Bauer Willi
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Wenn Veganer konsequent wären…

Ein Gastkommentar von Marian E. Finger, der sicherlich zu einigen Diskussionen führen dürfte. Und wie immer: Gastartikel geben die Meinung des Autors/Autorin wieder

Wenn Veganer konsequent wären …

Wir haben bei Bauer Willi schon oft über den Veganismus diskutiert.
Besonders in Erinnerung sind mir die Kommentare von Thomas B., der
glaubt, dass Veganer konsequenter sind als Vegetarier, sowie die
Kommentare von Jürgen D., der argumentiert, dass Veganer, die den
Verzehr von empfindungsfähigen Lebewesen rigoros ablehnen, weder
Tiere noch Pflanzen essen dürfen, da auch Pflanzen Gefühle haben.
In Sachen Logik und Konsequenz geht es ums Prinzip, ums Grundsätz-
liche. Wenn Veganer sagen, dass sie keine Tiere essen, weil Tiere von
einigen Bauern misshandelt werden, ist das so, als würden sie auch die
Benutzung von Messern kategorisch ablehnen, weil Jack the Ripper und
andere Serienkiller bei ihren Verbrechen schon mal mit Messern
zugestochen haben. Aus Einzelfällen lassen sich keine Prinzipien
ableiten. Deshalb lasse ich Überlegungen dieser Art hier weg.
Ich befasse mich in diesem Beitrag aber auch nicht mit den landwirt-
schaftlichen Realitäten. Das wären Fragen, ob die Landwirte ohne tieri-
schen Dünger ihre Äcker bestellen können. Oder was mit dem ganzen
Grasland passiert, wenn es keine Grasfresser mehr gibt. Nein, ich gehe
in diesem Beitrag mal ans Eingemachte. Es geht um die Frage, ob Vega-
ner in ihrem Denken konsistent und in ihrer Haltung konsequent sind.

  • Veganer essen nichts, was man vorher töten muss.

Tierrechtler und Veganer essen kein Fleisch, weil sie anderen Lebe-
wesen Leid ersparen und deren Tod vermeiden wollen. Zwischen Leid
und Tod wird dabei meistens gar nicht unterschieden. Doch auch das ist
ein anderes Thema.

Nun aber: Leben definiert sich gerade dadurch, dass es mal zu Ende
geht. Alles, was lebt, muss eines Tages sterben. Pflanzen tun das, indem
sie mit der Fotosynthese aufhören und verwelken. Tiere, indem sie mit
der Atmung aufhören und verwesen. Wenn Veganer nicht für den Tod
von anderen Lebewesen verantwortlich sein wollen, dürften sie, wenn sie
denn tatsächlich konsequent wären, entweder nur Dinge essen/trinken,
die nie gelebt haben (Wasser) oder Dinge, die bereits eines natürlichen
Todes gestorben sind (aus Altersgründen abgestorbene Pflanzen und
natürlicherweise verendete Tiere). Sie müssten also eigentlich Aas- und
Kompostfresser werden. Stattdessen sind sie Pflanzenfresser und
nehmen das Töten von Pflanzen bewusst in Kauf. Sie haben nicht mal
ein schlechtes Gewissen dabei. In Bezug auf den Anspruch, nicht töten
zu wollen, ist das nicht wirklich konsequent.

  • Veganer essen nichts, was empfindungsfähig ist.

Veganer argumentieren, dass Tiere Emotionen haben und Pflanzen
nicht. Aus diesem Grund essen sie nur pflanzliche Produkte. Ob Pflan-
zen Emotionen haben, wissen wir allerdings nicht. Über das Innenleben
anderer Lebewesen wissen wir nur das, was sie uns mitteilen bzw. was
wir verstehen. Möglicherweise sind wir einfach zu dumm, um Pflanzen
zu verstehen. Tiere verstehen wir häufig auch nicht. Oft verstehen wir ja
nicht mal unsere Mitmenschen. Würden Veganer konsequent denken,
müssten sie zugeben, dass sie weder über das subjektive Empfinden
einer Kuh, einer Zwiebel oder einer Qualle wirklich Bescheid wissen.
Weil Veganer die Kuh nicht essen wollen, die Zwiebel aber doch, spre-
chen sie der Kuh Empfindungen zu, während sie diese der Zwiebel
absprechen. Die Zuordnung von Emotionen ist willkürlich. Schließlich
sind Pflanzen Eukaryoten wie Tiere und Menschen und teilen bis zu 40%
ihres Erbguts mit uns.

  • Veganer essen nichts, was ein Nervensystem hat.

Vielleicht reden sich Veganer nun darauf hinaus, dass es ein zentrales
Nervensystem braucht, um empfindungsfähig zu sein oder um sich mit-
teilen zu können. Tatsächlich können wir aber nicht mit Sicherheit
wissen, ob es unbedingt ein zentrales Nervensystem braucht, um etwas
zu empfinden oder um intelligent zu sein. Wir glauben das, weil wir
selber ein zentrales Nervensystem haben. Aber lassen wir mal solche
Einwände beiseite. Wenn es so wäre, dass man nur essen soll, was kein
zentrales Nervensystem hat, dann würden Veganer außer Pflanzen
konsequenterweise auch Muscheln, Würmer, Gliederfüßer, Insekten,
Bakterien und allerhand andere eklige Sachen essen. Tun sie normaler-
weise aber nicht.

  • Nichtmenschliche und menschliche Tiere

Veganer halten der Gesellschaft vor, dass die Abgrenzung des Men-
schen vom Tier willkürlich ist. Das ist Speziesismus, sagen die Veganer,
also die moralische Diskriminierung von Lebewesen aufgrund ihrer Art-
zugehörigkeit. Veganer sprechen lieber von nichtmenschlichen und
menschlichen Tieren als von Tieren und Menschen. Die Unterscheidung
zwischen Tier und Pflanze ist aber genauso willkürlich wie die zwischen
Mensch und Tier. Grundlegende Strukturen wie einen Zellkern teilen wir
nicht nur mit Tieren, sondern auch mit Pflanzen. Wir sind alle Teile des-
selben Lebensbaums.
Wären Veganer konsequent, würden sie nicht nur von nichtmenschlichen
und menschlichen Tieren, sondern auch von nichttierischen und tieri-
schen Lebewesen sprechen, wenn sie Pflanzen und Tiere meinen. Tun
sie aber nicht, weil sie damit den Unterschied zwischen Tieren und Pflan-
zen auflösen würden. Diesen Unterschied müssen Veganer aber unbe-
dingt aufrecht erhalten, denn sonst dürften sie in der Logik ihrer eigenen
Moral keine Pflanzen essen. Veganer praktizieren also denselben
Speziesismus, den sie den Fleischessern vorwerfen. Sie diskriminieren
Pflanzen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Konsequenz geht anders.

  • Das Ende der Zivilisation

Veganer fordern, dass kein Tier für menschliche Bedürfnisse benutzt
werden soll. Da es in der Logik von Veganern aber keine Abgrenzung
zwischen Mensch und Tier gibt, müssen sie das, was sie für Tiere for-
dern, logischerweise auch für Menschen fordern. Also darf kein Mensch
einen anderen benutzen. Dies wäre das Ende der arbeitsteiligen Gesell-
schaft, denn die besteht ja gerade darin, dass einer den anderen
benutzt, um seine Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn wir uns die Haare
schneiden lassen, benutzen wir den Friseur. Und wenn wir Brot kaufen,
benutzen wir den Landwirt, den Bäcker und den Verkäufer. Wären Vega-
ner konsequent, würden sie als Eremiten leben und sich mit allem selbst
versorgen. Nur so können sie sicher sein, niemanden zu benutzen. Es
wäre das Ende von allem, was wir als Zivilisation bezeichnen.

  • Kinderlos

Veganer wollen Leid und Tod vermeiden, indem sie die Tierhaltung
abschaffen. Veganer sagen, nicht zu existieren ist besser für eine Kuh,
als Milch zu geben und nach sechs oder sieben Jahren getötet zu
werden. Da Veganer aber den prinzipiellen Unterschied zwischen
Mensch und Tier aufgehoben haben, muss es auch für Menschen besser
sein, wenn sie wie die Kuh erst gar nicht geboren werden. In dieser
Logik ist also Kinderlosigkeit die einzig moralisch einwandfreie Haltung.
Mit dieser Schlussfolgerung konfrontiert, werden sich Veganer wahr-
scheinlich darauf versteifen, dass sie lediglich die Nutztiere abschaffen
wollen, also Tiere, die benutzt werden. Das ändert aber nichts an der
Sache. In einer arbeitsteiligen Gesellschaft werden alle von allen irgend-
wie benutzt. Wenn wir schon mit Tieren auf dieselbe Stufe gestellt
werden, dann sind wir Nutztiere und keine Wildtiere.

