Allgemein, Bauer Willi, Landwirte

Lieber Verbraucher

Nachbars Zaun
Sicher haben manche Leser auf unserer Seite bemerkt, dass der nachfolgende Beitrag für kurze Zeit offline war. Es gab in der Community der Landwirte und Landwirtinnen, die hinter Frag-den-Landwirt stehen, Diskussionen, ob die emotionale Art und Weise des Artikels, wie er sich an die Verbraucher richtet, nicht als pauschale Anklage herüber kommt. Das ist so nicht gemeint! Eigentlich sollen auf unserer Seite ja vorrangig grundsätzliche Fragen und Anfragen von Lesern erklärt werden, wie Landwirtschaft heute funktioniert. Dennoch sind viele in der Gruppe auch der Meinung, dass ein Blick in die Seele unseres Schreibers Willi doch nicht schaden könnte. Stellvertretend spricht er vielen Berufskollegen aus der Seele und liefert viele Punkte, worüber sich trefflich diskutieren lässt. Wir haben uns nun entschlossen, den Artikel nochmals einzustellen. Bitte entschuldigt, wir sind nun mal kein professionelles Redaktionsteam sondern müssen noch viel lernen.

Heute habe ich dermaßen die Schnauze voll. Habe heute Morgen die Abrechnung meines Nachbar von Pommes-Kartoffeln außerhalb des Vertrages gesehen: 1 LKW = 25 t = 250 €. Für die, die nicht rechnen können: das ist 1 Cent pro Kilogramm! Und was 1 Kilo Tiefkühl-Pommes kostet, wisst ihr ja. Irgendeiner macht sich da gewaltig die Taschen voll. Dann habe ich im Internet die Preise an der MATIF für Getreide und Raps für 2015 gesehen. Und gelesen, dass die Hersteller von Dünger die Preise deutlich angehoben haben. Konsequenz: mir werden in diesem Jahr wohl 25% Gewinn fehlen werden. Wenn´s reicht! Aber mir reicht´s! Drum habe ich mich entschlossen, dir, dem Verbraucher diesen Brief zu schreiben:

Billig

Du, lieber Verbraucher, willst doch nur noch eines: billig. Und dann auch noch Ansprüche stellen! Deine Lebensmittel soll genfrei, glutenfrei, lactosefrei, cholesterinfrei, kalorienarm (oder doch besser kalorienfrei?) sein, möglichst nicht gedüngt und wenn, dann organisch. Aber stinken soll es auch nicht, und wenn organisch gedüngt wird, jedenfalls nicht bei dir. Gespritzt werden darf es natürlich nicht, muss aber top aussehen, ohne Flecken. Sind doch kleine Macken dran, lässt du es liegen. Die Landschaft soll aus vielen kleinen Parzellen bestehen, mit bunten Blumen und Schmetterlingen. Am liebsten wäre es Dir wahrscheinlich, wenn wir noch mit dem Pferd pflügen würden. Sieht doch so nett aus und Pferde findest du so süß! Und die Trecker würden dich auch nicht beim Joggen auf unseren Wirtschaftswegen behindern.

Null Ahnung

Du hast keine Ahnung und davon ganz viel. Ist dir eigentlich bewusst, dass wir Landwirte von unserer Hände Arbeit leben müssen? Dass auch wir Anspruch auf Urlaub haben, (den wir selten genug machen), dass auch wir Kinder haben, die genau wie deine, ein Smartphone haben wollen und Designerklamotten? Und studieren wollen? Wie sollen wir das den leisten, wenn wir unsere Produkte verramschen (müssen)?

Erkläre du mir mal, wie ich anders reagieren kann, als mit noch mehr ausgefeilter Technik einen noch höheren Naturalertrag zu erwirtschaften. Klar kann ich auf Bio umstellen, aber da bekomme ich genau das an Mehrerlös, was ich an Minderertrag habe. Und von einem „guten Gefühl“ allein kann ich nicht leben. Darüber lässt sich gut reden, wenn man davon keine Familie ernähren muss.

Formulare

Und was mir noch gewaltig auf den Zeiger geht: Für jeden Scheiß, den ich mache, kann ich ein Formular ausfüllen, werde von Satelliten überwacht ob meine Feldgrenze auch auf den Zentimeter genau eingehalten wird, muss jedes Kilo Dünger aufschreiben, damit das von Kontrolleuren nachgerechnet werden kann. Dafür, dass meine Produkte auf Rückstände untersucht werden, bezahle ich selbst. Natürlich findet man nichts, aber ist ja Vorschrift. Wie bei BSE damals. Noch heute werden dafür jährlich 400 Mio. ausgegeben. Weißt Du, wie viele Menschen an BSE in Europa gestorben sind? Keiner, nicht ein einziger! Wieviel waren es bei der Vogelgrippe, wie viele bei der Schweinepest? Aber wir kontrollieren uns zu Tode. Was ist eigentlich aus dem Waldsterben geworden? Im kollektiven Gedächtnis bleiben immer nur die (oft vermeintlichen) Katastrophen hängen. Und wir Bauern sollen es wieder gewesen sein. Da ist keiner, der es wieder zurechtrückt. Wir Bauern dürfen die Scherben alleine zusammenkehren.

Wert

Und dann noch was: dir sind Lebensmittel nichts wert. Sonst würdest Du nicht so viel wegschmeißen. Und: Mindesthaltbarkeitsdatum heißt nichts anderes, als dass es bis zu diesem Datum mindestens haltbar ist. Ich esse den Joghurt auch noch eine Woche danach. Mindesthaltbarkeitsdatum bei Haferflocken: Was soll der Schwachsinn? Leute, das ist gequetschtes Getreide. In den ägyptischen Pharaonengräbern hat man Getreidekörner gefunden, die waren 3000 Jahre alt. Wahrscheinlich muss ich demnächst bei meiner selbstgemachter Marmelade auch noch einen Stempel drauf machen…

Regional

Du sagst, du würdest regional einkaufen? Stimmt doch nicht! Wer kauft denn jetzt, im Januar (!) die Weintrauben aus Chile, den Spargel aus Südafrika, die Mangos aus Brasilien und Äpfel aus China? Du doch! Sonst würden die beim REWE das längst nicht mehr anbieten. Aber unsere Möhren bleiben liegen. Schon mal was von Wirsing gehört, oder Weißkohl? Nein, Artischockenherzen müssen es sein. Falls du dein Essen überhaupt noch selbst zubereitest! Es gibt in der Tiefkühltheke ja so viele leckere Fertiggerichte mit so viel leckeren Zutaten wie E 222 = Natriumhydrogensulfit oder E 310 = Propylgallat. Da klingt ja schon der Name eklig.

Qualität

Auch sonst behauptest du viel: dass Du auf Qualität achtest, dir die Inhaltsstoffe auf der Packung jedes Mal durchliest, auf Nachhaltigkeit achtest und überwiegend fair einkaufst. Alles Quatsch: was du liest sind die Wurfzettel vom Discounter: 10 Eier für 1 Euro. Jetzt aber schnell los, bevor die weg sind. Freiland-Eier sind teurer? Egal, die billigen sind ja nur zum Backen.

Gefühl

Warum ich das schreibe? Um dir mal ein Gefühl für meine Situation zu vermitteln. Gefühle sind etwas irreales, da gibt es kein richtig oder falsch. Die hat man einfach. Aber das mir manchmal die Lust an meinen Beruf vergeht, kannst Du jetzt vielleicht etwas nachvollziehen. Ich weiß auch, dass wir Landwirte keine Heiligen sind, dass es da auch schwarze Schafe gibt. Aber auch nicht alle Ärzte sind Pfuscher, nicht alle Handwerker Gauner, nicht alle Politiker korrupt und nicht alle Polizisten Schläger. Wir Landwirte wirtschaften aus eigenem Interesse nachhaltig. Das brauchen wir uns von keinem noch so klugen Politiker, noch so schlauem Journalisten oder irgendeinem ahnungslosen Verwaltungsfuzzi sagen zu lassen. Die bekommen ihr Gehalt nämlich jeden Monat, ohne unternehmerisches Risiko.

Statthalter

Ich sehe mich als Statthalter, als Verwalter unseres Hofes, den ich von meinem Vater bekommen habe, um ihn an unseren Sohn zu übergeben. Deshalb unternehme ich alles, um ihn – die Gebäude, die Äcker, den Boden – für die nächsten Generationen zu erhalten. Ja, wir sind Unternehmer. Aber wir sind keine Heuschrecken, wir können (und wollen) nicht weiterziehen, wenn alles abgegrast ist. Wir können (und wollen) unsere Produktionsstätte nicht nach Asien verlagern. Wir bleiben hier. Und produzieren weiter so gut wie wir es können. Und man uns lässt.

Das musste jetzt einfach mal gesagt werden.

Euer Bauer Willi

 

Update [02.02.2015]

Bauer Willi reflektiert hier: Lieber Verbraucher – was ich verstanden habe.

Da die Diskussion mit über 400 Kommentaren sehr unübersichtlich geworden ist, haben wir die Kommentierung des Artikels deaktiviert und bitten daher die Diskussion mit dem Artikel „…was ich verstanden habe“ weiterzuführen.

(Aufrufe 337.513 gesamt, 26 heute)

437 Kommentare

  1. Na toll, jetzt ist der Verbraucher schuld. Der kauft, was im Supermarkt angeboten wird. Wenn Lebensmittel da billig sind, dann freut er sich und kauft sie. Sind sie teuer, freut ihn das zwar nicht, aber er kauft sie trotzdem, schließlich muss er ja von was leben. Mal angenommen, der Verbraucher wollte tatsächlich mehr für die Lebensmittel bezahlen, weil er die Arbeit des Erzeugers honorieren will. Welche konkrete Möglichkeit hat er denn? Soll er zu Edeka gehen statt zu Aldi? Und wie hilft das dem Erzeuger? Soll er beim Erzeuger direkt kaufen? Wie denn? Soll er auf irgendwelche Siegel achten? Welche denn? Viele davon sind von den Supermärkten oder den Zwischenhändlern selbst gemacht und besagen absolut gar nichts.

    15+
  2. M.Buchwald sagt

    40% Prozent des EU-Haustalts gehen an den Agrarsektor, Geld welches im wesentlichen der Verbraucher schon ausgegeben hat bevor er die 1. Tüte Tiefkühlpommes wie sie so schön schreiben gekauft hat.
    Was mich nun interessieren würde, wie viel kostet das kg Kartoffeln zuzüglich der bereits gewährten Subvention?
    Und meine nächst Frage warum werden auch Agrarsubventionen gezahlt für Flächen auf denen Energiepflanzen, also keine Nahrung angebaut wird?

    15+
  3. R. Schoenfelder sagt

    Sehr Gut! Ein schöner Spiegel, für alle Menschen die Lebensmittel kaufen.
    Jeder kann etwas tun, indem man etwas kauft oder eben bewusst nicht kauft. Ist recht einfach und funktioniert auch beim Discounter. Der Rest regelt sich von allein.

    15+
  4. R. Schoenfelder sagt

    Sehr Gut! Ein schöner ein Spiegel, für alle Menschen die Lebensmittel kaufen.
    Jeder kann etwas tun, indem man etwas kauft oder eben bewusst nicht kauft.
    Der Rest regelt sich von allein.

    10+
  5. Ingo Köster sagt

    Neulich ging ich einkaufen. An der Fleischtheke bot man halbe Schweine für 1,79 Euro das Kilo an. Eine Frau sagte Fleisch essen ist nicht gut. Wenn man direkt das Getreide essen würde bekäme man mindesten 5-mal so viele Menschen satt. Im gleichen Laden kostet ein Schwarzbrot (1 Kilogramm) 1,99 Euro.
    Hallo????????
    Das stinkt doch bis zum Himmel!
    In der Lebensmittelbranche wird Geld verdient ohne Ende. Je mehr Scheiße in einem Produkt verarbeitet wird desto mehr Geld wird dafür verlangt.
    Kartoffelchips , Gummibären , Zuckerwasser mit Geschmack etc ! Alles was Industriell hergestellt hat auch seinen Preis.
    Was Landwirte erzeugen wird auf Gedeih und Verderb verramscht. Egal ob deutsche Produkte oder sonst wo her. Wenn man an Bananen und Apfelsinen denkt ,wird es einem übel. Da sind die Erzeuger so arm das den ganzen Mist von Heute auf Morgen liegen lassen und abhauen.
    Es ist einfach nicht normal wie mit Erzeugern von qualitativen Lebensmitteln umgegangen wird. Jeder Bauer bekommt vorgeschrieben wie er zu arbeiten hat.
    Man sollte lieber den großen Discountern mal einen Riegel vorschieben.
    Lebensmittel sind kein Ramsch.

    In diesem Sinne

    52+
  6. Mal Hand aufs Herz, es ist doch die absolute minderheit die beim einkaufen drauf achtet wo die Lebensmittel her kommen.
    Ich bin auf dem Land aufgewachsen. 80% meiner Familie sind Lanwirte, wenn ich sehe mit welchem Verschleiß (Knie, Hüften, Wirbelsäule …) die in Rente gehen und dann anstatt das Leben zu genießen von Arzt zu Arzt kriechen um morgens aus dem Bett zu kommen ist das verdammt bitter.
    Unserer Kommunistin sind die Landwirte egal hauptsache das Volk kann billig genießen damit das gefühl gegeben ist sich was zu leisten und können dann mit volldampf in den Burnout brettern.

    11+
  7. Clarissa sagt

    Lieber Bauer Willi!
    Danke fuer den tollen Brief, auch fuer die ,,Entschuldigung,,, die es aber meiner Meinung nicht unbedingt gebraucht hätte!
    Ich bin bis zu meinem fünften Lebensjahr auf dem Land aufgewachsen, dann lebte ich bis zum 22.Lebensjahr in der Stadt, seitdem wieder auf dem Land (jetzt schon 28 Jahre).
    Ich bin noch mit dem täglichen Gang zum Nachbarn aufgewachsen, bei dem ich jedes mal stolz wie Oscar mein 1 Liter Milchkaennchen getragen und nach Kuhstall geduftet habe, zweimal im Jahr eine Sau geschlachtet, ausgenommen, zerteilt und die ,,Blutsuppe,, gerührt und die Blut-und Leberwuerste gebrueht wurden, die Eier gab es von frei laufenden!!!! Hühnern und es war das schönste für mich, wenn die Kälber zur Welt kamen und diese bei ihren Müttern auf der Weide aufwachsen durften, kleine Küken um ihre Mutterhennen herum sausten und unsere Kaninchen Junge bekamen. Aber es war auch selbstverständlich (wenn auch oft genug traurig)wenn es ans Schlachten ging. Gemüse und Obst kam aus dem heimischen Garten oder vom Bauern nebenan. In der Stadt dann, tja, da war kein Bauer mehr da, aber gleich in der Nachbarschaft ein kleines Milchlaedelchen, dort bekam man frische Milch, Käse, Naturjogurt, auch Gemüse und Obst,außerdem war der Markt nicht weit entfernt. Ich kann mich erinnern, das wir gerade in der Saison oft genug z.B.Bohnen zenterweise geputzt und geschnippelt und hernach eingeweckt haben (meine Eltern gingen beide von morgens bis abends in die Arbeit,ich war ein sogenanntes Schluesselkind). Ich musste also schon sehr früh lernen im Haushalt mit zu helfen. Obwohl wir Mitte der siebziger Jahre dann gleich in der Nähe einen Supermarkt bekamen, wurde Fleisch und Wurst weiterhin beim Metzger, Gemüse und Obst auf dem Markt und Brot beim Bäcker gekauft. Als ich wieder aufs Land zurück zog, versuchte ich dieses auch beizubehalten. Bis vor ca.12 Jahren, als sich mein Leben innerhalb kürzester Zeit begann zu verändern. Es wurde eine relativ seltene AutoImmunschwäche bei mir diagnostiziert, mit schweren Rheumaschueben, ect.und einer fast täglich auftretenden Nahrungsmittelunvertraeglichkeit. Mal vertrage ich z.B.zwei oder drei Tage Wurst oder Kaese, dann wieder nicht mehr. Durch meine Erkrankung bin ich in der Erwerbsminderungsrente und bekomme gerade mal knapp 600.-€ Rente pro Monat plus 60.-€ Grundsicherung. Davon muss ich Miete und Festkosten wie Heizung,Wasser,Telefon bezahlen,alles in allem 450.-€. Dazu kommen noch Medikamente, die von der Krankenkasse nicht bezahlt werden, mit ca. 40.-€ pro Monat. Ich lebe zwar alleine,aber durch die Schwierigkeiten was die wechselnde Nahrungsmittelunvertraeglichkeit angeht, auch nicht zu verachten, was die Ausgaben angeht. So muss ich mitunter auch im Supermarkt einkaufen, gehöre so gesehen, ja nicht einmal mehr zur Mittelschicht sondern zu den ,,Armen,,. Trotzdem versuche ich, so oft es mir möglich ist, beim ortsansässigen Metzger einzukaufen, das Fleisch wird eingefroren, wenn möglich hole ich Dauerwurst, das Brot hole ich mir beim ebenfalls im Ort ansässigen Bäcker oder kaufe das von ihm gemahlene Mehl und backe je nach Bedarf selbst Brot und Kuchen, Obst und Gemüse wird bei einem Bauern in der Nähe gekauft und zuhause so gelagert und verarbeitet, das es mir mind. ein Monat, wenn nicht sogar zwei bis drei Monate ausreicht. Wenn es noch möglich wäre, frische Milch vom Hof zu kaufen, würde ich mir sogar meine Butter selbst machen, aber leider keine Chance. Ich habe einige Bekannte, die selbst auch Bauern waren oder sind (wohnen nur leider etwas zu weit weg von mir),somit weiss ich nur zu gut, was der Beruf des Landwirtes mit sich bringt.
    Ich bin geschockt, wenn ich sehe was für Extremzuechtungen von Rindern oder Schweinen ,,entstehen,,! Rinder mit Muskel/Fleischbergen, die armen Tiere können sich fast nicht bewegen, Kühe mit Eutern, bei dene ich jedesmal Angst habe, das sie bei der kleinsten Berührung zerbersten, Kühe, die nicht mehr ohne Kaiserschnitt abkalben können oder Schweine die sich ebenfalls vor Masse nicht mehr rühren können. Und dann andererseits Kinder, die nicht mal mehr wissen woher Eier, Milch (na aus dem Supermarkt), Käse, Fleisch und Wurst kommen. Wie auch, die Erwachsenen machen es ihnen ja vor. Traurig aber wahr, sogar auf dem Land ist dieses Phänomen schon zu beobachten!
    Nachfrage bestimmt das Angebot, so sieht es aus. Wenn wir fleißig ,,billiges,, kaufen, wird dementsprechend auch weiter ,,billiges,, in den Regalen landen!-Leider!!! Und solange wir ausserdem Politiker wählen, die ja eigentlich null Ahnung von der Materie haben, wird sich nicht viel aendern. Das selbige gilt auch für die Damen und Herren der EU, ich sage da nur… Salatgurke!!! Mir ist das ehrlich gesagt so was von wumpe, ob meine Gurke krumm ist oder nicht, Hauptsache sie schmeckt. Wenn ich mir meine Gurken selbst ziehe, sind sie auch nicht immer gerade und gross! Darum lieber Bauer Willi…., wünsche ich Ihnen und all Ihren Berufskollegen, das sich die Verbraucher wieder mehr auf die ursprünglichen Wurzeln besinnen und Ihren Berufsstand mehr schätzen und unterstützen!!!!Und die Politik endlich aufwacht und die Leute im eigenen Land mehr unterstützt und nicht das Geld andauernd in ausländische Fässer ohne Boden stopft….und Tiertransporte durch mehrere Länder endlich stoppt und lieber die Tiere im eigenen Land verarbeiten lässt und die Subventionen im eigenen Lande bleiben!!! Noch ein schönes Wochenende wünscht Ihnen Clarissa

    43+
  8. Marina Schelfthout-Kolb sagt

    Lieber Bauer Willi,
    Deine Vorwürfe sind hundertprozentig gegründet. Auch ich gebe zu, dass ich mein Einkaufsbenehmen noch mehr ändern muss, obwohl ich schon in vielem mein Verhalten angepasst habe. Als Kind bin ich in der Nähe Bauernhöfe aufgewachsen, derzeit wurde noch viel,viel mehr „handgemacht“ und daher meinen Respekt für Eure Arbeit die geradezu unterschätzt wird. Wir sollten dankbar sein, dass noch junge Leute sich für die Landwirtschaft einsetzen wollen.
    Meinen Enkelkindern (heutzutage 21 und 23 Jahre alt) habe ich beigebracht, dass spagetti nicht an den Bäumen wächst, dass Kühe keine Lila-Flecken haben und nur nach der Schwangerschaft die leckere Milch geben können von der „Kinder“chocolade hergestellt wird, das Kartoffel nicht in einem plastic Sack im Supermarkt wachsen, usw,usw.
    Du solltest mal Deinen Protestbrief auf Englisch schreiben (die einzige Sprache die Europa z.Z. anscheinend noch versteht!) und Deine Beschwerden in die Welt schicken, vielleicht rührt sich dann endlich mal was Euch Landleute zu gunsten…
    Ich jedenfalls wünsche Ihnen und Ihren Kollegen das Allberbeste..Ihr seit doch diejenigen ‚die uns unsere täglich Brot geben..“ oder?
    Marina Schelfthout-Kolb – Antwerpen
    p.s. wohne seit vielen Jahren im Ausland..daher vermutlich eine Reihe Gramatikfehler,aber wollte gerne sagen was ich von Ihrem offenen brief halte.

    14+
  9. Alfred.L sagt

    Sehr geehrter Herr Bauer Willi,

    nicht alle denken so.. auch wenn ich in vielen Punkten die gleiche Verhaltensweise habe, holen wir unsere Milch frisch vom nächsten Bauern. Ich zahle für 2 Lieter 1,50 (nicht mein Preis sondern den der der Bauer haben will) und das macht Schule bei den Nachbarn. Die Milch ist frisch und hat so viel Rahm das wir gleich noch die Butter (teilweise) haben und sie ist nach unserem Geschmack besser als die aus der Kühltheke.
    Wenn das mehr machen würde dann würde es den Milchbauern sicher ein kleines Stück besser gehen.
    Gruß
    Alfred

    4+
  10. Retrogott sagt

    Damit du Groß und Stark wirst Fickt dich die Industrie…

    2+
  11. Frank R. sagt

    Es ist sicher richtig, dass derzeit nur der Verbraucher etwas verändern kann. Allerdings ist es aus meiner Sicht weder richtig noch zielführend DEM Verbraucher (gibt es so nicht) die Verantwortung für die Vergangenheit und die Zukunft aufzuerlegen. Man muss betrachten wie es zu dieser Lage kommen konnte und wie Landwirte Ihre Rolle in der Zukunft sehen. Ich stelle fest, dass es unter Landwirten in Deutschland (Vom Milchbauern mit 500 Kühen über den Biogashersteller bis hin zum Selbstversorger mit einer Ziege) keine einheiltichen Interessen gibt. Daher: Wie soll die Zukunft aussehen?

    Zum Schluss: Es ist richtig, dass den Themen Ernährung und Landwirtschaft vielleicht nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet wird. Es sei jedoch gestattet darzulegen, dass Sie mit Ihrer Aussage ,,Null Ahnung und davon ganz viel“ Ihre Endkunden beleidigen. Diese Endkunden entwickeln Ihre Arbeitsmaschinen, Ihren Kunstdünger und GPS Geräte. Andere sind Tiermediziner, die Sie rufen, wenn Ihre Tiere erkranken. Haben Sie Ahnung hiervon?

    0
  12. mir sind lebensmittel etwas wert. deswegen kaufe ich sie im bioladen und bin damit nicht verantwortlich für die zunehmende verschmutzung des grundwassers…

    1+
  13. P.Ziemer sagt

    Sehr geehrter Herr Bauer Willi,

    manchmal kann man die Menschen nur mit drastischen Worten erreichen. Es schadet nicht die Wahrheit mal auf den Tisch zu knallen. Vielleicht wird der ein oder andere ja mal wach und reflektiert sein Verhalten, denn genau wie Sie schreiben so ist es doch. Und für die Veröffentlichung von Wahrheiten gibt es nichts zu entschuldigen.
    Bitte billig, in höchst möglicher Qualität.
    Unsere Lebensmittel sind doch schon so billig, teilweise weit unter dem Preis den Sie wert sind.
    Man sehe sich bitte mal in Europa um.
    Den Menschen muss klar gemacht werden wie viele Arbeitsschritte zw. Feld und Teller liegen.
    Aber ich glaub, das ist wie mit dem Strom. Der kommt halt auch einfach nur aus der Steckdose!
    Beste Grüße
    P. Zieme

    3+
  14. Bauer Willi sagt

    Liebe(r)? Mari
    Das Gras bringst Du zur Biogasanlage, die machen daraus Gas und speisen dies in die öffentliche Gasleitung ein. Wird schon praktiziert, und zwar im größeren Stil. (Das Einspeisen, nicht die Grasanlieferung :-))
    Schau Dir auch mal meinen neuen Artikel: „Lieber Verbraucher -was ich verstanden habe“ an. Da steht so was in dieser Richtung drin.
    Und ja, ich werde weiter schreiben, auch wenn´s manchmal im Gehirn knirscht…!
    Bauer Willi

    4+
  15. P. Folk sagt

    Hallo,

    wieso ist Essen billig? Das wird immer behauptet!
    Problem sind doch die, die zwischen dem Erzeuger und dem Verbraucher sind!
    Preise die ich für manche Dinge ausgebe.
    kg Brot 3 Euro, 10 Eier ca 2.40 Euro, 1 Kg Kartoffeln 2, 50 Euro
    Milka Schokolade 1, 05 Euro usw.

    4+
  16. Robert sagt

    Guter Beitrag! Und ich finde den emotionalen Stil gerade richtig! Es muß ja nicht jeder Artikel weichgespült sein!

    Eine Kleinigkeit: wenn Bio unterm Strich für Dich ne Nullnummer ist (mehr Gewinn kompensiert nur den Minderertrag), würde ich mir dennoch Bio wünschen. Nicht nur wegen mir, auch wegen der Umwelt.

    Weiter so!

    6+
  17. Mari W. sagt

    Lieber Willi!
    Prima, dass es diese Internetseite gibt. Ja, die Entfernung zwischen Erzeuger und Konsument ist immer größer geworden. Und ja, wir sitzen da zusammen in einem Boot, das Boot hat große Schieflage.
    Du sagst, wir wertschätzen offenbar das Essen nicht? – Konkret: die Übermenge? Es wurde nur ein Cent pro Kilo gezahlt auf die Übermenge? Mein Magen ist nicht so elastisch. Du müsstest mir eher einen Euro zahlen, dass ich noch ein Pfund verdrücke… Tja. — Willi, ich habe ganz andere Wünsche. Ich liebe Feldwege – und ganz besonders liebe ich richtige Graswege. Diese Graswege sollten gut betreut und finanziert werden. Da träume ich von, hierfür möchte ich gerne Kommunalsteuern zahlen.
    Willi, ich gestehe, ich spare am Essen. Für mehr Freiheit aus meinem Geld. Ich bin schon mit einem Bein ein Veganer – und Veganer brauchen ja weniger Agrarprodukte als Fleischesser. Es regt mich so auf, dass importierte Agrarprodukte in unser Land drängen! Fleischverweigerung, nur noch (einheimisch-)Bio kaufen ist einfach die einfachste Möglichkeit gegen die globale Plünderung zu protestieren. Ich habe noch mehr Wünsche! Meine Stromrechnung ist gesenkt worden, aber ich brauche auch Gas! Warum macht Ihr alles zu Strom, und nichts zu Gas, obwohl das technisch ausgereift wäre? Mein Herd braucht Gas, das Auto vertrüge Gas… Ich vermarkte 300 Ster Brennholz jährlich beim Durchschnittspreis 82€ und ich verstehe ja nicht, dass 1 Ster Kartoffeln nicht auch so 82€ wert sein soll…? als Rohstoff über den Lebensmittelbedarf hinaus. Wenn ich im Sommer drei Ster frisches Gras unterbringen will, muss ich demnächst sogar Müllgebühr bezahlen: Die Biogasanlage nimmt es nicht an unter Hinweis auf ihre eigene Maisproduktion. Und die Löhner, die das Gras mähen, kriegen 8,50€ netto – ich stehe doch auch da wie du, nur ohne Land….
    Ich bin überzeugt, wir brauchen viel mehr Menschen auf dem Land und mutigere Bauern, die kluge Unternehmer sind. Und nicht nur ‚Bauern‘, die auf Verwandte hören und nach den Nachbarn schielen.
    Danke für Deine Webseite, lieber Willi. Wenn man keine andere Möglichkeit hat, muss man initiativ werden. Weiter so, Bauer Willi!

    5+
  18. Willi hat recht! Dennoch gibt es nicht gut und böse – weder bei den Landwirten, noch bei den Konsumenten. Wir brauchen einen solchen Diskurs, damit wir als Gesellschaft die Missstände verstehen und möglichst bekämpfen können.
    Fangen wir bei uns an. Ich mach mit!

    2+
  19. Maggie F. / Hamburg sagt

    Wir leben schon eine Weile danach, Obst & Gemüse nur vom Wochenmarkt…und nur nach Saison!
    Fisch nur frisch gefangenen von Fisch Keyser! Keine Aquakultur! Pfui Teufel!!!!Bio Fleisch von Fricke! Noch Fragen!?

    0
  20. Manfred K. sagt

    Lieber Landwirt, auch du bist „Verbraucher“ und ich beneide dich das du so viel Geld verdienst, das du nicht gezwungen bist beim Discounter deine Lebensmittel zu kaufen. Weiterhin finde ich es gut, das du dir einen Individual Urlaub mit der ganzen Familie leisten kannst und nicht aus Kostengründen in einer „All Inklusive“ low budget Massenunterkunft logierst, das du deinen Kindern Designerklamotten gönnst und nicht bei KiK und Konsorten einkaufst, einfach super. Wenn dem aber nicht so ist, was soll diese Doppelmoral…?

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Lieber Manfred, ich bedanke mich herzlich für diesen wert- und inhaltsvollen Beitrag.
      Das ist schön für dich, dass Du das jetzt mal losgeworden bist. Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.
      Bauer Willi

      6+
  21. Christoph S. sagt

    Leider beobachte ich in meiner Tätigkeit als Außendienstmitarbeiter eines namhaften Kraftfutterherstellers bei den Landwirten oft genug ein ähnliches Problem, wie es hier den Verbrauchern vorgeworfen wird.
    Natürlich muss aus den genannten Gründen auf die Kosten der verwendeten Betriebsmittel geachtet werden, leider ist aber oft schlicht Geiz für den Einsatz von Billigprodukten (zusätzlich noch verschnitten mit hohen, eigenen Getreideanteilen) verantwortlich und das geht unweigerlich auf Kosten der bedarfsgerechten Tierernährung, somit auf die Vitalität und am Ende der Kette auf die Leistung und den damit erwirtschafteten Ertrag.
    Ich glaube es liegt einfach in der Natur des Menschen, für möglichst wenig Geld, möglichst viel Ware zu bekommen. Das das nicht immer der richtige, nachhaltige Weg ist, sollte aber auch jedem bewusst sein.

    2+
    • Alois Wohlfahrt sagt

      Da sprichst Du etwas Wahres an.
      Der Spruch: „Der Gewinn liegt im Einkauf“ kommt nicht von ungefähr.
      Berater und Schulen empfehlen das auch offensiv den Landwirten.
      Aber das ist auch bei Handwerkern oder der Industrie so, dass sie bei Vorlieferanten versuchen die Preise zu drücken.
      Der Handwerker merkt aber beispielsweise beim Verarbeiten seines Betriebsmittel es sehr schnell, dass möglicherweise zwar der Preis billig, aber die Qualität schlecht war. Und der Handwerker weiss auch, dass seine Arbeitsqualität dann auch bei seinem Kunden fatale Folgen haben kann.
      Und diese Rückkoppelung fehlt dem Landwirt meistens, ausser er ist Direktvermarkter.
      Der Landwirt liefert einen Rohstoff an einen Verarbeiter, der die Qualität nach technischen Richtlinien beurteilt. Bei Milch z.B. Fett- und Eiweißgehalt und Zellzahlen. Mit welchen Futtermitteln er seine Kühe gefüttert hat, das interessiert nicht.
      Doch in der Milch sind noch eine Viehzahl von Stoffen, die also gar nicht beurteilt und bezahlt werden.
      Z.B. Omega3 Fettsäuren. Diese sind umso höher, je höher der Grünlandanteil der Futterration der Kühe ist.
      Gesundheitsbewusste Verbraucher wissen das und können so gezielt Milchprodukte kaufen, welche dieses Qualitätskriterim haben und es auch bewerben. (Sonst kriegt der Verbraucher es ja gar nicht mit).
      Das ist auch ein Grund, warum so ein Branchenriese wie Zott sich jetzt auf einmal bemüht im Allgäu Milchlieferanten zu haben, weil im Allgäu ganz natürlich und klimatisch bedingt den Kühen wesentlich mehr Gras zur Verfügung steht als in Ackerbauregionen oder mit Importfuttermitteln. Und das hat jetzt gar nichts mit Bio- oder Konventionell zu tun.
      Wenn es die Verarbeiter erkannt haben, dann fehlt aber noch der Schritt, dass die Bauern an dem Mehrwert auch beteiligt werden. Sowas müssen sie selbst einfordern. Und ich sehe auch, dass die Bauern hier unternehmerisch sich immer besser aufstellen und genauso wie die Gewerkschaften hier bündeln um eine gewisse Macht zu erreichen. Siehe http://www.allgaeuer-bergmilch.de/ die ja an Zott liefert.
      Die Bauern selbst können also schon etwas tun. Und sie sind nicht untätig.

      Alois

      1+
  22. Peter sagt

    Vielen Dank lieber Bauer Willi!
    Du haltest uns den Spiegel direkt vor die Nase und damit hast Du auch Recht.
    Auch wir werden uns in der Zukunft etwas umorientieren.

    @Klaus Kraft
    Lieber Herr Kraft
    Der Gastronomie geht es wirklich sehr schlecht. Zur DM-Zeiten kostete das Schweineschnitzel mit Pommes und Salat zwischen 12,- unnd 15,- DM.
    Sofort nach der Euro-Einführung kostet das gleiche Menü 11,- bis 15,.€.
    Umgerechnet 20,- bis etwa 24,- Deutsche Mark. Das kann und will ich mir nicht mehr so oft leisten. Denn meine Kinder haben ja auch Hunger.

    Zur Zeit der Deutschen Mark verdiente ich zwischen 4.500,- und 5.000,- DM.
    Da konnte ich mir noch das Essen gehen leisten.
    Heute verdiene ich in Euro weniger als die Hälfte und meine Kinder haben immer noch Hunger.
    Dabei sind wir mit diesem Gehalt noch nicht einmal die ärmsten Schlucker.
    Da gibt es Familien, die sind bei weitem schlimmer dran.

    Wie leben denn solche Familien. Der Bauer verschenkt seine Kartoffelernte für 1 Cent pro kg und im Discounter kostet das 2kg Netz etwas mehr als 1,-€.

    Liebe Bauern,
    wir kaufen Euch gerne 1 kg Kartoffel für 0,50€ ab. Aber wo seid ihr denn?
    Früher (als man noch Lokomotive mit langem F schrieb) kam der Bauer mit seinem Anhänger voll Kartoffel, Karotten, Eier und anderen landwirtschaftlichen Produkten zu uns und wir kauften die Kartoffel zentnerweise im Sack und nicht grammweise im Netzchen. Aber das wollen heute ja nur noch sehr wenige Bauern machen. Diese Arbeit ist ja auch aufwändig.
    Brauche ich im Februar wieder Kartoffel, gibt es bei meinem Bauer keine mehr. Die hat der direktvermarktende Bauer alle schon verkauft. Diesem Bauer geht es gut. Er hat genügend Zaster im Beutel. Ich kenne ihn persönlich sehr gut.

    Die anderen Bauern verschenken lieber ihre Kartoffel an den Großabnehmer für einen Eurocent. Und so müssen wir wieder in den Supermarkt und dort falsch gelagerte Kartoffel kaufen oder Nudeln essen.
    Kartoffel und Gemüse wären mir lieber.

    Liebe Grüße an alle
    Peter

    1+
  23. Christoph Mußmann sagt

    Hallo Bauer Willi.
    Ich kann deinen Frust sehr gut nachvollziehen. Ich bin noch auf dem Dorf groß geworden und habe mitgekriegt was Landwirtschaft und Viehwirtschaft bedeutet, wieviel arbeit es macht und wie hoch das Unternehmerische Risiko ist. Darum haben ich großen Respekt vor dem Beruf des Bauerns. Viele Verbraucher haben durch das Leben in der Stadt und völlig Falsche Bilder in den Medien überhaupt keine Ahnung mehr wieviel arbeit Landwirtschaft macht bzw. wie die Lebensmittel in den Supermärkten überhaupt gewachsen sind und wie lange das dauert. Und richtig kochen können heute doch kaum noch Leute. Ich kann mich noch erinnern an Zeiten da gabs nur das zu essen was gerade gewachsen ist oder für den Winter eingeweckt wurde. Doch heutzutage leben wir in einer Gesellschaft in der solche Dinge kaum noch einen Interessieren. Die Leute wollen ihr gewissen beruhigen, doch dabei nichts bezahlen und möglichst keinen Aufwand haben. Wir leben in einer Zeit der Ständigen Verfügbarkeit von allen. Viele Menschen haben keine Geduld mehr und manche rasten sogar schon aus wenn sie nur 10 minuten auf ihr essen warten müssen. Die Gesellschaft ist noch nie in einen so Naturfernen zustand gewesen wie momentan. Das einzige was zählt is Vergnügen, Geld und Konsum. Und die Schuldigen sind hier nicht leicht auszumachen. Doch wer den ganzen Tag nur mit Werbung und verblödenden Fernsehprogrammen berieselt wird und dazu in der Schule nur noch das Lernt, das aus Kindern topmanager und andere Sinnlose, aber Hochbezahlte Berufe macht, muss sich nicht wundern wenn am Ende dieses resultat entsteht. Wir als Gesellschaft haben versagt. Versagt weil wir den heilsversprechen der „Freien“ Marktwirtschaft auf den Leim gegangen sind, weil wir Konzernen mehr vertrauen als unseren Nachbarn.
    Außerdem habe ich den Eindruck das Bauern die Nachhaltig Wirtschaften immer weniger werden und mehr und mehr Flächen im Industriellen Stil bewirtschaftet werden, besonders in Ostdeutschland. Hier gibt es wenige Großbetriebe die enorm Große Ackerflächen bewirtschaften und das immer mehr in Monokultur. In Brandenburg werden ganze Landstriche fast ausschließlich mit Mais bewirtschaftet der dann in Biogasanlagen zu Strom verarbeitet wird. Immer mehr investoren steigen ein bei dem großen Geschäft mit Land. Tiermastbetriebe mit 20.000 bis 80.000 Schweinen sind die Regel und nicht die Ausnahme. Und die Politik scheint das auch noch zu Fördern. Aber es gibt wiederstand. Es finden immer mehr Demonstrationen gegen Mißstände in der Landwirtschaft statt („Wir haben es satt“ Demos z.B.). Es regt sich wiederstand es fehlt aber das wissen in breien teilen der Bevölkerung was Landwirtschaft bedeutet und was schief läuft. Also geben sie nicht auf. Machen sie weiter und versuchen sie sich mit gleichgesinnten zu Organisieren und reden Sie mal mit einer Organisation wie „Campact“ oder lokalen Büdnissen. Es ist nicht alles hoffnungslos.

    3+
  24. Jörg Weickl sagt

    Lieber Bauer Willi,

    Du hast mit allem Recht. Mir stinkt das genau so,wie Dir. Nur sag mir bitte, was ich machen soll, wenn im Regal beim Supermarkt frische Vollmich zu € 0,89 steht und direkt daneben frische Vollmich von der gleichen Großmolkerei steht, die € 1,09 kostet. Die steht unter dem Schild ‚Ein Herz für die Region‘, auf dem auch onoch steht, daß der Erzeugerbauer 10ct/Liter davon bekommt. Ich recnhe auch: 0,89 + 10 = 0,99.
    Ja, ich weiß, daß der Milchpreis beim Discounter oder Supermarkt selten ein kostendeckender ist, obwohl kein Supermarkt davon pleite geht. Ich kenne aber auch einen Milchbauern, der sagt, wer mit 40ct/Liter Milch nicht vernünftig leben kann, kann nicht wirtschaften. Nein, der hat nicht hundert Kühe oder mehr im Stall, sondern so um die 60 und er liefert an eine Molkerei, die nur Biomilch vertreibt. Ich weiß auch, daß auch ich aufs Geld schauen muß und deswegen im Supermarkt industriell angebautesund erzeugtes Gemüse, Getreide, Eier und Fleisch kaufen muß. Ich bin gerade beim Fleisch schon sparsamer geworden und kaufe das lieber bem Metzger. Da ist es zwar nicht ganz so ‚wässrig‘, dafür aber auch um erkleckliches teurer.

    Ich will mir meinem Einwand nicht Deine Klagen verteufeln, ich will damit auch nicht sagen, daß Du Unrecht hast. Was ich sagen will, ist daß auch Du an Deinem Leben feilen könntest. Denn von ‚meinem Willi‘ weiß ich auch, was ein Bulldog kostet und mit wieviel Hilfe der bezahlt wird. Ich will damit sagen, daß ich nicht recht verstehe, warum man für geländegängige Fahrzeuge
    asphaltierte Feldwege braucht, daß immer größere Güllekanonen immer mehr Gülle auf die Wiesen schießen. Satelietenkontrolliert. Für den Sateliten ist schwarz auch nur schwarz und nicht ersichtlich, wieviel flüssiges Gold sich darunter verbirgt. Ja, es gibt schwarze Schafe, bestimmt nicht viele, aber sicher jede Menge Fleckvieh.

    Ich sage es nochmal ganz deutlich: Deine KInder sollen ihre Handies, Designerklamotten, Gebrauchtzweit und -drittwagen haben, sollen studieren können, den Hof weiterführen (wenn sie es dann noch wollen) und Du sollst mit Deiner Frau in Urlaub fahren können, wenn ihr es wollt. Ihr sollt auch eine bessere Internetanbindung kriegen, damit das mit dem Formularkram ein bißchen schneller geht. ich wünsche euch auch einen gescheiten Landwirtschaftsminister, der mehr auf die kleinen Erzeuger schaut udn weniger auf die großen und ich wünsche mir vor allem, daß wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Denn vieles was Dir ’stinkt‘, geht mir auch gegen den Strich. Aber das mit dem Ziehen muß man wollen und daher erst mal lernen. Ich sehe keinen Sinndarin, wenn die Landwirte am einen Ende des Seil ziehen und die ‚Städter‘ am anderen.

    Deswegen, lieber Willi, finde ich Deinen Brief richtig gut.

    Dein Städter Jörg

    4+
  25. Michael sagt

    DANKE für den Artikel! Ich gebe zu, auch ich kann mich darin wieder erkennen. -zu meiner Schande- Die Preise die den Landwirten noch gezahlt werden (für Kartoffel, Äpfel usw…das ist wirklich eine „Boden“lose Frechheit!
    Es ist gut und richtig, wenn jemand die Dinge endlich mal beim Namen nennt! Dafür braucht es keine Entschuldigung, sondern Ermutigung!!!

    1+
  26. Unsere Zustimmung für den netten Bauern, der die Schnauze voll hat.
    Er hat in allen Belangen Recht.
    Allerdings sei eine Anmerkung erlaubt. Auch wir kommen aus der Halbprovinz, also einer ländlichen Gegend in Großstadtnähe. Auch hier gibt es jede Menge Bauern, die den Brief wahrscheinlich ohne zu zögern unterschreiben würden.
    Aber es sollte nicht unerwähnt bleiben, wieviele „arme“ Bauern gerade in Gegenden wie unseren „steinreich“ geworden sind, weil Sie ihr Ackerland zu völlig überzogenen Preisen als Bauland vermarkten konnten. Arme Bauern haben wir bei uns jedenfalls nicht.

    0
  27. Daniel sagt

    Die Kommentare sind besonders gut. Der Verbraucher ist leider nicht das ursächliche Problem. Denn die Preise machen die Großhändler und Discounter. Der Preisvorteil kommt nur zum kleinsten Teil beim Verbraucher an. Im Kapitalismus landet das Kapital bei den (Groß-)Investoren. Es geht immer um Gewinnmaximierung. Machen wir doch alle ein Gedankenspiel: was wäre wenn alle Verbraucher ihre Nahrungsmittel auf dem Markt statt im Supermarkt kaufen würden? Folgendes passiert im Kapitalismus: erst entsteht ein Preiskampf unter den Bauern. Soweit normal in der Marktwirtschaft. Der stoppt dort, wo es für den Bauern unrentabel wird. Eine natürliche Grenze. Irgendwann kommt ein Investor und bietet einem Bauern Geld an, um seine Produktion zu optimieren und möchte dafür am Gewinn beteiligt werden. Erstmal nutzt es beiden, da der Bauer auf dem Markt seine Waren günstiger anbieten kann als die Konkurrenz und deshalb viel mehr Gewinn macht. Irgendwann folgt dann ein weiterer Investor und gibt der Konkurrenz Geld für weitreichendere Optimierungen. So beginnt eine Spirale, in der die Bauern immer Abhängiger von den Investoren sind. Sie vergrößern sich aber erstmal weiter und brauchen wegen der Logistik irgendwann Zwischenhändler. Die Zahl der Mitverdiener und die Abhängigkeit vom Kapital wird immer größer. Am Ende dieser Entwicklung wird es eng, wie bei einem Schneeballsystem. Es gibt kaum noch Optimierung, also müssen die Gewinne über das Schröpfen irgendeines Kettengliedes erzeugt werden. Da der Bauer die ganze Macht abgegeben hat, ist er das schwächste Glied und deshalb der Leidtragende. Bis das System zusammenbricht. Das kann dauern in einer globalisierten Wirtschaft. Nur darum gibt es die Globalisierung auch: damit die obersten Glieder der Kette weiter Gewinne erzielen. Und zwar steigende Gewinne, damit Rendite überhaupt möglich ist. Darum geht es auch bei der Osterweiterung unserer Märkte. Wir brauchen Erzeuger, die noch billiger produzieren und die Gewinne bei „uns“ (den Großkonzernen) bleiben. Der Verbraucher ist Teil des Problems, aber nicht die Ursache. Die Ursache ist ein Wirtschaftssystem, in dem der Gewinnmaximierung nahezu keine Grenzen gesetzt werden. Und dabei spielt JEDER mit. Jeder, der sein Geld anlegt, um Zinsen zu erhalten. Jeder, der sich Dinge kauft, die er eigentlich gar nicht braucht. Jeder der billig einkauft, um mehr zu haben. Jeder, der mehr Geld für gleiche Arbeit will. Die Liste ist lang. Einfach jeder. Um die Ursache zu erkennen muss man das Ganze betrachten. Die Lösungen werden damit immer komplizierter. Aber das ist nun einmal die von uns geschaffene Realität. In dem wir uns auf der kleinsten Ebene gegenseitig beschuldigen erreichen wir leider gar nichts.

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Lieber Daniel,
      Gedankenspiele bringen einen oft weiter. Was wäre denn, wenn alle Landwirte ihre Flächen an alle Verbraucher verpachten würden und diese dann ihre Nahrungsmittel selbst produzieren würden? Ohne die gesamte Vermarktungskette. Finde ich sehr spannend wenn man das konsequent zu Ende denkt. Oder?
      Bauer Willi

      6+
  28. peter albers sagt

    für mich gibt´s nur eine Antwort: Den Laden dichtmachen!!!
    Während meines ganzen Lebens schreien die Bauern nach Geld, nach meinem Geld. Früher wurde soviel produziert, daß es gelagert werden mußte und später zu Ramschpreisen ins Ausland verschleudert wurde.
    Wenn Sie von ihrer Arbeit nicht leben können…Umschulen!
    Das müssen zig-tausende hier in dem Land.

    Ich weine keinem Bauern hinterher

    Guten Tag

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Vielen Dank für Ihre Meinung, Herr Albers. Wenn das Volkes Stimme ist, machen wir deutschen Bauern das auch. Aber dann auch alle!! Auch ich wünsche Ihnen einen Guten Tag.
      Bauer Willi

      4+
      • Peter Albers sagt

        tja, was können Sie auch anderes darauf antworten? Nichts, ausser wieder andere vorzuschieben. Wie wärs denn mal damit auf eigenen Beinen zu stehen, als stets nach neuen Subventionen zu rufen? Treten Sie ihren Interessenverbänden in den verlängerten Rücken dort werden die Preise verhandelt. Solange China den Schund, den wir Deutschen scheinbar in uns hineinstopfen, abgenommen hat, hat keiner von der Bauernlobby ein Mikrofon gesucht.
        Sie auch nicht!
        Sie werden es nicht glauben, aber ich kaufe auf dem Wochenmarkt, auch kommen die Apfel nicht aus Chile sondern vom Niederrhein.
        Es geht mir hier nicht um Qualität oder ob Sie eine Ahnung davon haben, wie sich Menschen im Lande ernähren müssen weil sie kein Geld für mehr haben und keine Lobby, die sofort den Untergang des Abendlandes beschwören, wenn die Bauern nicht genug verdienen. Vor Jahren sind Äpfel tonnenweise auf den Müll gekippt worden um die Preise zu halten, an Tomaten kann ich mich auch noch erinnern.
        Wie stehts mit den Dieselsubventionen, sind auch noch nicht ausgelaufen, oder?
        Sie jammern aber, haben Grundbesitz, Immobilien und wahrscheinlich fahren sie keinen Fiat 500 neben ihrem Maschinenpark, den Sie besitzen.
        Sie verfügen also über Dinge, die für viele Menschen ein Leben lang unerfüllt bleiben.
        Ich müßte danach suchen, aber ich weiß von keinem Bauern, der HartzIV Bezieher ist, aber ich lerne gern dazu.

        Einen schönen Sonntag noch

        3+
  29. Martin Batzler sagt

    Der Mann hat (einerseits) recht. Andererseitz: Wer kann sich denn gute Produkte zu guten Preisen noch leisten? Ich (für meinen Teil) würde wirklich gerne mein Gemüse und Salat vom Bauern, meine Brötchen vom Bäcker und meine Wurst vom Metzger kaufen. Leider lässt meine Rente und das bisschen HartzIV dies nicht zu. Und ich stehe damit nicht alleine.
    Wenn man sich nicht mal nen Urlaub leisten kann sprechen viele schon von Armut. Wirklich Arm ist allerdings, dass sehr viele Deutsche sich keine heimische Produkte mehr leisten können. Vielen Dank liebe CDU, vielen Dank liebe SPD für HartzIV und den damit einhergehenden Niedrigstlohnsektor. Sorgt weiter dafür, dass die Reichen noch reicher werden und nehmt denen, die konsumieren und die Wirtschaft am Laufen halten, noch ein bisschen mehr weg!
    Der Landwirt beschwert sich darüber, dass er seine Produkte „verramschen“ muss; die Arbeitskraft (und damit die Lebenszeit) der meisten deutschen Arbeitnehmern wird aber ebenso verramscht!
    Und wie es so schön heisst: Von Nix komt Nix!
    In diesem Sinne

    0
  30. Christian2 sagt

    Gewagte Theorie: Vielleicht sind die Leute ja nicht alle geizig, sondern müssen einfach mit ihrem Geld haushalten, weil sie eben auch nicht angemessen verdienen? Mein letzter Urlaub ausserhalb von Deutschland/Holland ist 10 Jahre her, ich habe 2 Jobs, arbeite von Mo-Sa und sonst nix. Und komme trotzdem gerade so hin.
    Ich gebe gerne Geld für gutes Essen aus, aber das geht eben nicht in den meisten Fällen.

    1+
  31. Robert sagt

    Lieber Pascal,

    Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wenn der Verbraucher Butter für 99 Cent haben will kauft er keine für einen 1,39 €. Also ist der Händler gezwungen den Preis anzupassen zu Lasten der Qualität und vor allem der „Fertigungskette“ sprich der Bauer bekommt weniger für seine Milch, der Spediteur der Molkrei weniger für den Transport, die Molkerei weniger für die Verarbeitung der Milch zu Butter, der Spediteur der die fertige Butter zum Großhändler bringt etc. Dieser Rattenschwanz wird meistens nicht berücksichtigt. Ich muss keine irische oder bretonische Butter kaufen heimische Butter ist genau so gut.

    Also wenn die Verbraucher 1,39 € für Butter bezahlen würden, dann würden alle für ihre Arbeit fair entlohnt. Ich mag für meine Arbeit fair bezahlt werden Sie doch auch oder ?

    Nach den ganzen Lebensmittelskandalen der Vergangenheit sind wir dazu übergegangen regional einzukaufen. Unser Metzger ist zwar kein Biometzger aber er weißt nach welches Vieh aus eigner Schlachtung er gerade im Laden hat. Der Gemüsebauer liefert Gemüse aus eigenem Anbau entweder vom Acker oder aus dem Treibhaus. Hier weiß ich auch was ich bekomme denn er kann es sich gar nicht leisten Mist zu verkaufen, denn er lebt von seinem guten Ruf. Unser Bäcker ( keine Kette mit TK Ware ) ist auch etwas teurer als der Supermarkt dafür ist das Brot handgemacht und frisch vorallem ich weiß was drin ist.

    Das Fazit nach 3 Jahren ist, wir wissen das wir unsere Lebensmittellieferanten fair bezahlen. trotzdem die Ausgaben für Lebensmittel sind sogar gesunken, wir essen regionaler und saissionaler und es wird weniger weggeworfen.

    Einen Nachteil hat das ganze doch, der Einkauf dauer länger statt einem großen Supermarkt oder Discounter werden 3-5 Läden angesteuert. Aber es lohnt sich

    1+
  32. Bauer Willi sagt

    Lieber Herr Vogt, es würde mich ernsthaft interessieren, wie die Kennzeichnung aussehen soll, damit die Produkte wirklich vergleichbar sind. War gestern beim Discounter um Material für die nächsten Artikel zu sammeln. Bei Obst und Gemüse ist das Herkunftsland sauber aufgeführt. Was mir auch auffiel, dass um 18:00 Uhr das Fach mit Ananas vollkommen leer war, das mit Äpfeln noch zur Hälfte voll. Und das außer Rosenkohl und Chicoree alle anderen Produkte von außerhalb Deutschlands kamen.
    Bauer Willi

    0
  33. Pascal sagt

    Total Überzogen. Lieber Verbraucher. Das ich nicht lache. Nicht der Verbraucher kontrolliert euch sondern der Staat. Nicht der Verbraucher kauft kein Gemüse etc. das Mängel hat. Sondern der Staat schreibt das vor wie es auszusehen hat. Nicht der Verbraucher sagt euch was ihr zum Düngen nehmen sollt sondern der Staat. Also hört mit dem blöden gejammer auf die bösen bösen Verbraucher sind schuld. Dass ich nicht lache. Und die armen Gastronomen. Solange der Mensch was zum meckern hat gehts ihm gut. Ich kanns nicht mehr hören. Mir ist es auch egal ob ihr mich jetzt zu ballert mit hass tirolen oder sonst was. Es gibt genug andere Probleme in Deutschland.

    1+
    • Robert sagt

      Lieber Pascal,

      Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wenn der Verbraucher Butter für 99 Cent haben will kauft er keine für einen 1,39 €. Also ist der Händler gezwungen den Preis anzupassen zu Lasten der Qualität und vor allem der „Fertigungskette“ sprich der Bauer bekommt weniger für seine Milch, der Spediteur der Molkrei weniger für den Transport, die Molkerei weniger für die Verarbeitung der Milch zu Butter, der Spediteur der die fertige Butter zum Großhändler bringt etc. Dieser Rattenschwanz wird meistens nicht berücksichtigt. Ich muss keine irische oder bretonische Butter kaufen heimische Butter ist genau so gut.

      Also wenn die Verbraucher 1,39 € für Butter bezahlen würden, dann würden alle für ihre Arbeit fair entlohnt. Ich mag für meine Arbeit fair bezahlt werden Sie doch auch oder ?

