auch Citizen-Consumer-Gap. So ticken die Menschen eben und deshalb ist das auch nicht als Vorwurf zu verstehen.

          Würden die Menschen, die sich regionale und nachhaltige Lebensmittel wünschen, zum Beispiel alle im Hofladen einkaufen, müssten die doch deutlich im Marktanteil steigen. Tun sie aber nicht. Discounter und Supermärkte erfreuen sich wachsender Beliebtheit und auch die Online-Verkäufe wie Amazon Fresh nehmen zu.

          Doch jetzt zu Ihnen: Bringen Sie bitte Vorschläge, wie man die Begeisterung für die Landwirtschaft (egal ob Bio oder Konventionell) wecken kann, damit es genügend gut ausgebildete junge Menschen gibt, die die Höfe übernehmen wollen und können. Ich habe mich in meinem Buch „SAUEREI“ sehr intensiv auch mit anderen Modellen von Nahrungsmittel-Austausch zwischen Bürger und Erzeuger (SoLaWi und andere) beschäftigt. Auch die Bio-Landwirtschaft nimmt einen breiten Raum ein. Ich habe versucht, wirklich alle Seiten möglichst neutral zu beleuchten.

          Kritik (auch an diesem Blog) ist einfach. Selbst etwas unternehmen, damit es anders wird, sehr mühsam. Ich versuche es seit drei Jahren mit meinen bescheidenen Mitteln. Und jetzt bin ich auf IHRE Antwort gespannt. 🙂
          Bauer Willi

          1+

          • Hans-Günter Felser sagt

            => Bauer Willi. Ich habe selber einen Garten und ernte recht ordentlich, auch aktuell kann ich vitaminreiche Kost dem Garten entnehmen. Für zusätzliches Gemüse und Obst gehe ich / geht meine Frau zumeist in regionalen Höfen kaufen, abeer wir beziehen auch bei Freunden, die z.B. Hühner oder Kaninchen halten und denen wir vertrauen können. Es ist eine Frage der Qualität vs. Quantität. Ich befrage gerade Mitglieder diverser Communities, was „Lebens-Mittel“ für sie bedeutet. Und da kommt viel, viel mehr. Aus der „konventionellen“ Ecke heißt es da ja: Essen soll satt machen, bestenfalls schmecken. Ein massives Fehlurteil! – Schlimm, auch aus Produzentenmund zu hören. Ich kann Ihnen versichern, da hat der Verbraucher aber z.T. ganz andere Ansichten. Der Volksmund sagt „du bist, was du isst“. Ja, und Essen ist bei Weitem nicht nur, einfach satt zu werden. Da haben wir schon ein Problem, warum eine SoLaWi mit Konventionellen nicht klappt. Es fehlt wirklich die Empathie und der Respekt zum Verbraucher. Erst wenn Sie auf Gift verzichten, hinhören und nicht nur lehrmeistern, sondern nachdenken, wie könnte es denn anders gehen, können Sie ernsthaft über Direktvermarktung nachdenken. Das Vertrauen ist aber vielerorts (leider) verspielt worden. Gewinnen Sie es sich zurück! Ohne Tricks.

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            • bauerhans sagt

              „warum eine SoLaWi mit Konventionellen nicht klappt“

              solawi ist kleinstrukturierter anbau,insbesondere von verschiedenen früchten direkt zum verzehr.
              bei obligatorischer mithilfe (hacken,ernten,verteilen) der teilnehmer,brauchts keine konventionellen anbaumethoden.
              die mehrheit der geldgeber bestimmt den anbau.

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            • Hans-Günter Felser sagt

              => Bauer Hans : Das, was Sie beschreiben, ist nicht zwingend das Konzept des SoLaWi. Es ist keine „obligatorische Mithilfe“ in Form von „hacken,ernten,verteilen“ erforderlich. Eine SoLaWi ist ein Zusammenschluss von landwirtschaftlichen Betrieben oder Gärtnereien mit einer Gruppe privater Haushalte. Alles andere dichten Sie sich da rein und begrenzen sich somit selbst. Es geht um eine vertraglich vereinbarte Planungssicherheit für den Erzeuger. Er muss die vereinbarten Standards selbstverständlich einhalten und die Verbraucher garantieren ihm das Jahreseinkommen. Eine faire Sache auf gegenseitiger Vertrauens-Basis! Das Vertrauen muss man sich stets erarbeiten.

              1+

            • Hans-Günter Felser sagt

              => Bauer Willi. Nun denn, hier ein Dialog: Mit Sprüchen wie „Lieber Verbraucher, Du hast keine Ahnung und davon ganz viel!“ ; „Du, lieber Verbraucher, willst doch nur noch eines: billig. Und dann auch noch Ansprüche stellen! “ „Und dann noch was: dir sind Lebensmittel nichts wert.“ Oder „Auch sonst behauptest du viel: dass Du auf Qualität achtest, dir die Inhaltsstoffe auf der Packung jedes Mal durchliest, auf Nachhaltigkeit achtest und überwiegend fair einkaufst. Alles Quatsch: was du liest sind die Wurfzettel vom Discounter: 10 Eier für 1 Euro. Jetzt aber schnell los, bevor die weg sind.“ Damit schaffen Sie sich wirklich nicht die geringste Spur von Vertrauen. Ein Menschenfeind, der Nahrungsmittel herstellt. Also, ich bestelle bei keinem Koch, der mich auch noch beschimpft. – Wie schnell hat der mir in seinem Hass auf mich auf den Teller gespuckt. Da lieber ganz weit Abstand halten! Auf dem Hof eines erklärten Misanthropen mit Giftspritze halte ich mich nicht auf, da kaufe ich keine einzige Möhre. Das müsste doch klar sein.

              1+

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Herr Felser,
              sie sind doch derjenige, der Bauern hasst, der nicht ihrer Ideologie folgt.

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            • Hans-Günter Felser sagt

              => Ehemaliger Landwirt : „Herr Felser,
              sie sind doch derjenige, der Bauern hasst, der nicht ihrer Ideologie folgt.“ Stimmt so nicht. Ich habe Wut über die Verpestung der Landschaft durch Umweltgift und zuviel Gülle (Gülle in Maßen ist noch OK) , aber mir tun diese Täter sogar leid. Was für arme Menschen. Sie haben doch keine Freude und keine Freunde mehr. Nur untereinander bestärken sie sich in ihrem Wahn, der Hörigkeit gegen die Konzerne, denen gegenüber sie sich versklavt haben in ihrer Einfalt. Sie wissen es selber, dass sie Falsches tun, aber tun es dennoch. Ich habe keinen Hass, eher großes Mitleid. Ja, Schade, nicht wahr. Giftspritzer können keine Liebe erwarten, nur Mitleid für ihre arme Seele. Das bekommen Sie.

              2+

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Danke für ihre einfühlsamen Worte,
              mir reicht es, wenn ich von meiner Frau geliebt werde.
              Dass ich jetzt noch zu den Einfältigen gehören soll, überrascht mich sehr. Bei meinen Gesprächen mit Politikern hatte ich nicht das Gefühl, dass die mich als Geistig etwas beschränkt ansehen, Behörden sehen mich lieber von hinten.
              Letzten Monat habe ich am Airport Las Palmas zufällig unseren Landtagsabgeordneten und ehemaligen Landesminister getroffen, er hat noch erkannt und mit mir gesprochen.
              Ihr Mitleid mit mir ist nicht notwendig, dennoch lieb gemeint. 🙂

              3+

          • Also! Zum Thema Citizen Consumer Gap: Ich persönlich brauche mir bezüglich meines Konsumverhaltens nicht wirklich etwas vorzuwerfen. Ich esse saisonal, kaufe vor allem regional, dadurch dass ich etliche Bauern kenne auch in Hofläden oder ganz persönlich direkt beim Erzeuger. Eier kaufe ich für 50 Cent bei einem Demeterbetrieb, Fleisch bei einem Metzger mit Eigener Tierhaltung und reginonalem Schlachtvieheinkauf. Produkte, die weiter als in der EU hergestellt wurden, nicht nur Nahrungsmittel, nicht oder nur in unvermeidbaren Ausnahmefällen.

            Was die Frage im Allgemeinen betrifft, wird es dem Verbraucher ja nicht leicht gemacht, die Herkunft seiner Lebensmittel überhaupt zu erkennen. Das will ich nicht im Detail ausführen, aber im Wesentlichen liegen die Gründe dafür in der Politik. Stichwort Kennzeichnungspflicht.

            Die Politik macht es dem Verbraucher schwer regionale Produkte überhaupt zu erkennen. Und das hat Methode. Honig aus dem Supermarktregal zum Beispiel stammt entweder aus EU-Ländern oder aus Nicht EU-Ländern oder ist ein Gemisch aus beiden. Wie will der Verbraucher sich da entscheiden für ein regionales Produkt, das nicht um die halbe Welt gekarrt wurde. Wenn es Sie interessiert, können Sie ja meinen Blogbeitrag hierzu lesen unter https://imkermagazin.wordpress.com/2016/12/27/alle-jahre-wieder-honig-im-oekotest/ Honigerzeugung hat ja schließlich auch etwas mit Landwirtschaft zu tun.

