Bauer Willi
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Welternährung – strittige Fragen…

Heute abend um 19.00 Uhr bin ich zu einer Podiumsdiskussion vom Ökoreferat des AStA Bonn eingeladen. Hier die Ankündigung: http://www.bonnboard.de/event/640

Wie ihr sehen könnt, bin ich der einzige „Konventionelle“ in der Runde. Folgende Fragen sollen bearbeitet werden:

  • Kann auf den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger komplett verzichtet werden?
  • Wie steht es um Effizienz, Produktivität und Wirtschaftlichkeit bei extensiv wirtschaftenden Kleinbauern bzw. bei industrieller Tierhaltung?
  • Welche Rolle spielt der Zugang zu und das Eigentum an Ackerland?
  • Welche Rolle hat die Nutztierhaltung für die Welternährung?
  • Welche Verantwortung haben Verbraucher*innen, Firmen und die Politik?
  • Welchen Realitäten müssen sich Landwirte in der heutigen Zeit stellen und welche guten Gründe gibt es für ihre Art der Bewirtschaftung?

Ich könnte gut noch etwas „Munition“ gebrauchen, denn ich weiß nicht, ob ich auf alle Fragen auch eine passende Antwort parat haben werde. Mit der „Welternährung“ habe ich mich sicher nicht so eingehend befasst wie Felix Prinz zu Löwenstein, der dazu schließlich ein Buch geschrieben hat und als Präsident der Ökobauern sicherlich mehr Diskussionserfahrung hat als ich. Ich hab das Buch jetzt zweimal gelesen und finde da keine Lösungen, die mich restlos überzeugen. Die letzte Frage bereitet mir die wenigsten Probleme.

Wenn ihr morgen um 19.00 Uhr  nach Bonn in den Hörsaal 17 im Hauptgebäude der Uni Bonn kommt, würdet mich das freuen, aber meine Nervosität noch steigern. Aber verbieten kann ich es euch ja nicht… 🙂

Euer Bauer Willi

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75 Kommentare

  1. Übrigens wir hatten schon mal eine Landwirtschaft ohne Pflanzenschutzmittel, die war geprägt von Missernten und Hungersnöten… Und weil der Mensch so gerne vergisst, kennt er auch dessen Folgen heute nicht mehr. Es ist wie so oft in der Geschichte: Die Fehler der Vergangenheit muss wohl jede Generation selber neu am eigenen Leib erfahren, um hinterher die Erleuchtung zu bekommen, dass doch der Staus Quo doch irgendwie garnicht so schlecht ist/war…

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    • bauerhans sagt

      je mehr es uns materiell gut geht,desto mehr suchen wir nach emotionaler zufriedenheit und je weniger wissen wir haben,desto emotionaler sind unsere erkenntnisse .
      zahlen,die was anderes sagen,müssen fake news sein.

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    • Andreas Müller sagt

      Der Bundestag hat am vergangenen Donnerstag mit den Stimmen der Koalition bei Enthaltung der Linken und Ablehnung der Grünen das Gesetz zur Änderung futtermittelrechtlicher und tierschutzrechtlicher Vorschriften beschlossen. Damit wird die mit der Krise um die Bovine Spongiforme Enzephalopatie (BSE) eingeführte Verbotsregelung im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) gestrichen.

      Wertvolle Rohstoffe für die Tierernährung

      Die Branche hatte angesichts einer drohenden Verknappung bei Eiweißfuttermitteln auf diese wertvollen Rohstoffe hingewiesen, welche aufgrund des Verbots nicht genutzt werde können. Aus ökologischer Sicht sei es wesentlich nachhaltiger, solche Proteine in der Tierernährung zu nutzen. Fachleute versprechen sich durch die Aufhebung des Verbots nicht nur positive Umwelteffekte, sondern auch eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Nutztierhaltern und Fleischverarbeitung, schreibt der Verband für Tiernahrung.

      120.000 Tonnen tierisches Protein wird verfügbar

      Laut einer groben Schätzung des Verbands für Tiernahrung werden mit der Aufhebung des Verbots rund 120.000 Tonnen tierisches Protein aus artenreinen Schlachtabfälle aus der Schweine- und Geflügelfleischproduktion für den Nutztierfuttersektor zur Verfügung stehen. Das entspreche einem Sojaschrotäquivalent von ca. 140.000 Tonnen, etwa 2,8 % des Gesamtverbrauches an Soja in Deutschland. Hinzu kämen etwa 20.000 Tonnen verfütterbare Tierfette und gut 10.000 Tonnen Futterphosphat. (Quelle: agrarheute.com vom 22.5.2017)

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  2. Die (billige) Masse wird zukünftig vermehrt aus dem Bioreaktor kommen. Energieeffizient, designbar, quasi vegan, wenige Treibhausgase, saubere geregelte Arbeit…
    Der pflanzlicher Ausgangsstoff (Input) wird (vermutlich häufig auch unter GVO-Einsatz) vor allem in den großen (Flächen-)Agrarsaaten produziert werden (wichtig: billig…)
    So Rohrzuckerplantage in Kolchosengöße mit weitest autonom arbeitenden Traktor- und Ernteflotten.