      Nach den ganzen Lebensmittelskandalen der Vergangenheit sind wir dazu übergegangen regional einzukaufen. Unser Metzger ist zwar kein Biometzger aber er weißt nach welches Vieh aus eigner Schlachtung er gerade im Laden hat. Der Gemüsebauer liefert Gemüse aus eigenem Anbau entweder vom Acker oder aus dem Treibhaus. Hier weiß ich auch was ich bekomme denn er kann es sich gar nicht leisten Mist zu verkaufen, denn er lebt von seinem guten Ruf. Unser Bäcker ( keine Kette mit TK Ware ) ist auch etwas teurer als der Supermarkt dafür ist das Brot handgemacht und frisch vorallem ich weiß was drin ist.

      Das Fazit nach 3 Jahren ist, wir wissen das wir unsere Lebensmittellieferanten fair bezahlen. trotzdem die Ausgaben für Lebensmittel sind sogar gesunken, wir essen regionaler und saissionaler und es wird weniger weggeworfen.

      Einen Nachteil hat das ganze doch, der Einkauf dauer länger statt einem großen Supermarkt oder Discounter werden 3-5 Läden angesteuert. Aber es lohnt sich

      1+
  34. Thomas Vogt sagt

    Es macht keinen Sinn, das Kaufverhalten der Verbraucher anzuprangern. Er sei selber schuld wenn er den billigen „Käse“ kauft und die Massenproduktion mit allen seinen Nachteilen damit fördert.
    Wie es auch keinen Sinn macht, die Unsummen an Subventionen in die Landwirtschaft zu stecken mit dem Ziel die kleinbäuerlichen Strukturen zu erhalten. Das Gegenteil wird erreicht.
    Es wäre schon lange an der Zeit gewesen, die Politik hätte regulierend eingegreifen müssen:
    -Abschaffung der Subventionen, das es endlich ehrliche Produktpreise gib und es sich lohnt von Massenproduktion auf Qualitätsprodukte umzustellen
    -Bessere Verbraucherschutzgesetze und natürlich bessere Kontrollen durch die Behörden. Weniger Arzeneimittel in den Produkten. Weniger versteckte Zusätze. Weniger Verschleierung der Herkunft und Mauscheleien bei der Herstellung. Bessere Herkunfts- und Inhaltsbeschreibungen auf den Produkten.
    Erst wenn die Produkte wirklich vergleichbar sind, kann der Endkunde ausser dem Preis auch die Qualität und Herkunft vergleichen.

    2+
  35. Jakob Jack oder wie du magst sagt

    Als kurzer Nachtrag, es erschien mir als würde ich den Anschein zu machen das der regionale und direkte Einkauf teurer wäre, dies ist bei den grundlegenden Lebensmitteln jedoch keines Wegs so. Vieles ist identisch, Zwiebeln, Möhren, Kohl, Salate, …oder oftmals sogar für den Endkunden preiswerter. Zumal weiß man dann das keine Zwischenhändler sich den Löwenanteil abzweigen.
    Wir handeln im Kaufverhalten wie wir es tun aus Überzeugung und aus Gründen des Preises, siehe das selber backen, keine fertigen Produkte verwenden, nur frische Zutaten.

    0
  36. Jakob Jack oder wie du magst sagt

    Hallo Bauer Willi,
    So eben bin ich auf Dein Schreiben gestoßen und möchte Dir einmal mein Verständnis bekundigen aber auch Danken für den Artikel!
    Ich selber bin in ländlicher Gegend aufgewachsen und hatte einige Landwirte bzw deren Kinder als Freunde und habe diese auch noch. Die Misere über die Preisgestaltung des vertriebes gepaart mit dem Prinzip des Homo Oeconomicus betrachtet auch ich, der nicht in der Landwirtschaft tätig ist als großes Problem.

    Die Werbeslogan der großen Marktführer im Bereich der Lebensmittel sind für den einfachen Endverbraucher ein Illusionsgebender Faktor. Dieser sitzt nur leider bei vielen zu tief verwurzelt…

    Ansätze dieses Problem, in dem viele Deiner Berufskollegen stecken sehe ich einzig in der Sensibilation des Verbrauchers und, wofür ich diese Seite und deinen Text sehr lobe, der Konfrontation beider Parteien.
    Meiner Meinung nach muss dem Konsumenten klar gemacht werden, das zum einen die Qualität nicht bestimmt ist durch ein 1A Fotoobjekt taugliches Produkt und zum anderen was der Wert des essentiellen, der absoluten Grundlage für unser Leben sein sollte – simpel gesagt „einfach fair, fair für beide Seiten! „!

    Wir, als Studenten müssen unweigerlich aufs Geld achten, auch bei Lebensmitteln. Trotzdem kaufen wir unser Mehl in der heimischen Mühle, ja wir backen alle Produkte selber! Unsere Kartoffeln kommen vom Landwirt im Nachbardorf und müssen nicht schon 600 km durch unser Land transportiert worden sein, Äpfel von einer Bäuerin auf dem Wochenmarkt, die mal einen wurm haben aber dafür unbehandelt sind und auch nur 1.50 das Kilo liegen. Gegessen wird was saisonal reif ist, in unseren kleinen Garten und auf den Feldern im Umkreis, beim Bauern gekauft. Die Eier kommen von Einen anderen Bauern aufem Wochenmarkt.
    Mir ist klar, das wir und auch viele andere ,uns bei weitem nicht alles dort leisten können. Auch wir kaufen im Discounter unseren Käse, Bananen, Butter, Nudeln usw. Doch sollten sich mehr Menschen einfach mal den Gedanken machen, wer an was verdient und wo seine Produkte herkommen und wo diese herkommen sollten?!
    Bedenkt, jeder möchte leben können und fair behandelt werden!
    Mein Wunsch wäre es, wenn es zu fairen Preisen für Erzeuger und Verbraucher kommen würde – doch das großflächig zu bekommen ist ein steiniger weg…

    Zu guter Letzt einen Satz eines befreundeten Landwirtes“ Nun zu Weihnachten kaufen die Menschen ihren Kindern Plüschtiere für teils mehrere hundert Euro, doch für das Festtagsgeflügel sind 10€ noch zu viel, für ein Lebewesen was für unser Wohlergehen gezüchtet, aufgezogen und getötet wurde.“ Wo bitte ist die essentielle Wertschätzung?!

    Danke!

    1+
  37. Bauer Willi sagt

    Den letzten Satz möchte ich DICK unterstreichen: Es liegt noch viel vor uns. Aber wir fangen ja gerade erst an…
    Bauer Willi

    0
  38. JosefHo sagt

    Also ich habe ja in den unteren Beiträgen schon mitbekommen, dass sich Bauer Willi wieder gefangen hat.
    Naja Verbraucherbashing bewirkt halt nichts, außer Frontenbildung.
    Aber darunter steht ja schon etwas brauchbareres, auch von dir Bauer Willi.
    Aber wir müssen uns doch mal dem Problem nähern.
    Wie schon erwähnt, ich bin auch Landwirt, Verbraucher, Bürger Gestalter usw..
    Aber liegt das konzentierte Problem wirklich so sehr beim Verbraucher?
    Meiner Meinung nach nicht so sehr, denn wir würden ja vorraussetzen, dass der Verbraucher sich immer in allem der Tragweite seines Handelns bewusst wäre. Das ist aber sehr schwierig, würden beispielsweise immer die tatsächlichen Haltungsbedingungen real auf den Packungen der tierischen Produkte per Foto abgedruckt, und nicht immer die idealisierte Wort-Bild-Systematik, wäre das Konsumverhalten schon mal etwas ehrlicher, wer dann noch zu „Wiesenhof“ greift, weiß ja dann sicher, das dass nix mehr mit „Wiese“ zu tun hat.
    Bei den Eiern ist ja der Käfig-Ei absatz stark zurückgegangen, was den Handverkauf anbelangt, hier hat die Transparenz einen Effekt erzielt. (Industrie- und Aufschlageier unverändert, ich weiß)
    Aber das Hauptproblem ist das Gegenüberstehen von vollkommen unterschiedlichen Machtverhältnissen, da gibts 5 LEH Riesen, sehr vielen Verarbeitern, diese dann sehr vielen Bauern, diese dann sehr vielen Tieren.
    Der Rohstoff!! wird aber erst auf oberster Ebene, beim LEH zum Lebensmittel mit dementsprechenden Alleinstellungsmerkmalen ( Werbung Maketingeigenschaften) gekört, was absolutes Kalkül ist. So sind die Verarbeiter, die Bauern, und auch die Tiere immer wieder gegeneinander ausspielbar und können den Druck, der auf sie ausgeübt wird nur nach unten weitergeben, weil das die einzige Seite ist, die sich beeinflussen lässt.
    So haben viele viele Bauern noch viel mehr Bauern verdrängt, die Hybridhühner die „alten Rassen“ verdrängt.
    Das System funktioniert am besten, wenn der Verbraucher bei Lebensmitteln die Preiswirkung mit an erster Stelle seiner Kaufentscheidung ordnet, das ist ja absolutes Kalkül der „Mächtigen“ weil sie nur damit die Konkurrenz aushungern können und noch mehr Marktmacht gewinnen, die sich in noch mehr Druck nach unten auswirkt.

    Wenn sie mal die zB Radiowerbung von Lebensmitteln verfolgen, dann werden sie fesstellen das nirgendwo anders der Preis so dermaßen im Vordergrund steht.

    Das macht die Bauern Arm, die Tiere und Landschaft auch, (das die Bauern in einer Art Generationenvertrag ihren Betrieb immer unbeschadet an die Kinder weitergeben will, ist ein Segen) das die Aldibrüder die reichsten Deutschen wurden wissen ja alle.

    Ich sehe dem Verbraucher wirklich nach, dass er da den Überblick verloren hat.

    Ich schaue gerade an mir herunter und sehe eine Engelbert St.. Hose und bin mir sicher, dass der Druck auf der Näherinnen, die sie genäht haben den gleichen Ursprung und Prinzip folgt wie der Druck, den das Masthuhn (unwissentlich) hat, fett zu werden.

    Wir haben hier ein gesellschaftliches Problem, das wir Bauern eher lösen können als der Verbraucher.
    Industriegläubigkeit ist der ABSOLUT falsche Ansatz, diese wirkt der Bauernfreiheit entgegen.
    Bio Kaufen ist ein guter Anfang, aber dann bitte Ware von einem Bio Verband.

    Es liegt noch viel vor uns.

    0
  39. Klaus-Peter oder so sagt

    Liebe Leserinnen und Leser,

    ich bin fest davon überzeugt, dass Bauer Willi den Nagel auf den Punkt trifft. Viele Aspekte der Landwirtschaft, ihrer Waren und ihrer Marktsituation betreffen auch anderen Branchen.

    Ich glaube nicht, dass der Artikel über das Ziel hinaus schießt. Bauer Willi prangert lediglich das an, was täglich vor unseren Augen passiert: Ein erheblicher Teil der Verbraucher greift beim Einkauf ohne jedes Zögern nur nach den aller-billigsten Produkten.

    Ich zähle mich nicht zu dieser Gruppe, obwohl auch mir der Preis bei Einkauf wichtig ist und ich gern zu günstigen Produkten greife. Deswegen verstehe ich nicht, wie sich reflektierte und halbwegs gebildete Menschen von Willis Artikel angegriffen fühlen können. Günstig und billig einkaufen sind Zweierlei – das verstehen scheinbar Viele nicht.
    Übrigens: Ökologischer Anbau, Bio-Siegel, hoher Preis und gute Lebensmittel bedingen sich auch nicht gegenseitig.

    Das Problem liegt nicht bei den (sich in anderen Kommentaren entschuldigenden) Verbrauchern, die aus ihrer wirtschaftlichen Lage heraus gezwungen sind, Lebensmittel zu niedrigen Preisen zu kaufen. Das Problem liegt bei denen, die aus Gier und/oder Dummheit heraus glauben, dass die kleinen Zahlen in Werbeblättchen und an der Supermarktkasse faire Preise darstellen.

    Der Mangel an Wertschätzung gegenüber guter (ehrlicher) Arbeit und guten Produkten ist ein Teil unserer Gesellschaft, den sicherlich Alle aus dem Verkaufs- oder Dienstleistungsbereich kennen: Kunden erwarten erstklassige Waren bzw. Dienstleistungen oder das was sie dafür halten zu einem möglichst niedrigen Preis. Und viele Kunden kaufen tatsächlich lieber ein offensichtlich schlechteres Produkt, wenn die Preisdifferenz zum besseren groß genug ist.

    Genau dieser Preisdruck wird vom Handel aufgenommen und wieder an die weiter gegeben, die sich nicht dagegen wehren können.

    Willi schiebt den Schwarzen Peter zurecht zu uns, den Verbrauchern, denn viele von uns, aber glücklicherweise nicht alle, fördern und fordern durch ihr Kaufverhalten eine Landwirtschaft, die weder für die Landwirte noch für die Verbraucher gut ist.

    Ärgert euch doch bitte nicht über Leute, die über sinnvolles Wirtschaften, gute Ernährung und soziale und ökologische Nachhaltigkeit nachdenken und zu anderen Ergebnissen kommen –
    kritisiert lieber diejenigen, denen solche Themen vollkommen egal sind!

    1+
  40. daniela kuss sagt

    Hallo. Ich finde ihre Worte klasse.
    Es ist doch genauso ich werde in Zukunft mehr darauf achten.was ich kaufe.das verspreche ich ihnen
    Lg dani

    0
  41. Helge Neumann sagt

    Sehr geehrter Bauer Willi,

    ich denke, man darf auch mal „aus der Haut fahren“, wie Sie selber sagen, Gefühle und deren Ausdruck sind eben manchmal auch derart schroff. Ich selber kaufe, meist unbewusst, auch regional, vor allem jetzt im Winter viele der von den Massen der Verbraucher verschmähten Gemüsesorten…statt Chips eine Möhre knabbern und zum Schnitzel ein Krautsalat ist doch auch schön…und preiswert. Im Keller stehen Stiegen und Kisten mit regionalen Äpfeln vom nahegelegenen Obsthof, die schrumpeligen werden geschält, die grenzwertigen zu Apfelmus verarbeitet. Die Eier zum Backen (und vor allem die für mein geliebtes Tiramisu oder das Rührei zum Frühstück) dürfen schon aus Prinzip nicht die Billigen sein…aber niemand macht alles zu 100% perfekt, so dass ich leider zu oft preiswertes, abgepacktes Fleisch kaufe…und ich denke, eine Verallgemeinerung bringt uns auch nicht weiter. Trotz allem würde mich interessieren, da Sie auch an einigen Stellen auf Ihre wirtschaftliche Lage hingewiesen haben, wie Sie zu den teilweise oft unverschämt niedrigen Löhnen stehen, die viele berufstätige Menschen nur bekommen ( ich stamme aus Thüringen, ich weiß wovon ich rede) und davon auch leben müssen (und eben auch noch gute, ehrliche, regionale Produkte kaufen sollen) oder zu den Milliarden an Subventionen und Förderungen, die jährlich durch die EU gewährleistet werden? Auf eine hoffentlich ehrliche und konstruktive Antwort freue ich mich, Herzlichst, Helge Neumann

    0
    • Bauer Willi sagt

      Lieber Helge, ja ich habe verallgemeinert, ich habe pauschalisiert. Ich erkläre das auch auf „Entschuldigung – lieber Verbraucher“ auf dieser Seite. Für Menschen mit geringem Einkommen bleibt oft keine andere Wahl. Die müssen meinen Frontangriff mit vollem Recht als zynisch empfinden. Und zu den Subventionen komme ich noch. Aber ich kann und will nicht alle Themen auf einmal anpacken. Es kommt, wie beim Essen, häppchenweise. Das verspreche ich.
      Bauer Willi

      1+
      • Helge Neumann sagt

        Hallo Willi (wenn duzen ok ist),

        bitte verstehe meine Frage nach den Subventionen nicht als Gegenangriff…gerne möchte ich (und bestimmt auch andere) einen Einblick in dieses oft durch Medien und eventuell auch Vorurteile geprägte Thema aus Sicht der Landwirte bekommen.

        Gruß, Helge

        1+
  42. Bauer d sagt

    So nachdem ich mir eine dreiviertel Stunde Kommentare durchgelesen haben möchte ich meine Meinung hier auch vertreten.
    Ich bin seit Ende letzten Jahres ausgebildeter Landwirt und habe fast meine komplette Kindheit auf landwirtschaftlichen Betrieben verbracht (wir haben selber Zuhause keinen Betrieb).
    Während des Abiturs habe ich einen Großteil meiner Freizeit bei unserem Nachbarn verbracht und hier meine leidenschaft für die sauenhaltung entdeckt. Nachdem Abitur habe ich eine landwirtschaftliche Ausbildung abgeschlossen und ebenfalls viel mit Schweinen gearbeitet und bin jetzt als „Arbeiter“ auf verschieden Höfen unterwegs um möglichst viele eindrücke und neue Erfahrungen zu sammeln.
    Warum erzähle ich euch das alles

    Weil ich mittlerweile fast jeden tag denke wie Bauer Willi
    Ich liebe die Arbeit mit den Tieren und den Maschinen und kann mir auch keinen anderen Beruf vorstellen (für viele nicht nachvollziehbar).
    Allerdings muss ich mit Sorge beobachten wie der meiner Meinung nach wichtigste Beruf auf dieser Welt LANDWIRT mit Händen und Füßen von vielen Menschen getreten wird und systematisch zerstört wird.
    Zum einen die niedrigen erlöse und zumanderen durch so genannten tierschutzorganisationen. Ich möchte nicht alles gutheißen was in den Ställen dieser Welt passiert und auch die tierschutzorganisationen haben ihre Daseinsberechtigung (alles sollte hinterfragt und diskutiert werden dürfen) aber meiner Meinung nach wird alles versucht um uns Landwirte schlecht zu machen und das finde ich sehr sehr schade. Man kann noch nicht einmal stolz erzählen das man Landwirt ist ohne als tierquäler oder Umweltverpester vorveruteilt zu werden.
    Kommt zu uns geht zu euren Nachbar Höfen und lasst euch erklären wie LandWIRTSCHAFT heute funktioniert jeder Landwirt wird euch stolz seien Betrieb zeigen und euch alles erklären!!!
    Lg

    0
  43. Björn D sagt

    Moin,
    solang das Statussimbol in der Garage wichtiger ist als die eigene Gesundheit (welche massgeblich durch unsere Ernährung beeinfluust wird) wird sich nichts ändern. Ich habe eine Metzgerei in unserer kleinen Stadt, kaufe meine Schweine und Rinder von Bauern die ich persönlich kenne, eben so den Betrieb.
    Was glaubt ihr, wie es mich ankotzt, wenn beim Restpostenmarkt Jawoll, wo inzwischen auch wurst und so weiter angeboten wird, auf dem Parkplatz nicht nur 1 oder 2 Mercedes oder BMW stehen, sondern gleich 10-12 quasie 50% der dort Parkenden Autos.
    Wer sich das teure Lebensmittel nicht leisten kann, kann ich verstehen, dort einzukaufen, aber wer einen BMW, Mercedes oder ähnliches fährt, gibt eins offen zu: ich habe keinerlei respekt vor ehrlicher Handarbeit (das Handwerk). Ich habe mich, wie auch schon bei Lidl und Aldi, mal in der nähe der Billigwurstregale aufgehalten und geschaut wer da so was kauft. Viele von den Personen, die ich auch teilweise persönlich kenne, sind mit Autos über der mittelklasse vom Parkplatz gefahren.
    Status und grosser Fernseher sind halt für viele noch wichtiger als Gesundheit.

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  44. Caliban sagt

    Ich kann dazu nur so viel sagen: Dieser „Geiz ist geil!“ Vorwurf an den Verbraucher, der ist insofern schon ziemlich übel, weil ein nicht gerade geringer Anteil der Verbraucher hinsichtlich der Lebensmittel, die er einkauft, eben *NICHT* die Wahl (und die somit viel bemühte „Marktmacht“, die er angeblich ausüben könnte) hat. Egal, ob er Hartz4 bezieht oder sich und seine Familie von einem Gehalt durch bringen muss, dass auch beim jetzt an allen Ecken und Enden kritisierten Mindestlohn von 8,50 EUR hinten und vorne nicht ausreicht, um wirklich „entscheiden“ zu können, was auf den Teller kommt.

    „Ihr wollt doch nur billig?“ Nee, lieber Bauer Willi: Wir KÖNNEN nur billig.

    Wir sind (genau wie ihr Landwirte und die Rahmenbedingungen, unter denen ihr derzeit produzieren müsst) nur ein Mosaik-Stein einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, die von den derzeitigen politischen Akteuren genau so gewollt ist und dafür sorgen soll, dass Arbeit immer weniger wert ist und die Kapitelrendite-Erträge ihrer „Freunde“ (also: wo Geld mit Geld – und nicht mit Arbeit – verdient wird) immer weiter steigen und steigen.

    Diese gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müssen verändert werden. Dass die etablierte Poltik in Berlin dazu entweder nicht Willens oder nicht dazu in der Lage ist, haben die letzten Jahre hinlänglich genug gezeigt.

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  45. Baloo sagt

    Einen kleinen Einwand hätte ich, ansonsten gehe ich mit dem Post von Willi durchaus konform.

    An BSE ist keiner gestorben, richtig. Aber die Krankeit beim Menschen heist Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) (engl. Creutzfeldt Jakob Disease, CJD). Und an der sind, gerade in England wo BSE am verbreitesten war, zu der Zeit auffällig viele junge Menschen dran erkrankt und gestorben.

    In Anbetracht dessen finde ich es gut
    – das Tiermehl als Futter für Tiere verboten wurde
    – es immer noch Kontrolle/Tests bei der Schlachtung gibt

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    • Bauer Willi sagt

      Das habe ich schon an anderer Stelle beantwortet.

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  46. Didi sagt

    Hallo Willi,
    es ist natürlich einfach dem Verbraucher den Verfall der Preise anzulasten, aber trägt der Landwirt nicht auch dazu bei? Waren es nicht auch Landwirte die den Hals nicht voll genug kriegten. Die sich von Aldi und Konsorten blenden lassen haben, ihre Mastanlage überproportional vergrößert haben und sich dadurch erpressbar gemacht haben. Hier wurde dann der Preis von den Lebensmittelketten bestimmt und nicht mehr von dem Erzeuger. Entweder du verkaufst uns jetzt deine Produkte zu dem von uns diktierten Preis, oder du kannst sehen womit du deine Kredite ab bezahlen willst. Landwirt XY hat sich unserem Preisdiktat schon gebeugt, also kaufen wir nur noch seine Produkte. Da dadurch kein ehrliches Produkt mehr erzeugt werde kann ist wohl logisch. Und was sagen die Bauernverbände dazu, meistens gar nichts, weil hier die Vorstände auch meistens den größten Hof haben und sich daher ins eigene Fleisch schneiden würden, kleine landwirtschaftliche Betriebe haben die ohnehin nicht mehr auf dem Sender. Was sagt die Politik dazu, wohl das Gleiche. Man lässt sich doch gerne die Tasche von diesen Agrar- und Fleischlobbyisten vollstopfen und nickt alle Skandale freundlich ab, oder sitzt sie einfach aus. Wenn ich diese bayrischen CSU Vollpfosten, egal ob Schmidt, als auch davor Friedrich und die Aigner schon höre, wird mir nur noch schlecht. Mit solchen Leuten in der Regierung hat der ehrliche Landwirt ohnehin keine Chance.

    Es ist natürlich auch schwer für den Konsumenten, der sich an solche Preise in Supermärkten und beim Discounter gewöhnt hat, umzudenken. Bei vielen fehlt es einfach am Geld, oder sie geben ihr Geld lieber für Protzautos oder andere Luxusprodukte aus, nur um zu meinen den Nachbarn damit beeindrucken zu können. Das sind dann die Leute die man mit ihrem gepumpten Wohlstand beim Einkauf bei Aldi wiederfindet.

    Aber mal ganz ehrlich, in ländlichen Gegenden hat man ja noch die Gelegenheit direkt beim Erzeuger oder in Hofläden zu kaufen, aber in der Großstadt? Hier sind der Gemüsehändler oder der Fleischer, der sein Fleisch auch nur vom den Schlachthof bezieht, wohl eher die Ausnahme. Wenn man bei einer der Lebensmittelketten zu Bioprodukten greift, weiß man ob es sich wirklich um Bio handelt, oder ob hier mal wieder nur Etikettenschwindel betrieben wurde. In kritischen Fernsehsendungen, die dieses Thema mal aufgegriffen haben, sind solche Zustände doch schon oft genug aufgedeckt worden.

    Welche Möglichkeit hat also der Landwirt, vielleicht doch wohl nur wenn er sich mit den ehrlich produzierenden Landwirten zusammentut und eine eigene Lebensmittelkette auf die Beine stellt. Nur so wird man das ehrliche Produkt auch noch kostengünstig wieder unter die Leute bringen können. Man muss den deutschen Bürger dann nur noch klar machen, nicht das was man hat sondern das was man isst ist viel wichtiger. Hier sehe zurzeit zwar noch das größte Problem, der Deutsche im allgemeinen protzt lieber. Hier ist aber die Jugend gefragt, die ihre Eltern umstimmen können auf gesunde Ernährung zu achten. Es ist ihre Entscheidung ob sie diesen momentanen Zustand stoppen und sich zukünftig lieber gesund ernähren will, oder überspitzt, lieber den Fraß amerikanischer Fastfood Ketten vorzieht.

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  47. G, Bolligrou sagt

    Es tut mir leid, aber nicht jeder, der ein paar Hektar Land von seinem Vater geerbt hat kann auf ewige Zeiten als Landwirt weitermachen. Viele von uns haben Väter, Großväter, Urgroßväter die selbstständig waren als Bauern, Handwerker, Händler, aber wir, ihre Nachfahren sind jetzt Arbeitnehmer ohne eigenen Betrieb.

    Wir haben bisher aus Nostalgie den „Eigene Scholle“-Mythos mit sehr, sehr viel Geld finanziert. Landwirte sind die teuersten Sozialhilfempfänger überhaupt, auch wenn man die Sozialhilfe für Landwirte „Subvention“ nennt. Damit sollte jetzt endlich Schluß sein: Zahlen müssen und sich dann auch noch beschimpfen lassen, das geht gar nicht.

    Unsere Autos lassen wir ja auch nicht vom kleinen Schrauber im Hinterhof zusammenbasteln, sondern in Großbetrieben. Es wird Zeit, dass in Deutschland im Agrarbereich große effektive Einheiten geschaffen werden und der hochsubventionierte Selbstverwirklichungstrip beendet wird.

    „Unseren Hof… an den Sohn übergeben“? Gehts noch? 98% der Deutschen können keinen Betrieb an den Sohn übergeben! Die meisten haben nicht mal ein Häuschen, sondern wohnen zur Miete und müssen Steuern zahlen damit einige wenige „Landwirt auf eigenem Hof“ spielen können.

    Hören Sie auf zu jammern, verkaufen Sie Ihre Flächen und suchen sie sich eine Arbeit, wie wir anderen auch. Danke!

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Vielen Dank für IHREN Wutausbruch. Ja, dann verkaufe ich meinen Hof, der Nachbar verkauft seinen Hof, dessen Nachbar verkauft auch seinen Hof. Sie müssen es nur sagen: dann hören wir mit der Nahrungsmittelerzeugung in Deutschland auf. Ich hab damit kein, aber auch gar kein Problem.
      Bauer Willi

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  48. Dr. Carsten Bachert-Schneider sagt

    Der Mann hat doch sowas von un-fucking-fassbar recht! Chapeau!

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  49. Sascha sagt

    Nicht alle menschen finden GEIZ GEIL !!!!
    Viele können gar nicht mehr anders die fetten Jahre sind schon sehr lange vorbei, wo ein Gehalt ausgereicht hatum seine Liebsten zuu Ernähren. Es gibt sehr viele Familien die Zahlen schon 50 % ihres Gehaltes nur für die Miete dann kommen noch kosten wie Heizung, Telefon, und auch deren Kinder wünschen Sich Markenkleidung oder Smatphone was bei denen aber meist auch ein Wunsch bleibt.

    Wenn die Bauern wen ankacken wollen dann geht zu den Großkonzernen die machen sich die Taschen dick auf eure Kosten !!!.

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  50. Hans sagt

    Gegenfrage:
    wie lange soll das noch gehen mit der chemischen Düngung auf den Feldern und der damit verbundenen verschmutzung des Grundwassers? Bis unser Wasser überhaupt nicht mehr zu gebrauchen ist?
    Das kanns aber nicht sein 🙁

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    • Küttner sagt

      …und die Böden. Die nächsten Generationen der Bauern werden die Probleme ernten.

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    • Jochen Böhrer sagt

      Solange man die Menschen aus Pflanzen ernährt, muß man diese Pflanzen auch düngen. Das Grundwasser wird die letzten Jahre auch immer besser. Von „Nicht zu gebrauchen“ sind wir sehr weit weg. Die von Ihnen angeprangerte Form der Landwirtschaft macht heutzutage doppelt soviele Menschen satt als noch vor 40 Jahren. Die von Ihnen favorisierte Landwirtschaft wird in Hungerländern praktiziert und hat es auch bei uns in vielen Epochen nicht geschafft, wesentlich weniger Menschen von wesentlich mehr Fläche immer satt zu machen.

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  51. Christian sagt

    Liebe Babsi, der Endverbraucher könnte sehr wohl, wenn er denn wollte!

    Was braucht der Menschen um zu überleben?

    Essen/Trinken, medizinische Versorgung, und ein Dach über dem Kopf.
    Die beiden Erstgenannten dürfen aber nichts kosten.
    Der Landwirt ist der böse Umweltzerstörer, und für Kranken- und Altenpflege ist auch kein Geld da.

    Ein fetter Breitbild-TV, das neuste Ei-Fon und der Urlaub auf Malle sind ja vieeel wichtiger.

    Und Bio will der Kunde NUR wenn es nicht teurer ist als konventionell erzeugte Lebensmittel!

    Die deutschen Biobauern bleiben auf ihren Kartoffeln sitzen, weil der Endverbraucher lieber die billigen aus Bio-Kartoffeln aus Ägypten kauft!

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  52. Küttner sagt

    (Vorab, ich habe alle vorigen Kommentare nicht gelesen. Also bitte entschuldigen Sie, wenn es schon ähnliche Kommentare gab etc.)

    Liebe Landwirte,
    ich verstehe euren Frust und eure Wut. Aber ich fühle mich als Verbraucher unfair beschuldet!
    Quantität statt Qualität steckt wirklich in vielen deutschen Köpfen und nicht ohne Grund ist Deutschland, um es drastisch auszudrücken, der Mülleimer Europas für Obst und Gemüse geworden. Und das ärgert mich auch!
    Jedoch geht es nicht nur Ihnen finanziell schlecht, bzw. nicht gut genug. Laut Staat sollte ich ca. 70€ Stundenlohn für meine Arbeit nehmen – unmöglich, ich bekäme keine Aufträge mehr…
    Ich z.B. lege sehr viel Wert auf Lebensmittel und damit bin ich in meinem Bekannten- und Freundeskreis nicht die einzige. Aber ich habe oft keine andere Wahl als das billige Zeug zu kaufen. Und trotzdem sind Lebensmittel das einzige wozu das Geld im Monat reicht. Nach der Miete o. Kredite usw., die vielleicht 80% Ihrer Verbraucher nämlich jeden Monat zahlen müssen – bleibt nicht mehr viel. Keine Markenklamotten, kein Smartphone, kein Buch, Theaterbesuch…
    Ich möchte da nicht ins Detail zu meiner persönlichen Situation gehen.
    Bitte schauen Sie sich die Situationen der Verbraucher mal an! Mit inzwischen 8,50 Mindestlohn, den Frisöre, Studenten/Azubis… z.B. immer noch nicht bekommen, muss man immer noch gucken wie man über die Runden kommt.

    Ich gehe für unsere Landwirtschaft schon lange auf die Straße, ich sehe es als meine Pflicht als Verbraucher…
    Trotzdem fühle ich mich absolut H I L F L O S !

    Ich wünsche uns allen so sehr das sich die Situation für alle irgendwie ändert! Ich stehe hinter Ihnen, aber bitte machen Sie uns nicht dafür verantwortlich was die Lebensmittelkonzerne in ihrer Macht tun! (z.b. Privatisierung unseres Grundwassers ist ihr nächstes Ziel!)

    Alles Gute und Ideen für Lösungen wünsche ich Ihnen von Herzen!

    ps: Das wir Verbraucher nur das „schöne“ Obst und Gemüse kaufen würden, stimmt nicht! Ich würde auch krumme Möhren kaufen!
    -> Ein Streit bei Rewe von einer Verkäuferin die alle „schlechten“ Bananen aussortierte und einer Käuferin die die bräunlichen, angedötschten Bananen kaufen wollte, jedoch einfach nicht durfte! Die Bananen wurden weggeschmissen.

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Lieber Herr oder Frau Küttner
      Ideen für Lösungen hab ich. Diese pauschalisierende Verbraucherbeschimpfung hat ein richtiges Fass aufgemacht. Wir werden weiter im Gespräch bleiben, die nächsten Artikel sind schon in Bearbeitung 🙂
      Bauer Willi

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        • Markus sagt

          Liebe/er Herr bzw Frau Küttner.

          Ich finde es aber schade das unsere Qualitativ hochwertigen Lebensmittel so verschleudert werden.

          Wenn dem Verbraucher nicht mehr viel zum Leben übrig bleibt weil er Kredite und Co hat, warum kann sich dann fast jeder ein riesen Auto leisten welches er nicht braucht, warum gehen alle 1000e Km in den Urlaub für Allinklusive , warum hat jeder einen LCD Tv mit 1,50 Durchmesser…?

          Das leisten sich sogar viele Arbeitslose…

          grüße

          1+
  53. Anne sagt

    Lieber Willi,

    leider lassen manche finanzielle Spielräume einem keine Luft, Kartoffeln für 2Eur/Kilo zu kaufen. Und wenn man 4 Kinder satt bekommen möchte, sind 10kg/2 Eur okay! Ansonsten müsste ich Fertigessen (voll von Zusatzstoffen und noch teurer), Weizentoastbrot (sattmachend, aber ungesund) oder gar nix auf den Tisch bringen. Flugmangos oder ähnliches können sich leider nur die leisten, die sich hier mal an die Nase fassen müssten; denn sie sind diejenigen, die sich auch problemlos die teureren einheimischen Sachen leisten können. Bei mir gibt’s im Winter sehr oft Kraut, Wirsing sowieso in jeder Form und ich versuche auch, meinem Kind die Sinnlosigkeit der Erdbeeren zu Weihnachten zu erläutern. Was gut funktioniert! Leider will aber keiner auf die Orangen unterm Baum verzichten :(. Ich denke, ein gutes Mittelmaß muss sein. Und eine Fahrt raus aus der Stadt, um den Kindern zu zeigen, dass Kühe niemals lila sind…

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  54. Bauer Willi, ich klopf dir auf die Schulter und sage: „Gut gemacht!“
    Es hätte ruhig einen Zacken schärfer sein dürfen.
    Als Selbständiger ist es in Deutschland schwer seine Meinung kund zu tun.
    Schnell wird man in Ecken gestellt in die man nicht rein gehört, ja sogar gemieden, oder oder …
    Die Deutschen sind ein scheinheiliges Völkchen und sie wissen das – es ist ihnen nur nicht immer bewusst 😉

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  55. Ich verstehe Ihren Zorn. Was Sie allerdings übersehen, ist, dass viele Menschen sich nur die billigsten Lebensmittel *leisten* können. Ich persönlich zahle gerne mehr für mehr Qualität, und vor allem kaufe ich gerne direkt beim Hersteller bzw. beim Bauernmarkt. Aber das kann eben nicht jeder.

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  56. Babsi sagt

    Lieber Willi,

    in Zeiten wie diesen finde ich es mehr als fragwürdig den Verbraucher für die schlechte Lage der Bauern verantwortlich zu machen.

    1. Gibt es einen ganz klaren Trend zu mehr Bio, mehr Fairtrade, mehr Markt und Regional kaufen. Verbraucher snd sich sehr wohl dessen bewusst was passiert und versuchen bereits -oft über ihre Verhältnisse hinaus – etwas Gutes zu tun/ den Erzeuger zu unterstützen

    2. Die Verbraucher haben immer weniger Geld, die Lücke zwischen Arm und Reich wird grösser. Es ist schwer, als Student Bio zu kaufen! Auch für viele arbeitende Menschen ist es einfacher bei Aldi zu kaufen, wo man für 50 Euro einen Wochenendeinkauf machen kann, als auf dem Markt wo man für den selben Preis die Hälfte bekommt, und wenn es dann noch Bio ist, dann vielleicht ein Viertel der Menge.

    Ich selber versuche so viel wie möglich 1. Bio zu kaufen (allein wegen dem gesundheitlichen Aspekt, ausserdem finde ich es gut Biolandwirtschaft zu fördern), und 2. auf dem Markt zu kaufen, am liebsten auf dem Biostand beim Markt.

    Manchmal ist es jedoch demotivierend und schwer wenn ich beim Biomarktstand 12 Euro für eine Tüte Kirschen zahle, und um die Ecke hätte ich 3 Euro bezahlt. Dennoch gebe ich mir Mühe weiterhin zu unterstützen.
    Deshalb finde ich es nicht fair, liebe Bauern ständig auf dem Verbrauchern rum zu hacken. Viele von uns geben sich Mühe! Und das obwohl wir uns das vielleicht nicht leisten können!!!

    WENN man versucht hierfür einen Schuldigen zu finden dann muss man bei der Politik anfangen. Es muss dafür gesorgt werden, dass von „oben“ regionale Produkte gepusht werden, dass „Bio“ Produkte günstiger sind als die anderen, es kann nicht in der Macht der Verbraucher liegen, die ohnehin schon kein Geld haben, auch noch der Landwirtschaft auf die Füsse zu helfen, und dann noch vom Bauern einen auf den Deckel zu bekommen.

    Eine Verbraucherin

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    • Cord Meier sagt

      Liebe Babsi,

      1. gibt es keinen klaren Trend zu Biolebensmitteln. Der Anteil an Lebensmittelausgaben von Biolebensmittel liegt bei etwa 4% vom Gesamtumsatz. Das ist kein Trend, der den Markt umkrempelt. Der Anteil steigt leicht, aber nicht nachhaltig. Die Biolebensmittel werden auch zu billig verkauft, so kann der deutsche Biobauer oft nicht billig genug produzieren. Da sind manchmal sogar ägytische Biokartoffeln günstiger als deutsche Biokartoffeln.
      2. Weniger Geld? Im Ernst? http://de.statista.com/statistik/daten/studie/75719/umfrage/ausgaben-fuer-nahrungsmittel-in-deutschland-seit-1900/
      Betrug 1950 der Anteil der Ausgaben eines Haushaltes noch 44% vom Einkommen, sind es heute 15,2%… Wer will sich da noch beklagen? Sie etwa? Klar Smartphone und Urlaub sind wichtiger…
      Wer sich dann noch über zu teure Kirschen beschwert, hat die wohl noch nie selber geerntet, gepflückt… und zwar in großen Mengen!
      Wer Biolandwirtschaft gut findet, sollte dies auch gern fördern. Aber Biolebensmittel im Supermarkt sind nicht gut für den Biobauern, er bekommt NICHT ausreichend Geld dafür um nachhaltig produzieren zu können und davon leben zu können. Verdammt noch mal! Geiz ist nicht geil!
      Und der Ruf nach der Politik, der ist so einfach, damit, Babsi, wälzen sie bequem ihre Verantwortung auf Andere ab. Finde ich nicht gut. Sie wären bestimmt nicht damit einverstanden, das die Politik ihnen vorschreibt, was sie kaufen sollen… Da bin ich mir sicher.
      Zu aller Letzt, es gibt keine gesundheitlichen Vorteile der Biolebensmittel im Vergleich zu konventionellen Lebensmitteln. Aber da darf Jeder kaufen und bevorzugen was er/sie möchte. Nur zu geizig und gierig sollte man nicht sein. Egal ob Bio oder Konventionell!

      Mit freundlichen Grüßen, Cord Meier, einer Ihrer Ernährer!

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  57. Leider sieht es (vor allem in Deutschland) häufig so aus.

    Aber nicht jede(r) denkt immer so billig.

    Meine LG hat z.B. letzte Woche an der Haustür einen 25 kg-Sack Kartoffeln aus der Pfalz (nicht mal Bio) genommen – für 50 Euro! Obwohl ich ihr dann sofort sagte, dass selbst ein kleiner Sack Bio-Kartoffeln im Laden günstiger ist, riefen wir den guten Mann nicht zurück…
    sah nicht gerade so aus, als sei er Kartoffel-Millionär.

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    • Jochen Böhrer sagt

      Lassen Sie sich mal von einem Laden den Sack an die Haustür liefern….. Sie werden erstaunt sein, was da noch draufgeschlagen wird.

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  58. Andreas Heumer sagt

    Selten so einen Quatsch gelesen. Absolut schädlich für unsere Branche. Ganz schlimm.
    Nur ein Trottel schimpft bei 80% Verbraucherzufriedenheit auf Kunden. Der Deutsche Bauernverband ist aufgerufen sich für das Vertrauen der Verbraucher zu bedanken und sich von jeder Art Polemik auf allen Seiten zu distanzieren!

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Komisch, wenn ich die Kommentare so durchsehe, dann scheinen die Verbraucher mehr Verständnis zu haben als die Landwirte?

      Alois

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      • josefHo sagt

        Naja, drehen wir die Kausa mal um,
        wenn alle Verbraucher so handeln, wie die Verbraucher es hier beschreiben, wäre der obige Threat nicht entstanden!

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    • Babsi sagt

      Dem stimme ich zu! Schade, dass immer so auf den Verbrauchern rum gehackt wird, obwohl Fairtrade, Regional und Bio so stark werden derzeit.

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  59. josefHo sagt

    Ich bin Landwirt und schäme mich ehrlich gesagt für dieses unreflektierte sehr intelektuell unausgegorene Statement des Bauer Willi.

    Genau diese Haltung, mit dem Finger auf andere zu zeigen, weil alle anderen sich ändern sollen damit man selbst so bleiben kann wie man ist! Ist ein mitgrund warum der Bauer in so einer prekären Situation ist.

    Warum schimpft er nicht auf die anderen Kartoffelbauern, die auch so viel angebaut haben, dass der Preis mittlerweile so niedrig ist.
    Oder besser noch; warum springen sie nicht mal alle über ihren Individualisten-Schatten und organisieren sich?
    Nein, der Verbraucher, der ist Schuld!! Sagt der Landwirt der den Bezug zu ihm schon längst verloren hat.

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  60. Lieber Bauer Willi,

    ja, Du hast Recht. Mir ist absolut klar, daß Du hart arbeitest, damit ich essen kann. Und ich bin froh drüber, daß Du für mich sorgst.
    Mir ist klar, daß mit Dir umgesprungen wird wie mit dem Putzfeudel der Nation. Und ich bin stinksauer drüber.
    Mir ist klar, daß Du von vielen Menschen bis heute für unterbelichtet gehalten wirst, Menschen, die weder Dein Fachwissen noch Deine Intelligenz und praktische Vernunft haben (allenfalls: anderes Fachwissen, ihre eigene Intelligenz und ziemlich defizitäre praktische Vernunft). Und das macht mich ratlos.

    Was Fleisch und Eier angeht – da bin ich pingelig, das muß öko und heimisch sein. Woher das Mehl (ebenfalls öko) genau kommt, mit dem ich mein Brot backe – das kann ich nicht kontrollieren. Ansonsten: Ich bemühe mich, heimische Sachen zu kaufen, und saisonale. Zitrusfrüchte kaufe ich allerdings auch. Und Tomaten aus Italien. Und manchmal Ananas, auch keine heimische.
    Weiß ich, woher die passierten Tomaten sind, oder das Tomatenmark? Da gilt für mich allerdings auch: Billig. Ja, ich bemühe mich, heimische Sachen und umweltverträgliche Sachen zu kaufen. Wenn ich dreimal so viel Geld hätte, wie ich habe, täte ich das konsequent nur.

    Daß Menschen sich beklagen, wenn ein frischgedüngtes Feld (und die Umgebung) nach Dünger riecht… ich kann gar nicht sagen, wie bescheuert ich das finde. Ebensogut könnte man sich beklagen, daß ein Krankenhaus nach Desinfektionsmittel riecht.

    Ich hoffe sehr, daß Du den Hof erhalten kannst. Daß Dir nicht noch mehr Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Daß alte Knüppel weggeräumt werden.
    Aber ich hoffe auch, daß Du dies liest und auch meine Position verstehst. Ich hätte sehr gerne alles, wirklich alles (also außer der Ananas und den Zitrusfrüchten) von heimischen Bauern und umweltverträglich hergestellt und fair bezahlt. Ich weigere mich, grüne Bohnen aus Ägypten zu kaufen. Aber ich kann mir nicht leisten, konsequent so einzukaufen, wie ich es richtig finde.

    Beste Grüße
    Claudia

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  61. Marion sagt

    Hallo Willi!

    Toll geschrieben, ich kann nur zustimmen :o) Wir kaufen nach Möglichkeit alles Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt – und zwar von den Bauern, bei denen angegeben ist, daß es sich um „eigene Ernte“ handelt. In Ausnahmefällen muß dann zwar auch der Supermarkt her – aber auch da kann man gucken, daß das Grünzeugs wenigstens aus Deutschland, besser noch aus der Region kommt. …Und weitestgehend saisonal ist. Kein Apfel muß für mich über die Ozeane geschippert werden – davon gibt es doch hier reichlich :o)

    Und im Sommer gibt unser Schrebergarten ein bißchen was her. Und wer mal hobbymäßig ein bißchen Gemüsegärtnert, der weiß, daß DAS mit ARBEIT verbunden ist. Und mit Rückschlägen durch hungriges Kleingeviech, wenn man nicht wie blöde spritzt… ect.ect…

    Ich für meinen Teil versuche immer wieder, Freunde, Kollegen und Familie zu motivieren, unsere hiesigen Bauern zu unterstützen. Leider hapert es oft an Zeit. Nach der Arbeit sind viele nicht zu motivieren, zum nächsten Hofverkauf zu fahren – der nächste Supermarkt liegt halt auf dem Weg. Das Wochenende ist heilig und die Preise auf dem Wochenmarkt zu teuer…
    Das finde ich sehr schade, weil zu teuer ist es dort auf keinen Fall! Ja, der Kilopreis ist vielleicht ein bißchen (!) teurer – aber dafür kann ich wählen und muß nicht ein Kilo im Plastikbeutel kaufen, von dem die Hälfte dann in den Müll wandert, weil ich soviel dann doch nicht brauche (unter diesem Gesichtspunkt ist der Preis auf dem Wochenmarkt sogar deutlich günstiger).

    Weiter bin ich als Tierfreund maßlos entsetzt, was in der konventionellen Tierhaltung mit den Tieren geschieht…. Und das muß ich leider bei ALLEN fleischessenden Mitmenschen stark anprangern: WIE kann man denn 100g Bratwurst für 22Ct verkaufen – und kaufen!!! Ist doch wohl klar, wo da gespart wird… Fleisch kann meines Erachtens nach gar nicht teuer genug sein – da hätte der Bauer UND die Tiere was davon.

    Und wenn ich das Gejammer generell über die Preise höre: Ich persönlich kenne Leute mit sehr wenig Geld. Und das wenige was da ist? Da wird am Essen gespart, wo es nur geht. Aber Geld für Fluppen, Sprit, Smartphones und Flachbildschirme ist immer da. …Merkwürdig, wie so die Prioritäten gesetzt werden…

    Aber: Wer fragt schon mich…

    Ich jedenfalls habe meinen Bauern hier die Treue geschworen :o))
    Und bin von Deinem offenen Brief begeistert! Hoffentlich erreicht er viele!

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  62. Daniela sagt

    Lieber Willi,
    Über das Ziel hinausgeschossen? Nicht ansatzweise. Ich kann den Frust sogar sehr gut verstehen, wenn man sich ab rackert, von früh bis spät auf den Beinen ist und selbst dabei persönlich auf der Strecke bleibt manchmal.

    Ich würde auch gerne häufiger mal direkt beim Bauern kaufen, oder auf die Discounterprodukte verzichten. Das ist nur leider nicht immer so einfach, denn als Mutter mit drei Kindern und einem phasenweise arbeitslosen Mann ist der Geldbeutel halt nicht immer so gut bestückt. Ich tue was ich kann: beim Missbrauch achte ich darauf dass ich eine Milch von nehme, auf deren Verpackung der faire Handel mit den Landwirten deklariert wird. Ob das immer so zutrifft, kann ich natürlich nicht beurteilen. Auch bei den Eiern achte ich immer darauf dass ich eben nicht die billigen Eier vom Discounter nehmen, sondern Bioeier oder mindestens mal von Freilandhühnern, auch wenn allein Eier und Milch zusammen eine Preisdifferenz von mindestens 1,50 € pro Einkauf machen. Dann kommen noch Gemüse und Fleisch dazu und schon liege ich bei einem Einkauf ca 10€ über den Discounterpreiden.
    Bei uns gibt es nicht täglich Fleisch. Das könnten wir uns gar nicht leisten, weil ich sehr darauf achte, eben kein Fleisch aus dem Discounter zu kaufen sondern beim Metzger hier im Ort von dem ich weiß, wo die Tiere herkommen. Zumindest hier kann ich also sicher sein das ist den Tieren nicht in Massenhaltungen ganz übel ergeht.
    Wir haben einige Bauernhöfe in unserer Namen Umgebung, aber wenn ich dort einkaufen möchte, zahlt man dort fast schon „Apothekenpreise“ . Sicher möchten die Landwirte auch etwas daran verdienen, aber sie dürfen sich bei solchen Preisen (3,50 € für zehn Eier), fünf Euro für einen 2,5 Kilo Sack Kartoffeln oder 3,50 € für ein Bund Suppengemüse nicht beschweren, wenn man dann halt doch lieber zum Discounter geht. Gerade wo keine Zwischenhändler im Spiel sind – wie also beim Direktverkauf im Hof – sollte es doch möglich sein, die Preise ansprechend auch für nicht ganz so betuchte Familien zu gestalten. Dann hätten alle etwas davon und es würde ein gewisses Umdenken stattfinden – denn letztlich würde vermutlich jeder gerne direkt beim Bauern einkaufen…

    1+
  63. iris sagt

    Sie schreiben, es hätte in Europa keine Todesfälle durch BSE gegeben. Dies stimmt nicht. Siehe http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs180/en/ Die humane Variante von BSE heißt „Variant Creitzfeldt-Jakob disease“. Im Artikel werden folgende Krankheitsfälle (die in wenigen Monaten zum Tode führen) genannt:
    From October 1996 to March 2011, 175 cases of vCJD have been reported in the United Kingdom, 25 in France, 5 in Spain, 4 in Ireland, 3 each in the Netherlands and the United States of America (USA), 2 each in Canada, Italy and Portugal, and one each in Japan, Saudi Arabia and Taiwan. The number of cases of vCJD in the United Kingdom peaked in 2000 with 28 deaths. It has since declined to about 2 diagnosed cases and 2 deaths per year in 2008.
    In Deutschland gab es keine Erkrankungen.

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    • Bauer Willi sagt

      Danke für den Hinweis. Jedenfalls in Deutschland dann kein Krankheitsfall
      Es würde Bücher füllen die Frage zu diskutieren, ob zwischen Kreutzfeld-Jakob beim Menschen und BSE beim Tier ein Zusammenhang besteht. Dazu wurde auch schon ein sehr aufschlussreicher Beitrag mit medizinischem Hintergrund gepostet. Ich kann das nicht beurteilen. Weil Bauer.
      Bauer Willi

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  64. Stephan Goldmann sagt

    Ich verstehe den Zorn. Nur leider ist das ein pauschaler Rundumschlag, der auch die falschen trifft – als gäbe es DEN Verbraucher. Wie in den Kommentaren schon richtig hingewiesen wurde, sind die Verbraucher alles andere als eine konforme Masse. Und stellt Euch vor: Auch ich komme mir manchmal vera… vor.

    Zum Beispiel, wenn ich Fair-Trade-Kaffee kaufe für teures Geld kaufe, um eben fair zu sein und am Ende merke, dass auch das wieder nicht nachhaltig war.

    Zudem: Auch der Verbraucher hat eine Unterschicht – wer zwei Jobs und zwei Kinder hat und jeden Cent umdrehen muss, dem bleibt auch nichts übrig, als die Milch für 30 Cent zu kaufen.

    Zorn nutzt am Ende nichts. Man hat sich Luft gemacht, lesen tun es aber eh nur aufgeschlossene Leute und da trifft man gerade die falschen.

    Was hilft, ist eine kontinuierliche Aufklärung. Mich interessiert durchaus, warum ich eigentlich gerne vergleichsweise viel Geld ausgebe für Essen und Co., aber anscheinend beim Produzenten immer weniger ankommt.

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    • Bauer Willi sagt

      Ja, Herr Goldmann, das war ein pauschalierender, vereinfachender Rundumschlag, der ungerecht war und alle getroffen hat. Hab mich dafür auch entschuldigt.
      Aber wie die Resonanz zeigt, kommen wir ins Gespräch. „Der“ Verbraucher und „der“ Landwirt. Etwas Geduld, die sachliche Aufklärung ist nicht vergessen. Aber neben Internet hab ich ja auch noch einen Hof 🙂
      Bauer Willi

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  65. Gerhard Sattler sagt

    Hallo Bauer Willi,

    nein – Sie sind nicht über das Ziel hinausgeschossen.
    Unser allgemeines Wertegerüst in dieser Welt ist über viele Ziele hinaus geschossen- und jeder zweite weiß es besser – siehe Pegida und Co.
    Wir sollten alle in unserem Anspruchsdenken mal lieber einen Gang zurückschalten, die Kirche im Dorf lassen und die Basis unseres Lebens mehr ins Bewußtsein rücken.
    Und dafür Danke Ihrer Aussage die dazu beiträgt.

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  66. Ulrich sagt

    Als jemand, der gerne kocht und frische Zutaten liebt, kann ich für diesen Beitrag nur Danke sagen.

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  67. Sara sagt

    Vielen Dank für diesen Beitrag! Heute weiß nun wirklich kaum einer die harte Arbeit zu schätzen, die es braucht, die landwirtschaftlichen Erzeugnisse in den Supermarkt zu bringen. Und bei all dem Preisgedrücke und der kaum vorhandenen Wertschätzung will trotzdem jeder, dass die Landwirte nciht nur qualitativ den höchsten Ansprüchen genügen, sondern sie sollen auch noch Leidenschaft für etwas haben, wovon sie knapp leben können…

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  68. Birgit sagt

    Vielen Dank lieber Bauer Willi!! Wir, die wir keine Landwirtschaft haben haben keine Ahnung. Du hast so recht. Danke für das bewusst machen….

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  69. Lieber Bauer Willi, ich verstehe Ihre Gefühle voll und ganz, bin selbst auf einem Bauernhof großgeworden. Kann mich noch sehr gut an die durchweg guten Lebensmittel erinnern, die es bei uns gab. Noch heute meide ich Fertiggerichte weitestgehend, auch, weil sie mir einfach nicht schmecken, schon gar nicht, wenn man die Zutaten Liste gelesen hat. Nun ist ja nicht alles Ökologisch, wo Öko oder Bio draufsteht….;-), aber, jeder Mensch kann für wenig Geld einfach frische Lebensmittel kaufen und selber kochen. Dies ist keineswegs teurer, als das Fertigfutter. Gerne gebe ich etwas mehr für meine Lebensmittel aus und wünsche mir, dass der Erzeuger auch einen fairen Preis dafür erzielt. Ich wusste, dass es schlecht aussieht, aber, 1 Cent für 1 Kilo Kartoffeln, wow. Selbst kaufe ich keine fertigen Pommes, ich denke, der Preis könnte aus dem Bereich Fastfood stammen. Einfach abartig, wenn man bedenkt, wie viel Arbeit es braucht, um 1 Kilo Kartoffeln zu erzeugen. Die Pflanzen müssen ja über eine lange Zeit gepflegt werden. Der Pommes Produzent wird für seine Arbeit dagegen fürstlich entlohnt. Hoffentlich werden eine ganze Menge Menschen über dieses Thema nachdenken. Alles Gute für Sie!

