Bauer Willi
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Brasilien…irgendwie ähnlich…

Neulich hatte ich Besuch von 40 Landwirten aus Brasilien. Ein Reisebüro aus Deutschland hatte angefragt, ob ich denen meinen Betrieb zeigen wollte. Also meine knapp 40 Hektar. Ist doch irgendwie lächerlich, dachte ich. Doch dann erfuhr ich, dass es in Brasilien viele Betriebe ähnlicher Größenordnung gibt. Klar gibt es auch Unternehmen mit mehreren tausend Hektar, aber die gibt es in Deutschland auch. Gut, wenn man Information aus erster Hand bekommt.

Neben vielen Fragen zur Anbautechnik (Düngung, Pflanzenschutz) dann auch die Frage zu Pachtpreisen und was ein Hektar Land kostet, wenn man es kaufen will. Habe die Antwort gegeben. Kopfschütteln. Das kann doch nicht lohnen. Meine Frage zurück: Wie ist der Pacht- und Kaufpreis bei euch? Die Antwort: viel zu teuer, aber trotzdem wird gepachtet und gekauft. Aha…

Dann waren wir noch bei „meiner“ Genossenschaft. Neben vielen Fachfragen auch hier eine eher ungewöhnliche: Wie viele Mitglieder kommen bei euch zur Generalversammlung? Na, sage ich, wenn es gut läuft (und wenn es was zu essen gibt) vielleicht fünf Prozent. Allgemeines Gelächter. Da wusste ich, dass Rheinländer und Brasilianer sehr ähnlich sind. Nicht nur im Karneval…

Euer Bauer Willi

P. S.: Bevor die Frage in den Kommentaren kommt: Nein, ich hatte leider keine Zeit, mich über Soja und Glyphosat und Regenwald und Biodiversität und indigene Völker zu informieren. Ich war ja Gastgeber und hatte genug damit zu tun, in zweieinhalb Stunden die vielen interessanten Fragen meiner Gäste zu beantworten. Aber ich könnte für euch ja mal nach Brasilien reisen und darüber berichten. Dafür braucht man Zeit und Geld. Zeit hätte ich…

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25 Kommentare

  1. Maximilian sagt

    Ich glaub ich bin zum Zeitpunkt der Hofführung da mit meiner Gülletonne vorbeigekommen.

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  2. Thomas Stintzing sagt

    Wäre auch gerne wieder mal bei meinen Bananenbauern und Reisbauern in Santa Catarina in Süd Brasilien.
    Meist sind es Nachfahren von Deutschen und Italienern im Raum Blumenau und Pomerode mit Höfen die ca. 20 bis 40 ha klein sind.
    Meistens ist es so wie bei uns mit dem Weitermachen des Hofes, beim Generationswechsel ist meist Schluß mit der Landwirtschaft!
    Gibt dort auch viel Industrie die meist junge Arbeitskräfte sucht!

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  3. Also, Bauer Willi, Zeit fuer Brasilen haette ich auch…! Und kenne mich dort auch ein bisschen aus von Rio Grande do Sul bis Mato Grosso….

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  4. Ehemaliger Landwirt sagt

    >>So könnte man herausfiinden was eine gesunde Betriebsgröße ist und die müßte ordentlich honoriert werden.<<

    Eine gesunde Betriebsgröße wäre eine Betriebsgröße wo der Bauer und seine Frau, eine 35 Stundenwoche, 30 Tage Urlaub, sämtliche Feiertage frei und einen Bruttoerlös jeweils von mindestens 5.000 Euro hätte, Betriebsauto für die Freizeit inklusive. Hab ich was vergessen, ach ja, Bildungsurlaub und das Weihnachtsgeld. 😉

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    • Berthold Lauer sagt

      Komisch, viele von denen, die all das haben sind auch nicht zufrieden wenn man sie fragt!
      Und wenn man sich all diese „Ahnnehmlichkeiten“ wünscht, warum ist man dann Bauer geworden oder geblieben. Das hat man doch vorher gewußt! Bauer sein ist eben nicht so einfach, und das ist auch gut so, sonst könnt’s ja jeder!!!

