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Greenpeace und der Dom

Montag 8.1.2018 um 10.00 Uhr
Da ich heute morgen in Erkelenz zu tun hatte, bin ich nach Immerath gefahren, wo Greenpeace den Immerather Dom besetzt hält. Er sollte ab heute 9:00 Uhr abgerissen werden, weil er am Rande des Braunkohletagebau Garzweiler liegt. Jetzt ist dort eine Hundertschaft der Polizei angerückt. Man versucht, die Situation durch Gespräche zu lösen. Neben den Uniformen der Polizei sind im wesentlichen auch die Uniformen von Greenpeace sowie zahlreiche Teams der Medien zu sehen. Überall laufen Kameras. Es läuft alles friedlich und gut organisiert ab.

Ich konnte durch Zufall einem Interview mit dem Greenpeace-Sprecher mit einem Fernsehteam zuhören. Sinngemäß sagte er: „Natürlich werden wir den Tagebau nicht aufhalten. Es ist wie ein Kampf von David gegen Goliath. Aber den hat David ja auch gewonnen“.
Was mich bewegt: Warum sucht sich Greenpeace ausgerechnet ein christliches Symbol für diese Aktion aus? Warum beruft sich der Sprecher auf die Bibel?
Neben der Kirche stehen ja auch viele Bauernhöfe, die noch abgerissen werden. Die hätte man ja auch besetzen können….Oder?

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29 Kommentare

  1. Hans-Günter Felser sagt

    Manche Kommentare sind zum Fremd-Schämen. Die erbitterten Kämpfe um die Heimat gehen schon Jahrzehnte. Das einfach als „Theater“ zu bezeichnen… Tja, jeder so, wie er kann…

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  2. Hans-Günter Felser sagt

    Haben nur Bauern ein Recht auf Bibelzitate? Und Schade, dass Sie das nicht erwähnen: Die Aktivisten haben auch Bauernhäuser ringsum besetzt. Natürlich ist dieses imposante Gebäude ein Symbol und hat erhöhte (im doppelten Wortsinn) Aufmerksamkeit. Heute fanden die Hauptabrissmaßnahmen statt, es gibt keinen Dom mehr – und die Häuser ringsum fallen auch gerade. Die Grünen sind – genau wie Sie, werter Bauer Willi – gegen Landraub (zuletzt von Ihnen betrauert wegen des Schwundes der Regenwürmer), warum schließen Sie sich nicht zusammen? In vielen Kommentaren hier äußern sich Fans von RWE bzw. Rheinbraun. – Ob die auch die Nachteile dieses Tagebaus kennen? Ich fahre gleich nach Hause, mit etwa 10 km Umweg pro Strecke wegen des Tagebaus (jeden Tag 20 km Um-Weg). Staub fressen bei Wind, Feinstäube in der Luft, Grundwasserabsenkungen, Verseuchungen der Bäche und Flüsse mit warmem, salzigen Wassers (u.a. die Erft, die enthält jetzt u.a. ausgesetzte Amazonasfische). Statt für regenerative Energiegewinnung zu plädieren, hier wieder Atomkraftbefürworter. Und anders als ursprünglich vertraglich geregelt, werden riesige, ursprünglich sehr wertvolle Ackerflächen nicht wieder re-kultiviert, sondern sollen dann als „Seenlandschaft“ zurückbleiben. Ein Vertragsbruch und eine Schande. Wer also ist der Feind?

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  3. Es ist verlogen, die Energiegewinnung aus heimischen Quellen zu bekämpfen, nicht aber den Gesamtenergieverbrauch. Der einzige Erfolg von Greenpeace und Grünen ist die wachsende Abhängigkeit von Primärenergieimporten. An den weiter steigenden Gesamtenergieverbrauch traut sich keiner ran, weil alle – auch die Wähler der Grünen und die Spender der NGO – von billiger Energie profitieren. Die Aktionen und Sprüche zum Braunkohlentagebau sind billiger Populismus. Wenn es ihnen ernst wäre, könnten die Parteien ja die Eigentumsrechte von Grundbesitzern so stärken, dass Enteignung für Tagebauzwecke und Ausbeutung durch die Allgemeinheit gar nicht mehr möglich wäre. So etwas hat man von den Grünen aber leider noch nie gehört.