            In Frankreich zum Beispiel sieht das schon etwas anders aus. Selbst der Supermarktkunde, das weiß ich durch häufige Besuche in Frankreich, kauft vorzugsweise regional oder wenigstens national ein. Entsprechend hat der Handel das dort auch deklariert. Unser Globalisierungsminister Schmidt hat erst vor ein paar Worten in Tim Mälzers Lebensmittelcheck im Interview offen zum Ausdruck gebracht, dass man das hierzulande politisch gar nicht will. Das ist Verrat an den Verbrauchern und an den Erzeugern zugunsten multinationaler Konzerne und eine unglaubliche Entmündigung des Verbrauchers.

            Zum Thema Begeisterung von Junglandwirten: Ich gebe zu, das ist nicht einfach, wenn man sich die unter einer „Weiterso“-Perspektive überlegt. Die Stellschrauben für einen Erhalt zumindest des Status Quo liegen in der Hand der Politik, die sich schon lange nicht an den Erwartungen der Verbraucher und auch der Erzeuger orientiert. Dass das mal wieder anders wird, das können kleine „Meinungsmacher“ im besten Sinne des Wortes wie Sie und ich es als Blogger sind, vielleicht durch Beharrlichkeit erreichen, indem wir jeder auf seine Weise einer weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft entgegentreten, statt sie als unvermeidlich anzusehen. Höfe wie Ihrer, der gemessen an den „Subventionen“, die Sie erhalten, kein wirklich großer zu sein scheint, bergen auch Hoffnungen für eine nachhaltigere Landwirtschaft als im industriellen Maßstab betriebene AgrarAktiengesellschaften, die am Ende noch übrigbleiben werden. Der aufgeklärte Verbraucher steht auf Ihrer und auch auf meiner Seite.

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            • bauerhans sagt

              jeder verbraucher entscheidet frei,was und wo er kauft,auch kann er sich jederzeit informieren,woher die produkte kommen.
              selbst bei den tafeln wird darauf geachtet,dass kein „müll“ verteilt wird.
              es ist aber nunmal so,dass nur sehr wenige bei demeter einkaufen,die meisten kaufen „gut und günstig“.
              natürlich sagen verbraucher in umfragen,sie würden z.b. für „tierwohl“ mehr geld ausgeben,aber alle angebote,die es dazu gegeben hatte,sind mangels nachfrage eingegangen.

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        • Hans-Günter Felser sagt

          => Marzellus – Ich glaube auch nicht, dass die Mehrzahl der „konventionellen“ Bauern glückliche Menschen sind. Diese Betriebsweise ist un-menschlich, un-tierlich und un-umweltlich. Die Natur zu eliminieren und dafür (mit Recht!) geächtet zu werden, macht auch die Täter krank. Daran leidet dann auch die bäuerliche Seele, auch wenn es keiner so recht zugeben möchte. Davon bin ich fest überzeugt. Es gibt sie, die geliebten, die anerkannten und fröhlichen Bauern. Die kommen aber nicht aus dem „konventionellen“ Lager, das ist meine Beobachtung und Überzeugung. Bitte, liebe Bauern, öffnet euch doch den Alternativen!

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Ja es gibt sie die fröhlichen Bauern, die stehen im Hofladen und wollen euch schließlich ihre Waren verkaufen, da muss man ein fröhliches Gesicht zeigen und keiner wir ihnen erzählen, dass der Landen umsatzmäßig nicht den Erwartungen entspricht.

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            • Hans-Günter Felser sagt

              => „Ehemaliger Landwirt“ (mein Fan 😉 ) Wissen Sie, ich weiß es aber ganz genau, dass es „funktioniert“ und zwar schon seit Jahrzehnten. Die authentischen, glaubhaften Bio-Bauern kannst du natürlich suchen. Schlitzohren dagegen haben keine Zukunft. Wenn die sagen, es ist „Bio“ und die kriegen so ein irres Leuchten in die Augen, weil hinter der nächsten Ecke die Bestände von Roundup und Diquat etc. lagern, dann trägt das auch nicht. Halten Sie doch nicht alle Verbraucher für Idioten! Das – und genau das! ist es, was Vertrauen zerstört. Ihre Giftspritze sieht doch jeder Depp, auch im Halbdunkeln oder hinten im Geräteschuppen. Die sehen auch, was Sie auf Ihren Feldern anrichten. Nein, der Konsument ist kein bekloppter Idiot. Er sieht das! Da hilft dann auch keine aufgetragene „Fröhlichkeit“ – außer, Sie sind wieder auf der Suche nach Hirntoten. Also jammern Sie nicht rum, OK?

              2+

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Das sind wieder ihre Unterstellungen, kein konventioneller verkauft seine Lebensmittel als BIO.
              Die BIOs hauen ihre erlaubten Pestizide rein und der Verbraucher ist überzeugt davon, dass alles ungespritzt ist.
              Bin nicht auf der Suche nach Hirntoten, die sind allgegenwärtig.

              6+

            • Hans-Günter Felser sagt

              => Ehemaliger Landwirt : Jetzt hört´s aber auf! Es werden zufällig mehr „Bio“ Eier gelegt, als es Bio-Hühner gibt. Ach so, die legen drei Eier pro Tag. Ich bin sauer auf mich, dass ich nicht die Bauern angezeigt habe, die sich sogar offen und schmunzelnd zu derlei Praktiken bekannt hatten in ihrer grenzenlosen Sicherheit, dass sowas Zukunft hat. Was für eine Klientel! Sie bestreiten, dass es das gibt? -Sie sind Co-abhängig, das ist, was ich dazu sage! Besser hätten Sie still geschwiegen!

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            • Sabine sagt

              Was die Bauern auf den Feldern anrichten, sieht der Verbraucher? Ich glaube nicht, dass er wirklich was sieht. Viele Verbraucher würden arg ins Schwitzen kommen, wenn sie Getreidearten bestimmen sollten. Mais kann man noch unterscheiden, vllt. auch daher das Theater um diese Kultur, weil die kann man vom Rest unterscheiden. Wenn die Leute nicht nur sehen, sondern auch einordnen könnten, was auf den Feldern passiert, würden die im Moment nämlich entsetzt sein. Selbst bei mir hier im bergischen Städte-Dreieck stehen viele Felder unter Wasser. Hier wurden ja schon vor Wochen Bilder aus dem Norden gezeigt, die ich mehr als nur gruselig finde. Auch hätten die meisten Verbraucher arge Probleme die verschiedenen Standards im biologischen Landbau zu benennen. Was da im Einzelnen erlaubt und verboten ist, wissen nur die wenigsten. Die Sache mit den Nischen in der Landwirtschaft ist hier lang und breit diskutiert worden. SoLaWi kenn ich hier nur Projekte vom Landschaftsverband, wo die Arbeitskräfte aus den Patienten von Landeskrankenhaus und betreutem Leben kommen. Diese Betriebe machen ihr Geld, weil sie sehr, sehr viel Geld für die Betreuung von psychisch und körperlich behinderten Menschen bekommen. Das ist nicht schlecht, so haben Menschen sinnvolle Beschäftigung, die sonst ein recht trostloses Leben führen müssten. Der „Bio-Hof“ der LVR ist wirklich schön, wirft aber keine 10.000 Euro im Jahr ab, obwohl Betreuer und Mitarbeiter komplett von den Sozialkassen bezahlt werden und der Absatz gut ist, weil fast alle Angestellten der Klinik die Gemüsetüten zu einem guten Preis abnehmen. In anderen Ländern sieht das anders aus. Japan hat einen hohen Anteil an SoLaWi-ähnlichen Systemen, aber in Japan gibt man für ein gutes Essen auch für Europäer nicht mehr nachvollziehbare Summen aus. Alleine die „Farblehre“ in Sachen Essen, würde hier wohl jeden überfordern. Würden die Leute sich wirklich für Tierwohl interessieren, würden die Leute bei unserem Rassegeflügelzuchtvereinen Schlange stehen, aber das tut niemand. 15 Euro für ein Hähnchen sind dann doch zu viel für’s Hähnchen-Glück. Die meisten Höfe, die hier Direktvermarkten tun das über Vorbestellung und häufig im Nebenerwerb. Gestern Abend war ich um 21 Uhr noch im Supermarkt, weil die Katze – verwöhnt wie sie ist – gerne anderes Futter wollte. Ich wurde mit der Durchsage empfangen, dass jetzt das Pfund Rinder-Hackfleisch für 50 Cent zu haben sei. Besser als wegwerfen, dachte ich, aber ich darf nicht anfangen zu rechnen, was ich für mein Hack bezahle und eigentlich sind 100 Euro für ein 10kg-Paket gemischtes Rind nicht viel und doch, ein Luxus im Vergleich zu dem, was im Supermarkt um die Ecke anbietet. Und vllt. ist der Supermarkt sogar umweltfreundlicher, weil ich fahr echt weit für die Pakete, die ich dann auch noch über lange Zeit auf Eis lege, weil an 10kg futter ich schon ziemlich lang.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              >>=> Ehemaliger Landwirt : Jetzt hört´s aber auf! Es werden zufällig mehr „Bio“ Eier gelegt, als es Bio-Hühner gibt. Ach so, die legen drei Eier pro Tag<<

              Echt?
              Stammen die BIO Eier nicht alle von Betrieben, wo die 10 Hühner auf dem Misthaufen sich wohlfühlen?
              Bis jetzt war ich mir sicher, dass der Herr ALDI alle BIO Eier von solchen Betrieben kauft.

