Bauer Willi
Kommentare 480

Verbieten! Sofort! Weltweit!

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen!

Ihr habt es geschafft. Nach etwas mehr als zweieinhalb Jahren und über 50.000 Kommentaren werfe ich das Handtuch. Ihr habt mich zwar nicht überzeugt, aber ich gebe auf.

Ich bin es einfach leid, mir ständig anhören zu müssen, ich würde euch vergiften. Ich bin es leid, euch Nachhilfe in Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Düngung und all den anderen Dingen meines Alltags geben zu sollen. Ich will auch nicht mehr der Schuldige für alle Mißstände dieser Welt sein, angefangen vom Klimawandel, dem Aussterben von Insekten, Pflanzen, Vögeln und was sonst noch allem. Ich bin nicht mehr euer Prügelknabe. Schluss, Ende, Aus.

Wozu brauchen wir Wissenschaft? Ihr könnt ja jetzt Arbeitsgruppen bilden und Volksbegehren und Unterschriftensammlungen in Gang setzen, bei denen ihr basis-demokratisch abstimmt, was in Zukunft erlaubt ist und was nicht. Studien, Grenzwerte, Analysen, Zeitreihen, Risikobewertung? So ein Quatsch! Fakten stören das Volksempfinden. Wie sich die Menschen fühlen steht im Vordergrund. Und wer was anderes behauptet, wer versucht, sachlich aufzuklären, ist von der Industrielobby gekauft. Nur die Mehrheit kann entscheiden, was richtig und was falsch ist. Völlig faktenfrei. Das ist Demokratie! Meint ihr…

Jetzt endlich tute ich in das gleiche Horn wie ihr. Jawohl, lasst uns endlich alle Pflanzenschutzmittel und synthetische Dünger verbieten. Sofort und weltweit.  Schluss mit der Züchtung, die ja nur dazu dient, uns von Großkonzernen abhängig zu machen. Es gibt doch so viele alte Sorten wie Emmer und Einkorn…

Ich bin jetzt auch gegen Massentierhaltung und dafür, dass alle Tiere frei herumlaufen und sich in der freien Natur vermehren. Dann müssen auch keine Küken mehr getötet werden. Artgerecht ist nur die Freiheit, ich hab´s ja kapiert. Und Fleisch essen muss kein Mensch. Und Milch trinken auch nicht. Käse? Weg damit! Eier? Wozu? Es gibt doch Soja…

Ich will mich für mein tägliches Tun nicht mehr entschuldigen müssen. Ich will keine Angst vor der Zukunft mehr haben und mich mit immer neuen und schärferen Auflagen und Kontrollen herumschlagen müssen. Ich hab echt keinen Bock mehr. Nein, ich werde auch nicht auf Bio umsteigen. Denn auch Bio-Bauern arbeiten gegen die Natur. Was meint ihr, wie sich die Feldlerche fühlt, wenn ich ihr dreimal mit dem Getreidestriegel durch ihr Gelege fahre? Das will ich nicht.

Ich überlasse jetzt meinen Acker der Natur. Das wollt ihr doch. Und ich hoffe, dass meine Berufskollegen weltweit meinem Beispiel folgen. Dann haben wir endlich wieder einen bunten Planeten, so wir er vor ein paar tausenden Jahren schon mal war. Dann kommen auch Bären und Wölfe wieder zurück und die vielen anderen Tiere, die ihr so lange vermisst habt.

Ich werde wohl meinen großen Garten behalten, damit ich selbst genügend zu essen habe. Ich werde Kartoffeln einlagern, Sauerkraut machen, Marmelade kochen und Obst einmachen. Ich komme schon über den Winter! Für mich ist genug da!

Wo ihr das Essen herbekommt? Mir doch egal. Macht was ihr wollt, aber nicht mit mir. Ich bin da jetzt raus…

Nein, das ist jetzt nicht ernst gemeint. Der Text mag zynisch sein, oder Satire, oder Jammern. Es ist mir egal, was ihr darüber denkt. Es ist mir nicht nur egal, es ist mir scheißegal. Ich musste das nur mal loswerden.

Völlig unsachlich, nur nach meinem Gefühl…

Euer Bauer Willi

(Aufrufe 9.115 gesamt, 1 heute)

480 Kommentare

  1. Astrid sagt

    Prima, endlich mal ein paar gescheite Worte!
    Wir brauchen Landwirtschaft = Pflanzenwirtschaft ohne Gift und ohne Tierausbeutung.

    2+
  2. Michel sagt

    Keiner braucht die Landwirtschaft!
    Wildkräuter zupfen ist auch keine Lösung.
    Wir müssen lernen, vom Licht zu leben!!!

    0
  3. Stefan sagt

    Werter Bauer Willi, werte Berufskollegen

    Einen herzlichen Gruss aus der kleinen Schweiz, wo es uns Bauern -verglichen mit den deutschen Bauern- dank „bisher-noch-nicht-EU-Beitritt“ und einer geschichtlich-politisch bedingten (unberührtes, isoliertes 2.Weltkriegs-Land mit einer damaligen auf-Teufel-komm-raus-wir-müssen-überleben-Produktion) heute noch dank grosszügiger, staatlicher Unterstützung den Schweizer Bauern noch HALBWEGS gut geht… ich selbst bin junger Landwirt, aber mit meinen reinen 20 Hektärchen Land und ohne Vieh dem Untergang geweiht.
    Aber: Betrachtet man die demografische Entwicklung unserer westeuropäischen Gesellschaft, die sogenannte, junge Generation Y (siehe Wikipedia), bezieht man die marktwirtschaftlichen,(NEGATIVEN) Entwicklungen von Detailhandels-Grosskonzernen und die kritischen Aussagen von CEO’s der grössten Lebensmittel-Produktionskonzerne wie Danone, Nestlé, usw. mit ein… dann macht mir diese Entwicklung als junger, 35-jähriger Landwirt letztendlich doch wieder MUT, werte Berufskollegen.
    Nur: Wir jungen Landwirte müssen umdenken! Wir müssen eine Form von Selbstvermarktungs-Genossenschaften aufbauen, das ist die Zukunft. Weg von der Abhängigkeit der Konzerne, welche noch nach alten Wirtschaftsmustern des 20. Jahrhunderts grossgeworden sind. Unsere Gesellschaft ist nach immerwährenden Lebensmittel-Skandalen zunemehnds verunsichert und wünscht sich je länger je mehr „das ländliche, sichere Lebensmittel vom „Nachba(ue)rn“ zurück.
    Wir jungen Landwirte müssen dieser Entwicklung gerecht werden – wir müssen aber in der Vermarktung, Betriebswirtschaft und ZUSAMMENARBEIT auch neue Wege gehen.

    Zu guter letzt: Seien wir stolz auf unseren Beruf, WIR ERNÄHREN DIE WELT. Auch wenn es hart ist und bleiben wird, solange der reine Kapitalismus regiert.
    Ein wunderschönes Gedicht über unseren Berufsstand von Amelia Barr:

    https://agricultureproud.com/2017/01/01/land-o-lakes-the-farmer-by-amelia-barr/

    Viel Kraft Euch Allen und herzliche Grüsse aus der Schweiz,
    Stefan

    8+
  4. Matthias W. sagt

    Hallo Willi,
    hatte erst mal einen Schreck bekommen und gedacht, Du meinst das ernst! Erst in der letzten Hälfte Deines Textes löst sich die Äußerung als fake news auf…(Gott sei es gedankt!)

    2+
  5. „Wo ihr das Essen herbekommt? Mir doch egal.“

    Das wäre die richtige Einstellung. Weil sie entkrampft. Das Überleben der Menschheit hängt nicht vom einzelnen Landwirt ab. Nahrungsmittelherstellung wird es nicht nicht geben, dafür sorgen schon die Marktgesetze, Angebot und Nachfrage. Ebensowenig ist der einzelne Bauer am Artensterben und der Stickstoffdeposition „schuld“.

    Die Gesellschaft hat die Landwirtschaft, die sie verdient. Die meisten Menschen sind eben gerne dick, essen zu viel Fleisch und auch sonst zu viel, lieben Hunde und Katzen, verdrängen aber, dass Schweine, Hühner etc. so gehalten werden, wie sie das von ihrem Pfiffi nicht möchten, eigentlich auch nicht von den Schweinen und Hühnern möchten. Eigentlich!

