Bauer Willi
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„Der Wahnsinn mit…

…dem Weizen“ lautet der Titel einer Reportage, die sich mit dem Export von Weizen nach Afrika befasst und von ZDF Zoom ausgestrahlt wurde. Von der gleichen Redakteurin, Katarina Schickling, stammt auch der Film „Der Irrsinn mit der Milch“.

Über die Titel der beiden Reportagen kann man streiten. In einer medialen Welt, in der nur der noch gehört wird, der am lautesten schreit, scheint es zum guten Ton zu gehören, sich so die entsprechende Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Nun hatte ich Gelegenheit, an der Reportage zum Weizen mitzuwirken. Mir hatte man übrigens in der Vorbereitung gesagt, es ginge um die Weltmärkte bei Getreide, von Afrika war da nur am Rande die Rede.  Fast den ganzen Tag habe ich mir für Frau Schickling und das Filmteam Zeit genommen. Vom Hof ging es zum Feld und weiter zu unserer Genossenschaft, wo wir in schwindelnder Höhe auf den Getreidesilos stehend einen wunderbaren Rundumblick auf die Felder hatten.

Wir haben uns sehr gut unterhalten, ich habe alle Fragen ohne großes Überlegen beantwortet.  Offensichtliche Fehleinschätzungen oder fachlich falsche Aussagen habe ich korrigiert. Zum Ende des Tages, nach rund 6 Stunden, dann die Aussage von Frau Schickling: „Bauer Willi, ich habe heute viel dazu gelernt und in manchem meine Meinung ändern müssen“.  Das hat mich gefreut, und ich habe Frau Schickling gebeten, dies dann auch in der Reportage zu berücksichtigen.

Von den geschätzt 45 Minuten Filmmaterial wurden knapp 3 Minuten gesendet. Von dem, was mir am Herzen lag, nichts. Wenn man die eher banalen Aussagen meinerseits weggelassen hätte, hätte dem Film nichts gefehlt. Im Nachhinein und im gezeigten Zusammenhang fand ich meine Aussagen eher  peinlich. Klar, gemacht habe ich die, aber es kommt halt auch darauf an, was davor und danach an Bilder und Texten kommt. Und das war ganz viel Afrika und Brot für die Welt (Francisco Mari von „Brot für die Welt“ war auch schon im Milch-Film der Experte).

Als ich den Film schließlich gesehen habe, war ich sehr frustriert. Von den guten und offenen Gesprächen bei mir auf dem Hof war nichts übrig geblieben. Statt dessen wurden Zusammenhänge konstruiert, die ich schon vorher kommentiert hatte und die ich auch heute noch für falsch halte.

Mein Fazit: Es ist leider so gekommen, wie ich es befürchtet hatte: Das Konzept des Films stand schon vorher fest, jetzt brauchte es nur noch die passenden Bilder und Aussagen. Und da war ich dann der nützliche Idiot. Denn genau so komme ich mir jetzt vor. Getäuscht, denn es wurde nicht mit offenen Karten gespielt. Meine Einwände wurden nicht berücksichtigt, weil sie nicht in das Konzept passten, dass belegen sollte, dass Deutschland bewusst afrikanische Märkte zerstört. Von Russland, Kanada, der EU, den USA und Brasilien war nämlich nicht die Rede. Und dass Deutschland Weizen subventioniert, stimmt definitiv nicht, weil es keine produktspezifische Förderung mehr gibt.

Ob ich noch mal an so einer Reportage mitwirke? Nach den Titel „Der Irrsinn mit der Milch“ und „Dem Wahnsinn mit dem Weizen“ wird ja wohl als nächstes „Der Blödsinn mit den Hühnern“ kommen. Schließlich wurden ja noch nicht alle Klischees bedient. Von Hühnern verstehe ich aber nichts und damit hat sich das Thema für mich dann ja wohl erledigt. Wenn ich sicher wäre, dass es sich um eine ausgewogene Berichterstattung mit dem fairen Beleuchten aller Seiten handeln würde, stände ich aber wieder zur Verfügung. Aber wie will man das sicherstellen?

Nun gut,  1.200 Aufrufe bei Youtube in einer Woche sind für die Produzenten sicherlich nicht zufriedenstellend. Vom mir aus brauchen es auch nicht mehr zu werden.

Euer Bauer Willi

(Aufrufe 7.462 gesamt, 1 heute)

169 Kommentare

  1. Heinrich Graf sagt

    Willi,
    ich war vor Kurzem auf einer Veranstaltung mit dem Fernseh- und Radiojournalisten Florian Schrei vom Bayrischen Rundfunk. Herr Schrei ist u. a. immer wieder auch bei der Produktion der Sendung unser Land im BR beteiligt.
    Bei der Veranstaltung mit Herr Schrei, bei dem es um das Thema „Landwirtschaft u. Medien – miteinander mehr erreichen“ ging, wurde genau das, was Dir mit Frau Schickling vom ZDF bei der Weizenreportage passierte, von einem interviewten Landwirt bei einem anderen Fernsehbeitrag beklagt.
    Herr Schrei verwies darauf, dass man als Interviewpartner in einem Filmbeitrag das Recht habe, diesen vor der Ausstrahlung zu sehen. Nur dadurch kann ich letztlich sicher sein, dass meine Aussagen durch Filmschnitte und andere Szenen etc. nicht verzerrt oder sogar ins Gegenteil verdreht werden und ich dadurch „vorgeführt“ werde. Dieser Anspruch ist rechtlich verbrieft. Gegen meinen Willen kann der Sender den Beitrag dann nicht mit meinen „missbrauchten“ Aussagen senden. Wir haben als Interviewpartner in Rundfunkbeiträgen Rechte. Diese sollten wir, wenn wir den Eindruck haben, dass wir benutzt werden sollen, im Zweifel nutzen.

