Bauer Willi
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Wohin damit – Pflanzenschutzmittel ordnungsgemäß entsorgen

Wann haben Sie das letzte Mal in Ihren Arzneischrank geschaut? Ich habe das vor ein paar Wochen getan und alle Medikamente aussortiert, die schon lange abgelaufen waren. Dann habe ich in der Apotheke angerufen und gefragt, wann ich die vorbeibringen kann. Die unerwartete Antwort: werfen sie die in die graue Tonne. So ist es bei uns in NRW.

Landwirte wissen, dass man das mit nicht mehr brauchbaren Pflanzenschutzmittel nicht tut. Dafür gibt es jedes Jahr einen Termin, an dem man diese abgeben kann.

http://pre-service.de/sammelstellen-und-termine.html

Aber warum gibt es die? Es gibt Pflanzenschutzmittel, deren Zulassung abgelaufen ist und von denen es noch Reste gibt. Es kann auch sein, dass Pflanzenschutzmittel unsachgemäß gelagert wurden und durch Frost unbrauchbar geworden sind. Es kann auch sein, dass man bei Opa im Schrank aufgeräumt hat und da noch Mittel gefunden hat, deren Namen man kaum noch kennt. Soll nicht vorkommen, gibt es aber. Übrigens nicht nur bei Landwirten, sondern auch bei Privatanwendern und gewerblichen Unternehmen. Auch die können Produkte an diesen Terminen abgeben.

Was sollte man noch wissen: Die Packungen müssen dicht verschlossen sein, das Etikett sollte noch lesbar sein, man sollte einen Ausweis mitbringen, denn es gibt einen Übergabeschein der auch als Rechnung dient. Die Kosten für die Entsorgung betragen 2,95 € pro kg plus MwSt für jeden, der anliefert. Wer sonst noch Fragen hat, kann sich an die kostenlose Hotline wenden: 0800/3086001. Es geht tatsächlich sofort jemand dran.

Die Aktion PRE (Pflanzenschutzmittel Rücknahme und Entsorgung) wird von der Fa. RIGK im Auftrag des Industrieverbandes Agrar durchgeführt. Die gleiche Firma sorgt auch für die Rücknahme von Pflanzenschutzmittel-Kanister (PAMIRA). Und dann gibt es noch ein Rücknahmesystem für Agrarfolien.

 

 

 

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24 Kommentare

  1. Bertram sagt

    Jedes Jahr verpflichte ich die PSM Anwender hunderte kilo an nicht zugelassenen und nicht genutzten PSM zu entsorgen. Lagern von Gefahrstoffen ist gefährlich. Auf Wiederzulassung zu hoffen wird sowieso nichts mit neuer Nummer. Ich hoffe auf just in time in der exakt benötigten Menge. Verschleppung ist ein kontrolllierbares Risiko, nicht wie die Politik. Grüße vom Prüfer

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    • Bauer Willi sagt

      Sorry, aber welcher Landwirt lagert „hunderte Kilo“ an nicht zugelassenen PSM? Ich bin ab und zu an solchen Abgabeterminen, da geht es fast immer um Reste und Kleinpackungen.