Fazit

Wenn Veganer*innen wirklich konsequent wären, dann wären sie kinder-
lose Aas- und Kompostfresser, die außerhalb unserer arbeitsteiligen
Gesellschaft leben. Innerhalb einer Generation würden sie aussterben.
Noch konsequenter wäre es allerdings, den Veganismus wegen all
dieser Inkonsequenzen nicht mehr so wichtig zu nehmen. Dann könnten
auch Veganer zu dem Schluss kommen, dass es wohl am besten ist,
wenn jeder Mensch das isst, worauf er Appetit hat.

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89 Kommentare

  1. evonik sagt

    Man kann sich ja die Argumente pro und kontra hier durchlesen, aber Neues ist ja nichts dabei. Im Prinzip ist es für mich aber Zeitverschwendung , weil ich so denke:

    Man liest immer wieder, dass Menschen Nährstoffe aus tierischen Produkten besser verwerten können. Das haben die Götter wohl so programmiert und jetzt werden die Götter wohl auch nicht wollen, dass wir ratzfatz darauf verzichten. Wenn derdiedas Menschs für pflanzliche Produkte konstruiert wären, würden sie Nährstoffe aus Pflanzen besser verwerten können.

    Veganismus zu predigen ist für mich (zumindest) versuchte Körperverletzung.

    Lieb denke ich sind die Leute aber schon. In einem Lokal, in dem ich öfters verkehre, ist ein paar Mal die Antifa aufgetaucht und die waren auch sehr nett. Solange sie kein Kontra bekommen. Wenn es mit Liebe nicht funktioniert, dann verbreiten sie die Liebe aber auch mit Gewalt und dann kommt ein Ton raus wie hier:

    Veganer Extremist
    17. August 2025
    Dümmster Text, den ich seit langem gelesen habe. Aber wenigstens hast du versucht, ein paar biologisch-wisesenschaftliche Begrifflichkeiten einzubauen, die jedoch nicht das gänzliche Fehlen von kritischem Denken zu übertünchen vermögen.

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  2. Theresa sagt

    Bedauerlicherweise ein Artikel, der bereits in den Grundzügen völlig falsch ist. Weder ist eine Tierhaltung zum Düngen notwendig, noch in dem Maße, wie wir sie betreiben sinnvoll- wer dies bezweifelt darf gerne einen Blick auf die Strafzählungen an die EU wegen Überschreiten der Nitritgrenzen aufgrund von Überdüngung durch Gülle werfen. Bedenklicher ist jedoch,dass der Autor zwar sehr ambitioniert gegen Veganismus wettert, diesen jedoch leider nicht einmal im Grundgedanken verstanden hat. In der Schule würde es daher nüchtern heißen: am Thema vorbei…
    Also, damit der nächste Artikel doch wenigstens das richtige versucht schlecht zu reden: Veganismus ist gegen Tierausbeutung. Es ist also egal, ob nach deutschem Recht die Tiere konform gehalten wurden. Es geht um den reinen Tatbestand, dass sie unnatürlich gehalten werden und für unseren Konsum gequält. Eine vegane Einstellung ist also, dies so weit es geht zu minimieren. Wenn dies in manchen Bereichen nicht geht aufgrund von Krankheit, benötigten Medikamenten etc. ist dies kein „Bruch“ mit dem veganen Grundgedanken.
    Und bezüglich des charmanten Vergleichs einer Kuh mit einer Pflanze- hier möchte man auf die Grundlage der biologischenen Schulbildung verweisen, im Besonderen auf das Fehlen eines zentralen Nervensystems bei Pflanzen, wodurch diese Schmerzreize nicht verarbeiten kann. Ein Schwein jedoch ist laut mehreren Forschungen intelligenter als ein Hund (den wir in unserem Kulturkreis ja nicht essen würden) und intelligenter als ein Kleinkind (und auch hier würde hoffentlich niemand auf die Idee kommen einen Kindergarten wegen Hunger zu überfallen).
    Die Diskussion kann also gerne über Praktikabilität, Geschmack, wenn nötig auch Ethik oder Gesundheit bei Veganismus geführt werden, aber doch bitte nicht über falsche Themen, die das ganze doch sehr satirisch klingen lassen (fehlende Ahnung will man hier nicht unterstellen).
    Jedoch ist die Diskussion stets persönlich und sollte nie wie hier verurteilend sein.
    Und noch ein letzter, kleiner Gedanke für Ihren nächsten Artikel: Warum Bellen getretene Hunde so laut? Schließlich tut ein Mensch, der versucht möglichst wenigen bis keinen empfindsame Wesen durch den eigenen Konsum zu schaden doch nur einem weg- dem eigenen Gewissen.

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    • Bauer Willi sagt

      @Theresa
      In diesem Blog darf über alles diskutiert werden.
      Was die Richtigkeit der Aussagen angeht, kann jeder selbst entscheiden. Ihre Meinung ist dabei durchaus interessant.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Da zuckt es in den Fingern dazu etwas zu schreiben….aber Willi, ich bin gaaaanz lieb, denn ich will ja nicht auch noch frauenfeindlich wirken.
        Leider musste ich bei der Expertin dennoch herzlich lachen aufgrund dieser Formulierung:
        ….“gerne einen Blick auf die Strafzählungen an die EU wegen Überschreiten der Nitritgrenzen aufgrund von Überdüngung durch Gülle werfen.“
        Ob das eine künstliche Intelligente geschrieben haben könnte? Man weiß es nicht.

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    • Marian E. Finger sagt

      „Die Naturwissenschaften sind dabei, ihr Bild vom Leben radikal zu wandeln. Entstehung und Verhalten von Tieren und Pflanzen lassen sich nur dann vollständig erklären, wenn man Empfindung und Werte als Basis aller Lebensprozesse betrachtet. Für die kleinste Zelle wie für den Menschen gilt: Es gibt kein Leben ohne Gefühle“.

      „Alles Lebendige strebt nach Sein. Dieses Streben ist seine Seele. Ein Wesen sehnt sich, zu sein, zu dauern, mehr zu sein, als es ist. Es dürstet danach, sich zu entfalten, fortzupflanzen, auszubreiten, mehr von diesem kostbaren Stoff aufzusaugen. Dieser Durst ist das Leben. Alles was lebt, will mehr Leben. Organismen sind Wesen, denen ihr Leben etwas bedeutet.“

      „Wir erleben uns nicht als Subjekte, weil wir mit Geist begabt sind, sondern wir sind mit Geist begabt, weil alles Leben Subjektivität ist. Wir müssen darum unser Bild vom universellen Fühlen auch auf die Pflanze ausdehnen. … Statt durch elektrische Nervenimpulse kommunizieren die Zellen pflanzlicher Gewebe mittels Botenstoffen. Das sind Moleküle, die in den feinen Äderchen der Gewächse mit dem Körpersaft verdriften. … Im Grunde zeigen Gewächse alle Eigenschaften, die man bisher den animalischen Wesen vorbehielt – nur sind Blumen und Bäume dabei langsamer, bedächtiger und für unsere Ohren stumm …“

      Andreas Weber: „Alles fühlt. Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften“.

    • Christian Bothe sagt

      Theresa: „Witz komm’ raus, du bist umzingelt.“ Mehr kann man zu solchem veganen Unsinn ( habe mich bewusst glimpflich ausgedrückt! B.W) nicht sagen…

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  3. Kemetbauer sagt

    Aus welchem Umstand leiten wir eigentlich ab, dass andere, für uns evtl. exotisch und natürlich sehr ungesund anmutende Ernährungsweisen konsequent anzuwenden sind? Wir sollten froh sein über jede Inkonsequenz, weil wir damit den Fuß in der Tür behalten. Wir haben doch in der jüngeren Vergangenheit erleben dürfen, dass viele gehypte Ideen im Lebensmittelsektor den Bach hinunter gegangen sind. Wenn langfristig ca. 5% der Konsumenten einen Teil ihrer Lebensmittel aus dubiosen Herkünften bezieht, können wir sehr gut damit leben. Viel schwerwiegender ist doch wohl z.B. der Rückgang des Fleischverzehrs beim Normalkonsumenten. Hat da schon mal jemand gefragt, warum das so ist? 20% Minus beim Schweinefleisch. Ist die Bevölkerung geschrumpft? Die 20% bei 95% der Konsumenten ist eine ganz andere Größe als der „teilweise“ Fleischverzicht bei 5% der Verbraucher, die sich für Veganer halten.

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Hat da schon mal jemand gefragt, warum das so ist? 20% Minus beim Schweinefleisch.“

      Demografie, kulturelle Vielfalt, Änderung der Ernahrungsweise, weniger Selbstkochen u.a. auch wegen der Demografie, exotische neue Küche….usw.

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      • Kemetbauer sagt

        Vielleicht will „man“ es auch gar nicht wissen. Kommunizierte Absatzrückgänge haben auch oft die Folge, dass Verbraucher sich Fragen stellen. Liegt es an der Ware und gibt es vielleicht eine bessere? Trends sind Marktbelebungs- oder Marktvernichtungselemente; i.d.R. ohne Tiefgang.