    Sind Wissenschaft und die Großen aus der Szene schon dran.
    http://www.wbcsd.org/Projects/FReSH/News/25-leading-global-companies-join-together-to-accelerate-transformational-change-in-global-food-systems

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  3. Sabine sagt

    Sagt mal, gibt es eigentlich sowas wie nen Index wo, was am besten wächst und wo welche Tierhaltung am sinnvollsten ist? Ich mein jetzt weltweit. Ich werd nämlich den Verdacht nicht los, dass zu oft vom europäischen Modell und von europäischen Ernährungsgewohnheiten ausgegangen wird, wenn über die Welternährung gesprochen wird. … und wie sehr das europäische Modell in die Hose gehen kann, sieht man an Entwicklungsprojekten der vergangenen 50 Jahre. Wir exportieren ja z.B. unsere Milchrinder so ziemlich in jeden Winkel der Welt, auch dahin wo man sie nur mit wahnsinnig hohem Aufwand halten kann. Ich stell mir immer mal wieder vor, wie es wäre, wenn aus irgendwelchen Gründen Tibet die Nase in Sachen Fortschritt und Entwicklung ganz vorne hätte und uns tibetanische Landwirtschaftsexperten versuchen würden das Yak aufzuschwatzen, nebst dem Anbau der für diese Tiere benötigte Schuppensegge. Ich mein, der Alois könnte vllt. noch mit Yaks glücklich werden, aber so richtig sinnvoll wäre wohl anders.

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    • bauerhans sagt

      naja,wasserbüffel gibts hier in D doch ne ganze menge,der mozzarella von deren milch soll sich gut verkaufen lassen.

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  4. http://www.bmel-statistik.de/de/landwirtschaft/testbetriebsnetz-landwirtschaft-buchfuehrungsergebnisse/
    Hier findest du statistisch gesicherte Daten zur IST-Situation der deutschen Landwirtschaft. Ich hatte mir vor 2 Jahren mal die Mühe gemacht, und die Ökodaten von den Daten ALLER abzuziehen. Dann hat man einen Recht sauberen Vergleich. Ergebnis: Ertragslage im Schnitt und über die Fläche sauber gewichtet ist fast exakt bei 50 %. Hinzu kommt ein höherer Anteil „Feldfutter, was auf den zwingend notwendigen Leguminosenanbau zurück zu führen ist. Ich nehme mir schon seit geraumer Zeit vor, dass mal aktuell auszuwerten, aber Du liebst ja auch die Statistik.

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  5. Frank Tietjen sagt

    Mal ein anderer Ansatz : könnte es nicht einfach sein, dass der Verbraucher immer mehr bio will, weil die konventionelle Landwirtschaft so intensiv geworden ist? Immer mehr Land wird versiegelt oder irgendwelchen Naturschutzmassnahmen geopfert. Aber trotzdem bleiben die Erträge gleich. Dafür düngen und spritzen wir mehr um die ertragssicherheit zu gewährleisten. Zeitgleich wird uns vorgeworfen, wir vergiften alles und güllen so viel, dass wir das Grundwasser mit Nitrat belasten.
    Vielleicht ist bio oder konventionell nicht richtig? Vielleicht sollte man den Mittelweg gehen?
    Wenn man die in meinen Augen teilweise sinnlos angelegten Naturschutzgebiete wieder rekultivieren würde und den Flächenfrass stoppt oder wenigstens verlangsamt wäre wesentlich mehr Fläche vorhanden. So könnte die Landwirtschaft extensiver arbeiten und die gleiche Menge aber von mehr Fläche ernten.
    Dadurch könnte man die gülle auf mehr Fläche verteilen, wodurch sich das Risiko minimiert, dass Nitrat ins Grundwasser gelangt, man benötigt weniger Kunstdünger und kann das spritzen eventuell durch striegeln/hacken minimieren. Gleichzeitig kann mit feldgehölzen, blühstreifen und /oder grünbrachen die Natur wieder mehr Einzug halten …

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    • Inga sagt

      Bist du bereit beim Striegeln zu helfen?

      Aber ich denke das erforschen Wissenschaflter schon!

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      • Andreas Schmid sagt

        Erforschen die wie man Biofreunde dazu bringt beim Striegeln zu helfen? 😀 😀

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  6. http://codepen.io/Humphreto/pen/bpNbNQ/image/large.png

    Norman Borlaug, Friedensnobelpreis : der Mann, der eine Milliarde Menschenleben rettete.

    Wie ? Ertragsfreudige Pflanzensorten, Dünger und Wasser, um den Ertrag zu schaffen, Pflanzenschutzmittel, um den Ertrag zu sichern… Ja, ich weiss, die Grüne Revolution wird heftig kritisiert.

