Bauer Willi
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REWE, Aldi, Lidl-Chefs: Lebensmittelversorgung ist sicher…

25 Minuten, in denen sich die Verantwortlichen von REWE, Aldi, Lidl und Müller (Drogerie) zur Warenversorgung äußern. Landwirtschaftliche Produktion kommt nicht vor. Dafür Verhaltensregeln für den Einkauf, die durchaus Sinn machen.

https://www.bild.de/video/clip/news-inland/chefs-von-aldi-lidl-rewe-mueller-so-sichern-wir-die-versorgung-69486938-69491166,auto=false.bild.html

Wenn sich die Herren mit der Sicherheit der Versorgung mal nur nicht irren… Wenn die Situation so noch lange anhält, wird es Effekte geben, an die derzeit kaum einer denkt. Das betrifft vor allem die Personalsituation in der Landwirtschaft, der Weiterverarbeitung und der Logistik.

 

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89 Kommentare

  1. firedragon sagt

    Die „Werbung“ wird anders – hört mal hin.
    Lidl dankt u.a den Landwirten, EDEKA wirbt nicht mit Lebensmitteln und Baumarkt Globus streicht seine Werbung, um die Menschen aus den Märkten zu halten… irritierend, da ungewohnt.
    (Penny wirbt noch „ganz normal“)

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  2. Reinhard Seevers sagt

    Wenn jetzt alle Restaurants und Fressbuden geschlossen sind, müsste es eigentlich ein Überhang an Nahrungsmittel geben und weniger Abfälle, oder?
    Oder verhungern jetzt Hunderttasuende, weil MC Donald und CO dicht sind?

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      • Reinhard Seevers sagt

        Muss wohl so sein, jedenfalls ist beim Bäcker und beim Metzger gähnende Leere…..sonst ist hier der Bär los, wenn z.B. die Berufsschüler in Scharen die Pausen nutzen, um sich einen Snack zu gönnen.

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        • Brötchen sagt

          Reinhard das verlagert sich etwas.

          Ein Kunde von mir hat einige Kollegen nach Hause geschickt, da er sonst Schulspeisung macht. Dafür kommen zu ihm Kunden, die vorher nicht da waren.
          Es kam ein Bericht von einem Caterer, der hat Waren an einem Stand kostenlos verteilt und gegrillt, da er die Ware eingekauft hat und die sonst verderben würde.
          Heute wird Fleisch vor allem „Außer Haus“ verbraucht, Kantine, Imbiss, Gaststätten usw.

          Ich denke auf lange Sicht wird sich das einfahren. Die Leute müssen dann mehr selber kochen. Ist vielleicht auch gut, die Zeit zu Hause sinnvoll zu nutzen.
          Am Wochenende haben sie im Radio diskutiert, das das größte Problem wohl die Langeweile zu Hause werden könnte.

          Ich könnte mir vorstellen, das Gaststätten Essen zum mitnehmen anbieten usw.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Es gibt immer Einzelfälle. Ich habe auch etliche Beiträge zu dem Thema gesehen. Keiner der Anbietenden verkauft oder verschenkt Mengen, die zum wirtschaftlichen Überleben reichen, im Gegenteil, die sorgen erstmal dafür, das ihre Läger nicht vergammeln, dann ist Schluss.
            Ich habe eine Kunden, der täglich 4000 Essen an Schulen und Verwaltungen geliefert hat….die kommen jetzt nicht zu ihm, glaubste.

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            • Brötchen sagt

              Das mit dem verschenken ist schon über eine Woche her. Er hatte das wohl für eine große Veranstaltung gelagert und bestellt.
              Kurzfristig wird wohl eher der Verbrauch in die Knie gehen.
              Die Preise geben schon etwas nach.

              Hängt alles davon ab, wie sich die Situation entwickelt.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            „Am Wochenende haben sie im Radio diskutiert, das das größte Problem wohl die Langeweile zu Hause werden könnte.“

            Die häusliche Gewalt soll auch zugenommen haben. Zu meiner Angetrauten sagte ich nur, ich wüsste was besseres mit der Zeit anzufangen.
            Leider muss sie Überstunden machen. 😉 🙂

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      • hugo sagt

        Ganz im Gegenteil.
        Dank dem frischen Lebensmittelangebot aus dem Tiroler Umland kochen wir jetzt wieder zuhause. Weder beim SPAR, REWE, BILLA, HOFER oder MPreis seh ich leere Regale. Alles wird sofort nachgefüllt.
        Ich hoffe das sich viele Menschen wieder darauf besinnen mehr Frischware einzukaufen und selber kochen.
        Aber sogar McDonalds bietet mittlerweile Lieferservice an für die Süchtigen ;-)))

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        • Reinhard Seevers sagt

          Du scheinst der Maßstab für die Mehrheit der Menschen zu sein…..ich nehme genau das Gegenteil wahr. Hier sind alle Dönerbuden, Imbisse und Pizzerien dicht. Die verkaufen nichts, und es kann auch nichts dort gekauft werden und die jungen Leute sind weder auf der Straße noch in den LEH- Geschäften zu sehen….Hugo, geh raus in die urbanen Zentren und beurteile nicht immer alles aus der Heidi-Perspektive.

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          • hugo sagt

            Zuhause hab ich geschrieben, ZUHAUSE!
            Das alle Lokale geschlossen haben ist doch gut so wegen Corona, vieleicht sogar gut für die Landwirtschaft. Je mehr zuhause gekocht wird, je mehr man Zeit hat und wieder frische Ware kauft und zubereitet desto mehr steigt der Absatz an frischen Lebensmitteln.
            Ich muß nicht rausgehen, wohn mitten in Innsbruck und seh die Geschäfte vom 2. Stock aus, auch die Polizei wie sie fleißig kontrollieren, ermahnen und älteren Menschen helfen.
            Es ging doch um einen Überhang an Nahrungsmitteln weil diese Buden dicht sind, nein dasselbe Volumen wird halt jetzt zuhause konsumiert und hoffentlich in besserer Qualität.
            Sie beurteilen Ihre Sicht und ich halt meine. Will damit halt aufzeigen das es nicht überall so ist wie von Ihnen geschildert.
            Sie dramatisieren gerne Dinge die vom Rest der Welt überhaupt nicht wahrgenommen werden.