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  2. Anderer Max sagt

    Danke für den unaufgeregten Bericht!
    Schade, dass sachliche Medienkritik immer die rechten Pöbler in die Kommentarspalte lockt.

    Aber meint hier irgendwer, wenn der Beitrag von RTL statt einem ÖR produziert worden wäre, wäre das besser geworden?
    Ich denke ja eher, das Gegenteil ist der Fall.

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  3. fingerphilosoph sagt

    Globalisierung bedeutet inzwischen, dass der Verkehr schneller als die Wirtschaft wächst.

    90% der Waren werden auf dem Seeweg transportiert.
    1970 wurden 2.605 Millionen Tonnen/Jahr verschifft.
    2014 wurden 9.842 Millionen Tonnen/Jahr verschifft.
    Seit 1990 hat sich der Seehandel verdoppelt.

    2010 wurden über den internationalen Straßenverkehr 6.388 Billionen (!) Tonnen-Kilometer geleistet. 2050 sollen es dank Globalisierung 31 Billionen Tonnen-Kilometer sein.

    2010 wurden 60.053 Billionen Tonnen-Kilometer auf dem Seeweg geleistet. 2050 sollen es 256.433 Billionen Tonnen-Kilometer sein.

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  4. Mark Rössler sagt

    Die Empörungsindustrie mit nachgelagerten Massenmedien konstruieren sich den Wahnsinn, wie er gerade passt.
    Heute „überschwemmt“ billiger Weizen die afrikanischen Märkte, vor einigen Jahren lag das Problem bei dem zu teurem Weizen (angeblich durch Spekulationen…Sicher nicht durch eine weltweite schlechte Ernte).

    „…
    im Senegal um 100 Prozent und im Sudan um 90 Prozent. Nahrungsmittel wurden für viele Familien unbezahlbar. Die rasant steigenden Preise für Lebensmittel führten zu Hungerprotesten in 61 Ländern.
    …“
    https://www.oxfam.de/unsere-arbeit/themen/nahrungsmittelspekulation

    Sicher ist es für Landwirte, auch uns hier, schlecht wenn die Weizenpreise niedrig sind, der Senegalese wird immer Jammern, wenn er nicht mehr 250€ die Tonne sondern nur noch 140€ bekommt, machen wir ja auch. Aber was in der Reportage daraus gestrickt wird ist einfach lächerlich.
    Die müssten momentan ja alle Trump feiern, der macht ja eigentlich was die Dame „des Wahnsinns und Irrsinns“ gerne möchte, Grenzen schließen… Der Senegal hat seine Weizenproduktion trotz des „Wahnsinns“ in den letzten 20 Jahren sehr stark gesteigert, ausreichend ist die Menge trotzdem nicht, daher ist man dort auf den Import angewiesen. Zu dem hat sich in dieser Zeit die Nahrungsgewohnheit in den Städten dort verändert, weg vom pappigen Fladen aus Maniokmehl, hin zum Weizenbrot.
    Wie die dortigen Anbausysteme sich dort darauf umgestellt haben ist doch die Frage, ohne ausreichende Beratung und Bildung werden die dort kaum ausreichende Weizenerträge erzielen. Was Brot für die Welt dort dann auch noch zum weiteren Problem macht, die versuchen dort ja lieber „traditionelle“ Landwirtschaft zu erhalten, die Produkte sind aber immer weniger zu vermarkten und die Erträge nicht gestiegen.
    Afrika muss seine Landwirtschaft effektiver gestalten und modernisieren, um den steigenden Bedarf an Lebensmitteln zu erzeugen oder man wird dort immer auf riesige Importe angewiesen sein.
    Zum Glück wandeln sich da eine ganze Reihe an Staaten und leben nicht mehr unter der Diktatur der Kirche, emanzipieren sich vom Einfluss der EU. Daran werden auch „Journalistinnen“ aus dem Westen nichts ändern.

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    • Bauer Fritz sagt

      Aktuelle Studie zu Oxfam:
      • Oxfam gab in 2017 mehr für Prostituierte aus
      als die ärmste 1 Milliarde Menschen der Welt verdienen.

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        • Bauer Fritz sagt

          Ich verstehe ihre Ungeduld. Diese Info wird aber dennoch wie üblich nur ausgewählten und wichtigen Multiplikatoren als Breaking-News-Exklusivmeldung zugänglich gemacht. Die vollständige Studie liegt noch nicht vor. Details werden auf Grund noch umfangreicher Auswertung zu gegebener Zeit nachgereicht und dann von unseren Experten der Öffentlichkeit präsentiert. Ich darf sie auf weitere Ankündigung in den Medien verweisen. Danke für ihr Interesse.