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  70. Gabi Laszinger sagt

    Hut ab! Es mag sehr emotionsgeladen gewesen sein, aber trotzdem wahr! Wir haben es zwar alle schwer, die Wahrheit zu vertragen, aber das ändert nichts an der Wahrheit. Ich schliesse mich da nicht aus, bisher das alles so nicht gesehen zu haben: bio aber billig und nach „nicht bio“ aussehen…solch‘ ein Artikel hilft jedenfalls, sich an die eigenen Nase zu packen und umzudenken! Danke dafür!

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  71. Steffen Wildt sagt

    Hallo Willi,

    vielen Dank für Deine sehr emotionale Zusammenfassung! Kann es sein, dass da was mit unserer Art der Verteilung des gemeinsam erwirtschafteten Vermögens nicht stimmt? Und da drängt sich doch eine einfach geniale Lösung auf: ein bedingungsloses Grundeinkommen müsste her! Dann verfliegt dieser ganze Nebel um die Produktpreise, weil sich dies vom Produzenten bis zum Konsumenten durchzieht. Leider leider reicht dafür das durchschnittliche Bewusstsein noch nicht. Wir werden sehen, ob es dafür den Menschen (z.B. den Bauern) erst noch schlechter gehen muss. Man lernt entweder aus der Erfahrung oder aus der Erkenntnis-gelernt aber wird immer.

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  72. Andreas Karg sagt

    voll verständlich
    aber leider gibt es menschen, die unter laktose-und gluten intoleranz leiden
    viele grüße

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    • Bauer Willi sagt

      Das ist bedauerlich und deshalb auch sinnvoll, es auf der Packung auszuweisen. Gemeint ist die Werbung, die mit „frei von“ oft unsinnig wirbt. Und wenn jetzt auch Bio-Mineralwasser angeboten wird… Gibt es wirklich, gebe den Begriff mal in eine Suchmaschine ein. Ist wahrscheinlich auch „ohne Gentechnik“ erzeugt. Merkst Du was?
      Bauer Willi

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    • Bauer Willi sagt

      Könntest Du Deine Anmerkung etwas konkreter fassen? So verstehe ich das nicht und es hilft Dir und mir nicht weiter.
      Bauer Willi

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  73. Julia sagt

    hallo Zusammen.
    Danke Willi für den super Beitrag 🙂 Ab und zu darf man auch mal emotional auf den Tisch hauen, auch wenn eine Pauschalisierung aller Verbraucher nicht wirklich hilfreich ist 😉 (und ja den „Entschukdigungsbeitrag hab ich auch gelesen :D)
    Mal eine vollkommen ernstgemeinte Frage: angenommen, ich kaufe mein Hähnchen in Bio-Qualität (so wie es zumindest der Packung nach drauf steht) für 22€. Wer garantiert mir, dass von diesen 22€ der Landwirt TATSÄCHLICH einen fairen Preis für sein Huhn bekommt?
    Niemand. bsolut undurchsichtig. Ich kann 22€ im Laden für ein Suppenhuhn lassen und einfach HOFFEN, dass ich damit tatsächlich für alle etwas Gutes tue und jeder, den es betrifft, davon fair entlohnt wird, aber genau werde ich es NIE wissen. Was ist, wenn von diesem Geld der jeweilige Landwirt nur 2-3€ bekommt und das wiederrum absolut nicht ausreicht, um den Tieren ein angemessenes Leben usw. zu ermöglichen? Wie soll sich dann etwas ändern?
    Also bleibt nur der direkte Einkauf beim Landwirt. Das ist zwar auf dem Land manchmal möglich (obwohl nicht mal da immer, denn wie hier schon oft erwähnt wurde, kann nicht jeder Landwirt einen Hofladen betreiben), ein Städter wäre da aber schon erstmal aufgeschmissen. Also bleibt im Grunde nur die Hoffnung, dass wenn ich keine „Billig-Billig“-Mentalität vertrete, das auch tatsächlich beim Erzeuger ankommt.
    Das ist mal so der eine Punkt.

    Alles andere als Erklärung für mögliches „Fehl“verhalten des Verbrauchers ist hier schon öfters geschrieben worden, will es eigentlich nicht wiederholen…

    Wir persönlich machen unseren Verbrauch von der Kontodeckung abhängig. Wir sind eine vierköpfige Familie mit keinerlei geregeltem Einkommen in den letzten 5,5 Jahren, bedingt durch das Studium meines Mannes. Wenn unser Kontostand mitten im Monat gnadenlos ausgeschöpf ist und alle Lebensmittel zuneige gehen und ich abends verzweifelt da sitze und überlege, was ich am nächsten Tag kochen soll oder den Kindern als Schulbrot mitgeben soll-wenn ich ehrlich bin, bin ich heilfroh, wenigstens ETWAS megabillig im Laden holen zu können. Auf der anderen Seite bin ich kulinarisch und backtechnisch sehr versiert und lege deshalb absolut Wert auf eine regionale Ware in Bioqualität und zahle sehr sehr gerne für Freilandeier oder Bioeier (auch zum Backen ;-)), da mir unsere Ernährung sehr wichtig ist. Wenn mal etwas mehr Geld da ist, beliefert uns auch unser regionaler Bio-Lieferant mit leckerem Gemüse aus Eigenanbau, Fleisch und Milch aus den umliegenden Höfen und der Fairtrade-Bioschokolade…. Oder wir spazieren auf dem Wochenmarkt direkt zu den Bioland und Demeter-Ständen… ;-))) Ja-wie gesagt-wenn es etwas mehr Geld gibt.
    Ihr seht also, dass so sehr ich mich vor der Billigwurst ekle-das, was ich im Endeffekt kaufe, bestimmt der Geldbeutel. Denn die Kluft zwischen WOLLEN und KÖNNEN-die ist leider sehr sehr groß manchmal.. und dann tut es weh, wenn einem Gleichgültigkeit oder Gedankenlosigkeit oder Geiz vorgeworfen wird. Ich zähle die Tage bsi zu dem Zeitpunkt, an dem wir ohne zu überlegen jede Woche zum Demeterstand marschieren können oder unser Biolieferant hier wieder öfters vorbei kommen kann.

    Ich habe keine tollen Vorschläge für eventuelle Lösungen-davon ist hier schon viel genannt und disskutiert worden-aber ich wollte meinerseits um etwas mehr Verständniss für den Verbraucher werben. Manchmal kann der halt nicht so, wie er gerne würde. Erst recht, wenn Kinder involviert sind.

    Lg

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    • Heike Klatte sagt

      Hallo Julia,
      ich finde, man muss sich nicht rechtfertigen wenn man im Discounter einkauft. Wie Du es selbst sagst, manchmal geht es eben nicht anders. Sollen diejenigen, bei denen es gegen Mitte des Monats bereits knapp in der Kasse wird nun auf Fleisch, Obst und Gemüse verzichten? Wohl kaum! Ich erinnere in diesem Zusammenhang so manchen Zeitungskommentar, in dem es hieß, dann solle man halt verzichten, wenn man nicht den bio-super-regional-Preis zahlen kann. Wenn Du Bio-Produkte bevorzugst und Du damit Landwirte bewusst unterstützen möchtest finde ich das schon sehr viel. Ich persönlich würde mir wünschen, dass es noch mehr Leute so halten wie Du, wobei es bitte gerne auch die traditionell konventionell erzeugten Lebensmittel sein sollten. Falls es Dich dennoch beruhigt, die normale Qualität im günstigen Discounter oder nehmen wir konventionelle Produkte halten den objektiven Bewertungskriterien stand und Du bräuchtest Dir keine Sorgen machen, dass Du Deiner Familie minderwertiges Essen vorsetzt. Ich habe vor einigen Wochen einen Film über die verschiedenen Haltungsformen der Legehennenhaltung mit einer dritten Klasse geschaut. Zuvor haben wir einen Hühnerbetrieb besucht. Nachdem wir gehört hatten, wie es den Hühner in den jeweiligen Haltungssystemen geht und wie hoch wo die Verluste sind, fragte ich die Kinder welche Eier sie denn nun kaufen würden. Wer kann die Antwort erraten?

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      • Bauer Willi sagt

        Ich rate mal: Eier aus Freilandhaltung. Und richtig ist auch, wie Du es richtig bemerkst: die günstigen Eier sind qualitativ nicht schlechter. Wir haben auf unserem Hof die Hühner mittlerweile wegen der Arbeitsbelastung abgeschafft, aber vorher auch alle Haltungsformen praktiziert. Ich könnte Bände darüber schreiben, aber das fange ich jetzt nicht an. Könnte ein neuer Beitrag werden.
        Was ich noch gut finde, ist, das ein solches Thema in der Schule besprochen wird. Wenn dort sachlich aufgeklärt wird kann sich jeder seine eigene Meinung machen. Da ich selber schon in Schulen Unterricht gestalten durfte habe ich (leider) auch erfahren, dass oft die Lehrer tendenziös in den Stoff eingriffen. Wenn einem das häufiger passiert (weil ich das auch nicht gelernt habe) verliert man dann schnell die Motivation.

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      • Julia sagt

        Hallo Heike, danke für deine Antwort 🙂

        hm, nein, ich wollte mich eigentlich nicht rechtfertigen, warum wir (oder viele andere) im Supermarkt einkaufen. Ich glaube, das ist evtl. aufgrund der beschriebenen persönlichen Situation etwas falsch rüber gekommen
        Sicherlich sind die Lebensmittel aus dem Supermarkt-auch die Billigwurst-meistens qualitativ in Ordnung. Es ging mir bei der Aussage, dass ich mich davor ekle, eher um das Wissen, unter welchen Umständen der Billigpreis erreicht wurde-die Tierhaltung, die Medikamente, die Farbstoffe und Aromastoffe, die Zusatzstoffe und und und und.
        Aber ich bin gezwungen, diese Wurst zu nehmen (okay, der Veganer würd jetzt sagen, kein Mensch braucht die Wurst zum Überleben, recht hat er, die Wurst ist nur ein Beispiel ;-)), obwohl ich nicht die „billig-billig“-Mentalität habe und der Meinung bin, dass alles angemessen bezahlt werden muss-sei es im Handwerk, in der Lebensmittelherstellung, Kleider, Dienstleistungen usw. Ich halte nichts von Dumpingpreisen, erlebe aber selbst täglich ebdingt durch mein Hobby, dass es ein Kampf gegen Windmühlen ist. Man kann argumentieren, wie man möchte-die, die ihre Ware für 30€ statt für 120 anbieten und somit den Wert untergraben-die finden immer eine herrliche Ausrede, nur wenige lassen sich überzeugen… okay, sorry, ich schweife ab.
        Fakt ist-wenn jemand mit mir so eine Umfrage gemacht hätte vor dem Supermarkt, wie hier erzählt wurde, würde ich genauso zu den gehören, die sagen, dass sie unheimlich gerne den Landwirten faire Preise zahlen würden, dass sie gerne regionale und Bio-Produkte kaufen würden-und werde dann an der Kasse trotzdem mit dem billigsten stehen, da mein Kontostand mir sagt-ätsch, steck diese Wünsche mal zurück, lieber zwei Tage einen Billigapfel als einen tag teuren Bioapfel.
        Und ich glaube einfach, dass es sehr vielen so geht.
        In den Köpfen hat doch ein Umdenken schon längst statt gefunden-es gibt immer mehr Biolieferanten, Bio-Läden, Vegan ist „in“, gesunde Lebensweise auch, Bio-Cafe´s eröffnen, Kinder verbringen ihre Ferien auf dem Land usw.. Klar, noch nicht überall ist das bemerkbar, aber im Vergleich zu vor zehn Jahren merkt man das sehr deutlich. Hier in der Stadt ist ein sehr gutes Bio-reformhaus und es brummt!
        Die Leute, bzw der VErbraucher ist durchaus BEREIT, mehr zu bezahlen, Kosmetik ohne Tierversuche zu verwenden, Bio einzukaufen, faire Milch zu kaufen usw. Das ist ja das, was von Willi bemängelt wird-und das trifft eigentlich so nicht mehr zu, es tut sich auf jedne Fall was. Auch die Wegwerfmentalität geht immer mehr zurück, foodsharing, mundraub.org usw-es schießen immer mehr Gruppen und Organisationen aus dem Boden, die in die Richtung gehen.
        Es tut sich was, aber es ist natürlich ein langwieriger Prozess, denn hier sollten Hersteller udn Verbraucher eigentlich zsuammenarbeiten und nciht gegeneinander wettern. Auch die Landwirte 😉 Es ist nur teilweise ein Teufelskreis-wenn ich etwas erezuge und es verkaufen möchte, möchte ich -logischerweise-einen angemessenen Preis dafür. Gleichzeitig ist aber auch jeder Erzeuger ein Verbraucher-und schaut ebenfalls, wo er die Sachen günstiger bekommt, da er ja genauso nicht immer einen überquellenden Geldbeutel hat. Und eine Patentlösung, um das Ganze zu durchbrechen, gibt es einfach nicht. 🙁
        Das, was aber sicher ist- dass sich hohe Herstellungsstandarts immer bewähren, denn gleichzeitig zu der „Geiz-ist geil“-Einstellung ist zumindest in Deutschland noch ganz viel das „Nix kost Nix“- in den Köpfen.;-) Und im Grunde ist das gut. Das sollte man nutzen, wenn man kann.

        Zum Schluss noch mal die Nachfrage zu meiner Eingangsfrage-@Willi: Wie kann ich als Verbraucher sicher sein, dass wenn ich höhere Preise an der Kasse bezahle, davon auch genug beim Erzeuger ankommt, wenn ich dem nicht direkt dieses Geld in die Hand drücke?
        Meine Skepsis diesbezüglich kommt einfach daher, da ich schon selbst mal in einem großen Fleischbetrieb gearbeitet habe (In der VErpackung). Diesebele Ware, tausend verschiedene Aufkleber. Gutfried? Oh, ne Marke. Der Verbraucher zahlt mehr an der Kasse. aber hoppla, es ist dennoch das allerselbe Fleisch, dass vorher günstig ettiketiert wurde. EC-Siegel? (hab gerade zu der Zeit gearbeitet, als das eingeführt würde.) Band kurz anhalten, Aufkleberrollen holen und weiter gehts. Fleisch mit Siegel teurer an der Kasse. ist es irgendwie anders gewesen? Nein, die Ware ist gleich. Jetzt frage ich mich-die ganzen Landwirte, die diese Fabrik beliefert haben-haben sie je was von dem höheren Preis gesehen, dass der Verbraucher bereit war, an der Kasse zu zahlen? das glaube ich kaum. DAGEGEN sollten sich die Landwirte erheben. Ohne euch wären wir doch ein nichts. so sehr der „Bauer“ auch bei manchen „verpönt“ ist, so sind sich doch diejenigen auch nicht darüber im Klaren, dass alles Große immer beim Kleinsten anfängt. Kann der Star-Koch kochen und berühmt sein, wenn er nichts hat, womit er kochen kann?
        Kann der Top-Chirurg operieren, ohne dass vorher das Putzteam und die Steri-Experten durch den op gefegt sind? Kann der Arzt in seiner Praxis seine Arbeit machen, ohne die fleissigen Bienchen, die ihm uterstützen?
        Das versuche ich unseren Kindern zu vermitteln-habt Achtung und Respekt vor den „Kleinen“ Berufen, da fängt nämlich alles an

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  74. Railthunder sagt

    Heute Nacht werde ich wieder mit 1800 Tonnen Barillanudeln, Stahlcoils, Pamperswindeln und 1000 anderen Handelswaren mit meinem Güterzug durch das lärmgeplagte Rheintal donnern und den Bewohnern zwischen Köln und Mainz, Offenburg und Freiburg und an den übrigen 600 km Bahntrasse die Nachtruhe versauen, vorbei an …zig potentiellen oder tatsächlichen Produktionsstätten, welche solche Waren auch produzieren könnten.
    Das ist vom kostenbewußten Verbraucher überwiegend nicht gewollt, was zählt ist billig-billig-billig und so holen wir halt die Container aus Antwerpen ab und bringen Sie nach Brindisi, Novara, Busto & Umgebung.
    Die Strategie der kurzen Wege, einem Hauptkriterium der angeblich unterlegenen DDR- Wirtschaft ist im aktuellen System, das eine ähnlich totale Sytembilanz wie sie sich der Arbeiter- und Bauernstaat 1990 unterziehen müßte, würde auch diese Phantomökonomie nicht überleben aber das soll hier nicht diskutiert werden.
    Was ich meine ist, daß man das große Ganze aus den Augen verloren hat und nur noch sporadisch ein zukunftsfähiges Gemeinwesen organisiert bekommt und das kurzfristökonomische Einkaufsverhalten ist nur eines von vielen Kriterien für diese pessimistische Bewertung.
    Ich war einst als Lokführer heimatnah beschäftigt, sollte aber 2005 mit 15 % Lohnverzicht in die Zeitarbeit entlassen werden nachdem sich Bahnchef Mehdorn in den fünf Jahren zuvor das Gehalt mit dem Segen der Schröderregierung auf knapp 3 Mio. € versechsfachen konnte und flüchtete vor dieser ethischen Verdreckung aus meinem niedriglohngeplagten ostdeutschen Agrarstaat und fand bei eben dieser Privatbahnen, die heute einer von hunderten Treibern der Globalisierung ist eine neue Anstellung und bekomme hier den doppelten Lohn eines Zeitarbeiters im Lokfahrdienst des Staatskonzerns im Austausch gegen die wohnortnahe Arbeitsstelle ohne dabei besonders glücklich zu sein.
    Hätte es damals kein Entkommen aus diesem Niedriglohnterror gegeben, so wäre ich heute wie vor 30 Jahren schon mal ein nahezu 100%iger Selbstversorger mit zwei Schweinen im Stall, 30 Kaninchen etlichen Hühnern und 1800 qm Gartenfläche und würde gar nicht erfahren, was die Bauern für Probleme haben.
    Es kam anders, ich kann es mir leisten, nicht auf den Preis zu schauen, weiß aber, das ich Teil des Problems bin auch wenn ich so gut es geht lokalpatriotisch einkaufe.
    Eine Lösung innerhalb der vorgegebenen Qualität der Kartellwirtschaft ist ohne vorausgegangene Katastrophe nicht zu haben und so können wir nur weiterhin unserer eigenen makroökonomischen Talfahrt zusehen.
    Wünschen wir uns also eine gute Reise.

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  75. Patrick sagt

    …und trotzdem hätte man manche eher zum Nachdenken anregen können, wenn man nicht auf der „Du bist Schuld!“-Schiene gefahren wär. Druck erzeugt Gegendruck. Aus der „Ich“-Perspektive heraus geschrieben wär der Vorwurfcharakter dieses Beitrags gar nicht erst entstanden.

    Aber der Tenor stimmt. Ich persönlich lege keinen Wert auf ne Packung Pommes für 99 Cent. Man hat in Deutschland ja jedoch leider kaum eine Wahl. Lebste in einer Großstadt, haste kaum Zugriff auf Produkte direkt vom Bauern. Ergo kauft man, was man im Supermarkt findet. Wenigstens da aber achte ich drauf, von wo die Produkte stammen – und nehme das, was nachweislich am nächstgelegenen Ort produziert wurde. Für die Preisbildung aber kann ich defakto nichts.

    An der Stelle sollten die Bauern selbst aktiv werden.

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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Max, lieber Patrick,
      wenn ich mal so richtig doll spinne, geht mir folgender Gedanke durch den Kopf. Nur mal angenommen es würde gelingen alle Bauern dieser Welt unter einen Hut zu bekommen. Die wären sich alle einig und würden sagen: Nein, zur Zeit verkaufen wir euch nichts. Was würde passieren? Dann hätten wir Bauern immer noch was zu essen, aber Milliarden Menschen nicht. Denkt das mal in Ruhe zu Ende…spannend!

      Wie gesagt, ich spinne!
      Bauer Willi

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  76. Max R sagt

    Lieber Bauer Willi,

    Dein „Anklagebrief“ ist m.E. noch viel zu harmlos! Erst wenn in diesem Land wieder richtige Not herrschen würde (Gottbewahre) und es den Verbrauchern egal wäre ob sie Artischockenherzen oder Kohl (Entschuldigung) „zu fressen“ bekämen (Hauptsache irgendwas nahrhaftes in die Kauleiste), könnte es besser werden. Leider sind aber neue Flachbildfernseher (trotz grauenhaftem Programmangebot), Smartphones (die Kommunikation als unfreiwilliger Zuhörer ist manchmal grauenhaft), Tablets (zur elektronischen Gehirnwäsche), PS-/SUV-Monster (sehr sinnvoll auf verstopften Autobahnen im Stau), „stylische“ Klamotten (um den XXL-BMI besser zum Ausdruck zu bringen) und der bankfinanzierte/Dispo-überzogene „Wellness“-/ „Äktschn“- Urlaub wichtiger, als was ordentliches auf dem Teller zu haben. Armes, reiches Deutschland!

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  77. Trixi sagt

    Ich muss Ihnen Recht geben, erlebe genau das täglich in meinem Beruf. Und nein, ich glaube nicht, dass Sie damit über’s Ziel hinaus geschossen sind. Am liebsten würde ich Ihren Brief ausdrucken und an unsere Ladentüre hängen. Denn der Beruf einer Verkäuferin ist zum Fußabtreter verkommen. Alle wollen wirklich billig oder gar gleich umsonst. Und von was bitte schön sollen wir leben? Doch – oh Freude – wir haben jetzt Mindestlohn! Nichts mehr mit zum Aufstocken auf’s Amt und Betteln. Das bei Vollzeit, wie erbärmlich und peinlich das ist, kann sich kaum ein Kunde vorstellen. Nicht mal die „Berufs-Arbeitslosen“. Also die, die sich vor mir aufgebaut haben und meinten, für diesen Lohn stehen sie früh’s nicht mal auf. Und am Wochenende arbeiten können sie schon gar nicht, wegen der Kinder. Und 6-Tage-Woche geht erst recht nicht. Ähm, ich habe auch Kinder, mittlerweise sind sie groß und ich war IMMER auf Arbeit! DAS will uns kein Kunde bezahlen, das wir immer für sie da sind!

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  78. Steck Armin sagt

    Hallo Bauer Willi,

    gerne würde ich mehr für deine Milchprodukte bezahlen. Auch würde ich gerne für alle anderen deiner Produkte mehr bezahlen. Ich befürchte aber nur, wenn ich die teure Butter kaufe, kommt bei dir desegen nicht mehr an. Da ich an dieser Tatsache wenig ändern kann, werde ich natürlich weiterhin die billige Butter kaufen.
    Würde aber eine angebotene Buttersorte mir garantieren, das sie am Ende mehr für ihr Produkt oder Hauptzutat bekommen, dann können sie sich darauf verlassen das ich diese kaufen und Ünterstützen würde. (Die Butter habe ich nur als Beispiel benutzt)

    Da ich ich aufgrund meines Berufes (IT-Manager) nicht dazu komme zu kochen und mich schon immer überwiegend von Fastfood ernähre, komme ich selten bis gar nicht in die Verlegenheit Frische Produkte zu kaufen. Wenn ich mir aber im Sommer einen Salat einbilde, so können sie Gift darauf nehmen das ich Grundsätzlich versuche Bayrische oder allgemein Regionale Produkte bevorzuge.

    Ich beobachte schon eine ganze weile die Preiskämpfe auf dem Markt und habe mich immer gefragt ob sich das noch rechnet als Bauer. Die Zeiten von Butterbergen ist nun einmal vorbei und der Druck auf Landwirte nimmt immer mehr zu. Ich gebe zu das auch ich gerne zu einen zb. makellosen Apfel im Supermarkt greife. Dieses verhalten begünstigt diese Missliche Lage mit euren Auflagen.
    Hiermit möchte ich mich bei ihnen entschuldigen, das auch ich dazu beigetragen habe für ihr dilemma und verspreche noch mehr ein Auge auf die Produkte zu legen die ich kaufen werde. Ich weiss das ich als einzelner nichts ändern kann, aber dafür ist mein Gewissen wieder ein wenig reiner. Ich hoffe sie können mir verzeihen und ich wünsche ihnen ein Ende dieses unfairen Preiskampfes.

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  79. Andreas Gerfen sagt

    Hallo liebe Leser!
    Auch ich stimme in den genannten Punkten zu, und sehe dabei auch ein, dass die Bedingungen in der Landwirtschaft durch all die genannten Gegebenheiten mehr als schwierig sind.

    Dennoch wage ich aber zu bezweifeln, dass die Landwirte sich ausnahmslos von der Geiz-ist-Geil Mentalität freisprechen können.

    Denkt doch mal bitte nach ob ihr trotz des Wissens um die Folgen der Billig-Mentalität im Lebensmittelbereich in anderen Bereichen nicht (auch) selber ähnliche Kaufentscheidungen trefft:

    – Möbelkauf bei schwedischem Möbelhaus, trotz Wissen über die Holz-Herkunft
    – Kauf von Bekleidung im internet / bei Billig-Ketten, trotz Wissen über Produktionsbedingungen in China / Taiwan….
    – Urheberrechtsverletzungen durch kopierte Medien aus illegalen Musikquellen
    .
    .
    .

    Es gibt unzählige Punkte.
    Ich verstehe das Anliegen in allen Punkten, aber bitte lasst es nicht so wirken / stellt es so dar, als sind nur die Landwirte betroffen, so ist es nämlich nicht.

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    • Heike Klatte sagt

      Hallo Herr Gerfen,

      Sie haben sicher Recht mit Ihrer Vermutung! Ich persönlich kaufe gerne bei Ikea. Allerdings wirklich zu allererst weil mir der Möbel Stil gut gefällt, trotzdem habe ich einige Möbel aus einer Möbel-Manufaktur. Ich kaufe auch gerne Kleidung bei H+M, weil sie mir gefällt. Kik und Co spricht mich absolut nicht an. Mich persönlich spricht auch der Geschmack vieler Aldi-Produkte nicht an, außer Obst, Gemüse und Fleisch. Denn diese Produkte werden ja nicht in dem Wissen von Landwirten produziert, dass sie ja eh nur beim Aldi landen. Ich glaube wollte man absichtlich minder-qualitative Ur-Produkte erzeugen, müsste man scharf an der Legalität vorbei.Das will aber kein vernünftiger Landwirt, da er damit seinem Land, seinen Tieren, seinem Hof und seiner Familie schaden würde. Und Freude am Beruf hätte er wohl schon längst nicht mehr. Den Verbraucher sehe ich persönlich nur soweit in der Pflicht, als dass er sich anschaut, wie wir arbeiten bevor er uns verurteilt, auf Grund von schwarzen Schafen in den Medien. Über Preise würde ich mich dann beschweren, wenn der Verbraucher sagt meine Sachen sind schlecht, obwohl er sich nicht angeschaut hat, wie ich sie herstelle. Ich bin der Meinung wir sorgen für sehr gute Lebensmittel zu einem sehr guten Preis und das freut mich eigentlich. Ich habe immer den Eindruck, dass schwarze Schafe unter den Landwirten dem Lebensmittelhandel die Steilvorlage liefern, die Preise zu senken. Verstehen Sie? Die Spirale dreht sich immer weiter nach unten. Eigentlich möchten alle Verbraucher mehr bezahlen für den Landwirt. Man kann es manchmal schon gar nicht mehr hören, dass man doch mehr bezahlen will uns soll (da nehme ich mich nicht aus). Dann sehen sie im Fernsehen einen schlimmen Bericht, den sie tatsächlich nicht richtig einschätzen können, und denken sich zu Recht, „na, wenn das eh alles so schlecht produziert wird, ist es auch nicht mehr Geld wert“, und wieder gehen die Preise tiefer, der Druck auf die Landwirte wächst. Ich wäre für einen Vertrauensvorschuss seitens der Verbraucher. Die Frage ist doch, wie kann man den Lebensmittelhandel dazu bringen die Gewinnmargen zu Gunsten der Landwirte zu verschieben? Ich weiß es leider nicht. Ich jammere auch nicht. Es gibt in jedem Beruf gute Zeiten und schlechte Zeiten, das gehört dazu. Mich stört nur das ewige Schlecht-Reden unserer Arbeit! Wobei ich manchmal hoffe und denke, dass das gar nicht sooo viele machen, es sind nur einfach die Lautesten?!

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  80. Katja sagt

    Ein guter Artikel mit einem Thema, das den meisten Verbrauchern nicht bewusst ist, weil zu wenig in den Medien. Wäre es nicht machbar, genau diese Preise zu veröffentlichen, als ganz nüchterne Liste, die Bauern für die Lebensmittel bekommen? An vielen Stellen, immer wieder?
    „Den“ Verbraucher gibt es übrigens ebensowenig wie „den Bauer“, das fällt mir an dem Artikel negativ auf. Es gibt eine deutlich wachsende Zahl von Verbrauchern, denen absolut nicht egal ist, woher ihre Lebensmittel kommen und wie sie produziert werden und soweit möglich bei regionalen Direktvermarktern kaufen, damit das Geld da hingelangt, wo es hingehört – beim Produzent. In meinem weiten Bekanntenkreis sind das immer mehr Menschen, junge wie alte, die ihr Kaufverhalten ändern, aber um das zu erreichen bedarf es einer flächendeckenden Information über eben diese Missstände – in Massenmedien. Nicht alle Verbraucher schauen nur auf den Preis, sondern immer weniger tun das.
    In unserer Region gibt es ausreichend viele Direktvermarkter was Obst und Gemüse angeht, das Angebot ist dann saisonal begrenzt, aber damit lässt sich leben. Beim Fleisch gibt es nicht ausreichend viele Direktvermarkter, weil zum Beispiel dem hiesigen Rinderbauern die entsprechenden zupachtbaren Weideflächen fehlen, um den Bestand gemäß der steigenden Nachfrage aufzustocken… weil der Anbau von Mais für Biogasanlagen so stark subventinioniert wird, dass es für Bauern lukrativer ist, Genmais anzubauen, als Wiesen zu verpachten und Geflügel kann er nicht zusätzlich halten, weil dem zu viele Auflagen entgegenstehen, was die getrennte Schlachtung angeht, auch wenn die Nachfrage riesig wäre. Ein anderer Bauer hat seine Schafe abgeschafft, weil er die Reglementierungswut satt hatte und bei dem Zeitaufwand dafür keine Zeit mehr für seine Arbeit hatte.
    Ein Großteil der Verbraucher wäre also durchaus willig, aber dem steht wohl die Subventionspolitik und die Bürokratisierung entgegen. „Den“ Verbraucher als den Schuldigen an den Pranger zu stellen macht den Bauern nicht satter. Der Willen, auf Bioproduktion und Direktvermarktung umzustellen, hier in der Region zumindest schon. Die Biobauern, die hier Direktvermarktung betreiben, können sehr wohl davon leben – das wird ausreichend nachgefragt, mit stark steigender Tendenz. Die Milchtankstellen sind oft ausverkauft (für 1 € pro Liter), meine Fleischbestellung beim (Bioland-Rindfleisch-)Erzeuger kann zum Beispiel erst in 6 Wochen abgeholt werden – wegen zu großer Nachfrage. Der Großhandel nimmt optisch nicht vorbildliches Obst und Gemüse vielleicht nicht ab – in der Direktvermarktung stört das keinen. Es ist also nicht nur ein Umdenken beim Verbraucher gefordert, sondern auch beim Landwirt.

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    • Jochen Böhrer sagt

      Was verstehen Sie unter „Genmais“. Mais hat IMMER Gene. Wie jeder Organismus. Auch Gras hat Gene.

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  81. Wolfgang Klatt sagt

    Danke an Bauer Willi für die klaren Worte. Wenn man / frau als Normal-Bürger Themen dieser Art anschneidet, werden die Aussagen sehr schnell mit den Worten „keine Ahnung“ abgetan. Als Leiter eines Kinderheimes habe ich mich über zwanzig Jahre aus Überzeugung dafür eingesetzt, dass Lebensmittel frisch vom (möglichst) Bauernhof gekauft werden und das Essen daraus in einer eigenen Küche selbst zubereitet wird.
    Laufend wurde mir vorgeworfen, ich sollte mal lieber auf die Preise achten!
    Leider ist dieses eine gängige Art / Ansicht in vielen Bereichen, besonders auch in vielen Familien.
    Die Frage stellt sich doch, wie kann eine Änderung / ein Umdenken in die Köpfe der weiten Bevölkerung „eingepflanzt“ werden.
    Diesen Artikel des Bauern Willi kann ich daher nur in allen Punkten zustimmen und würde mir eine weite Verbreitung wünschen, in der Hoffnung, dass endlich mal die Masse der Bevölkerung darüber -und gleichzeitig über ihre Handlungsweise / Anspruchshaltung- nachdenkt.

    0
  82. Bless sagt

    Hallo Bauer Willi,

    also ich finde den Artikel sehr gut und nicht übertrieben.
    Habe vor 60 Jahren Landwirtschaft gelernt aber nachher mit etwas Anderem mein Geld verDIENT.
    Aber was sich seitdem in der Landwirtschaft verändert hat, habe ich schon mitbekommen.
    Herzlichen Glückwunsch und freue mich schon auf den nächsten Artikel.

    H.C.Bless

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  83. Damian sagt

    Woher soll der Verbraucher (ICH) wissen, wieviel Geld bei welchen Produkten beim Produzenten ankommt?

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    • Bauer Willi sagt

      Darum geht es bei diesem Beitrag nicht. Wenn Du heute Abend einkaufen gehst, kannst Du an der Kasse entscheiden, ob Du die Äpfel aus Meckenheim bei Bonn oder eingeflogenes Obst von wo weiß ich her kaufst. Und wenn Du das Hähnchen für 2,49 in den Korb wirfst, beschwere Du Dich nicht nachher über „falsche“ Haltungsformen.
      Bauer Willi

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    • Brigitta Blume sagt

      @Damian: google mal nach „Erzeugerpreise“, es gibt wöchentlich aktualisierte Listen.

      0
  84. Hollo von Einschnitt sagt

    mimimimi
    Kam jemals ein Verbraucher auf deinen Hof und hat dir gesagt scheißegal was für Chemie du auf deinen Acker haust „Hauptsache Billig“?
    War es nicht eher so das du (oder dein Vater) dich in gemeinsamer Eintracht mit dem Großhandel, der Chemieindustrie und Politikern auf diesen Billigtrend geeinigt habt?

    Du musst deine Sachen nicht bei Rewe verkaufen und du musst auch nicht den Hybridscheiss anbauen.

    Ihr (s.o.) habt doch jahrzehntelang die Verbraucher dazu gebracht genau so zu konsumieren. War ja auch ein nettes Leben mit den ganzen Subventionen und EU-Förderungen.

    Aber sorry das ich dein schlechtes Essen nicht will.

    0
    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hmh,
      von was lebst Du dann?
      Baust Du Dir Dein Essen selber an?

      Alois

      0
    • Jochen Böhrer sagt

      Ich glaube kaum, dass hier der richtige Ort ist, um die Produkte der Landwirte, ihre Wirtschaftsweise und die Landwirte selber zu verunglimpfen. Ihre ganz persönliche Meinung bleibt Ihnen belassen.. aber bitte nicht in dieser rechthaberischen polemischen Form. Schämen Sie sich.

      0
    • Bauer Willi sagt

      Nur zur Aufklärung: 1. ich verkaufe meine Produkte nicht an Rewe, da sind noch mehrere Stufen dazwischen. 2. das mit dem Hybridscheiss verstehe ich nicht. Könntest Du mir konkret sagen, was Du damit meinst?
      Ansonsten: viel Spaß bei der weiteren Pflege Deiner Vorurteile.

      Bauer Willi

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    • Brigitta Blume sagt

      Der „Hybridscheiß“ interessiert mich auch, soweit ich weiß, sind Heterosiseffekte zB bei Heimtieren doch überaus beliebt und anerkannt? Warum sollte das bei Pflanzen anders sein?

      Und über „Chemie“ liesse sich auch noch etwas sagen, vielleicht. Immerhin ist Pflanzenschutz genau so wichtig wie Tierschutz. Wie sollte es denn ohne gehen? Mit Mißernten? Da hätte der Verbraucher auch nichts (im wahrsten Sinn des Wortes) davon.

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  85. Sehr guter und offener Brief!
    Aber mir fehlen noch ein paar Tipps, wie man die Situation als Verbraucher verbessern könnte.
    Nur die teuren Bio Produkte kaufen? Immer nur saisonales Obst und Gemüse wird auch schwierig, vor allem mit Kindern, die auch nicht so einfach zufrieden zu stellen sind…
    Gruß, Ina

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  86. Nico sagt

    Hallo Willi,

    ich bin vermutlich als Vegetarier und Bio-Käufer etwas die falsche Zielgruppe. Vielleicht nicht. Ich gebe dir (von meinem Standpunkt als Ahnungsloser) in vielem Recht, aber nicht in allem.

    Es liegt ja nun einmal in der Natur der Marktwirtschaft, dass ich als Verbraucher versuche, maximale Qualität zu minimalem Preis zu kriegen. Genau wie du sicher auch nicht nein sagen würdest, wenn du für dieselbe Leistung einfach etwas mehr bekommen würdest.

    Ich kaufe nicht regional und auch nicht saisonal. Ich weiß, dass eine Menge Dinge, die ich im Winter kaufe, nicht aus Deutschland kaufen, sondern z.B. aus Spanien. Das ist in einigen (nicht in allen!) Fällen schlecht für die Umwelt. Aber als überzeugter Europäer finde ich nicht, dass deutsche Bauern meine Unterstützung mehr verdient haben als spanische.

    Und, Hand aufs Herz, kaufst du dein Werkzeug von Bosch oder aus chinesischer Billigproduktion? Ist dein Auto ein VW oder ein Toyota? Das Smartphone für deine Kinder, steht da „Made in China“ drauf? Wird deine Kleidung in Deutschland gefertigt oder in Bangladesch? Nutzt du Ökostrom oder hilfst du bei der Ausbeutung von Afrikanern im Uranabbau? Oder hast du davon einfach keine Ahnung? Entschuldige, das ist polemisch. Und nur weil man woanders auch Fehler macht, heißt das nicht, dass man beim Essen dann auch nicht besser sein darf. Aber es ist eben auch echt schwierig, sich über alles zu informieren und alles richtig zu machen.

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    • Bauer Willi sagt

      Danke für die Steilvorlage. Siehe dazu: „Entschuldigung – lieber Verbraucher“. Da ist aber wirklich alles von dem was Du sagst beschrieben: Nein, ich bin anderswo auch Verbraucher und denke da genauso. Selbstreflektion ist der erste Weg zur Besserung.

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    • Heike Klatte sagt

      Hallo Nico,

      ich finde es völlig verständlich, dass man als Verbraucher auf den Preis guckt. Ich finde es auch okay im Winter, mal die Erdbeeren aus dem europäischen Ausland zu kaufen und sich nicht ständig saisonal und regional zu ernähren. Allein die Frage was regional ist, spaltet ja schon die Gemüter. Ist es die Region um eine Stadt, das Bundesland, ganz Deutschland? Ich finde es lustig, wenn bei uns die ganze Stadt nach regionalem, saisonalen und am liebsten noch biologisch angebautem Essen ruft. Kartoffeln, Wirsing, Steckrüben und ein leckeres Stück vom Rind, und das jeden Tag. Ob die Leute sich das so vorstellen? Ich glaube nicht. Dazu fehlt dann die Kenntnis, was in der eigenen Region (ich nehme jetzt mal einen Stadtstaat) angebaut wird/werden kann bzw nicht. Bei uns wächst regional vor allem Gras und Futtergetreide -für backfähiges Getreide bzw. Marktfrüchte reicht der Boden nicht.. Woher soll ein Verbraucher diese Kenntnis auch haben? Als ehemalige Angestellte im Logistikbereich muss ich manchmal schmunzeln, wenn sich Leute über den Verkehr von Lebensmittel aufregen. Schiffe, Flugzeuge und LKW fahren nie nur in eine Richtung. Man bemüht sich immer um eine Rückfracht.Ich finde man sollte um die Zusammenhänge wissen und da wo es geht kann man sich ja mal Mühe geben. Ich bin für eine Mischung mal in den Supermarkt, am Ende des Monats von mir aus in den Discounter und am Wochenende werden die Kinder eingepackt und es geht zum Direktvermarkter mit Blick in den Stall.

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  87. Jens Meske sagt

    Hallo Alois,

    bravo, das ist genau das was ich denke. Ich bin ein Verbraucher. Ich bin nicht perfekt. Auch ich kaufe immer noch mal Tomaten aus Spanien, aber ich bessere mich und kaufe Äpfel, Kartoffel, Weisskohl, Möhren und so direkt vom Bauern oder mindestens aus der Region.
    Ich finde das gut hier und wünsche dir und deinen Mitstreitern viel Erfolg. Und ich denke es wird euch in Zukunft wieder besser gehen, wenn ihr es schafft euch gegen die Globalisierung zu behaupten. Irgendwann in naher Zukunft wird dieses Finanzsystem den Bach runtergehen und dann brauchen wir wieder Fachpersonal in der Landwirtschaft und keine Patentanwälte oder Finanzberater. Die kommen dann zu dir und helfen Dir beim Unkraut jäten. ich komme dann auch – hoffentlich nicht nur zum Unkraut jäten. Vielleicht brauchst Du dann auch einen Techniker der dir helfen kann deinen Hof in Schuss zu halten.

    Also nicht unterkriegen lassen. Die Zeit arbeitet für Menschen wie Dich.
    Viele Grüße
    Jens

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  88. betot sagt

    Super artikel 🙂
    so komische freaks wie ich, gehen auf den woechentlichen viktualien-markt oder nutzen die moeglichkeiten von hofverkaeufen. unter dem strich bezahle ich ein bisschen mehr als im supermarkt, unterstuetze aber damit die lokale landwirtschaft und nicht irgendwelchen supermarktketten, die ihre angestellten unterbezahlen, um mehr gewinn zu machen.
    ich brauche keine erdbeeren im winter und spargel schmeckt viel besser, wenn „echte“ saison ist. ich bin auf dem land aufgewachsen, wo meine grosseltern und meine eltern gemuese und obst im garten angebaut und das fleisch und wurst vom dorfmetzger gekauft haben, der von den bauern der umliegenden hoefe die tiere geliefert bekommen hat.
    fuer mich ist es eine selbstverstaendlichkeit, weiterhin die lokale landwirtschaft zu unterstuetzen, die von der wirtschaft und der EU ausgezogen wird.
    leider sind die meisten leute zu bequem solche „extremen“ schritte zu unternehmen, denn der supermarkt is ja immer offen und so nah und billig…

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  89. Eine in meinen Augen absolut sinnvolle Art und Weise, die Anonymität zwischen Konsument und (Lebensmittel-)Hersteller aufzuheben, und dadurch fairere Preise für beide Seiten zu ermöglichen, sind so genannte FoodCoops (www.foodcoops.at)
    Menschen, die wissen möchten, wo ihre Lebensmittel herkommen und unter welchen Umständen sie von wem produziert werden, schließen sich zusammen, um gemeinsam direkt beim Bauern einzukaufen. Dadurch verringern sich Transportwege, das Geld wandert direkt vom Konsumenten zum Bauern (ohne Rewe und Co dazwischen), beide Seiten haben was davon.
    Kleine Biohöfe können durch die Entstehung solcher Lebensmittelkooperativen wieder aufleben, da plötzlich wieder direkte Abnehmer entstehen – die auch in sehr kleinen Mengen beliefert werden können.
    Ja, das Angebot der großen Lebensmittelkonzerne ist nicht zufriedenstellend und zerstört die Menschen auf beiden Seiten – Hersteller und Abnehmer.
    Diese Konzerne zu umgehen, direkt Kontakt mit den Bauern aufnehmen (nicht jede Person einzeln, das wäre natürlich sehr viel Aufwand, deshalb ja die Kooperative) und so mit mehr Bewusstsein und Nachhaltigkeit einkaufen, ist eine schöne Sache.
    Würde mich freuen, wenn mehr Menschen in diese Richtung umdenken!

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  90. Colin sagt

    Tolle Artikel – danke Willi. Die Bürokratie ist Handlanger der zum Gesetz gewordene Unvernunft.
    Was bin ich froh dass ich in der Nähe (3KM) einige Bauernfamilien habe, die Gemüse und Obst, und nicht nur Mais und Weihnachtsbäume anpflanzen, und ab Hof verkaufen. Die auch Produkte von anderen Erzeugern aus dem Großraum Heidelberg anbieten. Ich kaufe nicht immer dort ein (man muss ja mit dem Auto hinfahren, Aldi kann ich zu Fuß erreichen) aber was ich dort kaufe ist qualitativ 10x besser als das Gemüse von den Discountern.
    Es gibt sogar ein Hof in Eppelheim, der Hühner artgerecht mit eigens angebauten, richtige Futtermittel (Körner, nicht tote Schafe/Fischmehl) großzieht, und Platz zum herumlaufen lässt (sogar draußen). Das Fleisch schmeckt viel besser, kostet aber 10-12€ für ein Huhn. Nicht 2,99 wie bei Aldi/Lidl & co. Dafür macht es mich nicht Krank, sondern glücklich. Ein seltener Genuss leider.

    Nur schade dass ich zu einer kleinere Minderheit gehöre, welche relativ gut verdient und sich das ab und zu leisten kann. Dafür kann ich mir kein neues Auto leisten, habe kein eigenes Haus, wohne bescheiden zu Miete. Dafür gebe ich wahrscheinlich 2-3-mal so viel für Lebensmittel aus als der Durchschnittsbürger. Bio wäre aber noch viel teurer. Die Lohnentwicklung der letzten Jahrzehnte hat das Einkommen der mittleren Bürgerschichten und erst recht der Arbeiter wegschmelzen sehen. Normalbürger wollen nicht auf Urlaub, Auto usw. verzichten um sich gescheit ernähren zu können. Warum sollten sie das müssen?

    Das Lobby der Landwirte ist offensichtlich nicht mächtig genug, sich Gehör für diesen Nöten in der Politik und in der Gesellschaft zu verschaffen. So wie die Industrie & Handelsketten das vormachen. Schade, weil wir sie brauchen, nicht nur als Landschaftsgärtner, sondern als unabdingbare Teil einer nachhaltiger Gesellschaft. Und zwar so dass Landwirte und ihre Familien Freude an ihrem Beruf haben – und nicht nur Frust und Existenzängste. Und ohne die Umwelt zerstören zu müssen, weil die Chemie-Riesen das Sagen haben. In Frankreich klappt das besser, mitunter weil die Landwirte radikaler sind, vermutlich.

    Also, auf in den Traktoren nach Berlin, München, Stuttgart usw!

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    • Bauer Willi sagt

      Danke Colin
      ein Beweis, dass es geht. Und dass der echte Dialog zwischen Landwirten und Verbraucher etwas bewirkt.
      Zu Frankreich: mit Güllefässern die Rathäuser besprühen wäre nicht mein Niveau. Da glaube ich mehr an die Kraft der Worte.
      Bauer Willi

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  91. Antje sagt

    Also ehrlich? Ich kaufe nie Bio. Und da ich keine Allergien oder ähnliches zu ertragen habe, ist mit lactose- oder sonstwas frei auch schnuppe.

    Billig – nun, ich kaufe gern preisbewußt ein; nicht billig. Aber wahrscheinlich erhöht das den Gewinn des Bauern auch nicht. Was also soll ich tun? Wenn ich nur 20 Euro im Säckel hab und muß damit 4 Leute satt bekommen, regelt sich das eben über den Preis. Und über „Luxus“ wie Wein, Zigaretten und ähnliches sollten Aussenstehende nicht urteilen; das ist immer pauschal und unfair.

    Null Ahnung – ja, zugegeben, ich bin kein Landwirt. Aber jeder Vollhorst, der einen Rechner anschalten kann, nennt sich IT-Spezialist. Also hier schön die Kirche im Dorf lassen, bitte.

    Formulare – ja nun, als Selbstständige hab ich das gleiche Problem und darf einfach nicht machen, was mir in den Sinn kommt. Es gibt sicher einige Regeln / Verodnungen, die uns Normalos nicht einleuchten, aber wie stellt sich der Landwirt an sich denn sonst eine Umsetzung durchaus sinnvoller Regeln vor? Und daß hier keiner an BSE gestorben ist, ist vielleicht eine Folge von (zuviel) Bürokratie.

    Wert – du sagst mir einfach so ins Gesicht, was für mich wertlos ist. Auch hier scherst du alle über einen Kamm. Ja, wir schmeißen per se zuviel Lebensmittel weg; ich sicher auch. Aber wenns gammelig ist, kommt es in den Müll. Fertig.

    Regional – Ich kauf nicht regional ein, weil auch das nur ein Siegel ist. (Ausnahme: Direkt beim Bauern / Erzeuger.) Ansonsten kommt doch im Zwefelsfall die Spreewaldgurke auch nur aus Polen, wird mit brandenburgischen Dillpsitzen verfeinert und zur Verpackung nach MeckPomm geschickt.
    Bist du abends nach 18 Uhr im Winter mal in einem normalen deutschen Supermarkt gewesen? Finde da mal Weißkohl! Seit Jahren ein Ärgernis für mich. Und gegen Tiefkühlprodukte an sich ist nichts einzuwenden; gegen Fertigpordukte aber sehr wohl.

    Qualität – ich vermeide Fertigprodukte tatsächlich, wo es geht. Aber du wirst doch nicht ernsthaft was dagegen einzuwenden haben, wenn ich ein Glas grüne Bohnen kaufe? Ich bin in Vollzeit berufstätig und habe sicher anderes zu tun als abends Bohnen zu schnippeln.

    Gefühle – Tja, da sind wir uns einig. Die sind quantitaiv nicht meßbar. Und dennoch kann ich nicht meinen Frust einfach über alle die Trottel ausschütten, die meine in Ausbildung und Praxis erworbenen Kenntnisse für einen Bruchteil des Preises anbieten, den ich nehme / nehmen muß, weil meine Firma sonst garantiert pleite geht. Es sieht doch so aus, daß sich der Markt oftmals von alleine reguliert – gut, ich weiß wirklich nicht viel über Landwirtschaft – und daß, was ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis aufweist, auch überlebt.

    *Zynismus an* Weißt du, wie Bauern hier in meiner Region „Kohle machen“? Die verkaufen ihr Land an windige Investoren. *Zynismus aus*

    Ich kann den Frust verstehen. Doch sich alles von der Seele reden, löst dein Problem nicht. Die, die hier diskutieren, sind grundsätzlich auf einem guten Weg. Die anderen erreichst du nur über gute Produkte UND gutes Marketing. So funktioniert die Welt heute nun mal.

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    • Bauer Willi sagt

      Liebe Antje
      Das wird nichts. Das ist wieder so eine Aneinanderreihung von Floskeln und gängigen Klischees die damit enden mir zu erklären was ich falsch mache. Aber bleib du mal bei deiner Meinung. Und lass mir meine.
      Nur: Langsam wird es langweilig.
      Bauer Willi

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      • betot sagt

        *Zynismus an* Weißt du, wie Bauern hier in meiner Region “Kohle machen”? Die verkaufen ihr Land an windige Investoren. *Zynismus aus*

        wohl eher „dummheit an“

        die muessen ihr land verkaufen, weil sie von der landwirtschaft nicht leben koennen, schonmal diese moeglichkeit in betracht gezogen? ein landwirt mit einem florierenden unternehmen wuerde niemals sein land verkaufen.

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  92. Barbara sagt

    Vorab: Ich bin selbst auf dem Land groß geworden. Tiere waren nicht nur zum streicheln und „süß aussehen“ da; regelmäßig wurden zu Hause noch Hühner und Kaninchen geschlachtet. Als Kinder haben wir bereits geholfen. Ich weiß, dass kein Schnitzel im Kühlregal „zu Tode gestreichelt“ wurde, dass kein Huhn, von dem billige Discountereier stammen, auch nur ein einziges mal das Tageslicht sieht. Ich weiß, dass die Kuh nur Milch gibt, wenn sie zuvor ein Kalb gebar, was ihr weg genommen wurde.

    All dies Wissen hat mich zur Veganerin werden lassen. Ich akzeptiere absolut, wenn Menschen Tiere töten und essen, weil sie einfach nichts anderes haben. Ich akzeptiere, wenn Menschen sich ihre eigenen Hühner oder Hasen halten, um diese zu schlachten und zu essen. Was ich NICHT akzeptiere: Verbraucher, die in die Discounter rennen und die im satten grün aufgedruckte, ländliche Idylle auf der Milchpackung für real halten. Verbraucher, die es sich ordentlich schmecken lassen, wenn das Schnitzel auch noch im Sonderangebot war. Obst und Gemüse aus Ländern, die auf der anderen Seite der ERde liegen. All das kann ich, wie Willi es oben erzählt, absolut nachvollziehen.

    Aber, lieber Willi: Kannst du nicht auch verstehen, warum immer mehr Verbraucher ungehalten auf die konventionelle Landwirtschaft reagieren? In Zeiten von Facebook, Instagram und Co ist der Weg, auf den sich die Leute über alles mögliche informieren, sehr viel einfacher geworden: Man setzt sich an den heimischen PC und innerhalb weniger Minuten hat man die gewünschten Informationen. So begann mein Weg in das Vegane Leben: Ich begann, mich zu informieren, was es mit Bodenhaltung und Freilandhaltung auf sich hat. Was unterscheidet die Wurst des Bio-Schweins von der des konventionell gehaltenen? Ich tauchte ein in die grausame Welt der Nahrungsbeschaffung auf Kosten von Lebewesen.

    Warum wird Geflügel der Schnabel durch abbrennen gekürzt, ungeachtet der Tatsache, dass die Schnabelspitzen ein extrem empfindliches Tastorgan beinhalten? Warum werden den Kälbern die Hornansätze weggebrannt? Bis zur 6. Woche darf dies ohne Betäubung geschehen. Warum? Fühlt ein Kalb im Alter von 5 Wochen etwa noch keinen Schmerz? Warum werden Ferkel ohne Betäubung kastriert? Jaja, die Kosten. Aber warum die Kosten nicht an den Verbraucher weitergeben? Das Gesetz erlaubt das! Und diese Kosten MUSS der Verbraucher tragen – völlig unabhängig davon, ob wir von Biofleisch oder Massentierhaltung reden. Laut Neuland würde die betäubte Kastration eines Ferkels zu etwa 0,07€ Mehrkosten auf 100 g Fleisch für den Verbraucher führen. Nur 7 cent!! Sollten dann Verbraucher anfangen, sich zu beschweren, sollen sie doch an ihr Schnitzel ersticken…

    Lieber Willi, deine Sorgen verstehe ich. Die bürokratische Regelungswut ist nicht zu verachten. Aber es ist NICHT NUR diese Bürokratie. Es ist NICHT NUR der Verbraucher. Die Landwirte sind NICHT NUR die Opfer in diesem Wirbel aus Tiere-sind-ja-soooo-süß-Tierschützern, Ich-kauf-ja-eh-nur-Bio-Verbrauchern, Für-jeden-Schritt-bitte-ein-Bericht!!-Vorschriften von „Oben“ usw. Ein Landwirt kann selbst entscheiden, ob er Ferkel mit oder ohne Betäubung kastriert. Ob Hörner mit oder ohne Betäubung entfernt werden. Ob die Kälber in engen Kälberiglus oder immerhin, wenn nicht bei der Mutterkuh, so doch immerhin in Kleingruppen mit anderen Kälbern stehen dürfen. Ob die Schnäbel beim Geflügel weiterhin einfach weggebrannt werden, um verhaltensgestörtes Anpicken zu verhindern, oder um sich nicht doch für eine größere Fläche für die Haltung zu entscheiden, die solchen Verhaltensstörungen präventiv entgegen tritt. Auch die Landwirte können sich entscheiden. Es sind NICHT NUR alle anderen.

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  93. Reiner Lorenz sagt

    Du würdest wahrscheinlich für deine Kartoffeln mehr bekommen wenn du die Direktvermarktest. Alles andere macht warhscheinlich keinen Sinn.
    Die Direktvermarktung macht mehr Arbeit, das ist klar, bringt letztendlich aber auch mehr wie 1Cent. Würden alle so handeln gäb es bald kein Obst und Gemüse mehr beim Discounter.

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    • Jochen Böhrer sagt

      Es handelte sich um 25 Tonnen Kartoffeln in einem gesättigten Markt… das sind 25000 Kilo.

