Bauer Willi
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Technik die begeistert…

Am vergangenen Freitag war ich zum 25. Firmenjubiläum von Geo-Konzept eingeladen. Die Themen dieser innovativen Firma sind satellitengestützte Lenksysteme für die Landwirtschaft, aber auch Fernerkundung mit Drohnen und Kleinflugzeugen. Ich habe den Inhaber Thomas Muhr gefragt, wo er die nächsten Entwicklungsschritte in der Technisierung der Landwirtschaft sieht.

Während des Tages habe ich viele interessante Maschinen bei der Arbeit gesehen und gefilmt. Doch erst einmal das Interview.

Interview mit Thomas Muhr

Am vergangenen Freitag war ich zum 25. Firmenjubiläum von Geo-Konzept eingeladen. Die Themen dieser innovativen Firma sind satellitengestützte Lenksysteme für die Landwirtschaft, aber auch Fernerkundung mit Drohnen und Kleinflugzeugen. Ich habe den Inhaber Thomas Muhr gefragt, wo er die nächsten Entwicklungsschritte in der Technisierung der Landwirtschaft sieht.

Gepostet von Bauer Willi am Sonntag, 21. Mai 2017

Euer Bauer Willi

 

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13 Kommentare

  1. Menschen, welche die Welt verändern oder nur anders denken, werden schnell als Spinner abgetan. Da war schon immer so.

    Die Entwicklung solcher Technologien sollte man jedoch keinesfalls unterschätzen.

    Zwar werden Ingenieure noch einiges zu fummeln haben, bis diese Technologien im harten rüttelnden und schmutzigen Alltag der Landwirtschaft bestehen. Dennoch ist heute schon erstaunlich, wie Melkroboter und andere Geräte unter diesen Bedingungen funktionieren.

    Aus meiner Sicht könnte gerade das in ökologischer Hinsicht zum Umdenken führen. Der Anlass dafür ist, dass in der Landwirtschaft bisher immer Größenwachstum als Erfolgsrezept durch Skaleneffekte als Maßstab gesetzt wurde. Nicht immer mit erwünschtem Erfolg.

    Vorsorglich erwähne ich, dass ich kein ideologischer Gegner einer vermeintlich schlimmen Massentierhaltung bin. Ich habe mir unter anderem selbst Biohöfe mit jeweils ca. 200 Kühen angeschaut und würde als fachlicher Laie sagen, diese Kühe haben es in den hellen großzügigen wie luftigen Ställen sehr gut.

    Ich gebe ehrlich zu, dass, nach dem ich dabei an einer Menge Grassilage bei heißem Wetter vorbeigegangen bin, zu Hause Hemd und Hose mit spitzen Fingern und ausgestrecktem Arm in die Waschmaschine getragen habe. Die Kühe mögen das Zeug. Dafür essen wir Menschen diverse Käsesorten, die… Doch zurück zur Technik.

    Die erwähnten Skaleneffekte durch Größensteigerungen scheinen aus meiner Sicht nicht mehr die Lösung zu sein. Zum einen haben wir in Deutschland einen hohen ökologischen Anspruch, das heißt, wir wollen die Umwelt mit unseren begrenzten Flächen schonen. Zum anderen schwächen sich diese Effekte bei zunehmender Größe ab. Ein Problem, mit dem man sich zum Beispiel aktuell in der Containerschiffart herumschlägt.

    Wenn Landwirte mir die Fixkostendegression eines größeren Stalls als Beispiel zur Vorlage geben, frage ich, was sie bei einem Anteil pro Liter Milch von inzwischen unter ca. 2 Cent noch wirkungsvoll Einsparen wollen, wenn sie ihre Leistungen noch um X Prozent erhöhen.

    Ein weiteres Problem ist ebenfalls vergleichbar: Wachstum macht nur Sinn, wenn ich für mein Produkt Abnehmer habe.

    Die Milchkrise ist ein Paradebeispiel dafür. Wenn man sich ehrlich macht, sind Überproduktionen künstlich aufgenommen worden und durch Preisverfall bei der Abnahme zum entsprechend niedrigen Wert kompensiert worden.

    Diese Krise hatte ich in Gesprächen etwa vor 6 Jahren für den Wegfall der Quoten prognostiziert. 2015 erfolgte sozusagen der „planmäßige Präzisionseinschlag“. Wie berechenbar das kollektive Verhalten bisher war, hatte mich selbst erstaunt.

    Der Blogbeitrag „Milch – eine Krise mit Folgen“ gibt in dankenswerter Weise einen modellartigen Einblick in den folgerichtigen Ablauf dieser kollektiven Fehlausrichtung.

    Die Digitalisierung kann als neue Ausrichtung den Schwerpunkt wirkungsvoll von der Effektivität auf die Effizienz verlagern. (LEAN-Production)

    Weiterhin, ein wesentlicher Punkt, profitiert die Digitalisierung in Form von Hard- und Software nicht durch Größe, sondern durch quantifizierte Reproduktion.

    Nicht einzelne Großunternehmen als Technologieträger, sondern die flächendeckende Verbreitung einer passend skalierbaren Technologie wird zur Lösung der Kosten- /Nutzenproblematik führen.

