Bauer Willi
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Öko-Weizen 2021

Vergangene Woche wurden die Erträge und Qualitäten des Öko-Weizen für NRW, Hessen und Niedersachsen im Wochenblatt veröffentlicht. Es handelt sich um die Landessortenversuche. An den lehmigen Standorten in den Regionen Soest, Lippe und Paderborn wurde im Schnitt der letzten drei Jahre ein Ertrag von 46,6 dt/ha geerntet. Die Schwankungsbreite ging von 33,9 bis 55 dt/ha. Nimmt man alle 16 Standorte, also Hessen und Niedersachsen mit dabei, kommt man auf einen Durchschnittsertrag der letzten 3 Jahre von 53,6 dt/ha.

Der Proteingehalt der empfohlenen Sorte liegt zwischen 8,0 und 11,8. Bekannte Sorten wie Chevignon und Informer kommen auf 9,4.  Der Kleber-Gehalt schwankt zwischen 10,8 und 24,3. Je höher der Kleber-Gehalt, umso voluminöser das Gebackene.

Im Schnitt der letzten drei Jahre lagen die Erträge im konventionellen Anbauauf den guten Lößböden des Rheinlandes bei rund 100 dt/ha. Der Proteingehalt unseres Weizens lag – mit wenigen Ausnahmen – zwischen 12,0 und 13,8%. Zumindest in unserer Region ist das Standard.

Die Weizenbilanz der EU ist derzeit angespannt: https://www.wochenblatt-dlv.de/maerkte/getreideversorgung-enge-eu-weizenbilanz-566701

Der Selbstversorgungsgrad bei Getreide liegt bei rund 100%. Würden alle Landwirte auf Bio umstellen, müsste Deutschland Getreide importieren. Wenn die Düngeverordnung ihre Auswirkungen zeigt, wird vermutlich Brotweizen zur Mangelware. Diese Erfahrungen hat Dänemark schon hinter sich und hat seine Düngevorschriften wieder gelockert.

https://www.agrarheute.com/pflanze/getreide/weizen-84-prozent-protein-daenen-duerfen-mehr-duengen-517944

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80 Kommentare

  1. Nils sagt

    Geht denn Hochertragsanbau auch nachhaltig, ohne gleich Bio sein zu müssen? Also vollständig mit nachwachsenden Rohstoffen oder Nährstoffkreisläufen? Wenn die mineralischen Quellen irgendwann versiegen, wie geht’s dann weiter? Bauen wir den Mond ab?

  2. Thomas Apfel sagt

    Voriges Jahr hatte Bauer Willi die Ökoerträge Weizen am 19.09. eingestellt. Die Diskussion könnte man heute auch reinkopieren. Die Fronten sind immer noch die selben, nur durch Herrn Suhr gab es mehr emotionale Auseinandersetzung.
    Ich bin da so ein bisschen am Verzweifeln, ob der Hoffnungslosigkeit diese Spaltung. Das wird man vorerst nicht wieder auf eine rationale Ebene der Diskussion zurückbekommen.
    Die Tatsachen (objektiv ermittelte Ertragsunterschiede) und ihre Ursachen sind seit Jahren bekannt. Trotzdem wird die “Errettung” von allem “Übel” nur im Ökolandbau gesehen. Die Öko-Religionisten tun nach wie vor so, als könnte man die Nährstofflücke wech beten oder durch “Manna, das vom Himmel fällt”, auffüllen. Die Auseinandersetzung zwischen klassischer Landwirtschaft mit Tierhaltung und “Öko-Errettung” wird bis dahin (zur rationalen Bewertung) noch viele Betriebe die Existenz kosten.

    • Reinhard Seevers sagt

      Die Deutungshoheit ist verloren. Die Öffentlich Rechtlichen machen auf allen Kanälen Copy und Paste alter Ökobeitrage mit Lügenpotential, die Privaten ziehen nach mit Realitysoaps zur Fleischernährung versus Gewissen, und Hörzu hat wieder einen Lügenbeitrag über den Wasserverbrauch durch Fleischerzeugung im Portfolio…..es ist einfach nicht zu schaffen, so viel Dummheit zu heilen. Hoffentlich bekommen die Grünen am Sonntag die Mehrheit, damit man endlich erleben kann, wie Naivität gegen die Wand läuft…..und die Akteure aus den Medien und aus den Köpfen verschwinden.

    • Die Öko-Religionisten

      können ja auch nicht weiterdenken, weil sie von der Facettenreichen Landwirtschaft, bzw. in diesem Fall Ackerbau und was da noch zu beachten ist, keine Ahnung haben.
      Mineraldünger und PSM sind Gift für die Umwelt, wissen die, weil es in den Massenmedien so verbreiten wird.
      Schlaue, interessierte und logisch denkende Menschen fragen da mal nach!

      Wenn wirklich alles o giftig ist, was die Bauern ausbringen, müßte doch schon die ganze Umwelt und unser Essen vergiftet sein.
      Wir müssten doch deswegen jeden Tag zum Arzt rennen und die Krankenhäuser wären auch voll, wenn das stimmen würde.
      Dabei werden wir gesund alt!

      Aber nur schlaue, interessierte und logisch denkende Menschen fragen da mal nach!
      Das sind leider nur wenige in unserem Land!

      • Reinhard Seevers sagt

        Klar Inga, Quarks erzählt den größten Quark :
        “Nicht zuletzt: Weniger Fleisch und Milchprodukte essen. Butter und Rindfleisch belasten das Klima so sehr wie kein anderes Lebensmittel.”
        Dumm, dümmer, Quarks

        • Dann dürfen die aber auch kein Eis und Sahne mehr essen, Joghurt und Käse auch nicht.
          Deswegen bekommen Kühe bestimmt auch Soja, um in ihrer Mlch viel Eiweiß herstellen können, das die auftrete Sahne steif schlagen lässt und von denen man Joghurt, Ouark und Käse machen kann.
          Darauf müsste man verzichten, wenn man die Kuhhaltung einstellen will.