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          • AdT sagt

            Hoffentlich geht die Phantasie mit Bauer Fritz nicht durch, wenn er mit seinen Schweinen allein ist. 😉

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            • Bauer Fritz sagt

              Ich weiß ja nicht welche Phantasien ihnen zu oder mit Schweinen einfallen – aber ich bin ja auch kein Anwalt dT.
              Schnitzelphantasien dürften es ja vermutlich nicht sein 🙂

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            • Mark Rössler sagt

              Ich wollte nur auf den Tenor hinweisen, egal ob Brot für die Welt oder Oxfam, die aktuelle Situation ist immer der Untergang und Schuld die globale Welt samt freiem Markt.
              Man wird sicher auch bei Brot für die Welt Artikel finden, die die hohen Weizenpreise anprangern.
              Solche Organisationen leben vom Elend, daher erhalten diese dieses auch. Brot für die Welt hat mittlerweile Milliarden ausgegeben, um das Elend zu erhalten.

              Beide Organisationen können sich nicht frei sprechen vom Missbrauch Abhängiger.

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            • Ottmar Ilchmann sagt

              @Mark Rössler:
              Wo hat Brot für die Welt Abhängige mißbraucht? Haben Sie dafür Belege?

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            • Ottmar Ilchmann sagt

              @Ehemaliger Landwirt: Es liegt mir vollkommen fern, das Fehlverhalten von Oxfam-Mitarbeitern zu verteidigen! Ich halte lediglich einige Behauptungen, die hier aufgestellt werden, für hanebüchen und habe um Belege dafür gebeten. Da kommt aber nichts.

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          • Ottmar Ilchmann sagt

            Wenn die ärmste Milliarde Menschen auf der Welt auch nur pro Kopf 10 € im Jahr verdient, sind das 10 Milliarden €. Hat Oxfam mehr als 10 Milliarden € für Prostituierte ausgegeben?

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Es ist schon verwunderlich, dass sie das Vorgehen von Oxfam Mitarbeitern noch massiv verteidigen.
              Statt ihre volle Kraft den armen Menschen zu kommen zu lassen, feiern die Sexpartys und nutzen junge Frauen sexuell aus. Neben Treffen mit Prostituierten in Haiti und dem Tschad soll es Fälle von Vergewaltigungen und versuchten Vergewaltigungen im Südsudan gegeben haben.

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  5. Sabine sagt

    Einfach mal afrikanisches Ferni gucken und Zeitung lesen, da wird mit einer Mischung aus Stolz und Neid auf Millionair Farmers wie Auréol Sinclair Mbakop oder Martha Otieno geschaut. Allerdings sind das wohl kaum Betriebe, die uns vorschweben… also wenigstens nicht denen die es irgendwie doll finden, wenn Hirse in sowas wie Diemen gelagert wird. Ich mein, wer nicht gerade einen ganz langen Schwanz besitzt, findet diese Lagerung eigentlich nicht besonders doll.
    Ich finde manches was da als gut gemeint, nicht nur in dieser Reportage, über Afrika erzählt wird, schrammt hart am Rassismus vorbei. Immer wieder die selbe Leier vom armen Afrikaner, der sich nicht selber helfen kann … ein ganzer Kontinent mit einer Vielzahl von Völkern und Traditionen, die einfach zu blöde sind ihre Gesellschaften, Ökonomie und Ökologie selber zu entwickeln und zu schützen und daher vom schlauen Europäer wie kleine Kinder umsorgt und gegängelt werden müssen.
    Auch wenn die Nick-Neger aus unseren Kirchen verschwunden sind, scheinen die in den Köpfen immer noch fest installiert zu sein.
    Warum nicht einfach mal davon ausgehen, dass wenn ein afrikanisches Land bestimmte Importe zu lässt, es eine wirtschaftlich clevere Strategie verfolgt und aus den Importen für sich und seine Bevölkerung den maximalen Nutzen zieht? Vielleicht will man ja gar nicht mehr 80% der Arbeitskräfte als Selbstversorger auf dem Land binden, sondern sie für einen anderen Wirtschaftszweig freisetzten. Könnte ja sein, oder?

    https://afrotribune.com/cameroun-lagriculteur-aureol-mbakop-sest-millions-7-ans/

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  6. Mark sagt

    Da Willi die o.g. ZDF Reportage erneut zum Thema macht, habe ich sie mir nochmals angesehen. Je öfter ich mir diese anschaue, desto mehr drängt sich mir der Eindruck auf, das darin gelogen und getrickst wird, was das Zeug hält. Da wird ein senegalesischer Agrarexperte (der sicherlich von Entwicklunghilfegeldern finanziert wird) vorgeführt, der behautptet, europäische Exportpolitik verhindert die Selbstversorgung des Senegals und bringt das Beispiel der franz. Zwiebeln. Allerdings sind im Film weit und breit keine senegalesischen Zwiebelfelder zu sehen, die angeblich in Konkurrenz zu europäischer Ware stehen. Auch keine sonstigen einheimischen landw. Produktionen in nennenswertem Umfang sind zu sehen. Lediglich winzige Projekte, gefördert mit Unsummen Entwicklunghilfegeldern werden quasi als Alibi für die im Film aufgestellten Hypothesen, die ich immer weniger für seriös halte, vorgeführt. Wozu braucht der senegalesische Agrarexperte teure Flyer?? Wohin sind die 1,83 Mio Euro geflossen, für das Projekt mit dem regionalen Brot?? Ein paar Maistüten, die vor der Kamera abgefüllt wurden und noch ein paar Prospekte (schon wieder Flyer)?? 73 Mio Euro für ein neues Schüttgutterminal am Hafen in Dakar, im Film konnte man nirgends eine Anlage für 73Mio sehen, statt dessen alte Bruchbuden und händisch beladende LKW. Die Getreidemühle, sorry, in einem erbärmlichen Zustand, aber die Räumlichkeiten der Herrn Geschäftsführers der Mühle auf allerhöchstem, nobelsten Niveau. Dieses zieht sich wie ein roter Faden durch die Reportage, kommentiert von einem mir dubios erscheindenen Vertreter einer ebensolchen Spendenorganisation. Also sorry, dieser Film ist komplette Vera…g!