              3+

        • Berthold Lauer sagt

          Also ich sehe mich weder als mutlos noch als schwarseherisch an, ich versuche nur Realismus zu bewahren. Wer aufhört ist kein Opfer und wer bleibt kein Täter!!! Und diejenigen, die heute in Wachstum und/oder Wertschöpfung investieren sollten eigentlich auch keine Defätisten sein, sonst würden sie es nicht tun. Bäuerliche Landwirtschaft geht eben nicht unter, sie wird anders. Ansichtssache halt!! Haben eigentlich Bauern kein Recht, ein eigenes Bild ihrer Landwirtschaft zu haben?? Sie bringen ihren Besitz, ihr Kapital, ihr Know How und ihre Arbeitskraft ein und sollen das verklärte Bild anderer realisieren????
          Zum Thema Umfrage: Aus meiner Sicht und sicher auch aus Sicht vieler Kollegen werden diese Erwartungen doch erfüllt. Aber das ist natürlich auch Ansichtssache. Dass der Preis an letzter Stelle steht, kann man täglich an den Regalen der Discounter beobachten, das gilt übrigens für die neue Bio-kundschaft genauso. Das soll aber keinesfalls ein Vorwurf sein, nur eine nüchterne Feststellung mit der sich viele ja auch anrangiert haben.

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        • Josef Wallner sagt

          genau diese 88 % haben keinerlei Fachkenntnisse über Landwirtschaft, wollen aber bestimmen wie der Landwirt zu wirtschaften hat und kaufen dann bei Aldi und Konsorten ein

          0

    • Hans-Günter Felser sagt

      Bravo, Marzellus! Ich bin ohnehin dafür, dass man lieber die Subventionen entweder ganz streicht oder aber für Naturschutz-Vorgaben wie „Anzahl Feldhühner, etc./Hektar“ oder „Prozentualer Anteil Fläche der Saumbiotope“ vergeben sollte. Was zur Zeit läuft, geht nicht mehr lange gut – Förderung der Agrarindustrie-Riesenbetriebe. Widerstand formiert sich in der gesamten Bevölkerung. Ich bin dafür, die wirklich willigen Landwirte gegen eine irrsinnige Politik zu unterstützen!

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        • Hans-Günter Felser sagt

          Die Subventionen sind aus meiner Sicht größtenteils falsch eingesetzt, so auch in der Landwirtschaft. Mittels der Verteilertöpfe könnte man sehr viel Gutes bewirken. Leider bekommen es die Falschen. Falsche Ziele, falsche Botschaften. Gerne sollen Landwirte Subventionen bekommen. Aber nicht dafür, dass sie ihre Höfe noch mehr vergrößern, noch mehr Tiere auf einen Platz kumulieren, am Bedarf vorbei „produzieren“, die Natur terminieren. Dafür sollte keine Cent fließen. Für SoLaWi, Biohöfe, Schutz- und Blühstreifen, Arterhaltungsmaßnahmen, Humusaufbau, etc. dafür um so mehr. ———————Ich bin kein Hasser der Landwirtschaft. Kommen Sie doch mal von dem Trip runter, verehrter „Ehemaliger Landwirt“. Begraben Sie doch endlich das Kriegsbeil, so schwer es auch fällt!

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Ich habe kein Kriegsbeil ausgegraben, das machen doch sie.
            Das mit den Subventionen, das sollten sie der EU und der Bundesregierung vortragen, vielleicht werden sie erhört, mit ihren Rundumschlägen in diesem Forum werden sie keinen Erfolg haben.

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            • Hans-Günter Felser sagt

              => Ehemaliger Landwirt – Also, ich habe noch keine Subventionen eingestrichen… Die Restriktionen waren mir immer zu unattraktiv, denn meine Unabhängigkeit ist mir teurer.

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            • Hans-Günter Felser sagt

              => Ehemaliger Landwirt: Es kann doch jeder selber entscheiden, ob er frei bleibt oder ob er sich für ein paar Zuschüsse prostituiert! Wer hat denn die Subventionen bekommen – Sie oder der Verbraucher, den Sie deshalb so verdammen? – Kommen Sie doch mal mit sich selber klar!

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Wie kommen sie auf die Idee,
              ich hätte Subventionen genommen?
              Ich habe auf die paar Kröten verzichtet,
              dass mich solchen Typen wie sie mir nicht an das Hosenbein pinkeln können.
              Als Verbraucher, auch ich bin ein Verbraucher, da profitiere ich von den Subventionen, wie sie auch, das macht die Lebensmittel billiger.
              Schimpfen tut man die Landwirte, das kommt in manchen Kreisen gut an, besonders bei denen, die in ihrem Leben nichts auf die Reihe brachten.

              6+

      • bauerhans sagt

        „Halten Sie doch nicht alle Verbraucher für Idioten!“

        absolut nicht,aber der deutsche verbraucher kauft mehrheitlich „gut und günstig“ ,was in jeder statistik nachzulesen ist.
        er hat die wahl,auch anders einzukaufen.

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  8. Matthias Rackwitz Wie, da sind auch Bauern auf der Demo? Die Alimentierung dient nur dazu, das Essen billig zu halten. Von daher profitiert der Verbraucher am meisten davon.

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    • Hans-Günter Felser sagt

      => Bauer Willi: Der Bauer liefert an den (mehrfachen) Zwischenhandel – somit ist doch schon der Kontakt zum Konsumenten abgebrochen. Dann auf den bösen „Verbraucher“ zu wettern, ist doch billig. Sie sind zu intelligent, um diese These wirklich aufrecht erhalten zu wollen! Wer ist Ihr Feind? Der, der auf dem Weg zwischen Ihnen und dem Konsumenten unanständig profitiert oder der Konsument, der das bekommt, was ihm angeboten wird? Inklusive der widerlichen NESTLÈ Produkte, die zudem von einem menschenverachtenden Dreckskonzern manipuliert werden. Und ja, ich zähle Sie zu den Menschen, die von solchen Konzernen ver-achtet werden. Lassen Sie uns doch gegen diese Hyänen zusammen halten!

      3+

  9. Friedrich sagt

    Mit dem Höfesterben und der Vergrößerung der Betriebe ist noch lange nicht unterschrieben , daß es den Höfen besser geht. Bei mir in der Nachbarschaft ist gerade ein über 400 ha-Betrieb mit hohem Pachtanteil zu Boden gegangen. Auch in Dänemark ist der größte Betrieb mit 1000 ha und 1000 Kühen in die Pleite gegangen. Der hatte 27 Mill. Euro
    Verbindlichkeiten und einen Schätzwert von rd. 19 Mill. Euro. Auch der Unternehmer des Jahres, ein Landwirt, ist dort jetzt in die Pleite gegangen. Es sind die Betriebe , die schnell über Verbindlichkeiten gewachsen sind , die in die Pleite gehen. Wenn das alles zukunftsträchtig sein soll , dann ist das nicht mehr meine Welt. In diesen Zeiten ist es wichtig , daß Vermögen zu erhalten und nicht mit zu großen Wachstumsschritten aufs Spiel zu setzen. Wachstum mit Fremdarbeitskräften ist eh noch risikoreicher und sollte immer mit höherem Eigenkapitalanteil durchgeführt werden. Der Markt und die Politik sind einfach für die Landwirtschaft zu unkalkulierbar. Gebäudeinvestitionen werden auf mind. 20 Jahre gerechnet. Bei diesen Rahmenbedingungen kaum verantwortbar. Wir Bauern denken in Generationen und weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen , hören ja auch soviel Betriebe auf. Wenn z. B. Wachstumsmilchviehbetriebe mit 50 ct/ltr. Milchmenge an Fremdkapital rechnen , ist das schon gefährlich.

    7+

  10. Paulus sagt

    Bauer Willis Worte wirken nicht gerade euphorisierend sind aber wohl wahr. Am ersten Werktag eines neuen Jahres hätte es vielleicht auch eine etwas leichtere Kost getan. 🙂

    Wenn ich meine unmaßgebliche Meinung als Außenstehender dazu äußern darf:
    All das was sich hinter Smart Farming, Precision Planting usw. verbirgt wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Realität, und zwar in Vollendung.
    Da können sich noch so viele dagegen stemmen. Es wäre das erste Mal in der Geschichte, dass sich technischer bzw. naturwissenschaftlicher Fortschritt oder Sachverstand, bei gleichzeitig massiven Wirtschaftsinteressen nicht durchsetzt.
    Was bei Dow Chemical/DuPont und ChemChina/Syngenta möglich war wird auch bei Bayer/Monsanto möglich. Ob man nun Teile des Geschäfts der BASF oder wem auch immer überlässt ändert nichts an der Tatsache, dass bestimmte Produkte, Verfahren und vor allem Zielvorstellungen in der Welt sind.
    Wenn ich den einschlägigen Nachrichten aus dem Ingenieurbereich Glauben schenken darf, gibt es vielfältige Kooperationen zwischen Agrarchemie, Landmaschinenherstellern und IT, bis hin zu Google. Auch wenn in den USA ein Deal zwischen Monsanto und John Deere gestoppt wurde ist das Thema nicht aus der Welt. Neue Keimzellen mit einer starken Lobby entstehen überall, man denke nur an die Verbindung zwischen Bayer Digital Farming und Claas. Wenn ich das richtig interpretiere geht es darum Komplettlösungen, sozusagen als (euphemistisch) Serviceleistungen anzubieten, bei denen das Zusammenfügen aller relevanten Daten eines der entscheidenden Kriterien für den Erfolg ist. Maschinen, Saatgut, PSM, Gülle oder andere Düngemittel, etc. stehen dann minutengenau und in exakten Mengen zur Verfügung und werden den Anforderungen entsprechend dosiert ohne dass der Landwirt Einfluss nehmen kann. Damit verschiebt sich die eigentliche Wertschöpfung weitgehend auf die Systemanbieter und das betrachte ich eher als dramatisch.
    Ich habe mein gesamtes Berufsleben bis heute in der mittelständigen Wirtschaft und in der Industrie verbracht und derart viele gravierende Veränderungen erlebt, dass ich nicht glauben kann, dass es in der LW anders sein soll. Das muss sich nicht unbedingt negativ auswirken und so gen. Kollateralschäden wurden schon immer billigend in Kauf genommen. Wer die bäuerliche LW, deren Definition ich nicht kenne, konservieren will, wird sich wahrscheinlich in einer Nische einrichten müssen. Ich lasse mich aber gerne von den Fachleuten der bäuerlichen Zunft (z.B. der AbL) belehren.