          Aber deswegen kann man trotzdem sehen, was die zum Bioanbau meinen.

  3. Wir müßen uns in D hinsichtlich der Versorgung mit Getreide “eigentlich” keine Sorgen machen denn wir haben weltweit “noch” mit die höchsten Flächenerträge (2-4 facher ha Ertrag Weizen zu Nordamerika, Australien, Ukraine…) und können uns weitgehend selbst versorgen. Grund sind die sehr günstigen Bedingungen für Getreideanbau (Weizen, Gerste, Roggen, Triticale, Hafer) und Einsatz modernster Techniken. Allerdings kann sich dies schnell ändern denn der in D geförderte Bio Anbau erzielt bei Getreide nur ca 50% der Erträge der konventionellen Anbauverfahren, dies zeigen nicht nur die von Willi beschriebenen ersten Ergebnisse für 2021 sondern auch langfristige Ertragsanalysen 2012 – 2020. Quelle Erträge link
    https://www.oekolandbau.de/handel/marktinformationen/der-biomarkt/marktberichte/ertraege-im-biologischen-und-konventionellen-landbau/

    Der Umgang mit der verfügbaren landwirtschaftlichen Fläche und einem gewollten Ertragsverzicht in D ist vor dem Hintergrund von Flächenfrass durch Gewerbegebiete, Wohnungen, Bahnstrecken, Strassen, Radwege… sehr bedenklich und leichtfertig. Eine Verlagerungen der Produktion in andere Länder können wir uns z. Z. finanziell noch leisten aber unserem Anspruch dem Vorrangehen in Sachen Umweltschutz, z.B. weniger Flächenverbrauch weltweit leisten wir einen Bärendienst. Es ist ein Frevel an der Umwelt dass man in Deutschland aus ideologischen Gründen nicht alle Möglichkeiten zum Schutz der Umwelt nutzen will und damit Probleme in anderen Regionen der Welt schafft.

    • Bauer Willi sagt

      Doch, wir müssen uns Sorgen machen. Zum reduzierten Ertrag kommt ja noch die durch die GAP verordnete Stillegung von Flächen. Da wächst dann auch nichts Eßbares mehr. Somit werden wir auch bei Getreide zur Importnation.

      Aber wir können ja die Flächen im Ausland nutzen….Wir sind ja reich…(noch)…

  4. Thomas Apfel sagt

    Ich habe im Moment gerade die Dauerfeldversuche hier bei uns am Wickel. Erstaunlich ist vor allem der enorme Ertragsanstieg bis heute, und das auch schon vor 1960, als Herbizide und Fungizide gerade erst aufkamen. Im Grunde genommen kommt auch bei diesen Versuchen heraus, was man als Bauer ja beobachtet. :
    1. Auf unseren leichten Böden unterscheidet sich eine rein mineralische Stickstoffdüngung in Bezug auf die Humusbildung nur geringfügig von Varianten mit organischer, bzw. gemischt mineralisch-organischer Stickstoffzufuhr.
    2. schon mit moderaten mineralischen Stickstoffgaben zu Stallmist oder organischen Pflanzenrückständen, können enorme Ertragssteigerungen erreicht werden. Der Grund ist die genau steuerbare Stickstofffreisetzung aus Mineraldünger, die letztlich auch zu geringeren Bilanzüberschüssen an Stickstoff führt, als betont organische N-Düngung.
    3. Einer der Hauptgründe für die niedrigeren Erträge im Öko-Getreideanbau ist genau eben diese nicht punktgenau verfügbare Stickstoffmenge aus Mineraldünger im Frühjahr.
    4. Wir wissen relativ wenig über die tatsächliche Stickstoff- und Humusspeicherung und Freisetzung im Boden. Die Bilanzmodelle sind sehr theoretischer Natur. Auf leichten Böden wird in den Nmin Werten das was bilanziell da sein müsste nicht wiedergefunden, auf guten Lößböden ist bei den Nmin Werten manchmal mehr da, als es nach Bilanz sein dürfte.

    Fazit: Das Ausgrenzen der mineralischen Stickstoffdüngung bei Öko ist ein reiner Marktabgrenzungsmechanismus und hat mit tatsächlichen Zusammenhängen bezüglich Nachhaltigkeit realiter NICHTS zu tun. Das gilt sowohl für die Humusbildung, als auch für die Höhe der N-Bilanz-Überschüsse.
    Es sind einfach Dogmen zur Abgrenzung einer “Besserdenker-Übermenschengruppe” die, unter Anwendung der bewährten Kommunikationsmodelle von Religionen, am Leben gehalten werden.

    • Reinhard Seevers sagt

      Und zur weiteren Differenzierung: Eine differenzierte Güllegabe mit Schleppschlauch in den Bestand kommt der Mineraldüngung sehr nahe, wird aber als organische Düngung verteufelt….

      • Ich denke mal, die ist zu kompakt,

        aber in der Wachstumsphase braucht die Pflanze punktgenau den einen Nährstoff, eben Stickstoff.

        Gülle zu Mineraldünger ist wie Brot zu Traubenzucker

        Brot hat alles, Traubenzucker nur Kohlenhydrate .
        Bis sich die Kohlenhydrate aus dem Brot (Mehrfachzucker) zu Einfachzucker (wie in Traubenzucker) abgebaut haben, dauerte eine Weile.

        Wenn man die Kohlenhydrate bei Kraftsport o.ä. schnell braucht, nimmt man eher Traubenzucker.

