133 Suchergebnisse für: glyphosat

Ich habe keine Ahnung vom Ackerbau…

Zu diesem Ergebnis bin ich gekommen, nachdem ich die Gewichte auf den Lieferscheine der Parzelle zusammengezählt habe, die zwei Drittel unseres Weizens ausmacht. Es sind 11,4 t/ha! Und das mit Qualitäten, die für Brotweizen ausreichend sind. Das ist eine Riesenüberraschung. Und damit bin ich nicht alleine, auch meine Kooperationspartner am Mähdrescher berichten über ähnlich gute Erträge und auch sie sind absolut überrascht. Jetzt frage ich mich, fragen wir uns, wie dieser hohe Ertrag zustande kommen konnte. Die Körner waren alle relativ klein, aber voll ausgebildet. Das sonst bei Trockenheit übliche „Schmachtkorn“ (auch „Kümmerkorn“ = geschrumpelte Körner mit Falten) konnte ich nicht entdecken. Diese kleinen Körner müssen enorm schwer gewesen sein, worauf das Hektolitergewicht zwischen 80 und 83,5 ja hindeutet. Zur Fruchtfolge: Der Weizen stand nach Winterraps, der eine sehr gute Vorfrucht für Weizen ist, weil er tiefe Wurzeln hinterlässt. In diesen Wurzelgängen konnte der Weizen mit seinen Wurzeln leicht nach unten wachsen. Die Sorte war Chevignon, der dafür bekannt ist, das er früher abreift als Standardsorten. Die Sorte stammt aus Frankreich, die häufiger mit Frühsommertrockenheit …

Wer beim Landwirt spart…

Ein Gastkommentar von Christian Christian ist kein Landwirt. Es kommt noch schlimmer: Er ist Mitglied der Partei „Die Linke“ und ernährt sich vegan. Aber sieht es nicht ganz so eng, wenn seine Familie Fleisch isst oder im Topf auch mal was anderes als Gemüse schmort  🙂 Wir sind seit längerem in Kontakt, weil ich ihn für seine unkonventionelle Art zu denken, schätze. Einer, der von außerhalb der landwirtschaftlichen Filterblase  ein interessiertes Auge auf unser Tun wirft, verständliche Fragen stellt und dann reflektiert.  Ich teile nicht alle seine Ansichten und er auch nicht alle meine Ansichten. Und dass macht den Text so interessant und lesenswert. Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt.  „Immer mehr Bauernkinder werden gemobbt.“ Als ich den Artikel mit obiger Überschrift in der Nordwest-Zeitung hier in Niedersachsen im April 2017 gelesen hatte, habe ich damals mit 36 Jahren nicht länger Nichtwähler sein wollen, zumal ich selbst Vater zweier Kinder war. So war 2017 die Bundestagswahl auch meine erste Wahl, an der ich teilnahm. Ich dachte mir, wenn man wirklich was ändern will, muß man …

Medien: Es geht auch sachlich…

Hier ein Pressebericht der Rheinischen Post zu einer Veranstaltung über Glyphosat in Düsseldorf. Ich durfte dort teilnehmen und war gespannt, wie die Presse berichten würde. https://rp-online.de/leben/gesundheit/wie-gefaehrlich-ist-glyphosat_aid-39233297 Es ist nicht alles fachlich richtig wiedergegeben, was bei dem Thema ja auch schwierig ist. Der große Rahmen und das Gesprächsklima sind aber sehr gut getroffen. Es wird berichtet ohne zu werten. Danke. Bauer Willi   0

Über Satire kann ich schmunzeln…

…aber der heute Show scheinen die Ideen auszugehen. Oder wie soll man es sich anders erklären, wenn nahezu in jeder zweiten Sendung ein Thema aus oder über die Landwirtschaft für Lacher herhalten soll? Klar, Satire darf und muss übertreiben. Sie soll bewusst Dinge anprangern, von denen jeder weiß, dass sie nicht in Ordnung sind. Was Satire nicht darf: die Unwahrheit sagen. Doch das genau passiert laufend. Einem Faktencheck wie bei Frank Plasberg (ARD) würden viele Aussagen in der heute Show (ZDF) nicht bestehen. Ob Glyphosat, Nitrat und Gülle oder das Artensterben: die Informationen werden so plakativ und verkürzt dargestellt, dass zum Schluss immer ein Schuldiger gefunden wird. Das mag zwar Lacher provozieren, aber mehr auch nicht. Und auf Dauer langweilt mich das, weil das Muster immer das gleiche ist. Übrigens auch dann, wenn es um andere Themen geht. Dass Herr Welke sich nicht ganz wohl in seiner Rolle fühlt, kann man auch seinem Gesicht ansehen. Mich erinnert die Mimik an Bill Clinton und seine Aussage: „I did not have sexual relations with that woman“.  Das …

Gekaufte Agrarpolitik?