    5+

    • Bauer Willi sagt

      @Paulus
      ich hätte Dir auch was normales wünschen können. Aber ich wollte mal anders sein. Ein Mal! Und ja, Landwirtschaft ist irgendwie doch nicht anders. Und dann doch wieder…
      Bauer Willi

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    • Inga sagt

      Nehmen die Kooperationen von Agrarchemie, Landmaschinenherstellern und IT Rücksicht auf Natur und Mensch, auf die Ökologie und Soziales?

      Da muß man ansetzen.

      Ich weiß noch, als so eine Weltfirma uns Bauern aufdrücken wollte, dass wir nur ihre Produkte kauften ihre Eintagsküken und Ferkel zur Mast und Haltung aufzwingen wollte, und auch wieder fertig gemästet oder die Eier an dies Firma abliefern sollten. Sie wollte auch unser Land und Stall kaufen, dann hätten wir weniger Sorgen und wären Angestellt auf dem eigenen Hof, also auch kein eigener Herr mehr.

      Sie hätte auch die Vermarktung aller landw. Produkte übernommen.

      Mir fällt gerade in, mit den Höfen in der ehemaligen DDR konnte man das ja leicht machen, denn die warne ja schon in der LBG:
      Aber mit den Westdeutschen doch nicht.

      Was hatte die westdeutsche Landwirtschaft im Kapitalismus für einen Vorteil?

      (Obwohl weniger Feierabend und die Mithilfe der ganzen Familie im Betrieb. Frauen und Kinder für umsonst. Deswegen auch weniger Besuch kultureller Veranstaltungen. Man konnte es sich nicht leisten ein Fachidiot zu sein).

      Sie erwirtschafteten mehr vom ha.
      Sie wirtschafteten schonender und individuellere, also konnte auch auf die Natur und Umwelt mehr Rücksicht genommen werden.

      Also war es für unserer Struktur besser, dass wir uns vom Sozialismus noch nicht überrollen ließen.

      Und was ist nun für die ganze Struktur der Umwelt und Soziologie nun der Unterschied zwischen dem Sozialismus und das Abhängigmachen von so einer Weltfirma?

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  11. Elke sagt

    Das ist eben Globalisierung!…….und von den Politikern der „großen“ Parteien so gewünscht. Man muss nur genau zuhören.
    Die Grenzen sollen deswegen weit auf sein, damit die Marktwirtschaft ungehindert funktionieren kann. Dabei bleiben nun mal die kleinen Betriebe in jedem Land auf der Strecke. Nicht nur in der Landwirtschaft übrigens – meinen Betrieb/Arbeitsplatz gibts schon lang nicht mehr.

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  12. Von der einen oder anderen Nische oder individuellen Lösung à la Alois mal abgesehen, wird es wahrscheinlich schon so kommen, wie in dem Artikel beschrieben.

    Die Menschheit bewegt sich derzeit vom militärisch-industriellen auf den industriell-digitalen Komplex zu. Das bedeutet natürlich industrielle Landwirtschaft und industrielle Nahrungsmittelverarbeitung. Was kann die bäuerliche Kultur dieser Dynamik entgegensetzen? Nichts, was eine Trendwende bedeuten könnte.

    Nicht erwähnt im Artikel wurde Kunstfleisch. Ich glaube, wenn das erst mal auf den Markt kommt, geschmacklich halbwegs passabel und billig ist, wird es sich durchsetzen.

    In vielen spirituellen Richtungen spielt Vegetarismus eine bedeutende Rolle. In der Vergangenheit wurden spirituelle Ziele, die eigentlich auf die Veränderung des Menschen abzielen, immer nur auf technischem Weg verwirklicht. Gottgleichheit ist eindeutig der Technik geschuldet. Frieden ist ein Ziel, das letztendlich durch die Atombombe erzwungen wird. Die Einheit der Menschen bzw. das globale Dorf entsteht, weil sich überall auf der Welt dieselbe technische Infrastruktur wie Facebook verbreitet. Wir imaginieren uns als Wesen des Lichts, deshalb beleuchten wir nachts wie die Irren die Städte. Die „Braut Christi“ ist eine Stadt, deren Beschreibung an die modernen Finanzzentren erinnert. Für Fortschritte in Sachen Unsterblichkeit werden Nobelpreise verliehen.

    Es gilt, kurzfristige Trends von langfristigen Entwicklungen zu unterscheiden. Die Welt 4.0. ist kein kurzfristiger Trend. Von dieser Welt träumt die Menschheit schon sehr lange.

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  13. Danke! Auch für die tollen ergänzenden sachlichen Kommentare. Um diesen Wachstums- und Effizienzwahn auf Kosten von Menschenwürde und Mitfeld auf ein gesundes Maß zu bekommen, braucht es eine völlig neue Solidarität und entsprechende neue Unternehmensstrukturen zwischen Landwirten untereinander, dem vor- und nachgelagerten Bereich, Verpächtern, Komunen und den Verbrauchern. Beispiele und Ansätze bilden z.B Netzwerke wie die Regionalwert AG oder Regiomärkte. Dicke geldliche Gewinne lassen sich damit kaum erzielen unter den aktuellen gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedngungen. Gewinne für die Region nichtgeldlicher Art imens. Allein der Bereich lokale/ regionale Nahrungsmittelsouverenität oder Wertschöpfung ist ein kaum beachtetes Thema. Das wird spätestens dann akkut, wenn der Ölpreis hoch schnellt. Hoffentlich erfolgt dies, bevor wichtige Stukturen vollständig weg gebrochen sein werden. Auch die notwendigen Anpassungen an den Klimawandel werden wohl eher in kleineren aber vielfältigen Strukturen bewältigt werden können.

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  14. Hallo Bauer Willi auch dir alles gute für das neue Jahr! Danke für den guten Text der zum nachdenken anregt und schon viel Realität enthält und leider nur wenig Zukunft!
    Eine Anmerkung habe ich allerdings: nicht nur der biologische Gemischtbetrieb mit Direktvermarktung, sondern jeder Betrieb kann in die Arbeitsfälle führen unabhängig von der Produktionsausrichtung. Und als Gegenbeispiel: Bioland hat 2015 den Mensch in den Vordergrund gestellt, weil wir eben neben der Arbeit in den Betrieben Zeit zum Leben haben wollen und müssen, egal ob für die Familie, den Urlaub oder eben für die Demos. Viele Grüße Biobauer Christian

    1+

    • Doch Christian Krupp der Text hat eine Zukunft. Halt nur nicht die, die sich viele vorstellen oder wünschen. Realitätsverweigerung nennt man das. Bin auch in Berlin. Vielleicht sehen wir uns am Brandenburger Tor???

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    • Du triffst auf viele meiner Kollegen, gerne würde ich kommen, aber der Meisterkurs mit zwei Wochen Block-Seminar nimmt mir leider die Gelegenheit zu kommen. Wenn schon zwei Wochen im Januar der Betrieb zurück stehen muss, bleibt dann leider doch keine Zeit mehr für Demos. Aber wenn du in deinem Kalender im Februar noch Zeit findest, empfehle ich dir die Biofach dort findest du mich Freitag und Samstag 😉 und 2019 treffen wir uns am Brandenburg Tor!

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    • Und mit „wenig Zukunft“ meinte ich, dass der Weg den du Zeichnest schon ziemlich weit fortgeschritten ist. Ich wollte damit den Text nicht anzweifeln.