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            • Reinhard Seevers sagt

              „Sie dramatisieren gerne Dinge die vom Rest der Welt überhaupt nicht wahrgenommen werden.“

              DAS sagt der Richtige….:-) 🙂

              Hat Willi auch schon angemerkt, dass das Inntal nicht der Nabel der Welt ist. 🙂

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              • hugo sagt

                Naja bei Euch oben aber noch weniger. Eher kommt Ihr durch Bayern und Tirol als das sich ein Tiroler oder Bayer in euere Gegend veirrt.
                Und anscheinend seit Ihr doch etwas weitab vom Schuß wenns bei Euch schon so dramatische Ausmaße annimmt ;-)))
                Schaut doch Ihr erst mal über Eueren Tellerrand bevor Ihr von Lieferengpässen und Mangel berichtet.

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    • Ferkelhebamme sagt

      Beim Schweinefleisch ist es so, dass die gesteigerte private Nachfrage den fehlenden Absatz durch Restaurants etc. kompensiert. Bei Rindfleisch sieht das wohl anders aus.

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  3. firedragon sagt

    Hugo,
    es geht nicht um Ausweitung von möglichen Flächen, um Ernährung zu sichern.
    Es geht um das Ausbleiben von Arbeitskräften, um – egal was wächst – Ernten vorzubereiten, etwas zu ernten und in irgendeiner Form für die Ernährung aufzubereiten.

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    • hugo sagt

      Hallo firedragon,
      Hab ich verstanden und welche Abhilfe gibt es?
      Eine Internetplattform auf denen Arbeitskräfte gesucht werden für Bauern in Notlage?
      Wo gibt es den Link mit genauer Beschreibung welche Kenntnisse oder Erfahrungen erwartet werden, wo geographisch gesucht wird, für wie lange und welcher Lohn?
      In diesen Zeiten müssten Bauernverbände sowas schon fertig in der Schublade haben oder innerhalb einer Woche auf die Beine stellen können, deutschlandweit inklusiv eines Schreibens für die Polizei das man auf dem Weg zu einem neuen Arbeitgeber ist.
      Wo bleiben diese Bauernverbände mit konstruktiven Vorschlägen und Hilfen.
      Der Maschinenring wird nicht alles stemmen können.
      Hier wird geschimpft, hier wird eine Notlage orakelt aber ich lese nirgends davon das man das schnelle Internet nutzt um Abhilfe zu schaffen.
      Kenn genügend Studenten, die jetzt rumhängen, nicht wissen was sie anstellen sollen aber solange es keine Plattform für sowas gibt wird auch nichts geschehen.

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      • firedragon sagt

        Hugo,
        allein hier bei „Bauer Willi“ werden zwei Plattformen mit mailadresse genannt.

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  4. hugo sagt

    Solange man sich nur über Erdbeeren oder Spargel Sorgen macht, finde ich ist man noch weit von einem Versorgungsengpass entfernt.
    Klar sind Bauern die sich darauf spezialisiert haben jetzt in Gefahr empfindliche Einbußen bis hin zum Totalausfall zu erleiden, ähnlich wie der Tourismus oder andere Bereiche. Aber Erdbeeren und Spargel sind so wichtig wie Urlaub auf Mallorca. Davon wird man nicht satt.
    Wenn mal Grundnahrungsmittel wie die Kartoffel oder das Getreide knapp würden dann wär das was anderes.
    Dann würde aber der Staat auch entsprechend reagieren und jede Unterstützung anbieten.
    Menschen aus der Stadt, vom Arbeitsamt gesendet wären keine Hilfe da weder geschult noch erfahren mit den Erntegeräten.
    Sowohl hier im Inntal als auch in der Oberpfalz sehe und höre ich nicht das die Bauern externe Hilfe benötigen.
    Solange aus Mais, Getreide Strom produziert wird ist ein riesiger Überschuss da. Erst wenn den Biogaserern der „Sprit“ ausgeht wird man nachdenken müssen.

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    • Karl Timme sagt

      Hugo, die Betrachtung eines unbedarften dritten! Die angesprochenen Kartoffel müssen aus dem Lager über die Sortietmaschine und zum Pflanzen hergerichtet werden. 6 Polen die das jedes Jahr zuverlässig gemacht haben sind nicht da. Ein Nachbarjunge der Zwangsurlaub von der Schule hat, hat seine Kumpels motiviert, zu 7. haben sie diese Aufgabe übernommen. Damit bekommen diese „Ferien“ wieder Ihre alte Bedeutung.

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      • Hugo sagt

        Unbedarft vieleicht, aber die Bauernhöfe und Landschaften die ich kenne stemmen das im Familienverbund oder mit Nachbarschaftshilfe. Ich kenn so große Betriebe nicht die 6 oder mehr fremde Hilfskräfte brauchen für diese Arbeit. Ist halt auch ein schlechtbezahlter Job den einheimische nicht machen wollen um den Preis. Gilt für viele Saisonarbeiten, vom Skiliftangestellten über den Kellner bis hin zum Erdäpfelpflanzer.
        Und eine „alte Bedeutung“ von Ferien ist diese Arbeit bestimmt nicht. Früher haben die Bauerkinder Ernteferien bekommen, die wären alle lieber in die Schule gegangen. Solche Zeiten will niemand zurück.
        Einerseits alles immens vergrößern und mechanisieren, andererseits alte Zeiten beschwören passt nicht ganz zusammen.