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  7. Freudenschuss sagt

    Regierungsfunk abschaffen , Asylantenfreunde, Tiertotstreichler und Schuldkulthomos entmachten ! Orient und Öko Terror ist menschenfeindlich !

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  8. bauer chrischen sagt

    Die Warheit stirbt zuerst.

    Die Hoffnug zuletzt.

    deshalb jetzt erst recht: Arsch hoch Zähne auseinander!!!

    und trotzdem fair bleiben!

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  9. AdT sagt

    Die Argumente in dem von Bauer Willi zitierten Artikel Michael Brüntrups (DIE) und der Sendung schließen einander gar nicht aus.

    Brüntrup: „Mit entwicklungspolitischer Unterstützung können Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Ohne solche Begleitmaßnahmen können EPAs (Entwicklungspartnerschaften) allerdings in der Tat Schaden anrichten.“

    Man muss auch erst mal kluge einfach gehaltene Ausführungen wie die von Brüntrup mit Verstand lesen, Bauer Willi und andere. Gerade die Unterstützung der EU für den Aufbau von Produktionskapazitäten wurde in der Sendung schließlich thematisiert und versucht, sich vor Ort, ganz konkret, ein Bild von den Auswirkungen auf einen bestimmten Markt in Senegal zu verschaffen. Die EU-Kommission wurde um Stellungnahme gebeten, hat aber nur eine pauschale Antwort gegeben. Auch das Statement des BMEL bestand nur aus Allgemeinplätzen. Die Redakteurin kam schließlich zu ihrem eigenen Ergebnis.

    Allerdings war mir das Fazit des Films wa trotz oder auch wegen der dünnen Stellungnahmen der Kommission und des BMEL und auch der Importkritiker zu sehr im Brustton der Überzeugung.

    Ich frage mich aber schon: Welches kurzfristige Interesse können Deutschland und die EU haben, die Produktionskapazitäten für Agrargüter in Afrika auszubauen? Und sind die afrikanischen Regierungen überhaupt stark genug und gewillt, die Interessen ihrer Bevölkerung gegenüber der EU durchzusetzen?

    Werden also die EPAs einschließlich der Mittelflüsse wirklich streng überwacht und evaluiert, oder sind sie – wie nicht selten – nur Alibi, sozialer Anstrich einer klassischen kurzfristigen Interessenpolitik?

    Um Missverständnissen vorzubeugen: Dass globaler Lebensmittelhandel wichtig ist und Afrika Agrarimporte, v.a. Rohstoffe, braucht, u.a. weil einige Staaten auch legitimerweise lieber cash crops wie Baumwolle und Rosen statt Getreide anbauen und exportieren, davon bin ich überzeugt. Das habe ich hier schon mehrfach, auch im Vorgriff auf die Sendung, geäußert. Nur sollte die EU, wenn sie schon Entwicklungspartnerschaften mit afrik. Ländern eingeht, schon darauf schauen, dass sie dort mit ihren Exporten die Märkte nicht kaputtmacht. Dass diese Gefahr besteht, ist jedem unideologisch und klar denkenden Menschen klar, der nicht nur reflexartig komplementär-ideologisch und damit gleichermaßen ideologisch „denkt“.

    Die Gefahr für afrik. Märkte sieht übrigens auch Brüntrup in dem Artikel in „Welt-Sichten“, dem sich Bauer Willi anschließt:

    „Der Anbau von Energiepflanzen – auch großflächig – kann lokal die ländliche Entwicklung begünstigen. Darüber hinaus haben EPAs afrikanische Länder teilweise von unnötigen und schädlichen Importbeschränkungen etwa für Maschinen oder Dünger befreit. Die Marktöffnung geschieht langsam und mit Ausnahmen; mit entwicklungspolitischer Unterstützung können Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Ohne solche Begleitmaßnahmen können EPAs allerdings in der Tat Schaden anrichten.“

    3+
    • Bauer Willi sagt

      @AdT
      Viel Gutes in Deinem Kommentar. Nur ein Beispiel, dass ich Frau Schickling genau so gefragt habe: „Warum soll der ägyptische Berufskollege auf seiner begrenzten Fläche billigen Weizen anbauen, wenn er für seine Frühkartoffeln im April in Deutschland ein Heidengeld bekommt?“ Antwort: „So habe ich das noch nicht gesehen“. Im Film davon nix, nada, niente. Und das war nur ein Beispiel.

      Ich habe vor ein paar Wochen das Thema Geflügelfleisch erörtert. 16.000 t gingen 2016 oder 2017 nach Afrika, davon 3.700 t nach Südafrika. Wenn man die verbleibenden 12.000 t auf die vielen Staaten aufteilt, sind das sehr kleine Mengen. Die wesentlichen Mengen gingen übrigens in drei (3) Länder. Kann man im Artikel nachlesen.