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  4. Friedrich sagt

    @Lieschen Müller. Die Industrie zahlt diese hohen Strompreise auch nicht , sondern nur die kleinen Betriebe und die Privatleute. Die Klimaziele erreichen wir nicht , weil wir Privatleute keine Energieeinsparung durchführen. Wir fahren ohne Ende Auto, fliegen mit einer Steigerung/Jahr mehr in den Urlaub und sparen in der Wohnungsheizung nicht. Die Klimabilanz im Privatbereich wird schlechter . Man leistet sich halt was. Nur die Industrie-Gewerbe-und Landwirtschaftsbetriebe haben die Klimabilanz um mehr als 30% verbessert. Wir hatten das hier schon mal am Anfang des Jahres. — Habe mal vor einem Jahr die Klimabilanz für unseren Hof berechnen lassen. Dabei kam heraus , daß wir rd. 40% Verbesserung hatten.Geht doch , oder ? Auch in unserem Wohnhaus haben wir die Energie um über 50% eingespart. Man muß es nur wollen. Eben mal weniger Urlaub machen und in Wärmedämmung investieren.

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    • Lieschen Müller sagt

      Ich weiß. Ich fliege auch nicht in den Urlaub 🙂
      Das sind eben dann immer die Gespräche, wo sich die Katze in den Schwanz beißt: weil vieles billig ist (Lebensmittel, Fernseher, Benzin), haben die Leute viel Geld übrig für den Urlaub, die vielen Klamotten, die langen Autofahrten, die große Wohnung, den Fitnessclub. Jemand muss ja das ganze Zeug der Industrie kaufen.
      Der Strom kann also so teuer bleiben!

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    • In Summe ist der Primärenergieverbrauch in Deutschland im letzten Jahr um 0,8 % gestiegen, hat wohl an der guten Konjunktur gelegen. Der Anteil der Erneuerbaren ist dank Windkraft auf ganze 13 % gestiegen. Da aber auch in windstillen Zeiten Strom fließen muss, wird auch mehr Erdgas verstromt. Dafür sind Braunkohle und Kernkraft leicht rückläufig, aber ungefähr drei Viertel des deutschen Primärenergieverbrauches wird importiert – fossile Energie! So viel zur Erreichbarkeit der Klimaziele, diese Diskussion ist völlig verlogen. Leider wird mit Deinen zweifellos sinnvollen Energiesparmaßnahmen der Energieverbrauch nur zur Industrie umgeleitet, die Dämmstoffe, Solarzellen und dgl. herstellt. Es ist fraglich, ob die Energiebilanz in Summe tatsächlich besser ist oder ob es uns so geht wie mit Biosprit, für dessen Produktion die USA unter dem Strich mehr Erdöl importieren mussten, weil Landwirtschaft und Verarbeitung eben heute energieintensiv sind….

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  5. Friedrich sagt

    Verlogen war Greenpeace schon immer. Wenn die nicht die Atomkraftwerke zur Stillegung gebracht hätten , dann würde es heute die Kohlenmeiler nicht mehr geben. Die Kohle bringt rd. 50% unserer Energie. So schnell werden wir darauf kaum verzichten können. Außerdem produziert ein Atomkraftwerk fast kein CO2 aber die Kohlekraftwerke . Der grüne Mainstream sitzt jetzt in der Argumentationsfalle. Nach CO2 hätte erst die Kohle stillgelegt werden müßen. Jedenfalls wird es aus heutiger Sicht die grüne Energie nicht ersetzen können. Ohne Energiespeicher und andere großtechnische Kraftwerke werden wir jedenfalls nicht weiter kommen. Der grüne Mainstream hat uns nur über das EEG eine Umverteilung von unten nach oben und in die Staatskasse beschert. Mit 30 ct/KW zahlen wir doppelt soviel für den Strom wie die anderen EU-Länder und erfüllen die selbstgesetzen Energieziele auch nicht. So ist das , wenn Traumtänzer an der Macht sind.

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    • Lieschen Müller sagt

      Naja, aber wohin mit dem Atommüll? Hat ein bißchen was vom Teufel und Belzebub. Und komischerweise hat Deutschland nach Dänemark die höchsten Strompreise, der „Wirtschaft“ geht es aber angeblich super.
      Die Energieziele erfüllt Deutschland wohl fast, es gab aber keine CO2 Einsparungen beim Verkehr oder beim Wärmebedarf der Gebäude. Deswegen erfüllt Dtl. seine Versprechen nicht.

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      • Inga sagt

        Es geht doch um Windkraft, die die Atomkraft überholt.

        Wenn man mehr auf Windkraft setzten würde dann könnte der Dom erhalten bleiben.

        Und das ganze Dorf mit den Bauernhöfen auch!