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        • Karl Timme sagt

          Hugo, sind Sie es nicht der hier die Heumilch beschwört, und bei Kerry Milch den Golfstrom ausser acht läst. Die Ernteferien sind heute die Marlorkaurlauben. Winter: Brennholz werben, Ostern: bestellung, Sommer: Kulturpflege, Herbst:Ernte; das sind die traditionellen Ferientermine auch heute noch. Ihre ursprüngliche Bedeutung hat unsere Gesellschaft ebenso verdrängt, wie die ehemals überlebenswichtige Bedeutung.

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          • hugo sagt

            Das stimmt alles, aber dieser Jahresryhtmus gilt nur noch für einen sehr kleinen Teil der heutigen Gesellschaft.
            Sowas muß man nicht verdrängen wenn mann nicht Bauer ist. Man weiß es nicht und es ist für das tägliche Leben auch nicht wichtig dies zu wissen. Heutzutaage hat jeder Beruf sein Spezialwissen und das gilt es zu intensivieren.
            Wer baut die tollen Trecker und Vollernter, die Gülletrucks und Mähdrescher?
            Nicht der Bauer sondern der spezialisierte Landmaschinentechniker. Ohne der dazugehörigen Elektronik wären sogar diese Maschinen nicht nutzbar.
            Ich denke jeder Beruf hat seine Daseinsberechtigung ohne das man deshalb wissen muß wie ein Bauer arbeitet.
            Ja ein normaler Stadtmensch hat weder den Platz noch die Maschinen um sich im Urlaub Brennholz zu machen, geschweige den die entsprechende Heizung.
            Heumilch ist die bessere Milch und es geht nicht um den Golfstrom sondern darum das der Bauer seinen Tieren ganzjährig die Möglichkeit geben muß täglich Auskauf zu bekommen und das geht auch in Bayern, im Inntal.
            Auslauf bedeutet nicht die Tiere im Schnee verhungern zu lassen sondern ihnen ermöglichen sich im freien zu bewegen und wenns reicht wieder in den warmen Stall zurückkehren und zu fressen.
            Und dies alles funktioniert erwiesenermaßen sehr gut wenn dem Bauern das Tierwohl am Herzen liegt.

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            • bauerhans sagt

              es gibt stadtmenschen,die einen kamin haben und dafür holz brauchen,am liebsten Buche.
              die laden das entweder einfach am waldrand auf,weils ja einfach so gewachsen ist oder machen ein angebot,den wald aufzuräumen,besenrein,weils in D ja ordentlich sein soll.

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              • Inga sagt

                Es gibt auch welche die fahren mit der elektrisch betriebenen Motorsäge in den Wald,
                um das Holz gleich kleiner zu schneiden
                und merken dann erst,
                das da keine Steckdose ist.

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            • Inga sagt

              Und ihm der entsprechende Milchpreis bezahlt wird, damit er auch dem warmen Staĺl im Wonter birten kann und eine Weide neben dem Stall, denn sonst muss er transportieren. Das müsste alles von Natur aus zusammengewachsen seon, ist es aber nicht, deswegen müssen wir Menschen es mit Mehrleistung ausgleichen.

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          • Inga sagt

            Ja, Ostern vielleicht Feld- und Gartenbestellung,
            Pfingsten – Heuferien
            aber Sommer – die große Ernte
            Herbst – Kartoffelleseferien

            Kinderarbeit ist verboten
            Außnahme:
            Land- und Hauswirtschaft

            Da geht ohne Kinder wohl nichts
            und früher, als die Maschinen noch nicht so in jedem Betrieb waren?
            Da mußten viele Kinder helfen, sogar die aus dem Kinderheim!
            Ja, deswegen wurden die Ferien auch so eingerichtet!

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            • Reinhard Seevers sagt

              Zitat Inga:“Kinderarbeit ist verboten
              Außnahme:
              Land- und Hauswirtschaft“
              …..und im Hotel- und Gaststätten-Gewerbe.

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        • Bauer Willi sagt

          @Hugo
          Das Inntal ist nicht der Nabel der Welt. In Schleswig-Holstein gibt es einen Bio-Gemüsebaubetrieb. Der hat 1.000 ha. Das bekommt der nur gestemmt mit ausländischen Arbeitskräften. Gilt für alle Betriebe im Bereich Obst und Gemüse. Jetzt wird Salat gepflanzt und die Erdbeeren für die Sommerernte. Es wird noch Bäume geschnitten, Reben angebunden etc.

          Schau doch einfach mal über den Tellerrand hinaus. Ja, Erdbeeren und Spargel sind entbehrlich, aber stelle Dir nur mal vor, die würde es dieses Jahr nicht geben?

          Aber egal, so oder so wird die Versorgung nicht so reibungslos laufen, wie das jetzt versprochen wird. Denn auch in Spanien und Italien laufen die Arbeitskräfte weg.

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          • hugo sagt

            So schlimm Corona ist, es zeigt auf wo und wie unsere Versorgung eventuell optimiert und verbessert werden kann. Gilt für Autobauer genauso wie für diesen Bio-Gemüsebaubetrieb. Wer auf fremde Hilfe, auf Zulieferer aus dem Ausland aufbaut der weiß um das Risiko.
            Aber deshalb braucht es keine Panikmache. Grundnahrungsmittel gibt es genug und Deutschland ist Nr. 1 bei der Kartoffelerzeugung in normalen Zeiten, d.h. wenn dieser Anbau favorisiert wird kann noch wesentlich mehr produziert werden.
            Also Versorgungsengpässe gibt es bei saisonalen Produkten aber nicht bei Grundnahrungsmittel.
            Und bei entsprechender Bezahlung bekommt man auch gute Arbeitskräfte, ist wie überall in der Wirtschaft.
            Anstatt hier Lieferengpässe und Versorgungsengpässe zu predigen sollte man lieber etwas positiver an die Sache rangehen.