    Niemand kennt Norman Borlaug ausserhalb des Fachkreisen. Jeder kennt Vandana Shiva, die nie an Hunger gelitten hat.

    Von Norman Borlaug :

    « There are 6.6 billion people on the planet today. With organic farming we could only feed four billion of them. Which two billion would volunteer to die? »

    Es gibt heute 6,6 Milliarden Menschen auf dem Planeten. Mit Bioanbau könnte man nur vier ernähren. Welche zwei Milliarden melden sich freiwillig für den Tod ? »

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  7. Schweinebauer Piet sagt

    Konventionelle Feldnachbarn von Felix ausfindig machen und die nach Erträge fragen, dann hast Du einen Vergleich.

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  8. Schweinebauer Piet sagt

    Moin Willi, im Studium hab ich 2004 gelernt, dass wir genug haben, aber ès nicht gut verteilt ist. Ob das für die Zukunft auch richtig ist? Bei Bio gibt es bestimmt auch ein Problem. Würde mir Vergleichserträge besorgen.

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    • Bauer Willi sagt

      Die Erträge liegen im Schnitt bei der Hälfte von konventionell. Das heißt, wir brauchen die doppelte Fläche für die gleiche Menge. Da bleibt für Naturschutzgebiete nicht mehr viel Platz.
      Bauer Willi

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      • Darüberhinaus muss man oft die Fruchtfolge verlängern und weniger ertragshohe Kulturen und sogar ertragslose Gründünger einsetzen. Ergo vermindert sich nicht nur der Ertrag, aber auch die Produktion.

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  9. Warum BIO?
    Warum auf bessere Pflanzenschutzmittel verzichten?
    BIO ist nur eine Ideologie.
    Wenn nicht nur das Marketing im Vordergrund steht, sondern nur die bestmögliche Art und Weise Lebensmittel zu produzieren, dann wäre das:
    BIO wo ausreichend und wirklich umweltschonender, und darüberhinaus konventionell, mit maßgeschneiderten Pflanzenschutzmitteln.

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  10. nicht unwesentliche teile der welternährungsproduktion erfolgen ohne synthetische dünger und pflanzenschutz, weil man für diese kulturen beides nicht braucht. von dieser seite ist kein einbruch der versorgung zu befürchten.

    es haben noch nie weltweit relativ so wenig menschen gehungert. die zahl der hungernden wäre duch einen weltweiten verzicht auf synthetische dünger und pflanzenschutzmittel mit sicherheit bis zu einem vielfachen höher.

    der zugang zu ackerland in einem kleinen umfang hat auch in der ex-ddr vielen menschen das leben gerettet. eine mindestfläche zur selbstversorgung würde die situation von sog. landlosen massiv verbessern. die kleingartenwirtschaft ist relativ die produktivste.

    da gras und grünland kaum zur menschlichen ernährung geeignet ist, ist nutztierhaltung die effizienteste möglichkeit, hochwertiges eiweiss für den menschen zu gewinnen.

    der verbraucher entscheidet, wofür er geld ausgibt. unternehmen bieten produkte an, der verrbaucher entscheidet, ob er sie annimmt oder nicht. die politik kann nur rahmenbedingungen herstellen.

    wer verantwortungsbewusst ökologisch und kinventionell arbeitet, ist ein guter bauer. wer verantwortungslos ökologisch und konventionell arbeitet, ist kein guter bauer. wobei beide zu vergleichen, etwas hinkt. der öko-beriech wird bis zu 100 % subventioniert, der konvi-bereich bis zu 50 %. gemessen am ausgewiesenen betriebseinkommen.

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    • Paulus sagt

      Na ja, da hat sich der DLF mit seiner Berichterstattung nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
      „Dabei wird der Reis in einem Atomkraftwerk direkt der Strahlung des Reaktors ausgesetzt. Diese würfelt das Erbgut so stark durcheinander, dass künstliche Gene entstehen.“
      Die Sache ist schon ganz erheblich komplexer und nicht ohne Grund umstritten.
      Wenn ich mich atomarer Strahlung aussetze pinkele ich anschließend auch kein Weihwasser.

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  11. Globale Landflucht. Gut die Hälfte der Weltbevölkerung lebt mittlerweile in Städten – da braucht man eine absolut effiziente LW, dass die alle satt werden. Wennst da noch auf Bio machst, werden das wegen der Mindererträge/höhreren Preise gerade in der so genannten Dritten Welt viele nicht bezahlen können. – Würde in einer Hungerkatastrophe enden.

    Gern wird behauptet, dass die globalen Haupternährer KleinbäuerInnen wären – da werden offenbar landlose ArbeiterInnen mitreingerechnet – das verzerrt das Bild doch etwas. (KleinbäuerInnen sind auch die Gruppe, die weltweit am stärksten von Hunger betroffen sind. – Mit etwas Land ist gerade das schwer vorstellbar..)