      1+
  94. Sarkarstikus sagt

    Ja, lieber Landwirt, diese Konsumenten sind schon ein Dreckspack.
    Stell dir vor, die wollen doch tatsächlich etwas haben für ihr Geld! Und qualitativ hochwertig soll es auch noch sein, wo kommen wir da hin? Haben die letzen 50 Jahre doch auch alles gefressen, was ihnen vorgesetzt wurde und jetzt plötzlich wollen sie mitreden.

    Und dann erst dieser ganze Mist von wegen BIO. Pfff! Das kommt uns nicht ins Haus, oder? Ich meine, es muss ja wohl jedem selbst überlassen bleiben wieviel Gift und Gülle er auf seinem Feld versprüht. Darüber auch noch Aufzeichnungen machen, aber sicher nicht! Und dann erst das Einhalten der Grundstücksgrenzen. Das schlägt dem Fass ja den Boden aus. Ich meine wo kommen wir da hin, wenn wir jetzt auch noch die Grundstücksgrenzen einhalten müssen, wo doch die EU-Fördergelder an die Größe der landwirtschaftlichen Nutzfläche gekoppelt sind. Nicht mit mir! Nicht mir uns! Die Kinder wollen immerhin ein neues Smartphone und Designerklamotten.

    Aber zurück zu den blöden Verbrauchern. Jetzt wollen die nicht mal mehr meinen Wirsing fressen. Stell dir das vor. Wollen selbst bestimmen, was auf den Teller kommt, ja dürfen die das überhaupt?

    Am Markt vorbei produziert? Zu wenig Nachfrage nach meinen Produkten? Ach was! Ich bin mir sicher das alles ist die Schuld der dummen Konsumenten, der abgehobenen Bürokraten und der bösen EU.

    P.S.: Lieber Landwirt, wer unternehmerisches Risiko scheut, sollte nicht Unternehmer sein, oder mit anderen Worten: „If you can’t stand the heat, then stay out of the kitchen.“

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    • Jochen Böhrer sagt

      An Ihrem Stammtisch sind Sie mit solch dümmlich-gehässigen Parolen sicher der König. Auf den Inhalt braucht man garnicht eingehen. Wer hier in einem ironisch gemeinten Tonfall zu suggerieren versucht, dass man durch Überschreiten der erfassten Katasterfläche die „geklaute“ Fläche auch noch subventioniet bekäme hat einen Intellekt, der sich nicht beleidigungsfrei definieren lässt. In diesem Sinne, rin in die Rinne.. PROOOST!

      1+
    • Bauer Willi sagt

      Sorry Sarkastikus
      Das ist genau der Stil, der niemand weiterhilft. Und das du anonym bleiben willst entlarvt dich selbst. Schade um die Zeit die ich für diese Antwort vergeudet habe
      Bauer Willi

      1+
  95. Irre interessant, eure Kommunikation, ich kann da echt was daraus lernen. Und der Stil, wie ihr miteinander umgeht, verdient auch meinen Respekt. Bin vor knapp zwei Stunden zufällig auf diese Seite gestoßen und hab bis jetzt gelesen, gelesen. Wo nehmt ihr die Zeit her, wow…..
    Ich komme aus der Gegend um Neu-Ulm, hab einen sehr großen, der Öffentlichkeit kostenlos zugänglichen Garten, hab eine Menge Idealismus, viele Freunde (besonders einen aus Vietnam, meinen kongenialen Koch und „Gartenbauarchitekten“) und viele Feinde. Mein größter Feind respektive des Gartens sind die Juristen und Bürokraten des Landratsamtes in Neu-Ulm.
    Das Finanzamt, das Gewerbeamt , die Lebensmittelüberwachung und der Naturschutz.
    Mit den Bauern bin ich auch nicht immer der gleichen Meinung.
    Ich arbeite, wenn es das Wetter zulässt, auch 7 Tage die Woche im Garten, stecke den letzten Cent in diesen Garten – immerhin so um die sieben bis zehntausend Euro jedes
    Jahr – und bekomme stets und penetrant Ärger mit der Bürokratie und, das ist wichtig, von missgünstigen und neidischen Mitgliedern unserer ach so christlich Wertegesellschaft.

    Konkret: Wir, Lee aus Vietnam und ich, Marzellus, kochen bei gutem Wetter in diesem Garten. Vorgekocht wird zu Hause, dann in den Garten transportiert, fertig gekocht (Holzfeuer) und den Besuchern angeboten, und jetzt aufgepasst, alles auf Spendenbasis !!!
    Wer fünf Portionen isst, bekommt fünf Portionen, wer mit zehn hungrigen Kindern kommt, geht mit zehn satten Kindern nach Hause usw…
    Wer Durst hat, holt sich aus einer Truhe, was er trinken möchte. Angefangen von Apfelsaftschorle über Wasser über Bier und Wein und Sekt. Alles auf Spendenbasis.
    Geschirr, Gläser, alles da. Frisch gespült (von mir).

    Am Eingang des Gartens steht eine Spendenbox – unbeobachtet und unkontrolliert.
    Daneben ein paar Marmeladegläser von meiner 90 jährigen Mutter (Flohmarktmutti)…
    Unser Essen und Trinken wird an „Freunde“ verschenkt – und von „Freunden“ gesponsert, irgendwoher muss etwas Geld kommen!

    Und es kommt nicht nur (wenig) Spendengeld, es kommt auch die Lebensmittelüberwachung (zwei unhöfliche rausgefressene Weiber), es kommt das Ordnungs- und Gewerbeamt, jetzt mit Bußgeldbescheid, da ich ein Gewerbe anzumelden hätte, eine Gastwirtschaft- mit Alkoholausschank betreiben würde etc…

    Vorher habe ich weiter oben gelesen, wiederholtes Verschenken von Produkten zum Erschließen von Einnahmequellen…manche Bürokraten sind so jenseits der Realität, dass es weh tut. Und viele Bürokraten sind lern resistent. Und die Lebensmittelüberwachung muss die Durchseuchung und Vergiftung unserer Besucher verhindern.
    Frische asiatische Küche, wer sie kennt, kennt ihre Qualität. Und was das Zeug kostet!

    Zwei Jungs haben in meinem Forellenteich geangelt, das ist „Fremdfischen“. Also Gewerbe-
    scheinpflichtig…ich habe von den Eltern Geld genommen!

    Unsere Gesellschaft krankt an der Krake Bürokratie. Und Verdummung. Die ganz langsame und unterschwellige Verblödung unseres Volkes die letzten sechzig Jahre durch Politik und Verwaltung sind die Hauptursache der jetzigen Misere.
    Mais muss sein. Was in zwanzig Jahren mit den Böden los ist, wen juckt es.
    Solardächer oder -Felder. Schon irre, was damit Geld zu verdienen ist – wieviel Bauern und andere verdienen sich damit eine goldene Nase !
    Wer bezahlt die Industrie, die Lobbyisten, die Vermarkter? Und letztlich die Drogen konsumierenden Junkies in der Politik und ihre kleinen Jungs ?

    Um das System am Laufen zu halten braucht es Billigprodukte, Billiglöhner, Billigausbildung etc – mit „Billig“ lässt sich am meisten abschöpfen.
    Und die vielen Leute, die täglich ihre nicht endende Arbeit machen, leise aufstöhnen und irgendwann resigniert ins Grab sinken.
    Aber ja nicht die Zwangsabgabe an die GEZ vergessen.

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  96. Prisca aus dem Emmental (CH sagt

    Gratuliere zu diesem Beitrag. Uns in der Schweiz gehts nicht besser… Subventionen, äh Direktzahlungen, sind bei vielen wie Schimpfwörter, aber ohne die, könnten wir die laufenden Rechnungen nicht mehr bezahlen. Der Nichtlandwirt bezieht Fördergelder!

    Neue Formulare werden in Bern immer neue erfunden, dazu neue Schikanen. Tierschutz, Gewässerschutz, Denkmalschutz lassen grüssen! Oft lassen sich die Vorschriften NICHT miteinabder vereinbaren.

    Wenn der Arbeiter über seine Arbeit spricht, ist er arm dran, der Landwirt jammert…

    Die Krönung kam letzes Jahr, mit der neuen Agrarpolitik. Ja die Direktzahlungen, will es nicht beschönigen, wurden massiv gekürzt. Dafür gibts jetzt Geld für Holzkreuze am Wegrand, Asthaufen oder ein Busch auf dem Land, einen aufgeräumten Hofplatz, Geranien am Haus.. WAS hat das mit Landwirtschaft zu tun?

    Aber wenn auf 15 Landwirte 1 Beamter! Im Bundesamt für Landwirtschaft ist, MUSS es ja so rauskommen.

    Wünsche euch viel Kraft und Durchhaltewillen.

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Prisca
      Anderes Beispiel: Habe gestern mit der Unteren Wasserbehörde telefoniert, weil der Bach, der bei uns am Hof vorbeifließt sich in meine Parzelle reinarbeitet. Die Böschung rutscht immer weiter ab, ich muss mit dem Trecker drumherumfahren.
      Antwort: Sie haben das zu dulden. Und das Loch selber auffüllen darf ich jetzt auch nicht mehr. Weil ich ja gefragt habe. Ich bekomme da einen heiligen Zorn.
      Bauer Willi

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  97. Martin sagt

    Grundsätzlich sind die Klagen im Kern richtig, auch wenn an der einen oder anderen Stelle etwas zu scharf formuliert bzw. sehr einseitig gg. den Verbraucher gerichtet. Auf der anderen Seite sind viele Büger doch gar nicht in der Lage, höhere Preise für gute Lebensmitttel zu bezahlen. Es reicht einfach nicht. Die Probleme und Ursachen sind so vielfältig. Selbst wer seit dem 01.01. mit 8,50 EUR pro Std. abgespeist wird, kann niemals neben den anderen Lebenserhaltungskosten die Ausgaben bei Lebensmitteln in einem erforderlichen Umfang erhöhnen.

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  98. markus sagt

    Sehr guter Artikel!
    Aber einiges darin verwässert die eignetlich wichtigste Aussage: „Der Handel ist der Teufel“. Dies wird am Anfang des Artikels deutlich, gerät dann aber durch andere (manch richtige, manch weniger zutreffende) Punkte leicht wieder in den Hintergrund.
    Ich selbst arbeite im Handel (zwar nicht Lebensmittel, aber es trifft auch auf viele andere Branchen, z.B. Unterhaltungselektronik zu) und kann sagen, dass die Konzentration auf wenige starke Anbieter die Marktmacht in den letzten 25 Jahre stetig steigen lässt. Die Globalisierung trägt dazu einiges bei.
    Sie hat auch ihre positiven Seiten, die Konzentration im Handel ist aber auf jeden Fall eine negative. Genug „Golbalisierungs-bashing“…
    Der Lebensmittelhandel in DE wird von 3 großen dominiert.REWE, ALDI, EDEKA. Die Markanteile bewegen sich seit Jahren kaum noch durch Handelsinnovationen. Wenn überhaupt durch Übernahmen. Übernahmen kosten Geld. Um wachsen zu können müssen die 3 also viel Geld (Gewinn) machen. Dies geht am besten wenn man seine Marktmacht ausnutzt und die EK-Preise drückt.
    Wer kennt ihn nicht den Spruch: „Umsatz macht man im Verkauf, Gewinn im Einkauf“.
    1 cent pro Kilo Pommeskartoffel ist ein deutliches Zeichen. Es müsste mehr Transparenz in der Wertschöpfungskette her. Die Verbraucher müssten mündiger werden.
    Es ist aber vertal nur nach höheren Preisen zu rufen, solange es die Konzentration so gibt. Am Ende geht das Gros der höheren Preise an den Handel.
    Dies frustriert auch die Verbraucher ob ihrer Machtlosigkeit.
    Eine Möglichkeit wäre es direkt beim Hersteller zu kaufen. Diese Möglichkeit hat (noch) nicht jeder. Es gibt aber interessante Ansätze (selbst in Großstädten), z.B. die „grünen Kisten“… Hier müssten die Hersteller aktiver werden.
    Leider weiß auch ich keine Lösung des Problems. Die Lager ist sehr eingefahren…
    Ein wichtiger Punkt wäre als Konsument, der es sich leisten könnte, nicht die billigen ausländischen Waren zu kaufen, denn die 3 bieten diese ja nicht aus Menschenliebe an, oder weil alle auf einmal Granatäpfel oder Pomelos so gern essen.
    Sie tun es weil es billiger ist und „exotisch“ / „neu“ / „toll“ aussieht, als die bekannte Ware unserer Landwirtschaft.
    Also „Beware of the trade“… in diesem Sinne…

    P.S. auch die Konzentration der Landwirtschaft in wenigen Großbauern droht in eine ähnliche Richtung zu gehen. Dort sind wir aber (noch!) nicht in Verhältnissen wie im LEH

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  99. Ich schmeiß hier nur mal rein, das man nicht nur an der Kasse Bauern unterstützen kann.
    Ob man nun bei den Anbietern mit den Drückerverträgen kauft oder vielleicht eben doch lieber bei anders strukturierten Anbietern ist jedem selbst überlassen, aber dieser Artikel bezieht sich doch nicht nur auf die äußeren Umstände, sondern auch auf die Inneren, auf das Gefühl. Und da kann jeder etwas tun.

    Ein Bißchen mehr Anerkennung in den Medien, nicht immer alles glauben, was da steht, einfach mal durchzählen wie viel negative und wie viel positive Berichte es gibt und dann vielleicht einfach mal einen netten Leserbrief schreiben, in einer Diskussion das eigene Essen verteidigen und die Menschen, die es herstellen.

    Das ist jetzt bißchen blöd, weil die Leute, die hier lesen und mitdenken schon einen riesengroßen Schritt weiter sind als viele andere, aber ihr habt doch Bekannte? Guckt TV? Lest Zeitung? Ein paar Gute Worte für die Arbeit der Bauern kosten nix und helfen mehr und schneller als alles andere (obwohl das natürlich auch wichtig ist!)

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    • Bauer Willi sagt

      Liebe Brigitta
      Du hast es verstanden! Genau das und nichts anderes ist der Sinn des Artikels.

      Nein, ich bin kein Weltverbesserer, kein Missionar, ich weiß auch nicht alles und schon gar nicht besser. Es geht mir um die Anerkennung unserer Arbeit, ein Ende der pauschalisierenden Vorurteile, der unreflektierten Berichterstattung der Medien, der Verunglimpfung von uns Bauern. Ich will nur den „Besserwisser“ dieser Welt erzählen wie die Realität unseres Alltags aussieht. In´s Gespräch kommen. Dafür lasse ich mich auch gerne beschimpfen.
      Bauer Willi

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  100. Ulrich sagt

    Lieber Willi
    ich glaube der Verbraucher ist der falsche Ansprechpartner.

    Die Händler und Zwischenhändler bestimmen doch den Preis.
    Ich als Verbraucher fühle mich von den Landwirten verarscht, wenn sie mit 150000 € teuren Tracktoren auf eine Demo fahren und die Milch weg schütten und anderswo sterben Babys weil die Mütter keine Milch zum säugen haben. Um nicht zu vergessen wir bekommen auch keine Prämien für allen Scheiß.
    Ich bin auf einem Bauernhof groß geworden ich weiß sehr wohl was das für eine Maloche ist. Wir haben noch jedes Bund Heu zwei mal in die Hand genommen.

    Heute schreit der Bauer herum wenn er von seinem Geschoss absteigen muss.

    Wenn ich durchs Münsterland fahre und die vielen vielen Bauernhöfe mit einem schönen Altenteil Haus daneben, die Dächer zugeflastert mit Solaranlagen sehe, kann einem schon der Gedanke kommen, dass die Bauern wohl gutes Geld verdienen.

    Die Industriealisierung der Landwirtschaft und die vielen Händler machen den Preis kaputt.

    Das ist meine Meinung.

    Gruß Uli

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    • Jochen Böhrer sagt

      Glückwunsch! Kein Klischee ausgelassen. Ne halt.. der dicke Benz hat noch gefehlt. Prangert irgendjemand bei einem mittelständischen Handwerker eine millionenteure CNC-Fräsmaschine an und verlangt, dass da gefälligst von Hand gefeilt werden soll? Und was würde eine Gewerkschaft sagen, wenn ein LKW-Fahrer in einer 70er-Jahre Blechkiste mit 230 PS auf die Autobahn geschickt würde? Die Produktion von Milch kann man nicht so steuern wie die Produktion von Wäscheklammern. Eine Kuh kann man nicht einfach abstellen. Von solch gehässigen vom Neid zerfressenen Menschen wie IHNEN lassen wir auch keine Krokodolstränen bzgl den armen verhungernden Kindern zu. Weil ich fast wetten kann, dass SIE auch zu denen gehören, die auch über Milchpulverexporte in die Dritte Welt wegen angeblicher Marktzerstörung rumheulen. PV- Anlagen kann JEDER auf JEDES Haus machen. Selbst für Nichthauseigentümer gibt es die Möglichkeit, sich an Fonds oder an Dachpachtungen zu beteiligen.

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  101. Viktor sagt

    Hallo Willi!
    Ein wirklich toller Beitrag! Vielen Dank für den Einblick in dein Leben. Beim lesen habe ich mich als Verbraucher aber immer wieder gefragt, was genau ich denn selber ändern kann bzw. wie ich mein Verhalten ändern soll, damit sich die Beschriebenen Umstände zum positiven ändern?

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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Viktor
      Genau das und nicht mehr war auch der Sinn des Artikels. Sich fragen und darüber nachdenken. Ich hoffe, du findest die für dich richtige und machbare Lösung. Nein, ich bin mir fast sicher…
      Bauer Willi

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    • Friedemann sagt

      Ha!
      Noch einer, der mein Anliegen teilt (siehe gefühlte 23.992 Kommentare weiter oben)
      Also was ist nun mit dem „consumer guide“, lieber Bauer Willi?
      Sag du uns doch mal ganz konkret, was wir besser machen können?

      Herzlichen Dank und viele Grüße,
      Friedemann

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        • Bauer Willi sagt

          An Friedemann, Erin und viele andere
          Die Antwort und den „Consumer Guide“ findet ihr etwas weiter oben bei GünterP

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          • Erin sagt

            Das ist eine Analyse der Situation, hilft dem Verbraucher aber nicht. Wie viele andere habe ich auch keine Ahnung, wie hoch die Gewinnspanne bei diversen Produkten ist und inwiefern die gerechtfertigt ist (Vertrieb, Werbung, Gehälter, Verkaufsfläche etc. kosten ja auch Geld). Ich habe auch weder „Luxusklamotten“ (wenn dann Second-Hand) noch teures Smartphone.
            Mein Anspruch an mich ist mich gesund zu ernähren und wenig negativen ökologischen Einfluss zu haben. Das geht natürlich nur im Rahmen des mir gesetzten Gehaltes. Das liegt so 200€ über Hartz 4 Niveau. Und nun?

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  102. Petja Stoy sagt

    Lieber Bauer Willi,
    ich danke dir und deinen „Kollegen“ für die tägliche, harte Arbeit, und das 7 Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr. Zumindest in den Tierzuchtbetrieben, und den anderen bleibt auch nicht viel Zeit für Urlaub oder um die Füße hochzulegen. Ich weiß, ohne euch würden wir nicht satt werden, denn ihr deckt die eigentliche Lebensgrundlage. Und dazu gehört keine „Feuerzeugapp“ (die es nicht gibt – weshalb wohl?)! Ich bin auf dem Land zur Schule gegangen und hatte Söhne von Landwirten in der Klasse. Ich weiß, dass die Lebensmittel eben nicht aus dem Kühlfach kommen, genauso, wie der Strom nicht aus der Steckdose kommt. Macht weiter so und laßt euch nie den Mund verbieten! Danke für die offenen Worte. Gruß, Petja Stoy

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  103. liebe Landwirte,
    Baywa, Raiffeisen und Co., Unilever, Nestle, United Fruit, Monsanto, BASF, Landwirtschaftsminister, EU, die Reihe ist beliebig vortsetzbar. Was muss noch alles geschehen damit ihr aufwacht und euch wehrt. Warum wählen viele Landwirte eigentlich die Partei die ihnen am meisten schadet?

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    • Brigitta Blume sagt

      Sorry, aber den habe ich jetzt nicht verstanden, Thomas.
      Meinst Du, die Landwirte sollten all die Funktionen, die diese Unternehmen haben, selber machen ? Oder welche Alternative stellst Du Dir vor?

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    • Jochen Böhrer sagt

      Auch ICH habe nicht kapiert, was Sie uns sagen wollen. Schaden tun uns NGOs und Medien in viel stärkerem Maß. Die von Ihnen genannten Branchen und Institutionen sehe ich als notwendig am. Dass sie erhebliche Defizite im Umgang mit den Bauern und in ihrer Preisgestaltung haben, stellt für mich nicht das System in Frage. Die Bauern sind oft selber schuld, weil ihre Erzeugergemeinschaften nicht funktionieren. Es gibt zuviele, welche die Abmachungen unterlaufen. Das ist aber ein internes Problem. Mit irgendwelchen naiven und in der breiten Masse zum Scheitern verurteilten alternativen Vermarktungsmodellen löst man das nicht.

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  104. Patricia sagt

    Ich kann mir den Schuh als Verbraucherin nicht anziehen, sorry. Weder habe ich Interesse an billigen Lebensmitteln noch an Artischockenherzen oder Erdbeeren im Februar. Als selbstständige Grafikerin weiss ich besser als mir lieb wäre, was nackte Existenzangst (trotz Nebenjob) und im Preis gedrückt werden bedeutet, und ich kriege keine Subventionen. Papierkrieg habe ich mit der Künstlersozialkasse und als Hartz IV-Aufstockerin auch mehr als genug. Mehr als zweimal im Monat ist Fleisch oder Fisch finanziell eh nicht drin, das kaufe ich dann auf dem Markt vom Bauern. Aber ansonsten muss ich beim Discounter einkaufen, denn mehr als maximal 120€ habe ich monatlich nicht zur Verfügung für Lebensmittel, und das in der Großstadt. Damit scheiden Fertiggerichte oder Lieferdienste ohnehin aus. Ich habe noch nie Artischockenherzen gegessen aber weiss sehr wohl, wie mehrfach aufgewärmter Wirsing schmeckt. Ein Auto kann ich mir eh nicht leisten, eingekauft wird zu Fuß oder mit dem Radl.

    Aber mein Vertrauen in Euch Bauern ist auch sehr gestört. In meiner Kindheit war Milch zwei, höchstens drei Tage haltbar und bei Gewitter kippte sie schon eher und wurde sauer. Heute finde ich nur noch „längerfrische“ Milch, die wochenlang haltbar ist und das zu perversen 60 cent pro Liter. Ja, entschuldige mal, lieber Bauer: Warum machst Du so einen Mist mit? Warum gibt es sowas? Weil „der Verbraucher“ es will? Ich kenne niemanden, der das will. Ich kenne dutzende von Leuten, die händeringend nach echter Frischmilch suchen, und sie zwischen zehn Sorten dieser haltbaren Plörre im Regal nirgends finden. Verbraucher sind nicht doof, und an Enttäuschungen gewohnt: Wenn es ein Produkt nicht mehr gibt, dann gibt’s halt ein anderes. Macht Euch doch mal gerade gegenüber Handel und Ketten und hört auf, so einen Dreck zu produzieren!

    Mir fehlt die Transparenz, ganz generell. Ich habe keinerlei Vertrauen mehr in Politik, Bauern, Handel oder auch Textilunternehmen. Jede Woche gibt’s irgendwo noch ein schickes, buntes Siegel, es wird von Qualität gefaselt bis der Arzt kommt und trotzdem wird man als Verbraucher nur noch betrogen. Ein T-Shirt bei H&M kostet 5€ und ist vermutlich von Kinderhand, jedenfalls aber unter entwürdigenden Umständen gefertigt worden. Dasselbe (in Qualität und Ausstattung) T-Shirt bei Esprit oder Marc O‘ Polo gekauft kostet mindestens das Zehnfache, aber wer garantiert mir, dass es nicht von derselben Hand genäht wurde?
    Das Geld wird doch in erster Linie von Werbung und Marketing verschlungen, scheint mir.

    Dem Verbraucher wird von der Politik vorgelogen, mit den ganzen internationalen Handelsabkommen wird alles golden, aber de facto wird da jetzt hinter verschlossenen Türen besiegelt, dass jahrhundertealte regionale Spezialitäten wie Schwarzwälder Schinken jetzt auch aus irgend einem viereckigen Agrarstaat in der Mitte der USA stammen dürfen und genmanipuliertes Gemüse nicht mehr entsprechend ausgezeichnet werden muss. Anfragen von Journalisten oder besorgten Bürgern nach entsprechenden Gutachten wird unter Hinweis auf Urheberrechtsgründe der Einblick versagt.

    Kein Vertrauen mehr, zu niemandem. Entmündigt durch Staat und Politik, doof gehalten durch Gehirnwäsche-TV, ins Prekariat gezwungen und entwürdigt durch eine Sozialpolitik, die man nur als Antisozialpolitik bezeichnen kann. Der Bauer will mehr Geld für seiner Hände Arbeit? Ich auch. Und nun?

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    • Hubert H sagt

      Hallo Patricia,

      dass Dein Vertrauen in die Bauern gestört ist, liegt weder an Dir, noch an den Bauern. Die Bauern stellen in der Regel – speziell im Fall Milch – den Rohstoff her – die Rohmilch. Die geht zur Verarbeitung in die Molkereien, welche aus dieser das herstellen, was der Handel listet. Der Handel listet das, was der Verbraucher aus den Regalen entnimmt. Es gibt eine schier unvorstellbare Fülle an Milchprodukten in nie dagewesener Qualität – aber ich muss Dir recht geben: Die „Längerfrische Milch“ ist eine Vergewaltigung der Rohmilch, die heute in Vergangenheit nie dagewesener Qualität die Höfe verlässt.
      Diese Milch hat ungeheure Absatzeinbußen ausgelöst, und dadurch die Märkte schwer belastet. Und wir Bauern müssen uns von Verbrauchern (zurecht) immer wieder anhören, dass die Milch nicht mehr schmeckt. Nur letztlich hatte halt die Frischmilch eine viel zu geringe Nachfrage, als die der Handel noch listen könnte. Nur was der Kunde kauft, kann auch produziert werden. Und im Grunde hat schon eine pasteurisierte Milch geschmacklich nichts mehr mit Rohmilch zu tun.

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      • GünterP sagt

        Da muss ich doch widersprechen, denn unser Konsumverhalten wird massiv gesteuert, einerseits durch Werbung, andererseits durch Preis und Angebot und nicht unerheblich durch gesellschaftlichen Zwang – also schlußendlich wieder durch uns selber 😀

        Nur wenn wir uns dessen bewußt werden und uns nicht Alternativprodukte aufzwingen lassen, weil sie für den Hersteller/Lieferanten/Verkäufer mehr Profit bringen, dann erst haben wir wirklich die Wahl.

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  105. Fritzi Esmeralda von Preußen sagt

    Erstmal: ja, es muss mal angesprochen werden und den meisten Verbrauchern ist nicht wirklich klar, wo ihr essen herkommt. Danke dafür!
    Aber, wo wir schon beim Beschweren sind: es kotzt mich als Glutenintolerante mächtig an, dass ich in vielen Beiträgen in den gleichen Topf mit Lifestyle-Geschöpfen geworfen werde, die sich bio, vegan, fettfrei, zuckerfrei, kalorienfrei etc. ernähren, weil sie es WOLLEN. Ich bin darauf angewiesen, dass meine Nahrung KEIN Gluten enthält, sonst werde ich krank und langfristig sterbe ich daran. Ich habe es mir nicht ausgesucht, dass ich mich so ernähren muss und niemand bezahlt mir die 300% mehr, die ich für Grundnahrungsmittel wie Brot ausgeben muss. Anstatt, wie in Ländern wie Brasilien, Spanien oder Chile problemlos möglich, alle Produkte anstängdig zu deklarieren, wehrt sich unsere Lebensmittelindustrie mit Händen und Füßen dagegen. Ich weiß, das hat nur peripher mit dem Artikel zu tun, aber, lieber Willi, das nächste Mal doch bitte ein bisschen differenzierter. Du möchtest doch auch, dass wir Verbraucher deinen Standpunkt möglichst differenziert anschauen und vielleicht sogar verstehen, oder?

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  106. Hans sagt

    WENN ICH DAS ALLES HIER SO LESE KOMMEN MIR FAST DIE TRÄNEN ——

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    • Bauer Willi sagt

      Könntest Du Deinen Kommentar etwas konkreter fassen? So hilft der keinem weiter…

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  107. Patrick Streich sagt

    Für alle die sich mit dem gelogenen Schlamm aus unserer einseitigen Informationsanstalt nicht abfinden und etwas verändern wollen; sich zusätzlich richtig informieren wollen: NachDenkSeiten.de und youtube-film „zeitgeist adendum“… ja braucht Zeit, aber richtig informieren geht nur so!
    Vielen Dank an alle Bauer Willis dieser Welt!!! Kauft Euer Gemüse, Eure Eier, Eure Fleischprodukte und Milcherzeugnisse beim Bauern, Schlachter, Meier um die Ecke / Hofladen etc. aus Eurer Region! Auch Städter haben die Möglichkeiten an echte, gute und nachhaltig produzierte Lebensmittel zu kommen. Aber die wachsen nicht bei REWE, Penny etc. im Regal! Mehr Aufwand? Ja! Mehr Kosten? Ja, weil Qualität! Aber nur so haben wir eine Chance dieser sch…. Profitgesellschaft auf Kosten des gesunden Lebens und zu Gunsten weniger Lobbyisten die Stirn zu bieten und vielleicht für unsere Kinder, Enkel, Urenkel den Weg für ein Leben zu ebnen, welches wirklich lebenswert ist: Zusammen, Miteinander, Füreinander, gesund…

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  108. GünterP sagt

    Lieber Bauer Willi,

    Es ist gut, sich mal den Frust von der Seele zu schreiben, daher finde ich es auch sehr gut , dass der Artikel nun doch veröffentlicht ist.
    Sie werden auch mit vielem Recht haben, doch wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

    Was ich damit meine ist, dass WIR ALLE uns verleiten haben lassen von Geld und der Gier nach Wohlstand bzw. Luxus und zwar in allen Bereichen.
    Es ist nämlich nicht so, dass wir alle Designerklamotten brauchen und auch das neuste Smartphone braucht keine Sau – und auch kein Mensch.
    Und es muss auch nicht Urlaub auf den Malediven sein und nicht der neuste LED-8.3 Dolby TV mit 1,5m Diagonale…

    Daher bringt es nichts, sich jetzt gegenseitig Vorwürfe zu machen, wir bekommen jetzt die Rechnung für unsere Gier durch ein System präsentiert, dass wir uns selbst geschaffen haben. Geiz ist eben nicht geil.

    Wichtig wäre jetzt, Lösungen zu finden, wie man den Karren wieder aus dem Dreck bekommt.
    zB könnten sie ja mit ihren Kollegen versuchen ein reginales Versorgungsnetz aufzubauen, wieder mit kleinen Geschäften wie früher, wo man seinen täglichen Bedarf einkaufen kann – und zB EnergyDrinks zählen da definitiv nicht dazu, auch wenn sie damit den Umsatz erhöhen könnten 😉

    In diesem Sinne (an ALLE):
    Positiv denken – und selber was tun bzw. was ändern 🙂
    Auf die Anderen könnt ihr nämlich lange warten…

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  109. Frank sagt

    ETZT BEKOMME ICH ABER WUT ALS VERBRAUCHER!

    1 Cent pro Kilo Kartoffel und im verkauf gehen 1 kg TK Pommes für 0,79 raus ( z.b. von JA!)

    Das sind 690% Überschuss die nach ihrem Verkauf auf andere umverteilt werden.

    Machen Sie sich mal lieber Gedanken darüber warum die Herren Aldi und Co. , Milliardäre sind bzw wie Multimillonen schwere Handelsketten und Produktionsfirmen entstehen.

    Nicht wir Kunden sind dafür verantwortlich!

    Ihr Problem ist die Umverteilung des Gewinnes!

    Wie können Aldi Brüder über 35 Milliarden Gewinn anhäufen? Nur durch Ausbeutung der Bauern und Mitarbeiter in Ihren Filialen.

    Dazwischen sind die Produkverarbeiter , die auch nicht am Hungertuch nagen und Multimillionäre sind.

    Ihre verständliche Wut über manche dinge sollten Sie daher an die Industrie und Handel richten!

    Lebensmittel können Gut hergestellt werden, so wie es sich der „naive“ Verbraucher vielleicht vorstellt und trotzdem günstig sein!.

    Die ungerechte Umverteilung der Gewinne ist das einzige Problem! Nicht das günstige Angebot im Supermarkt!

    Es gibt immer einen der den Hals nicht voll genug bekommen kann und das sind Aldi und Komparsen …

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  110. Endlich mal jemand ,der mir aus der Seele spricht! Ich finde es grausam,wie die Landwirtschaft auf Kosten der Tiere, der Flächen und nicht zuletzt der Landwirte immer mehr ausgebeutet wird. Die Kühe müssen noch mehr Milch geben, die Schweine und Rinder noch schneller Fett sein, die Böden noch mehr ertragreich sein, und so könnte man das fortsetzen. Ich glaube, dass in heutiger Zeit bei vielen das Bewusstsein für gute und nachhaltige landwirtschaftliche Erzeugung verloren gegangen ist. Zum Einen, weil es einen selbst kaum noch betrifft, macht man sich noch weiniger Gedanken und wenn man dann im Supermarkt ein Schnäppchen macht, überlegt man nicht lange , wie das Produkt entstanden ist, man kauft einfach. Allenfalls fragt man sich noch:“Schmeckt es mir für das Geld?“ Aber nicht:“ Wie konnte es hergestellt werden für das Geld?“ Genau so ist es ,wenn im TV Berichte von grausamer Tierhaltung oder Schlachtung gezeigt werden, sieht man weg oder schaltet um, weil man ja so etwas nicht sehen kann. Aber wenn das gleiche Produkt im Geschäft schön verpackt liegt, am besten noch mit Bildchen von grüner Wiese und heiler Welt, hat man längst alles vergessen und man kauft. Und das sind Beileibe nicht nur Menschen mit niedrigen Einkommen. Meine Oma bekam nur eine ganz kleine Rente, trotzdem kam bei ihr nur gutes Essen auf den Tisch, auch mehrmals in der Woche Fleisch und Nachspeise. Der Unterschied war nur: Es waren keine großen Fleischportionen, wo die Reste im Mülleimer landeten, sondern eher halbe Fleischportionen und man aß sich an der Beilage satt. Gab es dennoch mal Reste, zauberte sie daraus am nächsten Tag ein neues Gericht. Weggeschmissen wurde keine Krume.Heute kann man für wenig Geld, viel bekommen, und wenn man keine Lust mehr darauf hat, kommt es eben in die Tonne. In Wien wird täglich so viel Brot weggeschmissen, dass man ganz Graz damit ernähren könnte. Wenn man bedenkt, nach dem Krieg hat meine Mutter mit 4 Eiern eine Maurerstunde bezahlt.Wie viel Eier bräuchte man heute dafür? Wir selbst haben seit 25 Jahren ein Restaurant, eine eigene Käserei, eigene Schlachtung, eigene Backstube und drei Feinkostgeschäfte. Anfangs hatten wir noch eine kleine Landwirtschaft, mussten diese aber aus betriebswirtschaftlichen Gründen aufgeben. Doch wir haben uns für jeden Betriebszweig einen Landwirt gesucht, der uns gute Produkte liefert, z B. Biolandmilch, Freilaufende Gänse, Puten und Hähnchen, Biolandrinder, Schweine aus tratitioneller Aufzucht, Biolandkartoffeln usw und dafür von uns fair bezahlt wird, damit das Tier auch ein einigermaßen würdevolles Leben hat. Unsere Speisekarte ist so ausgerichtet, dass wir immer das ganze Tier verwenden. Es gibt nicht nur Brust und Keule von der Gans,sondern auch Gänsefrikadelle und Gänsemagen. Vom Rind gibt es nicht nur Roastbeef und Steaks, sondern genauso geschmorte Beinscheibe und Gulasch, denn wir finden,wenn ein Tier schon sterben muss weil wir es essen, dann sollte es auch ganz gegessen werden.Pommes gibt es übrigens überhaupt keine, genau so wenig Kartoffelpulver für Knödel oder Brei Natürlich haben wir daher einen höhern Zeitaufwand und dadurch höhere Lohnkosten, und die Preise schlagen sich in der Speisekarte nieder. Immer wieder Bedarf es Aufklärung (jedenfalls bei Neukunden), warum bei uns das Produkt oder das Gericht teurer ist, wie beim Mitbewerber. Schön ist es zu sehen, wenn bei manchen Menschen ein Umdenken statt findet und sie nicht zuletzt wegen des Guten Essens einer unser 45000 Stammgäste werden. Herzlichst Roswitha Pflüger

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  111. Birgit Steinmeyer sagt

    Als Präsidentin einer Landwirtschaftsorganisation in Chile kann ich (leider) nur bestätigen, dass das hier alles genauso aussieht! Und vielleicht noch schlimmer, zumindest für die Kleinbauern und mehr noch für die indigenen Kleinbauern. Dazu kommt Wasserknappheit und verschmutzung duch die grossen Mienen und andere Multikonzerne wie Nestlé.

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  112. Brigitta Blume sagt

    BSE ist ein interessantes Beispiel, aus Sicht der Landwirte, denn die Folgen waren ja wirklich weitreichend.

    BSE ist entstanden, weil man illegal (erhitzen war auch damals schon vorgeschrieben) Futter an Rinder verfüttert hat. Unbenommen schrecklich, dafür reicht es schon, die toten Tiere zu betrachten und man braucht den Menschen gar nicht. Prionenkrankheiten sind ja auch nichts neues.

    Als Folge davon wurden dann allerdings die „Tiermehle“ auch für omnivore (Allesfresser) Tiere verboten, die seit dem zwangsvegan ernährt werden müssen, mit allen Folgen, die das für Umwelt (Soja!), Tier (agonistische Verhaltensweisen) und Industrie (essentielle Aminosäuren aus GVO) bis heute hat.

    Ist das nun a) wirklich zu vertreten oder beruht es b) auf der Unkenntnis der Wähler / Verbraucher, die beruhigt werden sollten?

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  113. Ricl Lalanne sagt

    Was ist das denn?! Den Endverbraucher wutentbrannt anzuschnauben bringt’s wirklich. Nicht. Nein, du sprichst nicht viele Menschen an, du verursachst vielleicht viel Kopfschütteln. Also ich hatte gestern Rind vom Dorfmetzger mit selbst gemachtem Rotkohl und Kartoffeln. Vom Markt. Kein Witz. Aber nach dem Artikel habe ich gute Lust, mir später bei Aldi die Nasi Goreng Pfanne aus der Küle zu kaufen und dazu vielleicht ein Mangoeis als Nachtisch. Wir können ja viele EU Verordnungen mit Subventionen verrechnen. Aber sich über BSE Kontrollen und Engagement gegen Waldsterben aufzuregen, das geht mir doch zu weit. Natürlich ist niemand an BSE gestorben. Aber an nvCJD. Nicht bewiesen, das sage ich garnicht. Aber mir persönlich ist das Risiko zu groß, deswegen auf Kontrolen zu verzichten, weil sich ein Schreihals auf den Schlips getreten fühlt.

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  114. Lieber Landwirt Willi,

    ich kann Deinen Frust absolut nachvollziehen. Und ich gebe Dir auch recht, dass ich, der Endverbraucher Verantwortung für Deine finanzielle Lage habe. Was mir aber in Deinem Artikel fehlt ist der Zwischenhandel. Ich würde mich auch mit ein wenig fleckigem Obst und Gemüse abfinden, mit krummen Gurken oder auch damit, dass es saisonal bestimmtes Obst einfach nicht gibt, oder nur tiefgekühlt oder als Kompott. Aber es ist der Handel, der auf Makellosigkeit besteht, weil er Angst hat. Er hat Angst, dass ich Verbraucher mein Geld nicht mehr in seinen Filialen lassen sondern bei der Konkurrenz. Daher glaubt er auch, er müsse auch alle exotischen Früchte anbieten, die von weit her geschifft werden müssen, unreif geerntet und erst kurz vor der Auslieferung nachgereift. Ich hatte einmal das Vergnügen, eine reife Banane direkt vom Baum zu essen. Seither mag ich die aus dem Supermarkt nicht mehr.
    Aber lieber Willi, es gibt Hoffnung. In Österreich vertreibt der Diskonter Hofer (eine Aldi-Tochter) eine eigene Bio-Produktlinie (Zurück zum Ursprung), die sowohl leistbar ist als auch den Biobauern faire Preise garantiert und noch dazu stark auf regionale Produkte setzt, die nicht quer durch Europa gekarrt werden müssen.
    Ich kann nur den hier mitlesenden Verbraucher-Kolleginnen und -Kollegen empfehlen, Schreibstift oder Tastatur zur Hand zu nehmen und an ihre lokalen Supermärkte und diskonter zu schreiben. Und nachzufragen, wann es endlich so eine faire Biolinie auch bei ihnen geben wird. Nur ein paar Briefe können da schon Denkprozesse anstoßen.

    Mir bleibt jetzt noch, Dir, lieber Willi, von Herzen alles Gute zu wünschen. Halte durch, es gibt Leute, die wissen, was du für uns tust und es schätzen, dass du es tust.

    Dein Verbraucher Roland

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  115. nurmalso sagt

    ein artikel der nichts bringt.
    liegt nicht daran, dass er viel wahres enthält – aber diejenigen, welcher er kritisiert, erreicht er nicht und der rest kauft ohnehin schon bewusster. also bestätigt er die überzeugten und geht den anderen am popo vorbei.

    und ja: ein kommentator hat es schon angesprochen … in einigen aspekten zielt er auf die falschen leute. ich kann nichts dafür, dass der nachbar seine lkw ladung kartoffeln für nen appel und nen ei verramschen muss. ich mache die preise der großhändler nicht! ich bin der, der im supermarkt das vielfache dafür zahlt.

    und noch etwas: ihr habt doch alle nach freier marktwirtschaft und der globalen wirtschaft gequakt. gut, die einen erst um 1990 herum aber egal. ihr wählt doch auch die, die euch zwingen, bei haferflocken mindesthaltbarkeitsdaten anzugeben.
    nun lebt auch gefälligst mit den konsequenzen.

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  116. Hertel84 sagt

    Sorry, aber dieser Beitrag geht absolut garnicht. Ich sag ja auch nicht alle Bauern sind dumm, du aber, dass alle Verbraucher billig wollen. So ein Blödsinn, ich schon mal nicht. Und soll ich jetzt für euch, die Bauern, die Preisvergandlung mit der Industrie übernehmen oder was soll dieser Artikel zum Ziel haben? Verkauft doch eure Kartoffel für mehr Geld, ach nein da kommt ja der nächste Bauer und verkauft sie billiger?! Also lasst ihr euch doch doch auf die Preise der Konzerne ein. Und deinen Artikel nach du auch, da man ja heute alle über einen Kamm schert. Und die Preise im Supermarkt machen doch die Discounter und nicht der Konsument. Geht doch keiner auf die Straße und demonstriert für „Billiger“. Mir geht der Billigmist auch auf den Keks, ich will gut und nicht billig. Deshalb geh ich zum Bauern und die Ecke. Vielleicht solltet ihr mal an einer vernünftigen Strategie arbeiten und euch eurer Macht bewusst werden um was zu bewegen. Und nicht sinnlose Beiträge zu schreiben die anderen die Schuld geben. Alle Doof außer Mutti … Aber anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben ist einfacher als nachzudenken, richtig?

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    • Brigitta Blume sagt

      Doch, ich denke schon, daß „jemand auf die Straße geht und für billiger demonstriert“. Man sieht es an der schier unglaublichen Differenz zwischen Umfragen und Kasse. In Umfragen geben bis zu 80% aller Verbraucher an, gerne mehr Geld ausgeben zu wollen. An der Kasse hat es zB Bio in mehr als 20 Jahren nicht mal auf 5% gebracht. Oder mit anderen Worten: nicht mal die Bio-Wähler kaufen ihrer Wahlentscheidung nach das teurere Essen.
      Und das schiebt dem Bauern dann eben auch wieder den schwarzen Peter zu.

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  117. Franziska sagt

    Lieber Bauer Willi,
    Danke für ihre ehrlichen Worte. wobei ich glaube, dass sie sich noch sehr in Zurückhaltung geübt haben.
    Mich macht das sehr traurig, dass es euch so schlecht geht. Ich hoffe auf Veränderung, darauf, dass ihr Bauern zu eurem Recht kommt. Ich persönlich nehme die kleinen Schönheitsflecken als gegeben hin, allerdings sehe ich immer nur makellose Ware. Wenn ich kann kaufe ich auf dem Markt – aber was ist da passiert? Viele Markthändler kaufen ihre Ware beim Großhändler ein. Mein Vertrauen ist weg. Ich fänd es schön wenn ihr Bauern auch in Städten einen Laden eröffnet um eure Waren anzubieten. Macht den Supermarktketten doch mal Konkurrenz denn die haben diese nicht mehr. Früher gab es bei uns einen Laden, da haben die umliegenden Bauern ihre Waren hingebracht und EIN Laden hat verkauft.Es ist meines Erachtens nicht nötig, das jeder Hof über einen eigenen Laden verfügt. Bis vor einem halben Jahr gab es hier noch einen Bioladen der leider zu gemacht hat. Jetzt bin ich nur noch von Supermärkten umzingelt. In der Stadt gibt es einen Gemüseladen – leider nicht aus der Region sondern vom Großhandel eingekauft. Ich vermisse den kleinen Gemüseladen um die Ecke, den Fleischer usw. Schließt euch zusammen, gemeinsam ist es einfacher. Das Kartoffelproblem finde ich furchtbar ( ich hab noch nie TK Pommes gekauft, ca 3x im Jahr ne Portion für die Kinder an der Frittenbude). Ich würde sie nie für 1cent das Kg verkaufen, solche Verträge würde ich nicht unterschreiben und daran ist nicht der Verbraucher schuld. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

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    • Bauer Willi sagt

      Liebe Franziska
      Warum hat der Bioladen zugemacht? Warum gibt es den kleinen Gemüseladen, den Bäcker, den Metzger um die Ecke nicht mehr? Bauernläden in den Städten: ja, da gibt es einige wenige Beispiele. Doch denen geht es finanziell auch nicht gut. Trotzdem danke für Deinen Beitrag

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  118. Matthias H. sagt

    Nachdem ich hier durchgelesen habe kann ich nur feststellen, daß der Autor wohl von der vielzahl der Kundenwünsche verwirrt ist.
    Jedem rechtmachen kann man es halt nunmal nicht, wenn Du Dir Deine Zielgruppe aussuchst, dann klappts vielleicht auch wieder mit dem Seelenfrieden.

    Und bei 1 ¢ für das kg Kartoffeln kann ich nur sagen: da pennt wohl eure Lobby. Wenn man schon so eine hübsche Landwirtschaftskammer und den Bauernbund hat, dann sollten die doch auch für etwas gut sein oder?

    0
  119. Maria sagt

    Gut gebrüllt! Seitdem ich nur noch in einem Bio-Mitgliederladen einkaufe, ekel ich mich jedesmal von Neuem über die Preise, wenn ich doch mal samstags nachmittags was im Supermarkt nachkaufen muss. Und dabei bin ich alleinerziehende Mutter und lebe bis zum Ende meiner Elternzeit von ALG II – es ist also nicht unmöglich, knapp über der Armutsgrenze regionale Bio-Lebensmittel zum fairen Preis zu kaufen. Man muss sich nur überlegen, wo die eigenen Prioritäten liegen.
    Klar ist der Artikel pauschalisiert, aber deshalb muss sich noch lange nicht jeder Leser angesprochen (und persönlich angegriffen) fühlen…

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  120. Irgendwer sagt

    Willi! Ich hab dich lieb! Ganz großartiger Beitrag – Gefühle sind wichtig. Wenn wir nur noch das lesen und in Betracht ziehen, was wisseschaftlich und rational ist, dann können wir einpacken. Danke für deine Arbeit und danke, dass du da bist

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Danke für diesen wundervollen Kommentar 🙂
      Alois

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  121. Thorsten sagt

    Meiner Meinung wird der Lebensmittelhandel seiner Verantwortung nicht bewusst. Was soll ich als Verbraucher denn dagegen tun?? Der Unterschied zwischen Discounter und Vollsortiment ist doch nur der Preis, die Produkte sind die gleichen (stecken ja auch die gleichen Einkäufer dahinter). Wenn ich Bio- und/oder Regional-Produkte kaufe, werde ich das Gefühl nicht los, dass von dem Mehrpreis den ich bezahle, ein 95% beim Händler hängen bleibt und der Nachts vor Lachen nicht mehr in den Schlaf kommt. So lange es beim Lebensmittelhandel nur um Gewinnmaximierung geht, wird beim Landwirt kein Cent mehr ankommen, egal wie viel Bio- und/oder Regionalprodukte ich kaufe.

    In meiner Region kommt die meiste Milch von der Molkerei Mv006, ich glaube Hansano, riesen Laden. Das heißt, von der Discount-Hausmarke-Milch, über Land-Milch, Bio-Milch, Weide-Milch und wer weiß wie sie heißt. Letztlich unterscheidet doch nur die Verpackung, oder?
    Ich habe mit dem Vorwurf ‚der Verbraucher kaufe nur billig‘ in sofern ein Problem, als das dem Verbraucher das Recht zusteht preiswert einzukaufen, aber die Wertigkeit der alltäglichen Produkte nicht bewerten kann, dh. was preiswert und was billig ist.
    Aber er glaubt er kann es, naja, das hat halt den klassischen kleinen Einzelhändler kaputt gemacht, der eigentlich ein Experte war (oder hätte sein müssen) seinen Kunden gute Produkte zu verkaufen.

    Genauso könnte ich fragen, liebe Landwirte, kauft ihr eure Gerätschaften aus regionaler Herstellung? (das soll keine provozierende Frage sein, nur ein Beispiel, aber die Antwort is eh ‚ja‘, die Beweggründe sind auch ganz andere)

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Hallo Thorsten
      lies dazu auch meine „Entschuldigung- lieber Verbraucher“ Nein, Landwirte sind auch keine Engel sondern anderswo auch Verbraucher. Und ja, mein Artikel ist provozierend und bürstet relativ unfair alle über einen Kamm. Aber es zeigt, dass man mit Emotionen viele Menschen ansprechen und zum Nachdenken bewegen kann. Und so will ich das auch verstanden wissen.
      Bauer Willi

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    • Bauer Willi sagt

      Ergänzung: Ja, jedem steht das Recht zu, billig einzukaufen. Und ich habe viel Verständnis dafür, dass einem bei der Fülle der Angebote (in deinem Beispiel die diversen Milchsorten) der Überblick verloren geht, was seinen Preis wert ist und was nur Produktdifferenzierung. Der kleine Einzelhändler „von damals“ wusste sicher mehr davon, wo seine Ware herkommt und wie sie produziert wird. Frag doch mal bei dem Bäcker, Metzger, Gemüsehändler um die Ecke. Der weiß sicher mehr als die Verkäuferin beim Discounter.

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  122. Holger Holz sagt

    Wow Willi. Ein sauberer Artikel. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und lebe dort immer noch. Als Kind hab ich noch die Milch frisch vom Bauern geholt. Ich habe Schafzüchter, Landwirte, Imker, Pferdehalter, Schweinebauern usw. persönlich kennengelernt. Ich liebe die Geräusche und Gerüche die ein Hof fabriziert, obwohl ich kein Landwirt bin möchte ich das nicht missen. Ja es ist eine Kluft zwischen Konsumenten und Produzenten und Landwirte bekommen bei weitem nicht die Anerkennung die ihnen gebührt, das meine ich ganz genauso wie ich es schreibe!!! Und wenn du bis dahin noch wohlwollend mit dem Kopf genickt hast muss ich jetzt etwas über mich erzählen was nicht so ganz zu dem Bild passt das von Konsumenten hier auf dieser Seite und auf den verlinkten Seiten gezeichnet wird. Denn ich bin Vegetarier und ernähre mich überwiegend Vegan. Ich bin absolut nicht der Meinung, dass die Landwirtschaft insbesondere in der Tierhaltung so bleiben sollte wie sie jetzt ist. Ich habe Respekt vor deiner Arbeit und kaufe trotzdem soviel Bio wie ich kann. Ich gebe für mein Essen sehr viel Geld aus und hoffe auf Nachahmer. Es geht nicht darum dich zu diffamieren oder deine Arbeit schlecht zu machen genausowenig möchte ich aber als weltfremder Träumer, romantischer Spinner oder Idealist ohne Bodenhaftung kritisiert werden. Wenn es wirtschaftliche Zwänge gibt die eine Umstrukturierung nicht möglich machen, warum dann das was jetzt ist glorifizieren anstatt eben genau diese Zwänge zu bekämpfen? Ich frage mich ernsthaft ob du wirklich auf Bio umstellen würdest wenn der Mehrerlös den Minderertrag übersteigen würde. Denn es gibt Leute wie mich die dafür auf Tablet und Designerklamotten verzichten würden. Aber eins muss ich deinem emotionalem Artikel noch hinzufügen. Landwirtschaft ist für mich weit mehr als nur Lebensmittelproduktion, sie sind ein Stück Kultur, für mich ein Stück Heimat und daher ist es auch mir ein emotionales Anliegen das sie erhalten bleibt, auch wenn ich sie mir anders wünsche als sie derzeit ist.

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Unser Sohn ist auch Vegetarier. Ich hab damit kein Problem. Und er auch nicht mit uns, die wir weiter Fleisch essen. Danke für Deinen Beitrag.

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  123. Johannes sagt

    Hallo Bauer Willi,

    dein Artikel gefällt mir.
    Er spricht einige Gedanken aus, die ich teile.

    Ohne jetzt pauschal in die CSA-Kerbe schlagen zu wollen, aber jeder Landwirt muß sich als Unternehmer überlegen, welches Produkt in welcher Menge mit welchem Aufwand („Input“) er für welchen Abnehmer produzieren kann. Geht übrigens mir als Förster genau so. Und zugegeben: wir sind keine Marketing-Spezialisten, wir sind Primär-Produzenten! Und sollten das tun, was wir gelernt haben und können. Für alles andere gibt es Profis.
    Das Motto „Wachse oder stirb“ ist genau die falsche Spirale des Subventions-Wahnsinns, meiner Meinung nach. „Wer streut, rutscht nicht“ trifft es in meinen Augen besser. Und ich bin mir sicher, auch (oder gerade) auf dem Land finden sich genügend Kunden und Kollegen für eine Erzeugergemeinschaft, eine CSA bzw. eine entsprechende Direktvermarktung. Nur die Organisation sollte nicht der Bauer übernehmen, dessen Zeit ist zu kostbar.

    Ich glaube an das Gute im Bauern. Nur nicht immer an seinen Teamgeist… 😉

    Nix für ungut und aufpassen im Holz,
    Johannes

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Du sprichst ein großes Wort gelassen aus. Und wir Bauern sind auch nicht alle sehr gesprächig. Aber wie du hier siehst: wir arbeiten dran!! Wir wollen ja nicht ausrutschen 🙂

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  124. Thorsten Lehmann sagt

    Teuer kann sich nicht jeder leisten, das ist ein Problem. Aber die, die können, die müssen auf Qualität und auf Herkunft und Nachhaltigkeit achten. Die müssen ordentlich kaufen. Sie können und müssen mehr dafür ausgeben. Aber leider haben viele von gutem Essen keine Ahnung. Sie schmecken den Unterschied überhaupt nicht. Das ist traurig. Willi, wie kommen wir aus dieser Spirale heraus? Was machen wir gegen billig?

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  125. Bertl G aus R sagt

    … ach ja, noch was liebe Landwirte! Unterstützt dann mal weiter die Leute die sich so rührend um diese tollen Freihandelsabkommen kümmern … dann wird für Euch bestimmt alles noch viel besser! Vermutlich ist dann auch wieder der Verbraucher schuld ….