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  15. Friedrich sagt

    Die EU rühmt sich für den liberalisiertesten Markt weltweit. Das gilt natürlich auch für die Landwirtschaft. Die RABO-Bank hat ausgerechnet , daß von den jetzt 280.000 Bauernhöfen in 20 Jahren nur noch 100 – 120.000 da sein werden. Also jedes Jahr rd. 3% oder 8000 weniger. Das wird Spuren hinterlassen . In M-P waren vor der Wende mehr als 80 Leute/km2, heute rd. 40 und in 20 Jahren keine 30 Leute/km2 . Da brechen dann die Strukturen in Kultur, Supermarkte, mediz.Versorgung, Schulen, Internet usw. zusammen. So wird es überall in strukturschwachen Gebieten gehen. Die Politik ist städtisch ausgerichtet. Das Land wird nicht gesehen. Wie sagte ein ehem. Nachrichtensprecher bei Maischberger : Die Berliner Politiker haben den Kontakt zu den einfachen Leuten nicht mehr und regieren aus einer Glaskugel. Auch die Abgeordneten aus den Wahlkreisen , die die Probleme sehen müßten , denken nur an ihren eigenen Vorteil. Selbst Sozialpolitiker schicken ihre eigenen Kinder in Privatschulen , wegen dem hohen Ausländeranteil. – Wie wollen wir mit so einer Politik die Bauernkinder zur Landwirtschaft motivieren. Seit 50 Jahren gibt es diesen gnadenlosen Preisdruck in der Landwirtschaft. Die Bauern rationalisieren , steigern die Effizienz und arbeiten erheblich mehr als normal und nach einem Jahr ist man nicht weiter als vorher. Nahezu alle Bauern haben eine sehr gute Ausbildung , besser als die Handwerksbetriebe und trotzdem sterben jedes Jahr soviel Höfe. Für mich stimmen die Rahmenbedingungen schon lange nicht mehr. Die Flächenprämien werden durch überzogene Vorschriften schon lange aufgezehrt. Wir sollten den Reset-Knopf auf das Jahr 2000 drücken und alle Gesetze und Prämien streichen . — Ich habe das Vertrauen in die Politik spätestens in den letzten Monaten verloren. Eine Politik die sich mit kriminellen Industrien (Auto) verbündet und sich von denen vorführen läßt zum Nachteil der Dieselautofahrer, gehört nicht nach Berlin. Wie sagten vor langer Zeit die 68 er : Neue Leute braucht das Land ! Leider haben uns die 68er kein gutes Land hinterlassen , sondern haben sich zu Lasten der einfachen Leute stark bereichert (Rente mit 50/58 Jahren, Rente ohne Abzüge, viele Verwaltungsstellen, Beamtenpension 67% usw.). So wie das z.Zt. läuft „Schafft sich Deutschland ab“. Da hilft auch die brummende Wirtschaft nicht. Die polit. Weichenstellungen sind einfach falsch.

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  16. Guter Bericht! Aber mal ne kleine frage: Wie groß ist ein kleiner Betrieb??? Bei mir am Niederrhein ist man mit 110 kühen schon fast ein kleiner Betrieb, weil um uns herum Betriebe mit 200,300,450, 750 und 1000 Kühen sind. In anderen Regionen sind 100 Kühe schon viel.

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    • Ja klar. Unser Betrieb wird auch weiter existieren. Aber anders als gedacht. Mit bäuerlichem Familienbetrieb hat das dann auch wenig zu tun. Und was soll das überhaupt? Als wenn der besser wäre als andere Formen der Landwirtschaft….

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Der Artikel in der WAZ ist schlicht und einfach nichtssagend, die Größe des Betriebes ist nicht genannt, einzig die Pferdepension, das war sicher eine kluge Entscheidung.
      Der Altbauer mit 72 Jahren, arbeitet noch über 2.000 Stunden im Jahr im Betrieb, mehr als jeder Arbeitnehmer.
      Wenn ich mir die Diskussionen über Rentner die noch was zuverdienen ansehe, andererseits interessiert sich kein Mensch für die Altbauern und deren Frauen die im Betrieb mitarbeiten, dass der Betrieb noch erhalten werden kann.
      Anpassung ist auch in der Landwirtschaft völlig normal, meine Söhne haben das auch begriffen. deshalb brauch ich nicht in einem Betrieb mitarbeiten, bis ich auf dem Acker tot umfalle.

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  17. Der „Stillstand der Erzeugerpreise“ ist das Resultat der weltweiten Ertragssteigerungen, ausgelöst durch technische, organisatorische und strukturelle Entwicklungen. Kompensation des „Erzeugerpreisstillstands“ sind genau diese Fortschritte.

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  18. Alfons Balmann, die Förderung durch die EU sind Ausgleichszahlungen, die auch nichts ansatzweise den Stillstand der Erzeugerpreise seit mehr als 50 Jahren kompensieren. Die Erzeugerpreise für Milch, Fleisch , Eier , Getreide und Kartoffeln sind heute noch auf dem Niveau der 60iger Jahre.

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  19. Langsam müsste auch der Letzte erkennen, daß Wachstum und Wirtschaftswunder an ihren Grenzen angekommen sind. Es stimmt auch nicht, daß die EU-Förderung eine Anerkennung der durch die Landwirtschaft erbrachten Leistungen darstellt. Der größte Teil wird als Flächenförderung gegeben, unabhängig davon, ob mehr oder weniger Leistungen erbracht werden, als Belohnung für Grundbesitz.

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    • Inga sagt

      für diese Flächenförderung kauft man sich dann Maschinen, damit man den Grundbesitz nach Vorschrift pflegen kann.

      Das kommt der Ökologie in der entsprechenden Landschaft und der Volkswirtschaft zu Gute.

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  20. Deshalb kann ich nicht verstehen, dass die Bauernverbände diese Entwicklung unterstützen. Irgendwer wählt doch diese Funktionäre und Politiker?

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    • Der Bauernverband finanziert sich nur zur Hälfte aus Beiträgen der Bauern. Der Rest kommt aus der Wirtschaft. Wen wundert es, daß daraus auch Interessenskonflikte entstehen ?

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    • Josef Schmid Und dieser Verein steht hin und verkündet: Die Lage und die Einkommen der Landwirtschaft hätten sich verbessert ? Von was träumt eigendlich dieser Rukwied in der Nacht ? Ja, sie hat sich verbessert ! Zwei mal, einmal fast und einmal nicht !

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    • Glücklicher Weise gibt es ja inzwischen auch alternative Verbandsbildungen wie z.
      B. die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (ABL) oder Initiativen wie das Netzwerk „Solidarische Landwirtschaft“. Die Bauernverbände sollten sich dringend ihrer Zielsetzungen besinnen und mutig, gründlich reformieren.

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    • Dörte Schneidewind Wie viele SoLaWi-Betriebe gibt es in Deutschland. Meine letzte Zahl war 120…Ich finde die Idee trotzdem gut. Nur das weder die Bauern noch die Konsumenten den Hintern dafür hochbekommen. Beim Aldi ist es halt bequemer…

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  21. Das problem der betriebsnachfolge hat man überall. Man sollte den nachfolgern aus der familie halt nicht nur die arbeit u die probleme zeigen sondern auch die guten seiten. Dinge die für selbstverständlich gelten weil sie halt da sind. Wohnraum, transportmittel, werkzeug z.b. dann ist die frage was die alternative ist. Was macht das kind für ne Ausbildung u wie ist das zukünfige einkommen. Nicht jeder wird topmanger mit 10000euro monatlich. Dann die frage was ist heute noch sicher in Industrie u wirtschaft? Schaut euch mal um wieviele unternehmen verkauft verlagert oder ungestellt werden. Will man da dazwischen sein? Ich bin handwerksmeister jetzt in der 2. Generation. Mein Sohn jetzt 20 geht grad in die meisterschule. Ich habe im leben noch keine bewerbung geschrieben. Wurde noch nie gekündigt. Hatte noch nie stress mit einem Vorgesetzten. Und hab schon immer mehr verdient als ich als angestellter in meinem beruf verdient hätte. Plus die ganzen Annehmlichkeiten drum rum die halt da sind u nicht mit euros zu beziffern sind. So habe ich das meinem sohn vermittelt u er hat es verstanden.

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    • Das vermitteln der Annehmlichkeiten ist aber in der Landwirtschaft bei dem Gegenwind aus den Medien nicht ganz einfach. Da müssten viele drin geschult werden.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Verdienstmöglichkeiten als Selbstständiger im Handwerk sind halt anders, als in den meisten landwirtschaftlichen Betrieben.
      Wenn man dann noch sieht, wie Bauern übelst beschimpft werden, nur weil sie die Landwirtschaft so betreiben, wie es sich die Bevölkerung jahrzehntelang gewünscht hat, braucht sich nicht wundern, wenn der vorgesehene Hofnachfolger mit wehenden Fahnen den Hof verlässt.

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  22. Berthold Lauer sagt

    Treffend beschrieben, da braucht man noch nicht mal eine Glaskugel dazu. Ich könnte meinen Kommentar vom Zauberwald direkt nochmal hierherkopieren. Diese Entwicklung läuft schon seit Jahrzehnten mit unterschiedlicher Intensität in den einzelnen Regionen. Ist nur nicht so aufgefallen, es blieben immer noch Betriebe vor Ort übrig. Mittlerweile gibt es aber in manchen Dörfern gar niemand mehr, höchstens noch Pferdeleute. Bedauert wird das dann meist von den selben Menschen, die das Verschwinden von „Tante Emma“ oder dem Klempner oder dem Metzger und dem Bäcker vor Ort zwar anprangern, aber selbst nie dort gekauft haben, weil’s im Supermarkt oder beim Discounter viel frischer, vielfältiger oder günstiger war. An eine Umkehrbarkeit, von Einzelfällen abgesehen, mag ich nicht glauben. Diese Entwicklung ist in meinen Augen aber auch kein Weltuntergang. Man muss sie nur realistisch einschätzen und seinen eigenen Weg darin finden.

    1+

  23. Jochen Böhrer sagt

    „Mit Traktor bei Umzug helfen“.. ein schönes Beispiel für Imagepflege, die durch Gesetze zur Straftat wird.

    1+

    • Inga sagt

      Moment?
      Wozu braucht die Landwirtschaft Image?