        Wenn eine Pflanze den Stickstoff zum Wachstum punktgenau braucht, dann nimmt man den synthetisch hierhergestellten Stickstoffdünger. Geht sofort ins Blut, bzw. Saftbahn der Pflanze, wenn Feuchtigkeit dazu kommt und die Wurzel es aufnehmen kann.

        Weil man da heutzutage auch mengenmäßig sehr genau kann, könnte man es auch in Bioanbau verwenden.
        Wenn nur deren Dogmen nicht wären!

        • Reinhard Seevers sagt

          Genau, wenn Feuchtigkeit dazukommt……Ohne Wasser/Regen/Tau etc. geht nichts ins Blut Inga….
          Das konnte man doch in den trockenen Jahren gut beobachten, da lag der Dünger noch im August zwischen den Halmen.

          • Ich habe schon so viel anscheinlich trockene Sommer erlebt, es hat trotzdem funktioniert, warum?

            Weil des nachts immer Tau entsteht und der reicht aus, um das Kalkgerüst in Form von keinen Kügelchen aufzulösen und den Wurzel verfügbar zu machen.
            Alles an Unis erforscht und ausprobiert!

            Man achtet bei der Forschung darauf, dass der Boden nicht überdüngt wird und dann der Bauer nicht zu viel Kunstdünger kaufen braucht, bzw. dessen Geldbeutel für Neuinvestitionen geschont bleibt.

            • Weil des nachts immer Tau entsteht und der reicht aus, um das Kalkgerüst in Form von keinen Kügelchen, wo der Nährstoff N drin verpackt ist, aufzulösen und den Stickstoff (N) daraus den Wurzel verfügbar zu machen.

    • Lieber Herr Apfel, ich empfehle Ihnen folgendes Buch: Hands on Agronomy. Etwas schwierig zu lesen, aber dort werden alle Ihre Fragen und scheinbaren Widersprüche beantwortet resp. aufgeklärt. Einmal verstanden, sind Sie einen Riesenschritt weiter.

      • Reinhard Seevers sagt

        Nico = York Bayer? Hallo, wie gehts denn so? Was macht die Berliner Kiez-Szene?
        Ist ja schon einige Jahre her seit dem letzten Treffen….😉

        • Reinhard Seevers sagt

          ….oder evtl. Nico Eisenhauer: Bodenökologe und Professor für Experimentelle Interaktionsökologie an der Universität Leipzig.

          DAS wäre natürlich eine etwas simple understatment- Diskussion oder?

          Wir spekulieren einfach weiter, welche Ambition oder welche Triebkraft hinter dem allen steckt.

      • Thomas Apfel sagt

        Kinsey ist mir durchaus geläufig. Ist halt die im englischsprachigen Raum dominierende Variante ungenauer Erklärung von Zusammenhängen bezüglich der Vorgänge im Boden. Viele scheinbare gute Erklärungen funktionieren nur, weil sie andere mögliche Ursachen für Korrelationen ausblenden. Und, merke @nico, Korrelationen sind noch keine Kausalzusammenhänge.
        Nur als Beispiel: Die nachgewiesenen Ertragssteigerungen durch hohe Gaben an Schwefel sind für Mikroben toxisch, führen zu deren teilweisem Absterben und setzen Stickstoff und andere Nährstoffe aus deren “Körpern” frei. Die behauptete “Düngewirkung” des Schwefels ist eher eine schädliche toxische Maßnahme für das Bodenleben mit kurzer Wirkung, die nicht auf den “Nährstoff Schwefel” sondern auf die toxische Wirkung der Säuren desselben zurückgeht.
        Reale Zusammenhänge sind komplexer, als dass sie durch das Lesen “des einen Buches” zu verständlich und erfasst werden.

        • Thorens sagt

          Kinsey hat durchaus gute Ansätze, soweit mir bekannt. Ich kenne seine Empfehlungen zu teils immens hohen Gaben an Schwefel bei Böden, die trotz ausreichend hohem pH Strukturprobleme haben. Geht dies einher mit sehr hohen Mg-Gehalten im Boden, kann durch die stark versauernde Wirkung des ausgebrachten (elementaren!) Schwefels die Belegung der Kationenaustauscher im Boden quasi zurückgesetzt werden. Mg ist stärker pH-relevant als Ca. Als 2-wertige Kationen können sowohl Calcium als auch Magnesium Verbindungsbrücken zwischen den Bodenaustauschern (Tonfraktion und Huminstoffe) schaffen und so letztlich die Bodenstruktur durch das Enstehen von Kapillaren bzw. Poren positiv beeinflussen. Allerdings ist die Bindungskraft der Mg-Ionen deutlich schwächer als die der Ca-Ionen. Die Austauscher können nicht unterscheiden und wenn das Angebot an Mg-Ionen überproportional groß ist, ist die Belegung der Austauscher mit Mg überproportional groß, was im Hinblick auf die Bodenstruktur dann nachteilig ist. Wird auf einen solchen Boden nun elementarer Schwefel in durch Kinsey empfohlenen sehr hohen Gaben ausgebracht, wird die dadurch verursachte Versauerung abgepuffert u.a. durch Feisetzung von Kationen der Austauscher, deren Bindungsplätze dabei von H-Ionen eingenommen werden. Das Feisetzen der Kationen erfolgt in Reihenfolge ihrer Bindungsstärke. Die mit schwächster Bindung zuerst (1-wertige, wie K, Na, in geringem Umfang auch Ammonium-N), danach die 2-wertigen, erst Mg dann Ca. Regelmäßig folgt auf eine solche Behandlung bei derartigen Böden dann eine Aufkalkung mit Mg-freiem Kalk nach Kinsey.