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            • Thomas Apfel sagt

              Wenn sich das mit den Preisen sortiert, wird sich auch das mit der guten Bezahlung ergeben. Vieleicht hilft da die kommende Krise.
              Wobei ich eher von Warenüberschuss auf der einen Seite und Geldmangel bei den „kleinen Leuten“ auf der anderen Seite ausgehe.
              Dieses Szenario heißt Deflation und ist deutlich wahrscheinlicher als Inflation und Preissteigerung.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Hier muss ich Hugo weitgehend zustimmen. Aber bei den Kartoffeln liegt er wieder daneben. Man kann nicht mehr anbauen, als als Pflanzgut vorhanden ist. Und Pflanzkartoffeln muss ich eigentlich schon 1 Jahr im voraus bestellen,…und wer sich verkalkuliert, der hat evtl. im nächsten Jahr ein Problem mit der Menge.

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          • Paulus sagt

            Lieber Willi, so unglaublich es auch klingt und so traurig es auch sein mag. Der Rewe-Markt in Delhoven, dieses Kaff dürfte dir bekannt sein, hatte im letzten Jahr tatsächlich Spargel aus Chile oder Peru, ich weiß es nicht mehr genau. Nicht zu Weihnachten, nein, mitten in der rheinischen Spargelsaison, während sozusagen um die Ecke erstklassiger frischer Spargel geerntet wurde. Dann gab es irgendwann den Spargel vom Kallen-Bauern aus Stürzelberg, um die Ecke und erkennbar an den halbhohen und bedruckten 500g Folientüten. Angesichts der drögen Stängelchen war zu vermuten, dass diese bei archäologischen Ausgrabungen gefunden wurden. Bei den Erdbeeren war es übrigens nicht anders, gleicher Erzeuger, gleiches Drama. Jetzt erkläre einem gemeinen Verbraucher bitte mal wie dieser Schwachsinn zu Stande kommt. Das frage ich jetzt mal mit ganz unschuldiger Mine. An den fehlenden osteuropäischen SAK konnte es nach meiner Auffassung nicht liegen. Von wegen reibungslose Versorgung und so.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Seit Jahren beobachte ich, wie in der Zeit, wo die heimischen Zwetschgenbäume die Last kaum tragen können, ausländische Zwetschgen im Regal stehen und die werden auch gekauft.

              Ein Hoch auf den Umweltschutz!

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    • bauerhans sagt

      „Menschen aus der Stadt, vom Arbeitsamt gesendet…“

      sind durch Hartz4 so abgesichert,dass es für sie geradezu schädlich wäre,zu arbeiten,die hätten dann weniger einkommen verfügbar.

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      • hugo sagt

        Ist sehr pauschal und damit tun Sie sehr vielen Menschen unrecht.
        Klingt fast wie BildZeitung.
        Wer ein bißchen Anstand und Respekt vor anderen Menschen hat sollte solche Äußerungen unterlassen.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Tatsache ist, dass vom Arbeitsamt gemeldete nach einem Tag sich krank melden, oder sie stechen den Spargel so, dass der Spargel nur als Bruchstücke vermarktbar sind. Diese Menschen werden höflichst gebeten, als unbrauchbar den Acker zu verlassen.

          Unhöflich gesagt, der Arbeitgeber jagt sie zum Teufel.

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        • bauerhans sagt

          Hugo,du solltest vorher wirklich mal überlegen,was du für vorwürfe und beleidigungen raushaust!

          „Wer ein bißchen Anstand und Respekt vor anderen Menschen hat sollte solche Äußerungen unterlassen.“

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    • Reinhard Seevers sagt

      Tja, Kartoffeln könnten evtl. knapp werden Hugo. Im Moment kaufen die Leute Kartoffeln in 12,5kG Gebinde, wo sie früher lediglich 2,5kG gekauft haben. Da die Lagerung in der Wohnung eher schlecht ist, wird eine Menge schlicht vergammeln. Wenn nun die Läger frühzeitig leer sind und aus dem Ausland nichts nachkommt und die Frühkartoffeln noch nicht da sind, da wird es eine Versorgungslücke geben. Wollen wir Mal wetten?

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      • Hugo sagt

        Solange wir riesige Flächen bewirtschaften um aus Mais und anderem Getreide Strom zu produzieren glaube ich nicht das wir einen Engpass an Grundnahrungsmitteln haben werden.
        Und die Zahlen der Kartoffelwirtschaft zeigen ein possitives Bild, kein Grund zur Panikmache:
        Nach Polen mit 300.000 ha im Jahr 2018 ist Deutschland mit 252.200 ha der flächenmäßig zweitgrößte Kartoffelerzeuger der 28 EU-Mitgliedsstaaten. Mit der Erntemenge von 8.920.800 t belegt Deutschland auch 2018 mengenmäßig Platz 1 in Europa, während Polen von der um ca. 15 % größeren Fläche nur 7.400.000 t erntete.
        Sie malen hier ein Szenario auf das es so nicht geben muß und nicht geben wird dank der Kartoffel.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „“Klar sind Bauern die sich darauf spezialisiert haben jetzt in Gefahr empfindliche Einbußen bis hin zum Totalausfall zu erleiden, ähnlich wie der Tourismus oder andere Bereiche. Aber Erdbeeren und Spargel sind so wichtig wie Urlaub auf Mallorca. Davon wird man nicht satt.
      Wenn mal Grundnahrungsmittel wie die Kartoffel oder das Getreide knapp würden dann wär das was anderes.““

      @ Hugo

      Wir beide haben etwas gemeinsam, wir haben keinen Spargel und keinen Erdbeeracker, wir beide haben kein Kapital investiert.