    Die meisten Geschäftsleute sehen über dieses „eigentlich“ hinweg, besser gesagt: sie sehen darin einen soeben verschwiemelt, implizit, verräterisch ausgedrückten Bedarf. Verdienstchancen. Viele sich hier äußernde Landwirte wollen sich aber nicht als normale Geschäftsleute sehen, jedenfalls „nicht nur“ als Geschäftsleute. Nein, sie müssen die Ernährer der Nation sein, neuerdings auch der Welt. An der Ernährerrolle ist ja was dran, ohne Ernährung kein Leben. Aber es ist nicht die ganze Wahrheit.

    Auch Landwirte produzieren für den Überfluss, für das Wegschmeißen, für Junk food, die fettige Fertigpizza, die nitritgepökelte Wurst mit 50 g Fett, die von nicht wenigen geradezu missbräuchlich konsumiert wird, für ernährungsmitbedingte Krankheiten. Bitte nicht wieder als persönlichen Angriff sehen. Denn auch daran sind Landwirte keineswegs „schuld“, wie überhaupt von „Schuld“ nicht die Rede sein sollte, weil es je nach Redner etwas aggressives oder passiv-aggressives hat. Die Landwirte liefern eben, bedienen eine Nachfrage. Sie haben es nun mal nicht in der Hand, dass alle Menschen sich und ihre Kinder gesund ernähren, so fit und beweglich sind wie sie sein könnten – und sich keiner totfrisst.

    So ist es doch mit fast allen Produkten. Bayer entwickelt und produziert lebenswichtige Chemikalien und Arzneimittel, aber auch für den Überfluss und für dämliche Modekrankheiten, die sogar zur Bedarfsweckung erst kreiiert und lanciert werden, wie die berüchtigten „Wechseljahre des Mannes“ (Angst erzeugen ja keineswegs nur die Grünen).

    Warum haben eigentlich die Mitarbeiter von Bayer anscheinend kein Problem mit dem ebenso vorhandenen Misstrauen gegen die Chemie- und Pharmaindustrie. Denen geht es am A. vorbei. Warum Landwirten nicht?

    4+
    • Mark Rössler sagt

      ^Fehlende Bewegung kommt vom Fleisch?
      Oder eher von zu viel TV, Internet und Smartphone?

      Und richtig, „anonymen“ Konzernen geht erst mal vieles am Allerwertestem vorbei,
      Landwirtschaft muss sich anscheinend in Deutschland in die Richtung wandeln, dann haben wir Landwirte weniger Stress.

      0
      • Die Kapitalausstattung kommt vom Konzern, auf gesetzgeberische Eingriffe stellt er Know-how und materielle Ressourcen zur Verfügung. Die Betriebsleiter sind weiterhin vor Ort, dörflich verwurzelt. Das mag wie Leibeigenschaft klingen. Aber auch viele Freiberufler suchen den Weg in Behörden und Unternehmen. Weil weniger Stress.

        Banken und Versicherungen, die aufsichtsrechtlich für das Eigenkapital eine Immobilienquote zu erfüllen haben, nehmen immer mehr Agrarland ins Portfolio. Sie spekulieren darauf, dass ein Teil Bauland wird, aber eben nicht nur. Es lässt sich bereits so gewinnbringend verpachten und ließe sich auch selbst bewirtschaften. Dem Verbraucher ist es vollkommen egal, ob seine Erzeugnisse von „bäuerlichen Familienbetrieben“ oder der Tochter des freundlichen Herrn Kaiser kommen.

        0
    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Anwalt, die „Entkrampfung“ ist ein sehr guter Vorschlag. „Die Landwirte“ gibt es eh nicht. Sondern nur den eigenverantwortlichen und unternehmerischen Bauer. Jeder fällt seine eigenen Entscheidungen, die sich an den eigenen Bedürfnissen orientieren müssen. Wenn die Weltmarkternährung mir als Landwirt keine akzeptablen Preise gibt, dann muss ich doch auch nicht für diesen unrentablen Markt bis zur Selbstaufopferung produzieren.
      Die sehr breite Zustimmung zu diesem „Wutbrief“ von Willi zeigt, dass der Frust doch sehr weit verbreitet ist. Dann müsste doch auch die Motivation hoch sein etwas dagegen zu tun. Man muss ja nicht gleich ganz zusperren. Also von einem Extrem (= hoch intensive Produktion) ins andere Extrem zum Aufhören (= null Produktion) wechseln. Es reicht im Prinzip vom Gas zu gehen und sich neu zu orientieren.
      TIPP: Im Video der LWK-Niedersachsen (ab Minute 7:15) wird ein konventioneller Landwirt vorgestellt, der von 10.000 Schweinen auf 3.000 Schweine reduziert hat und dabei sogar mehr verdient.

      2+
      • Hallo Alois, habe ich gesehen, Dr. Jan van Bebber.

        Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade im Lebens- und Genussmittelbereich eine zunehmende Marktsegmentierung stattfindet. Die Digitalisierung wird hier als Katalysator dienen, etwa durch gemeinsame Vertriebsplattformen für lokales „Craftmenship“. So wie z.B. Lieferando und Foodora in Städten das Ausliefern von Pizza usw. für sämtliche dortige Restaurants übernommen haben, wird auch sonstige Vertriebs-
        und Abrechnungslogistik auf lokaler/regionaler Ebene gebündelt (und wenn durch Amazon, das inzwischen auch mit eigenen Fahrzeugen ausliefert).

        Die Umbrüche durch Internationalisierung, Digitalisierung, Industrie 4.0, autonomes Fahren/Ausliefern wird außer bei hochtechnologischen Produkten ein Bedürfnis nach Lokalem, nach Handwerklichem befördern.

        Tönnies wird nicht nur Fleisch unter seinen eigenen Marken an den LEH verkaufen, sondern Schlachtdienstleistungen an einzelne Erzeuger verkaufen (Stichwort Industrie 4.0), die direkt vermarkten. Die Bedeutung von Fleisch als Alltagsprodukt wird in reichen und aufstrebenden Ländern natürlich weiter abnehmen. 😉

        0
    • Jeder vertritt doch erst mal seine eigenen Interessen. Der Bauer wie der Verbraucher. Das kann jeder zugeben, denn das ist doch vollkommen okay. Auf dieser Basis ist Austausch und Interaktion möglich.

      Die Weltrettung hat von den Menschen sowieso niemand im Griff. Und es weiß auch niemand, was die Welt rettet oder nicht rettet. Vielleicht ist die Welt sowieso nicht zu retten und die Evolution sucht Wege, um mit einer neuen Lebensform, Cyborgs, den Weltraum zu erobern. Vielleicht haben die Technikfreaks Recht. Vielleicht haben die Ökos Recht. Keine Ahnung. Das Leben, die Welt sind offene Systeme. Deshalb können wir die Rettung der Welt getrost der Evolution oder Gott oder dem Kosmos überlassen und uns um das kümmern, das uns persönlich betrifft und betroffen macht.

      Wie gehen wir in einem offenen System, das wir gar nicht steuern können, miteinander um, wenn verschiedene Interessen aufeinanderprallen und aus diesem Zusammenprall Konflikte entstehen? So zu tun, als wüsste man genau, was die Evolution oder Gott vorhat, und daraus dann Vorschriften für den Rest der Menschheit abzuleiten, ist pure Anmaßung. Die bessere Lösung ist, wenn jeder für sich und seine Interessen einsteht, sich selber einbringt und für sich selbst die Verantwortung übernimmt.

      Der Verbraucher hat nicht die Verantwortung für den Bauer, und der Bauer hat nicht die Verantwortung für den Verbraucher. Die Vorstellung, erwachsene Menschen wie die Bauern über den eigenen Konsum „umerziehen“ zu können, wie das von den Grünen und Umweltschützern in den Medien verbreitet wird, ist total respektlos und verachtend. Von so jemand möchte ich nicht regiert werden.