        • Reinhard Seevers sagt

          Kemetbauer, es ist doch komplett egal, warum sich etwas verändert, es tut es einfach.
          1950 aß der Deutsche noch 202kg Kartoffeln im Schnitt/Jahr, heute sind es 56kg.
          Der Anbau lag 1961 bei 1,6 Millionen ha, heute liegt er bei 250.000ha. Davon 50% in Niedersachsen. und nuu?

    • Limes sagt

      „Rückgang des Fleischverzehrs beim Normalkonsumenten.“ und “ 20% Minus beim Schweinefleisch.“
      Lebensalter wird höher bei etwa gleichbleibender Bevölkerungszahl d.h anteilig mehr Rentner und Rentnerin = weniger Fleisch auf dem Teller
      Während Currywurst meist aus Schweinefleisch besteht ist dieses im Döner dem mittlerweile beliebtesten Imbissbuden Gericht in D nicht zu finden = Rückgang Verzehr Schweinefleisch.
      Portionen im Restaurant werden übersichtlicher = kleinere Fleischportionen, das Riesenschnitzel als Attraktion und Werbegag für Restaurants stirbt aus da Fleisch schlicht zu teuer
      Das sind 3 Gründe die mir auf die Schnelle einfallen beobachtet in den letzten Jahren im täglichen Umfeld.

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  4. Polymesos sagt

    > die veröffentlichte Meinung durch die hohe mediale Präsens des Themas,
    > eben diesen angeblichen Konsens untermauern soll.
    > Die Negierung wird dann in eine ethisch-moralische Ecke gedrängt
    > und im Extremfall noch politisch einseitig verortet.
    > Die Frage bleibt für mich: Warum ist das so?

    Das ist was Menschen seit jeher machen.
    Jede neue, angeblich moralische Idee,
    benötigt dringend einen Sündenbock als Beweismittel.

    Möglichst einen, dem man zutraut gefährlich zu sein,
    obwohl er lächerlich harmlos ist.

    Und man sollte nicht Gefahr laufen,
    mit ihm verwechselt zu werden.

    Es muss also eine kulturelle Minderheit sein,
    die man klischeehaft isolieren kann.

    Ja, das ist kindisch und unmoralisch,
    aber genau damit kann man sich dann herausputzen.

    Hinterher, wenn der Schwindel unweigerlich auffliegt
    wills nie einer gewesen sein.

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  5. evonik sagt

    An landwirtschaftlichen Universitäten fehlen wohl Lehrstühle für Gendern! Oder ist das hier eine bewusste Diskriminierung von Männern?

    So wie man liest gibt es mehr Veganerinnen als Veganer.

    Ist mir bei Frau Ertl aufgefallen und dann sehe ich dass die Diskriminierung der Männer schon im Titel beginnt.

  6. firedragon sagt

    Also … ich habe mir jetzt alles durchgelesen.

    Es geht darum, wie konsequent Veganismus gelebt wird.
    Jeder Mensch lebt auf seine Weise, mal mehr, mal weniger konsequent – da er im Bewusstsein und auch Unterbewusstsein ständig abwägt.

    Im Prinzip gehe ich in diesem Gedankenaustausch mit „Kemetbauer“ mit, seine Kernausssge „… Auch sich rein pflanzlich ernährende Menschen sind auf ldw. Produkte angewiesen. …“
    Bedeutet nix anderes – Landwirtschaft ist in der Lage, so ziemlich alle Gelüste der Menschen zu befriedigen. Punkt.
    Das ist ein Punkt, an dem man nicht rütteln kann. LW kann Grundstoffe zur Weiterverarbeitung, Getreide, Obst, Gemüse und Fleisch. Es ist für alle alles dabei.
    LW kommt mit allen Vorlieben zurecht und kann diese bedienen.

    Was der verschwindend geringe Prozentsatz von militanten! Veganern oder militanten! Tierschützern, allerdings vergisst – der Mensch ist frei in seiner Entscheidung, für welche Nahrung er sich entscheidet, jeder Einzelne zieht daraus seine Konsequenz.

    Das Einzige was ich militanten! Menschen vorwerfe, ist nicht deren mehr oder weniger konsequent gelebten Veganismus, das geht mir am Allerwertesten vorbei. Was ich denen vorwerfe, ihre Art ihre Denkweise den Menschen regelrecht am den Kopf zu schmeißen und Stalleinbrüche, mit z.T. Bedrohung der LW.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Was ich bedenklich finde ist, dass die veröffentlichte Meinung durch die hohe mediale Präsens des Themas, eben diesen angeblichen Konsens untermauern soll. Die Negierung wird dann in eine ethisch-moralische Ecke gedrängt und im Extremfall noch politisch einseitig verortet. Die Frage bleibt für mich: Warum ist das so? Ist ein offener Diskurs nicht möglich? Hat die eine Seite die ethisch – moralische Wahrheit gepachtet und lässt keine andere Sicht zu?

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      • firedragon sagt

        Antwort zu Frage 1: das ist so, weil die Menschen diesem Thema aus reinem Luxus so viel Platz einräumen können.
        Zu Frage 2: es wird Diskurs zugelassen. Es gibt ein richtiges Falsch und auch ein falsches Richtig, das nennt sich Grau, wenn jeder aus seiner weißen und/oder schwarzen Denke heraustritt.
        zu Frage 3: bringen Sie die Menschen, die denken, sie hätten die Moral gepachtet in eine persönliche Extremnotlage und das „Pachtverhältnis“ wird klar.

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          • firedragon sagt

            Dieser Luxus: nicht selber auf Nahrungssuche gehen müssen, in Form von Jagen oder Sammeln. Den Wasserhahn aufdrehen zu können und nicht mit Schlammbrühe vorlieb nehmen zu müssen. Überall an Obst und Gemüse ran zu kommen, ohne es selber anbauen zu müssen. Zeit zu haben, sich stundenlang Medien widmen zu können und sich erzählen lassen, die Welt ist nur dann rettbar, wenn wir auf eben Aufgezähltes mehr oder weniger verzichten.

            Diesen Luxus meine ich, Stadtmensch.

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          • Kemetbauer sagt

            @Stadtmensch
            Das ist doch eine komplett schwachsinnige Aussage in Ihrem link. Weniger als 2 Tsd. € bedeutet evtl. 1999 €. Nehmen wir an, eine Familie besteht aus 4 Personen. Dann verfügen die, um diese Aussage zu bestätigen, über 2x mind. 2 Tsd. € plus 2x max. 1999 €. Das ergibt eine Rücklage von 7.998€. Davon können Amerikaner nur träumen!

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    • Marian E. Finger sagt

      Der Punkt ist doch, dass die militanten Tierschützer und Veganer sich vollkommen im Recht fühlen, wenn sie in Ställe einbrechen und Landwirte bedrohen. Sie fühlen sich deshalb im Recht, weil sie ihre eigenen Argumente für logisch stringent und ihre eigene Lebensweise für moralisch konsequent halten. Deshalb kann es dem Landwirt nicht am Allerwertesten vorbeigehen, wenn es darum geht, diese Argumente mal auf den Prüfstand zu stellen.

      Und nein, der Mensch ist nicht frei in seiner Entscheidung, für welche Nahrung er sich entscheidet. Der Mensch ist ein Kollektivwesen, das letztendlich alles dafür tut, nicht aus der Gemeinschaft ausgestoßen zu werden, deshalb ist der Mensch erpressbar. Und wer erpressbar ist, ist nicht frei.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich sehe den Grund u.a. in der Infantilisierung der Gesellschaft, die in alle Bereich eingedrungen ist. Hier mal ein Beispiel aus dem Haushalt:
        https://www.youtube.com/watch?v=BzrGjbPfNGU
        Es gibt noch unzählige solcher Verbindungen, wie z.B. Kinderpinguin oder Grünwalder Käse etc.
        Die Kapitalisierung von Emotionen rechtfertigt am Ende deren Richtigkeit/Wahrhaftigkeit.

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        • Marian E. Finger sagt

          „Die Kapitalisierung von Emotionen rechtfertigt am Ende deren Richtigkeit/Wahrhaftigkeit“.

          BINGO !!!

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      • firedragon sagt

        Herr Finger,

        schauen Sie sich die paar militanten Menschen an. In der Regel sind das keine Menschen, die, wenn sie eine Straftat begehen (Hausfriedendbruch, Missachtung von Eigentum usw) nennenswert haftbar gemacht werden können. Weil da keine Substanz hinter ist.
        Der ein oder andere LW würde wahrscheinlich nicht viele Worte an solche Menschen richten, manch ein LW wäre wahrscheinlich nicht sehr zimperlich in der Wahl seiner Methode, militante Personen aus seinen Ställen und vom Gelände zu entfernen.

        Sie haben auf der einen Seite jemanden, der aufgrund seines Tuns nix zu verlieren hat, auf der anderen Seite jemanden, der aufgrund seines Tuns alles verlieren kann. Nennt sich Hemmschwelle.