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ich habe das große Los gezogen, indem ich der einzige Sohn war;)

        Glücklicherweise ist meine Frau in ihrem Beruf geblieben und Geniest die Annehmlichkeiten noch. Na ja mit den 5.000 hats nicht ganz geklappt und mit dem Firmenauto auch nicht.

        Als wir uns damals so entschieden haben, waren wir das Tagesgespräch unter den Berufskollegen, jetzt hört man doch ab und zu, dass unsere Entscheidung doch nicht so schlecht war.

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    • Paulus sagt

      Die Ansprüche und die Dummheit der Bauern sind grenzenlos. Das war schon vor 50 Jahren so und ist es auch heute noch. Wer bitteschön soll Euch denn noch ernst nehmen? Weiter so, aber bitte nicht wieder die bekannte und unerträgliche Arie mit dem ach so undankbaren Verbraucher singen. Für Saisonkräfte ist Euch der Mindestlohn ja auch schon zu viel. Mein Gott, was seid Ihr bescheuert!

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        >>Mein Gott, was seid Ihr bescheuert!<<

        Zumindest glaubt der Herr Paulus, dass er selbst zu den Auserwählten gehört.

        Wie kann man das erkennen, so verwirrend und Gegensätzlich manche Beträge sind, kann ich keine außerordentliche Begabung erkennen.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Jetzt habe erst gesehen, dass ihre Post unter der meinigen steht.

        Halten sie mich für einen „dummen“ Bauern, ich war gar kein Bauer, sondern Winzer.Es berühmte Menschen, die sich einen Weinberg zugelegt haben, nur um sich Winzer nennen zu dürfen.
        Einige Prominente keltern auf professioneller Basis, etwa Gérard Depardieu, Francis Ford Coppola, Günther Jauch oder Olivia Newton-John. Sting produziert in der Toskana, Emilio Estevez, der Bruder von Charlie Sheen, hinter seinem Haus in Malibu. Antonio Banderas ist seit 2009 an einer spanischen Bodega beteiligt. Andere, wie David und Victoria Beckham oder Johnny Depp, besitzen Weingüter für den Eigenbedarf.

        Betriebswirtschaftlich müssen halt die Erlöse eine Höhe haben, dass man rumänischen Erntehelfern den Mindestlohn auch bezahlen kann, haben sie dies in ihrem Studium nicht gelernt? Elsässische Obstbauern haben nach Einführung der Mindestlohnes die Konsequenzen gezogen und den Obstau mehr oder weniger eingestellt, wie sich die Zukunft weiter in dieser Hinsicht darstellt, wird sich zeigen.

        Um ein Hektar Erdbeeren zu bewirtschaften braucht es 3.000 Arbeitsstunden, da ist die Höhe des Arbeitslohnes ein wichtiger Faktor, anders ist es bei einem Hobbybauer, dem seine Zottelrinder brauchen keine fremden Arbeitskräfte.

        In einem haben sie sicher recht, ich bin etwas bescheuert, wäre ich das nicht, würde ich auf bescheuerte Post nicht antworten.

        Übrigens, auf ihre 27 Klicks bei einer ihrer Post brauchen sie nicht Stolz sein, die haben sie alle von mir bekommen, weil die Astrid auf wundersamer Weise auch so viel bekommen hat.

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  5. Ludwig sagt

    Bin gerade in Südwesten gewesen, die Gebiete mit vielen deutschen Aussiedlern.. Betriebsstrukturen wie bei uns im Westen. Dazu noch hügelig bis bergig mit der Technik die bei uns 1980 eingesetzt wurde. Die haben die gleichen Probleme wie wir. Viel Arbeit wenig Brot. Selbst 2 Ernten im Jahr machen niemanden reich. Die Verpächter dort sind auch Rentner oder ehemalige Kleinbauern, die darauf achten was mit ihren Grundstücken passiert.
    Zensi: Erst umfassend informieren und auch das zur Kenntnis nehmen, was nicht ins eigene Weltbild passt. Dann sieht die Welt plötzlich ganz anders aus.

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  6. Ehemaliger Landwirt sagt

    Also bei uns im Winzerkeller kommt nahezu jeder zur Generalversammlung, der mehr als 2.000 qm Weinberge hat und nicht gerade bei der Schichtarbeit ist.
    Der Wein den es umsonst gibt, kann nicht daran Schuld sein, er stammt ja aus Eigentum des Winzers. 😉

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  7. fred huber sagt

    zur Betriebsgröße: ich war 2005 für ein Praktikum in Minnesota. durchschnittliche herdengröße in „unserem“ County waren damals 40 kühe. es wird überall nur mit wasser gekocht….