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      • Mark Rössler sagt

        Für Windräder fällt nicht wenig strahlender Müll an, nur eben in China und nicht bei uns.
        Aber wohin mit dem CO²? Das blasen wir unverblümt für direkte Auswirkungen in die Atmosphäre, wissen was passiert und können das abschließend nicht wieder zurückholen oder eine Lösung finden.

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    • Lieschen Müller sagt

      Ich weiß immer nicht, warum ihr alle Greenpeace als verlogen darstellt. In den 70ern wurden die Fässer mit Atommüll einfach in die Nordsee gekippt. Denkt ihr, das hätte ohne Greenpeace einfach aufgehört?

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      • Paulus sagt

        Lieschen Müller, Du verwechselst die Dünnsäure von Kronos Titan mit Atommüll.
        Kann ja schon mal vorkommen.
        Mit dem Erstprodukt Titandioxid putzt Du dir wahrscheinlich 2x täglich die Zähne.
        Das Ende der Verklappung haben wir übrigen nicht GP zu verdanken, sondern den Fähigkeiten von Chemikern und Ingenieuren, die ein Verfahren zum Recycling entwickelt haben.
        Atommüllfässer in der Nordsee? Das wäre doch mal eine Schlagzeile für die Inselnachrichten so zwischen Borkum und Sylt.
        Verweise auf den Beitrag „Scheinwelten …“ von drei nicht unklugen Bauern.

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        • Die Industrie hat bis in die 80er Jahre hinein Atommüll in der Nordsee versenkt.
          Ob auch hochradioaktiver Müll darunter ist: darüber schweigen die zuständigen Stellen sich aus, schwach- und mittelradioaktiver wurde definitiv im Ärmelkanal versenkt. Das ist bekannt. Und ja genau: die Fässer verrosten.

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          • Paulus sagt

            Hallo Fingerphilosoph, Du hast recht!
            Die gemessene Strahlungsexposition ist aber nicht signifikant. Ganz normales Trinkwasser und Mineralwässer sind übrigens auch durch natürliche radioaktive Stoffe belastet. Die Dosis von einigen Millisievert pro Jahr vertragen wir aber schon. Dein fangfrischer Fisch und selbst Biogemüse sind übrigens auch nicht ganz ohne.
            Da kommen schon so einige Becquerel an (xyz Nuklid) pro kg an Aktivität zusammen.

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  6. Andreas Müller sagt

    Bärbel Höhn auf Facebook:

    „Wir haben als #Grüne so intensiv gegen #Garzweiler II gekämpft wie wir könnten. Leider haben wir Garzweiler II nur verkleinern können, aber nicht vollständig verhindern können. Heute sollte der Immenrather Dom abgerissen werden. Ich habe als Ministerin viel mit den Menschen vor Ort gesprochen. Wer sein Dorf aufgeben muss, seine #Heimat verlieren, für den ist die #Kirche, der #Friedhof etwas ganz besonderes: die Taufen, die Trauungen, die Beerdigungen. Kirche ist Teil der Familiengeschichte. Deshalb ist es so unendlich traurig, zu sehen, wie der Dom fällt.
    Heute morgen sind die #RWE #Bagger angerollt, um den #ImmenratherDom abzureißen.
    #Greenpeace Aktivisten haben den Dom und Bagger besetzt, um auf die Situation aufmerksam zu machen.
    Es ist so absurd. Die #Braunkohle hat keine Zukunft, der Ausstieg aus der Braunkohle steht bevor, aber trotzdem müssen immer noch so viele Menschen darunter leiden. #endcoal
    https://www1.wdr.de/…/rhei…/kirche-immerath-besetzt-100.html

    Protest gegen Kirchenabriss: Braunkohle-Gegner besetzen Immerather Dom

    • Alt-Immerath muss Braunkohletagebau weichen • 130 Jahre alte Kirche soll abgerissen werden • Aktivisten besetzen Immerather Dom

    www1.wdr.de

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    • Paulus sagt

      Die Ergüsse dieser quaddeligen Ökoschlampe mit geringer intellektueller Fallhöhe bringen mich sofort bis ganz oben auf die Palme. Ohne die rheinische Braunkohle wären bei Frau Höhn die Lichter schon so manches Mal ausgegangen und zwar für längere Zeit. Die Erzeugung von Bioenergie wurde von ihr präferiert, anschließend beklagte sie sich bitter über die Vermaisung der Landschaft. Ihre Verirrungen in Sachen Gender Mainstreaming sind legendär. Ich könnte etliche weitere Beispiele aufzählen, bei der die Schizophrenie dieser Dame zu Ausdruck kommt. Die konnte selbst dieser unglücklich agierende und entrückte Minister Herr Remmel nicht mehr toppen.