    Um es in passender Sprache auszudrücken, ich bürste als Querdenker sicher etwas gegen den Fellstrich. Aber so sind sie nun mal, die „Spinner“, die etwas verändern wollen.

  2. Stadtmensch sagt

    Feine Technik überall…
    Da will man gar nicht an die Energie denken, die für die Herstellung und Unterhaltung solch hochkomplexer, technischer Systeme erforderlich ist (wegen Entropie und so…)

    Der Mensch ist schon ein Tausendsassa. Er hat immer eine technische Lösung parat, für die Probleme, die er verursacht.

    Und für den Fall der Fälle hat er auch vorgesorgt (glaubt er zumindest):
    https://www.theguardian.com/environment/2017/may/19/arctic-stronghold-of-worlds-seeds-flooded-after-permafrost-melts
    “The Arctic and especially Svalbard warms up faster than the rest of the world. The climate is changing dramatically and we are all amazed at how quickly it is going,”

    • Paulus sagt

      Hallo Stadtmensch,
      bist Du sicher, dass Du das mit der Entropie richtig verstanden hast? Ansonsten empfehle ich dir ein Lehrbuch zur Thermodynamik, das ist ein wirklich schönes Fach.

      Als Ingenieur wäre ich hoch zufrieden, wenn wir für alle Probleme die der Mensch verursacht hat auch immer eine technische Lösung parat hätten. Ganz so weit sind wir noch nicht – es wird aber daran gearbeitet. Versprochen.

      Die Robotik in der LW ist übrigens schon viel weiter fortgeschritten als Herr Muhr es zum Ausdruck bringt. Das ist wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass sein Unternehmen die entsprechenden Produkte (noch) nicht im Angebot hat. Wenn die Automatisierung auf dem Acker, bzw. der Einsatz autonomer Systeme der Effizienzsteigerung dienen, sehe ich das als positiv an. Entscheidend ist der Kosten/Nutzen – Vergleich. Dabei sind im Gegensatz zur Automatisierung in der Industrie, allerdings auch noch ökologische Parameter und versicherungstechnische Aspekte einzubeziehen. Das kriegen die BWLer alleine nicht hin und da geht nach meinem Kenntnisstand noch so Manches durcheinander.

      • Stadtmensch sagt

        Ja, die Thermodynamik ist ein schönes Fach. Ob ich nun Ordnung ins Chaos bringe, indem ich aus abgebauten Rohstoffen ein technisches System erschaffe oder indem ich nur ein Medium erhitze, ist aus meiner Sicht Jacke wie Hose. Ich brauche Energie um belebte oder unbelebte Ordnung herzustellen und um diese Ordnung aufrecht zu erhalten. Beim Zerfall dieser Ordnung (Mischung, Oxidation) kann die reingesteckte Energie nicht wieder verlustfrei zurück gewonnen werden, Stoffe nicht wieder verlustfrei recycled werden.
        Ich wäre glücklicher, wenn man technische Problemlösungen hat, sie aber nicht oder nur minimal anwenden muss, weil man ganz schlau die Probleme vermieden hat. Wir können uns ja darauf einigen, dass wir dem System mit dem geringsten Entropieexport den Vorzug geben. Ob das die Hackmaschine oder der hackenden Mensch ist, wäre mal interessant. Nicht ausflippen, ist nur ein Gedankenspiel…

        • Dorfmensch sagt

          Hallo Stadtmensch,
          waren sollen die Landwirte immer vom technischen Fortschritt ausgeschlossen werden? Immer gleich an die verbrauchte Energie oder eingesetzten Rohstoffe denken ohne an eine Gesamtbilanz zu berechnen.
          Mir als Dorfmensch fallen viele Dinge ein, bei denen der Einwohner in der Stadt aus dem Vollen schöpft, ohne dass es unbedingt Sinn macht. Aber den Landwirt kritisieren, wenn er sich nicht mit der Museumslandwirtschaft identifizieren kann. Man könnte ja im verstärktem Maße Stadtmenschen in der Landwirtschaft einsetzen, um Technik zu sparen.
          Wo beginnt eigentich die Massenmenschenhaltung? Ab 1000? Menschen oder 100.000 oder 1.000.000?

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sie sollten mal Sepp Holzer anhören, wie man Landwirtschaft macht.

      Es genug Verrückte die seine Bücher kaufe, mit dem Erlös kann man auf dem Krameterhof Versuche unternehmen.

      Lassen sie sich für ihren Nutzgarten beraten,
      1250 Euro plus Spesen und Anreise kostet Sepp Holzer für einen Tag.

      • bauerhans sagt

        ich hatte mal ne beratung des ackerbauberatungsunternehmens in D,leider nicht der chef,aber günstiger als sepp holzer.

          • bauerhans sagt

            vieles wusste ich,war aber sehr beeindruckt von dem wissen des jungen fachmanns.
            bin aber nicht diszipliniert genug,diese beratung auch kontinuierlich umzusetzen.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Neid?

          Nee, warum auch, ich gehöre nicht zu den “Depperten” die seine Bücher kaufen, doch halt, meine Frau hat eines gekauft, für 50 Cent auf dem Flohmarkt.

          Warum die das Buch für 50 Cent verkaufen, obwohl angeblich tolle Tipps zu lesen sind?

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