    Ich kenn eine Berechnungen zu Bio global (bin aber unterwegs und kann keine Quelle angeben). Die eine errechnete, dass Bio global zusätzliche Fläche von ganz Südamerika ohne Chile brauchen würde. Für Futtermittel wäre dann nochmal eine zusätzliche Fläche von der Größe der USA notwendig.

    Klassiker zu dem Thema ist dieser Keckl da
    https://www.nzz.ch/keine_experimente_mit_der_welternaehrung-1.14698187

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  12. « Bio » ist eine Produktionsart, die wir uns im wohlhabenden, sattgefütterten Westeuropa leisten können. Unter « wir » verstehe ich die Wohlhabenden in unseren Gesellschaft, die es sich leisten können, Obst, GeMûse, usw. Zum doppelten, dreifachen, usw. Preis zu kaufen.

    Die Landwirtschaft – besser : die Nahrungsproduktion – ist in vielen Entwicklungsländern und insbesondere in Afrika teilweise « bio », dies aufgrund des mangelnden Zugangs zu Produktionsmittel. Welch ist das Los eines Jungen auf dem Lande ? Jäten, Käfersammeln, Vögelabjagen, usw. Welch ist seine Ambition ? In die Stadt zu gehen ; möglicherweise auch nach Europa zu flüchten.

    « Bio » in diesen Ländern zu fördern und die Benutzung von modernen Produktionsmittel abzuraten ist absolut töricht. Nicht so Maria Heubuch ?

    Zum Schluss : gehört einen Afrikanischen Bauer über Pflanzenschutz :

    Europäischer Besucher : « Wie schützen Sie Ihre Kulturen vor Schädlingen ? »

    Bauer : « Wir haben unsere Amuletten. »

    E.B. : « Und wie ist es mit dem Unkraut ? »

    B. : « …eine robuste Frau… »

    Nicht selbst aber von einem zuverlässigen Freund gehört.

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  13. 3.: Eigentumsland finde ich sehr wichtig für einen funktionierenden Betrieb. Wenn wir davon ausgehen, dass das Land bezahlt ist, können wir mit der besagten Fläche einen Wert erschaffen um den eigenen Betrieb weiterzuentwickeln aber auch, um die eigenen Familie versorgen zu können.

    Habe ich als Betrieb kein Eigentumsland: muss ich entweder Fläche kaufen oder pachten. Das stellt eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Für Kleinbauern fast nicht möglich bei den derzeitigen Preisen.
    Schauen wir in ärmere Regionen, arbeiten die Bauern, um die Pacht für das Land zu bezahlen. Zum Leben bleibt da oft wenig über. (moderne „Sklaverei“?)

    MfG

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  14. 1.: Ja, eine Landwirtschaft ohne chemische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger ist möglich!

    Man muss sich jedoch im klaren sein, dass ein Ertragsrückgang die Folge wäre (Man kann von etwa 1/3 ausgehen). Viel gewichtiger finde ich aber den Rückgang der Ertragsstabilität. Biobetrieben sind eher die Hände gebunden als konventionellen Betrieben. Zum Beispiel hatten die Biowinzer im vergangenen Jahr erhebliche Probleme durch den Mehltau.

    Ist es moralisch vertretbar, einen Ertragsrückgang und eine geringere Ertragsstabilität anzustreben, während das Bevölkerungswachstum in vollem Gange ist? Schätzungsweise sind etwa 1 Mrd. Menschen weltweit unterernährt! Verbessern wir deren Versorgungsgrad durch eine Extensivierung?

    MfG

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  15. Anton Kraus sagt

    Guten Morgen, Bauer Willi. Anbei einige Punkte:
    – Pflanzenschutz: Studien aus Bonn (Prof v Braun) zeigen dass Produktivitaetssteigerungen bis 2030 nur noch zu ca 20% über PS kommen. Wichtig in Zukunft sind Züchtung auf Resistenzen, weniger N und P-bedarf, Präzisionstechnik, Feldmanagent. Also es hängt nicht mehr so viel von PS ab! Sind zwar Projektionen aber die Entwicklung läuft.
    – Pflanzenschutz Verbrauch: nach Tonnen und Häufigkeit rückläufig bei uns zumindest!
    – ohne Pflanzenschutz gehen nicht nur die Ertraege sondern die Qualitaet um mindestens 1/3 zurück ( siehe Prof v Witzke) . Beispiel 2016: schlechter Backweizen, Ausfälle bei Kartoffeln,usw
    – auch Bio geht nicht ohne PS. Cu-verseuchung der Böden in Biobetrieben, Cu-Menge sogar im Steigen, Regenwurmschäden, Insektizide Biologischen Ursprungs(siehe Avermectin -Giftigkeit)
    – Lebensmittelvergiftungen: keine Vergiftung mit PSM, Ehec kam aus Biobetrieben (53 Tote, 200 Dialysepatienten)
    – Braucht man Tierhaltung? In ariden Gebieten (40% der LF weltweit) ist Landwirtschaft ohne Tierhaltung nicht möglich
    – sonstiges: beliebte Weitere Themen sind Gesamtkosten für die Gesellschaft durch die angeblichen Schäden durch die Landwirtschaft ( Vergleiche mit anderen Branchen)
    – sonstiges: Kleinbetriebe für die Zukunft…..

