Bauer Willi
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Weltbevölkerung und Klima (Teil 2)

Im ersten Teil ging es um die Ernährung, jetzt soll es um Fakten zum Klima gehen. In der Grafik im Titel werden Weltbevölkerung und CO2-Emissionen gemeinsam dargestellt. Wie nicht anders zu erwarten, steigen mit wachsender Weltbevölkerung auch die CO2-Emissionen. Dividiert man die Emissionen durch die Weltbevölkerung so ergibt sich seit 1960 ein relativ gleicher Wert an Emissionen pro Kopf. (orange Linie unten)

Steigende CO2-Emissionen haben auch steigende steigende CO2-Gehalte in der Atmosphäre zur Folge. Dies zeigt die nachfolgende Grafik.  Der Anstieg ist linear und steigt pro Jahrzehnt um rund 20 ppm, scheint sich aber in den letzten Jahren zu beschleunigen.

Klimaveränderungen hat es in den letzten Jahrmillionen zwar immer gegeben, allerdings ist die Geschwindigkeit, mit der die Erwärmung des Planeten zunimmt, so schnell, dass eine rasche Anpassungen in der Landwirtschaft notwendig sind, um mit der steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln mithalten zu können.

Der IPCC-Bericht redet in diesem Zusammenhang von einer “nachhaltigen Intensivierung”:   SRCCL-SPM_de_barrierefrei

Die in der Farm-to-Fork-Strategie geplante Extensivierung der gesamten europäischen Landwirtschaft erscheint mir der falsche Weg, weil er dazu führt, dass Lebensmittel aus Regionen importiert werden, in denen negative Auswirkungen auf das Klima schon heute evident sind. Das Roden von Regenwald wird dadurch nur beschleunigt.

 

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31 Kommentare

  1. Reinhard Seevers sagt

    Schau, schau,……wenn es um andere Länder geht, dann weiß der Spiegel Bescheid.
    Die Ägypter benötigen dringend invitro-Nahrung! Sonst müssen wir ihnen noch das teure Bioessen verkaufen, das sie nicht bezahlen können, weil unsere nachhaltige Landwirtschaft zu teuer produzieren wird……
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/aegypten-im-nil-delta-wird-das-ackerland-knapp-satellitenbild-der-woche-a-bb733864-2dc5-4137-a86e-34d95d3d05ac

    • Thomas Bröcker sagt

      Der Witz ist ja, dass es genau andersrum ist. Ein nicht unerheblicher Teil unseres Bio-Essens kommt aus Ägypten.

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  2. fingerphilosoph sagt

    Die zwei Milliarden Westler, die angeblich krank durch Überernährung sind, sind deshalb krank, weil sie zwar viele Kalorien, aber zuwenig von dem zu sich nehmen, was der Körper braucht: Vitalstoffe, Vitamine, hochwertige Fette usw. In den westlichen Gesellschaften sind heute die Unterschichten adipös, also die Armen, die sich eine abwechslungsreiche Küche mit gesundem Gemüse, Chia-Samen, Miso-Suppe, Quinoa, Amaranth und was der Bio-Laden sonst noch so alles im Angebot hat, nicht leisten können. Sie können ihr Gemüse auch nicht selber anbauen, weil sie kein Land besitzen. Ich glaube nicht, dass diese zwei Milliarden Menschen gesünder werden, wenn sie statt billigem Fleisch in Zukunft nur noch billige Kartoffelchips konsumieren.

    Es ist unsinnig, anzunehmen, dass das Übermaß an Kalorien der “Überernährten”, auf die “Unterernährten” verteilt, den Hunger in der Welt beheben würde. Diese Rechnung geht nicht auf, weil auch die angeblich Überernährten bei näherer Betrachtung mangelernährt sind.

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    • Stadtmensch sagt

      Zustimmung. Die Rechnung mit der Verteilung hab ich ja auch nicht aufgemacht.
      Ich würde noch ergänzen, dass die Westler vor allem wegen ihrer “Errungenschaft” Automobil, ziemlich hinüber sind. So kommt man nie auf seine 10000 Schritte und muss zusätzlich noch Stickoxide, Feinstaub und Getöse ertragen. So viel Chia-Samen und Frei-Von-Produkte kann man gar nicht einwerfen, um das zu kompensieren.
      Alles wegen durchschnittlich 10km am Tag, für die man sich ein Stehzeug hinstellt…Wahnsinn…

      Zum Thema Nährstoffgehalt der Produkte der “Modernen Landwirtschaft” wird auch viel gemessen und spekuliert: https://www.freizahn.de/2017/06/naehrstoffgehalt-der-lebensmittel-sinkt-seit-dem-2-weltkrieg/

      Außerdem lerne ich hier ständig, dass Bioprodukte ein einziger Hort von Aflatoxinen ist und die “Bio-Tierhaltung” mit ihren “lebensfeindlichen” Außenklima- und Parasitenreizen ebenfalls der reinste Horror.