          Auf diese Weise kann man anscheinend die Situation an den Austauschern “korrigieren”. Der viele und nach seiner Mineralisierung sehr mobile Schwefel und die sonstigen freigesetzten Ionen finden dabei aber, sollten sie aktuell nicht vom Pflanzenaufwuchs benötigt werden, den Weg in den Unterboden in Richtung Grundwasser. Selbst habe ich da so meine Zweifel, ob mit dieser Vorgehensweise nicht das nächste Fass aufgemacht wird in Bezug auf die Grundwasserqualität.

  5. Jochen Böhrer sagt

    Die selben Medien und NGOs, die seither behauptet haben, mit (angeblich!!!) “subventioniertem” und dadurch billigen Weizen würde der afrikanische Markt kaputt gemacht, fangen jetzt an, über die hohen Preise zu klagen.

  6. Smarti sagt

    Neues Problem: Wegen den steigenden Gaspreisen fahren Düngemittelwerke die Produktion herunter. Da ist wohl anzunehmen, dass nächstes Jahr weniger Getreide angebaut wird, denn der Düngerpreis wird in die Höhe schnellen wegen fehlender Menge und hohen Produktionskosten…. Oder es fehlen Erträge, weil nur sehr sparsam gedüngt werden kann.
    Es ist anzunehmen, dass der eine oder andere Landwirt, der in den nächsten Jahren auf Bio umstellen wollte, dies nun schon nächstes Jahr macht.
    Das heisst für die umliegenden Bioäcker: noch mehr Schädlingsbefall, da sich die Tierchen und Pflanzen ungehindert ausbreiten können…
    Wir haben das erste Jahr Bio gemacht. Kein Mais mehr, aber Hafer mit Erbsten. Das Stroh ist zum Einstreuen für die Pferde nicht zu gebrauchen, unansehlich und staubig.

    • Bauer Willi sagt

      @Smarti
      Der Düngerpreis ist schon hoch. Der Getreidepreis aber auch. Die Anbauplanung für 2022 ist vor einigen Monaten gemacht worden. Wer auf Bio umstellen will, hat das schon lange geplant. Das ist keine Entscheidung, die man wegen höherer Düngerpreise trifft.

  7. Ludwig sagt

    Wenn die Versorgungslage so weiter geht , dann geht es nur noch ums “Haben”, denn Nudeln werden schon knapp und Stickstoffdünger für das nächste Jahr ist ausverkauft, weil die Hersteller die Produktion durch Corona um ca. 40% gedrosselt haben. In den USA gibt es schon einige Wochen keinen N-Dünger mehr zu kaufen. Jetzt rächt sich die nicht mehr vorhandene Lagerhaltung in Deutschland und der EU. Getreidevorräte von weniger als einem Monat waren in den letzten Jahren normal und von der Politik gewollt , kostet ja nur Geld. Auch die Weißzuckervorräte liegen bei unter einem Monat in der EU. Vorsorge war gestern und das ist fast überall so . Es darf also keine Krise kommen und die ist auch garnicht eingeplant. Helfen kann uns dann im Notfall sowieso keiner und da spielt es dann auch keine Rolle ob Bio oder nicht , hauptsache das Essen ist da. In den nächsten Monaten werden da noch einige Probleme auf uns zukommen. So sind unsere Erdgasvorräte auf dem niedrigsten Niveau überhaupt. Auch die Stromkontrakte an der Leipziger Strombörse haben sich mehr als verdoppelt. Wir sollten also hier keine Diskussion um bio oder konv. führen , sondern wie wir durch die Krise kommen.

  8. fingerphilosoph sagt

    In der Auflistung fehlt der durchschnittliche Dz/ha-Ertrag klassischer Weizen aus 16 unterschiedlichen Standorten, analog den 16 Standorten Ökoweizen. Sonst kann man die Erträge doch gar nicht korrekt miteinander vergleichen.

    • Bauer Willi sagt

      Ich kann die Versuchsergebnisse gerne nachliefern. Wir können uns dann unterhalten, ob das Ertragsdefizit 46,7 oder 55,3% beträgt. Oder vielleicht doch nur 42,1%. Oder sogar 58,4%.

      Für die Diskussion, wie wir die Menschheit ernähren, ist das allerdings sekundär. Fakt ist: wir werden Importeur für Getreide. Und das ist ein Grundnahrungsmittel. Begreift wirklich niemand, was das bedeutet?

        • Smarti sagt

          Frag mal die Kartoffelbauern, was ein so nasses Jahr mit den Kartoffeln machte. Was ist mit dem Drahtwurm, dem Kartollelkäfer und so weiter. Bei uns in der Gegend gibt es keine Kartoffeläcker mehr, vor 10 Jahren waren es noch etliche.
          Aber es gibt ja noch Reis.

      • Reinhard Seevers sagt

        Willi, die Menschen, besonders die Politiker haben keinen Bezug mehr zum ‘Leben”.
        Sie alle scheinen in einer virtuellen Traumwelt sich befindend, in einer technisch medialen Scheinwelt, in der Nahrung von hellofresh und Energie aus der Steckdose kommt.
        Erst wenn kein Brot mehr im Regal liegt oder die Toilette nicht mehr spühlt, werden sie sich wundern, dass es Menschen gibt, die dies für sie immer zuverlässig erledigt haben….und die nun nicht mehr da sind.

      • fingerphilosoph sagt

        @ Bauer Willi
        Ich würde mich freuen, wenn du die Zahl nachlieferst. Bisher wurde hier im Blog behauptet – zumindest habe ich das so verstanden – das Bio-Anbau bei Weizen nur die Hälfte des Ertrags der klassischen LW liefert. Nach obigem Artikel scheint das aber nur dann der Fall zu sein, wenn man beim Bio-Anbau die Durchschnittswerte von 16 unterschiedlichen Böden nimmt und diesen Durchschnitt einem einzigen Wert klassischer LW, der von einem anerkannt “guten” Boden (Rheinland) stammt, gegenüberstellt. Dieser Vergleich ist sachlich jedoch nicht korrekt, und deine doch etwas polemische Replik macht das nicht besser.