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  2. Thomas Apfel sagt

    Passt vielleicht nicht ganz zum Thema, aber ich bin sowieso gerade geladen wegen der Corona-Maßnahmen. Ich habe gerade den neuesten Rundbrief des BOG (Bundesausschuß Obst und Gemüse) erhalten. Da ging mir bezüglich des obigen Beitrags gerade so durch den Kopf: „schön, dass wir solche wirklich gut funktionierenden Pflanzenschutzmittel-Entsorgungssysteme haben, nur werden wir in Bälde nix mehr zu entsorgen haben“.
    Während die Fachgremien (endlich) den Ernst der Lage beschwören, der ganze Rundbrief ist vom Thema Pflanzenschutz dominiert, darf sich der BUND wieder über die „Gefährlichkeit von auch neuesten insektiziden Wirkstoffen (Movento als Mittel) für die Biodiversität“ auslassen. Wir erwarten im Frühjahr 2021 eine Maikäferinvasion ohne ein einziges wirksames Insektizid (Thiacloprid weg, Movento nicht zugelassen und Dimethoat, als wirksamste Waffe, sowieso verschwunden) Wir hatten beim Zaun setzen am Wein bis zu 7 fette Endstadiums- Engerlinge je Spatenstich gefunden.
    Wir lassen die Zerstörung jeglicher Möglichkeit zum Resistenzmanagement zu, ohne auch nur im Ansatz eine „biologische“ Bekämpfungsmöglichkeit, oder irgendeinen nennenswerten Fortschritt in der Resistenzzüchtung zu haben. Im Bio-Obstbaubetrieb bei uns liegen die Ausfallraten/Befallsraten bei Apfelwickler über 40 %, weil die gegen die Virenpräparate resistent sind.
    Die Wirkung von Insektiziden „auf weit entfernte Naturschutzgebiete“ kann ich durch eigene Untersuchungen sofort ad Absurdum führen. Ich habe im Frühjahr entschieden neben einem normal gepflegten und behandelten Bestand, 5 Reihen (die eigentlich gerodet werden sollten) nicht zu behandeln und die Auswirkungen zu dokumentieren.
    Die Wirkung der PSM-Maßnahmen (im „Gesellschaftssprech“ Spritzungen) reichen genau 3 m über den behandelten Bereich hinaus. Ich verwende keine Abdrift mindernden ID-Düsen, sondern ATR Hohlkegeldüsen als Standard. Bereits die zweite Reihe neben der Behandlung ( 6m Abstand) hat 15 % Befall durch Apfelwickler nebst sichtbarem Schorfbefall (Braeburn). Die 3. bis 5. Reihe haben Apfelwicklerbefall zwischen 35 und 47 % der Früchte, ähnlich wie bei den unwirksamen Bio-Behandlungen mit Madex-Virenpräparaten. Links und rechts unmittelbar neben dieser Anlage befinden sich die Randstrukturen, in denen wir über 40 Tagfalterarten nachweisen konnten. Unser Pflanzenschutzamt hat Wicklerauftreten und Befall dokumentiert, vielleicht kann ich die zu einer gemeinsamen Veröffentlichung bewegen. Wir haben dem BUND und NABU-Geschwätz bislang viel zu wenig entgegen gesetzt.

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    • @Thomas

      „Wir haben dem BUND und NABU-Geschwätz bislang viel zu wenig entgegen gesetzt.“ Genau dies ist der springende Punkt!! Mit Fakten, sauber aufbereitet, aus der Praxis, so wie Du es hier aufzeigst ist m.E. die einzige Möglichkeit, die NABU-Ideologen zu entzaubern und die Deutungshoheit zurück zu erlangen! Insofern meine höchste Hochachtung vor Deiner Arbeit und Deinen Ausführungen hier. Diese Vorgehensweise muss auf alle (Problem)-Bereiche der LW übertragen werden! Der Kurs des Berufstandes, mit widerspruchslosem Dialog mit NABU&CO ohne eigene Expertise führt gerade weg in den „Untergang“.

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  3. Friedrich sagt

    SEEVERS

    Also noch mehr Kontrollen ? Ich habe 58 Kontrollen in den letzten Jahren hinter mir. Schnauze voll von der ständigen Gängelei. Ich wohne einfach zu dicht bei Hannover. Da haben die Kontrolleure eine kurze Anfahrt und sind Mittags wieder zu Hause und schreiben den ganzen Tag dafür auf . So läuft das !! Sechs Organisationen rücken hier an und einer wichtiger als der andere. Die Medien berichten von alle 10 Jahre eine Kontrolle . Das ich nicht lache. Je weiter weg von der Stadt , desto weniger. Die sollen mal ihre eigenen Leute kontrollieren und die mal 8 Stunden je Tag arbeiten lassen. Was die Kontrolleure wohl im Frühjahr beim Lockdown gemacht haben ? Bei uns haben die Verwaltungsleute die Müllabgabe – und Grüngutplätze überfallen . Dort mußten Einweiser den Verkehr regeln . Teilweise wurden Straßen gesperrt. Deshalb habe ich meinen im Januar beantragten Personalausweis immer nich nicht . Warum wohl ?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Da musste mal die Verwaltung flott machen, meiner kam innerhalb von 3 Wochen.

      PS: Habe den Mädels vom Amt erklärt, dass die schönsten Mädels von der Gegend im Rathaus arbeiten, viel leicht lag es daran. 🤣

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    • Bertram sagt

      Hallo Friedrich, die letzten Jahre hattest du 58 Kontrollen! Ich hatte neulich einen Ackerbau betrieb mit 4 Kontrollen in 20 Jahren. Wieviel ist recht? Wieviel ist richtig? Ich finde dass die Lw damit offen und transparent Lebensmittel erzeugen! Und ich finde auch dass der Ackerbau ein solches GAP gebrauchen kann. Willst du dich in ein Flugzeug oder Auto setzen ohne QM? Eher nicht. Dass die Prüferei teils ins Marketing abgleitet, ist (und wird noch mehr werden) auch eine Auswirkung des green washing des Handels. Je mehr Labelprodukte, desto besser die Nachhaltigkeit. Sorry, wir werden nichts daran ändern können.. ausser Hunger

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  4. Oberländer sagt

    Schön das Du das hier in deinem Blog thematisierst .
    Eine Frage hätte ich aber noch dazu, lieber Willi.
    Muss ich leere PSM-Verpackungen über Pamira entsorgen oder
    kann ich das auch bei anderen Entsorgern ?