      Das ist historisch gewachsen, das die, die Fuhrwerke hatten früher ehrenamtlich im Festzug mitmachten und den Vereinen ihr Fuhrwerk dafür zur Verfügung stellten.
      Alles Historisch gewachsen.
      Das war bis heute in ungeschriebenes Gesetz.

      Das war ein gesundes Zusammenleben im Dorf oder Stadt, da wo jeder jeden kennt und wo es auch soziale Kontrolle gab.

      Natürlich war es auch die Pflicht der Fuhrwerkbesitzer diese in ihrer Freizeit zu reinigen, damit sie im Festzug sauber aussahen, wenn sie diese dann unentgeltlich im Festzug gefahren sind.

      Ja,
      die Brauereien machen das heute noch aus Imagepflege, und setzen die Ausgaben von den Steuern ab.

      Bei den Bauern haben die Traktoren die Pferde ersetzt.
      Und an den Frontlader kann man gut das Mottoschild hängen.

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  24. Ich verfolge diese Diskussion als teilweise aussenstehender schon lange Zeit. Es wird nun schon länger über Landwirtschaft 4.0 gesprochen, dabei haben wir auf der anderen Seite noch lange nicht „Verbraucher 2.0“ erreicht. Hier werden bei diversen Umfragen immer wieder Lippenbekenntnisse abgegeben, denen kaum Taten folgen. Die Idylle der Bäuerlichen Familienbetriebe lässt sich mit solchen Einstellungen sicherlich nicht erhalten obwohl das in fast allen Richtungen wünschenswert wäre . Genau aus diesem Grund bin ich (71, gelernter und studierter Landwirt ohne eigenen Betrieb ) seit über 4 Jahren bei der Südtiroler Bergbauernhilfe (www.bergbauernhilfe.it) als Ernte – und Notfallhelfer meist 2-3 Monate im Jahr im Einsatz. Gehe dieses Jahr zum 2. Mal eine Saison auf eine Alm in Südtirol und versuche in meiner restlichen Freizeit bei kleinen organisierten Wanderungen im Allgäu diese Idee weiterzutragen. Was für mich wünschenswert wäre, solche Initiativen von den Bauernverbänden aufzunehmen und in einer ähnlichen Art wie in Südtirol anzubieten. Dort werden Interessierten Einsätze von mindestens 1 Woche vermittelt, bei denen sie in das Leben auf dem Hof integriert werden und nach dem individuellen Vermögen bei allen anfallenden Arbeiten mithelfen. Bei meinen Gesprächen mit verschiedensten Menschen habe ich das Gefühl, dass dafür Interesse vorhanden zu sein scheint. Bei diversen Treffen sowohl mit Gleichgesinnten als auch mit überzeugten „Ersttätern“ habe ich fast ausschließlich positives Feedback erhalten.

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  25. bauerhans sagt

    STEFAN DÜRR,der vorzeigebauer in russland,hat mehrere milchviehbetriebe mit jeweils 2800 kühen aufgebaut.
    er bekommt dafür hilfe vom staat,der so den handelsboykott des westens abmildert.
    arbeitskräfte gibts da mehr als genug,weils keine industrie gibt.

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  26. Ich finde Du hast den Nagel auf dem Kopf getroffen, Bauer Willi. Die Verlagerung der Tierhaltung ins Ausland ist im Bereich Legehennen doch schon im vollem Gang. Die Eier kommen nun immer noch aus den selben! Käfigen die hier vor Jahren verboten und abgebaut wurden!

    3+

    • Inga sagt

      Damit sagst du ja, dass der Verbraucher unmündig ist und sich alles bieten lassen muß!

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  27. nicht nur die extrem hohe öffentliche Alimentierung ist Ausdruck einer Würdigung, z.B. ist es auch die sich jährlich wiederholenden Wir haben es satt Demo in Berlin , wo sich zehntausende Bauern und Konsumenten aus dem gesamten Bundesgebiet eindrucksvoll bei den Giftspritzern und Massentierhaltern bedanken und dies zusätzlich zu den Milliarden, die in diesem Sumpf versickern – die Zahlung sind ohnehin ungerecht verteilt- Spanien beispielsweise bekommt weniger obwohl noch immer nur ein Bruchteil des Landes unter Plastikfolie vergraben ist und mit schlimmsten Witterungsunbilden zu kämpfen und und z.T. nur noch durch den Einsatz von Tagelöhner-Sklaven aus Afrika günstige Preise für europäische Verbraucher sichergestellt werden können

    1+

    • bauerhans sagt

      „wo sich zehntausende Bauern und Konsumenten aus dem gesamten Bundesgebiet eindrucksvoll bei den Giftspritzern und Massentierhaltern bedanken“

      bitte nicht so übertreiben,das ist nur ein kleiner bunter haufen.
      ansonsten empfehle ich RÜBENHACKEN und DISTELSTECHEN,das bringt LÄUTERUNG.

      3+

    • Inga sagt

      ach, sind wir Verbraucher unsozial, wir nutzen Sklaven aus!

      Kinderarbeit, schon lange in der Landwirtschaft wird ja schon lange auf die gleiche Weise ausgenutzt!

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  28. Leider nicht nur ein Blick in die Zukunft sondern schon gelebte Realität. Das erkennen aber nur die die auch vor Ort leben und sich damit befassen. Und das sind nicht mehr viele. Können wir die Richtung umkehren?

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  29. Toll geschrieben, würde sich nur jeder diese Worte zu Herzen nehmen, dann könnten sich doch evtl noch etwas ändern… wir warten aber auch nicht, und hoffen, das wir es in den nächsten 10 Jahren schaffen, alles so zu festigen und aufzustellen, das evtl einer unserer Buben, es doch versuchen möchte… dann würde auf dem Westerwald, eine jüngere Generation von wenigstens einer Familie nicht in die Stadt abwandern … 😉

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  30. Alfons Balmann sagt

    Meinen Glückwunsch zu dieser ehrlichen und fundierten Analyse. Ich stimme fast allen Punkten zu. Zwei Punkte fehlen mir allerdings. Zum einen ist es das allgemeine Wirtschaftswachstum und die Veränderungen in unserer Gesellschaft. Wir leben in einer Wachstumsgesellschaft und das war auch der Grund warum durch das deutsche Wirtschaftswunder seit 1949 die Anzahl landwirtschaftlicher Erwerbstätige um über 4 Mio. und die Anzahl an Betrieben um ca. 1,35 Mio. abgenommen hat. Zum anderen wird im Beitrag nicht erwähnt, dass die deutsche Landwirtschaft mit allein etwa 6,4 Mrd. € durch die EU gefördert wird, was als eine gesellschaftliche Würdigung der durch die Landwirtschaft erbrachten Leistungen zu verstehen ist.
    Ansonsten wünsche ich dem Bauer-Willi-Team ebenfalls ein frohes neues Jahr und weiterhin viel Spaß am Engagement.

    1+

    • Mark sagt

      „Zum anderen wird im Beitrag nicht erwähnt, dass die deutsche Landwirtschaft mit allein etwa 6,4 Mrd. € durch die EU gefördert wird, was als eine gesellschaftliche Würdigung der durch die Landwirtschaft erbrachten Leistungen zu verstehen ist.“ Man kann dies erwähnen, dann sollte man aber auch dazu sagen, dass nicht nur die deutsche Landwirtschaft von der EU „gewürdigt“ wird, sondern die Landwirtschaft in allen EU- Mitgliedstaaten. Darüber hinaus wird die Landwirtschaft in den meisten Industriestaaten auf ähnliche Weise „gewürdigt“. Dabei erfolgt diese „Würigung“ keineswegs völlig selbstlos, sondern in dem Bewusstsein, dass es ohne eine solche „Würdigung“ keinen Weizen um 12.- und keine Gerste um 10.- Euro/dt, keine Milch für 30 cent und kein Schweinefleisch für 1,30 geben würde. Ob der Begriff „Würdigung“ hier angebracht ist muss doch bezweifelt werden, allerdings ist er allemal besser als Subventionierung oder gar Allimentiertung.
      Ansonsten Teile ich die Ansicht zu Bauer- Willi´s Analyse.

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      • Alfons Balmann sagt

        Ich will Ihnen nicht grundsätzlich widersprechen. Allerdings gibt es keine Belege dafür, dass ohne die EU-Subventionen die Agrarprodukte nennenswert teuerer wären. Ein höherer Effizienzdruck könnte sogar verbesserte Möglichkeiten für Kostensenkungen schaffen.

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        • Mark sagt

          „Allerdings gibt es keine Belege dafür, dass ohne die EU-Subventionen die Agrarprodukte nennenswert teuerer wären“. Das würde mich jetzt wundern, wenn es dafür keine Belege gäbe. Vor dem jetzigen Prämiensystem gab es mal exclusive Raps- und Bullenprämien. Nach deren Wegfall stiegen die Preise exact um die Prämienhöhe, daran kann ich mich zumindest noch erinnern, ohne dies jetzt statistisch nachweisen zu wollen.

          9+

          • Alfons Balmann sagt

            Zufall oder Notwendigkeit? Einen kausalen Zusammenhang sehe ich nicht. Denn ebenso wie die Geburtenrate in den letzten 100 Jahren gesunken ist, ist auch die Anzahl der Störche gesunken. Ist das ein Beleg dafür, dass der Storch die Kinder bringt?