      Gesetze und Kontrollen haben die Menschen auf lange Sicht noch nie von etwas abgehalten oder zu etwas gebracht, das sie nicht wirklich wollen. Respekt vor dem Anderen ist zielführend, nicht Manipulation.

      5+
  6. Andreas Brummer sagt

    Wenn ich hier einige Kommentare lese, habe ich schon das Gefühl, dass Landwirte und Verbraucher fast Welten trennen. Die Gefühlslage vieler Landwirte wegen der oft unsachlichen, teils diffamierenden Berichterstattung können etliche Verbraucher anscheinend nicht nachvollziehen.

    1+
    • Ja leider, da sind wohl die Soziologen gefragt,
      die können doch ein Lösung anbieten!

      Vielleicht ist es gesund, wenn jeder nachvollziehen kann, wie die Nahrungsmittel entstehen.
      Wenn nicht selbst körperlich erarbeiten, damit die Kalorienzufuhr ausgeglichen ist, das macht sich eventuell auch psychisch bemerkbar!

      Wir haben uns ja physisch und psychisch seit der Steinzeit nicht verändert, oder?

      0
  7. Paulus sagt

    Was ich an Bauer Willi schätze ist, dass er offen und ehrlich ist und auch mal seinen Frust raus lässt. So einer ist mir viel lieber als jemand der immer krampfhaft versucht die Contenance zu wahren. Man muss jetzt nicht auf alle Punkte seiner Frustrede eingehen, insofern nur kurz.
    Die unregelmäßig erscheinende Nachhilfesendung „Hallo Leute“ halte ich für erstklassig, nie belehrend (im negativen Sinn) sondern kurz, knapp und informativ. Ein solches Format, vielleicht auch mal aus einem Kuh- oder Schweinestall, wünsche ich mir bei den öffentlich Rechtlichen.

    Ich sage auch noch was mir weniger gefällt:
    – Das deutlich erkennbare Verbraucherbashing, da muss ich schon mal schlucken.
    – Selbst bei einem Hauch von Kritik reagiert Willi für meinen Geschmack manchmal etwas heftig, oder soll ich sagen dünnhäutig? Ich sage mir dann immer, OK da hast du dich wohl missverständlich ausgedrückt.

    Allen Bauern, die hier nur allzu gerne in Willis heutige Arie einstimmen und es scheinen ja nicht weinige zu sein, sei gesagt, es geht nicht ohne Euch liebe Leute. Ihr sitzt realistisch betrachtet am längeren Hebel und einen Systemabsturz wird selbst die hartgesottenste NGO nicht herbeiführen können. Mir scheint nur, dass Eure eigene Lobby wahrscheinlich schon Jahrzehnte lang geschlafen hat. Das wiederum haben sich die Bauern, egal ob Bio oder Konvi selbst ans Bein zu binden.
    So etwas wie die ehemalige CMA wäre vielleicht ein geeignetes Instrument gewesen. Die habt Ihr leider gemeinsam mit der verarbeitenden Industrie kaputtgehen lassen.

    7+
    • bauerhans sagt

      „ehemalige CMA“

      das war nur eine organisation,die gebühren generiert hatte,um sich darzustellen.
      QS ist nicht anders,bringt nix,nur kosten!

      bauern wollen viel pachten und grosse trecker fahren,insbesondere sind sie dem nachbarn sehr sketisch gegenüber,dass der bloß keinen vorteil hat.

      0
    • Bauer Willi sagt

      @Paulus, das mit der Dünnhäutigkeit stimmt absolut. Sagt mir meine Familie auch immer. Aber soll ich mir jetzt ein „dickes Fell“ zulegen? Wäre das von Vorteil? Das nächste „Hallo Leute“-Video ist in Bearbeitung. Möhrenernte! Und vielen Dank für Deine Kommentare, die richtig gut tun, auch wenn sie manchmal nerven. 🙂 Es ist aber immer ein Dialog, der auf Konsens angelegt ist. Klar auch, dass ich weitermache. Aufgeben ist keine Option, erst recht nicht für einen Rheinländer.
      Bauer Willi

      1+
    • Es stimmt doch, dass die Bauern von den Medien gebasht werden, da ist es voll okay, wenn auch der Verbraucher mal sein Fett weg kriegt. Schließlich ist ja niemand aus Marzipan, und ein ordentliches Gewitter bereinigt die Atmosphäre. Gleiches Recht für alle!

      0
  8. …wir müssten doch etwas schmunzeln. Sehr vielen aus unseren Reihen geht es genau so. Man fühlt sich wie der Prügelknabe / Prügelmädel der Nationen zumal wenn man weltweit ganz oben auf den Fahndungslisten steht. Natürlich kommen dann auch Phasen wo man denkt einfach keine Kraft einfach keine Lust mehr zu haben mit seiner Öffentlichkeitsarbeit sich selbst noch mehr belasten zu sollen. Aber man tut es dann weiter und genau das ist wichtig.

    Es gibt neben uns noch zahlreiche andere Beispiele von Menschen die für eine wirkliche Freiheit und wirklicher Entfaltung standen. Viele haben mit ihrem Leben bezahlt viele haben Dinge durchlebt die man kaum beschreiben kann. Unser Wolfgang Grams bezahlte mit seinem Leben so wie einige andere Genossinnen und Genossen auch. Viele bezahlten mit sehr langen Haftstrafen und nur ganz ganz ganz wenigen ist es möglich geworden in Freiheit zu bleiben und was wären wir doch eine feige Bande wenn wir dann schiegen nur wenn es mal wieder „holprig“ wird.

    Auch du gehst da durch Phasen wo man es manchmal mit einem gewissen schwarzen Humor sehen muss und dann weiter weiter weiter macht …

    0
  9. Brigitta sagt

    Im Jahr 2015 2016 haben 9000 Betriebe aufgegeben. Fast 10 an jedem Tag.
    Dein Beitrag mag (noch) zynisch sein, aber er beschreibt die Realität. Und die betrifft nicht nur die „Alten“ wie Dich, sondern vor allem auch diejenigen, die den Beruf in die Zukunft tragen könnten und angesichts des tagtäglichen Bashings gar nicht erst anfangen, sondern auch lieber ( und zu Recht) den bequemen Weg wählen.

    4+
  10. Sandra Harms sagt

    Willi,
    ich kann deine worte gut verstehen, dir geht es auf den sack ,mir langsam am arsch vorbei !
    Dieses “ ICH HAB KEINE AHNUNG; DAVON ABER GANZ VIEL “ oder auch “ VORNE HUI, HINTEN PFUI:“ oder aber auch diese “ HAUPTSACHE VOR ANDEREN HAUSTÜREN KEHREN MENTALITÄT“ !!!!!
    Mir lieber Willi, geht es ganz genau so wie dir, mir vergeht stück für stück die lust, irgendetwas zu kommentieren, zum gefühlten 1000ten mal etwas zu erklären, aber auch permant undank zu ernten, hies es doch früher einmal “ Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“ So hat sich dieses nahezu gedreht, ja ich möchte beinahe sagen WIR drehen uns im Kreis…
    Ich bin neben dir nicht die einzigste Kollegin die es manchmal SATT HAT bis oben hin, spricht man nit Berufskollegen, trifft man auf viele die ganz genauso denken. Das traurige an der sache ist, das man permanent nicht nur mit absolutem unwissen zu tun hat, sondern das die Bevölkerung zu grossen teilen bereits dermaßen infiltriert ist vn diversen falsch und halbwahrheiten, selbst die jenigen die sich hinstellen und einen Fairen wahlkampf vordern, schmeissen mit halbwahrheiten,lügen, und dummer idiologie nur so umsich, zum anderen können die leute irgendwie nicht mehr rechnen,mir kommt es so vor als wenn grße teile der Bevölkerung nur noch preise vergleichen kann, den billigsten auswählt, aber logische schlussvolgerungen nicht mehr antellen kann. Traurig aber wahr !!! Dinge,aussagen etc. werden nicht hinterfragt, nein! man liest wenn überhaupt einem mal quer, klickt auf gefällt mir, und teil so manchen nonsens. und so dreht sich die spirale immer und immer schneller, bremsende agumente,Zahlen und fakten interessieren ja nicht, „glaube keiner statitik die du nicht selbst gefälscht hast…“ das ist das motto, unter dem die leute oftmals handeln, wissenschaft, selbst von staatlicher seite ist demnach lug und trug, institute die einstmals von den Grünen gegründet wurden, lügen, fälschen und kopieren, und das weils lobbyisten angeblich ja so wollen… Niemand aus der Bevölkerung kommt auf die Idee das es auch lobbyisten, auf der gegenseite gibt, komisch oder…?
    Einen Silberstreif am Horizont sehe ich aber, Ein mir bekannter MdB bietet den lügnerischen NGO´S die Strin, lässt sich nicht von reisserischen Anwaltsschreiben danider ringen, sondern steht zu dem was er sagt, grade raus, die pure wahrheit ! Grade in diesen tagen, wo sich am morgigen tag, die Reformation Martin Luthers jährt, finde ich es beachtlich, das es doch einige wenige gibt, die aufstehen und sich lug und trug endgegen stellen. Damals war es nur ein einziger, es gab kein internet,telefon usw und es hat etwas bewirkt, heute in der modernen zeit fehlt eben ein Martin Luther, der Wach rüttelt, aufklärt,verädert und den Bürger wider auf die spur bringt !