      Natürlich ist es bedauerlich wenn Dörfer der Braunkohle weichen müssen und Heimat aufgegeben werden muss. Man sollte aber bei der Wahrheit bleiben. Ausnahmslos alle wurden von der „Braunkohle“ großzügig entschädigt und erfreuen sich nach der Umsiedlung an ihren neuen schicken Eigenheimen, incl. Gemeindezentren, Kirchen, Kindergärten und sonstigem. Das anfängliche Wehklagen wich erstaunlicherweise einer großen Zufriedenheit und in die ehemaligen Käffer möchte wohl kaum einer zurück.
      Ich bin mit einem Bauern befreundet, der aus ehem. Etzweiler umgesiedelt wurde, was Besseres konnte dem gar nicht passieren.
      Die Immerather Kirche wurde übrigens schon 2013 entweiht und aufgegeben. In 2018 kommen irgendwelche Schwachköpfe, auch als Aktivisten bezeichnet, auf die Idee mal eine Demo gegen den Abriss der Kirche (als falsch gewähltes Symbol) und gegen die Braunkohle zu veranstalten.

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      • Inga sagt

        also wenn sie schon vor 4 Jahren entweiht wurde, dann braucht man doch jetzt kein Theater mehr zu machen.

        Dann ist es och jetzt schon ausdiskutiert, oder?

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        • Mark Rössler sagt

          Bärbel Höhn hatte ja die ultimative Alternative: Palmöl!
          Ihre Bioenergie setzt heute mehr CO² frei als alle Deutschen Kohlekraftwerke zusammen. Solchen Personen gilt das Handwerk gelegt oder zumindest sollte man vorsichtig sein, was diese propagieren und entscheiden.

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        • Paulus sagt

          @Andreas Müller,
          bei diesen schrecklichen Damen Höhn und Künast immer! Daran ändert auch meine Altersmilde nichts.

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      • Hans-Günter Felser sagt

        Sehr zynisch. Ein seit Jahrhunderten gewachsener Ortskern, Obstbaumwiesen, Friedhöfe, seit Generationen, Geschichte. Alles mit ein paar Euros zu „ent-schädigen“ ? – Sind Sie sicher, sind Sie so sicher? Wie viele Herzen sind zerbrochen, die Heimat besteht in paar Jahren aus einem hunderte Meter tiefem Loch. „in die ehemaligen Käffer möchte wohl kaum einer zurück“ Sind Sie sicher? – Alles nur Schwachköpfe, nur Gefühlsduselei?

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      • Paulus sagt

        Kulturell wichtige Kirchenfenster waren den ehemaligen Einwohnern von Immerath so was von scheißegal, das kannst Du dir gar nicht vorstellen. Die waren damit befasst den Zierkies in den Vorgärten ihrer Neubausiedlungen schön ordentlich zu verteilen und irgendwelche peinlichen Figuren aus dem Baumarkt aufzustellen.
        Ich weiß es zufällig, weil sich ein Bekannter von mir mit der Sache, nicht nur in Immerath, befasst hat.

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  7. Lieschen Müller sagt

    Danke Bauer Willi für diesen kurzen Eintrag, surfe so vor mich hin, aber habe noch nichts über die Besetzung gelesen. Ich finde es grundsätzlich gut, denke, der Klimawandel sollte nicht weiter angeheizt werden. Trotzdem muss ich an deine Worte letztens denken: „Wer Tiere zu versorgen hat, kann nicht einfach tagelang demonstrieren.“ Ich kann ja auch nicht von meinen „Alten“ weg. Die jungen Leute aber schon (fühle mich grad richtig alt….)
    In Leipzig besetzen die Braunkohlegegner ein Dorf.

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  8. Inga sagt

    Aber eine Kirche zu besetzten und das Kulturgut zu schützen beWIRKT bei der breiten Mehrheit mehr, als „nur“ ein Bauernhof zu schützen.

    Und das Bibelzitat berührt vielleicht noch das Gewissen.

    Schlau was?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Eben,
      wenn ein Bauernhof abgerissen wird, interessiert doch niemand, da kommt das Fernsehen nicht.

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      • Inga sagt

        Oder muß man nur einen kulturgeschützten Bauernhof mit diesem Dom vergleichen?

        Ist er auch irgendwie kulturgeschützt?

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