      Bestimmte afrikanische Staaten haben ein Importverbot ausgesprochen bzw. erheben Zölle. Das ist ihr gutes Recht um die heimischen Märkte zu schützen.

      Sehr wichtig die Frage, ob ein Anstieg der Preise für agrarische Produkte weltweit eher nützen oder eher schaden. Das hat Brüntrup sehr gut herausgearbeitet. Er einmal ist es ein Problem, weil die Importe teurer werden. Aber für den afrikanischen Bauern ist es ein Segen, weil er mehr für seine Produkte erzielen kann. Jedes Ding hat also zwei Seiten und die hätten auch dargestellt werden sollen.
      Bauer Willi

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      • AdT sagt

        Ja, man hätte auch die anderen Seiten darstellen sollen, über die Stellungnahmen von EU und BMEL hinaus. Ich vermisse vielfach systemisches Denken in der Argumentation, wenn diese den Namen verdient: Wenn ich A böse finde, kann ich A einfach abschaffen, oder muss ich es vielleicht durch B ersetzen? Und wer oder was ist dieses B? Bei B beginnt es dann erst, interessant zu werden, leider nicht für alle, weil das Freund-Feind-Schema oder die Personalisierung eines Themas (der arrogante Herr, der A vertritt) nicht mehr so gut. Denn B ist auch nicht immer nur freundlich, und der Herr, der A vertritt, wirkt vielleicht arrogant, hat aber gar nicht so unrecht.

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        • AdT sagt

          Sollte heißen „…eines Themas (der arrogante Herr, der A vertritt) nicht mehr so gut _klappt_.“ 😉

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  10. Ottmar Ilchmann sagt

    Hallo Willi, ich wundere mich ein bisschen über dich! Du bist doch ein alter Medienhase und kennst das Geschäft! Es ist doch ganz normal, dass von einem Drehtag nur wenige Minuten im späteren Film zu sehen sind. Das weiß jeder, der schon mal mit Medien gearbeitet hat. Auch Fairness ist in diesem Bereich nicht selbstverständlich. Warum also dieses Selbstmitleid?

    8+
    • Bauer Willi sagt

      Das siehst Du, Ottmar, dass ich doch kein so alter Medienhase bin. Allerdings hatte ich nach den Vorgesprächen schon mit Fairness gerechnet. Gut, ich habe an Erfahrung gewonnen. Das mit dem Selbstmitleid habe ich jetzt geflissentlich überlesen.
      Bauer Willi

      2+
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Umso bemerkenswerter war doch der faire Umgang auf der Abschlusskundgebung der Demo in Berlin, oder ? 😉

        1+
        • Bauer Willi sagt

          Absolut. Und Jochen Fritz hat sich wieder gemeldet. Leider wird aus der geplanten Zusammenarbeit aus bestimmten Gründen nichts.
          Bauer Willi

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  11. Philipp sagt

    Das Problem ist, dass sich die Informationen in solchen Beiträgen beim Zuschauer schnell mischen, wenn man sich nicht wirklich mit dem Thema auskennt. So entstehen Meinungen auf Basis falscher Fakten, auch wenn die Doku rein faktisch vielleicht richtig ist. Aber, wie Willi schon sagte, wird die Meinungsbildung durch das gezielte Weglassen von Informationen falsch bzw. negativ beeinflusst. Das lässt sich auch an der Glyphosatdebatte erkennen.

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  12. Ina Müller sagt

    Lieber Dr. Kremer-Schillings, Sie referieren auf Veranstaltungen, werden zu Talkrunden eingeladen und werden Land-auf, Land-Ab zitiert; dann lassen Sie sich auf einen Filmdreh ein, ohne das Drehbuch und Ihre Rolle darin zu erfragen? Das ist ziemlich naiv.
    Ich habe auf dieser Seite schon viel über den Rolle „der“ Medien gelesen und wie sie und warum sie so arbeiten. Gleichzeitig beklagt man sich in zahlreichen Kommentaren über die fehlende öffentliche Positionierung der Fach- und Berufsverbände? Nachdem ich Ihren Kommentar zu Ihrer Statistenrolle im Film gelesen habe, weiss ich jetzt zumindest warum unsere Berufsvertreter so zurückhaltend sind. Warum soll man sich auf einen Filmdeal einlassen, bei dem die eigene Rolle von vornherein (negativ) festgelegt ist? Die Dramaturgie solcher Filmformate dürfte mittlerweile jedem hinlänglich bekannt sein.

    4+
    • Dorfmensch sagt

      Sehr geehrte Frau Müller,
      aus Ihrem Hinweis entnehme ich, dass die Medien alle Rechte dieser Welt haben oder sich besser sich nehmen und man eine grundlegende Fairness nicht erwarten kann. Wenn Landwirte und ihre Verbände mit Journalisten nicht mehr sprechen wollen, wird das wiederum kritisiert. Ein Teufelskreis.
      Als Ehrenrettung für die journalistische Zunft: es gibt insbesondere auf regionaler Ebene auch Journalisten, die unabhängig und seriös berichten, wenn notwendig auch kritisch.
      Das reine „Nachplappern“ bekannter alternativer Fakten auch gegen die Landwirtschaft reicht nicht für eine wirkliche Information. Die genannten seriösen Journalisten werden offensichtlich keine steile Karriere erreichen, können aber auch in Zukunft ein reines Geweissen haben.