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            • Mark sagt

              Ja, die Anzahl der Störche ist im letzten Jahr gestiegen und die Anzahl der Geburten auch 😉

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Alfons
      Würdigung und Anerkennung lässt sich nicht mit Mrd. € beziffern. Lieber kein Geld, dafür aber Würdigung und Anerkennung. Die Alimentierung geht mir echt auf den Senkel, weil sie immer wieder als Keule rausgeholt werden kann, wenn die Argumente versagen.
      Wem helfen den die Gelder am meisten? Doch dem Verbraucher, der billig einkaufen kann. Falls ihr vom Wissenschaftlichen Beirat mal eine ganz andere Meinung zu den Subventionen hören wollt, könnt ihr mich ja mal einladen.

      Bauer Willi

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      • Alfons Balmann sagt

        Zur Frage ob Subventionen eine Würdigung darstellen: Die Zahlungen fallen ja nicht vom Himmel. Sie werden zunächst einmal von den Steuerzahlern finanziert. Und die politischen Instanzen der EU teilen einen Großteil des so „zusammengekratzten“ Budgets der Landwirtschaft zu. Das hat seinen Preis; denn die Mittel fehlen den Steuerzahlern wie auch der EU an anderer Stelle. Das muss so interpretiert werden, dass es der EU wert ist, die Landwirtschaft damit zu unterstützen. Das ist eine Würdigung der Leistungen – zumindest soweit man die Zahlungen nicht als reine Sozialleistungen bzw. Almosen für eine benachteiligte Gruppe versteht.

        Ich stimme zu, dass diese Zahlungen letztlich zu einem großen Teil verpuffen. Mit anderen Worten: die Subventionierung jedes Betriebes wirkt zugleich wie eine Besteuerung seiner Nachbarbetriebe. Zum einen profitieren dadurch die Grundbesitzer – die zum Teil ihre eigenen Flächen bewirtschaften. Zum anderen besteht das Problem, dass die Zahlungen soweit sie tatsächlich einkommenswirksam sind, den Strukturwandel in Richtung wettbewerbsfähigerer Strukturen behindern.

        Ich habe hier schon an anderer Stelle geschrieben, dass es kaum schlüssige Belege für die von dir behauptete Kausalkette gibt, dass Direktzahlungen zu sinkenden Preisen führen. „Bauer Willi meint…“ reicht dem WB und den Adressaten seiner Stellungnahmen und Gutachten bisher nicht als Quelle. 😉 Im Gegenteil: eher könnte man argumentieren, der Verbraucher belastet sich selber durch die Auflagen, die er der Landwirtschaft zumutet, weil sie die Produktion verteuern und dadurch das Angebot verknappen. 😉

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        • Bauer Willi sagt

          Wie? „Bauer Willi meint“ reicht nicht als Quelle für den WB? 🙂 🙂

          Ich meine es auch anders: die Subventionen abschaffen und durch einen Aussenschutz ersetzen. Dass würde den Verbraucher entlasten, die Lebensmittel möglicherweise aber teurer machen. Es wäre im Optimum ein Nullsummenspiel. Der Erzeuger würde aber aus dem Produktpreis entlohnt und das ist schon „ein anderes Gefühl“. Aber selbst Frau Künast und Frau Tackmann (Linke) halten das für nicht realisierbar. … Tja dann…
          Bauer Willi

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          • Alfons Balmann sagt

            Hallo Willi,
            oh je. Du plädierst ausgerechtnet im Exportweltmeisterland für Außenschutz? In einem Land, dass jeden Monat Waren und Dienstleistungen im Wert von über 100 Mrd. € exportiert und einen Außenhandelsüberschuss von vermutlich 300 Mrd. € jährlich erwirtschaftete? Allein die deutschen Nahrungsmittelexporte sind mit über 55 Mrd. € höher als der gesamte Produktionswert der deutschen Landwirtschaft. Das kann nichts werden. Da sind selbst 6,4 Mrd. € Agrarsubventionen wenig. Da müsste schon der Schwanz mit dem Hund wedeln.
            Daneben ist es aber auch ein unsozialer Vorschlag. Denn die Zeche bezahlen Verbraucher. Und zwar ärmere Verbraucher gemessen an ihrem Einkommen überproportional.
            Und letztlich sorgt ein vom Weltmarkt entkoppeltes System über seine eigene Trägheit vermutlich für einen stetigen Zuwachs an benötigtem Außenschutz.
            Also: Außenschutz wäre in vielfacher Weise ein Negativsummenspiel.
            Viele Grüße
            Alfons

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        • Mark sagt

          @ Herrn Balmann
          Die gemeinsame Agrarpolitik der EU ist der einzige gemeinsam umgesetzte Politikbereich innerhalb der EU. Würde man sich z.B. auf eine gemeinsame Verteidigungspolitik oder eine gemeinsame Arbeitsmarktpoltik in der EU verständigen, wäre der Agrarhaushalt im Vergleich dazu wirklich peanuts. Was sie hier unzulässiger Weise hier machen ist, die EU Agrarpolitik so darzustellen, als ob sie nur den Bauern diene. Den Einfluss von Subventionen auf die Preise lernt man im Grundstudium der Agrarwissenschaften, vielleicht lesens Sie´s noch mal nach. So zu tun, als ob es keine kausalen Zusammenhänge zwischen Subventionen und Preisen gäbe, grenzt an Realitätsverweigerung. Die Vorausetzung zum Bezug von Direktzahlungen, nämlich die Erfüllung der CC-Auflagen und die damit verbundene Bürokratie einschließlich des Kontrollwesens verursachen mitterweile soviel Resignation auf den Betrieben, dass dies unter dem Strich sogar noch strukturwandelbefördernd sein dürfte. Für die nächste Förderperiode wird dies mit Sicherheit so sein! Soll man dies dann wirklich „Würdigung“ nennen?

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          • Alfons Balmann sagt

            Nur eine kleiner Hinweis: wir reden hier über entkoppelte Direktzahlungen. Es gab vor gut 10 Jahren einige Studien vom USDA und der OECD, die versucht haben abzuschätzen, wie die Produktionseffekte solcher Zahlungen sind. Vielleicht schauen Sie sich diese einmal an.

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  31. Ich bin auch traurig, dass die Bauern immer weniger werden. Bis vor ein paar Jahren war ich noch der Meinung, dass der große Teil in den 90ern bereits aufgegeben hat und nun der Bestand erhalten bleibt. Es war und ist ja auch so, dass der Ausbildungsberuf Landwirt wieder beliebter ist als in den 90ern und die Betriebsausgaben sind in absoluten Zahlen um einiges geringer. Ich glaube aber, dass das die Ruhe vor dem Sturm ist, da es sehr viele Bauern im Alter von um die 60 Jahre gibt, die keinen Hofnachfolger haben. Das hat vielfältige Gründe. Nur als ein Beispiel kann halt in einem Dorf mit 50 Milchbauern nicht jeder weitermachen und seinen Bestand verdoppeln, weil die Fläche dafür höchstens aus dem Nachbardorf gepachtet werden kann. Weiter so mit durchschnittlich 30 Kühen im Vollerwerb? Oder nur mehr die Hälfte der Höfe und dann 60 Kühe? Ich könnte dieses Beispiel noch weiter ausführen, wenn Zeit ist, aber was ich Bauer Willi eigentlich fragen wollte: Was ist die Wende? Wie soll die aussehen, damit kein Hof mehr aufgegeben wird?

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  32. Ein Thema was man vor 20 Jahren schon hätte aufgreifen müssen. Ja es ist ein heikles Thema wo keiner gerne drüber spricht. Aber wenn nicht darüber geredet wird dann wird es nicht besser.

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  33. Genau so wird es kommen. Ich hatte es ja schon ähnlich beschrieben. Bauer Willi hat es noch ausführlicher auf den Punkt gebracht. Das schlimme ist das es nicht umkehrbar ist . Die Politik und NGOs beschleunigen es noch. Die Entwicklung ist schade.

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  34. Auch mir scheint es so, daß Deutschland sich selbst verkauft…..
    Bäcker, Metzger und auch andere Handwerksbetriebe geben auf und die möglichen Nachfolger gehen in die Industrie, aber selbst diese Betriebe werben mit und mit an Ausländische Firmen verhöckert und unsere Politiker brüsten sich damit das die Firmen gerettet werden, nur das diese nach einer gewissen Zeit weiter Ausgelagert werden oder ganz geschlossen werden ist ja nicht vorraus zusehen….
    Für Elektro, Maurerarbeiten usw. werden immer mehr Arbeiter aus dem östlichen Ausland geholt…..
    Will ein alteingesessenes Unternehmen expandieren um auch Stellen zu sichern oder sogar neue Stellen zu schaffen….kommt wieder ein Bürgerinitiative und verhindert es…..Ausbauen ja aber nicht vor unserer Tür…..
    Es fehlen meiner Meinung nach Menschen von der Basis in der Politik, dort sitzen heute mehr Akademiker als Handwerker, weil die Handwerker kaum noch Zeit für diese Gremien haben, da der Betrieb vor geht.
    Nix gegen Akademische Berufe „sind mit Sicherheit wichtig und notwendig“ nur fehlt diesen Menschen oft die Lebenserfahrung an der Basis…..
    Und unser Nachwuchs hat oftmals einfach „kein Bock“ auf Verantwortung, in der Industrie kann man diese Verantwortung schön hin und her verschieben bis irgend ein Sündenbock gefunden ist, der dann einfach weggelobt wird…..
    Luxusprobleme über Luxusprobleme

    MfG Klaus Weber (ich bin nur ein kleiner Bauer im Nebenerwerb)

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    • Aber dann liegts doch am Nachwuchs und nicht an der Politik? Die kann nur Rahmenbedingungen ändern. Wenn sich niemand mehr die Hände schmutzig machen will, kann die Politik nix dafür. Und dass sich eine Firma dann ausländische Mitarbeiter sucht, wenn bei uns nichts gutes mehr her geht, finde ich auch in Ordnung!