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  16. Eva-Maria sagt

    Auf Pestizide und Kunstdünger kann nicht verzichtet werden, weil wir erst durch Einsatz dieser Mittel die ausreichende Lebensmittelversorgung erzielt haben. Meine Eltern können sich noch an Zeiten erinnern, wo es keinen Kunstdünger und fast keine Pflanzenschutzmittel gab. Sie können sich auch an Zeiten erinnern, wo man DDT auf das Kraut streute, ohne lange nachzudenken, übrigens auch auf den Kopf von Menschen, die Läuse hatten (und die ohne großen gesundheitlichen Schaden sehr alt wurden). Man muss sich auch vorstellen, wer damals auf den Feldern stand, um zu jäten und zu ernten – nämlich der Großteil der Bevölkerung!
    Nutztierhaltung spielt eine große Rolle, da wir Menschen von Natur aus als „Allesfresser“ geschaffen sind und uns daher von Fleisch ernähren wollen und sollen. Außerdem spielt der natürliche Dünger der Nutztiere eine große Rolle, wenn wir Kunstdünger reduzieren wollen. Vegane Ernährung muss auch durch künstliche Zusatzstoffe ausgeglichen werden.
    Ohne Eigentum an Ackerland wird man nicht auskommen. Wie es aussieht, wenn sich das Land im Staatsbesitz befindet und staatliche Angestellte die Nahrungsmittel erzeugen, das hat man im ehemaligen Ostblock gesehen, wenn die Arbeiter nach einem 8 Stunden-Tag die Arbeit niederlegten, egal, wie das Wetter ist und wird. Die Bevölkerung stand vor leeren Regalen und musste sich für ein teures Stück Fleisch stundenlang in der Reihe anstellen. Nur wenn der Landwirt das Land selbst besitzt und selbst bewirtschaften kann, wird es ausreichend Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen geben.
    Die Verantwortung von Verbrauchern, Firmen und Politik sehe ich darin, dass man den Bauern die Rahmenbedingungen schafft, gesunde Lebensmittel in ausreichendem Maß zu erschwinglichen Preisen zu erzeugen und selbst von dieser Arbeit lebenswert leben zu können. Die Doppelmoral der Gesellschaft besteht darin, dass sie bei Lebensmitteln „zurück zur Natur“ einfordert und selbst in allen anderen Bereichen auf Kosten der Natur lebt,
    Mit regionalem und saisonalem Einkauf ist man auf dem richtigen Weg.
    Ich hatte in letzter Zeit das Vergnügen, mir einen Eindruck von staatlicher Arbeit zu verschaffen und kann es als Landwirtin kaum fassen, dass man mit Ressourcen derart verschwenderisch umgehen kann. Und wer denkt dabei an die Umwelt? Und wer zahlt’s?

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    • « Außerdem spielt der natürliche Dünger der Nutztiere eine große Rolle, wenn wir Kunstdünger reduzieren wollen. »

      Der natürliche Dünger transferiert Nährstoffe von der Wiese auf das Ackerland – und durch die Sojabohnen und -kuchen von Lateinamerikanischen auf (hier) Deutsche Felder.

      1+
    • „Die Doppelmoral der Gesellschaft besteht darin, dass sie bei Lebensmitteln „zurück zur Natur“ einfordert und selbst in allen anderen Bereichen auf Kosten der Natur lebt.

      Das ist der springende Punkt!

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    • AdT sagt

      „Vegane Ernährung muss auch durch künstliche Zusatzstoffe ausgeglichen werden.“

      Vitamin B 12, das in synthetisch hergestellter Form auch Mastschweine und -hühner bekommen müssen. Fleischesser nehmen B 12 also auch in der „bösen unnatürlichen“ Form auf. Trotzdem haben sie häufig einen Vitamin B 12 und D-Mangel und sollten es ergänzen. Bei der Ernährung ist Dogmatismus eher hinderlich.

      Veganer brauchen deutlich seltener künstliches Insulin, Betablocker, Blutverdünner, künstliche Arterien (Bypass).

      Gesundheitlich ist es eine Überlegung wert, Fleisch und Milchprodukte zumindest stark zu reduzieren.

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      • Was hat die vegetarisch-vegane Bewegung bewirkt? Im selben Zeitraum, in dem die Mitglieder dieser Bewegung fleißig ihre Unwerturteile ausgesprochen haben, von 2000-2013, hat sich die Zahl der Schlachtschweine in Deutschland um ca. 15 Millionen und die Zahl der Schweine pro Haltung sich von 350 auf 2160 erhöht. Da kommt mir doch glatt der Gedanke, dass Unwerturteile nicht zielführend sind, sondern Teil des Prozesses, der die Situation der Großbetriebe begünstigt und kleine und mittlere Betriebe in den Ruin getrieben hat.