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  126. Bertl G aus R sagt

    .. ich würde mal sagen das ist knallhart Thema verfehlt! zuerst beschwert sich Willi über zu niedrige Preise und beklagt, dass sich da irgendjemand die Taschen voll macht, wenn er einen Cent/kg bekommt und der Verbraucher im Laden € 2,00.- bis 3,00.- dafür bezahlen muss. Da Willi ja so gut rechnen kann wird er auch ermittelt haben, dass das dann € 100,00.- bis 150,00.-/Zentner sind. Das finde ich ist nun nicht mehr soooo billig. Also vielleicht hätte Euer lieber Willi dann mal lieber gegen die Verarbeiter und den Handel gepoltert. Aber da hört der Mumm auch schon wieder auf! Auf die Verbraucher im Allgemeinen zu wettern ist ja auch viel einfacher! Die, welche sich wirklich die Taschen voll machen lachen vorzüglich darüber wenn sich die Erzeuger und die Verbraucher in die Haare kriegen und sich streiten. Denn solange das so ist können die weiter ungestört ihre Spielchen mit beiden Seiten zu ihren Gunsten spielen. … Würde sich wirklich lohnen, wenn Bauer Willi sich darüber mal Gedanken machen würde!

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  127. Ingrid sagt

    Wenn ich es wage das Thema BIO anzusprechen, werde ich belächelt, denn das ich alles Lüge und der dumme Konsument der sich von dem Biozeug abzocken läßt hat ja keinen durchblick!
    Ich gehöre zu den Superdummen, denn ich steh zu meiner Ernährung!

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  128. Brigitta Blume sagt

    So. Nach dem Lesen dieser erfreulich zahlreichen Kommentare frag ich mich aber doch, was „Der Verbraucher“ (also nicht der hier, sondern auch etliche andere) eigentlich für Bauern wollen.
    Arbeitsam, gute Produkte, am besten noch persönlich vorbeigebracht bei ausgewählten Kunden (mich erinnert CSA und Solidarische LW immer schwer an Leibeigenschaft), und bitte dazu dann noch stets höflich, ruhig und sachlich. Hallo? Habt ihr auf irgendeinem Feld schon mal Heilige arbeiten sehen? Bauern sind Menschen, und wer ein „authentisches“ Bild bekommen will, der sollte auch keine Engel erwarten, sonst bleibt es nämlich ganz schnell bei der Diskussion mit der allseits beliebten Rosa Brille: da sind alle Verbraucher sind die, die selbstverständlich mehr Geld ausgeben wollen würden, und alle Bauern sind die, die ganz sicher immer „diplomatisch“ und in den SM geschult unterwegs sind.

    Ehrlich, DAS kann man sich schenken, dafür gibts Reklame-Fachleute, die haben sowas gelernt.

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  129. Martin sagt

    Liebe Bauern! was können die endverbraucher dafür? richte deinen bericht lieber mal an die wirtschaft, eu, regierung oder sonstigen behörden die euch als bauern alles vorschreiben klein halten und kein geld zahlen! ihr lässt euch sogar vorschreiben wie ihr eure landwirtschaft halten müsst! selber schuld das es soweit gekommen ist! es geht nur miteinander nicht gegeneinander!
    lg

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    • Volker De sagt

      „was können die endverbraucher dafür?“
      Alles. Denn nur vom Endverbraucher kommt das Geld. Und der Endverbraucher ist auch Wähler, der über Regierungen und damit auch über Behörden abstimmt. Es gibt keine Ausrede. Wir Endverbraucher und Wähler haben dieses System geschaffen. Aber die frohe Botschaft lautet, das wir als Endverbraucher und Wähler folgerichtig dieses System auch ändern können.

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  130. Ein wundervoller Artikel.

    Auch wenn ich der Meinung bin, dass Kontrollen sein sollten, kann man es damit auch übertreiben. Den Vergleich mit den Heuschrecken war allerdings phantastisch. Ja, liebe Landwirte, ihr könnt tatsächlich nicht weg.

    Liebe Landwirte, seit dem ich immer mehr nicht zur TK Ware greife und auch mal direkt bei euch direkt einkaufe oder auf dem Wochenmarkt, geht es mir besser.

    Ich danke euch liebe Landwirte, dass ihr für mich, meine Vorfahren und meine Nachkommen immer da seid und sein werdet.

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  131. Christa sagt

    Ich habe heute rein zufällig diese Webseite entdeckt. Den Artikel „Lieber Verbraucher“ finde ich super und die Kommentare sehr treffend. Nur schade, dass dieser Internetauftritt viel zu wenig bekannt ist. Ihr müsst diese Internetadresse viel vehementer an die Öffentlichkeit bringen, z. B. durch Inserate in Tageszeitungen. Aber nicht in landwirtschaftlichen Fachzeitschriften (da auch), denn die Landwirte kennen die Problematik, sondern in Zeitungen, die von allen gelesen werden.
    Beim Lesen der verschiedenen Kommentare hat sich meine Meinung bestätigt, dass vielen Verbrauchern die Problematik zu wenig bekannt ist und manches sich leicht sagt, aber kaum durchführbar ist. Und wenn, dann wieder mit mehr Zeitaufwand, wenn andere ins freie Wochenende gehen.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Christa,
      wir sind ja erst am Anfang. Wir haben mit diesen emotionalen Beiträgen von Willi jetzt erst mal riesige Reichweite erreicht.
      Das spricht sich rum.
      Aber das müssen die Bauern hier auch von der Arbeit her erst einmal weiter stemmen.
      Willi hat die letzte Woche nicht mehr viel Brennholz geschafft, weil er hier ständig am antworten ist.

      Alois

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  132. Jennifer Meyer sagt

    Hm, ich tu mich schwer mit dem Artikel. In meiner Vorstellung sind die „regional und ohne Pestizide“-Verbraucher eine ganz ander Gruppe als die „hauptsache-billig“-Verbraucher.
    Wenn es Leute gibt, die von regional und „natürlich“ reden, aber nicht entsprechend kaufen, so vermute ich, ist es eine folge des Greenwashings, wo es nur noch um Marke geht.
    Mein Eindruck: Die, denen nachhaltig und fair wirklich am Herzen liegt, ändern ihr Konsumverhalten. Ich kenne sehr viele die das getan haben, mich eingeschlossen. Ein nicht-bio Betrieb ist mir dafür aber nicht ausreichend. Eigentlich nichtmal ein ausschließlich EU-Bio-Betrieb. Bioland ist mein Lieblingsverband. Mein Partner und ich unterstützen den regionalen Demeter-Biobauern bei dem wir ein Gemüseabo haben, zeitweilig waren wir in einer CSA, aber das passt nicht so gut, wenn man selbst einen großen Garten hat. (Da wird dem Bauern eine Ernteabnahme zu einem festen Preis für ein Jahr garantiert.)
    Ich weiß, aus welchem Betrieb meine Lieblingsmilch und -butter kommt. Wenn wir Fleisch essen, dann meistens regionales Wild. Der Preis ist dabei eines der unwichtigsten Kriterien. Und wir haben keinen besonders gut bezahlten Job.
    Was ich damit sagen will: Wer eine echte Beziehung zu seinen Verbrauchern will, sie zu Partnern machen will, muss sehr viel Engergie in diese Beziehung stecken und sich an neue Geschäftsmodelle wagen. Es gibt Modelle, in denen man mit kleinerem Kundenstamm arbeitet, der aber bereit ist, mehr zu zahlen. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist eine Front aufzubauen – Bauer vs. Verbraucher. Mach ein wir daraus, dann spielt deine Existenz und Arbeit auch eine Rolle und Preise können anders ausgehandelt werden.
    Hier gibt es eine Taverna, um ein weiteres Beispiel zu nennen. Der Betreiber kennt jeden, von dem er Lebensmittel bezieht, persönlich. Es gibt Menschen, die keine Preise drücken wollen, sondern Kooperation. Aber ja, diese Menschen sind nicht viele und sie sind anspruchsvoll. Ich wünsche dir, dass du ein paar von ihnen kennenlernst.

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  133. Es kotzt mich mittlerweile an das ich als Verbraucher für alle nicht funktionierenden Marktentwicklungen verantwortlich sein soll. Was soll ich machen? Im Supermarkt runkrakelen das ich unbedingt mehr bezahlen möchte? Nur noch auf dem Markt kaufen direkt beim Bauer Willi? Das funktioniert beides nicht! In jeder Branche gibt es jemanden der es billiger macht. Klärt das erstmal. Ich bezahle das was es im Markt kostet und ich werde nicht rumkrakelen das es zu teuer ist. Kartoffeln brauch ich halt. Also jammert mir Verbraucher nicht die Ohren voll sondern tut was vor eurer eigenen Tür!

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  134. Hans sagt

    1 ct pro kg Kartollfel? Ich zahle bei meinem Nachbarn (Bauern) nebenan gerne 1 € pro kg und und wir haben beide was davon. Er bekommt fairen Preis und ich gute Kartoffeln.

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  135. Reister, Andrea sagt

    Hallo, finde den Beitrag richtig und wichtig. Klare Ansage fördert Dikussion und nachdenken und das führt in der Regel zu positiven Veränderungen. Viele Grüße Andrea Reister

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  136. Slo Mo sagt

    Ich bin ganz Ihrer Meinung!
    Die schlimmsten sind die Cayenne and M-Klasse Fahrer die bei Aldi und Lidl dann die billig Äpfel aus China, Trauben aus Süd Afrika und Wein aus Chile kaufen. Weil’s billig ist (man muss ja sparen für sein Auto). Denen ist meist egal wo das Zeug herkommt.
    Es ist leider so dass ich auch ohne Bananen und Kaffee und Schoki leider nicht auskommen kann. (Ich schäme mich)
    Aber bei Gemüse muss man auf die Regionalist und Jahreszeit achten. Fleisch vom heimischen Bauer und auch nur selten 😉

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  137. inselaffe sagt

    Brilliant article, well written and superbly argued.

    Hope (probably in vain) that the right people read this and act accordingly…!

    Thank you for your work – both here and auf ihrem Hof! 😉

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  138. Sabine sagt

    Toller Artikel!
    Es ist aber auch wirklich schwer als Verbraucher sich dem zu entziehen, billig zu kaufen. An jeder Ecke lauern tolle Angebote und letzendlich wurden wir ja auch alle erzogen immer schön sparsamm zu sein. Das aus dem Kopf zu bekommen bedarf einer Menge Arbeit und ständiger Selbstreflektion. Ich spreche da aus Erfahrung. Ich bin schom länger dabei mein Kaufverhalten zu überdenken und zu ändern und trotz alledem erwische ich mich auch immer wieder dabei doch die billigen Lebensmittel zu kaufen, obwohl ich das doch eigentlich gar nicht mehr will.
    Und mich überfordert auch oft das Überangebot an Lebensmitteln. Ich frag mich immer: Wer braucht das alles? Ganz krass finde ich das zum Beispiel bei Joghurt. Tausende Joghurtsorten mit bunten Bildchen. Das macht mich irre! Ich kaufe mir da lieber nen Naturjoghurt und mach mir selber Obst rein. Aber ich kann es den Menschen auch nicht verdenken, dass sie solche Produkte kaufen. Nicht umsonst gibt es Werbung…

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  139. Hallo,
    ein ehrlicher und wahrer Bericht ! Ich gehöre zur Sparte „Otto Normalverbraucher“ mit Umweltbewusstsein. Die Leute fahren in Urlaub, kaufen teure Handys, Kaffeemaschinen usw. – und sparen an den Lebensmitteln ! Würde z.B. Fleisch das Doppelte kosten, würde viel bewusster damit umgegangen werden und wenn man es weiterdenkt, würden weniger Tiere „verbraucht“ werden und auf dem aktuell vorhandenen Stallplatz würden weniger Tiere mehr Komfort und „Lebensqualität“ haben. Es könnte so einfach sein… Auch Milchprodukte und Eier sind viel zu billig – kaum jemand denkt daran, wie diese „Produkte“ entstehen, wo sie herkommen. Eier werden zum Spielen verwendet und nur wenige wissen wahre „Bio-Qualität“ zu würdigen. Wirklich schade und erschreckend, ich kann die Bauern verstehen, finde es jedoch als Konsument oft schwierig, „wahre“ Bio-Qualität im Laden zu erkennen. Fragt man sich doch, wo so viel „Bio-Ware“ wirklich herkommen kann… ?! Eigene Hofläden der Bauern wären eine sinnvolle Alternative, es gibt ja auch einige, allerdings kann ich mir vorstellen, dass die Bürokratie auch hier sehr umfangreich ist…
    Herzliche Grüße und : kämpft für höhere Preise für die Bauern für höhere, ehrliche Qualität! Denn was wären wir ohne Euch Landwirte…?!

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    • Jochen Böhrer sagt

      Ich habe die Hofladenbinsenweisheiten mittlerweile sowas von satt. Seit Jahrzehnten wird man als blöd hingestellt, wen man einen solchen nicht hat. Glauben Sie mir: DA, wo Hofläden ihr Potential haben, das sind sie auch. Jeder weitere kann nur durch Preisdumping Land sehen.

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  140. Gerhard sagt

    Liebe Landwirte;

    Der Beitrag spricht mir auch aus der Seele. Habe die Landwirtschaft an den Nagel gehängt weil es nicht sein kann, das man nur durch Subventionen überleben kann. Ein jeder Landwirt sowie auch Gewerbetreibender möchte doch durch das den Verkauf von Produkten überleben können.

    ABER ein bisschen sind die Landwirte auch selbst Schuld. Wie kann es sein das man Leute in seiner Interessensvertretung hat, die gleichzeitig in Aufsichtsräten von Düngerkonzernen oder der Spritzmittelindustrie drinnen sitzen. Das sind gravierende Interessenskonflikte. Und solange die Landwirte die Interessensvertretung die Sie seit Jahren wählen auch wieder wählen sind Sie auch zum Teil selbst Schuld an der Situation.

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    • Jochen Böhrer sagt

      Bitte Beispiele für Interessenvertreter zu benennen, welche in den Greminen der Dünger- und Pflanzenschutzindustrie sitzen.

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      • Gerhard sagt

        Ich komme aus Österreich und weiß über die Verflechtungen in Deutschland leider nicht ganz so gut Bescheid. In Österreich muss man das Thema mittlerweile nähmlich sehr kritisch hinterfragen.

        Google ist bei den weiteren Recherchen Ihr Freund.

        http://www.agravis.de/media/unternehmen/uk_pdf/2014_05_Beiratsmitglieder.pdf
        http://www.bauernverband.de/praesident-vorstand-507885
        http://www.landvolk.org/Landesverband/Verbandsfuehrung.php

        Für mich ist es beeindruckend das gleich 3 Präsidenten/Vizepräsidenten des DBV im Beirat des AGRAVIS Konzerns sitzen. Ich hoffe für die Landwirte das dort Ihre Interessen vertreten werden. Es könnte natürlich auch sein das Die Herren die Interessen der AGRAVIS beim DBV vertreten. Aber das kann ich nicht beurteilen.

        „45 Min – Kleine Bauern – Große Bosse“
        Minute 8…
        Zitat Werner Hilse:
        „Weltweit is es aus meiner sicht beihilfe, naja ich will nicht sagen zum Mord, wer die Resourcen dieser Welt nicht nutzt, …..“
        Über die Aussage von Herrn Hilse mag ich mich dann doch etwas Wundern. Denn meiner Meinung nach sollte Herr Hilse seine Aussage zum Thema „Beihilfe zum Mord“ etwas überdenken.
        – Wenn man in Brasilien Regenwald abholzt um bei uns billigst Fleisch mit Gensoja zu Produzieren.
        – Um dann durch Fördergelder gestützte Überproduktion zu erzeugen.
        – Die wird dann in die Weltmärkte exportiert um Hunger zu erzeugen, weil die Produzenten dort nicht mehr Konkurenzfähig sind.
        Dann halte ich die Aussage von Herrn Hilse doch für etwas gewagt.
        Das ist MEINER MEINUNG nach etwas das Herr Hilse hinterfragen sollte wenn er schon mal so kräftige Worte wie „Mord“ in den Mund nimmt bei einer öffentlichen Veranstalltung zum Thema Produktionssteigerung.
        http://www.europarl.europa.eu/brussels/website/media/modul_08/Hintergrundinformationen/Agrar/Pdf/Ueberfluss_Hunger.pdf
        http://www.dw.de/subventioniert-europa-weltweiten-hunger/a-6658917

        Das will doch weder der Konsument noch der normale Landwirt.
        Deshalb sollten die Landwirte doch bitte über Ihre Interessensvertretung nachdenken, und nicht blind Leuten hinterherlaufen die solche Thesen vertreten.

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        • Bauer Willi sagt

          Lieber Gerhard
          Schau doch mal auf die Internet-Seite von „Kleine Zeitung“ für Graz und Steiermark. Lese doch da mal die Kommentare.
          Zu deinem Text: ich werde mich nicht über Politiker, Verbände und Konzerne äussern. Mein Thema ist die Kommunikation zwischen Landwirten und Verbrauchern. Und die Zahlen der Zugriffe sprechen ihre Sprache.
          Bauer Willi

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  141. chrigi sagt

    Liebe Bauern
    Ich rate euch als konsument, vereinigt euch und dan sagt was ein kilo kartofeln oder ein kilo fleisch oder ein liter milch kosten soll, und wen der preis nicht stimmt einfach nur ganz wenig dafon verkaufen das ihr knap überleben könnt ( klingt zwar nach humbug aber wen es zu wenig gibt über monate hinweg dan müssen sie euren preis bezahlen um nicht zu verhungern) und wen einer aus der reihe tanzt und doch dumping macht wäre ich dafür das man ihn als bauer feuert und als zwangsvogelscheuche aufs feld stellt

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    • Jochen Böhrer sagt

      Wie feuert man einen selbstständigen Unternehmer? Enteignen? Und wie macht man die Grenzen gegen Importe aus dem Ausland dicht? Kanonen aufstellen?

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  142. Kai Brockelt sagt

    Ich finde das ist ein interessanter Artikel. Sozusagen ein aufschlussreiches Stück vom gesamten Kuchen.

    Aber ich finde es auch etwas arg pauschal, komplett den Verbraucher dafür verantwortlich zu machen. ich stimme dir in vielen Punkten zu, weil du als Landwirt da letzten Endes die finanziellen und arbeitstechnischen Konsequenzen ausbaden musst.

    Aber ich will behaupten, dass ein Großteil der Verbraucher sich nicht nachhaltig Einkaufen leisten KANN. 2013 sind laut einer Statistik (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/72188/umfrage/entwicklung-der-armutsgefaehrdungsquote-in-deutschland/) schon 15% Armutsgefährdet. Während die Wenigen 5% der Reichsten immer dicker und satter werden, macht das Vermögen von 6/10 nicht mal 10 % des Gesamten Vermögens in Deutschland aus. (http://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gensverteilung_in_Deutschland)

    Wie soll jemand, der (wenn’s schon gut geht), 2000 Euro Brutto verdient, vielleicht eine Familie mit 2 Kindern ernähren will, eine Wohnung braucht, 4 Mäuler stopft, mit dem Auto zur Arbeit pendeln muss, Steuerabgaben, Versicherung, GEZ und und und zahlen soll, dann noch für faire Preise Lebensmittel kaufen können? 60% der Bevölkerung,.. das sind verdammt viele. Jeder Frisör, Einzelhandelangestellter, Handwerker, Mechaniker, Sekretär, Depp vom Dienst, auch eine Vielzahl von studierten „Oberschichtlern“ gehört dazu.

    Mehr als jeder zweite muss doch schauen, wo er dran bleibt. Dabei werden wir auch noch medial dazu erzogen, für unnötigen Scheiß wie Iphones, Schmuck, nen fetten Flatscreen, Facebook und (haha) Farmville & Co. geld aus zu geben. „Ohne biste ja nix wert“ wird dir vermittelt.

    Ich finde, die Umverteilung sollte wieder Besser funktionieren und eingesetzt werden. Sieh doch mal in den Norden, in die skandinavischen Länder. In Dänemark funktioniert das doch viel besser.

    Da hat Schröder schon gute Arbeit geleistet. Vermögenssteuer runter, 1 Euro Jobs rein. Arbeitslosenquote von unter 10% hey hey! Zu welchem Preis? Damit man den kleinen Arbeitslosen, der uns sooo schwer auf der Tasche liegt nicht mehr neidisch beim Arbeitslossein zusehen können. Stattdessen verrichten sie menschenunwürdige Jobs oder Rackern vollzeit für 8 Euro am tag. Gut für die Statistik, aber das Armuts und somit auch das Preisproblem wird dadurch nicht gelöst.

    Merkel macht’s aber auch nicht besser. Gerade macht sie wieder wind für TTIP. Noch mehr kapitalistische Konkurrenz, das Recht des Stärkeren und Rücksichtsloseren.

    Und diese Konkurrenz gibt’s ja leider auch in den so wichtigen Kreisen wie in der Landwirtschaft. Ich meine,.. wer gibt denn letzten Endes die Preise an? Der der am schnellsten, billigsten produzieren kann. Wer nicht mit zieht, kann einpacken. Klar ist da auch der Handel im spiel, aber wenn der Handel nicht irgendwo seine Ware billiger her bekommt, hat er ja auch kein Druckmittel auf andere Lieferanten, oder? Und wenn „Kosten“-Effizienz das Sagen hat, dann wissen wir ja wie das aussieht. Was bzw. wie beispielsweise Straathof produziert hatte ist ja wohl unter aller Sau, das kann man nicht leugnen. Aber eben solche ********* sind es doch, die die Preisspirale weiter nach unten Drücken, eben weil sie es können.

    ich finde wir brauchen einen generellen Umschwung. Dann geht’s auch der Landwirtschaft besser. Und mit einer nachhaltigen und saubereren Landwirtschaft würde es uns allen besser gehen. Lieber auch etwas weniger Fleisch essen, dafür aber für angemessenes Geld. Davon haben doch am Ende alle was.

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  143. Joschi sagt

    Servus,

    ich lese in letzter Zeit immer mehr über die Sorgen und Nöte unserer unterschätzten Landwirte. Aber es drängt sich auch eine Frage im Umkehrschluss auf: warum ändern die Bauern nicht selbst etwas? Nein, keine Demo’s, keine Zusammenschlüsse, keine Gründung eigener Molkereien. Warum verkaufen so wenige Betriebe direkt?

    Gerne würde ich die Milch frisch vom Bauern kaufen und für den Liter 1 EUR zahlen. Dann kann sich der Landwirt bei einem erkrankten Kalb auch mal wieder den Tierarzt leisten. Die Idee einiger Bauern, Milchautomaten aufzustellen, finde ich Klasse. Und das ist nur eine von vielen Ideen.

    Auf der anderen Seite wirft ein Direktvertrieb auch Schwierigkeiten auf, denn 25 oder 50 Tonnen Kartoffeln bringt man mal nicht eben grade so an den Mann.

    Und der gemeine Verbraucher kann nichts dafür – ihm fehlt jegliche Sensibilisierung für die Wertigkeit eines Produktes. Das in dem Stück Fleisch, welches unter Schutzathmosphäre verpackt im Discounter dahinfristet, kaum noch Fleisch drin ist, verdanken wir den gierigen Nahrungsmittelkonzernen, die ganze Heerscharen von Lebensmitteltechnikern beschäftigen, die auch noch gut finden, was sie da fabrizieren!

    Oben drauf: hätten wir nicht eine Nahrungsmittelknappheit, wenn wir wie vor 50 Jahren die Produkte verkaufen würden? Wie viel Menschen ernährt eine Kuh?

    Beste Grüße,
    Joschi

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    • Jochen Böhrer sagt

      Milch direkt darf man in der Regel nur im ganz kleinen Rahmen verkaufen. Ausnahmen sind streng kontrollierte Vorzugsmilchbetriebe und Betriebe mit eigener Pasteurisierung. Wenn man die notwenige Abfülltechnologie und den Zeiraufwand auf den Liter unrechnet, müßte eine solche Milch 2-3 € der Liter kosten. Und nur ein kleiner Teil der Milch wird Frischmich.. die ganzen Verarbeitungsprodukte schultert der Bauer nicht. Darüber hinaus wurde es hier schon andernorts erwähnt: Die vielen Milchbauern in den Grünlandbetrieben werden sich damit schwer tun, Kunden herzulocken.. und die vielen Gr0ßstädter in Berlin, Rihrpott und anderswo müßten sehr weit fahrenm um ihr Milchkännchen zu füllen. Solche Binsenweisheiten sind wir .. mit Verlaub.. satt. Wir Bauern können unsere Absatzwege und Vermartungsmöglichkeiten mit Sicherheit besser abschätzen als die Leute, die uns dauernd als zu blöd dafür hinstellen. Um ALLE Deutschen zu ernähren und ALLE Produkte zu vermarkten, führt kein Weg am System der Großstrukturen in Verarbeitung und Vermarktung vorbei. Wer das nicht realisiert als Landwirt geht an der eigenen Naivität unter.

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  144. Friedemann sagt

    Hallo zusammen,

    ich bin mehr oder weniger zufällig, nämlich über den Facebook-Post einer meiner „Freunde“, auf diesen Blogbeitrag gestoßen. Der Artikel ist hart und fasst seinen Leser nicht gerade mit Samthandschuhen an. Das ist legitim und hat – zumindest bei mir – bewirkt, dass ich mir die letzten 20-30 Minuten (inklusive des Lesens der meisten Kommentare hier) mal ernsthafte Gedanken über meine Gewohnheiten beim Lebensmittelkauf gemacht habe.

    Ich habe 0 Ahnung von Landwirtschaft, bin 25 Jahre alt, habe studiert und einen Beruf von dem ich gut leben kann. Dennoch kaufe ich fast alle meine Lebensmittel bei Aldi und greife grundsätzlich nicht zu den Markenprodukten, sondern zu den billigen No-Name Produkten. Solange sie schmecken und mich satt machen ist mir eigentlich alles recht. Da ich gerne und viel selbst koche schaffe ich es meistens mich für unter 3€/Tag zu ernähren. Ist das zu wenig? Mache ich damit etwas falsch?

    Mein Hauptproblem in dieser Problematik – wenn nicht gar DAS Hauptproblem – ist, dass schlichtweg die Aufklärung fehlt. Ich habe leider keinerlei Ahnung wo ich zu welcher Jahreszeit welches Produkt kaufen kann um meinem Land und seinen Bauern, der Umwelt, meinem Magen UND meinem Geldbeutel einen Gefallen zu tun. Ich kann absolut nicht einschätzen, welcher Preis für welches Produkt und jene, die daran gearbeitet haben, gerechtfertigt ist… Was ist zu teuer? Was ist zu billig? Was ist fair? Woher soll ich es denn bitte schön wissen?

    Mein Vorschlag: Statt zu kritisieren und mit erhobenem Zeigefinger auf uns Verbraucher loszugehen wäre (nein ich will damit nicht die Kritik kritisieren – schließlich hat mir genau jene den Denkanstoß gegeben – sondern eher das Prinzip klar machen) mir eine fundierte Aufklärung – aus erster Hand sozusagen – deutlich lieber.

    Ja, ich bin Verbraucher. Und ja, auch wenn Sie, lieber Bauer Willi, nicht damit gerechnet hätten, ich suche den Dialog und lasse mich gerne aufklären.

    Deswegen ganz konkret: Was kann ich besser machen?

    Vielleicht schreiben Sie ja darüber mal einen Beitrag. Eine Art „customer guide“ für den verantwortungsbewussten Lebensmitteleinkauf. Das wär‘ doch mal was, oder? Ich freue mich schon darauf!

    Herzliche Grüße und Danke fürs Augen-öffnen,
    F

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    • Toller Kommentar, der auch mich nachdenklich stimmt und mich bestätigt, dass der allgemeine „Endverbraucher“ gar nicht weiß wie viel Arbeit in seinem Essen steckt. Hier sollte allerdings mehr Aufklärung betrieben werden. Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass der Verbraucher „einfach“ zu billigsten greift, denn es ist ja verfügbar und ja auch nicht verboten es zu kaufen. Wüssten mehr Verbraucher wie sie ihre Landwirte supporten könnten, würden sie es bestimmt auch machen. Ich selber stehe zwischen dem Landwirt und dem Endverbraucher und machen eben diese besagten Pommes. Kaufe sie also günstig/teuer ein und verkaufe sie halt wieder. Natürlich inkl. meiner Unkosten.

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      • Christina sagt

        Hallo Friedemann, interessante Anregung, der customer guide! Aber für den Anfang helfen vielleicht die Leute von fragdenlandwirt.de auf ihrer Facebook-Seite weiter? Dort stellen sich Landwirte mit ihren Betrieben vor (aus den unterschiedlichen Bereichen) und beantworten gerne Fragen. Nach Terminvereinbarung kann man auch vorbeikommen.

        https://www.facebook.com/fragdenlandwirt

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        • Hallo Christina,

          erst einmal großes Lob an Willi, er hat für mich mit seinen Berichten den Nagel auf den Kopf getroffen.

          Jetzt aber zu der Idee „customer guide“:

          Das ist ja alles schön und gut mit dem fragdenlandwirt.de, jedoch möchte der interessierte Verbraucher wie z.B. Friedemann oder auch ich sich nicht alle Informationen von verschiedenen Quellen zusammensuchen müssen. Deshalb möglicherweise die Anregung für den „customer guide“, in dem zusammenfassend die Details über gute bäuerliche Erzeugung erklärt werden. Gerne auch als informative Webseite. (Btw: Ich empfehle übrigens jedem die Kindersendung „Willi wills wissen“, hier werden viele Themen der Landwirtschaft kindgerecht und trotzdem auch für Erwachsene interessant erklärt!)
          Die Umsetzung des „customer guides“ wäre doch imho die Aufgabe einer Dachorganisation. Fast jeder Berufszweig in Deutschland hat eine nationale Interessensvertretung, die sich für die Belange der Mitglieder einsetzt. Wenn hier beispielsweise Maler und Installateure über ihre Innung oder ihren Verband gemeinsame Werbekampagnen organisieren, warum dann nicht bei den Bauern? Es gibt doch so etwas wie den „Bauernverband“? Oder kümmert der sich nicht um so etwas „unwichtiges“ wie Vermarktungsstrategien?

          Ich verfolge eure Beiträge mit Interesse… auch wenns Zeit kostet alles zu lesen.

          Gruß Tom

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  145. Corinna sagt

    Ich kann die Wut ebenfalls verstehen. Ich fühle mich als Verbraucher auch nicht beschimpft. Man muss sich ja auch den Schuh nicht anziehen, wenn er einem nicht passt, ne?

    Zu alternativen Vertriebswegen: von den Gemüsekisten habt ihr ja sicher auch schon gehört? Es gibt in Berlin/Brandenburg viele Bauern, die das anbieten (z.T. mit eigenen Nebenprodukten wie Joghurt, Käse).
    So ein kleines bisschen im Kommen sind sogenannte Food Assemblies. Da läuft die Zusammenführung Kunde-Bauer über´s Internet, aber auch über einen „Vermittler“ (der natürlich für seine Arbeit auch entlohnt wird). Vorteil ist hier wie bei den Gemüsekisten, dass die Preisgestaltung etwas Handlungsspielraum lässt und man im Voraus bezahlt. Das wäre zwar eine große Aufgabe, aber möglicherweise eine Idee, dies als Bauerngemeinschaft selbst zu initiieren?!
    Kleine (Bio)Läden sind auch toll, aber kein unmittelbarer Direktvertrieb.

    Weil es angesprochen wurde: es wäre tatsächlich mal als Verbraucher interessant zu wissen, wieviel beispielsweise ein Kilo Äpfel kosten müsste, damit nicht nur kostendeckend, sondern auch ausreichend (also so viel, dass man auch Rücklagen bilden kann etc.) gewinnbringend gearbeitet wurde. Denn es wird schon ganz richtig angesprochen: „Verbraucher kennen den Wert der Lebensmittel nicht“. Ja, weil wir ihn wirklich nicht kennen. Wir sehen ja nur die Preise im Supermarkt etc. Die sagen einem leider aber nicht, ob der Bauer damit auch z.B. schlechte Ernten finanziell überbrücken kann.

    Ich finde es ganz vernünftig in einen gemeinsamen Dialog zu gehen. Wichtig ist dabei auch ordentlich Edukation zu betreiben, den Verbraucher umfänglich zu informieren, damit er bewusstere Entscheidungen treffen kann.

    Ich wünsche euch viel Erfolg 🙂

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  146. Anke sagt

    Lieber Bauer Willi, danke für diese offenen Worte! Bitte öfter mehr davon.

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  147. Pauline sagt

    Lieber Bauer Willi,

    ich finde es sehr richtig seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen und finde nicht, dass man sich dafür schämen oder entschuldigen sollte. Und auch die paar wütenden Verbraucher die dagegen wettern sollen ihre Gefühle ruhig ernst nehmen und mitteilen.
    Ich frage mich nur was am Ende dabei rauskommt. Wir alle sind doch für unser eigenes Handeln verantwortlich und ein jeder entscheidet sich jeden Tag viele Male für oder gegen etwas. Keiner muss irgend etwas tun. Irgendetwas kaufen. Irgendetwas leisten. Wir entscheiden uns alle frei dafür, auch wenn wir es oft unbewusster tun als es für uns gut wäre.
    Ich ziehe meinen Hut vor jedem Landwirt, der sich trotz aller Widrigkeiten und mangelnder Entlohnung trotzdem jeden Tag für seinen Beruf entscheidet. Und ich ziehe auch meinen Hut vor Eltern die trotz mangelnder Mittel versuchen ihre Kinder so gut wie es geht zu ernähren. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der Wandel in meinem Kopf keimt und durch mein Handeln in’s rollen gebracht wird. Das es noch nie etwas genützt hat, und auch nie etwas nützen wird sich darauf auszuruhen dass die anderen falsch handeln. Das die anderen sich ändern müssen. Denn so wird nie etwas passieren. Es liegt allein an den Unzufriedenen sich zu weigern so weiter zu machen wie bisher. In aller Konsequenz und ganz bewusst.
    Der schwierigste Teil dabei ist, aus dem uns antrainierten Glauben auszubrechen, wir hätten keine Wahl.

    In diesem Sinne ein sehr schönes Zitat von Erich Kästern: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

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  148. Chris sagt

    Hallo zusammen was ich hier zu lesen bekomme rollen sich meine Fussnägel nach oben wie die Menschen vergiftet werden und betrogen. Eiskalter Schauer läuft über mein Rücken. Ich hoffe nur das sich das mal ändern wird. Ich sag ja immer der Mensch ist das grösste Rauptier auf Erden und die Reichen werden reicher und die Armen immer ärmer.

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  149. Mario "Meitzy" sagt

    Hallo erstmal!
    Zur Info ich bin kein Landwirt und habe von Landwirtschaft auch Wenig bis keine Ahnung.

    Alles Recht&Gut doch ich glaube das der „Bauer“ Willi einfach mal die so genannten Fakten an uns Verbraucher senden wollte. Dafür mal Danke !
    Zur der Arbeit von den WICHTIGEN Landwirten kann ich nur den Hut ziehen den eines is gewiß das nicht jeder 6-7 Tage in der Woche am Feld , Stall oder Markt stehen kann & mag.
    Ich weiß von was ich Rede den habe zur meiner normalen Arbeit als Schlosser noch ein wenig transchelgeld dazu verdienen wollte und neben beruflich Zeitungen zu gestellt habe! (PS es ist nicht leicht eine 7 Tage Woche zu haben) deswegen wollte ich mich auch dazu äußern.

    Hochachtungsvoll Meitzy

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  150. Regionalist sagt

    Hallo lieber Willi

    Wo kann ich deine Produkte kaufen?! Würde das gerne machen.

    Wenn Konsumenten aber nicht wissen wo es deine Produkte zu kaufen gibt, darfst du dich nicht bei uns aufregen.

    Du solltest dich bei REWE und Co beschweren!

    Viele haben leider nicht die Zeit um gezielt Lebensmittel zu kaufen und da geht man dann einfach schnell in den Supermarkt nebenan.

    Ihr habt ein Vertriebsproblem!

    lg ein Unterstützer

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  151. Den Artikel wieder „online“ zu stellen war eine gute Entscheidung. Immerhin löst er eine rege Diskussion aus.
    Das Problem liegt darin, dass die Mehrheit der Konsumenten nicht mehr weiß, wie Lebensmittel produziert werden und in welchem Umfeld Landwirte leben.
    Also, liebe Landwirte, öffnet eure Tore und Stalltüren! Die Kinder werden es euch danken und wissen dann endlich, dass Kühe nicht lila sind ….

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    • Christina sagt

      Hier die Facebook-Seite von fragdenlandwirt.de, auf der Landwirte virtuell ihre Betriebe öffnen, von sich und ihrer Arbeit erzählen und gerne Verbraucherfragen beantworten. Soweit ich weiß, kann man überall nach Terminvereinbarung reinschneien. Einfach so geht nicht, aus Hygienegründen verbietet es das Gesetz.

      https://www.facebook.com/fragdenlandwirt

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  152. Ihr habt alle Recht ! Ich habe mir nicht alle Komentare durch gelesen denn bei der Masse hat der Tag einfach zu wenig Stunden…….Das große Dilemma ist ganz einfach Die Moderne Zivilisation hat sich in eine Gesellschaft entwickelt wo ganz viele Personen in Städten leben, Dinge brauchen die nicht zum Lebens Unterhalt dienen, sondern nur der Bequemlichkeit dienen und nur noch von ganz wennigen ernährt werden. Damit diese ganz wenigen diese ganz vielen „Hungrigen – Massen “ von Menschen ernähren können müssen Sie halt eben so wirtschaften wie es vielen nicht gefällt !Soooooooooooo einfach ist das. Und die von den Menschen erfunde Technik macht es eben möglich ! wir sind an den Punkt angekommen wo sich die Fehlentwicklungen zeigen !! Vor 40 Jahren war das noch nicht so erkennbar, für die Massen, aber jetzt merkt es jeder. Selbst der Dümmste !!……………………….

    1+
  153. unternehmer und konsument sagt

    Allen sei gesagt:
    Das genannte Problem der Landwirte haben alle andere Unternehmer seit Jahrzehnten. Die kleinen Händler und Produzenten werden von Handelsriesen wie REWE erdrückt, Handwerker von Mischunternehmen wie dem Lagerhaus Waldviertel (das jegliche Bauleistung bietet !) unterboten – eben jede Lagerhausgruppe die die Landwirte durch jahrzehntelange Fixabnahme der Produkte verwöhnt und dann im Stich gelassen hat ………

    Der Preis von EUR 0,01/kg ist ein Witz – ich zahle beim Bauern hier EUR 0,70 – aber das ist nicht alleine ein Problem der Landwirte, sondern der Konzern, die an der Schaffung von Regeln mitwirken, die uns fast erdrücken – und gleichzeitig Preise diktieren, aber wir kämpfen weiter ……..

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  154. Chrischtl sagt

    @Henning
    Wie ignorant ist man, wenn man glaubt, bei 3,99 Euro für ein Kilo Fleisch, verdient jeder in der Herstellungskette noch ausreichend?

    @Bauer Willi
    Leider lesen die, die es lesen sollten, das hier nicht. Gerne bin ich weiterhin die Bekloppte, die saisonal, regional und BIO kauft, obwohl es ja soooooo viele gibt, die mich mit ihren Zertifikaten besch… wollen. Wie ich diese LMAA-Einstellung hasse! Weiter so Ihr Landwirte und lasst Euch nicht alles gefallen!

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Danke. Das tut gut. Labsam für die Seele.
      Es gibt also doch Verbraucher, die diesen Artikel verstanden haben.
      Bauer Willi

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    • Henning sagt

      Chrischtl, woher nimmst Du das Wissen, zu beurteilen, ob 3.99 angemessen sind, oder nicht? Du hast sicherlich ein Smartphone… Kannst Du beurteilen, ob EUR299.00 angemessen sind? Oder 799.00 wie Apple verlangt, obwohl bei Foxconn produziert? Es geht mir darum, dass Ihr es Euch bitte nicht zu einfach macht. Wenn Du Ignoranz suchst, schaue in den Spiegel. Evtl enteckst Du auch, dass 10 Jahre Schule nicht reichen, um hier qualifiziert zu kommentieren. Auf Deine Frage, ich weiss nicht, ob 3.99 angemessen sind, weil ich nicht weiß, wie die Kosten sind. Wer glaubt, er könne dieses beurteilen, ist anmaßend.

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      • Willi Kremer-Schillings sagt

        Hallo Henning
        hast du meine „Entschuldigung lieber Verbraucher“ gelesen? Da packe ich mich an der eigenen Nase und relativiere so einiges, was ich bei „Lieber Verbraucher“ angreife. Ich bin durchaus zur Selbstreflektion in der Lage.

        Aber ich bin nicht zynisch und will den dummen Verbraucher überbügeln. Ich bin auch kein Missionar und ich habe auch nicht auf alles eine passende Antwort. Ich will nur, dass Landwirte und Verbraucher ins Gespräch kommen und das scheint ja zu klappen (Das mit der Chipstüte nehme ich übrigens zurück, das war anmaßend) Nichts für ungut.
        Bauer Willi

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  155. Henning sagt

    Mal wieder ein zynischer Beitrag, um die Verantwortung dem ach so dummen Verbraucher überzubügeln, anstatt demjenigen, der „sich anständig die Taschen voll macht“. Ein Verbraucher kann nicht beurteilen, ob ein Preis angemesssen ist, oder nicht. Wo bitte schön ist die Garantie, dass es dem Bauern besser ginge, wenn der Verbraucher das dreifache zahlte? In jedem Unternehmen gibt es eine Einkaufsabteilung, die IMMER den günstigsten Einkaufspreis erzielen will, unabhängig vom Erlös der Vertriebsseite. Ich bin immer wieder erstaunt über die Kurzsichtigkeit mancher Betroffenen. Die Mindeststandards muss der Gesetzgeber setzen, nicht der freie Markt.

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Wenn ihr diesen Artikel als „zynisch“ bezeichnet, habt ihr meine „Entschuldigung lieber Verbraucher“ nicht gelesen. Es geht auch nicht darum, dass ihr das Dreifache zahlt, damit es den Bauern besser geht. Es geht darum, dass die viele Verbraucher die heile Welt wollen, aber nicht bereit sind, dafür auch zu zahlen. Wenn ihr das Hühnchen für 1,99 wollt, dann bekommt ihr das auch. Aber dann beschwert euch auch nicht, wenn euch die Haltungsformen nicht gefallen. Es ist halt so bequem, mit der Chipstüte neben der Tastatur über die Bauern herzufallen.
      Bauer Willi

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      • Henning sagt

        Willi. Warum behauptest Du, ich sei nicht bereit, genügend zu zahlen, wenn ich nicht weiß, wieviel „genügend“ ist? Fändest Du es nicht anmaßend, wenn ich nur 4.99 zahlen möchte, obwohl Du 7.99 für Dein Produkt haben möchtest, mit der Begründung, dass würde für Dich, Deinen Gewinn etc reichen? Nochmal, zum Mitschreiben: Ich bin auf Eurer Seite. Nur maßt Euch nicht an, über die Intelligenz Eurer Kunden zu urteilen. Das wird zum Bumerang und verschärft Eure Situation. Ich hoffe, ein bisschen Nachdenken ausgelöst zu haben.

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      • Henning sagt

        Willi. Noch eines… Was soll so ein Satz mit der Chipstüte? Was versuchst Du zu suggerieren? Ich bin in der Landwirtschaft auf einem 15ha Betrieb gross geworden und kannte jede Kuh beim Namen. Viele waren dass nicht. Ich mache mir tatsächlich Gedanken, wie die Situation zu verbessern sein könnte. Also rufe ich in DEINEM Stil zurück:“Stell den Schnapps weg und hör auf zu heulen. Produziere ein Produkt, welches am Markt entsprechend nachgefragt und bezahlt wird.“ VW macht es nicht anders.

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  156. Hallo Bauer Willi, der Verbraucher ist der falsche Adressat. Eure Vetriebspartner – vorallem die Discounter – treiben die Preisspirale und verführen viele Verbraucher zu Billigeinkäufen. Ich bin Verbraucher und kaufe weitgehend lokal, oft direkt beim Bauern oder ganz viel in kleinen Bioläden. Die Bauernschaft sollte sich stärker zusammenschliessen, mehr aufklären und Discount nicht beliefern. Andere , selbst gesteuerte, Vertriebswege wären auch eine Möglichkeit. Der Verbraucher sollte Euer Partner sein…also schaltet Lidl, Aldi und Co. aus.

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    • Klaus sagt

      Danke – ich war gerade dabei, selbst einen solchen Kommentar zu verfassen. Die „Schuld“ auf den Verbraucher zu schieben, ist wohl ein richtig falscher Ansatz. Eigene Vertriebswege sind das Ziel!

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      • Jochen Böhrer sagt

        „eigene Vertriebswege“. Zu 60 Stunden- Woche auch noch Verarbeitung und Logistik und Einzelhandel. Dann betreibt man 3 oder 4 Berufe.. nette Idee für Mehrverdienst.

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      • Willi Kremer-Schillings sagt

        Ihr da draußen seid ja alle so schlau! Ihr wisst ja genau wie es geht. Habt ihr schon mal ein Unternehmen geführt? Habt ihr schon mal ein Jahr erlebt, dass aber auf breiter Front so richtig in die Hose geht? Habt ihr schon mal existentiell Angst vor der Zukunft gehabt.
        Ich will niemanden die „Schuld“ in die Schuhe schieben. Siehe auch auf dieser Seite „Entschuldigung lieber Verbraucher„. Was ich erreichen will, dass bei „den Verbrauchern“ ankommt, in welcher Zwickmühle wir Landwirte stecken. Die Ansprüche werden immer höher, aber der Preis bleibt. Habe gestern erfahren, dass die Genossenschaft, in der ich bin, ein Ethik-Audit machen musste um einen großen Kunden beliefern zu können. Darin wird unserer Genossenschaft bescheinigt, dass es bei ihr keine Sklaven- und Kinderarbeit gibt. Ja geht´s denn noch! Und dafür drücken die dann 8.000 € an den Auditor ab.
        Discount nicht beliefern: Tolle Idee! Bauern sollen sich zusammenschließen: Prima! Ich bin in einer Genossenschaft. Eigene Vertriebswege aufbauen: Super! 300.000 Hofläden in Deutschland und Aldi, Lidl und Co. aushungern. Es ist 23:30 Uhr. Ich gehe jetzt ins Bett. Morgen wartet mein landwirtschaftliches Unternehmen auf einen ausgeschlafenen Unternehmer.
        Gute Nacht Deutschland
        Bauer Willi

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        • Henning sagt

          Hallo Willi. Ich bins nochmal, hoffentlich nicht Dein Alptraum 🙂 Keine Frage…. Bauern haben einen schweren Stand. Aber…. Hast Du schon einmal erlebt, dass niemand Dein Produkt haben möchte? Der Vorteil, dass für landwirtschaftliche Produkte eigentlich immer Abnehmer zu finden sind ist schon immens. Über den Absatzpreis kann man natürlich diskutieren. Aber stelle Dir vor, niemand nähme Deine Schweine oder Deine Milch ab …… Ich höre viel Geheule, aber smarte Ideen höre ich nicht. Dann auf den „Entschuldige, lieber Verbraucher“ als pauschalen Ablass zu verweisen, finde ich ziemlich billig.

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          • Brigitta Blume sagt

            Also „eigene Vertriebswege“ finde ich auch lustig. Wie wäre es mit „eigenen Beschaffungswegen“? Wieso ist denn plötzlich der LW auch noch verpflichtet, seine Produkte von die Tür zu liefern?

            Und ja, die Idee, das Ganze mal „ohne den Verbraucher“ zu rechnen, finde ich sehr gut. Was würde denn tatsächlich passieren, wenn keine Schweine mehr verkauft werden würden? Selber hätte man auf Jahrhunderte hin aus noch genug, und umweltfreundlicher wäre es auch. Wer mal Rind will, kann tauschen, und Energie ist heute auch nicht mehr das Problem der Landwirtschaft.

            Auch wenns nicht gerne gelesen wird: aber niemand ist verpflichtet, Landwirtschaft für Andere zu betreiben!

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        • Willi, ich habe selber ein Unternehmen (Kleinkunstbühne – ohne Subventionen) . Ich behaupte nicht schlauer zu sein. Es war einfach eine Anregung. Wenn Dir Verbraucher wie ich, die stark regional einkaufen und gerne mehr für gute Produkte zahlen, auch nicht passen….. Tja, dann vielleicht doch nach einem anderen Job umschauen. Habe ich damals auch gemacht. Viel Erfolg und eine gute Zukunft. Rolanf

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          • Brigitta Blume sagt

            Nur mal als Anmerkung: es gibt keine Subventionen in der LW, sondern Ausgleichszahlungen, die man bekommt, wenn man eine (lange) Liste von Bedingungen einhält, die ansonsten die Produktion unwirtschaftlich machen.
            Also ungefähr so, als dürfte Kleinkunst nicht mehr alles anbieten, nur noch an bestimmten Orten stattfinden und auch nur noch von bestimmten Personen betrieben werden. Per allgemeinem Gesetz vorgeschrieben.

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    • Volker De sagt

      „Hallo Bauer Willi, der Verbraucher ist der falsche Adressat. Eure Vetriebspartner – vorallem die Discounter – treiben die Preisspirale und verführen viele Verbraucher zu Billigeinkäufen.“
      Wie bitte? Der Verbraucher wird verführt? Ich denke er ist ein mündiger Bürger, der auch wählen darf. Wie Sie es auch drehen und wenden: In letzter Konsequenz ist jeder Mensch für sein Handeln verantwortlich und kann sich nicht auf „Verführung“ rausreden. Die Discounter sind nur ein Spiegel unseres Konsumbewusstseins.

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  157. Erik sagt

    Lieber Willi,

    ich bin stolz auf Dich weil Du so schön den Mund auf machst !! Ich wünsche Dir vollen Erfolg auf ganzer Linie!! Mach weiter so!!

    Lieb Gruß

    Erik

    P.S.: Toll das es Dich gibt!!

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  158. Thomas Roßmann sagt

    Das mit einem Markt in der Stadt ist schon keine schlechte idee. Das Problem ist nur, es fehlt einfach die Masse. Die Supermarktketten können die Lebensmittel so günstig verkaufen weil sie einfach unmengen davon haben. So ist ein Gewinn von von 1-2 cent pro verkauften Apfel durchaus vertretbar wenn man am Tag aber tausende Verkauft.
    Darum werden und können wir uns, selbst in einen Bauernmarkt, niemals an diese Preise annähern da der Durchsatz fehlt. Es gehen einfach viel mehr Menschen in den Supermarkt wo es nur die Hälfte kostet. Ein weiteres Problem ist dabei das Gesetzt in unseren paragraphenland.
    Ein Beispiel:
    Wir liefern unsere Mastbullen an einen Metzger der nur wenige Kilometer entfernt ist. Um seine Regionalität zu beweisen hat er den Tierpass des jeweiligen Bullen auf der Theke ausgehängt. Zusätlich mit der information die der Tierpass gibt( Geburtsbetrieb) hat er hingeschrieben, dass der Bulle bei uns gemästet wurde. Die Folge war, er hätte fast eine Strafe zahlen müssen da dies ein Vorteil im Wettbewerb gegenüber den Supermärkten wäre die dies halt nicht machen können.
    Er konnte beweisen das er regional ist. Die Supermarktketten können dies einfach nicht, da sie die Produkte auch wenn Regional drauf steht( wenns in Deutschland Produziert wurde ist es auch schon regional!!!) nicht genau zurückverfolgen können. Das ist einfach das Problem bei der ganzen Sache. Viele würden nicht verstehen warum die Lebensmittel bei uns so teuer wären, wo wir doch kurze Wege usw haben.

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  159. Thorsten sagt

    Auf der einen Seite kann ich den Frust der Landwirte gut verstehen, gerade bezüglich des Punktes der Preispolitik bei Lebensmitteln. Dieser Artikel ist auch sicherlich gut dafür geeignet, den einen oder anderen Verbraucher wachzurütteln bezüglich seines Konsumverhaltens. Schade fand ich dabei allerdings diese Pauschalisierung auf alle Verbraucher, aber hierzu wurde ja bereits genug gesagt.

    Ein Problem, welches mich als Verbraucher von Landwirtschaftsprodukten weitaus mehr bewegt ist folgendes:
    Leider bietet der nächste Hof bei mir in der Umgebung nicht alles an, was mein Bedarf an Lebensmitteln so erfordert ( Eier und Kartoffeln gibt’s da gute, aber leider bereits keine Milch mehr). Wenn ich dann aber einen Supermarkt oder ähnliches aufsuche stehe ich immer vor dem Problem, dass ich nicht weiß und auch nicht ersichtlich ist, bei welchem Produkt der Landwirt mehr Geld erhält, es gibt dort fünf Sorten Milch, aber auf keiner Packung steht, wie der Preis des Produktes verteilt ist. Bei anderen Produkten, sei es Fleisch, Wurst, Käse und co. ist es übrigens nicht besser, nirgends ist für mich ersichtlich, wer in der Kette vom Feld zum Einkaufswagen, wieviel daran verdient.
    Dabei sind die großen Produkte der Ketten genauso betroffen, wie Produkte aus dem regionalen Vertrieb im Supermarkt (z.B. „Unser Land“ und co.).

    Klar wäre es besser von Hofladen zu Hofladen zu fahren, aber auf dem Land kommen da so einige Kilometer zusammen. Da fahr ich dann doch lieber mit dem Fahrrad in den Nachbarort, einfach um auch etwas für meine CO2-Bilanz zu tun.

    Um noch auf das Thema des regionalen Vertriebs zu kommen, leider ist die Auswahl an regionalen Produkten oft recht eingeschränkt, allerdings ist das Adjektiv regional so eine Sache, ist es regional nur aus meinem Landkreis zu kaufen ? Oder nur aus meinem Bundesland ? Oder ….. ?
    Aber da kommt schon das nächste Problem, oft ist nur der letzte Ort der Produktionskette auf den Packungen angegeben. Dabei würde ich gerne wissen woher das komplette Produkt kommt.

    Worauf ich eigentlich hinausmöchte ist folgendes:
    Man sollte sein eigenes Kosumverhalten reflektieren. Aber was mir als Verbraucher am meisten fehlt ist die Möglichkeit sich über mein Nahrungsmittel ausreichend zu informieren.

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  160. schorschi sagt

    Hallo Willi!

    Ich denke, viele können den Frust von euch Landwirten gut verstehen.

    Mir ist beim Lesen ein Gedanke gekommen, den ich gerne teilen möchte:

    Statt die Kartoffeln quasi zu verschenken, könnte man da nicht vielleicht eine Art Genossenschaft mit weiteren Bauern einrichten, welche die Kartoffeln (und andere Erzeugnisse) selbst weiterverarbeitet und unter einer Marke vertreibt? Also die klassische vertikale Diversifikation.

    Würde damit dann nicht mehr Gewinn aus der Wertschöpfungskette bei euch hängen bleiben?

    Vielleicht bin ich zu naiv, aber ich würde wohl zu den Pommes greifen.

    Viel Erfolg weiterhin!

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Hallo Schorschi
      ein sehr guter Gedanke. Einziges Problem an der Sache ist, dass die Zahl der Verarbeiter so klein und deren Marktmacht so groß ist, dass es sehr schwer wird, mit unseren „Bauern-Fritten“ bei den wenigen Marktketten (sind schnell genannt: Aldi, Lidl, Metro, Rewe und Edeka und deren Untermarken Netto, Penny etc. ) landen zu können. Das geht nur über eines: den Preis. Gilt genau so auch für Mühlen. Auch da wird die Konzentration immer stärker. Trotzdem lohnt es sich, darüber nachzudenken ob man es nicht wenigsten versucht. Den Namen hätten wir jetzt ja schon mal: „Bauern-Fritten“
      Bauer Willi

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    • Jochen Böhrer sagt

      Wenn es durch eine gute Ernte zuviele Kartoffeln gibt, hilft auch die Genossenschaft nicht weiter. Der Verbraucher isst nicht einfach mal 30% mehr Kartoffeln nur weil es 30% mehr gibt. Und vor Allem nicht, wenn man keine Preiszugeständnisse macht.