      Wenn man die ständigen Übertreibungen und einseitigen Überbetonungen rausfiltert, bleiben immer noch viele diskussionswürdige Punkte

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    • Würden sich alle Menschen zu einem größeren Anteil pflanzlich ernähren und die Emissionen aus allen anderen Sektoren gestoppt, hätte die Welt eine 50-prozentige Chance, das Klimaziel von 1,5 Grad zu erreichen.

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        • fingerphilosoph sagt

          Ja, nur 50, und da die Emissionen aus allen anderen Sektoren nicht gestoppt werden – schließlich müssen ja weiter Bitcoins produziert werden -, ist der für die Jahrtausendwende vorhergesagte Weltuntergang mit etwas Verspätung nun endlich eingeleitet. Unsere letzte Hoffnung besteht darin, dass die Klimawissenschaftler mit ihren Prophezeiungen Unrecht haben mögen, aber eher als dass ein Wissenschaftler sich irrt, fällt uns der Himmel auf den Kopf. Deshalb: Carpe diem, schon morgen könnte es der letzte sein.

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          • ” die Klimawissenschaftler mit ihren Prophezeiungen Unrecht haben mögen”

            echte Wissenschaflter machen keine Weissagungen, sie rechnen hoch und stellen Vermutungen daraufhin an!
            Das sind dann eventuel auch Warnungen …,
            die nicht jeder hören möchte!

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  3. Thomas Bröcker sagt

    Das ist schon ein komplexer Datensatz mit vielen interessanten Details. Insgesamt finde ich die Aussagen moderat. Interessant ist, dass bei den Soziologischen Szenarien der (wahrscheinliche) 3 Grad Anstieg in den Darstellungen schon eingepreist ist. Für zwei Szenarien wird die Anpassungsfähigkeit sogar als hoch und die Veränderungen als moderat eingeschätzt. Ich bin aber erst bei Seite 10 angekommen, mehr Zeit habe ich jetzt nicht.
    Für CO2 werden die Landnutzungssysteme als nicht unerhebliche Senke in der Bilanz dargestellt.
    Interessant (und sicher in Teilen auch wahr) ist die Feststellung, dass seit 1960 die Erträge bei Weizen und Mais in Trockengebieten sinken und (auf Grund des günstigeren Klimas in den “hohen Breitengraden” (also bei uns steigen). Wobei Wissenschaftler des JKI (Dr. Andreas Stahl) die Ertragssteigerung bei Weizen hauptsächlich auf die Züchtung zurückführen. Die haben in einem Projekt 190 Weizensorten unter heutigen Bedingungen an mehreren Standorten über 6 Jahre kultiviert. Die Erträge steigen mit den Zulassungszeiträumen der Sorten fast genauso, wie die Durchschnittserträge auf der Zeitschiene seit 1960. D.h. die Sorten aus den 60-iger Jahren haben auch heute keine wesentlich höheren Erträge als zum Zeitpunkt der Zulassung. Auch die Resistenzsituation hat sich wesentlich verbessert (z.B. Gelb- und Braunrost.
    Das ist doch mal was für die Technologie-Gläubigen (wie mich z.B.) !

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    • Bauer Willi sagt

      @Thomas
      Ja, die Züchtung ist beteiligt, aber auch das Klima. Die Erträge sind bei Zuckerrüben enorm gestiegen, was auch mit dem höheren CO2-Gehalt der Atmosphäre korreliert. Das Optimum für die Zuckerrübe liegt bei 720 ppm, wir sind gerade mal erst über 400 angekommen. Als Wurzelfrucht kann sie auch Trockenheit gut überwinden, während das bei Gräsern eben nicht geht. Wenn die Blätter vertrocknet sind, bringt ein Regen danach auch nichts mehr.

      Übrigens ist in unserem Betrieb der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln seit über 10 Jahren nahezu konstant, bei Insektiziden eher rückläufig. Lediglich die Blattkrankheiten in Zuckerrüben haben geringfügig zugenommen, vor allem in feucht-warmen Jahren wie 2021. In den Trockenjahren war es auch den Pilzen zu trocken.