        Die Überlegung, Fleisch und Milchprodukte in Kooperation mit den Bauern (Stichwort: angemessene Preise) allmählich auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren, ist hingegen richtig. Die Reduktion sollte jedoch noch weit mehr Zucker betreffen, wo der Verbrauch ja noch mehr eskaliert ist. In extrem vielen industriell verarbeiteten Lebensmitteln wird Zucker versteckt. Vielleicht ist ja auch der Zuckergenuss für den Diabetes verantwortlich.

        Im übrigen gibt es noch nicht so viele Menschen, die fünfzig oder mehr Jahre vegan gelebt haben, sodass man endgültige Aussagen über den Gesundheitswert dieser Ernährungsweise machen kann.

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  17. Alexander Spahr sagt

    Naja, wie ich meine ist das absolute No-Go im ökologischen Landbau der Einsatz von Kupfer und Schwefel. Ich lebe am Rande des Schwarzwalds in der Oberrheinebene. Wir haben hier Gebiete mit Schwermetallen in dem Böden die jetzt schon nicht mehr für den Nahrumgsmittelanbau bestellt werden dürfen. Das Resultat des Kupfer und Silberabbaus im Mittelalter. Da muss ich mir doch ernsthaft Gedanken was für eine absolute Sauerei im Bioanbau permanent getrieben wird. Von den nicht nur halben Erträgen ganz zu schweigen. Ich bin überzeugt dass die Realität irgendwo bei 30 % liegt.
    Herzliche Grüße
    Alexander Spahr

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    • AdT sagt

      Wenn alle Menschen vegan leben, ja wenn. Die effizienteste Landnutzung für die Welternährung ermöglicht eine (weitgehend) ovo-lacto-vegetarische Ernährung. Das ist überhaupt kein Argument gegen eine vegane Lebensweise, denn wir sind von einer für die Welternährung effizienten Landnutzung bekanntlich weit entfernt. Bis auf absehbare Zeit ist eine Reduktion des Fleisch- und Milchkonsums, insbesondere in der westlichen Welt, wünschenswert. Veganismus trägt dazu bei.

      Auch wenn man durch individuelle vegane Lebensweise die tatsächliche Landnutzung und die Verteilung der Agrarerzeugnisse nicht beeinflussen kann – so what! Man ist zumindest kein Hindernis, kompensiert als Veganer den durch Flugreisen verursachten CO2-Ausstoß (in CO2-Äquivalenten), trägt nicht unnötig zum möglichen Tierleid bei und tut was für seine Gesundheit.

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  18. Friedrich sagt

    Ohne Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger ist die Welt nicht zu ernähren.Kleinbauern wirtschaften zu den hiesigen Bauern extrem uneffektiv. Die hiesige Tierhaltung ist sehr effektiv und hat weltweit die beste Klimabilanz. Die weltweite Tierhaltung ist überlebenswichtig , weil die Tiere sehr viele Flächen beweiden und aus Gras Milch und Fleisch machen. Außerdem ist die Tierhaltung ein wichtiger Faktor in der Kreislaufwirtschaft. Das Verbraucherverhalten bei uns ist nicht Resorcenschonend, nimmt keine Rücksicht auf das Klima und ist nur auf das eigene Ego eingestellt. Für Probleme sind immer nur die Anderen zuständig. Die hiesigen Bauern wirtschaften in der Nähe einer Staatsdiktatur. Sie sind extrem wirtschaftlich und effektiv. Hohe Leistungen auf dem Acker und in der Tierhaltung sind Pflicht. Nur so ist die weltweit beste Klimabilanz möglich. Außerdem tragen die Bauern zur weltweiten Ernährung bei.

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  19. Ehemaliger Landwirt sagt

    „Kann auf den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger komplett verzichtet werden?“

    Ja, das geht!

    Vor 150 Jahren hat man es so gemacht.

    Meine Gemeinde hat den Armen die Schiffspassage ab Genua nach Amerika bezahlt, dass sie die hungrigen Mäuler los hatten. Nachzulesen in den Gemeineratsprotokollen unserer Gemeinde.

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    • „Kann auf den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger komplett verzichtet werden?“

      Ja, das geht!

      So macht man es in Afrika.

      Und die Sippe bringt Geld zusammen, um einem Jungen eine ander Art von Schiffspassage zu bezahlen, in der Hoffnung, er wird Geld zurückschicken können, damit hungrige Mäuler etwas bekommen.