    8+
    • Lothar Maisenbacher sagt

      Bauer Willi du bringst es auf den Punkt,mach weiter und versprühe weiterhin deine Felder mit Roundup u.s.w.ganz im sinne von Monsanto und Konsorten du bist auf dem richtigen Weg bravo.(y) (y) (y)

      0
      • Sandra Harms sagt

        toller kommentar, wie wärs denn mal mit ner alternative zu gyphosat?
        darf aber nicht mehr kosten, muss erosionsschutz möglich machen,darf keine zusätzlichen abgase wie zb co2 ausstossen, muss pfluglose bestellung möglich machen….
        so, denn mal her mit den vorschlägen !

        4+
      • Bauer Willi sagt

        @Lothar Maisenbacher.
        vielen Dank, dass Sie meinen Ausführungen zustimmen. So ein Kommentar bringt uns alle im Dialog um den richtigen Weg so richtig nach vorne.
        Herzlichst
        Bauer Willi

        0
    • Eckehard Niemann sagt

      Liebe Sandra Harms,
      wer ist denn dieser Ihnen bekannte Bundestagsabgeordnete, der „lügnerischen NGOs die Stirn bietet“. Ich bitte wirklich um Antwort.

      1+
  11. Ottmar Ilchmann sagt

    Lieber Willi,
    deinen Unmut kann ich nachvollziehen. Wir Milchbauern haben sowas ähnliches 2008 versucht, Stichwort Lieferstreik. Dabei ging´s allerdings weniger um gesellschaftliche Kritik und steigende Auflagen, sondern um dauerhaft zu niedrige Preise. Das Ergebnis ist ja bekannt…

    2+
  12. Kirsten Wosnitza sagt

    Entweder WEITER SO oder die Welt muss hungern. Ist es das, was Du uns eigentlich schon immer vermitteln wolltest Willi oder bleibst Du bewusst unter Deinem Niveau und bedient Dich eines populistischen Stils um Aufmerksamkeit zu erzeugen?

    3+
    • Sandra Harms sagt

      Kirsten,
      willi hat einfach nur mal schlechte laune, und hat die mal raus gelassen…
      er hätte auch ne stunde holzhacken können um sich abzureagieren… er hat sich lieber mit worten abreagiert. das sollten wir ihm wohl zugestehen, das er auch nur ein mensch ist, der sich wie wir alle auch einmal luft machen muss. ich finde das ganz normal,und irgendwo wars auch überfällig. von weiter so, kann ich hier nichts entdecken.

      5+
    • Bauer Willi sagt

      Hallo Kirsten, das mit dem „unter meinem Niveau“ hast Du doch von Eckehard Niemann geklaut. Von top agrar. Aber schau mal nach, zwischen ihm und mir ist da mittlerweile ein ganz vernünftiger Dialog entstanden.
      Und bitte bedenke: an der anderen Seite des Bildschirms sitzt ein Mensch, dessen Toleranz-Limit auch mal erschöpft ist und seiner Seele einfach mal Luft machen muss. Ganz ohne Kopf und Gehirn. Im Gegensatz zu manch anderen bin ich in der Regel lösungsorientiert unterwegs. Schau Dir dazu einfach mal das Video von der LWK Oldenburg hier auf dem Blog an. Oder andere Beiträge.

      Im übrigen kann ich Deine Kritik gut ab, würde mir aber auch von Deiner Seite außer dem allseits bekannten Vorwurf des Populismus, auch konkrete Lösungsansätze für den ganz normalen Bauern wünschen. Die erkenne ich in diesem Kommentar noch nicht.
      Bauer Willi

      4+
      • Kirsten Wosnitza sagt

        Willi ich weiß nicht auf welchen Text Du Dich beziehst. Es ist mein ganz persönlichet Eindruck. Eine Schritt zur Lösung ist es nicht wie in Deinem Artikel die Fronten weiter zu verhärten, Gesellschaft und Bauern also nicht weiter zu Spalten und die Bauern nicht noch weiter in die Opferrolle zu treiben. Denn das ist die schwächste Rolle die man nur einnehmen kann. Natürlich gibt es dadurch auch Profiteure . Es hilft manchem wenn man ein Feindbild schafft. Denn dann braucht es einen Retter.
        Zb die FML. Die dann die Bauern in ihrem Kampf unterstützt. Und sich zum unentbehrlichen Partner macht.
        Mein Vorschlag: Quarsch ignorieren. Und bei allem fragen wer letzten Endes profitiert.
        ach ja – wofür suchst Du eigentlich eine Lösung?

        1+
        • Bauer Willi sagt

          Ach Kirsten, Kampf liegt mir nicht. Ich bin eher konsens-orientiert. Drum auch die Erklär-Videos, drum auch Interviews mit Greenpeace, Felix zu Löwenstein, Welttierschutzgesellschaft, WWF usw.

          Wenn Du das unter Spaltung verstehst? Weißt Du, wie viel Zeit der Blog hier frisst? Kein Vorwurf, ich mache es ja, weil ich es für sinnvoll halte.

          Nur so nebenbei: es sind in der letzten Zeit viele Mails zwischen der AbL und mir hin und her gegangen, weil wir etwas gemeinsames planen. Ich mache davon kein Aufhebens solange es nicht unter Dach und Fach ist.

          Ich würde Dir alles Gute beim Pflegen Deiner Vorurteile.
          Bauer Willi

          0
  13. Der Artikel kann die Diskussion weiterbringen, nämlich wenn sich die Teilnehmer drauf einigen, dass es nicht drum gehen kann, die Natur zu erhalten, wie sie vor 500, 5000 oder 50.000 Jahren war. Sondern, dass es drum geht, gemeinsam eine Kulturlandschaft zu gestalten. Und ja, diese Landschaft ist künstlich, menschengemacht. Auch der zurückkehrende Wolf ist nicht Natur, sondern ein Gestaltungselement, über das einzig und allein der Mensch entscheidet.

    Bei der Gestaltung dieser Kulturlandschaft hat jeder eine Stimme. Jeder kann sagen, wie sie aussehen soll. Jeder kann sagen „ich will …“ statt „man muss …“. Dann fällt das Moralisieren weg, das Verabsolutieren des eigenen Standpunkts, das Besserwissen, das Schuldgefühle einreden, das Auf-die-Tränendrüse-drücken, das Sich-gegenseitig-mit-Fakten-Bewerfen und .. und … und. Wenn jeder sagt „ich will …“, dann kann man miteinander reden. Dann kann man sich zusammensetzen und entscheiden, was davon machbar ist und was nicht.

    Es geht in all diesen Diskussionen doch immer nur um das „ich will …“ Wenn der Bauer sagt, man muss die Weltbevölkerung ernähren, meint er, „ich will produzieren“. Wenn der Tierschützer sagt, Massentierhaltung sei Tierquälerei, dann meint er, „ein auf 0,5 qm Platz reduziertes Schwein stört mein persönliches Wohlbefinden“.