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    • Lady sagt

      „Also … ich habe mir jetzt alles durchgelesen. “

      Dann hast du länger durchgehalten als ich. Nach “ Nein, ich gehe
      in diesem Beitrag mal ans Eingemachte. “ habe ich den Rest nur überflogen.

      Für mich hast du dich da mächtig verhoben, M.E.F.. Ich kann mit veganer Ernährung nichts anfangen. Aber ich muss deshalb auch niemanden als Idioten darstellen . Nach meinem Eindruck ging es dir aber genau darum! Warum? Und die meisten Veganer sind eben friedlich und zünden keine Ställe an. Der Rest ist schlicht kriminell. Gegen kriminelle Energie kann sich niemand schützen. Und mit den Elementen der Logik werde ich da auch nichts. Und du auch nicht.
      Ich finde Aussagen , „Tierwohl“, „Tierleid“ „artgerecht“, „Massentierhaltung“ „tierquälerische, weil kostengünstige Haltung“: das sind doch lediglich Worthülsen“ befremdlich. Hast du mal in das Gesicht eines Landwirtes gesehen, der seinen Stall für immer abgeschlossen hat? Oder in die Augen , wenn eine Schar junger Ferkel, ein Kalb oder ein Fohlen auf die Welt kommt? Du tust niemandem einen Gefallen, wenn du da auf angebliche Worthülsen verweist. Im Gegenteil.

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  7. Thomas Bröcker sagt

    Heute unterwegs im Radio gehört (RBB !!): Nach neueren Erhebungen beträgt der Anteil der Vegetarier 4 % der Bevölkerung. Ein Viertel davon (1 % der Bevölkerung) ernährt sich tatsächlich vegan.
    Worüber reden wir hier eigentlich.
    Aber vielleicht helfen die 290 mio. die von Dtl. lt. Pressemitteilung an die Bill Gates Stiftung gezahlt wurden und „für Ernährungsbildung und Erarbeitung von Ernährungssicherungskonzepten verschiedener Länder“ vorgesehen sind, dem Kunstfraß ja auf die Sprünge.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Kurze Korrektur: Das Geld wird nicht direkt an die Stiftung überwiesen, sondern für die Finanzierung gemeinsamer Projekte mit der o.g. Zielrichtung bereitgestellt.

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  8. Elisabeth Ertl sagt

    Hab gerade einen interessanten Podcast über Landwirtschaftsethik gesehen:
    Ethik ist oft konfrontiert mit Zielkonflikten, die eine Entscheidung erfordern, wo man eben nicht sagen kann, was objektiv besser oder schlechter ist. Es gibt Argumente dafür, Nutztiere zu töten, und es gibt Argumente dagegen.
    Dort, wo es weitgehenden Konsens gibt, herrscht oft trotzdem der citizen/consumer-gap, weil man sich nicht klar macht, dass der Mensch ohne eine staatliche Ordnung eben oft nicht ethisch handelt. Wo die öffentliche Ordnung zusammen bricht, herrscht üblicherweise Mord und Totschlag, obwohl niemand Mord und Totschlag für wünschenswert hält. Dass Tierwohl wichtig ist in der Nutztierhaltung, ist so ein Konsens. Aber da braucht es zunächst die Wissenschaft, die klarstellen kann, was Tierwohl ist. Und dann braucht es den Staat, der einerseits den Konsumenten davon fernhält, tierische Produkte zu kaufen, die solchen Kriterien nicht entsprechen, und der Landwirten Rahmenbedingungen schafft, die ihm ermöglichen, Tiere artgerecht zu halten, ohne damit wirtschaftlich in Schwierigkeiten zu geraten.
    https://www.youtube.com/watch?v=cR1sJt3OOrY

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    • Reinhard Seevers sagt

      Elisabeth, kann es sein, dass andere Gesellschaften, evtl. die Mehrzahl, eine andere Sicht darauf haben? Und kann es sein, dass unser Maßstab nicht unbedingt universell anwendbar ist oder angesehen wird? Und kann es nicht auch sein, dass diese Werte global gesehen eben nicht der Maßstab sein wird?
      Ich glaube der verlautete Konsens ist nicht konsistent, er wird nur so proklamiert.

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    • Peter sagt

      „1. Individuelle Verantwortung – Konsumentscheidungen, Fleischkonsum, die Rolle von Studierenden als zukünftige Entscheidungsträger:innen.“ …da braucht`s zum Steak gleich noch einen besonders guten von Prinz. …das Filmchen ist mir zu schwer verdaulich, nicht nachhaltig und moralisch abzulehnen. Gesunder Appetit, Vorfreude auf`s Geschmackserlebnis, dass sind die Antriebe für mein Abendessen; nicht aber Staat, Wissenschaft und Ethik…Nutztiere werden übrigens geschlachtet, das Töten ist nur ein Teil von diesem Prozess, welcher viel zu sehr dramatisiert wird.

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    • Marian E. Finger sagt

      Genau darum geht es doch, um den „weitgehenden Konsens“, der dem Otto Normalo dann als „Wahrheit“ präsentiert wird, ganz egal, ob an diesem Konsens nun 1%, 10% oder 100% der Bevölkerung beteiligt sind. Wenn wirklich ein breiter Konsens in der Bevölkerung herrschen würde, wodurch sich Demokratie ja eigentlich definiert, dann gäbe es diesen „consumer gap“ überhaupt nicht. Den gibt es bloß, weil der „weitgehende Konsens“ eben von ein paar wenigen Experten zur „Wahrheit“ umdefiniert wird und den Staat damit zum Handeln ermächtigt.

      „Weitgehender Konsens“ herrscht ja auch darüber, dass die Menschheit ausstirbt, wenn sich das Klima um mehr als 1,5 °C erwärmt, obwohl wir in Wirklichkeit diese Latte schon längst gerissen haben.
      „Weitgehender Konsens“ herrscht darüber, dass der CO2-Ausstoß von Kriegsgerät ein absolutes Tabuthema ist, über das sogar Luisa Neubauer und Greta Thunberg schweigen und Herr Merz sowieso, wenn er jetzt Hunderte von Milliarden für Kriegsgerät ausgeben will.
      „Weitgehender Konsens“ herrscht andererseits auch darüber, dass Beamte einen Sonderstatus genießen, der nicht ernsthaft zur Disposition gestellt wird, egal, ob die Wirtschaft gerade abrauscht oder nicht.
      „Weitgehender Konsens“ soll auch darin erreicht werden, dass es so was wie das natürliche Geschlecht nicht gibt und es sehr wohl Frauen mit Penis und Männer mit Brüsten gibt.

      Dementsprechend ist es „weitgehend Konsens“, dass der Veganer ethischer handelt als ein Karnivore, weil er in seiner Haltung „konsequenter“ ist. Begründet wird das damit, weil er auf alle Tierprodukte verzichtet und nicht nur auf einige. Diese angebliche „Konsequenz“ stell ich auf den Prüfstand, weil sich meiner Ansicht nach dahinter eben Willkür verbirgt, wie bei vielen von diesen „weitgehenden Konsensen“, bei denen der Otto Normalo überhaupt nichts zu melden hat.

      Was ist denn eine Ethik wert, zu welcher der Bürger vom Staat gezwungen werden muss? Handelt es sich da wirklich um Ethik oder um Willkür? Ist Ethik nicht vielleicht eine der Waffen jener Minderheit, die der Mehrheit ihre Maßstäbe aufdrücken will? Was ist, wenn mit diesem „weitgehenden Konsens“ eben etwas nicht stimmt?

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      • Elisabeth Ertl sagt

        „Wenn wirklich ein breiter Konsens in der Bevölkerung herrschen würde, wodurch sich Demokratie ja eigentlich definiert, dann gäbe es diesen „consumer gap“ überhaupt nicht.“
        Genau das wird im Podcast widerlegt. Der Gap kommt davon, dass Überzeugung und Neigung von Menschen einander widersprechen. Wäre es nicht so, könnte man alle Gesetze abschaffen und Menschen würden sich trotzdem ethisch verhalten. Beim Zusammenbruch staatlicher Ordnung entsteht aber ein Druck menschlicher Neigungen, die schließlich alle dazu zwingt, sich zu bewaffnen, um zu überleben, obwohl die meisten lieber ohne Waffe sicher sein würden. Es reicht, wenn ein paar % der Bevölkerung skrupellos sind, um alle anderen in Zugzwang zu bringen.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Es gibt eben kein Gesetz, welches den Konsumenten davon abhält, Produkte zu kaufen, die aus tierquälerischer aber kostengünstiger Haltung stammen, und sobald solche am Markt sind, fühlen sich die meisten übervorteilt, wenn sie mehr Geld ausgeben als andere. Gibt es solche Produkte gar nicht am Markt, sind die meisten trotzdem zufrieden. Es sei denn, die Leute haben so wenig Geld, dass sie sich dann das Essen nicht mehr leisten können. Da müssen wir uns aber fragen, warum in den 1970er Jahren. als das Essen vergleichsweise teuer war, eine solche Not undenkbar war. Weil die Einkommensverteilung gerechter war, und das war Folge einer entsprechenden Politik, die das als ihre ethische Pflicht ansah, nicht nur in den sozialistischen Parteien, sondern auich in den christlichsozialen. Letztere gibt es aber nicht mehr, und die Sozialiste sind in den 1990er Jahren in den neoliberalen Nadelstreif geschlüpft.