      1+
  13. Heike Müller sagt

    Für solche Fälle gibt es einen Rundfunkrat, an den Beschwerden zu richten sind und der sich damit auseinandersetzen muss.
    Ich selbst bin Mitglied im NDR-Rundfunkrat. Dort werde ich morgen einen Beitrag zum Glyphosat monieren (der allerdings nicht so drastisch war). Hier hat sich im Nachhinein (nachdem ich bei der Funkhauschefin angerufen hatte) schon der Filmemacher mit dem Landwirt in Verbindung gesetzt.
    Es ist trotzdem richtig, dass sich Landwirte wie Du, Bauer Willi, für Dreharbeiten zur Verfügung stellen. man darf die Tür nicht ganz zusperren.

    3+
    • bauerhans sagt

      da gabs eine nordreportage,wo ein biogrossbauer sich sehr arrogant und ziemlich
      dümmlich geäussert hatte.
      schaut man dann nach,wieviel dieser betrieb an zuwendungen bekommt,kommt man aus dem staunen nicht mehr raus.

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  14. Iris Rohmann sagt

    Lieber Bauer Willi,
    wieder einmal finde ich viel „Lügenpresse-Polemik“ in den Kommentaren. Das ist nicht zielführend. Du sagst selbst, es wurde nicht gelogen, sondern „selektiv berichtet“, heizt aber gleichzeitig die Atmosphäre an. Ich schlage vor, Du schickst der Autorin eine offizielle Anfrage auf Stellungnahme, und setzt einen Termin für die Antwort, wenn Du das Gefühl hast, dass wichtige Dinge, die Du gesagt hast, ausgelassen wurden.
    Dann veröffentliche doch bitte die Stellungnahme hier. Mir ist schleierhaft, wie man ernsthafte Einwände eines Protagonisten aus einem Film ausklammern kann, und ich bestehe darauf, dass das nicht üblich ist.
    Ich würde das jedenfalls nicht auf sich beruhen lassen.
    Erst der Redaktion schreiben, wenn da nichts kommt, gehe an höhere Stellen.
    Aber bitte nicht dieses Medien-Bashing, bevor die Sache überhaupt geklärt ist.
    Ich war übrigens letzte Woche wieder auf einem Dreh bei Landwirten… Hoffe, sie werden zufrieden mit mir sein. Sende Dir herzliche sonntägliche Grüße!

    2+
    • Bauer Willi sagt

      Ne Iris, das mache ich nicht. Über genau diese Themen habe ich nämlich mit Frau Schickling im Vorfeld diskutiert. Wie man mit geschicktem Schnitt einen anderen Eindruck erwecken kann. Und genau das hat sie getan. Meine Einwände waren klar und deutlich und sie hat sie verschwiegen.
      Es geht mir nicht um Medien-Bashing sondern um die persönliche Enttäuschung aus dieser Aktion. Aber ich bin reicher geworden: an Erfahrung.
      Bauer Willi

      6+
    • Bauer Fritz sagt

      Stellvertretend für ihre Zunft (und im Bemühen nicht dem einfachen „Medien-Bashing“ zu verfallen) bleiben doch folgende fragenden Feststellungen an sie bzw. o.a Heike Müller bzw. mitlesende KollegInnen:

      *) Denken sie, daß Interviewpartern aus dem „normalen“ Leben, sich eine institutionelle Ochsentour nachträglich und zusätzlich noch antun, wenn sie ohnehin schon den Eindruck haben, daß das was sie in einem Interview gesagt haben irgendwie nicht zur Blattlinie/Sendelinie paßt. Täuschung bzw. Enttäuschung hängen eng zusammen und hinterlassen einen dauerhaften Eindruck und eine bleibende (negative) Einstellung ihrer Zunft gegenüber. Interviewpartner aus dem „normalen“ Leben, stellen sich wohl in den allermeisten Fällen ehrlich und unvoreingenommen ihren KollegeInnen. Da ein im Artikel aufgezeigtes Verhalten hier und auch andernorts nicht das erste Mal sondern schon seit Jahren moniert wird (und ihnen hoffentlich nicht entgangen oder gar egal ist), würde ich meinen, daß ja wohl nicht immer die Interviewten was falsch gemacht haben können, wenn sie das Fehlen eines Mindestmaßes an Ehrlichkeit und Unvoreingenommenheit (viel zu oft nachträglich) feststellen müssen.

      *) Wenn sie heute zu kleineren oder auch größeren Firmen kommen, die im traditionellen Agrarbereich tätig sind, werden sie immer wieder feststellen, daß die Verantwortlichen kein Medien-bashing mehr betreiben, sondern es inzwischen vielfach überhaupt einfach satt haben sich mit Journalisten noch weiter abzugeben. Sie begründen dies unabhängig voneinander, daß sie in meist schon jahrelanger Folge die Erfahrung gemacht haben, daß alle Bemühungen um eine vernünftige Gesprächsverbindung mit Medien immer wieder untergraben oder hintergangen wurden. Das geht hinauf bis zu universitären Einrichtungen, wo Institutsleiter oder – angehörigen wegen fortgesetzter Sinnlosigkeit weitere Kontakte einfach abgebrochen haben. Zitat eines solchen: „Studenten, die wissenschaftliche Grundlagen oder Erkenntnisse nicht verstehen oder zur Kenntnis nehmen , schießen sich im Prüfungsalltag irgendwann selbst ab. Vor Medienvertretern, die gleiches tun, kann man sich leider nur durch Türweisung vor Zeit- und Nervenraub schützen.“ Zitat eines anderen: „Was ich als Leiter eines Institutes zu einem betreffenden Fachthema sage, wird in der Darstellung völlig nebensächlich, sobald eine wo immer auch gefundene sachfremde Einzelperson das Gegenteil behauptet.“ Ob das jenen ihrer Zunft, die sich als Qualitätsmedien rühmen auf Dauer gut tut, wage ich zu bezweifeln.