    Über Probleme kann man diskutieren, wenn jeder seinen persönlichen Standpunkt vertritt, und nicht so tut, als wäre der persönliche Standpunkt der von der Natur, von den Tieren, von Gott, der Welt, der Weltbevölkerung, der Hungernden oder wem auch immer. Damit klaut man sich die Autorität, um dem eigenen, persönlichen Standpunkt mehr Gewicht zu verleihen. Und damit beweist derjenige bloß, dass er sich auf Biegen und Brechen durchsetzen und den Anderen gar nicht zuhören will.

    Wer sagt, ich will Joghurt essen, der erklärt sich damit einverstanden, dass Kälbchen die Milch weggenommen wird. Wer sagt, ich will Fleisch essen, erklärt sich mit dem Schlachten einverstanden. Wer Joghurt isst und sagt, dass Kälbchen die Milch nicht weggenommen werden darf, lügt sich und anderen was in die Tasche. Für den, der Getreide isst und sagt, dass er im Einklang mit der Natur oder naturverträglich leben will, gilt dasselbe.

    Wenn jeder seinen eigenen Standpunkt vertritt, folgt daraus, dass jeder essen kann, was er will und dass keiner das Recht hat, seinen Mitmenschen diesbezüglich Vorschriften zu machen.

    Also ich will Joghurt, Fleisch, Getreide, Obst und Schokolade essen. Es gibt in der industriellen Landwirtschaft Dinge, die mir nicht gefallen. Wenn ich Filme über die automatisierte Nahrungsmittelproduktion per Fließband sehe, vergeht mir der Appetit. Wenn Äpfel 46mal gespritzt werden, will ich sie nicht essen.

    3+
    • Andrea Rahn-Farr sagt

      Interessanter Ansatz, gefällt mir.
      Aber woher wissen Sie, was Sie wollen und warum Sie es wollen? Sie müssen sich doch auch informieren – und dazu brauchen Sie seriöse Quellen, nachvollziehbare Erklärungen, mit wissenschaftlichen Methoden ermittelte Fakten als Basis Ihrer täglichen Entscheidungen. Man benötigt eine naturwissenschaftliche Grundausbildung, die an den Schulen nicht mehr gegeben wird.
      Falsche Tatsachen werden zu Wahrheiten, wenn sie nur oft genug wiederholt werden.
      Wie gehen Sie damit um?

      2+
      • Was zählt, ist mein Alltag, meine konkrete Lebenswelt. In diesem Jahr war ich bspw. auf Molène, einer kleinen Insel fast ohne Autos. Da habe ich zum erstenmal seit Jahren wieder sonnenverbrannte Kinder in den Straßen herumtoben sehen. Das hat mir gefallen.

        Ich spreche mit einer jungen Sportlehrerin, die mir erzählt, dass Kinder heute nicht mehr balancieren oder seilhüpfen können und im Sport bei null mit simplen Gleichgewichtsübungen angefangen werden muss. Die Hälfte der 10jährigen kann nicht mehr schwimmen. Ich spreche mit einem Förster, der mir erzählt, dass Kinder Panik kriegen, wenn man ihnen einen Käfer auf die Hand setzt. Das finde ich nicht gut.

        Wenn ich durch Deutschland reise, sehe ich, wie doch relativ viele Großstädte bis auf die Finanzviertel und die Einkaufsmalls allmählich versiffen. Will ich das. Nein.

        Will ich festes, vitales Fleisch – also so ein Stück Lebenskraft – in meiner Pfanne? Ja. Tomaten, die nach Tomaten schmecken. Ja. Tomaten, die nach nix riechen? Nein.

        Die Welt der Wissenschaften taugt heute nur noch bedingt zur Urteilsfindung. Das liegt teilweise an den Wissenschaften selber, die die Kausalität zugunsten von Wahrscheinlichkeit und Statistik aufgegeben haben. Außerdem haben die Wissenschaften inzwischen einen Abstraktionsgrad erreicht, der nicht mehr nachvollziehbar ist und deshalb in reinen Glauben abdriftet. Die Wissenschaften sind zur Ersatzreligion mutiert und die Wissenschaftler zu Propheten. Ich informiere mich über wissenschaftliche Ergebnisse, bin aber nicht wissenschaftsgläubig.

        Je fragwürdiger die Wissenschaften werden, desto mehr Menschen klammern sich an deren Ergebnisse. Jahrelang hat die Wissenschaft behauptet, Butter wäre ungesund. Jetzt behauptet die Wissenschaft das Gegenteil. Was Glyphosat angeht, sind die Wissenschaftler sich selbst nicht einig. Wie das Klima sich wandelt, hängt offenbar nicht von Fakten ab, sondern vom wissenschaftlichen Konsens. Also von einer Absprache. Die Physik präsentiert zwei unvereinbare Theorien. Usw.

        1+
  14. E. Ilten-Ausmeyer sagt

    Aus einem FAZ-Leserbrief von 2004(!):
    „Seit 30 Jahren verfolgen die grünen Ideologen erfolgreich eine Methode geschichtlich bewährter Herrschaftserlangung: Zuerst wird den Menschen massiv mit teils erfundenen, zumindest übertriebenen Katastrophen gedroht. Dann wird die Erlösung versprochen gegen Unterwerfung unter die Forderungen der grünen Gutmenschen. Als Belohnung winkt das ökologische Paradies als Endzeitverheißung. Diese Umwelt-Öko-Ideologie ist perfide: Sie sperrt uns Menschen in eine Denkfalle. Wir Menschen, die wir -um zu überleben- die Natur in eine Kulturlandschaft umwandeln (müssen), werden als Umweltzerstörer gebrandmarkt. Damit sind wir alle schuldig und bedürfen staatlicher Aufsicht und Bevormundung. Durch Ablasszahlungen (Steuern und Spenden) an die selbsternannten Umweltschützer in Regierung und NGOs können wir unsere Schuld mindern, niemals beseitigen. (…)
    Dass immer mehr verunsicherte Bürger sich mit Glauben bescheiden, statt Wissen anzuhäufen, ist eine der verhängnisvollsten Folgen dieser mittelalterlichen Methodik und durchaus gern gesehen. Mit dieser Politik des Verdammens, Verdummens und Verhinderns läßt sich zwar politische Macht, nicht aber die Zukunft Deutschlands und Europas zum Nutzen der Bürger gewinnen.
    Man sehnt sich nach einer Ära der Neuen Aufklärung, die diese Methoden entlarvt, den spießigen, rückwärtsgewandten Muff der saturierten 68er hinwegbläst und die inzwischen europaweit wirkende Denkblockade beendet.“

    5+
    • Stadtmensch sagt

      Außer „Mittelalter“, „Ideologie“, „rückwärtsgewandter 68er Muff“ kommt mal wieder nichts.
      Bürgerliche selbstgefällige Meinungsfuzzies im Kommentariat ebenjener Presse halt, die Agrarökologie mit Anthroposophie verwechseln, weil sie sich nie wenigstens mit populärwissenschaftlicher Lektüre zu Stoffkreisläufen dieses Planeten beschäftigen („Erde und Leben“ wäre hier ein guter Einstieg, um ein Gefühl für den richtigen Kontext zu bekommen).
      Die Realisierung der wissenschaftlichen, ökologischen Landwirtschaft ist ja gerade das Ziel der notwendigen Aufklärung. Wir essen Öl liebe Freunde und das kann nicht so bleiben!
      Nebenbei gibt es die großartige Möglichkeit, durch weltweiten Humusauf- statt Abbau wieder Kohlenstoff im Boden dauerhaft zu binden.
      Es gehört zur intellektuellen Redlichkeit und zu unserer heißgeliebten technologischen Ratio, dass wir unsere Nahrung künftig MIT den Ökosystem erzeugen und nicht GEGEN sie. Es ist der unwissenschaftliche, unwirtschaftliche, irrationale Markt (dessen Logik zum Selbstläufer nach der „Spieltheorie“ eines Philip Nash geworden ist), der uns hier den Handlungsspielraum nimmt. Es hilft nichts, ihr „eindimensionalen Menschen“ könnt die Dinge nicht denken, die wir jetzt brauchen. Das Thema der Übervölkerung hat auch seine Ursache in der Denkfaulheit und in der Bewahrung irrationaler, unwissenschaftlicher Bräuche. Ohne Verteilung von Verhütungsmitteln und entsprechende Aufklärung, die maßgeblich von NGO betrieben wird, wären wir mit den „Moralverschiebungen“, die demnächst zu erwarten sind, schon viel weiter.