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    • Thomas Apfel sagt

      Das geht bei jedem privaten zugelassenen Entsorger (bei uns Veolia z.B.)zu jeder Zeit. Ist auch nicht so wahnsinnig teuer. Große Vorratskäufe mache ich nicht mehr, seit bei einem Einbruch im Frühjahr vor 10 Jahren mal alle geschlossenen Verpackungen mitgenommen wurden (bei mir rund 40.000,- € Schaden). Die haben in einer Nacht bei uns damals bei 10 Bauern abgeräumt, und zwar genau in der Nacht, nachdem Raiffeisen (FGL) alle Bauern beliefert hatte. Da hatte Jemand Kenntnisse über die internen Abläufe.

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    • Ja,
      das ist eine schöne Einrichtung
      ich habe schon so lange auf so etwas gewartet, denn die Kunststoffkanister sind doch viel zu schade um sie einfach zu verbrennen.

      Der Wertvolle Rohstoff kann doch nochmal verwertet werden.

      In anderen Brunchen wird das doch auch gemacht!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Inga, woher willst du wissen, dass die Kanister wiederverwertet werden….ich gehe von 100% Verbrennung aus…..oder einfach nach China, ohne zu Waschen in die Fleeceproduktion! 😎

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        • Da ist doch ein LINK, wo drin steht, dass sie zu Stromkabelisolierung verarbeitet werden.
          Die Denkel können nicht verarbeitet werden, weil da zu viel Gemisch von Kunstsoffen drin sind
          und vielleicht noch Rückstände von dem verschiedenen PSM drin sind.

          Wenn Bauern was machen, dann machen sie es richtig!

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      • Gloria sagt

        Bei Pamira werden die leeren PSM-Kanister gewaschen, geschreddert und zu Regranulat verarbeitet. Das Regranulat wird in neue Produkte verarbeitet.

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        • Ja Gloria,
          das hatte ich ja gelesen!

          Das Ausspülen der Kanister von den Bauern wird wohl nicht ausreichen.

          Und die Deckel bekommt man auch im Pamira nicht ausreichend sauber genug?

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  5. Reinhard Seevers sagt

    Könnten die QS- Kontrolliere nicht ein Auge auf die Ablaufdaten haben, die monieren doch jeden Furz. Dann wäre immer alles Up to Date…..😬

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    • Bauer Willi sagt

      Es geht nicht um die Ablaufdaten. Es werden z.B. Pflanzenschutzmittel verboten, für die es keine Aufbrauchfrist gibt.

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      • Reinhard Seevers sagt

        …sorry, aber auch das könnten die CC- Kontrolleure oder die QS – Kontrolleuere mit abwickeln. Oder stehen die Sachen etwa nicht in einem sichtbaren zugelassenen Giftschrank, sondern hinter den Gummistiefeln?
        Also wenn ich sehe, welchen Aufstand die Tante bei meinem Bruder veranstaltet, weil ein Mittelchen nicht unten sondern oben im Schrank zu positionieren ist, dann sollte das doch wirklich kein Problem sein.

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        • Smarti sagt

          Es gibt extra unangemeldete Kontrollen, wo der Spritzen-Tüv und der Ausweis, dass du spritzen darfst angeschaut werden. Es ist auch vorgeschrieben wie die Mittel aufbewahrt werden- auch das wird streng kontrolliert – und es wäre wohl nicht sehr ratsam, alte ( unterdessen verbotene ) Mittel aufzubewahren. Betrifft uns nicht mehr, wir sind darüber auch nicht traurig :). Ach ja, wir mussten auch mit Anlieferschein nachweisen, dass unsere paar leeren Kanister von der Pamira entworgt wurden. Alle drei Jahre eine Stunde Autofahrt und 30 min Wartezeit für etwa 30 leere Plastikflaschen.

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  6. bauerhans sagt

    die kunst ist,nur die mittel einzukaufen,die man verbraucht.
    bei den schweinen ist es so,dass man ein fläschchen für eine bestimmte anzahl tiere vom tierarzt bekommt und im anwendungsbeleg muss man notieren,dass alles innerhalb von 4 wochen verbraucht ist,soweit die theorie.

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    • Smarti sagt

      Bei den Preisen machst du das freiwillig. Lässt sich ja auch gut berechnen und die Gebinde gibt es in vielen Grössen.

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