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      • Eva-Maria sagt

        @Seppi

        „So macht man es in Afrika.“

        Genau dort müsste man ansetzen, diese Menschen leben noch relativ natürlich. Man müsste sie in ihren Ländern Ressourcen schonend bilden und ernähren. Man benötigt dafür nur einen Bruchteil an finanziellen Mitteln gegenüber der Umwelt vernichtenden Kriegsmaschinerie.
        Gleichzeitig könnte man unsere Gesellschaft auf sanftem Wege „zurück zur Natur“ bringen. Sind wir doch ehrlich, die Gesellschaft ist schon längst übersättigt von Dingen, die die Welt nicht braucht. Diese überschüssige Energie müsste man effizienter einsetzen.
        Unser Lehrer sagte immer: „Wozu denn in die Ferne schweifen? Sieh das Gute liegt so nah!“ Goethe Zitat

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  20. Karl Holböck sagt

    Hallo Willi, ich war vor ein paar Wochen als Prüfer in der landw. Meisterprüfung auf einem 80 ha Biobetrieb in Niederbayern. Der Betrieb ist seit über 30 Jahren bio und der Betriebsleiter ist auch politisch bei den „Grünen“ sehr angagiert. Auf die Frage, was den die größten Herausforderungen für einen Biobetrieb wären, kamen von ihm drei ganz kernige Aussagen:
    1. Es ist sehr schwierig die Nährstoffe, die über produzierte Nahrungsmittel aus dem Betrieb abfließen, wieder zurück auf die Flächen zu bringen. Sein Bodenvorrat an Phosphat und Kali neigt sich dem Ende zu. Er hält eine Rückführung der Nährstoffe aus den Nahrungsmitteln für dringend notwendig – O-TON: Wir brauchen vor allem als Biobetrieb den Klärschlamm oder ein Produkt daraus wieder auf den Feldern um den Kreislauf wieder zu schließen.
    2. Der größte Flächenverbrauch in Bayern entsteht momentan nicht durch Baumaßnahmen, sondern durch die Umstellungswelle auf Bio, weil doppelt so viele Flächen für die gleichen Erträge nötig sind.
    3. Der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz ist eigentlich Augenauswischerei, weil durch mechanische Pflegemaßnahmen und den dadurch verbrauchten Diesel keine Chemieeinsparung stattfindet.
    Ich denke das sind mal sehr pragmatische Aussagen für einen langjährigen Biobauern.
    Gruß Karl

    7+
    • Bauer Willi sagt

      Sehr gut. Gerade bei Phosphor und Kali kann es ja auch nicht anders sein, als dass das irgendwie von extern kommen muss.
      Bauer Willi

      1+
    • Schmeckt gut sagt

      Viele, insbesondere langjährige, Biobetriebe haben immer größere Probleme, Schädlinge mit PSM zu kontrollieren. Sollten die wichtigsten, wirksamen (Bio)Insektizide und Schwefel/Kupfer nicht mehr zur Verfügung stehen, ist der deutsche Bioanbau schlagartig tot. Das wissen die meisten Entscheidungsträger und es wird allerhöchste Zeit, dass hierüber sachlich geredet wird. Nur zwei Beispiele: Sollte das bienengefährliche Spintor (Spinosad) gegen Fruchtfliegen und Kirschessigfliege nicht mehr zugelassen werden, gibt es in Deutschland keinen Bioweinanbau und Biobeerenanbau mehr. Bei Kirschen ist ein Bioanbau jetzt schon so risikoreich, dass er nicht stattfindet. Nach den diesjährigen, schlimmen Frostnächten, ist es sehr wichtig, die geschädigten Blüten und Blätter gegen Pilzinfektionen zu schützen. Im integrierten Anbau gelingt dies durch Einsatz der zugelassenen Mittel, im Bioanbau muss man auf trockene Witterung hoffen. Was passiert, wenn alle Blüten durch Botrytis verloren gehen? Die Bienen haben dann jedenfalls kaum noch etwas zu tun und die Pflücker später auch nicht. Die Bioverbände kennen die Probleme, reden nur nicht hierüber. Es werden die selben Kommunikationsfehler gemacht, wie im konventionellen Anbau. Das ist vorsichtig ausgedrückt schade.

      1+
    • Heinrich Steggemann sagt

      Man muss ein System etablieren, das die Düngersalze in den menschlichen Ausscheidungen schon vor der Kanalisation sammelt.

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  21. bauerhans sagt

    was wird dabei rauskommen??
    ungefähr das,was dabei herauskäme,wenn ich den ackerschlag meines bionachbarn,auf dem möglicherweise buchweizen steht(wegen beikräuter nicht erkennbar),mit meinem hybridroggenschlag vergleiche.
    mein nachbar ist von seiner und ich bin von meiner wirtschaftsweise überzeugt.