      0
      • Bauer Willi sagt

        „Bürgerliche, selbstgefällige Meinungsfuzzis“. Wie wahr. „Ihr eindimensionalen Menschen könnt die Dinge nicht denken, die wir jetzt brauchen“. Gut, dass es den Stadtmenschen gibt, der uns das immer wieder sagt.
        Bauer Willi

        2+
        • Stadtmensch sagt

          Also an mir perlt „dummer grüner saturierter Gutmensch“ ab. Ich lass mir von Landwirten, die ihre Intuition im Pakt mit nekrotischer Wissenschaft, gegen Ökonomie als Selbstzweck getauscht haben, gerne „ahnungslose Schwätzerei“ vorwerfen. Ich kann einfach nicht glauben, dass ihr ein Problem mit mangelnder Wertschätzung für eure Produktionsweise habt. Das muss doch so ein letzter Rest Selbstzweifel sein?!

          0
      • Was die Stoffkreisläufe angeht, so ist durch die Entstehung der Wälder über die Jahrmillionen hinweg ein Ungleichgewicht entstanden: der Luft wurde permanent CO2 entzogen und im Boden gebunden, was bei den Pflanzen zu Hunger führt. Ganz ohne menschlichen Einfluss wurden Pflanzen in den letzten Millionen Jahren kleiner: eine Mangelerscheinung. Es ist durchaus legitim zu denken, dass das CO2 wieder in die Atmosphäre zurückgebracht werden musste und dass der Mensch sich, ohne davon überhaupt eine Ahnung zu haben, aus eben diesem Grund mit dem Feuer eingelassen hat.

        Offenbar ist es jedoch so, dass unsere in Co-Evolution mit der Feuernutzung entstandene Ratio, extreme Schwierigkeiten damit hat, die Stoffkreisläufe tatsächlich zu verstehen. Jedesmal, wenn der Mensch geglaubt hat, die „Natur“ verstanden zu haben, ist irgendwas passiert, was das menschliche Wissen über den Haufen geschmissen hat.

        Tatsache ist auch, dass die Erde ein offenes System ist, von Sonnenlicht, Gravitation, Teilchenströmen abhängig. Das heißt, dass wir die Erde nicht beherrschen können. Wir können ja noch nicht mal den unwissenschaftlichen, unwirtschaftlichen, irrationalen Markt steuern. Es ist reiner Größenwahn, so zu tun, als wüsste man über die Stoffkreisläufe der Erde besser Bescheid als übers Finanz- und Wirtschaftssystem und als könnte man die Stoffkreisläufe eher steuern als die Bevölkerungszahlen oder das Wirtschaftssystem.

        Die Wahrheit ist, wir haben nichts im Griff, egal wie sehr einzelne Menschen klugscheißern und wieviele Bücher sie lesen. Schon der Ansatz, dass die Erde ein „Raumschiff“ oder ein „gemeines Haus“ ist, das sich mit Mitteln der Hauswirtschaft rational verwalten, optimieren und lenken lässt, ist falsch. Aus einem falschen Ansatz können keine korrekten Ergebnisse kommen. Das ist regulatorische Hybris, die dem Menschen seine Freiheit nimmt und in die Knechtschaft einer Öko-Diktatur führt.

        Die „Weltrettung“ ist in der Tat eine Falle für all jene, die glauben, der Evolution auf die Sprünge helfen oder sie gar steuern zu können.

        4+
        • Stadtmensch sagt

          Es heißt „Ganzes Haus“ und wurde auf das Prinzip „Ganzer Landwirt“ zur Beschreibung eines idealen (fremdenergiefreien) landwirtschaftlichen Stoffkreislaufes erweitert. Wir haben doch sehenden Auges aus einem kontrollierbaren System ein Offenes gemacht („freie Märkte“, Nährstoffverlust über Kanalisation usw.). Dürfen wir jetzt nicht mehr versuchen, das zu korrigieren? Wegen der Freiheit oder was?
          Kannst du mir vor diesem Hintergrund die Vorzüge der regulatorischen Hybris „Matif“, LEH-Logistik oder etwas kleiner „Güllebörse“ erklären?

          0
          • Es sollte „gemeinsames Haus“ heißen, aber diese Freud’sche Fehlleistung hat durchaus etwas für sich. 🙂

            Du kannst Dich selbst kontrollieren, wenn Du willst, aber nicht Andere.

            Verschiedene Standpunkte und verschiedene Interessen erzeugen verschiedene Wahrheiten, die jede für sich betrachtet, eben schon ihre Berechtigung haben. Deshalb hat kein Standpunkt die absolute Berechtigung. Keine dieser Wahrheiten steht über den Anderen. Wenn etwas Einsicht bringt, dann der Zusammenprall der verschiedenen Wahrheiten und nicht die Unterdrückung oder Verfälschung oder dergleichen.

            1+
            • Stadtmensch sagt

              „Deshalb hat kein Standpunkt die absolute Berechtigung.“
              Hm – ich bin naturwissenschaftlich verbildet (Fachbereich Automatisierungstechnik). Ich freue mich immer über funktionierende abgeschlossene Systeme. Da gibts keine Standpunkte oder Interpretationen nur wahr oder falsch – herrlich!

              0
      • E. Ilten-Ausmeyer sagt

        1. Sie erwähnen Öko-Landbau in Kombination mit Wissenschaft. Das hieße, gentechnische Verfahren nicht zu verdammen.
        2. Hätten Ackerbau u. Viehzucht seit den Anfangstagen ununterbrochen gegen Ökosysteme agiert würden wir heute nicht fast 7 Mrd. Menschen ernähren.
        3. Den freien Markt als unwissenschaftl. u. irrational zu bezeichnen kennen wir aus gescheiterten sozialist. Expertokratien mit ihren Planwirtschaften.
        4. Damit die „Große Transformation“, die Ihnen wohl vorschwebt, gegen die doofen Bürger erzwungen wird, braucht es Verhältnisse wie in China. Umweltschutz effektiv, Bürgerfreiheit gleich null. Daran werden wir Sie hindern, Sie Jakobiner!

        1+
        • Stadtmensch sagt

          Was hat jetzt Humus mit Jakobiner zu tun? Die Große Transformation hat auch schon längst stattgefunden. Aber Karl Polanyi ist bei Menschen, die ihre Freiheit in der rücksichtlosen Durchsetzung der eigenen Interessen, der Anhäufung von Besitz, Statuskonsum und sonstigen Distinktionsmerkmalen sehen, zuviel verlangt. Bleibt doch einfach in eurem FAZ-Kommentariat und versaut dieses freidenkende agrarische Philosophiestübchen nicht mit eurer Ego-Denkweise. Oh ich ahne es – jetzt kommt gleich „Blut und Boden“, Pol Pot, Großer Sprung und Holodomor.

          Nochwas zu Gentechnik (die ich nicht per se ablehne):

          http://www.deutschlandfunk.de/kampf-gegen-den-welthunger-zwischen-gentechnik-und-oekozucht.724.de.html?dram:article_id=371340

          “ Ich bin so leid, diese Versprechen dauernd zu hören – es gibt sie nämlich nicht, diese wunderbaren Pflanzen, die Dürren besser überstehen oder Kleinbauern in Entwicklungsländern höhere Erträge bringen.“

          Dürreresistenz oder Salztoleranz, das sind Eigenschaften, die in vom Klimawandel geplagten Regionen die Erträge steigern können. Doch nach diesen Eigenschaften sucht man bei gentechnisch veränderten Pflanzen bisher vergeblich. Lediglich einen trockenheitsverträglichen Mais haben Monsantos Genetiker bisher zur Marktreife geführt – während die konventionelle Zucht im gleichen Zeitraum rund 50 dieser dürreverträglichen Maissorten hervorgebracht hat, die zudem noch weniger Wasser brauchen.“

          0
          • Mark Rössler sagt

            Schöner Artikel, anscheinend leben einzelnen Menschen, wie auch die Autorin auf einer einsamen Insel, wo alter Seemannsgarn gestrickt wird.