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      • D.T. Klose sagt

        Die ausländischen Mitarbeiter sind nicht besser als die eigene Jugend aber viel billiger. Ins Ausland verlagert wird nur, weil es dort massenhaft „Sklaven“ gibt.

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        • bauerhans sagt

          „…weil es dort massenhaft „Sklaven“ gibt.“

          stimmt nicht!
          die kommen hierher,weils sehr gut bezahlt wird und es in ihrer heimat keine entsprechenden arbeitsplätze gibt(hat mir ein junger studierter rumäne erzählt,der beim erdbeerbauern arbeitete)

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    • Die Rahmenbedingungen müssen wir für unseren Nachwuchs schaffen, in der heutigen Politik…..aber die Zeit fehlt den meisten Betriebsleitern und die Jugend sieht nur noch die Unzufriedenheit, deshalb geht ihnen auch verständlicherweise der Mut verloren.
      Heute wird immer wieder Abitur gefordert und keine Ausbildung, aber Erfahrung wie ein Meister….

      Wobei ich mittlerweile doch auch von den Jugendlichen aus meinem Umfeld immer häufiger höre das sie ein Praktische Ausbildung anstreben,was mich Persönlich freut und wieder nach vorne schauen lässt.

      1+

    • Man muss halt schon mal den jungen Leuten sagen, dass man auch mit einem Studium nicht mal schnell 5000 € netto verdient. Die Ferkelerzeugung ist wiederholt in einem Preistief und buchhalterisch sind die Gewinne quasi nicht vorhanden. Aber wenn man nicht buchhalterisch abschreibt, sondern die Gebäude und Maschinen anhand seiner Nutzungsdauer wirtschaftlich abschreibt, ist in den letzten 10 Jahren mir mehr Geld geblieben, als meinen Freunden in einem Angestelltenverhältnis. Vielleicht hab ich mehr gearbeitet, aber ich war mein eigener Herr, bin bei meiner Familie daheim und mach das, was mir Spaß macht. Vielleicht liegt es auch an den Eltern, dass die Jungen nicht weiter machen. Wenn von früh bis spät gejammert wird, dann braucht sich niemand wundern. Vielleicht sollte man einfach mal, wenn es an die Erörterung geht, was man beruflich machen will, einfach mal diese Themen auf den Tisch legen und vielleicht dazu auch die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Betriebes 😉

      2+

    • Da stehe ich voll hinter…..
      Nach jedem Tal kommt wieder ein Berg, der zugegeben nicht immer leicht zu erklimmen ist…..aber wenn man mal oben ist und auf einem Plateau steht fühlt es sich bestimmt gut an…..

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    • Mark sagt

      „Nix gegen Akademische Berufe „sind mit Sicherheit wichtig und notwendig“ nur fehlt diesen Menschen oft die Lebenserfahrung an der Basis…..“ In der Tat wird hier ein großes Problem unserer Gesellschaft für die Zukunft beschrieben. Es droht uns wohl in Zukunft die Erkenntnis: we are overeducated …

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    • Brandenburgbauer sagt

      Klaus Weber, den Beitrag hast Du wunderbar geschrieben. Der Hinweis zu den Akademikern, was fehlende Lebenserfahrung mit der Basis betrifft, kann man auch mit gutem Gewissen, auf 90% aller Bundestagsabgeordneten übertragen.
      Aber warum werden Sie immer und immer wieder gewählt?

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  35. Sehr schön, was noch fehlt sind die Folgen wenn nur noch im großen Stil Landwirtschaft betriebenen wird. Grade die angesprochenen Mittelgebirgsregionen lassen großflächige Bewirtschaftung kaum zu. Die einen Flächen werden intensiv bewirtschaftet, die anderen liegen brach, in beiden geht die Artenvielfalt zurück. Landwirtschaft ist nicht nur die Produktion, es ist auch aktive Landschaftspflege und Kulturerhaltung, das muss mal in der Politik und im Bauernverband ankommen.
    Aber auch im Großhandel und bei den Verbrauchern. Jeder Einkauf ist auch eine Abstimmung welche Art der Landwirtschaft man möchte.

    3+

    • Inga sagt

      Ja, so ist es!

      Wir alle müssen mit der Natur leben.

      Und nicht gegen sie, wie es die vielen Supersonderangebot im Einzelhandel machen und uns zur Einstellung „Geiz ist geil“ verleiden, denn das ist Dummheit, große Dummheit.

      Zu viel Elektroschrott ist nichts für unseren Erdball und bestimmt auch unsere Seele.
      Aber zu viel Fleisch ach nicht.

      Weil es zu viel kostet es herzustellen, genauso wie die anderen Rohstoffe für Lebensmittel, die auf unseren Äckern wachsen.
      An der Ökobilanz und unserer Gesundheit kann man es ablesen.

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    • Bei mir als Verbraucher ist es angekommen! Eure Lage als „kleinere“ Landwirte ist schwierig, aber nicht hoffnungslos! Ich bin „nur“ Verbraucher, sauge aber zur Zeit alles auf, was ich an Wissen kriegen kann und euren Beruf betrifft! Meine Unterstützung habt ihr!👍🏻

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  36. .. lieber Bauer Willi, vielen Dank für die die Worte. Genauso ein Betrieb wie Sie ihn beschreiben sind wir an der Ostsee. Stadtrand und das Meer um uns herum und Neupachtung fast unmöglich, weil Land knapp und viel zu teuer zum pachten.
    Ich sehe trotzdem eine Chance für unseren Betrieb- natürlich nur mit anderen Betriebszweigen zusammen. Beim Familienfest Angehöriger aus dem Vorstand Bauernverbandes fällt die Aussage: „Warum bildet ihr noch aus? Was kann der Lehrling bei uns noch lernen?
    Genau das kann er bei uns lernen, das kleinere Betriebe mit Spaß und Fleiß und anders Denken und Handeln weiterhin auf kleineren Strukturen leben können.
    Ich fordere von der Politik, Bauernverbänden, Bauern selbst ein Umdenken. Ich glaube an die Möglichkeit der kleineren Betriebe auch in Zukunft wirtschaften zu können. Mit Achtsamkeit zu sich selbst und dem Betrieb gegenüber. Glaube an die Werte, aufhören ans Aufgeben der Betriebe zu denken. Nur so können die Großbetriebe immer größer werden. Mehr Unternehmen/in werden auch auf kleineren Ländereien. Ich halte den Wandel nicht auf.
    Dafür brauche ich viele Unterstützer und nicht den Rat zu verpachten. Sondern Unterstützung in meinem Tun der landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Bitte Bauer Willi glauben wir weiterhin an uns Bauern in kleineren Strukturen. Nicht aufgeben! Lassen Sie uns kreativ und voller Tatendrang – ohne in Arbeit zu ersticken!!!
    Ich wünsche uns allen Bauern Mut und Zuversicht für 2018
    Ihre Telse Halske

    5+

    • Bauer Klaus sagt

      Telse Halske, Respekt für Ihre Überzeugung! Mit dieser festen inneren Überzeugung finden Sie bestimmt viel Zustimmung. Ein Umdenken derer, die Sie ansprechen, mag Ihrem Wunsch entsprechen. Für unsere Branche insgesamt wäre ein Einschwenken auf Ihre Überlegungen nicht nur fahrlässig sondern töricht. Zumindest der Bauernverband hat auf jeden Fall absehbare und existierende Fakten auf den Märkten und deren Rahmen zur Grundlage seiner Position zu machen. Das tut er und lässt Spielraum für andere Geschäftsmodelle. Wer sich mit viel Mühe und Fleiß auf alternative Betriebszweige, und das in kleineren Strukturen, spezialisiert, hat Respekt verdient. Jede Familie, die ihren Weg außerhalb der Landwirtschaft sucht, gleichermaßen mit gleichem Respekt,

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    • Das würde mich auch interessieren, ich bin klein, Direktvermarkter, liefere in den LEH, die Geschäfte laufen. Jedoch wird der Gegenwind immer stärker.
      Der Fortbestand durch immer neue Vorschriften der Lobbyverbände in Frage gestellt. Zukunft, keine Ahnung, wir fahren nur noch auf Sicht. Langfristig aber keine Lösung.

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      • Hans-Günter Felser sagt

        Wie können Sie die Verbraucher gegen diese Lobbyisten unterstützen? Wenn Sie auf Gifte verzichten und Saumbiotope fördern, werden Sie auf Hilferuf viele Unterstützung bekommen! Es gibt ja nicht nur Gegenwind durch „Motzer“, wir können gerne zusammen stehen! Sehr gerne sogar.

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    • Der Bauernverband muß auch schnell Umdenken. Er hat sich weit von dem entfernt,was er eigendlich für die Mittglieder tun sollte.Wenn ich sowas schon höhre,was kann der Lehrling bei euch noch lernen ? Ich war Lehrling ,auf einem 60 Hektar Milchviehbetrieb mit 30 Kühen. Mir wurde das selbständige Arbeiten vermittelt. Und so viele Dinge für mein ganzes Leben „

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