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  4. Reinhard Seevers sagt

    Es ist einfach mathematisch nicht möglich etwas zu reduzieren, in dem man hierzu ein “mehr” an Ressourcen und Energien benötigt.
    In Deutschland sollen zukünftig pro Jahr 300.000 neue Wohnungen gebaut werden. Zusätzlich sollen nun noch 3 Millionen Wohnungen saniert werden, um die energetische Sanierung zu schaffen.https://www.spiegel.de/wirtschaft/sanierungszwang-die-eu-kommission-will-eigentuemer-von-altbauten-zur-sanierung-verpflichten-a-00b1dfb9-8c9f-4d0e-ba89-65b09ad825f7
    Das bedeutet eine jährliche Erhöhung der Emissionen für die nächsten mind. zehn Jahre, die grundsätzliche Umsetzung mal außen vor. Wie will man die Welt retten, wenn man sie offenkundig mit erhöhtem Tempo zerstört?

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    • Arnold Krämer sagt

      Die Einsparung der Emissionen und die Weltrettung erfolgt über die Reduzierung landw. Erzeugung insbesondere in Deutschland. Energiegewinnung hat höchste Priorität (in D). Damit kann man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen 🤨

      Robert Habeck hat dies gestern in der FAZ so formuliert: „Am Ende des Jahrzehnts sind die erneuerbaren Energien das Rückgrat der Stromversorgung. Damit haben sie im Planungsrecht den Vorrang vor anderen Schutzgütern……..Die erneuerbaren Energien liegen im öffentlichen Interesse. Im Kern läuft es darauf hinaus: Der erneuerbare Strom, den wir für die Versorgungssicherheit brauchen, muss produziert werden. Punkt. Das lässt sich aber auch mit einem starken Naturschutz bewerkstelligen. Die Flächen unter Solaranlagen kann man als Biotope entwickeln. Sie werden weder gespritzt noch gedüngt oder mit Mais bestellt.“

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      • Stadtmensch sagt

        Dass die Grünen damit das Gegenteil von “Weltrettung” erreichen ist irgendwie schwer zu vermitteln. Wir werden dann Nahrungskalorien importieren, die irgendwo durch Produktionsausweitung (Umnutzung, Intensivierung bzw. “Entkohlung von Böden”) entstanden sind. Transportenergie wird zunehmen.
        Erstmal das Potenzial zu erschließen, dass durch bisher für PV ungenutzte, bereits versiegelte Flächen vorhanden ist, darauf kommt wieder niemand. Das möchte man den Eigentümern der städtischen Infrastruktur nicht zumuten. Dann lieber den Konflikt vermeiden und – aus den Augen aus dem Sinn – in die Fläche gehen. Genau wie mit den 300000 neuen Wohnungen jährlich.

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      • Smarti sagt

        Wir könnten auf unsere Dachflächen Solaranlagen bauen. Da die Leitung zum nächsten Verteiler viel zu schwach ist, müssten wir die Kosten ( nur für die Leitung ) von weit über 100000.- Euro selber bezahlen. Auch Solar ist nicht so einfach wie man denkt…

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      • fingerphilosoph sagt

        Solange im Stromnetz Erzeugung und Verbrauch praktisch jede Minute in Deckung miteinander gebracht werden müssen, kann es mit den Erneuerbaren keine Versorgungssicherheit geben. Die Versorgungssicherheit von Sonne und Wind beträgt 0%, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.

        Deutschland hat nicht die Speicherkapazitäten, um tagelange Dunkelflauten auszugleichen. Und das europäische Stromnetz ist nicht darauf ausgerichtet, dass ein großes Land wie Deutschland über längere Zeit 100% seines Stroms aus anderen Ländern zukauft.

        Habeck lügt sich selbst was in die Tasche und uns was vor, wenn er bei den Erneuerbaren Energien von in absehbarer Zeit erreichbarer Versorgungssicherheit spricht.

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        • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

          “Habeck lügt sich selbst was in die Tasche und uns was vor”

          Nein,der hat die kommenden Atommeiler in der EU im Hinterkopf!
          Darf er aber nicht laut sagen.

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          • Thomas Bröcker sagt

            Das könnte sicher ein Teil der Lösung sein. Nur ist das doch gerade mal (seit 2019) im Rahmen eines Projektes in Erprobung?? Wenn ich lese: “Die günstige Kostenstruktur ergibt sich aus der langen Lebensdauer” – weiß ich erstens, dass die Dinger wahrscheinlich teuer sind – und zweitens, dass das “Lebensdauerversprechen” außerhalb der Gewährleistung in meinem Risiko liegt. Da müsste mich schon Jemand mit guten Argumenten von der tatsächlichen Dauerhaftigkeit dieser Lösung überzeugen.