      • Thomas Apfel sagt

        Die Ertragsdifferenzen sind deutschlandweit seit 10 Jahren auf gleichem Niveau.
        Beispiel AMI = 2012 – 2020 klassische LW = 77 dt/ha zu Bio-LW = 36,8 dt/ha = 47 %.
        Je nach Vorfrucht und Stickstoffversorgung ditschen Bio Weizen Erträge auf guten Böden auch schon mal an die 80 dt/ha, aber eben auch am selben Standort nicht stabil.
        So sind am Standort Alsfeld (NRW) 2018 32,4 dt/ha, 2019 74,7 dt/ha , 2020 40,4 dt/ha erreicht worden. Solche extremen Schwankungen gibt es in der klassischen Landwirtschaft am selben Standort nicht. Im Übrigen liegt der Gesamtdurchschnitt der Erträge in den Betrieben meist bei 75 – 85 % der Sortenversuche.
        Zur Illustration die verbale Einschätzung der Statistiker bezüglich der Öko-Weizenerträge 2010: ” Die, auf Grund der hohen Nmin Werte von über 60 kg/ha, anfänglich erwarteten hohen Weizenerträge im Öko-Bereich konnten nicht realisiert werden. Der Grund dürfte die zu kalte Witterung im Mai gewesen sein, die die weitere Freisetzung von Stickstoff aus der Mineralisierung verzögert hat”
        Das illustriert halt das Dilemma der prinzipiellen Ablehnung von Mineraldünger-N.

  9. Willi macht sich Sorgen um die Allgemeinheit. Eigentlich immer, wenns gerade passt. Denn mit 53.6 dt/ha und einem merklich höheren Preis für Bioware,(der noch um ein vielfaches steigen würde wenn alle auf Bio umsteigen würden) dürfte die eigene betriebliche Rechnung ja super ausfallen. Weil das aber bei den Bauern nicht sein darf, wird die Allgemeinheit rangezogen und sich deren vermeintliche Sorgen (höherer Brot-und Pastpreis) zu eigen gemacht. Lieber Willi, wenn du so konsequent für Hochertragsweizen plädierst, musst du aber auch die negativen Effekte auf gerade diese Allgemeinheit in Betracht ziehen. Denn die Backwaren die durch deinen Weizen erst in Backfabriken möglich sind, spotten jeder Beschreibung einer gesunden Ernährung. (Eigentlich wollte ich ja hier nix mehr schreiben, aber eben erst ist ein guter Freund verstorben, an den Folgen gerade dieser excessiven Landwirtschaft welche Willi verkörpert. Mein Kampf gegen die Willi’s dieser Welt wird jetzt umso stärker geführt)

    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat: ” Eigentlich wollte ich ja hier nix mehr schreiben, aber eben erst ist ein guter Freund verstorben, an den Folgen gerade dieser excessiven Landwirtschaft welche Willi verkörpert.”

      DER war gut…..solche Mythen muss man erstmal hinbekommen. 😁

      Extremistische Verschwörungstheoretiker sind anscheinend auf allen Ebenen unterwegs…..

      • Aha, Verschwörung schreien ohne die Hintergründe zu kennen. Wohlwissend dass der Platz hier zu gering ist um alles aufzuzeigen. Aber die Zusammenhänge sind eh klar, wenn man sie denn kennen will. Der Blog hier dient ja gerade zur Vertuschung derselben.

        • Wissen Sie was Grüne Revolution ist und wie es dazu gekommen ist, Nico?
          Hat deren Anfang auch etwas mit Verschwörungstheorie zu tun?

    • Arnold Krämer sagt

      Das mit der Todesursache müssen Sie schon etwas näher schildern. Was ist schiefgelaufen bei Ihrem Freund?

    • Locher Werner sagt

      Das verstehe ich nicht: Warum soll der Preis für Bioweizen steigen, wenn alle auf Bio umstellen. Ich habe gelernt, dass die Preise sinken wenn das Angebot steigt.

      • Smarti sagt

        Herr Locher, wenn alle auf Bio umstellen, dann gibt es logischerweise keinen günstigeren konventionellen Weizen mehr. Der Ertrag insgesamt wäre in den ersten Jahren weniger als die Hälfte des jetzt angebauten Weizens. Wenn denn “alle Ackerbauern mitmachen sollten. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ein Teil der jetzt angebauten Felder brach liegen werden, denn das Risiko von totalen Ernteverlusten steigt von Jahr zu Jahr wegen Wassermangel, Hitze, Schädlingsdruck.
        Sie werden jetzt entgegnen, dass man ja weniger Tierfutter anbauen kann, dann reicht es für die Menschen…
        wie wollen Sie die Felder düngen, wenn der Bio-Dünger ( Fleischmehl ) fehlt, Kunstdünger nicht verwendet werden darf und auch Mist und Gülle immer weniger werden ?

    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      zitat:Eigentlich wollte ich ja hier nix mehr schreiben, aber eben erst ist ein guter Freund verstorben, an den Folgen gerade dieser excessiven Landwirtschaft welche Willi verkörpert.Zitatende

      Wer solchen Unsinn schreibt,wahrscheinlich,weils anonym ist,den würde ich anzeigen wegen VOLKSVERHETZUNG und ÜBLER NACHREDE.

    • “Denn die Backwaren die durch deinen Weizen erst in Backfabriken möglich sind, spotten jeder Beschreibung einer gesunden Ernährung”

      Bitte erklären Sie mir den Zusammenhang, Nico!