Bildquelle: ARD Ich habe mir die Sendung gestern abend in der ARD, trotz später Stunde, doch noch angesehen. Hier der Link: http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Gekaufte-Agrarpolit/Video?bcastId=799280&documentId=62367506 Ich kenne Valentin Thurn, der die Reportage gemacht hat, persönlich gut und er war auch schon bei mir auf dem Hof. Daher bin ich etwas befangen, weil er mir als Mensch eigentlich ganz sympathisch ist. Filmisch ist der Beitrag gut gemacht, was anderes hätte ich auch nicht von ihm erwartet. Inhaltlich habe ich allerdings so meine Probleme denn eigentlich hätte er das Fragezeichen hinter dem Titel „Gekaufte Agrarpolitik“ gleich weglassen sollen. Im gesamten Beitrag wird der Eindruck erweckt, dass die Agrarpolitik tatsächlich gekauft ist. Was als investigativ verkauft wird, ist seit langem bekannt: viele Funktionäre in Politik und Verbänden sind in Aufsichtsräten oder in anderen Funktionen von Unternehmen vertreten. Dazu hätte es den Film nicht gebraucht. Das ist übrigens nicht nur in der Agrarbranche so und das ist eines meiner Probleme. Warum wird dies jetzt, vier Wochen vor der Europawahl thematisiert?  Warum am Beispiel der Landwirtschaft? Wenn man sich den Schnitt des Filmes …

Anders kommunizieren!

Wer kennt das nicht: da reden wir mit unseren Mitbürgern, erklären warum wir Bauern was und warum machen, glauben, alles richtig erklärt zu haben und dann kommt als Antwort: „Mag ja alles sein, aber ich glaube das nicht“. Wir sind frustriert. Wir haben alles nach bestem Wissen und Gewissen erklärt, und er glaubt uns nicht. Was läuft da falsch? Wer wenig weiß, kann unsere Argumente nicht beurteilen und glaubt das, was er am häufigsten gehört hat. Wenn die gleiche Botschaft aus unterschiedlichen Quellen immer wiederholt wird, gilt sie irgendwann als wahr. Wir können dann gerne von zielgerichteter Düngung nach N-min-Methode (die er nicht kennt) erzählen, dass wir mit N-Sensoren arbeiten (die er auch nicht kennt) und nur nach „Entzug“ düngen (klingt irgendwie nach Drogen). Er weiß nur aus der Presse, dass ja das Trinkwasser mit Nitrat „verseucht“ ist. Irgendeiner muss das da ja hineingebracht haben. Im Zweifel die Bauern. Wer wenig weiß, hat vor vielen Dingen eher Angst. Wir erklären, dass Nitrat ein lebenswichtiges Element ist, er glaubt, dass es giftig ist und verweist auf …

Feldhamster – schützen kann schwierig sein…

In der vergangenen Woche war ich bei uns im Rathaus. Dort fand eine Veranstaltung statt, zu der die örtlichen Landwirte eingeladen waren. Es ging um den Feldhamster. Zum Hintergrund In unserer Gemeinde gab es ein sehr großes Hamstervorkommen. 2006 wurden in einem eng begrenzten Gebiet von ca. 60 Hektar rund 200 Hamsterbauten gezählt. Darauf hin wurde im gleichen Jahr ein Hamsterschutz-Programm aufgesetzt, an dem sich fast alle Landwirte in diesem Gebiet beteiligen. Etwas später hat man mich auch angesprochen, weil meine Flächen in etwa 1.500 m Entfernung liegen. Das Ziel: das ursprüngliche Siedlungsgebiet zu erweitern. Damit wurden meine Flächen zum „Hamster-Erwartungsland“.  Für die diversen Maßnahmen (lange Stoppel, keine tiefe Bodenbearbeitung, erste Bodenbearbeitung ab Oktober, stehen lassen von Getreide bis ins Frühjahr) gab es einen Betrag von rund 375 € pro Hektar  und Jahr.  Der Vertrag lief über 5 Jahre. In 2015 wurde das Gebiet erneut kartiert, es wurden (nach meiner Erinnerung) noch 8 Bauten gezählt, in 2018 keinen einzigen mehr. In der Zeit von 2006 bis heute hat es in diesem Gebiet weder eine Flurbereinigung …