      *) Sollte ihnen die Diskussion gerade um öffentlich-rechtliche Medien in D-A-CH nicht Anlaß zur Selbstreflexion sein, daß Fairness mit Informationen und Gesprächspartner eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollten und nicht etwas, was diese dann über o.a. Institutionen womöglich noch einklagen sollen. In all den Ländern lautet doch der Hauptvorwurf, daß die Lebenswirklichkeit, der sich ihre Seher/Leser/Hörer gegenüber sehen, massiv von den „Wirklichkeiten“ abweicht, die in ihren Medien wiedergegeben wird. Und dies nahezu unabhängig von der Berufs- oder Einkommensklasse ihrer Kunden.
      Die Frage sei gestattet, wo sie glauben, daß hier der Fehler liegt (sollte sie einen solchen überhaupt sehen).

      6+
    • Dorfmensch sagt

      Sehr geehrte Frau Rohmann,
      haben Journalisten mehr Rechte als Landwirte? Allem Anschein nach: ja, oder sie nehmen sie sich!!

      1+
      • Iris Rohmann sagt

        Sie sollten vielleicht meinen Kommentar noch einmal lesen. Da steht alles über die Rechte von Protagonisten und wie man sie einfordern kann.

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  15. Reinhard Friedrich sagt

    Übel nehme ich das vor allem Brot für die Welt. Francisco Mari weiß sehr wohl wie die wirklichen Zusammenhänge sind aber wenn er eine Kamera sieht spult er seine ideologischen Kommentare ab.Die Wahrheit

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  16. Brötchen sagt

    Morgen, ich habe auch etwas Medienerfahrung. Ich würde an den medienrat bzw. Intendanten schreiben. Ich bewundere politiker, die es schaffen ihre Botschaft rüberzubringen. Man darf nicht so ins plaudern kommen, ganz straff und bestimmt durchziehen und nur eben wohl überlegte Sätze formulieren. Bisher hatte ich Glück, die Redakteure waren ok. Man muss die auch teilweise verstehen, es ist nicht einfach. Teilweise rühren da im Brei mit rum, die man nicht zu sehen bekommt.

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  17. Stef sagt

    Kannst du erklären, was »am Film falsch ist« oder »wo das Klischee bedient wird«? Wo und wie wurde nicht »ausgewogen« dieses Thema behandelt? Fänd‘ ich interessant, deine Sicht auf die geschilderte Situation zu erfahren. Merci!

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    • Bauer Willi sagt

      Hier eine recht ausgewogene Meinung eines anderen Experten, der ich mich anschließen kann.
      https://www.welt-sichten.org/artikel/32706/wir-ruinieren-nicht-afrikas-bauern
      Er arbeitet am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik und ist Wissenschaftler.
      Was mich dazu noch ärgert:
      – andere Exportländer werden nicht erwähnt, nur Deutschland.
      – Es gibt keine Subventionen auf Produkte mehr, auch keine Exporterstattungen
      – Hunger gibt es überall dort, wo instabile politische Verhältnisse herrschen
      – die Infrastruktur ist in vielen afrikanischen Ländern marode (Transport, Lagerhaltung etc.)
      – die Kosten für die Erzeugung der heimischen Lebensmittel sind nicht wettbewerbsfähig
      – es fehlt an produktionssteigernden Maßnahmen, an Ausbildung etc.
      – die Länder können Importverbote aussprechen oder Importzölle erheben. Manche tun dies auch, andere nicht. Warum?
      Bauer Willi

      11+
      • Brötchen sagt

        Die wollen Fakten nicht zur Kenntnis nehmen. Mit Ideologen kann man nicht diskutieren. Wenn man das Mal begriffen hat, weiss man erst zu schätzen wie es ist, wenn man ergebnisoffen Argumente austauschen kann!

        3+
          • Brötchen sagt

            Macht er ja, hat aber null Effekt, der Zuschauer/Konsument, weiss das ja alles nicht. Ein anderes Problem ist, der sich daran beteiligt in dem Fall Willi, stellt ja seine Reputation damit in Frage. Das gilt es alles zu berücksichtigen, wenn man das noch nie gemacht hat, kann man sich nicht vorstellen, was das bedeutet.

            1+
      • Richard Lazarus sagt

        Für eine Laie: Was ist denn der effektive Unterschied zwischen Subventionen und der Flächenprämie?