          Veganismus ist übrigens sowieso kein Konsens.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Die christlich soziale Ethik ist suggsessiv vom Kulturkonsumismus und dem identitären Individualismus abgelöst worden. Jede Gruppe nimmt für sich in Anspruch die Wahrheit zu besitzen, ohne sich auf die christlichen Werte zurückzubesinnen.
            Gefühle sind heute der Maßstab geworden und das Kapital nutzt diese aus. Qui bono…?

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          • Marian E. Finger sagt

            Veganismus als solcher ist kein Konsens. Der „weitgehende Konsens“ besteht in diesem Fall darin, dass der Veganer, indem er auf Tierprodukte verzichtet, sich ethisch bewusster verhält als der Karnivore, was im Umkehrschluss heißt, dass 96% bzw. 99% der Bürger nicht so moralisch sind wie der Veganer. Konsens besteht auch darin, dass es per se gut ist, ein moralischer oder ethisch bewusster Mensch zu sein. Daraus ergibt sich in diesem Konsensdenken logischerweise, dass der Veganer ein besserer Mensch ist als der Karnivore. Und das ist dann der Hebel, mit dem Druck auf die 96-99% Menschen ausgeübt wird, was diese wiederum dazu bringt, etwas anderes zu sagen, als sie realiter tun.

            „Tierwohl“, „Tierleid“ „artgerecht“, „Massentierhaltung“ „tierquälerische, weil kostengünstige Haltung“: das sind doch lediglich Worthülsen, die deshalb funktionieren, weil sie nicht definiert sind, sondern darunter alle möglichen grässlichen Bilder subsumiert werden. Indem diese Bilder durch die Worte wachgerufen werden, werden Gefühle getriggert, d.h. den Menschen wird ein schlechtes Gewissen gemacht.

            Was heißt beispielsweise „artgerecht“ bei einem Nutztier, das sich seit Tausenden von Jahren an den Menschen angepasst hat oder durch fortwährende Züchtung an den Menschen und seine künstlich gestaltete Umgebung angepasst wurde? Man kann die Bedürfnisse eines Nutztiers ebensowenig mit denen eines Wildtiers vergleichen wie die Bedürfnisse eines Computernerds mit denen der Yanomami, die im brasilianischen Regenwald leben. Der Computernerd wird sich bei Ihnen bedanken, wenn sie ihn täglich für neun Stunden aus seiner Wohnung ausschließen, weil Sie Bewegung in frischer Luft für viel „artgerechter“ halten.

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            • MarK sagt

              „Der Computernerd wird sich bei Ihnen bedanken, wenn sie ihn täglich für neun Stunden aus seiner Wohnung ausschließen, weil Sie Bewegung in frischer Luft für viel „artgerechter“ halten.“

              BINGO!!

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Wenn doch vegan kein Konsens ist, wie kommen Sie dazu, der Gesellschaft zu unterstellen, sie betrachte Veganer als moralischer als Carnivoren? Das tut ja nur der Veganer.
              Im von mir verlinkten Podcast werden 2 Philosophen vorgestellt, die sich in den 70er Jahren Gedanken über Nutztiere gemacht haben: Tom Regan sagte: Kein Tier stirbt freiwillig, also dürfen wir keine Tiere töten, also sollten wir Veganer werden. Richard Haier hingegen sagte: Ein kurzes Leben ist besser als gar kein Leben, daher ist es in Ordnung, Tiere zu schlachten, so ferne wir ihnen das Leben so angenehm wie möglich gemacht haben.
              Dirnberger sagt im Podcast: Was ein angenehmes Leben ist, dass muss erst noch mit Hilfe der Wissenschaft geklärt werden.
              Dass ein Nutztier eventuell andere Bedürfnisse hat als ein Wildtier, ändert ja nichts daran, dass es Bedürfnisse hat.

              • Reinhard Seevers sagt

                Ich stelle Mal die philosophische Diskussion nach tierischen Bedürfnissen generell in Frage. Warum sollten die Ansichten der Philosophen einen generellen Anspruch definieren? Oder ist eine andere Sicht nicht erlaubt?
                Frag doch Mal in Thailand, ob die das ähnlich sehen.

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              • Marian E. Finger sagt

                Weiter oben habe ich lang und breit erklärt, dass der „weitgehende Konsens“, den Sie hier ständig bemühen, liebe Frau Ertl, eben nicht Sache der Gesellschaft ist. Es ist nicht die Gesellschaft, die entscheidet, ob der Veganer moralischer ist als der Karnivore, sondern der öffentliche Diskurs, an dem schätzungsweise weniger als 10% der Bevölkerung aktiv teilnehmen. Auf hundert Artikel, die davon handeln, dass der Veganer aufgrund von ethischen Prinzipien auf Tierprodukte verzichtet, kommt, wenn überhaupt, vielleicht einer, der davon handelt, dass der Karnivore aufgrund von ethischen Prinzipien Fleisch isst. Genau genommen, gibt es überhaupt keine ernsthafte Diskussion darüber, dass Fleischverzehr ethische Gründe haben kann.

                Reinhard, ich finde eine philosophische Diskussion über tierische Bedürfnisse schon wichtig, denn da wir als Menschen Nutztiere halten, müssen wir uns diesen gegenüber ja irgendwie positionieren. Man kann ja aber mal ganz sachlich die Frage stellen, ob die Tierhalter unter den hiesigen Landwirten die Bedürfnisse der Nutztiere im Wesentlichen nicht bereits erfüllen, oder?

                In Indien werden Kühe so gehalten, wie sich der deutsche Tierschützer die artgerechte Haltung von Kühen vorstellt (freilaufend, wird nicht getötet, nährt ihre Kälber), aber eine freilaufende indische Kuh sieht, verglichen mit einer normalen deutschen Kuh, doch irgendwie vernachlässigt, leidend und schlecht behandelt aus, und dann ist an der Vorstellung von der artgerechten Kuhhaltung doch irgendwas falsch, oder?

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                • Reinhard Seevers sagt

                  „Reinhard, ich finde eine philosophische Diskussion über tierische Bedürfnisse schon wichtig, denn da wir als Menschen Nutztiere halten, müssen wir uns diesen gegenüber ja irgendwie positionieren.“

                  Sagt wer?

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                • Marian E. Finger sagt

                  Wenn der von dir erwähnte Thailänder die Bedürfnisse seiner Nutztiere ignoriert, ist das auch eine Positionierung. Man kann gar nicht anders als sich zu positionieren. Das ergibt sich aus dem Sachverhalt.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Ich hatte nach dem gefragt, der die Positionierung festlegt. Wer legt die Positionierung bei den Massai fest? Tradition und Wissen des Stammes, könnte ich mir vorstellen. Wer macht es bei uns….und da schließt sich dann wieder der Kreis zu den Minderheiten, die u.a. den Tierschutz ins GG gebracht haben und weitergehenden Definitionen unter Zuhilfenahme von Philosophen nutzen.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  „Genau genommen, gibt es überhaupt keine ernsthafte Diskussion darüber, dass Fleischverzehr ethische Gründe haben kann.“
                  Ichhabe aber genau eine solche Diskussion verlinkt.

          • Limes sagt

            „Es gibt eben kein Gesetz, welches den Konsumenten davon abhält, Produkte zu kaufen, die aus tierquälerischer aber kostengünstiger Haltung stammen….“
            In Deutschland ist die Haltung von Tieren sowohl Nutztieren zum Verzehr als auch Heimtiere gesetzlich im Tierschutzgesetz geregelt. Beim Kauf deutscher Produkte hat der Konsument Klarheit. Ob dies auch in Österreich so ist und die Haltung von Tieren gesetzlich geregelt ist um zu vermeiden das Konsumenten Produkte erwerben die sie als „aus tierquälerischer aber kostengünstiger Haltung “ bezeichnen können ist mir nicht bekannt.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              In Österreich findet sich in den Regalen neben Frischfleisch – teilweise ausschließlich aus Österreich, also mindestens so streng geregelt wie in Deutschland, Billigfleisch aus dem Ausland, wo die Haltungsbedingungen nicht klar sind.