      Im Gegensatz zu ihnen mache ich mir Sorgen um viele Sonderkulturbetriebe und deren Familien.

      Ich vergesse nicht die kleinen Läden und andere die derzeit ohne Einkommen dastehen.

      Spargel zum Beispiel, die bringen erst im 4 Standjahr Erträge, das würde bedeuten, wen die Spargelbauern alle Felder umbrechen würden, gäbe es 4 Jahre keinen deutschen Spargel mehr.

      Ein kleiner Tipp:

      Gehen sie ihrem Hobby nach und suchen sie im Inntal, auch in der Oberpfalz nach Heumilch, solange es sie noch zu kaufen gibt, und schreiben sie nicht über Dinge, von der sie soweit weg sind, wie der Mond.

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      • hugo sagt

        Das diese Betriebe Hilfe benötigen ist auch mir klar und ich mach mir genauso Sorgen. Ich stamme aus einem Familienhandweksbetrieb und weiß um die Nöte und dem Arbeitspensum solcher Betriebe.
        Und keine Angst, Heumilch wird weiterhin produziert, die Kühe streiken nicht noch haben sie Corona.

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  5. Ehemaliger Landwirt sagt

    bauerhans,
    hast Du dich schon mal im Urlaub erholt?

    Wenn, dann kann ich die sagen, da war ich noch nie.

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    • bauerhans sagt

      wenn ich ein paar tage nach Berlin fahre,schalte ich ganz ab und erhole mich dadurch.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ächt?

        Wenn ich mir die kaputten Typen ansehe, dann erhole ich mich lieber zu Hause. 😉

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  6. James Taylor sagt

    Wenn man die aktuelle Situation einmal einige Ebenen weiter denkt, … kommt man auf die Idee, dass allein an der polnischen Grenze mehr als 2.000 LKW stehen – die fehlen jetzt schon -, und wenn man sich einmal in Erinnerung ruft, welche Kennzeichen all die LKW hatten, die man werktags auf den Autobahnen gesehen hat, die kamen oftmals aus den Laendern, die nun die Grenzen geschlossen haben, und bedenkt, dass der freie Warenverkehr nicht nur am Brenner kollabiert ist, wird es bald nur noch regionale Lebensmittel geben – unfreiwillig.
    In der naechsten Ebene sind es die Lieferungen aus den Regionallagern in die Maerkte, die ja auch noch zu leisten sein werden, und dies in einer Situation in etwa 4-8 Wochen, in der die Anzahl der Infizierten und Kranken viel hoeher sein wird als heute, was ja auch Fahrer trifft.
    In der naechsten Ebene kann es in einigen Wochen sogar zutreffen, dass ein Markt komplett eingerichtet und ausgestattet ist, aber das Personal fehlt.
    Wir Industriegesellschaften sind in einer Just-in-Time-Wirtschaft auf so einen Fall gar nicht vorbereitet. Und ganz ehrlich, Klopapier ist kein Loesungsansatz, denn k…. kann ja nur, wer auch zu beissen hat.

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  7. Friedrich sagt

    Wenn Corona mal überstanden ist , dann ist auch die Frage „Systemrelevant“ zu stellen. Unsere fehlgeleiteten Studierenden in brotlose Künste haben es geschafft in einer guten Bezahlung zu landen und die , die den Laden am Laufen halten, mit Niedriggeld abzuspreisen. Inzwischen , so die Schätzung , haben wir 15 Mill. Leute die hier alles erarbeiten und am Laufen halten und die Anderen mit durchfüttern müßen. Auch unsere Beamten , die bei Rentenbeginn mit 73% ihren Ruhestand genießen dürfen , während die hiesigen Erarbeiter nur 48%, also rd. 50% weniger Rente bekommen. Diese und viel mehr Ungerechtigkeiten müßen beseitigt werden. Dazu kommt noch das Krankheitsrisiko was z.B. eine Kassiererin , Krankenschwester usw. tragen müßen , während die anderen Homeoffice machen. Auch unsere Landmaschinenwerkstatt mit dreißig Leuten hat die Tore verschlossen und macht Einlaßkontrolle . Die arbeiten jetzt im Zweischichtbetrieb mit jeweils 50% Besetzung um das Risiko zu minimieren. Dem gegenüber sind fast alle öffentlichen Einrichtungen geschlossen und die Leute zuhause.

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  8. Walter Parthon sagt

    Der NABU kritisiert, dass die Ministerin ein Treffen mit Umweltverbänden absagt und sich mit Vertretern der Ernährungsindustrie trifft. Richtig gemacht, Julia Klöckner!
    Der Unterschied zwischen Umweltverbänden und Landwirtschaft ist, dass Umweltverbände eben keinerlei Beitrag leisten für das, was gerade am wichtigsten ist: Lebensmittel erzeugen, liefern, verkaufen. Nichts davon leistet der NABU!
    Wer in der gegenwärtigen Zeit über den dritten Blühstreifen und das schnellste Verbot von Pflanzenschutzmitteln diskutieren möchte, hat schlichtweg den Schuss nicht gehört. Am besten einfach die Klappe halten, seine Mitglieder aufrufen, bei der Spargelernte zu helfen und darauf hoffen, dass es irgendwann in diesem Land wieder aufwärts geht. Fast alles ist gegenwärtig wichtiger als Gesprächstermine mit dem NABU!

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    • bauerhans sagt

      „dass Umweltverbände eben keinerlei Beitrag leisten für das, was gerade am wichtigsten ist“

      doch,die schüren emotionen und verkaufen die absolution.

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      • Lieschen Müller sagt

        Ohne Umweltverbände hätten wir Umweltzustände wie am Ende der DDR. Raubbau überall, Leuna ohne Vorrschriften.
        Und wir werden auch jetzt nicht alle sterben. Meine Alten tun mir leid, die nächsten Monate werden einsam.

