58 Kommentare

  1. Hans-Jürgen Gresch sagt

    Moin Willi ,Du hast uns allen Deinen Standpunkt dargelegt offen und erhlich.Du hast eine Wahlentscheidung getroffen mit dem Hinweiß,ich wähle das kleinere Übel,akzeptiert.
    Am 24.9 werde ich nicht zur Wahl gehen, da ich schon über Jahre die Briefwahl bevorzuge.
    Für mich persönlich ist keine der zu Zeit im Bundestag vertretenen Parteien wählbar.Alle haben in den letzten 5 Jahren Ihre Chancen gehabt etwas für die Menschen zu tun .Keine hat Sie genutzt.
    Mit Deiner Entscheidung, Ich wähle das kleinere Übel kann man akzeptieren,hilft aber wirklich nicht weiter, wenn wir, eine gerechtere Gesellschaft wollen.

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  2. Friedrich sagt

    Früher war es einfacher eine Partei zu finden , mit der der man sich identifizieren konnte. Da gab es noch regelrechte Redeschlachten, z.B. F.-J. Strauß und Herbert Wehner, da wußte man wofür die standen. Heute haben wir in den Parlamenten zu über 60 % Leute aus dem „Öffentlichen Dienst “ , die für jedermanns Darling stehen , hauptsache mehr Geld in der Tasche und alles tun um wieder gewählt zu werden. Mit den Parlamentariern aus dem Öffentlichen Dienst geht unsere Demokratie kaputt. Wir brauchen wieder mehr Leute mit einer Eisenstange im Rücken , die für ihre Überzeugung stehen, anstatt wie heute , massen -weise Leute mit einem Wasserschlauch im Rücken , die in jeder Partei sein könnten. Das läßt sich wunderbar im aktuellen Wahlkampf beobachten. Auch sollte eine Begrenzung gelten , fals eine Berufsgruppe zu stark vertreten ist , wie z. Zt. der Öffentliche Dienst. Die können halt nur mehr Bürokratie entwickeln und sorgen für ihre Beamten rente mit 67% vom Gehalt doch prächtig. Warum lassen sich das die wirklich arbeitenden Leute gefallen , die nur in Zukunft mit 42 – 48% auskommen müßen.
    Die Differenz ist doch unmoralisch hoch.

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  3. Thea S sagt

    Ökologie (der Begriff steht hier sicher als Ersatz für “die Natur” und nicht für die Wissenschaft) und Ökonomie lassen sich vermutlich nicht so leicht „in Einklang“ bringen. Zu groß sind zum einen die Differenzen in den Ansichten was denn „die Natur“ wirklich darstellt. Ohne den Menschen (= Bauern) wäre das im Wesentlichen eine Sukzession zur Verwaldung mit (weiterem) Artenrückgang. Oder eine durch Bauern „gepflegte“, aber „wilde“, stark gegliederte und möglichst artenreiche Kulturlandschaft (Anbau von Hecken, Blühstreifen, Altholzinseln, Brachflächen usw. neben Erntegütern und Weiden). Dürfen die gewählten Volksvertreter das einfach so entscheiden? Und wer muß dafür bezahlen – und wieviel (Ökonomie)? Der Bauer, weil er ja das Land nutzt, oder am Ende vor allem der Verbraucher über Preise und Steuern, oder beide? Sicher nicht der Staat, denn der hat ja kein eigenes Geld. „Der Staat“ kann nur bestimmen, was gemacht werden soll, wer wieviel bezahlen soll, und wie das alles in ein internationales Geschäft paßt. Das alles wäre sicher mehr als nur ein Wahlkampfthema, aber ohne intensive öffentliche Diskussion kommt man aus dem Dilemma nicht raus.

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  4. Wenn die Landwirtschaft im öffentlichen Focus steht, bedeutet dies meist nix Gutes für dieselbe. Deshalb bin ich nicht traurig darüber, wenn es kein landwirtschaftliches Wahlkampfthema gibt, im Gegenteil, ich bin erleichtert, dass z.B. die Grünen AgrarwendeThemen (Nitrat, Klima, Tierschutz, Veganismus etc.) nicht zünden. Ich glaube, mit der Strategie“weniger an die große Glocke hängen“ fahren wir besser. Nehmen wir uns ein Beispiel an den Anwälten. Die erstellen Gebührenordnungen selbst (Preisabsprache) und schotten ihre Märkte ab (Zulassung als Anwalt), führen dadurch ein Leben im Schlaraffenland, und kein Politiker, Kartellamt und Verbraucherschützer merkts oder macht was dagegen! Die machens richtig!