    5+
  22. Moin Willi,
    für mich ist eigentlich die wichtigste Frage wer denn die ganze Arbeit machen soll, wenn wir wieder zu den ganzen kleinbäuerlichen Strukturen zurück wollen. Das heißt ja im Umkehrschluss, daß wieder mindestens 50% der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten muss. Es fehlt mir absolut die Phantasie.
    Wir sind hier in Norddeutschland auf den leichten Böden beheimatet. Mir fällt es schwer zu glauben, daß wir ohne Mineraldünger/Pflanzenschutz auskommen. Insbesondere deshalb, weil wir ja mit den organischen Düngemitteln massiv ausgebremst werden. Die Effizeinz würde ja stark sinken.
    Wir in unserem reichen Land können uns sich die Arroganz leisten auf 60-70% Ertrag zu verzichten. Wir haben ja das Geld uns die Lebensmittel woanders in der Welt zu kaufen, aber ob das nun der schlaue Ansatz ist weiß ich auch nicht.

    Ich wünsche Ihnen heute Abend viel Erfolg in „der Hühle des Löwen“. Ich bin mir aber sicher, daß Sie es gut machen.
    Gruß Ralf Schröder

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Die Frage beschäftigt mich auch immer, wem vom Erhalt des „Bäuerlichen Familienbetrieb“ geschwafelt wird. Denn wer bei uns Erdbeeren pflückt und Spargel sticht, dürfte ja hinlänglich bekannt sein.
      Bauer Willi

      9+
  23. Mir fällt in der Diskussion sehr oft der Satz ein „Soylent green ist Menschenfleisch“ aus dem Film Jahr 2022 … die überleben wollen ein.

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  24. Willi, Du mit Deiner ruhe schaffst das schon…..
    Ich kann nur von unserem Nebenerwerbsbetrieb sagen (halb Bio), wir setzten keine PSM im Gemüse und Salat ein aber ohne Minralischer Düngung ziehen wir auf unseren schweren Böden kein Salatkopf und in unserer Produktiomsmenge ist es mit der Meschanichen Beikrautbekämpfung schon Grenzwertig immer bei zu bleiben…..
    Da wäre uns LEBENSMITTELPRODUZENTEN schon geholfen, wen die Befürworter von Bio einfach mal beim Hacken und Ausziehen von Kräuter und Gräser mit helfen würden, aber der Rücken und die schmutzigen Hände und Klamotten….aber dafür setzen die Biobetriebe ja billige Arbeitskräfte aus Osteuropa ein….ob das dann sinnvoll ist…..
    Ein Teufelskreis……

    Ich drück dir die Daumen…..

    Gruß Klaus Weber

    4+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Das mit dem Hacken und Ausziehen von Kräuter und Gräser ist so eine Sache.

      Der zuständige Mann von der Arbeitsargentur meinte mal, die harte Arbeit im Weinbau kann man einem Arbeitslosen nicht zumuten und sie meinen Befürwortern von Bio soll man das zumuten?

      Also Sachen gibts. 😉

      6+
      • Eva-Maria sagt

        @ehemaliger Landwirt
        Der moderne Mensch trainiert lieber monatelang für den nächsten Marathon, als sich selbst um seine Erdbeeren zu bücken.
        Erst wenn die Mehrheit der Bevölkerung auf den Feldern steht, um selbst sein Gemüse zu pflanzen, zu hacken und zu ernten, dann kann man nachdenken, ob man die Welt Bio ernähren kann.

        3+
      • Das ist wohl wahr, wie kann man nur von einen Langzeitarbeitslosen verlangen, solch eine schwere Arbeit zu verrichtrn……
        Das war nur als Gedankenspiel meinerseits gedacht…
        Ich habe erlebt, das hilfsbereite Menschen die Verkrautung stehen gelassen haben…
        Da nützt oftmals nicht das nochmalige zeigen der eigendlichen Pflanze…..
        Wen man nicht will, dann will man nicht….

        Wie schon gesagt ein Teufelskreis….

        Gruß Klaus Weber

        2+
    • Schmeckt gut sagt

      Wir haben immer größere Probleme, Männer zu finden, die mit der schweren Motorsense losziehen, um die schlimmsten Unkrautnester abzumähen. Herbizidwirkstoffe werden auch im integrierten Anbau immer weiter eingeschränkt, sodass auch bei uns die mechanische Unkrautbekämpfung wichtiger wird. Das Problem sind die Arbeitskräfte, die diese schwere Arbeit ausführen können und auch wollen. Im Bioanbau würde eine Zulassung von dem Wirkstoff Pelargonsäure, wie in Frankreich, sehr helfen. Dies ist in Deutschland aber tabuisiert, denn die Säure brennt die Kräuter weg, was so aussieht, wie beim Einsatz von Roundup. Der Einsatz von Gewebefolien zur Unkrautunterdrückung ist auch verpönt und in Bio nicht erlaubt. Eine künstlich geschaffene Biodiversität, wie von vielen Theoretikern gefordert, hilft uns nicht weiter. Woher sollen die Arbeitskräfte in Zukunft kommen? Ganz zu schweigen von den Problemen mit unseren Kulturen bei schlecht zu kontrollierendem Unkrautwuchs.

      5+

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