    • Arnold Krämer sagt

      Sie machen den Getreidebauern in D verantwortlich für das Angebot und die Arbeitsweise der Bäcker? Das ist schon abenteuerlich!
      Aber andererseits auch nicht verwunderlich, weil der Berufsstand immer behauptet, wir produzieren Lebensmittel, was aber nur teilweise zutreffend ist, weil alles außer Obst und Gemüse sowie Eiern und vielleicht noch Milch mehr oder weniger stark oder sogar in jedem Fall handwerklich oder industriell verarbeitet werden muss. Und das geschieht in aller Regel nicht auf den Bauerhöfen und nicht in Verantwortung der Landwirte!!

      Es ko..t mich immer wieder an, wenn ich lese ,mit welcher Übermoral konventionelle Agrarerzeugung hier im Lande schlecht bzw. sogar kaputt geredet und reguliert wird. Wenn die Politik sich Minderheitenmeinungen für die nationale Politikgestaltung zu eigen macht, dann muss sie auch so konsequent sein und die Einfuhr konventionell erzeugter Agrarrohstoffe und deren Verarbeitungsprodukte (echte Lebensmittel) auch aus EU-Ländern unterbinden. Wenn nicht, macht man das Land und die Menschen in den ländl. Räumen arm. Aktuell sind wir auf dem besten Weg (Nein! schlechten Weg) dorthin. Und die Landwirtschaft ist nur ein Problemfeld dieser Art.

      • Bauer Willi sagt

        @Arnold Krämer
        Nico ist ein typischer Troll, der es darauf auslegt, zu provozieren.

        Siehe Wikipedia:
        “Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, die im Internet vorsätzlich mit „zündelnden“ Flame-Kommentaren einen verbalen Disput entfachen oder absichtlich Menschen im Internet verärgern will. Dies geschieht zur Unterhaltung des Trolls normalerweise durch das Posten entzündlicher und abschweifender, irrelevanter oder nicht themenbezogener Nachrichten und Beiträge in einer Online-Community (beispielsweise einer Newsgroup, einem Forum, einem Chatroom oder einem Blog). Ihre Kommunikation in diesen Communities ist auf Beiträge beschränkt, die auf emotionale Provokation anderer Gesprächsteilnehmer zielen. Dies erfolgt mit der Motivation, eine emotionale Reaktion der anderen Teilnehmer zu erreichen.”

        Das hat gut geklappt. Mit nichts kann man einen Troll mehr ärgern, als ihn nicht zu beachten, d.h. keinerlei Reaktion zu zeigen.

    • Ich habe selten so einen scheiss gehört .
      Wenn man keine Ahnung hat sollte man besser seinen Schnabel halten

    • Thorens sagt

      Au weia. Manchem täte es mal gut, die eigene Denkblase, und wenn auch nur für Augenblicke, zu verlassen, um den persönlichen Erkenntnissen ein etwas breiteres Fundament verleihen zu können. Na klar, wenn wir, wie inzwischen sogar von den Landfrauen gefordert, alle weniger Fleisch essen, steht das Getreide, das für die Fleischerzeugung dann nicht mehr benötigt wird, für die menschliche Ernährung zur Verfügung. Hurra. Die für die Ernährung notwendigen hochwertigen Proteine, die nicht so reichlich über Getreide zur Verfügung gestellt werden, könnten ja dann per vermehrtem Anbau von Erbsen, Bohnen, Linsen und evtl. Soja bereitgestellt werden. Aber auf den Flächen, auf denen diese nun wachsen, wächst dann auch kein Getreide mehr, einmal abgesehen davon, dass diese Leguminosen noch längst nicht überall dort gedeihen, wo heute Getreide steht. Und wenn wir dann aufgrund geringerer Erträge wegen Bio und weniger Flächen wegen Leguminosen nicht mehr genügend Getreide hier produzieren können, dann kaufen wir es in den Ländern, wo es übrig ist und lassen es, wenn nötig, um die halbe Welt hierher transportieren auf mit Schweröl betriebenen Überseeschiffen. Unter welchen Bedingungen in puncto Düngemittel- und Pflanzenschutzmitteleinsatz sowie im Hinblick auf Umweltzerstörung und Menschenrechte dieses Getreide herangereift ist, haben wir jedoch von hier aus nicht in der Hand. Allerdings dürfte das nur so lange gehen, bis man in diesen Ländern ebenfalls endlich erkennt, dass intensiv betriebene Landwirtschaft die Geißel der Menschheit ist und auch nur so lange, wie wir die Mittel dazu haben, Lebensmittel aus anderen Teilen der Welt uns beschaffen zu können und es uns gleichgültig ist, wem diese Lebensmittel dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Und wenn diese Ideologie dann endlich den ganzen Planeten ergriffen hat und die Menschheit freiwillig auf mehr als 60 % der heute landwirtschaftlich genutzten Fläche für ihre Ernährung verzichten will, weil es sich dabei um absolutes Grünland handelt, welches nur über den Wiederkäuermagen schlussendlich der menschlichen Nahrungsaufnahme dient, dann wird nur noch der satt, der reichlich dafür zahlt.
      Grünlandflächen wieder zu Acker machen verbietet sich in unserem Land allein schon wegen des damit verbundenen Humusabbaus, der die CO2-Bilanz belasten würde. Wenn der Viehbesatz sinkt, wie vielfach gefordert, haben wir aber auch keine ernährungsrelevante Verwendung mehr für das Grünland. Es sei denn, der Mensch lernt Gras verdauen zu können. Vielleicht eine Aufgabe für die Evolution. Oder wir machen Blühwiesen aus dem Grünland und essen künftig deutlich mehr Honig, um wenigstens ein wenig Nutzen aus dem Grünland ziehen zu können, das nun für die Tierernährung nicht mehr benötigt wird. Die ganzen dort nicht mehr benötigten Arbeitskräfte aus der fleischverarbeitenden Industrie könnten wir umschulen und zu Rangern machen, um die Blühwiesen und die sonstigen neu entstehende Biotope zu beaufsichtigen und zu pflegen. Das wären dann natürlich öffentlich finanzierte Arbeitsplätze. Kein Problem, Geld ist ja reichlich da.
      Es ist ein wenig länger geworden, was mir zu den Ausführungen von Nico so alles in den Sinn gekommen ist. Leider schwillt mir der Kamm immer öfter angesichts dessen, was all die ideologiegetriebenen Weltverbesserer meinen, der Landwirtschaft ins Lastenheft schreiben zu müssen. Es läuft wahrlich nicht Alles zum Besten in der deutschen Landwirtschaft. Aus meiner Sicht tragen aber die Bauern daran die geringste Schuld, von einigen wenigen einmal abgesehen. Das, was wir heute erleben, dürfte in erster Linie einer Agrarpolitik geschuldet sein, der es am erforderlichen Weitblick fehlt. Diesen mangelnden Weitblick oder auch Weltblick attestiere ich auch denjenigen, die ich eingangs zum Verlassen ihrer Denkblase aufforderte. Denn ohne einen Blick aus unserem satten Europa auf den Rest der Welt geworfen zu haben, sind die meisten der vorgetragenen Thesen zum Thema Agrarwende nichts mehr als purer Ökochauvinismus.