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  161. Ricardo Cadrinoli sagt

    Werter Herr „Bauer“

    Ich finde diese Pauschalierung an den Verbraucher eine absolute Frechheit. Ich bin gezwungen jedesmal beim Einkaufen auf das MHD zu schauen da es sich sonst gar nicht ausgeht mich ein Monat lang halbwegs normal zu ernähren. Nach einem schweren Arbeitsunfall bin ich in Frührente; bekomme knapp 1000,- € Rente – davon zahle ich knapp 560,-€ Miete für meine Wohnung; Heizkosten Internet und Fernsehen; Strom verbrauchen im Monat noch einmal knapp 120,-€ ; von einem Smartphone habe ich im Internet gelesen und beim Vorbeigehen im Shop gesehen; Markenartikel kenne ich aus dem Fernsehen und sie verlangen von uns tatsächlich auf ihre Kinder Rücksicht nehmen zu müssen damit diese ein Smartphone und Markenklamotten bekommen? Vielleicht sollten sie ihren Kindern andere Werte lernen als Luxusartikel und vielleicht einmal keinen Kunstdünger kaufen dann hätten sie auch weniger Kosten. Ich jedenfalls bin gezwungen billige Lebensmittel zu kaufen da ich einfach nur leben will und weiter nichts…

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  162. Ella sagt

    In der Sache durchaus richtig, die Art des Vortrags ist leider etwas kontraproduktiv. Und eines noch, jeder Unternehmer trägt ein Risiko und ein vergleichbares Unternehmen (10-20) AN kann und will auch nicht nach Asien auslagern.
    Trotzdem, Lebensmittel sind viel zu billig in Deutschland! Und zu recht muss ein Erzeuger davon leben können.
    Bei 1 cent pro kg für Kartoffeln, haette ich sie lieber an meine Schweine verfuettert (wenn das heute noch erlaubt ist?).

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Wo stehen Deine Schweine? Wie viel Tonnen willst Du haben? Allerdings solltest Du die vorher dämpfen…Wegen der Verdaulichkeit. Schweine haben einen ähnlichen Magen und Verdauungstrakt wie Menschen. Kühe wären besser, die sind Wiederkäuer.

      Nicht ganz ernst gemeint 🙂

      Bauer Willi

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  163. Ute Sprenger sagt

    Hallo Bauer WIlli,

    aus meiner Sicht macht es überhaupt keinen Sinn, wenn Landwirt/innen meinen, sich mit den kritischen Verbraucher/innen, den Organisator/innen der Demo „Wir haben es satt!“ oder mit jenen, die dort auf die Strasse gehen anlegen zu müssen. Zumal Sie vermutlich wissen, dass dort von Beginn an auch eine erkleckliche Anzahl der verschiedensten Agrarbetriebe aus der AbL, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, und auch aus dem Bio-Bereich federführend mitmacht. Und tatsächlich sagt ja wohl auch niemand „Wir haben EUCH satt!“ Deshalb schauen Sie doch bitte, wo Ihre Verbündeten sind und wo die Gegner. In diesem Sinne ist Ihr Blog ein hoffnungvoller Anfang.

    Sie, WIlli, fragten gestern nach Informationen zur “Community Supported Agriculture” (CSA), was auch Solidarische Landwirtschaft genannt wird. Derjenige, der dasThema hier aufgebracht hat, hat sich dazu offenbar nicht wieder gemeldet. Deshalb ein paar kurze Hinweise dazu meinerseits.

    Solidarische Landwirtschaft ist ein Konzept, das auch in Deutschland zunehmend Anhänger/innen findet. Dahinter steht die Idee, dass Landwirt/innen und Verbraucher/innen in direkten Kontakt miteinander treten und das, was angebaut oder erzeugt wird in gewissem Rahmen auch gemeinsam planen. Letzlich verpflichten sich die Mitglieder einer Gruppe, die Produktion eines bestimmten Betriebs übers Jahr zu einem monatlichen Festbetrag abzunehmen. Ganz egal wie krumm die Möhren oder wie dick die Kartoffeln geraten sind. Das wird vertraglich geregelt. Ebenfalls verpflichten sich die beteiligten Verbraucher/innen zur Mithilfe in Form von verabredeten Arbeitseinsätzen auf dem Hof oder auf dem Feld.

    Die Vorteile für beide Seiten liegen auf der Hand. Darunter u.a., dass
    a) der Betrieb dadurch an Planungssicherheit gewinnt,
    b) die Verbraucher/innen mitbestimmen können, was auf ihre Teller kommt und
    c) die Kundschaft und die Produktion sich wieder näherkommen, womit auch das Verständnis für Saisonalität und die Wertschätzung für die Arbeit und für das Produkt wächst.

    Letzeres hab ich selbst bei Bekannten erlebt, wo nach den ersten Pflanzaktionen gleichzeitig mit dem Muskelkater der Respekt zunahm. Und nichtzuletzt werden damit auch einige der von vielen Bauern und Bäuerinnen beklagten strukturellen Probleme angegangen, zuvorderst die der Handelstruktur aber auch der Anbauweise, Saisonalität oder Sortenwahl.

    So, hier gehts zum Netzwerk von CSA-Gruppen hier zu Lande
    http://www.solidarische-landwirtschaft.org
    und hier ein klein wenig CSA-Geschichte sowie weitere Links
    http://de.wikipedia.org/wiki/Solidarische_Landwirtschaft

    Schließlich noch ein kurzer filmischer Einblick in eine Berliner CSA-Gruppe mit derzeit 17 Mitgliedern samt Hof im Spreewald. Der Film ist unter dem Datum 08.12.2014 anzuschauen
    http://www.kleiner-hof-im-spreewald.de/aktuelles
    sowie die Arbeit eines CSA-Hofes bei Freiburg/Br., der etwa 260 Mitglieder hat und sogar von ARTE aufgegriffen wurde
    http://www.cinerebelde.org/die-strategie-der-krummen-gurken-p-121.html?language=de
    http://gensol.arte.tv/gartencoop/

    Ansonsten empfehle ich für den Einstieg ins Thema einen Beitrag aus dem Kritischen Agarbericht 2012 „Solidarische Landwirtschaft in Deutschland“
    http://www.kritischer-agrarbericht.de/fileadmin/Daten-KAB/KAB-2012/vanElsen_Kraiss.pdf

    Mit dem Boom des urbanen Gärtnerns wächst im Umfeld von Städten auch das Interesse an einer neuen Form der Landnutzung, die Selbsterntegärten. Deshalb hier mal zwei Beispiele:
    https://www.meine-ernte.de/gemuesegarten-mieten/
    http://www.bauerngarten.net/

    Nun viel Erfolg und auch Freude beim Entdecken und weiteren Entwickeln notwendiger und machbarer Alternativen.
    Ute Sprenger

    0
    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Hallo Ute,

      vielen Dank für die vielen Tipps, die ich mir gerne anschaue. Ich hoffe aber, Du hast Verständnis dafür, dass das noch eine Weile dauern kann. Im Augenblick raucht mir der Kopf vor so viel guten Ideen… :-). Ich bin ja auch nur ein Bauer und muss auch meine übrige Arbeit noch geschafft bekommen. Gehe jetzt wieder Holz machen…
      Letzte Frage: wohnst Du auch in Rommerskirchen?
      Bauer Willi

      0
      • Ute Sprenger sagt

        Hallo Willi,

        klar doch, das Thema braucht seine Zeit. Wir können aber gern gelegentlich weiter drüber ventillieren.

        Nein, nicht in Rommerskrichen, ich bin in Berlin-Brandenburg und in der Welt zuhause.

        Gut Holz,
        Ute

        0
    • Friedrich sagt

      Hallo Frau Sprenger, Solidarische Landwirtschaft funktioniert leider nicht für jeden Bezrieb und Standort und ist daher kein Patentrezept. Ich finde die Idee toll, dass Städter sich wieder aktiv auf den Feldern mit Arbeitseinsätzen beteiligen. Aber mal im Ernst: wie groß schätzen Sie die Menge an Menschen ein, die da mitmachen würden? Außerdem funktioniert es nur bei Gemüsebau, wenn ich mir die Betriebe so ansehe. Und nicht jeder Boden ist für Gemüse geeignet. Ist die Entfernung zur Stadt zu weit, nimmt die Zahl der „Solidarischen“ schnell ab. Fazit: Toller Nischenmarkt, der die Entfremdung zwischen Stadt und Land verringern kann, aber kein Patentrezept für jeden landwirtschaftlichen Betrieb.

      0
      • Ute Sprenger sagt

        Hallo Friedrich,

        Irrtum, CSA funktoniert mit verschiedenen Produktionsformen. Der erwähnte Spreewaldhof hat auch Milchkühe. Und der älteste CSA-Betrieb hier zu Lande, der Buschberghof nahe Hamburg, betreibt u.a. Viehwirtschaft. Schauen Sie sich einfach mal ein wenig um unter den von mir angegebenen Links.

        Und zu Ihrer Frage, wieviele Menschen so etwas wohl mitmachen würden muss ich sagen: Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

        Wir befinden uns mitten in einem radikalen gesellschaftlichen Umbruch. Wofür auch die weltweiten Debatten um eine Post-Wachstumsgeselllschaft ein Indiz sind. Wo immer meine Arbeit mich in den letzten Jahren hingeführt hat, nahezu überall traf ich auf Menschen, die das vorherrschende wachstumsabhängige Entwicklungsmodell in Frage stellen und sich auf die Suche nach Alternativen gemacht haben.

        Deshalb geht es hier nicht um sowas wie Patenrezepte – dagegen bin ich ohnehin allergisch, sondern z.B. um die Frage wie wir leben wollen und wie wir dabei die Ressourcen gerechter als bisher verteilen und nutzen.

        Wünschenswert wäre, wenn sich auch hiesige Landwirt/innen mehr als bisher diesen Fragen und Prozessen stellen würden.

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        • Friedrich sagt

          Hallo Frau Sprenger,
          klar, es gibt ein paar Milchbetriebe, aber auf Ihrer empfohlenen Seite http://www.solidarische-landwirtschaft.org/de/mitmachen/eine-solawi-finden/#c304 sind größtenteils Gemüsebaubetriebe gelistet.
          Ich wiederhole mich gern, um meine Aussage zu erklären: Der Aufbau eines solchen Kundennetzwerkes ist nicht einfach – bei Direktvermarktern ist es ja ähnlich schwer, regelmäßige Käufer zu finden. Bzgl. Boden und Standort / Entfernung zur Stadt gibt es Restriktionen, daher ist CSA eine Möglichkeit am Markt, aber keine allgemein „verordenbare“ Lösung aus der Misere. Wie hoch schätzen Sie den Anteil der Verbraucher ein, die dafür Zeit haben und das Geld?

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          • Ute Sprenger sagt

            Hallo Friedrich,

            es wäre schon viel gewonnen, wenn Sie – oder die hier auftretenden Landwirt/innen – auch mal jenseits ausgetretener Pfade schauen könnten, ohne gleich in Abwehrreaktionen zu verfallen.

            Deshalb also nochmal – und zum Mitschreiben: Ihre Suche nach „Patentlösungen“ wird vergeblich sein. Die gibt es nicht! Erst recht keine autoritär „verordenbare“ Lösungen. Dagegen ist es dringend notwendig, jeweils passende Wege aus der Krise zu suchen. CSA ist deren einer.

            Und was ist schon „einfach“? Immerhin aber gibts im CSA-Kontext Berater/innen, die den Aufbau und die Konsolidierung begleiten. Da könnte ja mal unverbindlich angefragt werden.

            Weiterwirtschaften wie bisher ist jedenfalls keine Lösung. Was mehr und mehr Menschen auch bereits verstanden haben und sich deshalb zunehmend engagieren. Wozu auch der kritische Konsum gehört.

            Hier gewinnen die Landwirt/innen mit ihrer Verbraucherbeschimpfung also garantiert keinen Blumentopf. Statt sich über das schlechte Image großer Teile der Landwirtschaft zu beschweren könnten die hier auf der Seite vertretenen Bauern und Bäuerinnen sich an den Debatten und der o.g. Suche beteiligen. Selbstreflektion hat noch niemandem geschadet.

            Tatsächlich sieht diese Webseite ja bisher noch so aus wie eine Art Suchbwegung der daran Beteiligten. Hoffen wir mal, sie wird sich nicht durch zynische Kommentare wie „Ihr da draußen seid ja alle so schlau!“ und Ressentimentpflege (Chipstüte, Smartphone…) bald schon wieder erübrigen.

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        • Friedrich sagt

          Hallo Frau Sprenger,
          warum werden Sie nun so unfreundlich, nur weil ich auf einiges hingewiesen habe, was bei Ihrem Vorschlag zu bedenken ist? Schließlich gehe ich als Landwirt das Risiko bei einer Umstellung des Anbaues oder der Vermarktung ein.
          (Der Verbraucher trägt niemals ein Risiko!)
          Und bei uns sind es die Böden und die Entfernung zur Stadt. Was glauben Sie, welche Möglichkeiten wir für den Betrieb schon ausprobiert haben? Als Ratgeber glänzt man halt immer in der Sonne der Weisheit. Wir Landwirtsfamilien stellen uns ständig diesen Fragen!

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          • Ute Sprenger sagt

            Hallo Friedrich,

            bisher nahm ich an, dass diese Seite der Debate dienen sollte, weshalb ich Sie und Ihr Anliegen ernst nehme. Da gehört ein offenes Wort auch dazu. Unfreundlich ist was anderes.

            Sie lesen meinen Kommentar also als einen an Sie persönlich gerichteten Vorschlag. Das ist ein Missverständnis. Weder kenne ich Sie noch die Lage Ihres Betriebs. Wohl aber ists als Anregung zum Weiterdenken gedacht. Die können Sie annehmen oder auch nicht und sich bei Bedarf entsprechend orientieren oder beraten lassen. Die Adressen sind ja nun bekannt.

            Zuguterletzt aber tatsächlich doch noch ein Rat: Killerphrasen helfen am wenigsten, wenn Sie ernsthaft mit Menschen ausserhalb Ihrer Kreise – also auch mit interessierten oder wohlgesonnenen Verbraucher/innen – ins Gespräch kommen möchten.

            Schönen Abend noch.

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        • Friedrich sagt

          Guten Morgen, Frau Sprenger,
          Entschuldigung, da hatte ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Ich war nur erstaunt aus welchem Bereich Sie kommen und was Sie arbeiten. Nochmal zur Erläuterung: für manche der vielen, nicht nur landwirtschaftlichen Mitleser unserer Diskussion werden Ihre Hinweise sicherlich hilfreich sein. Für mich und meinen Betrieb passt diese Lösung nun mal nicht.
          Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Gespräch genommen haben. Jetzt geht es zu den Kühen.

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  164. Jens sagt

    Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte war extrem zum Nachteil der Bäuerinnen und Bauern, insbesondere für kleinere Betriebe. Hier muss man aber auch das blauäugige Vertrauen des Großteiles der Bauern in die Politikagenda des Bauernverbandes kritisieren. Gerade der Bauernverband hat viele der Entwicklungen mitgetragen und zum Teil auch aktiv befördert, von denen nun die Großbetriebe und Agrarkonzerne profitieren. Auch die meist bayrischen Bundeslandwirtschaftsministerinnen und -minister haben Big Agrobusiness unterstützt, statt die familiären Hofstrukturen zu stärken.Trotzdem ist unter bayrischen Bauern der Rückhalt zur CSU groß.

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  165. Erich sagt

    Ja, ja, stimmt schon.
    ABER: Konsumenten sind wir alle und für alle möglichen Produkte, nicht nur Lebensmittel. Mit dem Griff ins Regal steuert jeder ein klein bißchen was, wo und wie etwas produziert wird.
    Wir sin dalle gefordert, dass wir uns mit den Konsumgütern jeder Art auseinandersetzen und uns nicht von den Marketingfotos im Kopf steuern lassen.
    (Össi-Biobauer)

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  166. Matthias sagt

    Ja, es liegt einiges schief auf der Welt. Und letztendlich geht es immer nur ums Geld.
    Nur mal auf Deutschland bezogen, ist der Anteil des Familieneinkommens, den wir für Lebensmittel zur Ernährung ausgeben, in den letten Jahrzehnten deutlich gesunken. Nur noch ein geringer Anteil unseres Einkommens geht wirklich für Essen und Trinken drauf. Wir nutzen vielmehr – und das gilt auch für Transferempfänger – einen immer steigenden Teil unseres Geldes für andere Dinge; Miete (wir bauen ja keine Häuser….wir bauen Burgen, bei denen jede Leitung unter Putz, jede Wohnung zwei Badezimmer und mindestens 4 Fernsehanschlüsse braucht….), Mode – wechselt ständig, billige Qualitäten halten keine 3 Wäschen und natürlich muss es stets der letzte Schrei sein, Unterhaltung (in jeder Familie – auch dort wo Hartz IV den Lebensunterhalt deckt – gibt es mindestens Flatscreen, Internet-Flat, Smartphone etc…) und vieles mehr. Bei besser verdienenden kommen der Urlaub, Zweiturlaub, das Entspannungswochenende dazu….
    Und nicht vergessen: des Deutschen liebstes Kind: das Auto…..

    Will sagen: wir leben in Überfluss und haben den bezug zu den Grundbedürfnissen verloren. Und jeder Euro, der in „gute Lebensmittel“ zusätzlich fließt, der fehlt eben bei anderen Konsum-Ausgaben. Das die allerdings keine echten Bedürfnisse stillt sondern nur durch Werbung und Gruppenzwang künstlich erzeugte bedient – das wird meist verdrängt.

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  167. Daniela sagt

    Lieber Willi,

    als Verbraucher sage ich: sehr guter Artikel, der viele Wahrheiten beinhaltet.

    Nur eines stößt mir auf. Immer und immer wieder wird der Verbraucher mit der Aussage konfrontiert, er sei geizig und wolle alles immer schön billig. Die Zeiten, in der Geiz geil war, sind doch für viele von uns längst vorbei. Inzwischen ist Geiz Notwendigkeit. Die Produkte müssen also nicht billig sein, weil ich nicht mehr ausgeben will, sondern weil ich nicht mehr ausgeben kann.

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  168. Hans Junge sagt

    Mir gefällt viel an diesem Beitrag, nur nicht der Adressat. Sind es wirklich die Verbraucher, die hier „schuld“ sind?
    Die Werbung suggeriert uns allen von klein an wie richtiges Obst und Gemüse auszusehen hat.
    Unser Gehalt definiert wie viel Qualität/Bio/Menge usw. wir kaufen können.

    Du sagst, es wird der Kilo Kartoffel um 1 Cent verkauft. Aber an der Kasse kommt ein aberwitziger Preis dabei raus? Also sieht man doch recht klar wer hier den Gewinn einfährt. Das oberste 1% hält weltweit bald mehr Vermögen als der Rest zusammen. Wo das herkommt? Aus den exorbitanten Gewinnen von multinationalen Konzernen. Aber ist es wirklich der Konsument der nun Schuld ist? Ist der Konsument nicht immer auch der Arbeiter dessen Lohn seit Jahren stagniert? Wovon soll er deine steigenden Kosten bezahlen?
    Die Reichen müssen zahlen! Wir müssen endlich die Superreichen in unserem Wirtschaftssystem entmachten. Wenn wir kleinen Leute immer aufeinander hinhauen, werden die sich weiter den Bauch vollschlagen.

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    • Ein lieber Verbraucher sagt

      >>Du sagst, es wird der Kilo Kartoffel um 1 Cent verkauft. Aber an der Kasse kommt ein aberwitziger Preis dabei raus? Also sieht man doch recht klar wer hier den Gewinn einfährt.<<

      danke hans junge, genau dahin zielte mein kommentar dazu ebenfalls ab. der preisdruck geht dahin, dass sich die handelsketten, die kunden gegenseitig abjagen wollen (verständlich). wenn von dem kilo/- stückpreis mehr an den erzeuger geht, dann ist das, zumächstmal nicht in der hand des verbrauchers, sondern der auszuhandelnden einkaufspreise.
      sollen wir künftig an der gemüse auslage ein kässchen für den bauern aufstellen? jeder dem die kartoffel, oder die karotte mehr wert ist als der kaufpreis schmeisst was rein?

      möglicherweise, habe ich da ein ansicht die zu sehr schwarz oder weiss ist, aber ein handwerksbetrieb, der einen stundenlohn von beispielsweise 35€ kalkuliert, kann auf dauer dem kunden nicht nur 25€ berechnen, dann muss er irgendwann zu machen.

      was aus "20% auf alles ausser tiernahrung" geworden ist, wissen wir ja mittlerweile.
      das problem scheint mir nicht der endkunde dabei zu sein. wenn ein landwirt 10cent (beispiel) mehr braucht pro kilo kartoffel, dann kann das über den ladenpreis eingestrichen werden. der kunde zahlt es, ohne über den preis nachzudenken.

      ich bin über de verbraucherschelte immer noch empört und finde sie als falschen ansatz.

      vielleicht hilft ein unternehmerisches umdenken, ein anbau von anderen pflanzen, nutzhanf zur wärmedämmung zum beispiel. irgendwas anderes, aber nicht mich den verbraucher als einzigen sündenbock heranziehen, für etwas was an anderer stelle geändert werden muss.

      rechtschreibung, kommatas und fehlende buchstaben denkt ihr euch bitte richtig dazu und verschont mich dahingehend mit verbesserungen.

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  169. Aloisia Gasteiger sagt

    Bin eine Kleinbiobäuerin aus Österreich und stimme dir 10 000% zu. Aber pass bloß auf mit deiner Marmelade. Gottseidank haben wir so verantwortungsbewusste Politiker und Beamte die zu verhindern wissen , dass den Konsumenten größtes Ungemach entsteht, wenn sie Marmelade kaufen, wo in Wirklichkeit Konfitüre drinnen ist .
    Wenn das alles nicht so traurig wäre, könnt man sich biegen vor lachen.

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  170. Hendrik Schröder sagt

    Erneut ein sehr guter Beitrag. Vielen Dank Bauer Willi.
    Aber ist die Frage nicht, wie könnt ihr gehört werden? OK, mit diesen Beiträgen, aber die lesen ja auch hauptsächlich die Leute, auf die es mitunter noch am wenigsten zutrifft, bzw die ähnliche Einstellungen haben.

    Das einzige Mittel ist der Protest auf der Straße. Ein Mittel, dass von der Politik gefürchtet wird und nur allzu gut funktioniert wenn es in der Umsetzung Hand und Fuß hat. Oder ist die Lage für einen solchen Schritt doch noch nicht so brenzlig?

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  171. Daniel Schibur sagt

    Noch ein Nachtrag: den Ruf nach der Politik halte ich für wenig zielführend, denn mehr Regulation hilft nicht. Grundsätzlich kann doch jeder Bauer den Liter Milch oder das Kilo Kartoffeln für den Preis anbieten, den er möchte. Die Frage ist, ob das jemand kauft wenn’s das woanders für die Hälfte gibt. Also braucht man Argumente, die den höheren Preis aus Sicht der Käufer rechtfertigt. Z.B. Nachhaltigkeit, ökologischer Anbau, Tierschutz etc. Übrigens ein Problem welches JEDER Hersteller von Produkten auf einem internationalen Markt hat (nein, Schließung der Grenzen ist keine Lösung!). Ist denn schon mal versucht worden, die Waren der Bauern im Rahmen einer Verkaufsgenossenschaft zentral anzubieten? Eine Art Supermarkt in der Stadt, welcher von den umliegenden Höfen betrieben wird? Zumindest einen Versuch wäre das wert. Dadurch entstünde für den Verbraucher zumindest eine reelle Chance. Das Abklappern aller Hofläden ist wie schon erwähnt für die meisten Berufstätigen nicht machbar. Insbesondere gilt das für alle diejenigen, die selber auch mehr als 60 Stunden pro Woche arbeiten und sich die höheren Preise leisten können
    Interessant wäre hier noch die Frage, ob die Preise tatsächlich höher wären sobald die scheinbar astronomischen Margen der Zwischenhändler wegfallen.

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Hallo Daniel (und noch mehrere andere)
      ich halte den Vorschlag für eine Verkaufsgenossenschaft von mehreren Bauern in der Stadt für sehr überlegenswert. Dieser Direktverkauf würde keine Marge an mehrere Zwischenhändler verschenken und der Verbraucher hat den direkten Kontakt zum Erzeuger. Und der zeitliche Aufwand ist vertretbar.
      Danke
      Bauer Willi

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    • Jochen Böhrer sagt

      Auch solche Bauernmärkte gibt es. Nicht wenige sind gescheitert. Andere fristen teilweise mehr recht, teilweise mehr schlecht ihr Nischendasein.
      http://prinz.de/stuttgart/locations/11454-bauernmarkthalle/

      DAS ist die eine Sichtweise:
      http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bauernmarkthalle-in-stuttgart-biogemuese-unter-neuem-dach.3a8e01c7-e94a-4480-87da-c1720f7a2809.html
      Und DAS ist die Realität (es handelt sich um das gleiche Projekt):
      http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.markthalle-west-wir-wollen-kein-edeka-laden-sein.981eea34-6381-4c4a-bebc-3f4f645ca312.html

      Konventionelle Produkte sind garnicht erwünscht..obwohl die zu den Trägern gehörende BESH hauptsächlich konventionell erzeugt.

      DAS hier ist von 2006:
      http://fgg-erlangen.de/fgg/ojs/index.php/mfgg/article/viewFile/51/38

      Und das wurde daraus:

      http://www.rastmarkt.com/

      man kann das Scheitern auf höhere Gewalt schieben. Aber ich denke wir können alle zwischen den Zeilen lesen. Ein ERFOLGREICHES Konzept wäre weiterbetrieben worden.

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      • Daniel Schibur sagt

        Naja, man muss es dann schon richtig machen. Das soll jetzt gar nicht klugscheißerisch klingen, aber in dem Interview mit dem Gesellschafter steht etwas von „Ideologie“ und „nicht richtig vermarktet“. Wenn man sowas macht, muss man auch aus vollen Röhren schließen und nicht nur mit Platzpatronen werfen. Wenn keiner was davon weiß, geht auch keiner hin. Die Grundidee ist super, aber eben nicht konsequent durchgezogen. Es reicht nicht, dass man selber ideologisch gut schlafen kann, es reicht erst wenn die Kasse auch stimmt, denn es geht ja grade drum davon leben zu wollen. Naja, und das das Ding abgebrannt ist ist traurig, hatte aber mit dem Konzept eher weniger zu tun. Auffallend dabei ist, dass man sich „über eine Fortführung nicht einigen konnte“. Klingt für mich nicht als ob da alle dasselbe wollten…

        Fakt ist übrigens auch: die Welt hat sich verändert seit 1890. Das kann man gut oder schlecht finden, es ist eine nicht zu ändernde Tatsache auf die man reagieren muss, jedenfalls wenn man „überleben“ will. Und ja, die Produktionsstandorte mögen unsymmetrisch verteilt sein. Das lasse ich aber als Ausrede nicht gelten. Dann muss man eben eine Nummer größer denken. Der Transport von Milch aus dem Allgäu in einen anderen Landesteil mag in Russland oder China ein Problem sein, in Deutschland definitiv nicht. Und wenn die Margen der Händler tatsächlich so groß sind (auch ohne die Qualität zu heben), dürfte das für den Endverbraucher nicht mal zu großen Preiserhöhungen führen. Es muss halt so organisiert sein, dass ein solcher Markt in der Lage ist, möglichst viele verschiedene Produkte anzubieten damit es sich für den Kunden auch lohnt, da hin zu gehen. Und wir reden hier von Lebensmitteln. Der Händler für die chemiefreien Holzspielzeuge ist da definitiv nur ein „nice to have“. Das erfordert im ersten Schritt sicher einen gewissen organisatorischen Aufwand, aber wer will der kann. Und an der Zusammenarbeit mit einem Metzger, der ggf. Die Schlachtung übernimmt, wird es eher nicht scheitern denke ich. Solange man versucht, mit den Billigheimern im gleichen Supermarkt zu konkurrieren, wird das beim Versuch bleiben. Zwischen all den Ökosiegeln (und was weiß ich was man da noch auf die Verpackung drucken kann) blickt doch keiner mehr durch, mal ganz abgesehen davon dass niemand sagen kann ob das real oder auch nur ein Fake zum Hochtreiben des Preises ist.

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  172. Daniel Schibur sagt

    Ein Thema das mich schon lange beschäftigt. Was ist die Empfehlung, wie macht mans richtig. Den meisten fehlt einfach die Zeit, ihre Eier, Milch, Äpfel, Fleisch…. jeweils bei einem anderen Landwirt direkt am Hof zu kaufen, obwohl mir das wirklich das liebste wäre. Scheitert aber spätestens in dem Moment wo der Hofladen nur 2 Stunden in der Woche geöffnet ist. Reicht es denn, im Supermarkt die Produkte zu kaufen die als „regional“ gekennzeichnet sind? Selbst im Bioladen kommen die Äpfel ggf. aus Peru. Was wäre denn für die Landwirte das Beste?

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    • Jochen Böhrer sagt

      Direktvermarktung ist eine Nische. Und wird es bleiben. Das liegt schon an der ungleichen Verteilung von Produktionsstandorten und Bevölkerung. Und an Vorschriften bzgl Milch und Fleisch. Normalerweise sind landwirtschaftliche Familienbetriebe mit der Produktion gut ausgelastet. Wer Produkte der Urproduktion (Äpfel, Kartoffeln) direkt verkaufen kann, wird dies in den meisten Fällen auch machen. In den meisten Fällen ist das dann aber nur ein sehr sehr geringer Teil seiner Gesamtproduktion. Als hamburger kann man ins Alte Land fahren, um seine Äpfel zu holen.. aber schon dem Berliner fehlt diese Möglichkeit. Im Allgäu werden Unmengen Milch produziert. Was Sinn macht.. anders kann man das dortige Dauergrünland nicht sinnvoll verwerten. Aber es wohnen kaum Menschen dort. Und sobald die Produkte für den Hofladen veredelt werden (Brot backen, schlachten, wursten) ist das nicht mehr Landwirtschaft, sondern Nebenerwerb. Oft geschultert von Frau, Kindern, Altenteiler. Weil der Bauer nicht dringende Erntearbeiten liegen lassen kann, weil der Laden Öffnungszeit hat oder Brot gebacken werden muß. Niemand kommt auf die Idee, einem Müller oder gar einem Bäcker zu empfehlen, seinen Weizen selber anzubauen. Komischerweise ist es aber umgekehrt ein Standardtipp an Landwirte, Brot zu backen um ein zusätzliches Einkommen zu haben. Das System der Supermärkte hat sich etabliert. Es ist die effektivste Möglichkeit, die Produkte weniger Landwirte an eine Masse von Leuten zu bringen. Das „einsammeln“ auf dem Land in diversen Hofläden ist Zeit- und Energieintensiv. Das System verbraucht.. obwohl regional.. mehr Treibstoffe als eine ausgefeilte Logistik der Discounter. Das System verursacht Kosten, die auf die Lebensmittel umgeschlagen werden müssen, ohne deren Qualität zu heben. Und was sie Regionalität betrifft. Ja.. es macht uns stolz und wir freuen uns, wenn die umliegende Bevölkerung „IHRE“ Bauern unterstützt. Aber wir erwarten nicht, dass man sich im Allgäu milchlastig ernährt und auf Schweinefleich und Äpfel verzichtet während man im Alten Land jeden Tag 5 Äpfel isst. Nichtmal auf Deutschland lässt sich die Regionalität begrenzen. Wir gestehen auch dem mitten im Allten Land lebenden Mitbürger zu, dass er sich mal eine Orange oder Banane gönnt. Und wenn einer hier bei mir in der Württemberger Weingegend unbedingt einen französischen Burgunder trinken will, weil er ihn besser mag als einen hiesigen Trollinger, dann habe ich zwar Unverständnis für seinen Geschmack, aber nicht für sein Handeln. Andersrum macht es wenig Sinn, in der Hitze Süditaliens Schweine zu mästen. Da helfen wir gerne mit Schweinefleisch aus. Das zwangsläufig in großem Schlachthöfen erzeugt werden mußte.

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      • Daniel Schibur sagt

        Fakt ist aber doch auch: die Welt hat sich verändert seit 1890. Das kann man gut oder schlecht finden, es ist eine nicht zu ändernde Tatsache auf die man reagieren muss, jedenfalls wenn man „überleben“ will. Und ja, die Produktionsstandorte mögen unsymmetrisch verteilt sein. Das lasse ich aber als Ausrede nicht gelten. Dann muss man eben eine Nummer größer denken. Der Transport von Milch aus dem Allgäu in einen anderen Landesteil mag in Russland oder China ein Problem sein, in Deutschland definitiv nicht. Und wenn die Margen der Händler tatsächlich so groß sind (auch ohne die Qualität zu heben), dürfte das für den Endverbraucher nicht mal zu großen Preiserhöhungen führen. Es muss halt so organisiert sein, dass ein solcher Markt in der Lage ist, möglichst viele verschiedene Produkte anzubieten damit es sich für den Kunden auch lohnt, da hin zu gehen. Das erfordert im ersten Schritt sicher einen gewissen organisatorischen Aufwand, aber wer will der kann. Und an der Zusammenarbeit mit einem Metzger, der ggf. Die Schlachtung übernimmt, wird es eher nicht scheitern denke ich. Solange man versucht, mit den Billigheimern im gleichen Supermarkt zu konkurrieren, wird das beim Versuch bleiben. Zwischen all den Ökosiegeln (und was weiß ich was man da noch auf die Verpackung drucken kann) blickt doch keiner mehr durch, mal ganz abgesehen davon dass niemand sagen kann ob das real oder auch nur ein Fake zum Hochtreiben des Preises ist.

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      • erika sagt

        Ja, Sie schildern es sehr treffend. Eigentlich ist die Trennung zwischen denen, die Lebensmittel herstellen und denen, die sie kaufen, ein sehr großes Problem. Das alles ist ein System geworden, das sich so leicht nicht verändern lässt.

        Ich bin Verbraucher, konsumiere nur, aber produziere nichts. Nicht, weil ich nicht will, sondern weil ich in der Stadt lebe. Meine Arbeit ist hier, ich lebe hier und kaufe darum im Supermarkt ein. Wenn es Läden der umliegenden Bauernhöfe hier in Hamburg gäbe, würde ich dort kaufen. Auch für mehr Geld. Ich habe neulich so eine Info entdeckt und werde dort vorbeigehen. Wie gesagt wurde, kann man auch Anteile an dem Hof kaufen und auf diese Weise den lokalen Landwirt unterstützen. Das finde ich sinnvoll.

        Das Leben der Menschen ist zu sehr auf den Konsum reduziert. Früher hatten die Einfamilienhäuser auch einen Garten, der sie den Sommer über mit Gemüse und Obst versorgte. Heute gibt es zwar noch Einfamilienhäuser und Gärten, da wächst aber nur Rasen oder Blumen. Die Gärten nutzt man noch zum Grillen oder Chillen oder das Kinder darin spielen.

        Die Frage, die ich mir stelle, wäre, welche Auswirkungen es beispielsweise auf die kleineren Städte und Gemeinden hätte, wenn die Bevölkerung sich in den Eigenheimen darauf rückbesinnen würde, Gemüse und Obst wieder in die Gärten zu bringen. Das ist ja nicht unmöglich. Und das, was sie nicht selbst anbauen, über regionale und lokale Bauernhöfe zu beziehen. In der Permakultur sieht man, dass einzelne Menschen hier mit weniger Aufwand als allgemein angenommen wird, ihre kleinen Selbstversorgungseinheiten bilden. Wenn Selbstversorgung etwas ist, was Spaß macht und Sinn gibt, wüsste ich kein Argument dagegen.

        Wahrscheinlich ist, dass ich weniger Einkommen haben würde, wenn ich beschlösse, einen Teil meiner Zeit dem eigenen Garten zu widmen. Das wäre kein Problem bei den Hauseigentümern, die ihre Hypotheken bereits abgezahlt haben und ihr Haus an die Kinder vererben. Für die anderen schon, da man die vierzig Stunden oder mehr pro Woche leisten muss, um sich das Haus weiter leisten zu können.

        Ich sehe darum das Problem eher in den Städten und wie lokale Landwirte und Stadtbewohner hier zusammen kommen können. Es gibt viele gute Initiativen – hier in Deutschland und weltweit.

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  173. Becker sagt

    Moin, moin Bauer Willi.
    Ich fühle mich durch den Beitrag nicht beschimpft, sondern ertappt. Denn genau so isses: Wir Verbraucher/Konsumenten wollen immer beides: Frei laufende Schweine und Schnitzel für für 4 Euro das Kilo, Streuobstwiesen und das Kilo Äpfel für 0,90 Euro.
    Aber warum wollen wir „billig“? Weil es geht, wie uns jeden Tag all die bunten Anzeigen und Prospekte zeigen. Im Hofladen bei mir in der Nähe will der Bauer für seine Kartoffeln 1,20 Euro fürs kilo haben. Beim XYZ-Discounter gab es Montag die gleiche Sorte für 2,99 Euro der 10-Kilo-Sack und den Apfel Elstar aus dem Alten Land für 0,70 Euro das Kilo (kostet beim Obstbauern bei mir nebenan 1,69 Euro/Kilo). Wir Verbraucher kaufen „billig“, weil es billig gibt. (Der Bauer Willi tankt bestimmt auch – wenn er die Wahl hat – bei der billigeren Tankstelle am Ort-oder?). Bleibt die Frage: Warum geht „billig“? Weil der Bauer Willi und seine Kollegen „billig“ an die Billigheimer verkaufen. Wenn es sich für den Bauer nicht wirklich lohnt, warum macht er sich dann die ganze Arbeit ?????

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    • Steven sagt

      Genauso ist es! Ich frage mich auch, warum der Bauer das Kilo Kartoffeln für 1ct an den Großkunden abdrückt, aber von mir auf dem Hofladen mehr als ein Euro pro Kilo haben will. Weil der Bauer genauso denkt, wie der Verbraucher: maximaler Ertrag bei möglichst wenig Abgabe.

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  174. Thomas Roßmann sagt

    Ein sehr kritischer jedoch auch wahrer Artikel. Allerdings hast du den gleichen Fehler gemacht wie die meisten Menschen in Deutschland. Alles über einen Kamm scherren.
    Das größte Problem, dass wir in Deutschland haben, ist das die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird. Menschen mit einem geringeren Einkommen können sich einfach die teuren regionalen Artikel nicht mehr leisten.
    Betrachtet man jedoch die einkaufweise mancher Leute, kann man nur noch den Kopf schütteln. Sie beschweren sich im Metzgerladen weil die Bierschinkenwurst das Kilo 5,49€ kostet nur um dann in den nächsten Laden zu rennen um Hundewurst, abgepackt in 200 Gramm für 2,50€ zu kaufen. Wenn man sowas sieht, versteht man die Welt nicht mehr.

    Wenn man mit den Leuten redet was ihnen alles fehlt, woran sie erkrankt sind usw. Das sind alles Wohlstandskrankheiten. Uns geht es einfach zu gut. Wir geben lieber Geld dafür aus um in den Urlaub ins Ausland zu fahren anstatt für vernünftige Lebensmittel. Und wenn man dann den Kommentar lest „ich weiß ja nicht einmal was momentan saisonal ist“ Leute was soll im Winter bei minus Graden draußen wachsen. Da wächst nichts mehr, wenn man keine Treibhaus etc. hat.
    Was ich am schlimmsten finde ist jedoch, dass jedes Lebensmittel absolut perfekt sein muss damit es verkauft werden kann. Leute in der Natur gibt es keine perfekten Lebensmittel. Jeder Apfel hat da neh Macke oder hier und da mal nen Wurm. Wenn sie das nicht haben sind sie gespritzt und vollkommen künstlich gezüchtet. Der Apfel wächst zwar trotzdem noch auf einem Baum ist aber das Produkt aus Zucht und Pflanzenschutzmittel oder glaubt ihr der wächst von Natur aus mit einer glänzenden Wachsschicht.

    Allerdings muss ich auch den kritischen Äußerrungen in diesem Blog recht geben. Auch wir Landwirte müssen etwas tun. Wir können uns nicht in unseren Ställen verstecken und abwarten was passiert. Wir müssen auf die Bevölkerrung zugehen und signalisieren das wir etwas ändern möchten. Das Problem ist nur, dass es so viele kleine Betriebe gibt. Diese sollen Hundertausende Euros in eine unsichere Zukunft Investieren. Ich würde das nicht machen. Das wurde allerdings bedeuten ich muss meinen Betrieb schließen. Alles woran ich Jahrelang mit Herzblut gearbeitet habe wegwerfen.
    Die Landwirtschaft befindet sich momentan in einen Umschwung. Jetzt heißt es wachsen oder sterben.
    Ich wohne in einen kleinen Dorf in Bayern. Vor 15 Jahren gab es in unseren Dorf noch 11 Landwirte, heute sind es noch VIER. Der Prozess des umschwungs ist schon lange im Gange, es dauert einfach alles seine Zeit. Alte Betriebe, die nicht auf das Tierwohl geachtet haben verschwinden schon lange und neue größere Betriebe mit viel besseren Lebensbedingungen für Mensch und Tier sind entstanden. Früher hatte man kleine dunkle Ställe mit wenig Luft und Licht. Die die Tiere befanden sich in Anbindehaltung. Und heute, man hat größe Licht und Luftdurchflutete Ställe. Ställe in denen sich die Tiere frei bewegen können. Es wird aus sicht des Landwirtes alles getan damit es den Tieren gut geht. Denn dies hat auch für ihn Vorteile, gesündere Tiere verursachen geringere Kosten und geben mehr Milch z.B. Also eine Win Win Situation würde man sagen. Doch diesen Prozess kann man nicht von heute auf morgen machen.
    Investitionen in Millionenhöhe sind bzw. waren für manche Betriebe notwendig. Deshalb bitte ich euch, habt Gedult.

    Heutzutage bauen wir Ställe für Kühe die einen Luxushotel gleichen. Ständig frische Luft, mit Lüfter und Wasserspritzen für den Sommer wenns zu heiß ist. Mit viel Licht, immer frisches Wasser und zu jeder Tageszeit liegt Futter vor. Man sorgt für trockene Einstreu in den Liegebereichen. Man investiert sogar in Spielzeug für die Tiere (Kuhkratzbürste usw.) das alles ist mit enorm hohen Kosten verbunden.

    Und nun zum Thema Subventionen. Klar jeder Landwirt bekommt welche und aus welchen Grund. Damit die Lebensmittel billig sind. Schaut euch die Schweiz an, oder egal welches Land, das keine Subventionen bekommt. Dort sind die Lebensmittel teuer.

    Also liebe Verbraucher, wenn ihr euch das nächste mal über uns Landwirte ärgert und über uns schimpft, denkt immer daran der Umschwung in der Landwirtschaft hat schon begonnen bevor irgendjemand an mehr Tierwohl gedacht hat. Bevor Tierschützer in Ställe einbrachen um angebliche Missstände aufzudecken. Bevor der Lebensunterhalt so teuer geworden ist. Und warum: Um billige und vorallem Hochwertige Lebensmittel zu erzeugen. Das alles ist ein Kreislauf und das müsst ihr Verstehen.
    Gehts der Kuh gut, gibt sie Milch. Gibt sie Milch gehts den Landwirten gut. gehts den Landwirt gut gehts der Kuh gut.

    Das wichtigste jedoch:
    Jetzt lehnt euch mal zurück und denkt einfach mal 5 Minuten darüber nach, was ohne uns los wäre. Ohne unsere Landwirtschaft.
    – Kein Morgenmüsli
    – keine gepflegte Landschaft (das Thema Monokultur Mais tut hier nichts zu sache)
    – keine Wurst im supermarkt
    – kein Obst
    Denkt einfach daran, jedes Lebensmittel kommt von einen Landwirt. Egal was es ist, es stammt immer von uns. Wir sorgen dafür, damit sie morgens nach dem Aufstehen mit der ganzen Familie frühstücken können. Das sie wenn der Kühlschrank leer ist einfach ins Auto steigen können um in den Supermarkt zu fahren um Lebensmittel zu kaufen.
    Stellen sie sich einfach mal vor, sie müssten jeden morgen um 4 Uhr Aufstehen, erst einmal die Kuh melken, Früchte vom Garten holen um Frühstücken zu können und Trotzdem um sieben in der Arbeit zu sein.

    Ich hoffe ich habe mit diesem Artikel keinen Beleidigt oder angegriffen und ich hoffe inständig dafür, dass ich damit, das Anliegen der Landwirtschaft den Verbraucher etwas näher bringen konnte.

    Im diesen Sinne einen schönen Abend.

    gruß aus Bayern

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    • Jochen Böhrer sagt

      Ich will Ihnen jetzt doch ein wenig widersprechen. (ZU) niedere Preise sind kein Beleg für schlechte Qualität. Ich gehör zu denen, die davon überzeugt sind, dass die Lebensmittel zu keiner Epoche eine solch gute Qualität hatten wie heute. Aber mit ein wenig Zynismus kann man Ihnen in EINEM Punkt Recht geben: JA.. die heutige Ernährung ist mit eine Ursache für die häufiger auftretenden Zivilstionskrankheiten. Weil sie mit ein Grund für die immer weiter gestiegene Lebenserwartung ist. Und so kommen immer mehr Menschen in das Alter, in dem diese Zivilisationskrankheiten gehäuft auftreten.

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      • Thomas Roßmann sagt

        Und bei welchen Punkte liege ich ihrer Meinung nach falsch? Ich will jetzt nicht behaupten das alles richtig ist was da steht, dennoch würde es mich interresieren.

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        • Jochen Böhrer sagt

          Ich habe doch nur „ein wenig“ widersprochen. Ihr Satz: „Wir geben lieber Geld dafür aus um in den Urlaub ins Ausland zu fahren anstatt für vernünftige Lebensmittel. “ ist etwas zweideutig. Unbestritten die Tatsache, dass sehr sehr wenig für Lebensmittel ausgegeben wird. Aber er lässt offem: Sind die vom Kunden billig gekauften Lebensmittel unvernünftig oder werden die vom Kunden gekauften VERNÜNFTIGEN Lebensmittel nicht genug honoriert? Ich hatte zuerst das erstere herausgelesen. Besser unten haben Sie geschrieben: „Um billige und vorallem Hochwertige Lebensmittel zu erzeugen. „.. sorry, das hatte ich irgendwie überflogen. Der zweite Punkt: „Allerdings muss ich auch den kritischen Äußerrungen in diesem Blog recht geben. Auch wir Landwirte müssen etwas tun. Wir können uns nicht in unseren Ställen verstecken und abwarten was passiert. Wir müssen auf die Bevölkerrung zugehen und signalisieren das wir etwas ändern möchten.“ Auch da haben Sie aus IHRER und der Landwirte Sicht recht. Aber es sind ja gerade die Veränderungen, welche von der breiten Bevölkerung kritisiert werden. Denen schwebt eine Bilderbuchlandwirtschaft wie in den 50er Jahren vor und es sind gerade die modernen Ställe, die angegriffen werden. Die, bei denen die notwendigen Änderungen schon stattgefunden haben. Dass es Auswüchse gibt und Großstallbesitzer, welche Ihre Tiere alles andere als tiergerecht behandeln ist unbestritten. Das gibt es aber auch im Kleinen und im Althergebrachten und taugt zur Kritik am einzelnen Halter .. aber nicht als Kritik am System.

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        • Diana sagt

          Als erstes… ein toller Gefühlsausbruch von Willi! Ich kann es durchaus nachvollziehen, dass er den Verbraucher an den Pranger stellt. Die Politik trifft zwar die Entscheidungen, aber wir sind doch die Schafe, welche es mit sich machen lassen! Erschreckend ist zu lesen, dass einige Verbraucher nicht wissen, was zu welcher Jahreszeit auf dem Felde wächst. Nehmt mal einfach ein Kinderbuch in die Hand in dem es um Jahreszeiten geht. Auf der „Herbstseite“ kann man dann übrigens die Äpfel an den Bäumen hängen sehen… Viel zu viele wissen gar nicht wo und wie Milch eigentlich entsteht und welcher Aufwand dafür betrieben werden muss. Schuldzuweisungen an nur einen Adressaten sind natürlich für die meisten nicht zu ertragen und ja auch mir ist durchaus bewusst, dass es beim Thema Landwirtschaft viele Dinge gibt, welche den Preis bestimmen; so auch die Politik. Aber wenn jetzt alle immer auf den anderen zeigen und letztendlich die Hände in den Schoss legen, dann kann und wird sich nichts ändern! In Deutschland meckern die meisten auf sehr hohem Niveau. Das ist sehr, sehr schade! Wenn keiner mehr bei KIK und Co. einkaufen würde, dann gäbe es diese Läden nicht mehr lange. Das hat der Verbraucher also schon in der Hand. Hier braucht auch keiner auf die „kleinen Preise“ schielen. Geiz ist nicht geil! Er unterstützt nur fragwürdige Bedingungen in der Herstellung. Der Normalverbraucher ist aber eher damit beschäftigt zu konsumieren, als sich die Frage zu stellen: „Ist das gut bzw. richtig“! Und konsumiert wird doch auch ein Halbwissen, welches erschreckend ist! Ob nun Zeitung oder TV, ist es wirklich lebensnotwendig zu wissen wer sich wann und wie am Ars… gekratzt hat? Da wäre es doch sinnvoller mit den Kindern mal auf einen Bauernhof zu fahren und zu schauen, was da so gemacht wird, zumindest in dem gültigen Rahmen der Vorschriften. Da wären evt. auch Schulprojekte wünschenswert wie „Der offene Stall“. Hier könnten die kleinen Verbraucher einen Einblick in die Realität genießen. Aber wahrscheinlich ist dies in Dt. unmöglich. Da wird den Kindern lieber ein bißchen Gras in eine Schachtel gepackt, damit sie lernen was Heu ist… Noch vor gut dreißig Jahren hätten die Menschen mit den Köpfen geschüttelt! Da gab es an vielen Schulen z.B. einen Schulgarten, in dem sich die Kinder gärtnerisch ausprobieren konnten. Da wurde noch verstanden, was für ein Aufwand es ist eine Mohrrübe zu essen zu bekommen. Auch gab es da noch den Sonntagsbraten und nicht zu jeder Jahreszeit konnte man Bananen kaufen. Doch der Verbraucher wollte konsumieren und das einfach, schnell und billig. Fleisch als Massenware, Gurken aus Ägypten, Erdbeeren im Dezember… wo soll das enden? Wann ist der Mensch denn mal satt? Irgendwann geht es nicht mehr höher, schneller, weiter. Denn jeder Berg hat nur einen Wipfel und von dem gelangt man zwangsläufig ins Tal!

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  175. sven Carstensen sagt

    Man sollte den Landwirten mehr alternativen geben ein angemessenes Einkommen zu erwirtschaften und das Europa weit. Aquakulturen zB würden nicht nur eine alternative bieten sondern auch die Weltmeere entlasten. Auch die Energie Gewinnung in Form von Wasserstoff durch Wind und solar wäre interessant um sich vom Öl unabhängiger zu machen . auch der verpackungswahn könnte zumindest durch das nutzen von biologischabbaubaren Verpackungen für die Natur er tragbarer gemacht werden. Wir Landwirte könnten so davon leben und helfen die Natur zu schonen so lang es politisch gewollt ist .

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  176. Sven reinmuth sagt

    Warum baut Willi Kartoffeln an?
    Bekommt er dafür hohe EU-Subventionen zusätzlich zum Erlös? Welche Sorte baut er denn an auf wieviel Hektar? Wem hat er Sie denn verkaufen müssen? Einer Raiffeisen-Genossenschaft, einem Händler? Warum hat Willi seinen VK.-Preis nicht rechtzeitig an einer Futures-Börse wie MATIF, Paris oder CBOT, Chicago abgesichert? Vielleicht ist Bauer Willi einfach nur zu dumm? Jeder muss aufpassen daß er nicht übers Ohr gehauen wird!

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Sven,
      soso, Du weisst also wie man einen gescheiten Kartoffelpreis bekommt?
      Oder Wo man ihn bekommt?
      Dann erzähl doch mal, wie Du das machst, oder wo Du Dein Wissen her hast?

      Alois

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    • Jochen Böhrer sagt

      LOL.. DER war gut. Was für ein Schlauberger. Zum Einen haben Sie nicht richtig gelesen.. es war NICHT der Willi, sondern sein Nachbar. Und aus dem Beitrag war es auch klar ersichtlich, dass es über die Vertrgasmenge hinausgehende Ware war. Die Grundmenge hatte er ja abgesichert. Ich weiß nicht, ob Sie es wußten.. : Katoffeln lassen sich nicht so produzieren wie eine Schraube. Wo man vorher genau weiß, wieviel Schrauben man aus einer gewissen Menge Stahl bekommt. Der Ertrag bei Kartoffeln kann schnell mal um 30% oder mehr schwanken. Sein Handeln war zwar kritikwürdig. Das habe ich unter einem anderen Beitrag von Willi erläutert. Aber IHRE Vorschläge zeigen auf, dass Sie bei weitem nicht so clever sind, wie sie tun. Weder an der Matif noch an der CBot werden Kartoffeln gehandelt. Aber an der Eurex. Und da dürfen zum Einen nicht Hinz und Kunz handeln und zum anderen sind die „Eintrittsgelder“ so hoch, dass sich Kontrakte erst ab mehreren 1000 Tonnen rechnen. Ich glaube auch nicht, dass Spekulationen ein essentieller Bestandteil landwirtschaftlicher Tätigkeiten werden sollte. Ihr größter Witz war aber der mit den produktbezogenen Subventionen. Und das von jemand, der soooo schlau ist, dass er die Wörter Matif und CBOT fehlerfrei schreiben kann.

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  177. Minya Backenköhler sagt

    ich kann die Empörung voll und ganz verstehen. Mir, als Selbstständiger, geht es mitunter genauso.
    Wenn ich die Summe sehe, wie sie für den Lkw Kartoffeln bezahlt wird, dann ist das höchst beschämend.
    In einem Punkt irrt der Schreiber allerdings. Der Verbraucher, der Böse, will nicht immer nur billigbillig. Er handelt wie ein jeder im Wirtschaftsleben. Er kauft dort und das, was ihm der beste Kompromiss zwischen Preis und Leistung zu sein scheint. Zudem hat nicht jeder die Möglichkeit, nur nach Gewissen einzukaufen. Das werden Sie vermutlich selbst täglich im Supermarkt an der Kassa erleben, wenn Sie bei sich ins Körberl schauen.

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  178. Erika Pisl sagt

    eines teils habt ihr Bauern recht… ich krieg die Krise, wenn eine Flasche Mineralwasser – mit Glück manchmal 1 Liter (hier gibts ne schöne Flasche – mit Wasser – manchmal noch Kohlensäure dazu) – mehr kostet als ein Liter Milch! Da fängt das Preis/Leistungsverhältnis ganz schön zu wackeln an. Aber viele Verbraucher müssen auch rechnen, weil nicht jeder mit seiner Arbeit wirklich soviel verdient, dass er auch gut davon leben kann. Da fällt dann Bio aus diesem Grund schon mal hinten runter… da kauft man sich auch KEINE Artischockenherzen! Also mal Quatsch beiseite… dass dich die Formulare ärgern – versteh ich auch, aber auch jeder andere Bürger muss für jeden Mist einen Wisch ausfüllen… und kriegst dann EU-Fördermittel – dann passts doch wieder.

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  179. Jochen Böhrer sagt

    Da es keine produktbezogenen Subventionen gibt, läuft der Vorwurf der dadurch verursachten Überschüsse ins Leere. Exportsubventionen gibt es auch nicht. Das afrikanische Problem liegt ganz woanders. Dadurch, dass unsere Spendenbettelkonzerne dort ineffektive Landwirtschaftsprojekte fördern, ist deren Produktion viel zu teuer. In unserem Hochlohnland und bei unseren hohen Standards kostet der Liter Milch in der Produktion irgendwo um die 30-40 cent. Dort sprechen sie von 60 cent Produktionskosten.. ein Wahnwitz!
    http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/armutsquelle-milchpulver–38261609.html
    Das Familieneinkommen der Leute in den Städten beträgt vielleicht 100€ im Monat.. die könnten die 60-cent Milch auch nicht kaufen, wenn es KEINE europäische gäbe. Die würden ganz einfach verhungern. Oder rebellieren. Einer der Kritikpunkte der afrikanischen Handelsminister war die Abmachung im Freihandelsabkommen, dass die Zölle nicht erhöht werden dürften. Der Artikel war vom November 2010. Einen Monat später begann der arabische Frühling. Nicht zuletzt wegen gestiegener Preise für Grundnahrungsmittel. Gefordert wurde dort der Abbau der Zölle, welche die Importe aus Europa verteuerten. Waren zwar andere Länder als Senegal , Kamerun usw.. aber die Verhältnisse waren ähnlich.