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      • Das Interview mit Habeck fand ich erschreckend. Die EU ist noch die zweitstärkste Volkswirtschaft der Welt, Herr Habeck. Wir sollten uns auch so benehmen und nicht wie ein Klaeingärnerverein.

        “Wenn Politiker behaupten, Nichtstun sichert unseren Wohlstand der Zukunft, dann erzählen sie Unsinn ”

        Das war ein rundum typischer Satz! Was will uns das sagen??
        Dass Habeck lügt ,glaube ich gar nicht. Er weiß es nicht besser. Vielleicht sollte er mal einen Energieversorger besuchen. Einfach mal gucken, was der so tut. Wie und wo er Strom kauft usw. . Realität statt Kinderbuchwissen.

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  5. Die Produktion von Lebensmitteln verursacht so viel Treibhausgas, , dass die Länder beim derzeitigen Tempo selbst dann nicht in der Lage wären, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen, wenn sie alle Non-Food-Emissionen auf null reduzieren würden. Deshalb führt kein Weg an deer Abschaffung der Landwirtschaft vorbei.

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      • Bauer Willi sagt

        @Bauer Jupp
        Ich denke, der letzte Satz war Ironie. Die Abschaffung der Landwirtschaft führt zur Abschaffung der Menschheit. Damit würden sich zwar viele Probleme lösen lassen, scheitert aber an der Einsicht des Individuums. 😉

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      • Herr Jupp, wir müssen endlich Fakten erkennen. Und die sind: Das derzeitige industrialisierte Lebensmittelsystem verursacht bereits etwa ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen. Außerdem werden 70 Prozent des Süßwassers und 40 Prozent des Bodens verbraucht, und die Menschheit ist auf Düngemittel angewiesen, die den Kreislauf von Stickstoff und Phosphor stören und für einen Großteil der Verschmutzung von Flüssen und Küsten verantwortlich sind. Dass dies so nicht weitergeht, liegt auf der Hand.

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        • Bauer Willi sagt

          Das Süsswasser und der Boden wird “verbraucht”? Ehrlich?
          Süsswasser und Boden wird genutzt.

          Für die Verschmutzung von Flüssen und Küsten sind Stickstoff und Phophor verantwortlich? Ehrlich?

          Waren Sie schon mal auf einer Urlaubsinsel am Strand? Die Verschmutzung dort stammt definitiv nicht aus der Landwirtschaft.

          Jede Form der Nahrungsmittelbeschaffung ist ein Eingriff in die Natur. Das war schon bei den Jägern und Sammlern so. Damals lebten auf dem Globus rund 2.000.000 Menschen. Das ist zweimal die Einwohnerzahl von Hamburg und das auf dem gesamten Globus.

          Heute sind wir fast 8.000.000.000 Menschen.

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        • Reinerstoff sagt

          Wie stellen Sie sich denn dann die Ernährung von 8+x Milliarden Menschen vor,bei weiter zunehmender Verstädterung bis zum Verhältnis Stadt Land von 80 zu 20 Prozent, wenn in Ihren Augen die moderne Landwirtschaft Wurzel allen Klimaübels sein soll?

    • Stadtmensch sagt

      Tja, wem glauben wir jetzt? Udo Pollmer mit seinen Thesen von ständig steigenden Wohlstand oder irgendwelchen Randmeinungen, dass über 2 Mrd. Westler krank durch Überernährung sind, während 800 Millionen weltweit krank durch Unterernährung sind.
      Nützt alles nix, geht ja nicht um krank oder gesund, sondern ums Geld. Also der Kredit für die Investition muss vermehrt um die Leihgebühr zurückgezahlt werden. Nur das treibt die Innovationen für Produktivitätssteigerung.
      Dass wir uns auch mit dem Dogma des ewigen Wachstums von allen natürlichen Kreisläufen nicht abtrennen können, werden wir noch lernen. Bis dahin fahren wir auf Verschleiß. Die Natur hat eine träge Sicherung. Sie kommt spät und erst nach seehr viel Strom.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      “. Deshalb führt kein Weg an deer Abschaffung der Landwirtschaft vorbei.”

      Richtig, nur wenn die Landwirtschaft weltweit abgeschafft wird, können wir das Klima retten. Die Bevölkerung muss ihre Lebensmittel wieder selbst erzeugen, kein Mineraldünger, keine PSM, höchstens Brennnesselsud, die menschlichen Ausscheidungen werden noch erlaubt, es sei denn, sie nehmen Medikamente wie Antibiotika ein, dann wäre dies Sondermüll.🤣

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