              • Limes sagt

                dann können wir ja beruhigt auch beim nächsten Urlaub Wiener Schnitzel ob Orginal oder Wiener Art sowie Wiener Würstchen mit gutem Gewissen ohne mögliche Tierquälerei im Hinterkopf zu haben essen, sofern die Tiere in Österreich oder Deutschland gehalten wurden. Die günstige Handelsmarkenmilch beim dt LEH mit Herkunft Österrreich kennzeichnet ist auch i.O und ohne schlechtes Gewissen trinkbar..

        • Marian E. Finger sagt

          90-95% der Menschen begehen weder Mord noch Totschlag, unabhängig davon, ob ein Staat Mord und Totschlag bestraft oder nicht. 90-95% der Menschen finden nichts dabei, Fleisch zu essen.

          „Tierwohl“ und „Tierleid“ sind Begriffe, die die Gefühle triggern und jede vernünftige Diskussion über Tierhaltung von vornherein unmöglich machen. Es ist nun aber so, dass Emotionen keine guten Ratgeber in Sachen Wahrheitsfindung sind. Wer sagt denn, dass es so ist, dass sich Überzeugung und Neigung bei den Leuten widersprechen? Ist es nicht viel eher so, dass Leute sich genötigt sehen, bestimmte vorgefertigte Meinungen von sich zu geben, um nicht als „die Bösen“ da zu stehen, sobald ihre Gefühle mit den Begriffen „Tierwohl“ und „Tierleid“ von den Interviewern getriggert werden?

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          • Reinhard Seevers sagt

            Tierwohl und Tierleid subsummieren sich unter dem Begriff Tierschutz, welcher Grundgesetzlich verankert wurde, weil ein angeblicher Konsens innerhalb der Gesellschaft bestand, dies so zu formulieren. Ob dies wirklich so war, oder ob sich die Mehrheit, vertreten durch die damals agierenden Politiker, sich hat emotional einer etisch-moralisch argumentierenden Minderheit gebeugt hat, das ist die Frage. So wie den Atomausstieg oder die Migration oder die Klimadiskussion, so ist auch hier die Frage, ob es wirklich ein gesellschaftlicher Konsens war und ist, oder ob eine Minderheit sich die Gefühle zu Nutze gemacht hat, um ihre eigenen Interessen umzusetzen. Gott sei Dank konnte durch die Causa Brosius-Gerstorf die politische Klüngelei aufgedeckt werden, die uns jahrelang vorgemacht hat, wir würden demokratisch regiert und die Verfassung neutral verteidigt.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Ich möchte wetten, dass an der Front des Ukrainekrieges weit mehr als 10% der Soldaten schon jemanden erschossen haben. Ich lernte 2015 einen Pakistani kennen aus einer Gegend, die man quasi als failed state bezeichnen könnte. Dort kann man ohne Gewehr nicht auf die Straße gehen, weil man immer damit rechnen muss, aus Notwehr jemanden erschießen zu müssen. Diese Leute sehnen sich alle nach unseren paradiesischen Zuständen, weil sie unter unseren Voraussetzungen auch nicht schießen wollen würden. Und so wünschen sivh bei uns halt 90 %, dass die Tiere, die sie essen, gut gehalten werden. Und wenn sie dann Fleisch unabhängig von diesen Kriterien kaufen, dann weil sie den Labels nicht trauen, oder weil ihnen leid ist ums Geld oder aus Nachlässigkeit.

            • Reinhard Seevers sagt

              Also du vergleichst den Notwehranspruch eines Menschen mit dem angeblichen Wunsch unserer Bürger, „Tierleid“ zu vermeiden? Wirklich? 🤔

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      • evonik sagt

        MEF hat geschrieben:

        Dementsprechend ist es „weitgehend Konsens“, dass der Veganer ethischer handelt als ein Karnivore, weil er in seiner Haltung „konsequenter“ ist.

        Wenn nun vegane Ernährung für die Leute dauerhaft nicht gesund ist- was ich befürchte- dann wird sie unethisch den Menschen gegenüber. Das Thema Ernährung ist zu kompliziert um es dümmlichen Fanatikern zu überlassen.

        Die Nazis hätten ihre Freude an diesen Leuten

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  9. Stadtmensch sagt

    Habe mein Traktat von einer KI entschärfen lassen. Es waren viele Beleidigungen drin. Das bringt doch nichts, dachte ich mir:

    „Ich habe den Eindruck, dass sich Veganismus zunehmend zu einem Mittel sozialer Distinktion entwickelt, mit dem sich vor allem gut situierte, gebildete Menschen von anderen gesellschaftlichen Gruppen abgrenzen. Es entstehen neue Gegensätze: Auf der einen Seite jene, die sich durch ihren bewussten Konsum und ihren vermeintlich aufgeklärten Lebensstil einen moralischen Vorsprung zuschreiben; auf der anderen Seite Menschen, deren Essgewohnheiten pauschal abgewertet werden und die als unsensibel oder minderbemittelt dargestellt werden.

    Schon immer waren Speisevorschriften Bestandteil religiöser und weltanschaulicher Milieus: Im Judentum (Koscher), im Islam (Halal), im Buddhismus (Karuna und Ahimsa) oder im Christentum. Jede Tradition verband Nahrung mit Ethik und Identität, oft auch mit Ab- und Ausgrenzung.

    In unserer heutigen Zeit, die vielfach von Überfluss, Überstimulation und einer gewissen geistigen Ermüdung geprägt ist, scheint das Bedürfnis nach Sinn und moralischer Orientierung neue Formen anzunehmen. Für manche wird Essverhalten zu einem Ausdruck tieferer Sehnsüchte – etwa nach einer Versöhnung mit der Welt oder nach einer besseren Zukunft.

    Auch die Rolle der Medien sollte kritisch betrachtet werden: Sie verbreiten oft widersprüchliche Botschaften – propagieren einerseits Krieg und Konflikt, während sie andererseits Nachhaltigkeit und Mitgefühl inszenieren. In dieser Ambivalenz spiegeln sich die Spannungen und Brüche unserer Zeit wider.“

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    • Arnold Krämer sagt

      KI kann was, aber auch nicht alles. 😎 Schöner Text nach Nutzung angemessener Quellen. Das bringt den Blog jetzt auf ein ganz anderes Niveau.😎😎😎

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  10. Limes sagt

    @Kemetbauer sie schreiben u.a „Warum nur wenden wir Landwirte uns mit Inbrunst immer wieder Themen zu, die meilenweit von unserer Kernkompetenz entfernt liegen?“ und „Aber immer wieder in Fragen der Ernährung einzutauchen, ohne fundamentales Wissen zu haben,…“
    öffne ich die web page von Bauer Willi sehe ich ein Bild von bauerwilli und lese dort folgendes:
    den Horizont erweitern
    über den Tellerand schauen
    eine eigene Meinung bilden
    nach Lösungen suchen
    und im Abspann steht „Lieber Verbraucher – Wir wollen Dialog“

    Ich verstehe die Intention des blogs so es werden nicht nur ausschliesslich Themen von Landwirten eingestellt und kommentiert sondern eine breite Diskussion über die Landwirtschaft hinaus ist erwünscht! Jeder kann unter Einhaltung der Spielregeln kommentieren.
    Evtl ist die Kernkompetenz in der Landwirtschaft breiter als sie denken. Die ldw Ausbildung ist ausgesprochen vielfältig und kann Themen die man evtl nicht direkt einem Landwirt zuordnet umfassen. Beispiele sind um nur einige zu nennen Ernährungslehre, Bodenkunde, Biochemie, Genetik, Qualtitätssicherung, Statistik….
    Also Landwirte können bei entsprechender Ausbildung sich qualifiziert zu vielen Themen äussern. Auch Landwirte wollen sich weiterbilden und lernen wie die Aussensicht ist deshalb entsteht auch ein Nutzen wenn sich Menschen die nicht direkt in der Landwirtschaft tätig sind Themen einbringen und mit diskutieren, nenne stellvertretend den heutigen Beitrag von Marian Finger. Mein Eindruck es tauschen sich hier im blog Menschen mit unterschiedlichen Sichtweisen aus, natürlich gibt es oft keine Übereinstimmung zu Themen aber zumindest lernt man andere Sichtweisen kennen und lernt auch Neues.

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    • Peter sagt

      Im gestrigen Beitrag durfte die LW als musealer Betrieb bezeichnet werden; mit dem Nachsatz. „Man hat sich um die Landwirtschaft ein staatlich geschütztes System von Museumswärtern aufgebaut, marktwirtschaftlich und damit zukunftsfähig ist das damit allerdings nicht.“ 9 Daumen (bis jetzt…) hoch und B.W. hat sich nur über die Stelle mit dem Weihrauch amüsiert. Das lässt mich etwas ratlos zurück…

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  11. Andreas sagt

    Die Diskussion hier im Forum, dass auch Pflanzen ein Nervensystem haben und empfindungsfähig sind, hat nun auch die EU-Kommission auf dieses brennende Thema aufmerksam gemacht. Die EU-Kommission will bald eine Änderung des Pflanzenschutzgesetzes beschließen, nach der ab 2026 die Ernte lebender Pflanzen in Europa nur noch unter vorhergehender Betäubung zulässig sein sollte. Nach Angaben von Bayer bietet sich für die Betäubung vor der Ernte das bekannte Totalherbizid Glyphosat an. Damit brauchen die Bauern und vor allem auch die Veganer und Vegetarier kein schlechtes Gewissen beim Verzehr von Pflanzen mehr haben.