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    • Andree sagt

      na ja indirekt bestätigst du meine aussage, ob du willst oder nicht…würden unsere konzerne nicht die fruchtlosen projekte fördern (und die wissen ganz genau das die fruchtlos sind) sondern dazu beitragen das sie auf eigenen beinen stehen könnten, könnten sie sich die „teure“ eigene milch auch leisten und müssten nicht unsere abnehmen.aber dann würde die nachfrage nach milch steigen, die bauern könnten mehr produzieren und verkaufen und im gegenzug würde die nachfrage nach europäischer milch sinken und unsere bauern würden weniger gewinn machen.. das geht natürlich nicht, also schon scheiße fördern damit die auf unsere „günstigen“produkte angewiesen sind…fakt ist:den europäern geht es gut, weil es den afrikanern schlecht geht. und das es den afrikanern schlecht geht ist von den großen konzernen gewollt… also hab ich recht und nicht der verbraucher ist schuld sondern die regierung bzw die lobbyisten

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      • Jochen Böhrer sagt

        Die ineffektiven Systeme werden von unseren SPENDENBETTELkonzernen gefördert . Andere Konzerne wollen die Leute dort gut ausbilden und ihnen Pflanzenschutz, Dünger und die Nutzung professionell gezüchteter Sorten ermöglichen. Die Spendenbettelkonzerne leben vom Elend. Wenn sie das Elend beseitigen würden, würden sie sich ihre eigene Existenzgrundlage abgraben.
        Welche Landwirtschaft es war, welche die Welt so gut ernährt wie nie zuvor ist offensichtlich.

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  180. Andree sagt

    das problem sind nicht die verbraucher die günstige nahrung kaufen, sondern die regierung und die eu, die unsere landwirte supventionieren damit die einen überschuss produzieren ( was ja gemacht wird, sonst würde in der eu nicht so viel milch produziert werden die dann in afrika so günstig verkauft wird so das lokale afrikanische bauern ihre milch nicht mehr verkaufen können weil sie teurer als die europäische ist) angebot und nachfrage sollte die preise bestimmen und nicht irgendwelche supventionen der eu…

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  181. Der Verbraucher sagt

    Lieber Willi,

    ich beschimpfe Dich nicht, sondern ich kritisiere Deine Aussagen. Sie sind widersprüchlich, pauschalisierend, unsachlich und weinerlich. Und vor allem ist das meiste an die falsche Adresse gerichtet, denn der Verbraucher hat weder Einfluss auf die Handelsspanne von Pommes, den Düngerpreis noch auf den Bürokratieaufwand eines landwirtschaftlichen Betriebs. Du musst Dich einfach mal entscheiden, ob Du einen Dialog suchst oder Dich einfach nur auskotzen willst. In letzterem Falle solltest Du uns, die Verbraucher, einfach nicht ansprechen.

    Oder um es noch deutlicher zu sagen: So, wie Du es machst, werden Dir vielleicht Deine Kollegen auf die Schulter klopfen. Beim Adressaten, an den Du Dich wendest, wirst Du SO nicht das geringste Verständnis erzeugen. Also reines Circle jerking.

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    • Klaus Kraft sagt

      Lieber Verbraucher,

      hier weint niemand und die Aussagen sind nicht pauschalisiert sondern entsprechen den Wahrheiten.

      Es ist boniert und vom hohen Ross runtergekotzt. Du hast keine Ahnung, was für Leistung erbracht werden müssen, um einen Verbraucher zu befriedigen, der kaum noch bezahlen will, Ware zu liefern die eßbar ist. Es ist beschämend sich auf dieses Ross zu setzten um Kommentare zu schreiben von denen man wenig bzw. keine Ahnung hat.

      Lieber Verbraucher… gehe in die Landwirtschaft oder Gastronomie und schau mal genau hin, was dort geleistet wird und letztendlich Geld verdient wird. Nämlich wenig bis gar nichts und nur durch hohen Einsatz der kompletten Familie können diese Betriebe aufrecht erhalten werden.

      Dann wird dir vielleicht ein Licht aufgehen, dass der Verbraucher sehr wohl einen Einfluß haben sollte, dass dieses Gewerbe Geld verdient. Und es ist richtig, dass dieser Artikel an den Verbraucher gerichtet wird, denn dieser entscheidet sehr wohl mit.

      Und zu glauben, dass der Verbraucher keine Verantwortung hat und unsere Bauern sich an andere Stelle wenden sollten ist ebenfalls boniert und arrogant.

      Grüße von einem Gastronomen

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  182. Tanja sagt

    hey ich glaube das es daran liegt das der Verbraucher weniger verdient und die Nahrungsmittel immer teurer werden und der der es herstellt nichts mehr abbekommt. Aber ich glaube es ist ein großes Problem in Deutschland und da werden wir, außer wir gehen auf die Straße n, nichts ändern können!!!

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  183. Gesa sagt

    Vielen Dank für deine Punkte – ist auf jedem Fall viel zum Nachdenken drin! Zwar kann ich mich bei einigen Punkten als „Verbraucher“ zum Glück individualisieren, da ich immer mindestens Freilandhaltung bei Eiern kaufe, krumpeliges Gemüse kaufe und das MINDESThaltbarkeitsdatum wörtlich nehme.

    Aber zum Beispiel wüsste ich gar nicht mehr aus dem Stand heraus, welche Sorten derzeit Saison sind.

    Was jeder egal wie bedenken sollte – nirgends ist NAHRUNG so billig und hinterhergeschmissen, wie in Deutschland. Wenn selbst unsere europäischen Nachbarn extra zu uns zum Einkaufen kommen, ist dies schon bedenklich!

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  184. Willi Kremer-Schillings sagt

    Lieber Verbaucher (oder meintest Du „Verbraucher“)
    1. finde ich anonyme Beschimpfungen nicht gut
    2. kannst Du meine“Entschuldigung lieber Verbraucher“lesen, die vieles von dem was Du angreifst wieder ins rechte Licht rückt. Ja ich bin auch Verbraucher und mache die gleichen Fehler
    3. empfinde ich mich nicht als „weinerlichen Heuchler“
    4. gibt es eine Erhebung aus 2012: 65% der Lebensmittel werden von Privathaushalten weggeworfen, 5% vom Handel. Immer schön sachlich.
    5. Ich fahre keinen Benz sondern einen VW Touran, weil ich das Ladevolumen für meinen Betrieb brauche.
    Nix für ungut.
    Bauer Willi

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    • Michael sagt

      Der Artikel ist gut. Entspricht meiner Meinung. Da gibt es nichts zu entschuldigen. Ich finde es eine Sauerei, dass man sich als erfolgreichercUnternehmer für ein etwas teureres Auto auch noch entschuldigen soll.
      Wann hat der Verbraucher mal ein Traktor gekauft? Günstige Alternative 😉

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  185. Der Verbaucher sagt

    Lieber Willi,

    Dein pauschales Eindreschen auf „den“ Verbraucher ist genauso unsinnig wie das Eindreschen auf „die“ Bauern. Den erstens sind nicht alle gleich, und zweitens sind weder der eine noch der andere für alle Übel dieser Welt verantwortlich. Und drittens widersprichst Du Dir auch noch selbst.
    „Und was 1 Kilo Tiefkühl-Pommes kostet, wisst ihr ja. Irgendeiner macht sich da gewaltig die Taschen voll.“ Du, lieber Verbraucher, willst doch nur noch eines: billig.
    Ja wat denn nu? bezahl ich nu so viel für die Pommes, dass sich sogar noch irgendwer die Taschen voll machen kann oder nicht? Hä?

    „willst doch nur noch eines: billig“ „Deine Lebensmittel soll genfrei, glutenfrei, lactosefrei, cholesterinfrei, kalorienarm (oder doch besser kalorienfrei?) sein, möglichst nicht gedüngt und wenn, dann organisch usw.“ Merkst Du was? Dein Problem ist eben gerade nicht, dass ich nur billig will…

    „Ist dir eigentlich bewusst, dass wir Landwirte von unserer Hände Arbeit leben müssen?“ Das interessiert Dich bestimmt auch ganz dolle, wenn Du T-Shirts aus Bangladesh kaufst. Fragst Du denn bei _irgendeinem_ Produkt, dass DU kaufst, wie der Hersteller bezahlt wird. Oder bist Du ein weinerlicher Heuchler?

    „Für jeden Scheiß, den ich mache, kann ich ein Formular ausfüllen“ Was geht’s mich an? Glaubst Du, da bist Du alleine? Die Bürokraten terrorisieren JEDEN, um sich Ihre Furzsessel schön warm zu halten.

    „Und dann noch was: dir sind Lebensmittel nichts wert. Sonst würdest Du nicht so viel wegschmeißen.“ Mach ich das? Oder macht das der Handel?

    „Schon mal was von Wirsing gehört, oder Weißkohl? Nein, Artischockenherzen müssen es sein.“ – Jetzt erwirbst Du Dir aber richtig dolle Sympathiepunkte. Für wen esse ich eigentlich? Für Dich, damit Du Deinen Benz abzahlen kannst? Sollen wir vielleicht den Eintopfsonntag wieder einführen? MannMannMann…

    „Warum ich das schreibe? Um dir mal ein Gefühl für meine Situation zu vermitteln.“ Hey Alter, der Verbraucher verhält sich wie jeder andere auch. Er will den maximalen Nutzen für den minimalen Aufwand/Kohle. Jaja, der Mensch ist schlecht… Aber dass Du nicht mal in der Lage bist zu unterscheiden zwischen Verbraucher, Handel und Politik/Bürokratie und einfach blind auf Deine Kunden eindrischst, lässt mich hoffen, dass Deine Kartoffelernte ziemlich gut wird…

    Nix für ungut

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    • Stefan sagt

      Lieber Verbraucher,

      Du stellst genau den Typ Verbraucher dar der seinen eigenen Untergang beschleunigt und es noch nicht einmal begreift.
      Dein Schlusssatz bezeugt das du von Landwirtschaft und deren Erfordernissen keinerlei Ahnung hast, sondern auf dem Stand im Mittelalter bist. Das Erschreckendste dabei: Du hæltst dich für ungemein intelligent. Dein Schreibstil spricht Bände, solange du kein Kind bist.

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  186. Georg Erhardt sagt

    Man sollte auch nicht die Aktuellen Preise für Kälber auser acht lassen. Meist macht man zur Zeit mit der Geburt eines Bullenkalbs schon verlust

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  187. DANKE an die Redaktion, dass ihr den Beitrag veröffentlicht. Und danke an Bauer Willi für diesen Zustandsbericht der hoffentlich viele Verbraucher erreicht!!. Ich komme nicht aus der Landwirtschaft, bin aber „auf dem Dorf“ aufgewachsen. Ich habe immer noch Freunde, die Bauern sind. Die stolz sind, auf ihre Produkte. Leider kann ich mit denen selten darüber reden. Sie arbeiten 15 Stunden am Tag, oft 7 Tage die Woche. Als Kind habe ich früher gerne auf den Höfen geholfen und wir haben sehr viel Spaß dabei gehabt. Aber ich bin froh, dass mein Vater keinen Bauer war, der mir mal einen Hof vererbt. Ich muß auch mit meinem Geld haushalten, aber ich muß da nicht solange und hart für arbeiten wie ein Bauer. Und von den schwarzen Schafen reden wir jetzt nicht, die gibt es in jeder Branche. Das Problem ist aber leider ein globales. Solange es in der Welt den „Geiz ist geil“-Gedanken gibt, wird die Mehrzahl der Verbraucher diesem hinterherrennen. Dabei ist der Einkauf auf dem heimischen Markt mit aktuellen Produkten immer wieder ein Genuß. Ich hoffe, dass unsere Märkte überleben und damit unsere Bauern. UNSERE BAUERN sind mir näher als der Zwischenhändler, der sein Geld dann, so vermute ich, ins Ausland bringt, um es hier bei uns nicht versteuern zu müssen. Und heute gibt es Kartoffelstampf aus heimischen Kartoffeln und ein Stück Bratwurst aus dem Hofladen!!

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  188. Pingback: Entschuldigung lieber Verbraucher - Frag den LandwirtFrag den Landwirt

  189. Nadine Kaiser sagt

    Es ist schon wirklich kaum noch ermessbar wie wir Bauern behandelt werden. In absolut JEDER Branche darf der Hersteller bestimmen welches Entgelt er für sein Produkt haben möchte,nur wir nicht. Wie kann das eigentlich sein,warum dürfen die das machen. Wir sind allen ausgeliefert und dann wird man noch durch den Dreck gezogen. Die meisten Verbraucher wissen heute glaube garnicht mehr was hinter diesem Beruf (Berufung) sich überhaupt noch verbirgt.

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    • Uwe Hentschel sagt

      Falsch: Ein Hersteller kann nur in den wenigsten Fällen den Preis für sein Produkt bestimmen – das alles nennt sich Markt. Und an den Mechanismen wird sich nur etwas ändern, wenn man – Achtung! – an den Mechanismen etwas ändert. Ein gewandeltes Käuferverhalten reicht da bei weitem nicht aus. Es wäre ein Anfang, wenn Landwirte beispielsweise im Rahmen von Solidarischer Landwirtschaft das neoliberale Hamsterrad verlassen würden. Doch da wird schnell klar, dass „wasch mich, aber mach mich nicht nass“ nicht nur für den Verbraucher gilt, sondern auch für die Landwirte. Mein Verdacht ist: Ihr wollt gar nichts verändern, ihr wollt einfach nur bessere Erlöse.

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      • Willi Kremer-Schillings sagt

        Lieber Uwe
        bitte um Deinen Vorschlag, wie die Bauern das neoliberale Hamsterrad verlassen können. Würde ich gerne tun.
        Ja, wir wollen bessere Erlöse, aber nicht um jeden Preis. Ich denke, dass die Existenz dieser Seite „Frag den Landwirt“ der Beweis dafür ist, dass wir ins Gespräch mit dem Verbraucher kommen wollen. Käuferverhalten: oh ja, da lässt sich durchaus einiges ändern. Stelle Dir vor, alle, wirklich alle Verbraucher würden ab morgen nur noch in Hofläden kaufen… Denke das mal in Ruhe zu Ende…
        Bauer Willi

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        • Uwe Hentschel sagt

          Wenn „der Markt“ den Landwirten keine Luft zum Leben lässt, was ich ebenfalls kritisiere, dann kann die Lösung doch nur darin bestehen, selbst Alternativen zu entwickeln.

          Unterstütze eine Standesvertretung oder eine Organisation, die eine Agrarwende forciert, eindeutig Stellung gegen Gen-Food bezieht, mit ökologischen NGOs zusammenarbeitet und gesunde Ernährung unterstützt.

          Genossenschaftliches Arbeiten und Solidarische Landwirtschaft sind ernstzunehmende Alternativen zum konventionellen Wirtschaften. In den USA werden mit „Community Supported Agriculture“ sehr gute Erfahrungen gemacht.

          Das mit den Hofläden hab ich in Ruhe zu Ende gedacht, danke. Eine schöne Idee, aber keinesfalls die Lösung aller Probleme. Nicht nur die Käufer müssen sich ändern. Deshalb meine Frage an „den Landwirt“: Wo und wie wollt ihr euch denn ändern?

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          • Willi Kremer-Schillings sagt

            Lieber Uwe, deine Antwort überzeugt mich nicht. Ich bin in einer Genossenschaft, aber die unterliegt genau so dem Marktdruck. Aber: kannst Du mir Infos zu „Community Supportes Agriculture“ zukommen lassen? Ich hab davon bisher wirklich noch nichts gehört. Ehrlich! Über die anderen Vorschläge könnte man trefflich diskutieren, aber ich muss jetzt wieder nach draußen. Der Hof wartet.

            Bauer Willi

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          • Ute Sprenger sagt

            @ Alois Wohlfahrt

            Auch in manch anderer Hinsicht könnte von der Kooperationsfähigkeit in Österreich etwas abgeschaut werden. Da gibts gute Inititiven etwa im Bereich des Saatguts und der Agrobiodiversität. Mit viel weniger Berühungsängsten als hier zu Lande. http://www.spar.at/de_AT/index/nachhaltigkeit/nachhaltige_produkte/artenvielfalt.html

            Über CSA-Ansätze und notwendige Alternativen zum „Weiter so!“ gibts weiter unten auf dieser Seite bereits ein wenig Debatte.

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            • Alois Wohlfahrt sagt

              Hallo Ute,

              es gibt überall „gute Ansätze“.
              Aber erst wenn wirklich Waren, d.h. Geld darüber laufen, dann bringt es die Wirkung.
              Gestern habe ich einen Vortrag gehalten und da hat der Landrat (wieder einmal) im Grußwort betont, wie wichtig doch die Landwirtschaft ist und dass er froh sei, dass sich noch junge Menschen dafür entscheiden eine Landwirtschaft zu übernehmen und …..
              Ich musst ihm glatt sagen, dass es zwei entscheidende Kriterien dafür gibt ob ich etwas tue oder nicht:

              1. Anerkennung: Wenn ich von meinem Umfeld nur als Jammerer oder Looser oder Umweltverschmutzer deklariert werde bin ich halt nicht „sexy“
              2. Einkommen: Wenn ich als Landwirt mir ständig vom Bänker sagen lassen muss was ich tun darf oder nicht mehr tun darf, dann bin ich im Hamsterrad.

              Jeder Landwirt will Leistung bringen, aber dass wir ständig mit dem Weltmarktdruck ausgehebelt werden, ist eine Tatsache. Der Landwirt ist bei unserer Ernahrungsindustrie nur ein anonymer und austauschbarer Rohstofferzeuger. Dh. der Milchbauer aus dem Allgäu soll ganz einfach mit dem Milcherzeuger aus weissderTeufelwo gleichgestellt werden.
              Die Lösung heisst Marketing, so wie Bauer Willi hier schon eine Marke ist.
              Der regionale Discounter Feneberg hat schon vor Jahren ein Programm aufgelegt „VonHier“ und dann noch „Bio-mit-Gesicht“ draufgesattelt.
              Dann ist der Bauer teil den Marketings, dann ist Bauer Willi der Garant dafür, dass die Lebensmittel OK sind, weil Bauer Willi einfach ein ehrlicher Typ ist. Zu dem kann man dann auch mal hinfahren, und der kann das (und das sehen hier alle) auch wirklich erklären, weil der ne Ahnung hat.

              Das wenn wir hinkriegen würden, dass die Lebensmittelerzeugung wieder ein Gesicht und Vertrauen bekommt,
              dann kriegen auch die Landwirte ihren Anteil, den sie brauchen um zu überleben und zugleich „sexy“ zu sein.

              Alois

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        • Erika Pisl sagt

          es gab mal eine Zeit, in der die Bauern Genossenschaften gebildet haben (Molkerei/Käserei z. B. der Vorläufer von „Müller-Milch“) oder auch die Brennereien – irgendwie wurde das alles unwirtschaftlich (->gerechnet?!?). Es wurde verkauft – abgegeben – geschlossen. Nur ein paar findige (und die vorher alles schlecht gerechnet haben = z. B. Müller…) haben sich dann „geopfert“ und die Betriebe übernommen. Und …Überraschung *simsalabim* …der Laden fängt „plötzlich“ an sich zu rechnen. Schon mal überlegt, ob nicht JEDER Bauer einen Hofladen braucht, sondern als Erzeugergenossenschaft das Ganze in einem Laden in der Stadt???

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          • Jens sagt

            Der Zusammenschluß zu Genossenschafen ist in der Tat eine sinnvolle Lösung, um dem neoliberalen Hamsterrad ein Stück weit zu entkommen. Als ein Beispiel für eine Erfolgsgeschichte möchte ich auf die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall hinweisen. Zwar ist die Zielgruppe derer Erzegnisse wohl die qualitäts- und ethisch bewusste Mittelschicht, so dass im Markt nicht mehr als ein Nischenplatz für solche Anbieter zu finden sein wird, aber es wäre zumindest mal ein Anfang.

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    • Jochen Böhrer sagt

      Ein Teil der „Erfolgsgeschichte“ BESH war ich selber einmal. Und mit immer mehr Unwohlsein. Mein Gewissenskonflikt endete mit der Aufgabe der Tierhaltung. Aber auch ansonsten hätte ich die weitere Teilnahme an dieser „Erfolgsgeschichte“ mittlerweile wohl abgelehnt. Es gibt viele Gründe, die ich nicht nennen werde. Und es gibt Gründe, die ich deutlich benenne: Wer seinen Erfolg auf der Verunglimpfung anderer Landwirte und andauernder öffentlicher Kritik an deren Wirtschaftsweise stützt geht einen Weg, den ICH nicht länger mitzugehen bereit war. Die BESH gehört zu den Hauptinitiatoren der „Wir haben es satt“ – Demo. Einer Demo in der bekennende Landwirtschaftsgegner und sogar absolute Tierhaltungsgegner mitmarschieren. Eine Veranstaltung, die von der Masse der Landwirte weder unterstützt och befürwortet wir.

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      • Jens sagt

        Lieber Herr Böhler,

        vielen lieben Dank für Ihre Antwort. Ich denke der Erfolg der BESH stützt sich nicht „auf der Verunglimpfung anderer Landwirte und andauernder öffentlicher Kritik an deren Wirtschaftsweise“, sondern erst mal darauf, dass eine Alternative angeboten wird, die die Konsumenten gerne annehmen. Die Produkte der BESH findet man weit über Hohenlohe hinaus in Supermärkten als Dosenware und frisch in den Fleischtheken der Gourmetabteilungen der Kaufhäuser wie Karstadt und Kaufhof. Deren Kunden werden nur wenig von der BESH direkt mitbekommen haben.

        Falls die BESH spaltend statt vereinend agitiert, ist dies natürlich bedauerlich, da es den gemeinsamen Rückhalt einer landwirtschaftlichen Erneuerungsbewegung schwächt. Dies erinnert nicht zufällig an die Tagik der Linken im allgemeinen, aber dazu unten mehr.

        Ich war nicht in die „Wir haben es satt“ Demo involviert, aber laut deren Webseite kann ich die prinzipielle Gegnerschaft zur LW geenrell nicht erkennen. Zitat: „50 000 Menschen fordern den Stopp von Tierfabriken, Gentechnik und TTIP“. Ich denke, dass dies ein breiter Konsens ist, der von vielen Beteiligten getragen werden kann. Dass Sie nun kritisieren, dass dort „bekennende Landwirtschaftsgegner und sogar absolute Tierhaltungsgegner mitmarschieren“, kann mich nur verwundern. Das delegitimiert doch nicht die Ziele dieser Demo. Ist Ihnen die Gegnerschaft gegen diese Gruppen wichtiger als das gemeinsame Vorgehen gegen die Macht der Agrarkonzerne? Gerade durch solche internen Streitigkeiten schwächen sich progressive Bewegungen immer wieder selber, und verfehlen dadurch ihre Ziele. Das sollte Ihnen doch auch bewusst sein, oder?

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        • Jochen Böhrer sagt

          Ich möchte betonen, dass ich die Qualität der Produkte der BESH in keiner Form in Frage stellen will.

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        • Jochen Böhrer sagt

          Agrarkonzerne sind ein Teil der heutigen Lebensmittelversorgung. Ihre Macht spielen Sie zuweilen auf der Abnehmerseite mit ihrer Preisgestaltung aus . Das ist in der Tat eine Baustelle. Probleme mit seinen Marktpartneren löst man aber nicht, indem man sie von der Bühne herunter vor zigtausend Menschen verunglimpft und beschimpft. Probleme löst man mit der Bildung von Erzeugergenossenschaften und harten Verhandlungen. Und scheinbar gehen Sie von der Prämisse aus, dass man gegen TTIP und gegen Gentechnik ganz einfach zu sein hat. Gestehen Sie einem auch eine eigene Meinung zu? Zumindest eine differenzierte? So wie ich sie für mich zu diesen Themen in Anspruch nehme. Was die genaue Definition von „Tierfabriken“ ist und was daran schlecht sein soll bekam ich noch nie genau erklärt.

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          • Jens sagt

            Lieber Herr Böhrer, ich stimme Ihnen weitgehend zu.

            TTIP wird das neoliberale Hamsterrad noch schneller drehen lassen – noch mehr Wettbewerb, noch geringere und knappere Gewinnmargen. Der Rest der Diskussion wie Chlorhünchen oder die Spreewaldgürkchen sind nur Nebenkriegsschauplätze. Wenn Sie noch mehr Wettbewerbsdruck für gut finden, können Sie ja TTIP gerne gut finden.

            Gentechnik ist eine komplizierte Sache. Viele sind dogmatisch dagegen, was meiner Meinung nach taktisch unklug für die Diskussion ist. Der Punkt den ich kritisch sehe ist, dass die Genforschung zwar schon sehr gut einzelne Gene identifizieren und modifizieren kann. In den letzten Jahren gab es aber zahlreiche Neuentdeckungen, wie auch das Zusammenspiel verschiedener Gene eine wichtige Rolle spielt. So mag das Aktivieren eines bestimmten Gens, das nützlich sein kann, zunächst keine negativen Nebenwirkungen haben. Jedoch eine Mutation in einem anderen Gen, das womöglich auch weit weg auf dem DNA-Strang sitzt, kann dann zu unerwarteten Nebeneffekten führen, die womöglich auch gefährlich oder unkontrollierbar sein können. Daher ist es einfach noch viel zu früh für den Ensatz der Gentechnik, man erinnere sich an all die bisher neu eingeführten neuen Technologien (Asbest, FCKW, …), bei denen erst nach Jahrzehnten unerwartete Nebeneffeckte aufgetaucht sind.

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  190. Anna Mertens sagt

    Nachtrag: Ich esse den Joghurt auch, wenn das MhD abgelaufen ist… und noch vieles mehr. Warum ist die Kiste mit reduzierter Ware, wo das MHD abläuft wohl immer so schnell leergekauft? Vielleicht sind wir Verbraucher pauschal nicht ganz so doof wie Sie uns unterstellen. Ich denke, die Politik müsste eher dafür sorgen, dass man von seiner Hände Arbeit leben kann, sowohl als Bauer als auch als Angestellter mit Vollzeitjob aus der Mittelschicht.

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      • Klaus Minkel sagt

        Willi, Du musst Dich nicht entschuldigen! Du sprichst vielen Berufskollegen aus der Seele.
        Wer den Text nicht aushalten kann würde als selbständiger Landwirt schnell am Strick in der Scheune baumeln.
        Natürlich gibt es viele leute , die für unsere Situation Verständnis haben, die bewußt einkaufen, mid denen man ein gutes Miteinander im Dorf und draußen in der Flur hat.
        Aber offensichtlich sind das nicht genug, die so eingestellt sind. Oder es ist den Menschen nicht klar wohin die Reise geht.
        Ich glaube das unsere Demokratie noch recht gut funktioniert. Wichtig sind Bauern wie Du, lieber Willi, die laut und deutlich sagen was los ist. Mach weiter so!

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      • Mel Pi sagt

        Ich finde auch nicht, dass Du Dich entschuldigen musst.
        Kann den „Gap“ voll nachvollziehen – die Diskrepanz wurde hier ja schon oft geäußert.
        Und passend zur Diskussion – meine Familie ist auch „Mittelstand“ mit einem guten Einkommen und einem kleineren, eigenem Haus, zwei Autos, drei Kinder.
        Dennoch kaufe ich auch beim Discounter. Nicht, weil ich will, sondern weil es finanziell notwendig ist. (Warum habt Ihr dann ein Haus? Weil es günstiger ist, als die Miete zu zahlen und wir gerechnet haben. Warum habt Ihr zwei Autos? Weil wir beide die Autos benötigen, um zur Arbeit zu kommen und Geld zu verdienen.)
        Das ist nicht schön. Ich kaufe gerne die Weidemilch, weil ich mir einbilde, dass es dann wenigstens einigen Kälbchen und Mutterkühen besser geht als in der konventionellen Milchproduktion. Die kostet aber € 1,09 den Liter im Angebot, wo gegen die Discountermilch sich um die € 0,58 bewegt. Das ist ein Aufschlag von fast 100%. Sollen meine Kinder dann weniger Milch trinken?
        Fleisch essen wir kaum, aber auch dann das „konventionell erzeugte“. Man kann so schön ausblenden, dass das Hühnerfilet auch mal ein lebender Vogel gewesen ist. Gemüse … ist definitiv nicht regional, bis auf den Kohl und den Wirsing.
        Es ist auch nicht saisongerecht, denn mangels Apfelbäumen haben wir leider keine eigenen Äpfel. Die Kinder nehmen diese aber mit in die Schule.
        Und und und.
        Eine Umkehr der Verbraucher und mehr Eigenanbau ist ganz wichtig, auch eine Selbstbesinnung darauf, was ich will. Deshalb finde ich Deinen Brief wichtig und gut. Ein befreundeter Landwirt, von dem ich auch meine Eier kaufe, empfindet ganz ähnlich wie Du. Es gibt bestimmt noch mehr Kollegen.
        Warum aber unternimmt der Bauernverband dann nichts?
        Der Verbraucher wird letztenendes zahlen, was er muss, ob die Milch nun 58ct oder 1,09 Euro kostet – aber Einfluss, Willi, Einfluss haben wir nicht so viel, wie wir uns einbilden.

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    • Sylvia Us-Ya sagt

      Ich bin ein Mädel vom Lande. Ich habe als Kind gesehen wie schwer die Arbeit mit Tieren und auf dem Feld ist. Viele Jahre habe ich ohne viel Nachdenken eingekauft und mich über günstige Produkte gefreut. Doch zunehmend setze ich mich mit dem ganzen Thema auseinander und versuche Hintergründe zu verstehen. Einige Jahre mußte ich jeden Cent umdrehen, trotzdem habe ich versucht gut und gesund für meinen Sohn und mich einzukaufen. Inzwischen kaufe ich für 4 Familienmitglieder ein. Da ich selbst in Elternzeit bin, achte ich sehr auf die Ausgaben. Aber meine Einstellung hat sich geändert. Ich mache eine gute Wochenplanung und kaufe sehr bewußt ein. Dadurch landet kaum noch ein Lebensmittel im Müll. Ich versuche möglichst regionale Produkte zu kaufen. Aber all meine Bemühungen sind sehr zeitaufwendig: Planung – Fahrtwege – Kochen ohne Fertigprodukte – Lagern – Reste verwerten. Ich kann alle Mitmenschen verstehen, für die dieser Zeitaufwand zu groß ist. Besonders bei denen, die 2 Jobs machen müssen und Kinder-/Familienorganisation unter einen Hut bekommen müssen. Ich sehe Familien die sich viele gute Sachen nicht leisten können. Damit will ich auch wie Anna Mertens darauf aufmerksam machen, das nur wenige Verbraucher arglos billig einkaufen. Die meisten wollen doch auch die Welt retten und alle lieben, fleißigen Bauern. Ja auch ich bin der Meinung hier muß in der Politik eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die diesen Karren wieder aus dem Dreck zieht. Hier muß an mehreren Ecken angepackt werden …

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  191. Anna Mertens sagt

    So, Tat wohl gut, mal so ordentlich loszuwerden… Ich finde es pauschalisierend daneben. Wenn ich könnte, wurde ich nur Bioware vom Hof nebenan kaufen. Wenn ich die Wahl habe, Bioware am Anfang und dann reicht das Geld nicht, um am Ende des Monats noch etwas anderes als Graubrot und Margarine zu essen, oder ich suche die günstigsten Angebote, damit meine Kinder auch noch am Ende des Monats Vitamine zu essen bekommen können…Was würden Sie tun??? Und ich fahre auch nicht in den Urlaub, dafür ist kein Geld da. Es gibt eine Aussage, die ich Groß schreiben würde: WER STECKT SICH DAS GELD EIN??? Bei der Diskrepanz zwischen 1ct für die Bauern für 1kg Kartoffeln und 0,79€ für 750g TK Pommes. Und bei vielen anderen Dingen. Aber immer diese Pauschalverurteilung von uns Verbrauchern finde ich auch zum Kotzen. Und ich gehöre dem sog. Mittelstand an…zwei Kinder, verheiratet, also durchaus repräsentativ. So, ich hab mich echt über ihren Artikel geärgert. Das musste jetzt auch mal gesagt werden.

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Liebe Anna
      Ärgern ist auch ein Gefühl. Ich finde Deinen Beitrag ausgesprochen hilfreich und richtig! Bio können sich halt langfristig nur die leisten, die auch das Geld dafür haben. Was mich halt so geärgert hat (Gefühl) ist, dass „die Verbraucher“ anders handeln als sie reden. Und das in den Medien der Eindruck erweckt wird, dass die „normalen“ Lebensmittel schlecht sind. Danke für Deinen Beitrag
      Bauer Willi

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    • Michael sagt

      Sorry Anna, der Mittelstand gehört zum etwas besser verdienenden Teil der Gesellschaft. Da nehme ich das niemand ab, dass beim Discounter eingekauft werden muss. Da sind eher die Ausgaben häufig falsch priorisiert (Allgemeine Meinungsäusserung, bitte nicht persönlich nehmen).
      Ich gehöre auch zum Mittelstand. Ich kaufe bei 4 Bauernhöfen in der Gegend ein und esse zu 90% was hier wächst. Unter dem Strich ist der Aufwand etwas grösser aber es schmeckt um vieles besser als der Frass aus jedem Supermarkt.
      Als Anmerkung bitte nochmal zur Kenntnis nehmen: es soll kein persönlicher Angriff sein!

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      • Stefan sagt

        Hallo Michael,

        Soweit ich weiss wurde im Zuge des Beschönigens der Reichtumsverteilungsstatistik alles ab 1000Euro Monatseinkommen als Mittelstand bezeichnet. Weiter oben ist auch ein schönes Beispiel eines Lebensmittelgeschäftsinhabers, der bis zum Zeitpunkt des Auftauchens eines Discounters ca 1400 brutto hatte bei ca 80 Stunden Arbeit und 2 Wochen Jahresferien. Seither mehr Stunden, weniger Einkommen. Dieser gehört selbst nach der alten Definition zum Mittelstand.

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    • Hallo, vielleicht kannst du dich bei foodsharing anmelden und so öfter Bio Lebensmittel essen?
      Ich mache das und kann so beim Bioladen abholen was sonst im Müll landen würde, dazu kaufe ich die restlichen Sachen mit dem gesparten Geld möglichst regional, fair und bio ein.

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      • Stefan sagt

        Hallo zen,

        Eraehl das bloss nicht weiter. In Dresden bekam ein Bäcker einen nachträglichen Steuerbescheid der sich gewaschen hatte. Der Grund: Er hatte seine Backwaren, die er am Tage nicht verkauft hatte, abends der Tafel kostenlos zur Verfügung gestellt, und da muss nach bundesdeutschem Recht der Warenwert versteuert werden. Das Ergebnis: Er schmeisst die Waren weg um nicht pleite zu gehen.

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        • Ralf sagt

          Dann sollte der Bäcker die überzähligen Sachen einfach Abends vor die Tür stellen. Oder ist man jetzt schon verpflichtet ‚Diebstahl‘ anzuzeigen? Idiotie sollte mit Idiotie bekämpft werden ..

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    • Hans-Jürgen Hinz sagt

      ich kann mich da Anna nur anschließen – – Blumenkohl 2,56€, Wirsing 2,00€ und 200g Bierschinken 2,83€

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  192. Pingback: Geduld - Berlin wurde auch nicht an einem Tag erbaut - Frag den LandwirtFrag den Landwirt

  193. , daß Du Deine Meinung doch noch sagen durftest, lieber Bauer Willi!

    Die ist sicher keine „leichte Kost“, aber wer schon bei der Arbeit den Rücken krumm macht, der sollte anderswo aufrecht und autenthisch dastehen können, mit allen Gefühlen und mit allen Gedanken! 🙂

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Liebe Brigitta,
      danke für die moralische Unterstützung. Eben: mit allen Gedanken aber auch mit allen Gefühlen. Die hat halt auch ein
      Bauer Willi

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  194. Silke sagt

    Laut einer Umfrage wollen 50% der Verbraucher, dass mehr für das Tierwohl getan wird, 30% sind bereit mehr zu bezahlen, weniger als 1% kaufen Biofleisch. 4 Cent soll der Verbraucher nun mehr bezahlen im Laden für die Initiative Tierwohl. Was der Bauer dafür alles leisten soll, ist mit sehr viel Aufwand verbunden und ob es tatsächlich bei uns ankommt, ist fraglich. Fakt ist, dass die Ferkel seit dem Russlandembargo auf einen Tiefpreis von nur noch knapp 30 Euro gefallen sind bei einem Aufwand von ca. 45 Euro. Wovon sollen Veränderungen im Stall bezahlt werden, wenn so schon nix übrig ist???

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Liebe Silke
      lese dazu die Anmerkung von Heike Müller mit dem consumer citizen gap. Soll heißen: zwischen reden und handeln besteht ein großer Unterschied. Oder anders gesagt: die Entfernung vom Kopf zum Geldbeutel ist wohl sehr groß. Ich befürchte, dass es dieser Aktion nicht viel anders ergeht.

      Dein Bauer Willi

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      • Michael sagt

        Lieber Willi,

        es tut mir furchtbar leid, aber ich fürchte, dass dein großartiger Brief wenig bewirken wird. Allein die Inhalte der meisten Kommentare sind von Betrachtungsweisen geprägt, die sich um Verordnungen und Regelungen drehen. Wenige beschäftigen sich mit dem Verbraucherverhalten. Jeder einzelne Kommentator sollte sich die Frage stellen: „Was kann ich tun, um diese Entwicklung zu verbessern?“ Kleine Änderungen im eigenen Verhalten (z.B. keine Weintrauben im Winter aus Chile) können Wunder bewirken, wenn sich viele anschließen.

        Wenn ich mit dem Finger auf andere zeige, zeigen immer noch drei Finger auf mich. Ich (der Verbraucher) muß mich verändern – sonst passiert nichts.

        DANKE, lieber Willi

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    • Genau das ist es. Meine Schwester hat ihren Muttersauenstall dicht gemacht, genau aus diesem Grund.

      Der Rat des Landwirtschaftsamt damals war:
      Du kannst wirtschaftlich nur überleben, wenn Du einen neuen Saustall baust mit 500 Muttersauen.

      Die Arbeit mit den 80 Muttersauen, die sie bis zum Zeitpunkt der Schließung hatte, konnte sie grade noch alleine bewältigen. Die Sauen haben selber produziertes Getreide gefressen und bekamen im Krankheitsfall fast ausschließlich homöopathische Therapie. Das alles kostet Zeit, die bei so einer Vergrößerung einfach nicht aufzubringen ist.

      Wir fragen uns auch heute noch oft, wie es denn möglich ist, daß andere Bauern im Umfeld ihre Sauenbestände vergrößern und dadurch überleben. Die laden sich immer mehr Schulden auf, die sie mit dem Einkommen (in diesem Bereich) doch wohl nicht mehr tilgen können. Ich frage mich, wie das geht, wenn die jedem Ferkel, das in die Mast verkauft wird, quasi 10 – 15 Euro „auf den Buckel binden“, also ein MINUS entsteht. Selbst wenn es so jemandem gelingt, durch entsprechende Rationalisierung von Arbeitsabläufen in die untere Gewinnzone zu kommen, WIE soll das gehen?
      WAS leidet, wenn ich von 80 auf FÜNFHUNDERT Sauen erweitere?
      Am allermeisten die Schweine. Keine Zeit mehr für Zuwendung, Beobachtung, etc. Und selber verändert man sich auch, wenn man seine Arbeit nur noch mit Blick auf die Zahlen erledigen kann.

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  195. Heike Müller sagt

    Lieber Bauer Willi,
    hast Du denn den Minister Schmidt auf der Grünen Woche nicht gehört? Der verspricht uns doch den Bürokratieabbau, wie auch schon sein Vorgänger und seine Vorvorgängerin und bisher überhaupt jeder auf diesem Posten!
    Und was Du hier beschreibst mit der Diskrepanz zwischen dem Wunsch der Verbraucher nach Heiler-Welt-Landwirtschaft und seinem Einkaufsverhalten nennt man wissenschaftlich „consumer-citizen-gap“.
    Ich habe bisher aber noch keinen Wissenschaftler gehört, der ein Rezept für die Schließung dieser Lücke geben konnte.
    Die Politik? Denkt in 5-Jahres-Einheiten, von Wahl zu Wahl. Und hört auf des Volkes Stimme (also die am lautesten schreit), denn sie will ja wiedergewählt werden. Auf uns 3 % Bauern kann sie dabei wohl verzichten…

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Hallo Heike
      ein anderes schönes Beispiel für den „Consumer-citizen-gap“ (Wird mein neues Lieblingswort!): Befragung vor drei Supermärkten vor dem Einkauf: 56% der potentiellen Käufer befürworten regionale Produkte. Überprüfung an der Kasse: 3% der gekauften Waren sind regional. Deutlicher geht’s eigentlich nicht.
      Gegenrezept? Fällt mir spontan auch nichts ein. Noch ein Logo auf der Verpackung bringt es nicht, da passt ja so schon nichts mehr drauf. Und liest auch keiner.
      Bliebe nur noch eines: eine millionenschwere Imagekampagne in allen Medien. Die ganz ehrlich sagt: Landwirtschaft war und ist nicht die heile Welt, die ihr euch wünscht. Aber es gibt zu uns Bauern keine Alternative! Ihr könnt euch eure Lebensmittel nicht im 3D-Drucker selber herstellen. Was die Politik angeht: bitte ein wenig mehr Selbstbewusstsein!

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      • Gary sagt

        Hallo Willi,

        Erstmal Hut ab! Super das du deine gefühle ausgelassen hast!

        Noch ein logo Hilft nicht wenn Regionale Produkte wird nicht angeliefert! Um g’scheite gemüse zu kaufen kann man sowieso nur am Markttag finden, und am besten direkt von der Bauer.

        Aber ja, bin ich aun „nur“ ein verbraucher, kauf auch von ausland wenn es sein muss aber bitte kein Erdbeern in Januar (Kernseife schmekt besser) was soll den scheiß…

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        • ist doch alles regional … weil um die Ecke eingekauft 😉 so werden auch Weintrauben aus Chile und Spargel aus Peru zum regionalen Produkt 😉

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      • Ingo Bungert sagt

        Hallo Willi,

        wie gut kann Dein Schreiben und Deinen Frust verstehen.

        Ihr Bauern seid jetzt der nächste Berufsstand, der der Globalisierung zum Opfer fällt. Vor Euch sind schon ganze Industrien verschwunden: Gerberei, Textilwirtschaft, etc.

        Sicherlich gibt es keine Alternative zum Landwirt. Aber muss der aus Deutschland kommen? Entweder ihr findet eine Nische oder der Pole oder Rumäne oder sonstwer macht es billiger. Im Rahmen der EU Erweiterung alles kein Problem mehr.

        Im Massenmarkt habt ihr keine Chance. Dafür sind die Kosten in Deutschland zu hoch. Auf den Verbraucher würde ich auch nicht setzen. Die Mehrheit gibt nur Lippenbekenntnisse von sich und handelt dann doch ganz anders.

        Ich kann Dir nur empfehlen exotischer zu denken. Wie wäre es mit Bisonfleisch. Oder einer Straußenfarm? Du hast das Land und das Wissen, sowie die erforderlichen Maschinen.

        Viele Grüße

        Ingo

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    • Rainer sagt

      Hallo Heike,

      solange wir Bauern Subventionen kassieren, wird kein Bürokratieabbau stattfinden.

      Subventionen = Unser größtes Übel

      Gruß Rainer

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  196. Ruth-Maria Frech sagt

    Leider, leider ist es immer das eine, was unsere lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger sagen, und etwas ganz anderes, was der sogenannte Verbraucher dann an an der Ladentheke auch wirklich tut.

    Danke für diesen Beitrag, der einem teilweise wirklich aus der Seele spricht!

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  197. Brigitta Blume sagt

    So sieht es aus. Einen kleinen Nachtrag noch: der Deutschen Konfitüren-Verordnung nach machst Du sicher keine Marmelade, denn Marmelade darf nur heißen, was aus Zitrusfrüchten besteht. Und ohne MHD und Refraktorwert darfst Du sie sowieso nicht mal Deinem Nachbarn schenken. Kann jeder nachlesen. Sehr erhellend!

    Liebe Grüße und eine schöne Woche trotz alledem, Danke für Deine Lebensmittel!

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    • Willi Kremer-Schillings sagt

      Danke. Ich kauf mir sofort ein Refraktometer! :-).
      Und einen Beutel Zitronen aus Deutschland. Ich will ja Marmelade machen….

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      • H.-J. Leopold sagt

        Mit Zynismus und blöden Sprüchen , ist niemandem geholfen , Herr Kremer-Schillings !!!

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        • T Lindner sagt

          Mit Kritik an Kritik ist ebensowenig jemandem geholfen, Herr Leopold. Wie wäre es denn mal mit Alternativen aufzeigen oder sich die Kritik von Herrn Kremer-Schillings zu Herz nehmen statt aussagelos gegenzuwettern?

          Herr Kremer-Schillings macht mehr als Alles richtig. Nicht nur das er sich selbst die Pflicht auferlegt uns weiter mit Nahrung versorgen zu wollen trotz widriger Umstände. Nein er sagt auch ganz klar wo der Haken ist und auf seine zynische Art teilt er uns gekonnt Alternativen mit.

          Danke dafür Willi und beim nächsten Einkauf denke ich an dein Statement und überlege mir zweimal was in meinen Korb kommt.

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        • Martin Etgeton sagt

          Herr Leopold
          Das hat nichts mit Zynismus zu tun sondern ist die Realität. Realität ist nicht ist eben nicht schön.

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      • A.Kramm sagt

        Lieber Bauer Willi,

        keine Entschuldigungen bitte, Du hast einfach Recht!
        Ich fühle mich in so manchem Punkt ertappt und werde mein Kaufverhalten mal überdenken müssen!

        Alles Gute für die Zukunft!

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    • Klaus Kraft sagt

      Und dies geht nicht nur dem Landwirt so, sondern die Gastronomie ist genau so betroffen. Es soll billig sein und gut sein. Listen und Vorschriften sind unser täglich Brot. Was mich am meisten fasziniert ist, dass bis heute noch niemand auf die Straße geht. Es ist auch nicht unbedingt anzuraten, da man leicht in den Verdacht kommt die Vorschriften, bzw. die Listen nicht einzuhalten. Zum Thema BSE, Vogelgrippe etc. ist der Schwachsinn nicht mehr zu ertragen. Keiner gestorben, bzw. erkrankt. Aber mit einer Nachhaltigkeit auf den produzierenden Landwirt/Gastronomie eingedroschen. Sterben tun wir auf der Straße und das jeden Tag. Aber die wird nicht abgeschafft. Irgendwas stimmt im System nicht mehr.

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      • Lukas sagt

        Die Unterstellung, es gäbe keinen Protest finde ich unerhört.
        Ich war vor zwei Wochen in Berlin und habe demonstriert,
        gegen die Misstände in der Landwirtschaft. Für faire Löhne.
        Ich kaufe regional und bio und zwar fast ausschliesslich.
        Und ich brauche keine Artischockenherzen sondern esse gerne
        Kohl, der in meinem Keller nebenbei auch noch gerade zu
        Sauerkraut wird.
        Das Bewusstsein der Menschen wandelt sich, langsam,
        sehr langsam und vermutlich bei weitem nicht schnell genug.
        Aber es muss auch mal gesagt werden, dass die Bauern gehört
        werden und es Kritik auch von Konsumenten gibt.
        Aber bitte, liebe Bauer seht auch ein, dass es nicht leicht ist
        in dem Djungel an Etiketten und Marken, Preisen und Angeboten
        das richtige auszuwählen. Denn selbst die teuren sachen sind
        leider nun einmal nicht zwangsläufig besser oder bringen euch
        mehr Gewinn ein. Und richtig zu kaufen ist anstrengend, und
        muss gelernt werden, dass kommt nicht ohne Preis.
        Sicher, Wandel muss her, aber er muss von allen seiten geschehen.
        Nur zusammen kann es gehen, nur zusammen sind wir stark.
        (In dem Sinne ist der Text vielleicht tatsächlich etwas vorwurfsvoll
        oder zeugt von einer sehr subjektivistischen Wahnehmung)

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        • Elke sagt

          Vielleicht hat Bauer Willi auch einfach mal einen schwachen Moment, in dem ihm alles aussichtslos und zuviel erschien. Den hat jeder Mal, jeder hängt mal durch. Und dann richtet man sich wieder auf und macht weiter in seinen Bemühungen.
          Und wenn einem die Scheiße bis zum Kinn steht, ja, dann nimmt man den Geruch sehr subjektiv wahr.
          Und dann darf jeder seine Meinung kundtun…..auch Bauer Willi.

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        • Der Text ist genau richtig geschrieben. Mit dem richtigen Maß an Vorwürfen und überspitzter Formulierung. Dies ist, vielleicht unabsichtlich, ein Stilmittel welches auch dazu geführt hat, dass der Text eine ansehnliche Verbreitung erlebt hat.

          Ein weichgespülter Rant ist halt kein Rant 🙂

          Weiter so!

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        • Peter sagt

          Vielen Dank lieber Bauer Willi!
          Du haltest uns den Spiegel direkt vor die Nase und damit hast Du auch Recht.
          Auch wir werden uns in der Zukunft etwas umorientieren.

          @Klaus Kraft
          Lieber Herr Kraft
          Der Gastronomie geht es wirklich sehr schlecht. Zur DM-Zeiten kostete das Schweineschnitzel mit Pommes und Salat zwischen 12,- unnd 15,- DM.
          Sofort nach der Euro-Einführung kostet das gleiche Menü 11,- bis 15,.€.
          Umgerechnet 20,- bis etwa 24,- Deutsche Mark. Das kann und will ich mir nicht mehr so oft leisten. Denn meine Kinder haben ja auch Hunger.

          Zur Zeit der Deutschen Mark verdiente ich zwischen 4.500,- und 5.000,- DM.
          Da konnte ich mir noch das Essen gehen leisten.
          Heute verdiene ich in Euro weniger als die Hälfte und meine Kinder haben immer noch Hunger.
          Dabei sind wir mit diesem Gehalt noch nicht einmal die ärmsten Schlucker.
          Da gibt es Familien, die sind bei weitem schlimmer dran.

          Wie leben denn solche Familien. Der Bauer verschenkt seine Kartoffelernte für 1 Cent pro kg und im Discounter kostet das 2kg Netz etwas mehr als 1,-€.

          Liebe Bauern,
          wir kaufen Euch gerne 1 kg Kartoffel für 0,50€ ab. Aber wo seid ihr denn?
          Früher (als man noch Lokomotive mit langem F schrieb) kam der Bauer mit seinem Anhänger voll Kartoffel, Karotten, Eier und anderen landwirtschaftlichen Produkten zu uns und wir kauften die Kartoffel zentnerweise im Sack und nicht grammweise im Netzchen. Aber das wollen heute ja nur noch sehr wenige Bauern machen. Diese Arbeit ist ja auch aufwändig.
          Brauche ich im Februar wieder Kartoffel, gibt es bei meinem Bauer keine mehr. Die hat der direktvermarktende Bauer alle schon verkauft. Diesem Bauer geht es gut. Er hat genügend Zaster im Beutel. Ich kenne ihn persönlich sehr gut.

          Die anderen Bauern verschenken lieber ihre Kartoffel an den Großabnehmer für einen Eurocent. Und so müssen wir wieder in den Supermarkt und dort falsch gelagerte Kartoffel kaufen oder Nudeln essen.
          Kartoffel und Gemüse wären mir lieber.

          Liebe Grüße an alle
          Peter

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          • Barbara sagt

            Lieber Peter,
            wie „persönlich gut“ kennst du denn diesen Bauern. Gewährt er dir Einblicke in seine persönliche Finanzlage oder beurteilst du ihn nach den Maschinen, die auf dem Hof stehen? Die Meisten denken doch: „Den Bauern geht´s doch allen sehr gut, man muss sich doch nur die riesigen Maschinen anschauen. Die kann sich kein Armer leisten.
            Aus deinem Brief entnehme ich,dass du keine Ahnung hast von Landwirtschaft heute. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und hätte für kein Geld der Welt diesen Beruf ergriffen.

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          • Marcel sagt

            lieber Peter, welcher Bauer kann seine Produkte heute noch selbst vermarkten? Entweder ist die Menge durch den Druck von aussen gestiegen, der Konsument in der Nähe fehlt, Vorschriften und Gesetze lassen dies nicht mehr zu oder der Bauer hat vielleicht gar nicht die Zeit, alles noch selbst zu erledigen. In Geschäften oder Firmen sind die Aufgaben aufgeteilt, doch der Familienbetrieb kann nicht alles unter einen Hut bringen!!!!

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        • VoBär sagt

          Du kannst den Dschungel an Etiketten umgehen in dem du einfach deinen Bauern oder Imker um die Ecke mal persönlich ansprichst.

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        • Dennis Schumann sagt

          Leider schon im Ansatz falsch. Es ist ja nicht so, dass wir als Verbraucher nur ein paar Cent für das Kilo Kartoffeln bezahlen. Das stecken sich ja wohl andere in Tasche. Bei denen solltest dich mal lieber beschweren. Die könnten dir auch das doppelte und dreifache für deine Kartoffeln geben, ohne dass es ihren Gewinn signifikant schmälert. Und auf die Idee deine Produkte selbst zu vermarkten bist du auch noch nicht gekommen…

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    • Hannelore Rath sagt

      Nicht zu vergessen, die Maul und Klauenseuche.

      Eine Krankheit, die es schon seit ewigen Zeiten gibt.
      Schon vor hundert Jahren hat man die Höfe, auf denen die „Seuche“ ausbrach einfach mit nassen Tüchern um den Hof unter Quarantäne gestellt. Dann hat man einfach gewartet, bis die Entzündung alleine wieder abgeklungen war und alle Tiere wieder gesund waren. Ja Gesund, denn es ist eine Entzündung die alleine weggeht, wie ein Schnupfen.

      Heute werden bei Maul und Klauenseuche tausende von Tieren einfach abgeschlachtet.

      Vor kurzem kam eine Bekannte und sagte mir; sie war mit ihrem Kind beim Arzt. Sie wüsste jetzt, an was ihr KIND erkrankt sei. Ich fragte Sie danach.
      Sie antwortete: du wirst es nicht glauben: an MAUL UND KLAUENSEUCHE:.
      Ich fragte sie: WAS MUSST DU NUN TUN?

      Sie antwortete: NICHTS, ES GEHT GANZ ALLEINE WIEDER WEG. IST NUR LÄSTIG.

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      • Spera sagt

        Hallo Hannelore!

        Ich studiere Veterinärmedizin und weiß deshalb über MKS etwas bescheid.
        Hierbei handelt es sich um eine hochinfektiöse Krankheit, bei der die Tiere sehrwohl ernsthaft erkranken und somit nicht unnötig abgeschlachtet werden. Das würde kein Tierarzt auf der Welt beanstanden können, da es auf keinen Fall in seinem Interesse sein wird, seine Kunden (und dadurch sich selbst) durch Töten aller Tiere in den Ruin zu treiben.
        Es gibt auch zwei verschiedene Virenstämme, von denen einer hoch lethal ist und die Krankheit deswegen nicht einfach nach einiger Zeit wieder abheilt. (Kann man auf Wikipedia ganz gut nachlesen)
        Keulung ist nicht schön, aber man versucht dadurch Krankheiten auszurotten und somit Tiere und Landwirte zu schützen.

        Und das Kind deiner Bekannten hatte vermutlich die unter Kindern recht häufige Hand-Fuß-Mund-Krankheit, deren Symptome MKS ähneln, damit aber nichts am Hut haben.

        Den Beitrag finde ich übrigens super! Die Menschen sollten immer wieder auf dieses Thema aufmerksam gemacht werden, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Weiter so!

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        • K. Schick sagt

          Dennoch kann man MKS testen, was nicht getan wird. Sondern gleich ein Abwasch betrieben wird, damit man das Problemchen schnell beseitigen kann. Traurig… Ach übrigens, ich habe Agrarwissenschaften studiert, wo auch Anatomie gelehrt wird mit sämtlichen Krankheitsbildern. Und ich kenne zudem die Zustände auf den Höfen. Und dieses System der Keule sollte schleunigst überholt werden! Nicht nur im Sinne der Tiere, sondern auch im Sinne der Landwirte!