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        • Bauer Willi sagt

          Im Film wird der Eindruck erweckt, als würde Weizen subventioniert. Das war von mehr als 20 Jahren tatsächlich so. Heute gibt es nur eine Prämie für jeden Hektar, egal was da drauf steht. Wenn man die staatlichen Mittel alle streichen würde, müssten wir von dem Leben, was der Weltmarkt hergibt. Somit haben die keinen Einfluss auf den Produktpreis und würde auch am Export nichts ändern. Das wird aber im Film nicht gesagt.
          Bauer Willi

          2+
          • Brötchen sagt

            Ich bin teilweise so verärgert über manche Beiträge, sodass ich nichts dagegen hätte das ZDF z.b. zu privatisieren. Mal sehen, wie die dann über Subventionen reden. Es ist meines Erachtens sowieso vorbei mit kuscheln, Trump macht ernst. Guter Beitrag gestern auf Arte das „das schwarze herz Amerikas“ über West Virginia.

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          • Richard Lazarus sagt

            Soweit ist das klar. Wieso aber sollte die Flächenprämie keinen Einfluss auf den Produktpreis haben? Bzw. anders herum, kann der Weltmarktpreis denn nicht nur durch die Flächenprämie eingehalten werden? Für mich ist das gleichbedeutend wie eine Subvention, nur eben nicht Ertrags/Export-gebunden.

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      • Stef sagt

        Danke für den Link. Jedoch, so überzeugend fand ich persönlich den Artikel nicht, weil zu generell und abstrakt. Ich find auch Argumente wie „andere Exportländer werden nicht erwähnt“ oder „Hunger gibt es überall dort, wo instabile politische Verhältnisse herrschen“, „Infrastruktur marode“ u.a. der o.g. Argumente zu dürftig, um die in der Doku (und auch in anderen Dokus) dargestellten Problematiken zu entkräftigen oder gar gut zu heissen. Die o.g. Argumente sind meines Erachtens zu einseitig orientiert (nämlich auf »unser (deutsches, europäisches, westliches) Marktsystem«, »unser Wirtschaftsdenken«, unser »Landwirtschaftsmodell«, »unsere Interessen«, ganz allgemein zu Alle-müssen-es-so-machen-wie-wir oder Alle-müssen-sich-nach-unserem-Modell/Denken-richten.
        Auch hier gilt wieder: Die verschiedenen Systeme (EU-Landwirtschaft, Subventionen, Geld-Arbeit, Handel, Import/Export, Abhängigkeiten der Entwicklungsländer, …) sind unglaublich komplex.
        Zentrale Frage für mich: Wie können wir »helfen« Systeme in diesen Ländern zu entwicklen, die die Menschen dort zufrieden(er), gesünd(er), resilient(er) machen? Das ist für mich die entscheidende Ausrichtung. Wie können wir unterstützend wirken? Wenn wir überhaupt wirken… Export von Weizen aus rationeller/industrieller Produktion erscheint mir da nicht wirklich, weder kurz- noch langfristig, sinnvolle Lösung. Egal wie die wirtschaftliche-politische Situation hier oder dort aussieht…
        Gerade am Wochenende ein Seminar gehabt, wo eine Teilnehmerin von der KfW dabei war. Sie verzweifelt an der »Entwicklungspolitik« von KfW und GIZ: Diese »exportieren« halt unser Model in diese Länder, d.h. »grosse Landwirtschaft« mit Abhängigkeiten von Erdöl, chemischem Dünger, Pestiziden und großen Gerätschaften. Wie sinnvoll ist das?
        Naja, wie gesagt, alles sehr komplex. Weshalb Argumentationen in kurzen Kommentaren wohl nicht viel nützen… Sorry…

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      • Ottmar Ilchmann sagt

        Einige Einwände, Willi:

        -Dass eine Sendung im deutschen Fernsehen nur die Beteiligung Deutschlands thematisiert, finde ich erst mal nachvollziehbar. Machst du bei deinen Zahlen zum Geflügelfleischexport übrigens genauso. Wenn man die Zahlen der EU nimmt, ergibt sich ein anderes Bild.
        -Muss man nicht unsere Direktzahlungen auch als eine Art von Exportsubvention betrachten? Gäbe es diese ca. 300 Euro pro ha nicht, wäre Deutschland bei den meisten Agrarprodukten noch weniger weltmarktfähig als ohnehin. Bei reinen Milchbauern macht das z.B. ca. 3 bis 5 Cent pro Liter Milch aus.
        -Viele afrikanische Länder werden von der EU, der Weltbank oder der WTO dazu gezwungen, Importe zuzulassen, sich nicht mit Zöllen abzuschotten, sonst gibt´s keine Kredite und andere Hilfen. Es ist kein Verhandeln auf Augenhöhe!
        -Bei deinen anderen Kritikpunkten stimme ich dir größtenteils zu, gebe aber zu bedenken: Wie komplex soll denn die Darstellung der Sachverhalte in einer vergleichsweise so kurzen Sendung werden?

        3+
  18. Brandenburgbauer sagt

    Schade Willi,das Du als Medienprofi auf solche Leute noch reinfällst.
    Die Geschichte mit Tim Mälzer der damals auf die gleiche Art und Weiße eine
    gutgläubige Bauernfamilie“geleimt“ hat ist auch so gelaufen.
    Erst die Mitwirkenden und Ihre Produkte in den höchsten Tönen loben,um Sie dann erbarmungslos durch den Dreck zuziehen.
    Sei nicht immer so gutgläubig, Du mit Deiner großen Lebenserfahrung.

    1+

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