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        • Inga sagt

          Vieleicht, aber die Agraringenieure issen das schon lange und haben deswegen 1969 das Umweltbundesamt gegründet. Von denen sind bestimmt damals auch Umweltinitiativen ausgegangen, aus denen sich wohl die Umweltverbände gegründet haben. Nun schmücken sich andere mit deren Federn …

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      • Inga sagt

        Die sollen ruhig mal beweisen, dass sie sich wenigstens für Spargel und Erdbeeren bücken können.
        Sonst wirken die unglaubwürdig.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Tja, das ist wirklich ein Problem. Mein Sohn ist Disponent in einer Spedition, LKW sind kein Problem, Fahrer sehr wohl….

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    • firedragon sagt

      Die „zäumen den Gaul von hinten auf“, ist das zu fassen.
      Ist es tatsächlich möglich, so begriffsstutzig zu sein?
      Ist irgendein Berater in der Lage, mal zu erklären, dass es eventuell wichtig wäre, Ernten vorzubereiten und Ernten zu ermöglichen – im Inland – hallo?!

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      • Karl Timme sagt

        Das Logistikproblem geht gerade in den Nachrichten rauf und runter, die Situation in der Landwirtschaft wird ausgeblendet. Der Handel nutzt die Krise um den juristischen Kurzschluß mit der Lebensmittelverarbeitung herbeizuführen.
        Dabei wird er medial begleitet. So geht Lobbyarbeit meine Herren.

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        • firedragon sagt

          Ich hörte nur in der Früh Nachrichten, da war davon bei uns auf dem Sender noch nichts zu hören.
          Ich hatte mich für Trigema gefreut, dass die wenigstens Arbeit haben und Mundschutz nähen – May/Mey? will auch herstellen, glaube die stellen Dessous her – auf den Mundschutz bin ich gespannt.

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      • fingerphilosoph sagt

        Beruhige dich mal! Die Politiker machen doch alle soooo einen guten Job. Habe ich gestern hier gelesen.

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        • firedragon sagt

          fingerphilosoph,
          das hast Du hier gelesen, aber nicht von mir.
          Haber zwar in einem Mitarbeiterführungsseminar gelernt, dass man seine Mitarbeiter gelegentlich loben soll, wenn berechtigt, um die Arbeitsmoral aufrecht zu erhalten. Politiker gehören nicht zu meinen Mitarbeitern.

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          • Paulus sagt

            Ein Mitarbeiterführungsseminar indem vermittelt wurde, Mitarbeiter gelegentlich zu loben, wenn berechtigt, wurde garantiert von irgendwelchen schwachsinnigen kirchlich-bäuerlich orientierten Akademien veranstaltet. Habt ihr da auch in einem infantilen Stuhlkreis bunte Zettelchen irgendwo hin geklebt?
            Mit gelegentlichem Lob kannst du evtl. einen Affen dressieren aber garantiert keinen auch nur halbwegs intelligenten Mitarbeiter motivieren. Sage ich nicht nur, aber auch als ehemaliger Bad Harzburger.

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            • firedragon sagt

              Grins Paulus,
              war weder bäuerlich noch kirchlich. Inhaltlich gab’s da schon mehr – meine Aussage ist stark verkürzt. Wir saßen auf Stühlen – ja, aber nicht im Kreis ;-).

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            • Arnold Krämer sagt

              Warum immer (nein, des öfteren ) so zynisch, Paulus?
              Die Bildungsarbeit vieler (kath. und ev.) Landvolkhochschulen kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn sie vielfach Mainstreamthemen behandeln, an denen kein Landwirt interessiert ist.
              Und noch eins: Die meisten Mitarbeiter sind wenn sie im Agrarbereich (auch in den Verwaltungen) arbeiten, grundsätzlich und anfänglich sehr gut motiviert. Deshalb geht es vor allem und in erster Linie darum, Demotivation zu vermeiden.
              Lob auszusprechen ist nur ein ziemlich unbedeutendes Führungsinstrument.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Söder macht den Sack zu…..Ausgangssperre!
          Ist das nun für dich richtig oder wieder nicht nach deiner Mütze?

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        • Bauer Willi sagt

          20.März, 12:50 Uhr bei Tagesschau 24: „Zwei Drittel der Deutschen finden Corona-Management der Bundesregierung gut.“

          Wenn ich den ein oder anderen Kommentare hier lese, könnte ich trübsinnig werden. Habe heute morgen ein Video mit Agrobrain gemacht. Die unterstützen jetzt die Initiative #grüneHände.

          Also Leute, jammert weiter, ich gehe jetzt raus in den Garten. Bin gestern mit dem Umgraben nicht fertig geworden.

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        • Ostbauer sagt

          Also ; jetzt mach mal halblang. Ich denke, für solche „Philosophien“ ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt!!
          Wir haben genug zu tun den Laden am Laufen zu halten.
          Frühjahrsbestellung und Ernte vor der Brust. Täglichen Kampf um die Aufrechterhaltung der Milchproduktion;Wegbrechende Mitarbeiter durch Kinderbetreuung; Zig Kilometer LKW-Staus auf den Autobahnen; Lieferverspätungen bei nötigen Ersatzteilen.
          Das sind im Moment die Probleme und ich glaube kaum, dass es in 4 Wochen anders aussieht. Über die Regierung können wir uns später unterhalten.
          Und wie sich das ganze wirtschaftlich auswirkt, wird sich erst nach und nach zeigen. Eins weiß ich jetzt schon ; es wird brutal!!
          Also lasst uns jetzt zusammen stehn und das halbwegs meistern!
          Bleibt alle gesund!!!