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    • Viele Anwälte haben aber auch eine hohe Arbeitsbelastung durch „Kleinscheiß“ bei mäßiger Bezahlung, insbesondere diejenigen, die keine Honorarvereinbarung durchsetzen können. Die wünschen sich dann, Lehrer zu sein. Und Lehrer… die wollen wegen des ganzen Stresses am liebsten ganzjährig auf Gran Canaria wohnen. Wenn ich hier mal nichts oder knapp schreibe, bin ich auch ganz schön am Wirbeln. Wenn das lange andauert und sich ins Wochenende zieht, dann würde ich gern auf einem Trecker sitzen. 😉

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      • bauerhans sagt

        „würde ich gern auf einem Trecker sitzen. ?“

        einer der grösseren betriebe hier hat mehrere schlepper und kann auf fahrer zurück greifen,die tagsüber im büro arbeiten und abends oder am wochenende nachts z.b. pflügen oder silageballen von im landkreis verstreuten flächen abfahren.
        highlight ist der neue 250ps bomber aus MA.

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  5. Ottmar Ilchmann sagt

    Es stimmt, wir Landwirte kommen in der politischen Diskussion nur am Rande vor, deshalb gibt es auch die klassische Bauernvertretungs-Partei nicht mehr, vielleicht hat es sie nie gegeben. Wir wählen alle das kleinere Übel, und dabei ist es entscheidend, was wir als die größeree Bedrohung der (bäuerlichen) Landwirtschaft ansehen. Du, lieber Willi, nimmst da Anforderungen und Auflagen in den Blick, für mich ist es die ruinöse Billigproduktion für „Partner“ in der Wertschöpfungskette, die mit Hilfe unserer günstigen Rohstoffe Marktanteile erobern wollen. Vielleicht liegt die Wahrheit in der Mitte; auf jeden Fall brauchen wir Landwirte eine längerfristige Perspektive, wie es mit uns und unseren Betrieben weitergehen soll, und die muss von allen Parteien getragen werden, damit wir uns nicht nach jeder Wahl wieder umorientieren müssen. Das wäre eben dieses ominöse „Versöhnung von Ökonomie und Ökologie“. Dafür bräuchte die Politik aber den Mut, und zwar nicht nur bei der Landwirtschaft, wirkliche Zukunftsfragen anzupacken und mal über Wahlperioden hinaus zu denken. Wenn das nicht in absehbarer Zeit passiert, nehmen Frust und Entmutigung bei den Kollegen so überhand, dass wir noch sehr viele Betriebe verlieren werden, und das schwächt unsere Position als gesellschaftlich relevante Gruppe und Dialogpartner der Politik immer weiter.

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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Ottmar,
      genau diese längerfristige Perspektive vermisse ich. Mittlerweile reden ja alle Parteien von „Ökologie“. Was damit aber gemeint ist, definiert keine Partei wirklich. Da ist von einer kompletten „Agrarwende“ die Rede, andere wollen „nur“ 20% Ökolandbau. Damit kann ich nicht planen.
      Bauer Willi

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Bauer Willi, mein Sohn will ein PKW kaufen,
        kann es ein Diesel sein,
        oder ein E-Mobil ohne Ladesäulen,
        oder ein Benziner, der in 5 Jahren nicht mehr fahren darf, weil er mehr CO² ausstößt als der Diesel?

        Was ich damit sagen will, in dem Bereich ist es genau so. 🙁

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  6. Politik ist das Problem, nicht die Lösung. Ich hätte gerne einen Nachtwächterstaat, der sich auf seine Kernaufgaben beschränkt: Freiheit, Interessen und Eigentum seiner Bürger nach innen und außen zu schützen. Im Wettbewerb um Wählerstimmen überbieten sich die Parteien mit Angeboten und Leistungen, die natürlich jemand bezahlen muss: der Wähler oder seine Kinder. Das kann man nun seit 50 Jahren beobachten, und es wird nicht besser. Welche Partei sollte das auch zurückdrehen? Sie würde allenfalls von ein paar Landwirten und Selbständigen gewählt werden, die Masse der Wähler sind Verbraucher und Abhängige. Wer langfristig denkt, muss nicht ständig von Nachhaltigkeit reden: solides Wirtschaften ist selbstverständlich. Heute regieren aber Demoskopie, Konsumklimaindex und das Motto: Lebe heute, zahle morgen.
    Je mehr von Nachhaltigkeit geredet wird, desto krasser wird das Gegenteil praktiziert.

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