            Kreuzzucht und Gentechnik sind nur bedingt vergleichbar, jeder Kreuzzüchtung ließe sich mit der gentechnischen Eigenschaft aufwerten,
            das sollte man eigentlich wissen, anscheinend ist das der Autorin nicht bekannt, bedauerlich, gerade wenn man so einen hochtrabenden Artikel verfasst.
            „50“ dürreverträgliche Sorten, wunderbar, die sind vermutlich der Renner?
            Mit einem einzigem Trait, den Monsanto mit der BASF entwickelt hat, könnte man alle der rund 10.000 Maissorten trockentolerant machen.

            Alles eine Frage der Akzeptanz und Zulassung.

            0
  15. Kirsten Wosnitza sagt

    Als Milchbäuerin gibt mir Dein Text nichts Willi. Was willst Du erreichen? Mitleid? Öffentliche Aufmerksamkeit? Erinnert mich an Deinen allerersten Brief an die Öffentlichkeit.
    Ich finde es befremdlich wie Du mit Kritik an Wissenschaft umgehst. Einer Wissenschaft die täglich immer mehr von ihrer Unabhängigkeit verliert auf die wir in Deutschland
    mal stolz waren
    Drittmittel lautet das Zauberwort.
    und wer ausser dem Staat schreibt dir vor wie Du zu wirtschaften hast? Wende dich an die Regierung. Ansonsten zwingt dich niemand kritische berichte zu lesen oder?
    Willi wir sind in der Debatte bereits viel weiter.
    Und wie mein Mann immer sagt: jammern hat noch keinem geholfen.

    1+
    • Sandra Harms sagt

      „wer ausser dem Staat schreibt dir vor wie Du zu wirtschaften hast?“
      kirsten, also bitte…
      auch dir sollte nicht endgangen sein das sich letzte woche eine molkerei dazu entschlossen hat ihren landwirten glyphoat zu verbieten….
      du weist auch ganz genau, wie sich molkereien anstellen wenn zellzahl usw nicht stimmen, ganz zu schweigen von hemmstoff….
      Ich denke du weist auch, welche werte beim getreide eingehalten werden müssen…
      genauso weist du auch, das gewissen größen bei kartoffeln unverkäuflich sind…
      usw usw usw
      und du willst uns jetzt sagen das es der staat ist der als einzigster die regeln bestimmt… ?
      ist das dein ERNST?

      5+
    • Andrea Rahn-Farr sagt

      Ganz schön perfide, Kirsten. Du machst anscheinend gerne mit im Konzert der Diskreditierer. Wo hat das BfR mit Drittmitteln gearbeitet? Wirfst Du der ECHA oder der EFSA nun vor, nicht unabhängig zu sein?
      Ich kann den Gefühlsausbruch von Willi sehr gut nachvollziehen. Das ist genau das, was zur Zeit sehr viele Kollegen denken. Und zum Thema „Politik“: von den EU-Parlamentariern der CDU/CSU haben die meisten dem Druck der NGOs nachgegeben und mit den Grünen und der SPD für ein Verbot von Glyphosat gestimmt.
      Nicht, weil sie verstanden hätten, worum es dabei ging… Stück für Stück wird unser Handlungsspielraum eingeengt. Glyphosat ist nur ein Beispiel. Es wird weitergehen – Entscheiden nach Gefühlslage.
      Das verhindert ein vernünftiges Wirtschaften der Bauern innerhalb der vorgegebenen Grenzen der Natur, des Wetters, des Bodens.
      Ich glaube mittlerweile, das geht solange weiter, bis unsere Entscheider den Karren total an die Wand gefahren haben. Museumslandwirtschaft für Gutverdiener oder aber Landschaftspflege in Deutschland, noch mehr Importe als jetzt schon, und dann vielleicht nicht genug Kaufkraft mehr, weil es in anderen Wirtschaftsbereichen genauso schlecht aussieht oder wir bis dahin keine Antworten auf die Digitalisierung bzw. das Ende der Lohnarbeit gefunden haben…
      Das klingt jetzt auch alles sehr negativ. Aber ich verliere langsam meinen Optimismus bzw. den Glauben an die Vernunft.

      8+
    • Berthold Lauer sagt

      Einfach an deinen Rat halten, Kirsten: Niemand zwingt dich, Bauer Willi zu lesen! Ansonsten lieber mit den gleichgesinnten Waffenbrüdern von NGO’S und Grünen auf BWV, MIV, Raiffeisenverband, Molkereien und Konzerne (hab ich noch was Vergessen??) schimpfen, das hat doch gleich ein ganz anderes Niveau.

      2+
    • Mark Rössler sagt

      “ Einer Wissenschaft die täglich immer mehr von ihrer Unabhängigkeit verliert auf die wir in Deutschland
      mal stolz waren“

      Ein wahrer Satz, denn Wissenschaft wird immer weniger anerkannt, eine Folge der Ablehnung von Wissenschaft durch NGOs, den Grünen und anderen Populisten.

      2+
  16. Berthold Lauer sagt

    Hab ich gestern schon bei Top-Agrar geschrieben, passt aber auch hierher: Gestern morgen bei den Sprüchen in der Sonntagsausgabe unserer Tageszeitung: „Die Deutschen haben von jeher die Art,daß sie es besser wissen wollen, als der, dessen Handwerk es ist, und es besser verstehen als der, der sein Leben damit zugebracht.“ Zitat Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter. Soll beileibe kein Freibrief sein, passt aber gut zur aktuellen Diskussion um die Landwirtschaft. Fazit: Es hat sich in den letzten 200 Jahren nichts geändert!

    2+
  17. Das Spiel mit dem Feuer ist brandgefährlich, Willi. Du kennst ja die Geschichte von der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Am Ende löst Du noch eine Lawine aus, die die Welt ins Chaos stürzt.

    0
  18. Friedrich sagt

    Wenn ich so richtig geladen bin , weil mal wieder nur Blödsinn aus den Medien kam , dann
    denke ich manches mal : Sollnse doch alle verrecken, oder eine Hungersnot wäre doch mal nötig um diese Spinner wieder zur Vernunft zu bringen. –Wenn wir bei der Bundeswehr ins Manöver fuhren ,war oft das Essen kalt oder und verspätet. Spätestens am 3. Manövertag waren meine Kameraden und ich ein richtiges Team. Vorher versuchte jeder sein eigenes Ding zu machen. Das Essen aus Dosen und halbwarm war doch nicht so doll. Da freute man sich , wenn ein Bäckerladen am Wegesrand war. Da wußte man richtiges Essen zu schätzen.
    Heute sind die Leute einfach nur satt.

    5+
  19. Ein Blick in unsere Vorgeschichte zeigt, dass es nie mehr als ein paar Millionen Jäger und Sammler gleichzeitig gegeben hat. Das liegt nicht daran, dass die Hominiden sich erst mal vermehren mussten, sondern daran, dass die Erde bei einer naturverträglichen Lebensweise, von der die Umwelt-, Tier- und Naturschützer ja träumen, nicht mehr als ein paar Millionen ernährt hat. Nein, nicht mal ein paar hundert Millionen, sondern bloß ein paar Millionen.

    Landwirtschaft war niemals umwelt- und naturverträglich. Landwirtschaft war immer der Kampf gegen die Natur, der darin bestand, mehr Menschen, als die Natur vorgesehen hat, einen Platz auf dieser Welt zu verschaffen. Die Landwirtschaft ist vor 10.000 Jahren in Mesopotamien entstanden und sie hat nur funktioniert, weil sie sich von dort immer weiter ausgebreitet hat.

    Landwirtschaft ist gleichbedeutend mit Bevölkerungswachstum. Im Mittelalter wurde der zweite Sohn ins Kloster geschickt und der dritte in den Krieg, um das Bevölkerungswachstum wenigstens einigermaßen zu stabilisieren.