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  9. Elisabeth Ertl sagt

    Allein bei den Landwirtschaftsbetrieben auf der Fläche des Bundeslandes Wein fehlen derzeit 1000 Arbeitskräfte, und die Politik hat das offenbar nicht auf dem Schirm. Man vertraut dem Handel, er da beruhigt. Niederösterreich hat schon einen verzweifelten Aufruf gestartet: https://admin.lkevent.at/app/webform/p/KJVHFX6EX46AS/
    Wenn man mit Städtern darüber spricht, erntet man nur Spott. Niemand glaubt an irgendwelche Probleme.

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  10. Thomas Apfel sagt

    Schon toll wie sich der Handel wie der Retter der Menschheit aufführt! Die Brüder sind die Verteiler, nicht die Erzeuger der LEBENSMITTEL. Die haben das Vokabular aus ihren Motivationstrainings voll verinnerlicht. Gerade auch deren Verlagerung der Lagerhaltung auf die Strassen („Just in Time“ tut nichts Anderes als über die Summe der LKW-Volumina als rollendes Warenlager auf Kosten der Gesellschaft die Kosten für die eigenen „Vorratshaltung“ einzusparen). Die Jungs sind in höherem Anteil Problembestandteil als Lösung der Krise! Dazu kommt, dass sie als so ziemlich einziger Wirtschaftszweig von der Krise, nämlich über den Ausbau ihrer Marktmacht profitieren werden, weil viele kleine spezialisierte Geschäfte nie wieder öffnen werden!
    Mir wird bei dem Betroffenheitsgeschwafel eher schlecht!

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    • Paulus sagt

      Wer dieses System „just in time“ und die daraus resultierenden Vorteile noch immer nicht begriffen hat, sollte keine dicke Lippe riskieren. Vor allem wenn es um landwirtschaftliche Produkte geht.
      Alles andere Geseihere, vor allem die ewige Story mit dem Warenlager auf der Straße, ist der größte anzunehmende Unfug.

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      • Thomas Apfel sagt

        Guten Abend Paulus,
        also, entweder mal zu uns kommen und die Warenlager und rücklaufenden „Leerregale“ im Dauerstau bestaunen, oder bitte mal eine Erklärung in Zahlen. Ich lasse mich gern eines besseren belehren.

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        • Paulus sagt

          @ Thomas Apfel, eine Erklärung in Zahlen kann ich unmöglich liefern.
          Ich nenne nur mal ein einziges Beispiel welches wohl jeder versteht. Als ich meinen letzten Dienstwagen am „Konfigurator“ zusammengestellt habe, wurden mir nahezu unzählige Ausstattungsvarianten offeriert. Allein die Möglichkeiten einen schnöden Autositz betreffend sind nun wirklich beachtlich. Das beginnt bei den Verstellsystemen und endet bei den Bezügen aus Stoff oder Leder. Kein Autohersteller ist auch nur annähernd in der Lage dafür eine Lagerhaltung aufzubauen.
          Und jetzt kommt das Entscheidende: Abgesehen davon, dass es betriebswirtschaftlicher Schwachsinn wäre, würde sich die tatsächliche Anzahl der Transporte, selbst bei gigantisch großen Lagerflächen „vor“ den Bändern der Endproduktion nicht verringern. Moderne industrielle Produktion ist immer mit Arbeitsteilung oder Fragmentierung verbunden und ohne just in time schlicht undenkbar. Die Behauptung, die Lagerhaltung würde auf der Straße stattfinden ist und bleibt Unfug!

          Und jetzt komme ich mal zu einem landwirtschaftlichen Produkt, nur zu einem einzigen, dem Joghurt. Das Granulat für die Becher kommt aus Italien, in NS werden die Becher hergestellt. Diese werden in ein kleines Dorf in NRW transportiert um sie im Siebdruckverfahren zu bedrucken. Dann werden sie an verschiedene Molkereien in ganz D ausgeliefert. Mit den Deckelchen aus Alufolie und den Paletten aus Pappe verhält es sich ähnlich. Die Milch für das eigentliche Produkt wird von Westfalen just in time in die südliche Eifel zur muh transportiert. Kein Mensch käme auf die Idee das als Lagerhaltung auf der Straße zu bezeichnen. Manches erscheint auf den ersten Blick als schwachsinnig und man könnte es zentralisieren. Dabei würden allerdings kleinere und mittelständische spezialisierte Betriebe, die gerade in den ländlichen Bereichen existentiell notwendig sind auf der Strecke bleiben.

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          • Thomas Apfel sagt

            Danke für die Erklärung! Man muß tatsächlich aufpassen welche Schlagworte man übernimmt. Ich habe das auf Ihren Einwurf hin auch nochmal nachgelesen. Das „Just in Time“ Verfahren in den Mittelpunkt zu stellen ist sicherlich falsch. Und ganz sicher stimmt der Spruch auf vielen LKW´s „Ohne uns bleiben die Regale leer“. Trotzdem erzeugen lange Wege zwischen Zulieferer und Abnehmer (z.B. Endmontage) zusätzlichen Verkehr. Soweit ich das übersehe werden Baugruppen oft dort produziert und vormontiert, wo die Produktion am billigsten ist und dann über lange Wege zur Endmontage gekarrt.
            Aber vielleicht ist das auch ein Blick aus der Vergangenheit, und jetzt werden Zulieferer und Abnehmer mit kurzen Transportwegen zu Clustern zusammengefasst, schließlich passen sich Produktions- und Lebenshaltungskosten der ehemaligen Ostblockländer langsam an den europäische Durchschnitt an und die Kostenvorteile schmelzen ab. Da ich nicht vom Fach bin, ist es wahrscheinlich nur der tägliche Eindruck der zunehmenden Warenströme von Ost nach West an einer Haupteinflugschneise, der A 12. Fakt ist aber, dass das teils überflüssige Kreuz- und Quergefahre zu den Zentrallägern des LEH von Nord nach Süd und Ost nach West und umgekehrt, oft mit den selben Warengruppen aneinander vorbei, mehr Verkehr erzeugt. Fakt ist auch, dass der LEH bislang als Sieger aus dem Wettbewerb mit den Spezialgeschäften hervorgegangen ist. Das ist auch dem Umstand zu verdanken, dass Ware immer von dort herangekarrt werden kann, wo sie am billigsten eingekauft wird. Das Ganze dank einer Logistikbranche mit ausgefeilten Ausbeutungsmechanismen vor allem von Personal aus osteuropäischen Ländern und externalisierten Kosten der Infrastruktur. Da sind wir Sonderkulturbetriebe des Obst- und Gemüsebaus bei den Saisonkräften allerdings auch mit von der Partie. Nur während ein in Polen mit günstigen Kosten zusammengeschraubter Caddy am Markt ein deutsches Produkt bleibt, wäre mein Obst von der anderen Seite der Grenze (10 km) kein deutsches regionales Erzeugnis mit Preisaufschlag mehr!