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        • Albrecht Groß sagt

          Wenn Sie das gerade studieren und wenn der Professor das sagt und es womöglich sogar in gescheiten Büchern steht, dann MUSS das auch stimmen. Die Erde ist eine Scheibe; Kinder die sich viel bewegen und „schwierig“ sind, muss man dauerhaft unter Drogen setzen, das Weltall dreht sich um die Erde und Hummeln können nach korrekten physikalischen Berechnungen gar nicht fliegen.
          Das alles ist Wissen, das von Wissenschaftlern belegt, in Büchern niedergeschrieben und aller Welt erzählt wird/wurde. Der Begriff „Wissenschaft“ bedeutet: jemand bekommt Geld dafür, dass er ein „bestimmtes Wissen schafft“. Und zwar genau das Wissen, dass der jeweilige Geldgeber sich wünscht.
          Aus dem Grund haben wir aktuell – wissenschaftlich mehrfach belegt – einen menschengemachten Klimawandel. Und wir haben aktuell – ebenfalls wissenschaftlich mehrfach belegt – keinen menschengemachten Klimawandel.
          Monsantos Genfrass hat den Hunger aus der Welt vertrieben, Nestlè sorgt dafür dass alle Menschen jeden Tag sauberes Trinkwasser haben, Biodiesel aus Palmöl ist gut für die Umwelt und wir brauchen ganz alternativlos Fracking, damit wir nächsten Winter nicht erfrieren – alles wissenschaftlich vielfach belegt.
          Die Realität hat mit Wissenschaft meist nicht viel zu tun, außer dass die Geldgeber von Wissenschaftlern selbige in ihrem Sinne manipulieren und verändern wollen.
          Hätte das System einen Vorteil, wenn Jahr für Jahr zighunderttausende Tiere aus „Seuchengründen“ notgeschlachtet und entsorgt werden (müssen)? Vielleicht die viel zu hohen EU-Förderungen kompensieren? Vielleicht über Manipulation von „Angebot und Nachfrage“ die Preise regulieren/stabilisieren (unterschwellige Planwirtschaft)?

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          • Genau solche Leute wie SIE, Herr Groß, waren im Artikel gemeint mit den Worten: „Du hast keine Ahnung und davon ganz viel.“

            Wie kommen Sie zu Ihren gewagten Aussagen? Haben Sie Ahnung von Physik, von Medizin, Agrarwirtschaft oder irgendetwas anderem? Sie zeigen noch nicht einmal grundlegendes Verständnis von Wissenschaft!

            Um Ihnen ein paar Beispiele Ihres Unwissens zu zeigen:
            – Eine flache Erde ist auf kleinen Skalen so ein gutes Modell, dass man es heute noch für Stadtpläne benutzt.
            – Kinder mit _echtem_ ADHS haben große Probleme im täglichen Leben, wie Ihnen jede Erzieherin sehr deutlich erzählen kann.
            – Hummeln können laut korrekten physikalischen Berechnungen sehr wohl fliegen! Die Behauptung, sie könnten es nicht, kommt von Berechnungen, die von _starren Flügeln_ ausgingen, während Hummeln aber flexible Flügel mit einem Gelenk besitzen.
            – Wissenschaft bedeutet, auf Basis von Modellvorstellungen Vorhersagen zu treffen und die im Experiment zu überprüfen und zwar mit dem Ziel, die Vorhersagen zu widerlegen (falsifizieren) und daraus neues Wissen zu ziehen.
            – Zwischen 1918 und 1920 starben 25 – 50 Millionen (!) Menschen an der Spanischen Grippe, eines Subtyps des Influenza-A-Virus H1N1, zu dem auch die Russische Grippe (Pandemie 1977 – 1978) sowie die so genannte _Schweinegrippe_ 2009 zählt. Dass daran KEINE zig Millionen Menschen mehr gestorben sind, liegt eben genau an der panischen Reaktion darauf!

            Was SIE hier zeigen, wird in der Psychologie Dunning-Kruger-Effekt genannt, „eine Spielart der kognitiven Verzerrung, nämlich die Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen und die Leistungen kompetenterer Personen zu unterschätzen“ (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt).

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          • Björn sagt

            Hahaha,
            Danke NVG!!!
            Auch wenn der liebe Albrecht und Menschen seines Schlages nur schwerlich die Erleuchtung finden werden, deine Worte für sich zu akzeptiere, hast du es mal wunderbar auf den Punkt gebracht 🙂
            Bullseye

            P.s.: grandioser Artikel auch

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          • Homehunter sagt

            Albrecht las Dich nicht von den Unwissenden einschüchtern, manche werden nie den Weg zur Wahrheit finden!

            Und erkennen nicht einmal sarkastische Aussagen!

            NVG – Sie können mir dann sicherlich auch erklären warum es das Medikament gegen ADHS gegeben hat, bevor die Diagnose ADHS Wissenschaftlich erfunden wurde, das Medikament ansonsten keinen Sinn gemacht hätte, und warum man mit 16J plötzlich kein ADHS mehr hat, da es nur bei Kinder vorkommen darf, laut Medizin, und die verbotene Droge Amphetamin, ah sorry in der Pharmaindustrie heißt es ja Metylphenidat, mit der ähnlichen Wirkung wie Kokain, als Erwachsener ADHS´ler, nicht mehr von der Krankenkasse übernommen wird?
            Und sicher können Sie mir auch erklären warum echtes ADHS und Legasthenie besonders bei Hochbegabten vorkommt, so wie z.B. bei Einstein?

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          • Hans Dampf sagt

            Der Artikel ist wirklich sehr gut! Diese Problematik sollte wirklich öfter irgendwo diskutiert und eröffnet werden weil über Ackerbau und Viehzucht wissen die meisten Leute wirklich nicht sehr viel.
            Persönlich finde ich ein guter Artikel vom Bauer Willi.

            Zu Herrn Groß, wegen Leuten wie Ihnen sollten Kommentarfunktionen abgeschafft werden. Es geht hier um Landwirtschaft und nicht um Wissenschaft, und wo auch immer Ihre durchaus fragwürdige Meinung über die Wissenschaft herkommt, ohne die Wissenschaft könnten Sie auf Ihrem Plumpsklo ohne Heizung ihr Gonaden in der Kälte baumeln lassen, der Landwirt könnte mit Pferden pflügen und die technologisierte, bequeme Welt in der wir deutschen leben gäbe es nicht, also sparen Sie sich doch Ihr populistisches Stammtischgeschwätz dafür auf.

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        • Anfang der 70er ist in unserem Ort die MKS ausgebrochen – die Landwirte haben bewusst die bisher nicht infizierten Tiere mit dem Speichel der infizierten Tiere angesteckt. Somit war zwar die ganze Herde (damals höchstens 50 Kühe) befallen, dafür hatte man auch danach die komplette Herde gesund und mit einer natürlichen Immunität versorgt, als die Krankheit wieder abklang (sicher sind einige Rinder dabei verendet- und die Seuche ist alles andere als witzig, aber die meisten haben es überlebt)

          Zum eigentlichen Thema:
          Guter Beitrag Willi – man spricht mir aus der Seele.
          Und zum Thema „Regional“: – gibt es EINEN einzigen vernünftigen Grund, dass das GRUNDPRODUKT Milch aus Bayern (zb Weyenstefan) in den Norden und die Niedersächsische Milch (zb Nordmilch) in den Süden kutschiert wird?
          Die LKW´s grüßen sich Höhe Kassel auf der Raststätte…. mir unverständlich

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      • Tierarzt sagt

        Sorry Hannelore, aber da hast DU keine Ahnung! Solche Aussagen passen genau zum Thema: Keine Ahnung, grosse Klappe, und keine Konsequenz!
        Die MKS kann man nicht mit feuchten Tüchern an der Weiterverbreitung hindern. Die wird kilometerweit auch über die Luft verbreitet, ganz besonders bei kalter Witterung.
        Ein Tier, welches die MKS durchgemacht hat, ist nicht mehr zu nutzen. Das Durchseuchen ist bei der MKS KEINE Lösung! Die Erfahrungsberichte über Leute, die glaubten so schlau wie Du zu sein, und versucht haben, den Krankheitsausbruch in ihrem Stall zu verheimlichen und durchzuseuchen, sind einstimmig und sagen alle, dass die Tiere nachher nicht mehr zu gebrauchen waren.
        Die wirtschaftlichen Schäden sind bei einer Verbreitung der Krankheit immens, das Leiden der Tiere ebenfalls.
        Das ist wie bei der Kinderlähmung oder einer Hirnhautentzündung beim Menschen. Die wenigsten überleben so eine Erkrankung unbeschadet.

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    • Alex sagt

      Toller Beitrag, bin fast ausnahmslos der gleichen Meinung! Natürlich gibt es viele Verbraucher die in ihrem finanziellen Rahmen zu wenig auf die angesprochenen Kritikpunkte achten aber Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass es immer mehr Verbraucher gibt die gezwungen sind auf die billigsten Lebensmittel, Klamotten usw. zurückzugreifen. Da ist neben dem Verbraucher auch ganz klar die Politik mit verantwortlic. Ich kenne ehrlich gesagt wenige Menschen die tatsächlich gerne die schlechteren Lebensmittel kaufen.
      Was ganz anderes noch. Als Wissenschaftler muss ich sagen, dass wir leider keine Hellseher sind! Übertragbare Pathogene wie BSE oder Grippeviren können potenziell tatsächlich sehr gefährlich werden. Wie sich das Pathogen überträgt und wie sich die parhogenität entwickelt kann man allerdings auch mit modernsten Mitteln nicht vorhersagen. Wenn man nichts unternommen hätte u es hätte sich anders entwickelt wäre die Katastrophe perfekt gewesen! Grüße. Alex

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      • Stefan sagt

        Erst einmal: Sehr guter Beitrag und hoffentlich wird er mittels sozialer weit verbreitet um möglichst viele Menschen wach zu rütteln.

        Zum Thema BSE:
        Dies wird durch ein Prion-Protein verursacht, welches in rauen Mengen in Säugetierorganismen vorkommt, das sogenannte PrP, allerdings heisst das krankmachende PrP-Sc. Sc steht für Scrapie, das ist sozusagen BSE beim Schaf und seit über 250 Jahren in Europa bekannt (die Krankheit, nicht das Prion-Protein, versteht sich). Beim Menschen heisst die entsprechende Erkrankung Creutzfeldt-Jacob und zum Zeitpunkt des Ausbruches der BSE-Epidemie waren weltweit ca 13 Fälle von Creutzfeldt-Jacob registriert. Nehmen wir noch einmal soviele als Dunkelziffer an, macht 26 Fälle nach 250 Jahren Latenzzeit. WOW, wahnsinnig gefährlich! Schon das zeigt die Abwesenheit geistiger Kompetenz in den Beschlüssen der verantwortlichen Politiker.

        Wie kann ich mich mit BSE infizieren?

        Da muss man sich richtig Mühe geben! Um zu erkranken muss das PrP-Sc einen Weg in das Gehirn finden. Dafür hat es gemeinhin 2 Møglichkeiten:
        1. Orale Aufnahme, sprich essen, aber es überlebt die Magensäure nicht. Diese Hürde kann man umgehen, wenn man direkt nach dem Erwachen am Morgen, innerhalb der ersten 30 Minuten, als erstes überhaupt ein Stückchen BSE verseuchtes Rindfleisch isst (Wieviele Menschen tuen dies, von Briten mit ihrem Corned Beef abgesehen). Nun schafft es eventuell die Passage durch den Magen, steht aber vor dem nächsten Problem: Es ist zu gross für die Darmbarriere! Okay, sagen wir der Betreffende hat sich eine Darmerkrankung mit Rissen in der Darmwand (z.B. Zoeliakie), dann könnte es funktionieren. Es bleibt aber immer noch die unüberwindliche Blut-Hirn-Schranke, es sei den betreffend ePerosn leidet zusätzlich zu Zoeliakie an einer Hirnblutung, was allerdings die gezielte Aufnahme von Rindfleisch am Morgen kompliziert, aufgrund systemischer Ausfälle…..
        Was bleibt? Genau, Weg 2! Der geht über die Nase, da im Riechfeld die Blut-Hirn-Schranke nicht existiert, will heissen: Betreffende Person müsste verseuchtes Rindfleisch trocknen, zu Mehl mahlen und dann ähnlich wie Kokain durch die Nase ziehen…die sogenannte BSE-Line…das funktioniert!

        Merkt ihr was? Wie haben sich wohl die armen Rindviecher angesteckt? Richtig, aufgrund das das Gros der Verbraucher auf die Geiz-ist-geil-Mentalitaet hereingefallen ist, muss der Landwirt auch Rindfleisch so billig wie möglich produzieren und deswegen wird Tiermehl verfüttert. Einen Pflanzenfresser mit tierischen Produkten zu füttern ist, Entschuldigung, pervers. Aber der Verbraucher will billiges Fleisch. Wenn nun aber auch ein an Scrapie erkranktes Schaf getrocknet und gemahlen wurde, atmet die Kuh dieses Mehl ein (normaler Vorgang beim Fressen) und kann sich so infizieren. Da das kranke Schaf aber sein Mehl verteilt hat, werden mehrere Rinder erkranken!

        Und wer ist derjenige Mensch der der Größten Ansteckungsgefahr ausgesetzt ist? Genau, der Landwirt der die Tiere füttert. Mehl staubt beim leisesten Luftzug…Fuer die meisten anderen Menschen besteht keine realistische Ansteckungsgefahr und ich für meinen Teil würde solches Fleisch bedenkenlos essen…

        Eins noch an dich Willi und deine Kollegen: Ich verstehe euer Problem und danke dir für die offenen Worte. Dennoch muss ich euch sagen, seid ihr an eurer Misere Mitschuld. Wenn das Gros von euch sich einig wäre nicht mehr auf solch Weise Landwirtschaft zu betreiben und ihr keine Knebelverträge von Regenwaldes Mühle, REWE und wie sie alle heissen akzeptieren würdet, wäre das Problem gelöst. Die Preise für eure Produkte wären angemessen und die Verbraucher würden zwar weniger einkaufen, dafür aber bessere Qualität und vor allem weniger wegschmeissen. Angeblich werden ja 30% der Lebensmittel weggeworfen, will heissen 7,5to der Kartoffeln auf dem LKW hätte den Nachbar direkt kompostieren können und er hätte damit noch die Umwelt geschont…

        In diesem Sinne einen angenehmen Sonntagabend.Stefan

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        • Christine Goller sagt

          Aldi ist der Vorreiter beim Preisdumping. Die anderen ziehen nach.

          Der Kapitalismus unterscheidet auch nicht zwischen „normalen“ Arbeitnehmern,
          die auch für immer weniger Lohn immer mehr produzieren, leisten müssen und
          den Erzeugern von Nahrungsmitteln.
          Passt doch zu der letzten OXFAM-Studie, dass die Schere zwischen Arme und
          Reiche immer weiter auseinander geht.
          Dieses System opfert alles: Menschen, Tiere und Umwelt.
          Christine G.

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        • Anonym sagt

          Nur mal als netten Hinweise, BSE steigt vorwiegend neuronal auf!

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        • Mel Pi sagt

          Lieber Stefan,

          da hast Du so was von recht.
          Neulich wollte ich Blut spenden. Zum ersten Mal.
          Im Anamnesebogen war die Frage, ob ich zwischen 1980 und 1996 in GB gelebt habe. Das habe ich bejaht, denn ich habe dort vier Jahre lang studiert.
          Daraufhin bekam ich eine Tafel Markenschokolade verpackt in DRK Papier geschenkt, einen Händedruck und eine Verabschiedung mit den Worten:
          Sie dürfen hier kein Blut spenden, Ihr Leben lang nicht.
          Sie könnten sich mit Creutzfeld-Jacobs-Krankheit infiziert haben, als Sie in GB lebten.

          Seitdem frage ich mich, woher die Briten wohl ihre Blutkonserven beziehen?

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        • Alverus sagt

          Ihre Ausführung zu BSE oder wie es beim Menschen dann heisst nvCJD ist zwar in Hinblick auf ihre Ursache als Prion-Erkrankung richtig, leider wird Ihnen aber weder die Blut-Hirn-Schranke noch die Magensäure helfen. Erstens sind PrP-Sc extrem stabil, zweitens werden sie vom Körper nicht als schädlich erkannt. Deshalb zeigt sich bei einer Transmissible spongiforme Enzephalopathie auch keine Entzündungsreaktion. Nicht einmal das Immunsystem erkennt das PrP-Sc als schädlich.

          Allerdings kann das Risiko zu erkranken wohl als gering eingeschätzt werden, da nur ca. 40% der europäischen Bevölkerung die genetische Präposition haben an nvCJD zu erkranken.

          In wie fern die gesetzlich geforderten Schutzmaßnahmen nötig und sinnvoll sind, möchte ich mich nicht auslassen, weil mir schlicht das Wissen fehlt, was gefordert wird.

          Grundsätzlich kann ich aber das anliegen der Landwirte verstehen, für gute und ehrliche Arbeit auch guten Lohn zu erhalten. Leider scheinen viele von ihnen aber aus idiologischen Gründen selbst dann den Beruf weiter aus zu üben, selbst wenn dem nicht so ist.
          Leider bin ich Teil des Problems, da mein durch die Lehre bedingtes niedriges Einkommen und das Wohnen in einer deutschen Großstadt nicht gut zusammen passen. So muss ich billig einkaufen. Allerdings sieht man am Beispiel des Kartoffelpreises aber auch ganz gut, dass nicht nur der Verbraucher schuld ist. Von dem was der Verbraucher zahlt kommt nur anscheinend nichts beim Landwirt an. Ein Verteilungsproblem meiner Meinung nach. Das macht es für den Landwirt nicht besser, aber es macht für diesen auch keinen Unterschied ob ich TK-Pommes für ca. 4€/kg kaufe oder für 1€/kg. Er bekommt vom Hersteller der TK-Pommes 0,01€/kg egal was daraus wird.

          Alverus

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          • Bauer Willi sagt

            Lieber Alverus
            ich verneige mich in Ehrfurcht vor dir. Habe viel zu BSE dazugelernt und das mit der Blut-Hirnschranke sogar verstanden. Auch ich bin ein Teil des Problems, denn auch ich bin Verbraucher. Bei Lebensmitteln kenne ich mich halt ein wenig aus und kann deshalb so „schlau“ reden. Aber bei anderen Produkten tappe ich in die genau gleiche Falle.
            Danke für Deinen Beitrag
            Bauer Willi

            1+
      • Björn sagt

        Lieber Aex,
        die finanziellen Mittel sind mit Blick auf den Anteil, den Nahrungsmittel in Deutschland an den Ausgaben haben nur ein vorgeschobenes Argument ohne Wert. In Deutschland gibt der Durchschnitt gerade mal ca. 12-15% seines Einkommens für Lebensmittel aus, während für Kippen, Alkohol, das neuste Smartphone etc. immer genug Geld da zu sein scheint. Wenn man sich mal weltweite Statistiken anschaut, dann merkt man, dass die ärmsten der Armen anteilig bis zu 50% ihres Einkommens für Nahrung ausgeben. Je satter eine Gesellschaft wird, desto geringer wird der Anteil.
        Der Grund warum „ärmere“ Menschen (mir widerstrebt es dieses Wort in Deutschland zu benutzen) lieber Fast Food und Discountermist kaufen ist in den meisten Fällen Unwissenheit bzw. die fehlende Motivation über Dinge nachzudenken. Wenn ich zum Beispiel beim guten Bäcker nen vollwertiges Brot kaufe, dann kostet mich das zwar schnell 4-5 €, aber zwei Scheiben davon machen mich zusammen mit zwei Scheiben Käse auch für die nächsten 3-4h satt. Kaufe ich mir statt dessen Toastbrot im Aldi für nen Euro, kann ich davon 10 Scheiben mit 10 Scheiben Käse essen und hab in ner Stunde wieder Hunger. Genau so wenig spart man am Billighuhn, von dem nach dem Braten nichts mehr übrig bleibt, wenn man es mit nem guten BioHuhn vergleicht, dass in Ruhe und ohne Antibiotika wachsen und Muskeln aufbauen durfte.
        Aber diese Erkenntnis ist natürlich besonders für die angesprochenen schmaleren Geldbeutel schwer zu erlangen, da RTL, XBox und co wichtiger sind als sich zu informieren oder einfach mal nachzudenken…

        Vielleicht schaffen es unsere Schulen ja irgendwann mal wieder den Schülern neben den ach so wichtigen Kompetenzen auch logisches denken beizubringen, wie es im humanistischen Bildungssystem der Vergangenheit mal üblich war. Die meisten Eltern, die ich auf der Straße oder in der U-Bahn sehe, können das nämlich definitiv nicht vermitteln.

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        • Kazua sagt

          Lieber Björn,

          mag sein, dass deine Aussagen auf die meisten Menschen zutreffen, aber dennoch nicht auf alle.
          Ich bin Studentin, bekomme kein Bafög und lebe somit von einem kleinem Studentenkredit. Sobald ich meine Miete bezahlt habe, bleiben mir noch ca 250 Euro für meine Telefonrechnung, den Zug um meine Familie zu besuchen, Klamotten, meine Krankenversicherung, Uni-Materialien, Putzmittel und eben auch für Lebensmittel.
          Obwohl ich sicherlich nicht garde ungebildet bin und eins meiner Studienfächer Biologie ist, bleibt da häufig nichts anderes übrig als billige Produkte zu kaufen.

          Somit falle ich genau in die Kategorie der angesprochenen Verbraucher. Dennoch finde ich Willis Beitrag sehr gut und wichtig! Und ich werde versuchen im Rahmen meiner Möglichkeiten mehr drauf zu achten 🙂
          (Und nach dem Studium dann sowieso!)

          1+
          • Ute Graham-Maier sagt

            Meine Tochter studiert und ist über die Familienversicherung abgesichert.
            Ein Tipp am Rande.

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        • Norbert sagt

          Im Allgemeinen möchte ich jetzt nicht widersprechen, nur in einem Punkt.
          Wir geben prozentual so wenig für Lebensmittel aus, weil wir den Löwenanteil unseres Einkommens für Wohnung, Energie und Steuern berappen müssen. Es ist immer alles relativ.
          Aber wie Willi am Anfang schon geschrieben hat, irgendwer bereichert sich in diesem System.

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      • Manuela Dietrich sagt

        Da spricht mir jemand aus der Seele. Ich kenne die Problematik des Landwirts, denn den Beruf hab ich selber gelernt.
        Allerdings gehöre ich auch zu den Leuten, die billige Lebensmittel kaufen. Das liegt allerdings nicht daran, dass ich es so toll finde billig zu kaufen, sondern es mir nicht anders leisten kann.
        Ich habe auch Familie, die Kleidung, Essen und ein Dach über den Kopf braucht.
        Es heißt immer so schön, dass der Verdienst normaler Arbeiter ausreicht. Macht euch doch bitte auch mal klar, dass ein Durchschnittsarbeiter bei uns in der Region 1200 bis 1400 Euro verdient, Frauen im Schnitt 20% weniger. Wenn man dann keine Miete oder Hausdarlehen abzahlen muss, reicht der Verdienst beider Eltern aus sich was zu leisten. Wenn allerdings Miete oder Darlehen dazu kommen und der Mann über diesem noch Kindern zu Unterhalt verpflichtet ist, dann sieht das Ganze schon anders aus. Dann ist nix mit Urlaub, nix mit Markenklamotten, nix mit neuem Auto und nix mit Lebensmitteln zu teureren Preisen. Auch nix mit regelmäßigem Friseurbesuch. ich will jetzt hier nicht jammern, aber manche Leute können sich keine teuren Lebensmittel leisten. Ich bin zufrieden, dass wir durchkommen, aber außergewöhnliches können wir uns auch nicht leisten, weil wir billige Lebensmittel kaufen. Und mal am Rande…Gemüse kaufe ich das ganze Jahr nicht, weil wir unseren Eigenbedarf übers Jahr anbauen zusätzlich zu unseren Vollzeitjobs.
        Grüße, Manuela

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    • Bernd Fischer sagt

      Lieber Willi,

      danke für deine offenen Worte.

      Dein Brief rührt mich und ich möchte dir darauf spontan antworten.

      Ich gebe Euch bei fast allen Punkten recht. Die Misstände sind wirklich himmelschreiend und das System ist völlig aus dem Gleichgewicht.
      das Beispiel der Befragung ist aber auch hinkend. Denn wieviel Regionale Produkte gibt es im Durchschnittsupermarkt noch zum Kaufen?
      Kein Wunder wenn da Absicht und Handlung nicht zusammenpassen, das liegt auch am mangelnden Angebot.
      Ich weiss wovon ich spreche, den ich habe selbst einen Nahversorger und mir mühsam über die Jahre ein kleines Netzwerk an regionalen Lieferanten aufgebaut. denn über den Grosshandel bekomme ich die logischerweise nicht.
      Und von meinen Bauern hier in der Region gibt es auch fast nichts was ich bekommen kann.
      Zum einen sind die Höfe so klein und aufgrund der völlig kaputten Preise müssen dann 90% im Nebenerwerb geführt werden. Keiner baut hier Gemüse oder Getreide an. Fast nur Milchwirtschaft, d.h. das geht zu 100% in die Molkerei, auch aufgrund der Auflagen können sie mir praktisch keine Rohmilch liefern. Topfen, Jogurth machen- haben die wenigen die es gemacht haben längst aufgegeben. Die meisten leben vom Wald.
      Ich verstehe die Sorgen der Landwirte und rege mich regelmässig auch darüber auf. Ich handle da wo ich helfen kann, denn ich möchte auch nachhaltig arbeiten und wenn es meinem Direktlieferanten (sprich auch Bauern) gut geht, dann können sie mir auch langfristig liefern. Ist für mich nur logisch.
      Dazu hab ich vor 2 Jahren zum Beispiel die Aktion Kartoffelhilfe gemacht, als mein Kartoffelbauer das Problem hatte in einem extrem guten Kartoffeljahr die Preise verfallen sind, aufgrund der Überkapazitäten.
      Ich habe von der Situation nur dadurch erfahren, weil ich eben im Kontakt mit ihm als Direktlieferanten davon erfahren hab. Ich habe in dem Jahr den Gleichen Preis beim Grosshandel zahlen müssen und auch meine Kunden haben für die günstigsten Kartoffeln den selben Preis zahlen müssen. Niemand konnte ahnen das aufgrund der 3-4fachen Erntemenge! 3 von 4 Bauern fast keinen Abnehmer gefunden haben und vor dem Aus standen.
      Der Markt funktioniert nicht! war meine Erkenntnis, da die Grossen Ketten mit ihren wenigen Einkäufern tausenden von Bauern gegenüberstehen und diese leicht gegeneinander ausspielen können. Das ist kein Verhandlen auf Augenhöhe. Nur sie haben die Gewinne in dem Jahr eingesackt, ohne darüber nachzudenken, auch im nächsten Jahr diese Bauern vielleicht wieder zu brauchen, denen man durch den zu geringen Preis in dem Jahr zuwenig gezahlt hat. Auch mich hat das wütend gemacht, und darum habe ich gehandelt, ich bin damit an die Öffentlichkeit gegangen und der von dir gescholtene Verbraucher hat sich mit mir solidarisch erklärt.
      Ich habe damals bewusst das gegenteil gemacht was der Handel sonst macht und meinem Bauern 70cent ! das Kilo gezahlt und auf meinen eigenen Gewinn verzichtet, um daraus ein Angebot machen zu können. Dafür konnte er es sich leisten, für jedes verkaufte Kilo ein weiteres an soziale Einrichtungen zu verschenken. Meine Kunden haben beim Kartoffelklauben mitgeholfen und auch Kartoffeln zu eben sozialen Einrichtungen transportiert…keine einzige Kartoffel ist übergeblieben! …nur ein beispiel.

      Mit kommt dein einseitiger Angriff auf die Verbraucher und ihre Gier (ich will nicht abstreiten das es das leider gibt, erlebe es ja täglich), so vor wie der folgende Witz… ein Banker, ein Arbeiter und ein Migrant sitzen an einem Tisch mit 12 Keksen drauf. Der Banker schnappt sich schnell unbeobachtet 11 davon und sagt dem Arbeiter: pass auf der Migrant will an deinen Keks) Wer hat auch in diesem unseren Spiel die wirkliche Macht?

      Ich als selbstständiger Nahversorger kann ein ähnliches Lied singen. Wir sterben ebenso aus. Die Diskonter und Handelsriesen mit ihren Fialketten und dauer Angebotsschlachten…Geiz ist geil…Ich habe bis vor 2 Jahren noch halbwegs leben können von meiner 80 stundenwoche, hab ich mir immerhin ca.1400.- unternehmerlohn (brutto) im Monat auszahlen können. kein 13 und 14 Gehalt. Urlaub eine Woche im Sommer und 4 Tage an Silvester…auch ich habe Kinder die mich fast nie sehen.
      Jetzt hat mir der Gemeinderat mehrheitlich (Umwidmung) einen Billa vor die Nase gesetzt und ich habe im letzten Jahr 1 Verkäuferin entlassen müssen, arbeite nun 100 Stunden in der Woche an 7 Tagen, 18 Stundentage sind leider oft dabei. und habe genau nichts verdient!
      Lieber Willi da sitzen wir im selben Boot. und weisst was mich ärgert?
      das der Bauerbundobmann für den Billa gestimmt hat, obwohl mir seine Frau (noch) Ihr Bauernbrot verkaufen kann. Er ist ein guter Freund vom Grossgrundbesitzer, sein Nachbar…Und ich unternehme alles um hier meinen Beitrag zu leisten, dass es auch den Bauern wieder gut geht. Das sie über die Direktvermarktung wieder ein Standbein und Unabhängigkeit kriegen, das die Verbraucher eben ihre gewünschen Regionalen Produkte auch beziehen können! Warum kapiert der das nicht? das war und ist für mich unbegreiflich! Einige Freunde und auch mein Onkel sind Bauern sie verstehen es auch nicht und ich weiss daher wovon ich rede.
      PS: Thema Lebensmittelverschendung, stimme ich dir auch absolut zu!! In einem durchschnittlichen Supermarkt in Ö werden pro Tag 40 kg weggeworfen! Ich habe zum Ziel gar keine wegzuwerfen und habe in meinem Markt in drei Jahren vielleicht einen Einkaufswagen voll wirklich verdorbener Lebensmittel wegwerfen müssen. der Rest verschenkt, abverkauft oder verwertet. man muss nur wollen!
      Auch da versuche ich aufzuklären.

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    • Michael Schröder sagt

      Tut mir leid, dass ich Euch enttäuschen muss – sicher ist die Deutsche Konfitüren-Verordnung sehr interessant zu lesen. Hätte man das ausführlich gemacht, denn wäre §1 – Anwendungsbereich einem ins Auge gefallen:
      Die in Anlage 1 aufgeführten Erzeugnisse unterliegen dieser Verordnung, soweit sie dazu bestimmt sind, als Lebensmittel gewerbsmäßig in den Verkehr gebracht zu werden. Ausgenommen sind Erzeugnisse, die für die Herstellung von Feinen Backwaren, Konditoreiwaren oder Keksen bestimmt sind.

      Das Verschenken selbstgemachter Marmelade oder auch Konfitüre ist sicher nicht einer „gewerbsmäßigen in den Verkehr bringen“ zuzurechnen.

      Ich gebe Dir, Willi, in vielen Punkten recht. Hier läuft in Deutschland manches schief. Jeder Landwirt sollte auch von seiner Hände Arbeit leben können und aus familiärer Erfahrung weiß ich, dass das oft nicht reicht und die „kleinen“ Landwirte oft nur noch als Nebenerwerbsbetrieb überleben (können / müssen).

      Aber wie schon in anderen Kommentaren angeklungen ist, gibt es in Deutschland immer mehr Menschen, die auf diese Lebensmittel angewiesen sind; die die billigen Mehl- und Gemüsesorten kaufen müssen, damit sie überhaupt etwas im Kühl- oder Vorratsschrank haben. Die angewiesen sind auf die billigen Handelsmarken der Lebensmitteldiscounter, für die selbst die Handelsmarke von etablierten Supermärkten noch zu teuer sind.

      Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer und zum Opfer fallen hier diejenigen, die man vor 20 Jahren noch getrost als Mittelschicht bezeichnen konnte. Heute können diese Menschen nicht mehr von ihrem Lohn/Gehalt ihren Lebensunterhalt bestreiten, müssen beide Eltern arbeiten oder erhalten aufstockende Sozialhilfeleistungen.

      Wenn es hier nachhaltige Veränderungen geben soll, dann müssen wir diese Problematik alle zusammen immer und immer wieder – und egal ob man es hören will oder nicht – ansprechen und bewusst machen; egal, wer da nun vor uns steht.

      Vielen Dank, Willi, für Deine offenen Worte und den Blick aus der Sicht des Erzeugers auf dieses Problem unserer Zeit.

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      • Brigitta Blume sagt

        Alles Quark ääh: „Fruchtaufstrich“.
        Verschenken von Lebensmitteln fällt leider auch unter das „in Verkehr bringen“. Bei Konfitüre erscheint einem das immer etwas merkwürdig, spätestens beim Fleisch sieht man aber ein, daß die Regelungen auch dort greifen müssen. Eine Hausschlachtung zB ist dadurch definiert, daß man die Lebensmittel auch „nur im eigenen Haushalt“ verbraucht (und eben nicht weitergibt). Und entsprechend verhält es sich , wenn man es genau nimmt, mit hausgeschlachteten Erdbeeren.

        Aber siehe oben: keine Regel ohne Ausnahme, hier bei uns empfiehlt sogar die Lebensmittelkontrolle im Falle eines Falles einfach gar nicht Marmelade, Konfitüre oder Gelee zu verwenden, sondern zB „Holundertraum“ und „Zubereitung“. Dafür gibt es dann gar keine Regelungen ^^

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        • Michael Schröder sagt

          §1 – Anwendungsbereich spricht von der gewerbsmäßigen in Verkehr bringen – gewerbsmäßig heißt im Juristendeutsch mit einer Gewinnerzielungsabsicht zu vertreiben. Ein Geschenk unterscheidet sich in diesem Falle deutlich von einer Gewinnerzielungsabsicht. Ausnahmen hierbei sind Werbegeschenke. Sollte Bauer Willi seine „Fruchterzeugnisse“ „-Zubereitungen“ oder was auch immer, dazu nutzen wollen, sich „durch wiederholte Verschenken von Produkten gleicher Art (wenn auch nicht notwendig für die Dauer, so doch für eine längere Zeit und nicht nur vorübergehend) eine Einkommensquelle zu erschließen“, dann spricht der Jurist von Gewerbsmäßigkeit.

          Ob und in wie weit sich die Definition für „HAUS“-Schlachtungen davon unterscheidet kann ich nicht beurteilen.

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          • Brigitta Blume sagt

            Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Die Konfitüren-VO ist ja nicht das einzige Lebensmittelgesetz. Ich hab alle anderen dafür zuständigen Paragraphen nicht im Kopf, ich bezieh mich da einfach auf die hiesige Praxis, im Vertrauen darauf, daß die Lebensmittelkontrolle schon weiß, was sie sagt 😉

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          • Brigitta Blume sagt

            Ein Beispiel noch: wenn man zB etwas als Probe verschenkt, dann muß es trotzdem dem diesem Produkt eigenen Standard entsprechen.

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    • Sabine Ergezinger-Dettmeier sagt

      Das ist so wahr und eine riesige Schweinerei. Diese staatliche Überregulierung macht die Bauern kaputt. Ich möchte keinen giftigen Dreck aus Spanien, Italien oder China. Wir kochen saisonal und ohne Fertigprodukte. Und ich bin gerne bereit, dafür mehr zu zahlen. Sagt uns Verbrauchern, wie wir unsere Bauern am besten unterstützen können. Und denkt auch in anderen Berufssparten mal regional/national. Auch im Gesundheitswesen werden wir zu Tode gespart und wegrationalsiert. Und mit einer irrsinnigen Dokumentationsflut überschwemmt, die das Maß des erträglichen und sinnvollen längst überschritten hat.

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      • nachtigallfan sagt

        Man kann den Bauern direkt helfen, wenn man eine „Solidarische Landwirtschaft“ aufbaut.

        Für ein Wirtschaftsjahr versorgt der Landwirt eine feste Zahl von Kunden mit all seinen Erzeugnissen. Dafür zahlt jeder Kunde monatlich einen bestimmten Betrag, den man auch noch sozial staffeln kann, damit sich auch ärmere Leute gute, regionale Produkte leisten können.
        Dadurch hat der Landwirt im voraus schon die erforderlichen Einnahmen sicher, unabhängig von der Erntemenge, dem Wetter und auch von den Weltmarktpreisen. Der Bürger dagegen weiß, woher seine Lebensmittel kommen und wie sie angebaut wurden. Und wenn er will, kann er gar den Bauern ein wenig bei seiner Arbeit unterstützen, indem er bei der Ernte, beim Stallbau oder was auch immer direkt Hand anlegt.

        Oder man kauft beim Direktvermarkter: entweder in deren Hofladen oder an ihrem Stand auf dem Wochenmarkt.

        Es gibt also so einige Möglichkeiten, wenn man denn will.

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        • Jochen Böhrer sagt

          Spätestens wenn der Kunde beim Stallbau in einen Nagel tritt, gehn die Probleme los. Ich finde diese ganzen besserwisserischen überheblichen („Es gibt also so einige Möglichkeiten, wenn man denn will.“) Abstrusitäten je nach Laune lächerlich oder unverschämt. Sie stellen die Bauern als etwas dümmlich dar und meinen allen Ernstes, auf diese Art und Weise ließen sich von den paar gebliebenen Landwirten 82 Millionen Leute versorgen. Nur weil es eine Handvoll Betriebe gibt, welche das erfolgreich praktzieren. Die sind erfolgreich, weil sie eine Nische bedienen. Die Nische hat vlieelciht noch Platz für eine zweite Handvoll… aber der 11. Einsteiger bringt ess zum Kollaps. WER da dümmlich ist, da lass ich mich nicht drüber aus.

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    • Ich kann die Verärgerung sehr gut nachvollziehen, finde es sehr gut, dass dieser Artikel das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat und so reges Interesse auf sich zieht!

      Wo ich aber nicht ganz zustimme ist, alles auf die Billigmentalität von uns Verbrauchern zuzuschieben. Wenn sich alle Landwirte einig wären, vernünftig zu ackern (ohne Chemie, ohne Monsanto & Co., etc.), und noch wichtiger: den Tieren ein gutes Leben und respektvolles Sterben zu ermöglichen (Platz, Weideflächen, etc.). Wenn sich alle daran halten würden, dass es so etwas grausames wie Massentierhaltung EINFACH NICHT GIBT – dann kostet halt alles Gemüse und alles Fleisch entsprechend mehr. Aber das ist es ja auch wert. Und wir sinds vor allem den Tieren ja auch schuldig, ihnen ein so gutes Leben wie möglich zu bieten, wenn wir sie schon hinterher essen wollen. Das ist ja wohl das Mindeste!

      Die Erzeuger müssen sich einig sein und diese unwürdigen Machenschaften einfach nicht mehr mitmachen. Der Gesetzgeber muss den passenden Rahmen dazu liefern. Und wenn die EU da nicht mitspielen will, dann gibts eben einen Stempel für Deutschland. So dass für die Verbraucher ganz klar ersichtlich ist: dieses Tier wurde anständig (!) behandelt und das da drüben is einfach nur billig. So dass wir VerbraucherInnen diese Wahl überhaupt treffen KÖNNEN. Meist ist das wegen undurchsichtiger Auszeichnungen einfach nicht möglich.

      Und da sind die Verbraucherministerien und eben der Gesetzgeber gefragt. Ich würde mir jedenfalls ein Loch in den Bauch freuen, wenn die Landwirte einfach mal anfangen würden. Einfach mal sagen, wir machen den Wahnsinn nicht mehr mit. Es gibt nur noch anständige Ware von uns. Wer unanständiges Billigzeuch haben will, muss es halt ausm Ausland einfliegen lassen.

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      • Dani sagt

        Liebes Zauberweib, ich glaube, Sie machen es sich da ein bisschen einfach.

        Klar wäre es eine wundervolle Idee, wenn die gesamten deutschen (Fleisch-)Erzeuger geschlossen die Massentierhaltung verbannen und verkünden: „So! Ich schließe jetzt meinen Mastbetrieb und züchte meine Tiere ohne Genfutter und Medikamente auf der freien Weide.“

        Dazu wird es aber mit Sicherheit im Leben nicht kommen, weil – wie der gute Willi schon schrieb – an jedem Betrieb die Existenz eines einzelnen oder vielleicht sogar einer ganzen Familie hängt. Durch eine so drastische Produktionsumstellung, die erstmal auch eine Menge kostet (ganz zu schweigen von dem räumlichen Problem: wo sollen so viele Tiere weiden, um die Deutschen mit regionalem Fleisch zu versorgen?), wird zwangsläufig eine enorme Preissteigerung anstehen und sämtliche Verbraucher, die nicht bereit sind, diese Preise zu zahlen, werden mit Sicherheit über einen kurzen oder vielleicht auch langen Zeitraum aufbegehren und sagen: „So eine Unverschämtheit! Das bezahle ich nicht, sollen die doch auf ihrem Mist sitzen bleiben!“.
        Falls die Produkte überhaupt soweit kommen. Allein der Großhandel kann den Landwirten schon einen Strich durch die Rechnung machen, indem die teureren Produkte einfach nicht abgekauft werden.

        Die finanziellen Ausfälle für die Landwirte sind nun mal absolut nicht abzuschätzen und für diejenigen, deren Existenz unmittelbar an diesem Geld hängt, ist das Risiko des Aufbegehrens mit Sicherheit zu hoch.

        Es ist übrigens nicht so, als hätte so eine ähnliche Situation nicht schon einmal statt gefunden. Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Milchbauernaufstand 2009, als in vielen Teilen Europas Milchlieferungen blockiert wurden und deutsche Bauern ihre Milch weggekippt haben, um gegen die Dumpingpreise zu streiken. Was ist davon geblieben?

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      • Sandra Schobel sagt

        liebes Zauberweib,

        „dann kostet halt alles Gemüse und alles Fleisch entsprechend mehr. Aber das ist es ja auch wert. “

        Dann kauft ein Großteil der Verbraucher halt das importierte Billigfleisch aus dem Ausland…
        Als Nische gut darstellbar, aber nicht geeignet, um die Masse zu ernähren…

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      • Helga Irschik-Schirmbeck sagt

        Das sehe ich genauso.
        Ich würde jedem Landwirt wärmstens empfehlen, auf biologisch-dynamische Landwirtschaft umzustellen. Denn dann erreicht man DIE Verbraucher, die auch bereit sind, für Lebensmittel einen angemessenen Preis zu bezahlen, die engagiert sind, auch für die Natur etwas zu tun und keine Chemiecocktails auf Feldern und Wiesen, Antibiotika für die Tiere und tierquälerische Massentierhaltung und -schlachtung unterstützen wollen. Diese Riesenmastbetriebe und Chemiegrossbauern diktieren die Preise. Da kann kein verantwortlich geführter Bauernhof mehr mithalten, und so lange die meisten Verbraucher nur BILLIG BILLIG BILLIG einkaufen wollen. Der Grund dafür ist meistens nicht ein leerer Geldbeutel : im JAGUAR bei ALDI oder REWE einkaufen und das Billigfleisch von gequälten Tieren einkaufen, weil LEBENSmittel vielen nix mehr wert sind. Deswegen landen auch Unmengen davon im Mülleimer. Auch mit kleinem Geldbeutel kann man im Bioladen Lebensmittel einkaufen, wenn man die richtige Auswahl trifft!!! Über gesunde und hohe Qualität von Lebensmitteln entscheidet letztendlich nur der Verbraucher. Und wie gesagt: wenn Sie, Herr Wohlfahrt, Käufer erreichen wollen, die Ihre Arbeit und Ihre Produkte hundertprozentig schätzen: PRODUZIEREN SIE IN BIOQUALITÄT 🙂

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        • Bauer Willi sagt

          Liebe Helga, lese dazu die Meinung des Kommentars unter diesem. Wer hat denn nun recht? Das könnt ihr zwei ja untereinander ausmachen.
          Bauer Willi

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          • Helga Irschik-Schirmbeck sagt

            lieber willi,

            nun, zu ändern geht nur etwas, wenn man es selbst tut. VON OBEN, von politikern und den landwirtschaftsministern wird immer noch eher MASSE STATT KLASSE unterstützt. deswegen haben irgendwann landwirte begonnen, auf biolandwirtschaft umzustellen, um aus diesem teufelskreis der dumpingpreise, monsanto, dem tierleid, ungesunden produkten und und und heraus zu kommen. und es werden immer mehr: biobauernhöfe und bioläden. das sind zum glück längst keine nischen mehr. diese möglichkeit hat jeder, der das will. sowohl der landwirt als auch der verbraucher 🙂

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    • Jonas sagt

      Lieber Willi,

      ich bin genau einer der Verbraucher, von denen du redest. Ich predige Bio und regional und dann gehe ich zu Aldi und Lidl (und kaufe wenn möglich Bio). Ich bin mir dessen sehr bewusst. Mein Problem: Was macht denn schon den Unterschied zwischen REWE, Edeka, Tengelmann, Aldi und Lidl? Bekommt der Bauer mehr, wenn ich mehr zahle? REWE ist mindestens 50% teurer als der Lidl nebenan und schmeckt nicht besser. Wenn ich wüsste, dass der Landwirt von diesen 50% etwas bekommt, würde ich hingehen. Hab ich aber noch nie gehört. Das gleiche bei Milch. Bekommt der Bauer von Landliebe mehr als von „Ja“? Ernst gemeinte Frage! Da ich davon nichts weiß, handhabe ich meine Einkäufe bisher so: Ich gehe zu Lidl und kaufe soviel Bio wie geht. Mit dem gesparten Geld gehe ich einmal die Woche zum Markt.
      Vielleicht würde hier mehr Vorschriften für Aufschriften doch helfen. Solange ich nicht weiß, was hinter dem Produkt steht kaufe ich nach der Devise: je günstiger desto besser. Was ist deine Meinung?
      Liebe Grüße

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      • Dani sagt

        Lieber Jonas, ich bin mal so frei, meinen Senf dazu zu geben 🙂
        Rewe, Lidl, Edeka & Co, geben sich nicht viel, da hast du schon recht. Ich weiß nicht, wo du wohnst, aber es gibt sowohl für kleinere Gegenden als auch für Städte eigentlich ein paar gute Lösungen:

        – Direkt vom Bauer kaufen. Auf vielen Höfen werden Eier, Obst, Gemüse und manchmal sogar Milchprodukte direkt vertrieben. Der Bauer kann sich die Preise in einem gewissen Rahmen selbst aussuchen und du als Verbraucher kannst dir sogar vor Ort ein Bild von den Produktionsverhältnissen machen.
        Manche Bauern beliefern auch. Ich wohne in einer 300 000 Einwohner Stadt und hier gibt es in der Umgebung Bauernhöfe, die einmal die Woche eine Runde durch die Stadt machen und ihren Kunden die Erzeugnisse direkt an die Haustür bringen.

        – Auf die Marke achten. Und damit meine ich nicht Landliebe oder Müller oder so, sondern Bio-Marken wie z.B. Demeter. Das ist ein Verein, in dem Öko-Bauernhöfe Mitglieder werden können, um so ihre Produkte mit dem Demeter-Logo zu versehen und zu den entsprechenden Preisen zu vertreiben. Zur Mitgliedschaft gehören strenge Richtlinie, die regelmäßig geprüft werden. Falls dich das interessiert: http://www.demeter.de/
        Es gibt noch andere Bio- und Fair-Trade-Siegel, die meisten dieser Produkte werden allerdings nicht in den regulären Supermärkten verkauft, sondern in Bio-Läden oder Reformhäusern.

        (Übrigens: Die „Bio“-Produkte von Rewe, Edeka & Co. muss man nicht unbedingt als Bio bezeichnen. Das Bio-Siegel darf auf das Produkt, wenn es unter den Bio-Richtlinien des Produktionslandes erzeugt wurde. In diesen Fällen werden Joghurts usw. meist außerhalb von Deutschland erzeugt, wo die Richlinien weniger streng sind, und dann anschließend importiert. Einfach mal auf die Produkte gucken, meist steht irgendwo ganz klein mit dran „EU/Nicht-EU Landwirtschaft“. Daher kommen auch die niedrigen Preise.)

        – Auf Märkten kaufen, wie du es schon tust. Im Optimalfall kannst du die Leute sogar fragen, wie die Produkte erzeugt wurden.

        So, ich bin zwar nicht der Willi, aber ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen.

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        • Bauer Willi sagt

          Hallo Dani,
          vielen Dank für die Unterstützung. Aber auch „konventionelle“ Landwirte arbeiten ordentlich, nicht nur Demeter…

          Auf dieser Seite wurde ein „Consumer Guide“ erwartet. Hier ist einer.

          Bauer Willi

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        • Helga Irschik-Schirmbeck sagt

          finde ich wichtig, Dani, dass du erwähnst, dass die Bioprodukte von EDEKA und REWE und ALDI undsoweiter nicht wirklich BIO sind, und dass du auf DEMETER hinweist 🙂

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      • Helga Irschik-Schirmbeck sagt

        lieber jonas,

        LANDLIEBE-produkte sind der pure etikettenschwindel. BIO bei LIDL, ALDI, EDEKA und wie sie alle heißen, kannst du auch vergessen…. wenn nicht DEMETER, BIOLAND oder andere wirkliche BIOLABELS draufstehen. das hat dani ja schon ausführlich erläutert 🙂

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    • Ein lieber Verbraucher sagt

      lieber landwirt

      ich kann deinen frust verstehen. keiner legt gerne drauf, wenn er einer selbstständigen arbeit nachgeht. aber ich denke, du pinkelst hier den falschen baum an. sicher wollen alle billig einkaufen. wenn aber eine ware billig angeboten wird, warum sollte sich der verbraucher sorgen um den preis machen?
      sicher wundere ich mich warum ich für 2,5 kg kartoffeln nur 0,99€ zahlen brauche. trotzdem lade ich sie mir in den einkaufswagen, dasselbe gikt für das kilo schweineschnitzel für 5,90€ weil keiner seine waren unter preis anbieten wird, ist mein gedanke.

      ich/wir die endverbraaucher, können in dieser kette vom feld. bzw stall bis in den supermarkt, am wenisten für den preis, der im laden zu zahlen ist. wenn die einkäufer kommen und dir zu wenig bezahlen, dann musst du das angebot ablehnen- du sprichst dvon ein unternehmer zu sein, wo bleibt da das unternehmerische denken? ihr seid meist auch in landwirtschaftlichen verbänden organisiert. warum wehrt ihr euch nicht? warum schliesst ihr euch nicht mal dahingehend zusammen, diese einkaufspreise der handelsketten zu verweigern? so ganz ohne macht seid ihr sicherlich nicht. ein einkäufer der die ware nicht beibringt, eine handelskette, die bestimmte waren nicht anbieten kann, wird auch seine schwierigkeiten bekommen mit dem verbraucher.
      und eins ist mal ganz sicher, wenn eine bestimmte ware nicht zu dumpingpreisenzu haben ist, zahlt der verbraucher auch den teueren preis. um mal beim schnitzel zu bleiben, ich will mein schnitzel auf den teller, ob das kilo 6, 7,8 oder mehr euro kostet. wer den mehrverdienst einsteckt, ist mir wurscht, wenn du es nicht bist, hast du in deinem unternehmerischen handeln einen fehler drin.

      dein lieber verbraucher

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    • M.O. sagt

      Also der Artikel ist herrlich. Super geschrieben und spricht mir echt aus der Seele. Nur ändern oder verändern wird er nix. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und das dat so bleibt, dafür sorgen schon die BilligPREISE.
      DANKE für deine Offen – und Ehrlichkeit.

      Die Kommentare sind ja wirklich sehr erheiternd. Lange nicht mehr so gelacht.
      DANKE.

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    • H.-J. Leopold sagt

      Richtig ! Und nicht nur erhellend, sondern traurig und weltfremd !!!

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    • Frank Schreppel sagt

      Brigitta, zur Info: „“Nach § 3 Abs. 2 Satz 3 der deutschen Konfitürenverordnung[9] bzw. § 4 Abs. 2 der österreichischen Konfitürenverordnung [10] darf Konfitüre im Sinne des EU-Rechts weiterhin als „Marmelade“ bezeichnet werden, wenn die Erzeugnisse auf örtlichen Märkten, insbesondere Bauernmärkten oder Wochenmärkten direkt an (End)Verbraucher abgegeben werden. „“
      Aber er meint sicher die Eigene für sich Eingekochte.

      1+
    • Peter sagt

      Hallo Bauer Willi,
      ich verstehe Ihre Argumente, die beliebig erweitert werden können. Nicht angesprochen haben sie z.B. das billige Fleisch von Tieren, die von Geburt an nicht artgerecht aufwachsen dürfen. Nur zu einem Zweck möglichst billig und schnell beim Discounter verscherbelt zu werden. Die Verbraucher regen sich über die Zustände in Mastbetrieben auf, lehnen oft die Jagd ab und kaufen die Angebote beim Discounter. Das passt einfach nicht zusammen. Bitte machen Sie so weiter. Nur so kann ein Umdenken in der Bevölkerung erreicht werden.

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    • Josy Behrendt sagt

      Bauer Willi hat absolut Recht, man sollte seinen Brief mehr verbreiten statt zu prüfen ob er nicht zu heftig ist.. Was einem teilweise als essbar angeboten wird, das ist eine Frechheit, nicht dieser Brief. Und jeder der sich hier aufregt ist genau so jemand der wie oben erwähnt nur auf die kleinen Preiszettel achtet. Das Leute auch immer noch beim Discounter Fleisch kaufen ist mir unbegreiflich! Was muss eigentlich noch passieren? Dabei haben wir es ja in der Hand, wir Verbraucher….
      Was soll diese Besserwisserei, Marmelade, Konfitüre, für euch doch eh Hauptsache billig, egal was da drin ist!
      Ich bin froh, dass es noch Bauern wie Willi gibt!

      3+
    • hainer sagt

      Du darfst es auch Marmelade nennen wenn du es in der Produktionsstelle verkaufst

      1+
    • Jörg Dohr sagt

      Wir hatten in unserem kleinen Dorf zu Zeiten meiner Jugend noch drei Vollerwerbslandwirte. Heute muß ich Dörfer weiterfahren, um überhaupt noch Einen zu finden.
      Natürlich ist es für die meisten Landwirte ein hartes Los und Brot, wobei sich der ein oder andere Landwirt auch flexibler zeigen sollte. Ich kannte einen kleineren Milchbetrieb, der diesen aufgeben musste und ihm wurde angeraten Getreide anzubauen zu dieser Zeit.Der Inhaber verweigerte sich und blieb bei den Kühen und ging pleite.
      Ich verurteile auch den Druck durch die Industrie. Ich selber habe von 1980-2008 für einen Lebensmittelkonzern gearbeitet, der „seine Lebensmittel liebt“.Die Einkaufs/Beschaffungspolitik ist unmenschlich und nur an betriebswirtschaftlichen Zahlen orientiert. Dieser Konzern wäre sicherlich pleite gegangen- man verzeihe mir meinen Sarkasmus- wenn dieser z.B für die Milch ein paar Cent mehr bezahlt hätte. Der Verbraucher wäre dort nicht auf die Barrikaden gegangen,wenn das Produkt etwas verteuert im Sortiment erschienen wäre. Wir tanken zu Krisenzeiten für 1,70Euro und ballen die Faust in der Tasche und fahren weiter, aber wenn sich ein Lebensmittel etwas verteuert, schreien wir im Chor der Leidenden so auf, als würden wir morgen verhungern. Doppelmoral! Meine Meinung: Gute Arbeit/gute Qualität gehört vernünftig bezahlt und bezüglich der landwirtschaftlichen Produkte: ein Jack Wolfskin Mantel weniger, zwei Tage weniger DomRep,nicht jede Woche eine Vollwäsche fürs Auto…und die Landwirte würden sich freuen.

      9+

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