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    • Pälzer Buh sagt

      Toll Andreas, da bin ich mal gespannt wie das dann mit dem Frisch Gemüse aussieht (bitte zweideutig denken). Oder wie Grasfresser (Wiederkäuer,Geflügel uvm) das Gras abweiden sollen nach es mit Glyphosat behandelt wurde. Ich stell mir gerade das ganze in BIO Qualität vor. Dies wäre das Ende von der BIO Erzeugung.

      Genug Geträumt

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  12. Bauer Fritz sagt

    Sehr eindrucksvoller Beitrag.
    Er zeigt sehr gut, daß sich Scheinwelten zwar medial aufblasen lassen zu Hypes und Mega-Hypes. Dazu helfen auch die moralischen und idiologischen Aufladungen.

    Irgendwann geht aber allem Aufgeblasenen die Luft aus ….

    Danke fürs stringente Luft rauslassen

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  13. Frikadellen piet 46 sagt

    moin ich bin dann lieber konsequent und esse Fleisch und trinke mein Bier dazu gerne auch ganz Schnaps danach ! es steht fest egal wie es mache das Klima ändere ich nicht!

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    • Frikadellen piet 46 sagt

      eine kleine Frage habe ich jetzt, angenommen ganz Deutschland würde sich vegan ernähren, wie wird z.B der Blumenkohl gedüngt?

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Als Kind denkt mir noch, wie manche Hausgärten gedüngt wurden, ohne Nutzvieh. Die menschlichen Ausscheidungen wurden unter dem „Plumpsklo“! Gesammelt, damit wurde das Gemüse gedüngt.
        Ob man heutzutage den Klärschlamm auch noch über den Salat kippen kann?

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  14. Georg Johann Brand sagt

    Jeder soll diese Entscheidung für sich selbst treffen.

    Was mich jedoch stört, ist das damit verbundene moralisieren und auch die Bestrebungen erziehend wirken zu wollen, z. B. durch die Forderung nach veganer oder vegetarischer Kost in Kindergärten.
    Und es stören mich auch, die damit verbundenen Fehlinterpretation, z. B. den Klimaschutz betreffend.

    Es gibt eine zunehmende Zahl von Menschen die zwar keine strengen Veganer oder Vegetarier sind, sich aber davon anstecken lassen. Oft stelle ich fest, dass man sich dann quasi als Ausrede für klima- oder umweltschädliches Verhalten (z. B. Vielfliegerei) eine eigene Welt zurechtbastelt. Daraus resultieren Aussagen wie „ich esse höchstens mal ein Stück Lende“ oder „nur Pute“.
    Dies ignoriert den Blick auf das ganze Tier und auf die im Ganzen umweltfreundlichere Produktionsweise von z. B. Rindfleisch.
    Und Fisch – dessen Verzehr zunimmt – wird meist komplett ausgeblendet und auch, dass Hunde und Katzen (ebenfalls zunehmend) auch Fleischfresser sind.

    Verzicht auf Fleisch oder weniger Fleisch, ist dann nicht mehr als ein Placebo.

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  15. Veganer Extremist sagt

    Dümmster Text, den ich seit langem gelesen habe. Aber wenigstens hast du versucht, ein paar biologisch-wisesenschaftliche Begrifflichkeiten einzubauen, die jedoch nicht das gänzliche Fehlen von kritischem Denken zu übertünchen vermögen.

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  16. Kemetbauer sagt

    In Anlehnung an eine Aussage von @BW möchte ich sagen: Manches ist falsch aber für Landwirte ist es eine vernünftige Weiterbildung.
    Warum nur wenden wir Landwirte uns mit Inbrunst immer wieder Themen zu, die meilenweit von unserer Kernkompetenz entfernt liegen? Gut, ein kleiner smalltalk zu einem gerade aktuellen Thema ist sicher interessant. Aber immer wieder in Fragen der Ernährung einzutauchen, ohne fundamentales Wissen zu haben, lässt schon auf die Sucht nach einer Selbstzerstörung der seriösen Außendarstellung schließen. Haben wir eigentlich keine Themen, die sich unmittelbar unserer Berufswelt widmen und die geeignet wären, ein positives öffentliches Interesse zu wecken? Mir scheint, dass es hier in den blogs nur noch um die Ausschöpfung des maximal möglichen Echauffierungspotenzials geht.
    Warum interessieren sich so viele Landwirte für Besonderheiten im Ernährungsbereich? Hier greift zunächst mal die persönliche Entscheidungsfreiheit. Es geht andere einen feuchten Kehricht an, was jemand isst und trinkt. Somit kann man seine Meinung dazu äußern aber mehr auch nicht. Oder geht es vielleicht um die eigenen Pfründe? Auch sich rein pflanzlich ernährende Menschen sind auf ldw. Produkte angewiesen. Der Trend der bequemen Landwirte, sich nur der pflanzlichen Produktion zu widmen, ist da doch augenscheinlich eine optimale Reaktion. Ach nein, wie wir aktuell sehen, ist längst nicht jede in der Planung als Lebensmittel angedachte Kultur in der Ernte auch „lebensmitteltauglich“. Was nun? Verheizen oder nach Aufbereitung im Motor verbrennen? Das geht nicht weil unserer erheblichen und gleichzeitig komplett verlogenen ethisch-moralischen Ansprüche da blockieren. Also muss das Nutztier als quasi Entsorger her. Damit ist, zumindest nach Ansicht vieler Landwirte, auch die Notwendigkeit zum Verzehr von tierischen Produkten gegeben. Wer da ausschert, so wird es zumindest vermittelt, steht außerhalb einer Ordnung, an der sich das Weltbild vieler Landwirte orientiert. Werte Kollegen, einerseits reklamiert ihr, die Welt ernähren zu müssen und seht da für die Zukunft nichts Gutes und andererseits möchtet ihr, dass Menschen vollumfänglich das essen, was ihr produziert. Historisch betrachtet, war das auch so. Für die Zukunft sehe ich für diese Einstellung GsD schwarz.

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    • Arnold Krämer sagt

      „Warum nur wenden wir Landwirte uns mit Inbrunst immer wieder Themen zu, die meilenweit von unserer Kernkompetenz entfernt liegen?“

      Die Antwort ist meist (wie auch z.B. beim Thema Veganismus) ganz einfach: Viele dieser Themen haben Einfluss auf die Einkommensmöglichkeiten der meisten Landwirte und ihre betriebliche Zukunftsperspektive. Und nicht nur die Landwirte sind betroffen, sondern auch deren gesamtes wirtschaftliche Umfeld im ländlichen Raum.
      Und wie Herr Bröcker immer wieder richtig bemerkt: Die mediale „Waffengleichheit“ bei diesen Themen ist nicht gegeben: Im Gegenteil: Die Minderheitenthemen wie z. B. der Veganismus , aber selbst die Bio-Landwirtschaft werden gehypt, auch durch bewusstes „Schlechtreden“ herkömmlicher Produktions- und Ernährungsweisen.

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      • Dietmar Groß sagt

        Je schneller sich die „herkömmlichen“ Produktions- und Ernährungsweisen seit vielen Jahrzehnten verändern, umso mehr wird darüber geredet, geschrieben und (mehr oder weniger konstruktiv) gestritten. Sowohl innerhalb der Landwirtschaft, weil die Betriebe unterschiedliche Entwicklungswege einschlagen (müssen, um überleben zu können) als auch in der Gesellschaft, weil Ernährung nun mal eine elementare Bedeutung hat.
        Neben „herkömmlich“ gibt es deshalb „Bio“, „Regional“, „vegetarisch“, „vegan“, „GVO-frei“, und demnächst vielleicht auch „genverändert“.
        Die Lebensmittelindustrie und erst recht der Handel gehen mit diesen Zusatznutzen pragmatisch im Sinne ihrer Profitinteressen um. „Bio“,“vegan“ und „GVO-frei“ sind inzwischen etabliert, bringen offensichtlich ausreichend Marge, um Regalflächen mit entsprechender Kennzeichnung zu füllen.
        „Regional“ ist im handling aus logistischen Gründen sperriger, aber dennoch im Kommen(selbst bei den Discountern).
        Dass ein Intensivtierhalter wenig anfangen kann mit diesen Entwicklungen im Marktgeschehen und sich dagegen positioniert, kann ich nachvollziehen. Insbesondere dann, wenn die Auseinandersetzung durch Aktionen militanter Tierschützer ausartet.
        Völlig unabhängig von der „vegan“-Debatte sind die Interessen (und politischen Gewichte) der Intensivtierhalter systembedingt durch den Strukturwandel stark schrumpfend. Ob die Fleischindustrie ihren Vorlieferanten „die Stange“ hält, wenn technologische Entwicklungen und die Marktnachfrage andere Optionen bieten, werden die nächsten Jahre zeigen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Dietmar, es sind ausschließlich handfeste ökonomische Gründe, die etwas am Markt bewegen. Politischer und ökologischer Wunsch führen eben nicht zu einer Entscheidung des Marktteilnehmers. Mir scheint es immer so, als wenn bestimmte Menschen nur oft genug etwas herbeireden müssen, damit es passiert. „Regional‘ ist eine Luftnummer- Bezeichnung, und wird über kurz oder lang als erstes den Markt verlassen, wenn der Marktbetreiber keinen adäquaten regionalen Lieferanten mehr finden wird.