Die Landwirtschaft drückt sich vor ihren kritischen Themen

Prof. Dr. Matthias Michael kennt sich mit Kommunikation aus (siehe unten „Zur Person“). Im Februar hat er über das Ansehen der Landwirtschaft einen Vortrag auf der DLG-Wintertagung gehalten. Ich habe ihm ein paar Fragen gestellt.   Herr Michael, was sind – aus Ihrer Sicht – die Ursachen für das schlechte Bild der Landwirtschaft? Wobei der Landwirt in der Nachbarschaft ja durchaus beliebt ist. Der Landwirt ist bei denen beliebt, die ihn kennen. Sie können seine Perspektive einnehmen, weil sie ihn verstehen mit seinem Tun und seinen persönlichen Herausforderungen. Aber die meisten Menschen – nämlich jene, die in den Städten leben – kennen ihn nicht. Die urbane Öffentlichkeit misstraut einer industriellen Landwirtschaft mit unterstellter Tierquälerei, Profitgier und Umweltverschmutzung. Der Bauer steht unter Generalverdacht. Die Ursachen für die schlechte Reputation liegen vor allem darin begründet, dass die Landwirtschaft ihre Risikothemen nicht behandelt hat. Das bedeutet: Sie dokumentiert nicht genügend Bewusstsein für ihre schwierigen Themen. Es fehlt an diskutablen Lösungen – mit all deren Schwächen und Konflikten. Nehmen sie die Beispiele Ferkelkastration, Kastenstand, Anbindehaltung, Schnäbel-, Hörner- und Schwanzkupieren, …

Maischberger…und nun? Diskurs über Naturschutz

Der typische Konflikt zwischen Bürgern und Bauern. Und ein Paradebeispiel für eine journalistisch unfaire und unsachliche Gesprächsführung. Hier die ganze Sendung: http://mediathek.daserste.de/Maischberger/Rettet-die-Biene-sch%C3%BCtzt-den-Wolf-Was-/Video?bcastId=311210&documentId=60689468 Achtet mal darauf, wer die meisten Wortbeiträge liefern „darf“. Und wer ständig unterbrochen wird. Ich habe persönlich den Eindruck, dass immer dann, wenn Fakten zur Sprache kommen, abgebrochen wird. Die Moderation der Sendung ließ jedenfalls sehr zu wünschen übrig. Zum Inhalt: Mir gefallen die Wortbeiträge von Frau Konrad (ab Minute 41, ab Minute 52) und Herrn Fleischhauer (ab Minute 48). Frau Schulze bemüht sich sehr, den (konventionellen!) Landwirten nicht die Schuld in die Schuhe zu schieben. (ab Minute 45)  Leider ohne Erfolg. Ihre Vorlieben konnte sie nicht verbergen. Bei Andreas Kieling muss ich immer an den roten Glyphosat-Kanister denken, den es nicht gibt. Das Video (aus 2017) siehe unten. Schade, dass es in der Sendung nicht wirklich zu einem Dialog kam, der lösungsorientiert war. Irgendwie typisch für die heutigen Formate von Talk-Shows und ein Parade-Beispiel, wie man Dialoge nicht machen sollte. Denn nicht immer hat der Lauteste auch recht… Bildquelle: ARD Schade, dass es …

Baggern – die Suche nach dem Fehler!

Ja — wir haben derzeit mit der Datenbank bei unserem Blog ein ungelöstes Problem! Schon zum zweiten mal innerhalb weniger Tage mussten wir heute die Datenbank rücksichern, weil die Zuordnung der Kommentare plötzlich nicht mehr stimmte. Vom Blickpunkt des Lesers aus waren alle Kommentare verschwunden. Auf der Datenebene waren sie schon noch alle da. Nur, die Kommentare wussten nicht mehr zu welchem Beitrag sie gehörten. Und deshalb mussten wir die Sicherung der vergangenen Nacht wieder einspielen. Was defacto bedeutet, dass alle Kommentare des aktuellen Tages bis dahin verloren gingen. Das heißt, ganz verloren sind sie nicht. Ich habe die Kommentare alle zusammen in eine Datei gesichert und poste diese unter diese Mitteilung. Nur, wie schon gesagt, die Zuordnung ist nicht mehr bekannt. Ich kann also nicht mehr sagen zu welchem Artikel der Kommentar gehört. Aber so könnt ihr wenigstens diese Kommentare nachlesen. Oder, wer möchte kopiert seinen eigenen Kommentar und fügt ihn dort ein, wo er oder sie ihn einst gepostet hat. Die Sache ist mehr als ärgerlich. Mehr als 3 Jahre sind wir vor …