      • Thomas Apfel sagt

        Nur ergänzend: 41 % der Kalorien, die wir zu uns nehmen, sind tierischen Ursprungs. Die müssten also auf den jetzigen “Futterflächen” jeglicher Art (66 % d. LN, bei Öko derzeit 82 % der LN) irgendwie anders erzeugt werden. Wenn sich auf den “Nahrungsmittelflächen” die Erträge durch Bio halbieren, wird das schon von der Flächenbilanz etwas schwierig mit den Kalorien für die Ernährung. Für die Düngung würden übrigens 1,4 GVE/ ha benötigt, was hieße, der Tierbestand müssten auf 150 % des derzeitigen Bestandes erweitert werden.
        Das Öko-Geschwätz ist tatsächlich extrem widersprüchlich, einäugig und letztlich tatsächlich nichts als “Öko-Chauvinismus” oder halt “Öko-Faschismus”, wie Jutta Ditfurth das mal nannte.

        • Reinhard Seevers sagt

          Es ist wie in der Diskussion um die Energiewende. Jeder, der sich negativ äußert, was die Umsetzbarkeit angeht, wird als Gegner der Weltrettung geoutet.
          Man kann nicht neutral diskutieren, weil die Weltrettung als ultima ratio nicht negiert werden darf.
          Es wirkt wie ein Streit über die Deutungshoheit des Christlichen Glaubens, wie in “der Name der Rose”, als die Vetreter der Glaubensrichtungen sich stritten, ob Jesus eine Geldbörse besaß oder nicht….
          Man will Recht haben, nichts weiter.

          • Thorens sagt

            Zitat R. Seevers:
            Man kann nicht neutral diskutieren, weil die Weltrettung als ultima ratio nicht negiert werden darf.

            Wer würde die Notwendigkeit zur Rettung der Welt wohl infrage stellen? Doch bestimmt auch vehemente Kritiker des Mainstreams nicht. Leider fehlt anscheinend aber die Erkenntnis in den Reihen der Weltverbesserer aus Politik und profaner Bevölkerung, dass der die Welt bestimmt nicht rettet, der dafür den Ast absägt auf dem er sitzt.

        • “Nur ergänzend: 41 % der Kalorien, die wir zu uns nehmen, sind tierischen Ursprungs.”

          Da möchte ich etwas nachfragen. Wer ist wir? Alle Menschen in Deutschland im Durchschnitt?
          Ich denke nämlich auch, dass die Bedeutung häufig unterschätzt wird. Und da finde ich eine konkrete Zahl sehr hilfreich.

          Diesem Troll sollten wir wirklich kein Futter geben. Auch wenn es angesichts dieser abstrusen widerwärtigen Anschuldigungen schon schwer fällt.

      • Ja,
        die Ökofaschisten sind oft sind schlauer wie die Bauern, obwohl sie von Landwirtschaft wenig Ahnung haben.
        Einfach weil sie nicht glauben wollen, dass ihre Befindlichkeit wenig mit der Ökologie zu tun hat.

        Das muß man abstellen!

    • Jochen Böhrer sagt

      Zitat: “und einem merklich höheren Preis für Bioware,(der noch um ein vielfaches steigen würde wenn alle auf Bio umsteigen würden)” Was für eine Logik steckt hinter einer solch verwegenen Aussage?

    • Herwig Scholz sagt

      Ich muss da Bauer Willi auch als Biobauer zur Seite stehen.
      Auch auf einem niedrigerem Ertragsniveau von konventionell 70 dt zu rund 35 dt im Ökolandbau bleibt es im Getreideanbau bei einer Ertragsdifferenz von durchschnittlich rund 50% geringeren Erträgen im Ökolandbau. Auf der anderen Seite liegen die Getreidepreise im Ökolandbau seit längerem im Durchschnitt rund 100% über dem des konventionellen Landbaus bei rund 20€/dt zu 40 €/dt. Das mag zwar mal ein bisschen in der einen oder anderen Richtung auseinander gehen, aber die grobe Richtung stimmt. Rechnet man das zusammen, dann wird schnell klar, dass es für einen konventionellen Getreidebauern ohne Transferzahlungen angesichts eines höheren Risikos wenig attraktiv erscheint seinen Betrieb umzustellen. Mir sind Betriebe bekannt, die nur wegen der lukrativen Umstellungsprämien für fünf Jahre auf den Ökolandbau umgestellt haben und dann wieder ausgestiegen sind. Man nennt den Mitnahmeeffekt.