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      • firedragon sagt

        Guten Morgen Paulus,
        wenn es nichts zu transportieren gibt – was dann, hm?

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    • Arnold Krämer sagt

      Das größere Problem sind allerdings die Warenströme, die eigentlich niemand wirklich braucht. So finde ich zum Beispiel in Bio-Supermärkten in Südtirol Bio-Milchprodukte aus Nord-West-Deutschland, 1000 km nach Süden gekarrt. Umgekehrt wird in unserer Region im Emsland veganes?? Mineralwasser aus Brixen (Südtirol) zum Verkauf angeboten. Und so ist das mit vielen anderen Produkten, die man in den Supermärkten unserer Länder findet.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich habe ja die Hoffnung, dass nach dieser Krise der Begriff der Nachhaltigkeit in vielen Köpfen endlich angekommen ist. Man könnte jetzt eine schöne Bilanz aufmachen, wie hoch der Anteil der Spaßveranstltungen und der Konsumindustrie am Ressourcenverbrauch und am Klimawandel ist. Wenn nicht jetzt, wann dann, kann man eine gute Abgrenzung vornehmen und die wahre Ursache der weltweiten Klimakrise verorten. Die am Boden stehenden Flieger zeigen schon Wirkung und die Frage ist, warum so viele Deutsche in der Welt unterwegs sein können, wenn sie doch die Welt eigentlich retten wollen…..
        Die von Herrn Krämer angesprochenen Warenströme sind ein ebenso starkes Indiz für zu wenig Nachhaltigkeit und dem Vorrang des Kapitals.
        Die aus China georderten Hygieneartikel zeigen ebenso, wo der Kapitalismus die Hände im Spiel hat und welche Auswirkungen der globalisierte Handel annehmen kann….hoffentlich haben die Menschen daraus gelernt.

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        • Arnold Krämer sagt

          Frage also: Wie und wann ändern sich menschliches Verhalten, menschliche Gewohnheiten (bei erwachsenen Menschen)?
          Durch
          – Einsicht?
          – Schockerlebnisse?
          – Geld?
          – „Peitsche“ (Ordnungsrecht)?
          Nach meiner Erfahrung sind es die beiden letztgenannten Punkte.
          Die „Schockerfahrung“ dieser Corona-Krise wird nicht ausreichen. Die zu erwartenden wirtschaftlichen Verwerfungen mit den folgenden Staatseingriffen werden wesentlich mehr bewirken.

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          • firedragon sagt

            Kommt auf die Dauer eines „Schockerlebnis“ an und wie sich daraus irgendwelche Erkenntnisse einprägen und dauerhaft im Hirn des Einzelnen verankern.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Das ist die 1 Million-Dolar-Frage. Nach der Krise kommt ersteinmal der Hype des Nachholens, Events allerorten, Spaß haben versus Hausarrest….
            dann kommt die Phase der Normalisierung und dann ist alles beim Alten.
            Frau Dr. Maja Göpel, ihres Zeichens Transformationsforscherin hat ja mal so treffend die Frage aufgeworfen, was an Stelle der jetzigen konsumistischen Befriedigungskultur treten muss und kann, damit die Menschen eben nicht über den ständigen Konsum eine Befriedigung ihrer Bedürfnisse erfahren. Das ist die Kernfrage. Die Triebfeder des Konsums und des Kapitalismus müssen ersetzt werden, fragt sich nur wodurch.
            Wenn der SUV, die Fernreise, der Flachbildfernseher, die schicken Schuhe etc. nicht mehr der Maßstab für Lebensfreude und Abgrenzung zum „nächsten“ sind, was soll es dann ersetzen?

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        • bauerhans sagt

          „hoffentlich haben die Menschen daraus gelernt.“

          da menschen emotional sind,lernen die nicht,sondern weisen alle schuld von sich.
          weshalb es ja nächste woche ausgangssperren geben wird.

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      • bauerhans sagt

        die billigflugfernreisen,die massenmenschschiffsreisen sind auch überflüssig,weil die leute ja die fernen länder gar nicht kennenlernen und selten erholt zurück kehren.
        mich fragt aber keiner.

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        • Altbauer Jochen sagt

          Flug-und Schiffsreisen, alles nur „Party“
          viele werden von den jetzigen Ereignissen
          betroffen sein, eine Einsicht auf Dauer
          erwarte ich nicht.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          bauerhans,
          hast Du dich schon mal im Urlaub erholt?

          Wenn, dann kann ich die sagen, da war ich noch nie.

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    • Karl Timme sagt

      Bravo Thomas, schon bei der Pressekonferens mit Julia haben die beiden Protagonisten vom Handel und Verarbeitung genau dieses Pferd geritten. Die Versorgung, ein reines logistisches Problem und Herr Ruckwied hat dem nicht wiedersprochen. Diese vier grossen LEH verdienen mit der Kriese doppelt.

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