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        • Arnold Krämer sagt

          Die Intensivtierhalter arbeiten nicht gegen diese Entwicklungen sondern passen sich an, indem sie z.b Masthähnchenstaelle errichten. Der Pro-Kopf-Verbrauch steigt und die Menschen, die zum Geflügelfleisch greifen, werden nicht weniger in Deutschland.

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          • Dietmar Groß sagt

            @R.Seevers:
            Bezüglich des Zusatznutzens „Regional“ gibt es offenkundig ein Wertschätzungsgefälle von Süd nach Nord; sowohl im Marktgeschehen als auch in der Meinungsäußerung. Es verwundert mich deshalb nicht, dass Sie dieses Thema in der Seeverschen Überheblichkeit als Luftnummer abtun.
            Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass viele BerufskollegInnen mit Intensivtierhaltung sehnlichst darauf warten, dass Aldi Fleisch- und Milchprodukte mit 5D auslobt.
            @ A.Krämer:
            Sicherlich gibt es wenige Agrounternehmen, die von Schwein auf Hähnchen umswitchen können, möglicherweise auch noch mit der Option „Bio“, wenns der Markt hergibt. Aber wollen Sie hier ernsthaft behaupten, dass das die Regel in derLandwirtschaft ist?
            Für die PHW-Gruppe mag das gelten: Die haben sich ja auch schon mit Beyond-meat den Zugriff auf den Vegan-Markt gesichert, falls es irgendwann gelingt, die Nuggets aus Pflanzen herzustellen.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Dietmar, nimm du deine Glaskugel, ich nehme die meine…..aber eine andere Meinung überheblich zu nennen, das finde ich schon ziemlich überheblich. 👉

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    • Christian Bothe sagt

      Kemetbauer: Auch da liegen Sie falsch! Genau die gesunde Ernährung ist die Aufgabe der LW und NGW. Veganismus ist der falsche Weg, um Menschen gesund zu ernähren und zu halten! Blogger Dr. Schoene hat sich ernährungsphysiologisch ausgiebig dazu positioniert! Bin in einer Familie mit 3 Ärzten und 3 Diplomagraringenieuren aufgewachsen , und kann das gut einschätzen…

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      • Kemetbauer sagt

        Sie maßen sich da eine Beurteilung an, die Ihnen nicht zukommt. Ich hatte es schon mehrfach, leider ohne Erfolg, angemahnt. Hier nun noch einmal: Schuster bleib bei deinem Leisten!
        Wir würden glaubwürdiger wirken, wenn wir uns mit Faktenmitteilungen auf unser Fachgebiet begrenzen würden. So resultiert aus diesen fachlich zum größten Teil fragwürdigen Aussagen nur die Einschätzung, dass Landwirte anmaßend sind. Oder, wie es mal ein Autor geschrieben hatte, „geborene Omnipotenzen“. Da fällt mir die Aussage von Hüsch ein, nämlich: Der Rheinländer weiß nichts, kann aber alles erklären.

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    • Bauer Willi sagt

      @Kemetbauer
      Da Sie ja immer wieder die Auswahl der Themen in diesem Blog kritisieren, wiederhole ich mein Angebot, dass Sie hier einen Gastartikel schreiben. Das Thema können Sie frei wählen.

      Mein Vorschlag: „Warum die Welt besser ist als wir das meinen“.

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      • firedragon sagt

        Herr Dr. Kremer-Schillings,

        Kemetbauer kritisiert nicht „immer wieder“ Ihre eingestellten Themen.
        Gelegentlich hat Kemetbauer eine andere Sichtweise auf verschiedene Themen – vom gegenüberliegenden Tellerrand sozusagen.

        Und sind es nicht gerade diese unterschiedlichen Sichtweisen, die ein Thema erst interessant machen.

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  17. Joachim Kaiser sagt

    Guten Morgen
    Also ein Test meinerseits mit den Pflanzen um die Empfindsamkeit zu testen hat ergeben:
    Die Pflanzen um die ich mich mit Streicheleinheiten gekümmert habe, haben schönere und größere Früchte getragen als jene die ich nur mit der nötigsten Pflanzennahrung versorgt habe.
    Deshalb ist mein Fazit: Pflanzen haben ein Nervensystem und sind empfindsam.
    Allen einen schönen Sonntag

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    • Schorsch Summerer sagt

      Wurde das nicht auch schon mit einer Zigarette untersucht? eine Person drückte an einer Pflanze immer eine Zigarette aus. die andere sprach ihr gut zu. Nach einigen Tagen gab die Pflanze immer bei Ankunft der Zigarettenperson elektrochemische Warnsignale an ihre Umwelt ab. Bzw die Reaktion der Pflanze wurde so gedeutet.

  18. Thomas Bröcker sagt

    „Noch konsequenter wäre es allerdings, den Veganismus wegen all dieser Inkonsequenzen nicht mehr so wichtig zu nehmen. Dann könnten auch Veganer zu dem Schluss kommen, dass es wohl am besten ist, wenn jeder Mensch das isst, worauf er Appetit hat.“

    Dem würde ich zu 100 % zustimmen, allerdings ist wie beim BIO-Hype die mediale Präsenz das Problem. Durch die vielen veganen-Fraum:änner mit ausgeprägtem Volksbelehrungsansinnen in diesem Bereich ist das Thema in der Wahrnehmung völlig überrepräsentiert.
    Zu diesen Themen (Veganismus) schlagen bei Beiträgen im Netz tausende Kommentare auf.
    Bei den Themen Friedensordnung und Abrüstung sind es vielleicht mal zehn Kommentare, wenn´s hochkommt.
    Verkehrte Welt halt … oder eben das Übliche in solchen „Vorkriegszeiten“ … Ablenkung durch Nebensächlichkeiten.

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  19. MarK sagt

    Eines der Grundprinzipien der Natur lautet: Fressen und gefressen werden. Dies gilt sowohl in der Flora als auch in der Fauna. Veganer lehnen dies zumindest für den Bereich der Fauna ab. Dass der Löwe das Bambi nicht beschützt, sondern frisst ist für Veganer inakzeptabel. So fordern sie allen Ernstes, Raubtieren Hormone zu füttern, welche den Jagttrieb ausschalten. Spätestens hier wird klar: Veganismus ist ein Kampf gegen die Natur.

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    • Bergamasca sagt

      Es gibt auch Veganer, die, um keine Pflanzen zu töten, nur die Früchte essen, mit dem Argument, dass das ja von der Pflanze selbst abgeworfenes und zu ihrem individuellen Weiterleben nicht benötigtes Material sei.
      Womit wir bei der entsprechenden Frage wären wie in der Abtreibungsdiskussion: Sind eigentlich die Erdbeersamen, die wir mitessen, unter ethischen Gesichtspunkten schon Erdbeeren? Und ist es ethisch, wenn diese Samen nach der Passage durch unsere Gedärme in der Kläranlage abgetötet werden? Ich verzichte jetzt darauf, das weiter auszuführen, sonst wird es unappetitlich.

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      • Thomas Bröcker sagt

        Zumal die „Fruktarier“, die ja nur essen, was die Pflanzen „freiwillig“ hergeben, also zum Beispiel keine Möhren, weil die für gewöhnlich nicht freiwillig aus der Erde hüpfen., Sie töten aber ihr Essen ebenfalls teils durch kochen. Also entziehen sie das z.B. Obst dem Zwecke der Vermehrung der Pflanzen, dem es eigentlich „dient“.
        Eigentlich ist das ganze Geschwurbel so albern, dass man es links liegen lassen sollte … wäre da nicht die mediale Präsenz … die ja vielleicht auch von den Apologeten und Geldgebern der „zukünftigen Kunstfraß-Industrie“ befeuert wird.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Es soll angeblich Menschen geben, die sich von Licht ernähren können. Was, wenn man irgendwann draufkommt, dass auch der Lichtstrahl ein Bewusstsein hat, und es für ihn leidvoll ist, sich in die Dunkelheit der menschlichen Körpermaterie hinein zu opfern?
          Diese Richtung führt aus der materieleln Welt ganz und gar hinaus.
          Die andere Richtung ist: Dankbarkeit

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