      Was gerne verschwiegen wird: der Anteil des Ökolandbaus am Acker in der BRD liegt bei nur bei rund 4%, der von Grünland bei fast 14%, nicht selten Mitnahmeeffekte in den Höhenlagen. Es ist halt wesentlich leichter einen Grünlandbetrieb z.B. eine Mutterkuhhaltung auf Öko umzustellen als einen Ackerbaubetrieb. Diese Differenzen werden allerdings meist mit nur der Nennung des Gesamtanteils an der LN verschleiert.

      Außerdem ist der Getreidemarkt deutlich komplexer, als er hier diskutiert wird. Wir importieren in großem Stiel Brotgetreide mit hohen Eiweißgehalten zwischen 3,5 bis 4 Mio. Tonnen im Jahr und exportieren Futtergetreide mit deutlich geringeren Eiweißgehalten von 1,5 bis 2 Mio. Tonnen. Die Stickstoffbilanz kann sich dann jeder ausrechnen, nur dass der Stickstoff aus dem Brotgetreide dann in den Kläranlagen landet und nicht selten zur Nitratbelastung in den Fließgewässern führt, denn noch längst nicht jede Kläranlage hat eine Denitrifizierung nachgeschaltet.

      • Karl Timme sagt

        “Die Stickstoffbilanz kann sich dann jeder ausrechnen, nur dass der Stickstoff aus dem Brotgetreide dann in den Kläranlagen landet und nicht selten zur Nitratbelastung in den Fließgewässern führt, denn noch längst nicht jede Kläranlage hat eine Denitrifizierung nachgeschaltet.”

        Es gibt noch Landkreise (hier im Westen) die gerade dabei sind überhaupt Kläranlagen zu bauen, dort wird noch überwiegend mit Setzteichen gearbeitet. Während der Erfaßung, des ist Zustands nach der Wasserrahmenrichtlinie 1991 waren diese aufnehmenden Gewässer noch rot gekennzeichnet; heute werden diese vom NLWKN
        nich mehr ausgewiesen.

      • Thomas Apfel sagt

        Der Stickstoff aus dem Abwasser landet meist im Klärwerk. Das wird weder mehr noch weniger, solange das Mehl die selbe standardisierte Zusammensetzung hat und die verbrauchte Brotmenge gleich bleibt. Woher und von welchem Getreide das Eiweiß kommt ist in der Betrachtung m. E. völlig wurscht.

        • Herwig Scholz sagt

          Stimmt nicht so ganz. Mit dem Brotgetreide importieren wir viele Tonnen Stickstoff wegen dem höheren Eiweißgehalt. Ohne diesen Import wären unsere Brötchen kleiner und das Brot kompakter mit niedrigeren Eiweißgehalt und wir würden damit die Kläranlagen und Gewässer weniger belasten.

          • Thomas Apfel sagt

            Aha, daher kommt der Spruch: “Wir müssen halt kleinere Brötchen backen!”
            Aber Scherz beiseite und nochmal zum Verständnis: Meines Erachtens schwimmt ganz selten Brot zum Klärwerk. Müsste es da nicht eher heißen, wir müssen eiweißärmer essen ? Wir exportieren 10 – 12 mio t Weizen und Weizenerzeugnisse und importieren 5 – 6 mio t. Nur Frankreich exportiert mehr Getreide (und damit auch Nährstoffe), nämlich allein 20.000 t Weizen.
            Der Exportüberschuss Deutschlands über alle Getreidearten liegt bei rund 8 mio t. Daher halte ich die Abwasser-Nährstof-Diskussion in diesem Falle für ungeeignet die realen Vorgänge zu illustrieren.

            • Brötchen sagt

              Thomas er hat aber Recht, so wirst du als Betrieb in deiner Stoffbilanz auch veranlagt.

              Bei Mineralfuttermitteln sind oft auch Aminosäuren bei..denkt man ach das bisschen.

              Für einen größeren Betrieb ist das Stoffbilanz relevant!!!

              Ist eben die doppelte “Moral” die einen hier anpiept…

          • firedragon sagt

            Ehm nö … weil “die” Bäcker mit nichtstandardisiertem Mehl nicht backen können.

            Jetzt sagt nicht, stimmt nicht … habe ich dieses Jahr erleben dürfen.

          • Oder wegen der Backkünste unserer Bäcker?

            War das in Frankreich schon eher nötig, dass die das für ihre Bisquits eher brauchten als wir?

            • Brötchen sagt

              Apropos Künste……Künstlern kann man ja bis zum umfallen, die Frage ist ob einem das der Kunde auch honoriert…..und ob der Unterschied so gross ist….

              Bei uns schrieb ein Bewerber für eine Bewegungshalle für Pferde …..pensionshof mit regional erzeugtem Futter……haben 20 ha in der Wüste……aber die Leute glauben das….

        • Herwig Scholz sagt

          Die Stickstoff-Importbilanz bei Import/Export von Weizen liegt bei rund +20.000Tonnen rein N. 4.000.000 T Import * 13% Eiweiß * 5,7% N = rund 30.000t
          Export 2.000.000t * 9% Eiweiß * 5,7% N = rund 10.000 t N.

          • Thomas Bröcker sagt

            Deutschland exportiert zwischen 9 und 10 mio t Weizen (Statistika) !
            Importe liegen um 5 mio t, damit ist die N-Bilanz negativ.
            37.000 t N bei 13 % Eiweiß Einfuhr gegenüber 46.000 t N-Ausfuhr bei 9 %.

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