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  8. Oberländer sagt

    Da würd ich nach 30 Jahren gerne mal mitfahren,
    sehen was sich geändert hat. Aber nicht unter 6 Wochen.

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  9. bauerhans sagt

    ich kann mich an praktikanten aus brasilien erinnern,die hier ende der 1960er jahre auf höfen ein jahr verbrachten.
    die hatten deutsche vorfahren,sprachen deutsch und erzählten,dass zuhause noch mit zugochsen gearbeitet wurde.
    traktorfahren und pflügen mit der damals aufkommenden regelhydraulik mussten die hier erst lernen.

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  10. Zenzi sagt

    Naja Willi, so eine kleine Frage wegen der Soja hättest du schon stellen können. Die Info dazu wird doch genug von deinen Lieblingsfeinden, den NGO´s, aufbereitet. Aber das wäre dir wahrscheinlich nicht kontrovers genug in der Fragestellung, hm. Dann müsstest du evtl. dein Weltbild ändern.
    Hohe Pachtpreise lassen schon mal den Schluss zu, dass die Großeigentümer sich ihr Land gut bezahlen lassen und so die Auslese für Indigene betrieben wird. Manche werden auch einfach „kalt“ enteignet.
    Das Gelächter zu den Genossenschafts-Betriebsversammlungen kann auch heißen: Haha, die Deutschen haben Mitspracherecht und nutzen nur 5% für ein paar belegte Schnittchen…

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    • bauerhans sagt

      „deinen Lieblingsfeinden“

      zenzi,du unterstellst bauer willi etwas,was nicht zutrifft!

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    • Bauer Willi sagt

      @Zenzi: „hättest Du, wäre Dir, müsstest Du, lässt den Schluss zu, kann auch heißen“. Ist das nicht ein wenig viel Spekulatius?

      Zu den Lieblingsfeinden: Lese doch mal mein Interview mit dem Welttierschutzverein, mit Greenpeace, mit dem WWF. Findest Du alle hier im Blog. Weitere sind in Vorbereitung. Ach ja, Felix zu Löwenstein habe ich noch vergessen. So viel zu meinem Weltbild…
      Bauer Willi

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  11. Lieschen Müller sagt

    Internationaler Austausch ist immer gut. Gibt es in Brasilien auch Genossenschaften bzw. Erzeugergemeinschaften?

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    • Bauer Willi sagt

      Der Übersetzer links neben mir (der Name Daniel Rosenthal weist auf seine deutschen Wurzeln hin, seine Eltern sind ausgewandert) ist Vizepräsident einer Kooperative (= Genossenschaft) mit 9.000 Mitgliedern. Alle so zwischen 30 und 100 Hektar. Übrigens auch Betriebe mit Kartoffeln! Wir bringen mit Brasilien ja immer ganz andere Kulturen in Verbindung.
      Bauer Willi

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      • Inga sagt

        Ja,
        da müßte man mal rausfinden, was eine gesunde Betriebsgröße ist; in Bezug auf Naturverträglichkeit!
        Wievel Tiere im Stall kann ein Mensch betreuen, besonders bei Kühen, was höher ist, könnte von Nachteil sein, ein Nchteil für Gesundheit und Natur, auch Tierschutz!

        So könnte man herausfiinden was eine gesunde Betriebsgröße ist und die müßte ordentlich honoriert werden.
        Dann müßten die Lebensmittel eben teurer werden, aber das käme der Natur zu Gute.
        Und die Städter bräuchten kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, weil sie sich so billge Lebensmittel einverleiben können und die Natur u. Kreatur muß evetnuell deswegen leiden!

        Denn ich glaube, der Mensch braucht von gerade in der Beziehung Herausforderungen.
        Und wenn de nicht da sind, dann gibt es eben Schuldzuweisungen!

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        • bauerhans sagt

          der letzte milchviehbetrieb hier hatte die kühe im juni verkauft.
          der herdsman,der täglich nur die kühe betreute,ist gesundheitlich ein wrack!

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