    Auch die angeblich biologisch-ökologische Landwirtschaft vernichtet auf Dauer die Natur, und ob sie es bei 7,5 Milliarden Menschen auf diesem Planeten langsamer als die konventionelle tut, müsste erst noch bewiesen werden.

    Wollten wir Menschen also tatsächlich umweltverträglich leben, müsste man die Weltbevölkerung um mehr als sieben Milliarden reduzieren. So sieht es aus. Deshalb lügen sich alle, die von Natur- und Umweltverträglichkeit faseln, selbst gewaltig was in die Tasche. Die Forderung nach einer umweltverträglichen Lebensweise ist gleichbedeutend mit dem größten Genozid aller Zeiten, wenn man sie denn ernst nehmen wollte.

    Und deshalb bin ich sehr froh, Willi, dass du es nicht ganz ernst meinst mit deinem Artikel. Denn wenn ihr Bauern die Umwelt- und Naturschützer tatsächlich beim Wort nehmen würdet, wäre das eine Katastrophe, die dem Meteoriteneinschlag vor 66 Millionen Jahren gleichkommen würde.

    7+
    • „Die Landwirtschaft ist vor 10.000 Jahren in Mesopotamien entstanden und sie hat nur funktioniert, weil sie sich von dort immer weiter ausgebreitet hat.“ Diese Schlussfolgerung ist falsch. Weil die Landwirtschaft (im Sinne des Menschen) funktioniert hat, hat sie sich immer weiter ausgebreitet. Und sie funktioniert heute immer noch, schau Dir die neue Saat an, wie schön sie keimt und für nächstes Jahr eine gute Ernte vrspricht.

      0
      • Landwirtschaft funktioniert solange, wie sie sich ausbreiten kann. Flächenmäßig (horizontal) kann sie sich nicht mehr ausbreiten, deshalb breitet sie sich derzeit noch vertikal als Ertragssteigerung pro Hektar aus. Aber die Grenzen werden ja sichtbar.

        Übertechnisierung, wie wir sie hier haben, sorgt für Unfruchtbarkeit, nicht nur wegen der Verhütungsmethoden, sondern auch, weil die Frauen später Kinder kriegen, sich bei Männern die Spermienzahl halbiert, Kinder in einer High-Tech-Gesellschaft nicht wirklich einen Platz haben usw.

        Die beiden Kurven aus Landwirtschaft und Übertechnisierung bzgl. Bevölkerungszahl treffen sich irgendwo bei 9 bis 12 Milliarden. Ob die Erde dauerhaft 9 bis 12 Milliarden Menschen erträgt, ist die große Frage. Wissen tut das niemand. Ich glaub’s eher nicht. Ziemlich sicher kann man jedoch davon ausgehen, dass für Wildtiere da nur noch in Zoos und für Natur bloß noch in Parks Platz ist.

        0
  20. Lotti Karotti sagt

    … Es ist die Diskussion, die gewollt ist. Diskussion schließt auch mit ein, extremen Meinungen eine Plattform zu gaben. Zwar gehe ich keinesfalls mit diesen extremen Meinungen einher, allerdings nervt es mich, dass Natur-, Tier- und Pflanzenschützer ständig als die extrem nervige, „Terrorisierenden“ Hard – Liner dargestellt weren.

    Ich bin nun wirklich viel in der Szene unterwegs, und bin auch durchaus extremen Meinungen begegnet, ganz gleich ob links oder radikal – ökologisch, aber es wäre zu einseitig sie alle als völlig absurd und moralisierend zu bezeichnen .
    Die Diskussion war möglich, und es wurde mir auch nie genommen, darauf zu bestehen, dass ich doch bitte nicht angegriffen werde. Was zugegebenermaßen eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber scheinbar vor allem in öffentlichen Netzwerken mehrfach v ergessen wird.
    Im Gegenzug habe ich aber auch die (nur aus meiner Sicht) Hardliner niemals angegriffen.

    Es ist die Darstellung der Extreme, die mich nervt. Um ehrlich zu sein, ich habe noch nie einen Veganer getroffen, der mich moralisieren wollte. Dafür aber ne ganze Menge schlechte Öko – und Veganer Witze gehört. Jeweils Zehntausendmal. Auch ne ganze Menge Intoleranz gegen Gentechnik abbekommen. Weil ich die Genanalyse interessant fand. Und im Gegenzug schlug mir ne ganze Menge Hass entgegen, weil ich mit „gut geführten Bio-Betrieben“ von denen es bisher zu wenig gibt durchaus sympathisiere.
    Wer ist es also, der uns da gegen einander aufhetzt und vergisst, dass wir eigentlich an einer Sache arbeiten?
    Will sagen: Ich glaub es ist egal was wir sagen, von irgendwo schallt stets ein „Mimimimimimi“ her. Aber wenn es nur die paar Leute gibt. die in der Lage sind zu differenzieren. Dann lohnt es sich doch auch schon, oder?

    Lieber Bauer Willi,
    Ich kann ihn verstehen, Ihren Unmut. Ich kann verstehen, dass es nervt. Niemand hat gesagt, dass es leicht ist. Vor allem, weil Sie stets versuchen (jetzt mal mit Ausnahme ihres letzten Posts) die Dinge fair und von vielen Seiten zu beleuchten. Welch undankbare Aufgabe angesichts der zahlreichen Informationen die auf die Leser bzw. Verbraucher einprasseln und die er nicht zu filtern vermag bzw. die auf ein anderes Vorwissen münden.
    Aber ein bisschen gemein ist es auch, wieder nur auf die sogenannten „Tier- Natur und Lebensmittelschützer“ zu schimpfen und alles zu verallgemeinern. Das geht nicht weit genug. Wissen Sie aber vermutlich ohnehin selbst.
    Wie gesagt.. „Mimimimimi“ geht qualifiziert oder eben auch nicht. Und das wenig qualifizierte „Mimimi“… Ach drauf gepfiffen… Oder? Schade, heute packt sich keiner mehr an die eigene Nase

    Ach, jetzt weiß ich gar nicht mehr, was ich eigentlich anmerken wollte.
    Und jetzt kauf ich mir die neue Landlust und lass mir neue Land – Idylle vorgaukeln… Oder die BEEF, die mir suggeriert, mein Wagyu – Steak für 400 Euro das kg sei unverzichtbar…
    Kritisch denken ist irgendwie so schwer geworden wenn man immer in diese Polemik-heile-Welt-Falle tappt 😀 Und diejenigen die es dennoch angehen verlieren so schnell den Mut.
    Schade…
    Mimimimimi…….

    3+
    • Bauer Willi sagt

      @Liebe Lotti
      danke für diesen Kommentar. Und nimm mir bitte ab, dass dieser Artikel aus dem Herzen kommt, unter Ausschaltung des Verstandes. Nein, er bringt uns im Dialog kein Stück weiter. Oder vielleicht doch? Vielleicht berührt er ein paar Menschen doch? Auch nicht im Kopf, aber ganz woanders…Ich musste mir das einfach mal von der Seele schreiben, damit die Leser merken, dass auf der andere Seite vor der Tastatur auch nur ein Mensch sitzt, dessen Toleranz-Limit auch irgendwann zu Ende ist. Der einfach mal sagen will: genug ist genug.

      Ich weiß sehr wohl, was Du eigentlich sagen wolltest. Denn wir müssen wieder mehr lernen, auch das Ungesagte zu hören. „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ (Saint-Exupery)
      Und sei gewiss: ich gebe nicht auf! Ich bin ein unverbesserlicher Optimist…
      Bauer Willi

      4+
  21. Jan Vaske sagt

    Interessant!
    Genau die gleichen Gedanken trage ich seit einiger Zeit mit mir rum.
    Besten Dank, Willi! 🙂

    0
  22. klemens kössler sagt

    Bin echt erschrocken.
    Grundsätzlich könnt ich diese Handlung verstehen denn irgendwann ist Schluss und die ständige Besserwisserei von Ahnungslosen Basisdemokraten welche faschistische Methoden anwenden und es gar nicht merken machen einem wirklich mürbe.
    Aber es gibt doch immer wieder auch Hoffnung für die Spezies Mensch.

    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.