Bauer Willi
Kommentare 173

Milch – ohne Gentechnik…

Den Aufdruck „ohne Gentechnik“ haben sie sicher ja auch schon mal auf ihrer Milchpackung gelesen. Aber haben Sie schon mal eine Packung entdeckt mit dem Aufkleber „mit Gentechnik“? Wohl eher nicht, denn eine solche Kennzeichnung gibt es nicht. Und das aus gutem Grund, denn normalerweise reagiert unser Gehirn mit Bezeichnungen „ohne“ oder „frei von“ bei Lebensmitteln mit einem positiven Reflex. Deshalb fällt es auch kaum jemandem auf, wenn Mineralwasser teurer verkauft werden kann, wenn es z.B. frei von Gluten oder Laktose ist. Solche irreführenden Bezeichnung gibt es mittlerweile in großer Zahl. http://www.laktonaut.de/laktosefrei-vittel-bonne-source-2-0-l-pet-4342.html

Aber was hat es jetzt mit der „gentechnikfreien“ Milch auf sich? Zuerst muss einmal gesagt werden, dass es gentechnisch veränderte Milch nicht gibt. Ausgelobt werden soll mit einem solchen Label vielmehr, dass die Tiere, die die Milch liefern, nicht mit Pflanzen gefüttert wurden, die gentechnisch verändert wurden. In Europa ist das nahezu ausnahmslos Soja, dass importiert wurde. Bis auf wenige Maissorten sind alle anderen Futterpflanzen auf herkömmliche Weise gezüchtet worden. http://www.keine-gentechnik.de/dossiers/anbaustatistiken/#c191.

Der Anteil von Soja an der Futterration einer Kuh ist aber relativ gering, denn der überwiegende Teil der Milch wird aus Grundfutter gebildet. Das kann Gras oder Grassilage, aber auch Maissilage sein. Alle diese Bestandteile des Futters haben eines gemeinsam. Sie enthalten Gene. Bei gentechnisch veränderten Lebewesen wurde die Gene gezielt verändert. Die Reihenfolge (Gen-Sequenz) der Teile, die das Gen bilden, sind anschließend anders als im Original. Vergleichbar ist das mit einem Text, bei dem man bestimmte Begriffe durch andere ersetzt.

Gen-Soja = Gen-Milch?

Was passiert, wenn die Kuh gentechnisch verändertes Soja frisst? Genau das gleiche, was auch mit Gras, Mais oder allen anderen Futtermitteln passiert. Sie verdaut es, zerlegt es also in seine Bestandteile und stellt es dem Körper zur Verfügung. Im Falle der Kuh setzt die diese Bestandteile wieder zusammen und macht daraus Milch. Übrigens ist das beim Menschen auch nicht anders. Alles, was nicht verdaut werden kann, wird ausgeschieden, die Gene gelangen also nicht in die Milch. Zwar wird von Greenpeace eine Studie zitiert, in der das nachgewissen worden sei soll, aber eine Überprüfung der TU München konnte dies nicht bestätigen.

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/FS_Gene_in_der_Milch_09_2010.odt_2.pdf

http://www.wzw.tum.de/index.php?id=185&tx_ttnews%5Btt_news%5D=116&cHash=8f4905528245d827a9b44fa05988dc98

Wir essen täglich Gentechnik

Zum Beispiel dann, wenn wir Käse zu uns nehmen. Das Labferment Chymosin, das unerlässlich ist, wenn man Käse herstellen will, wird ganz überwiegend gentechnisch hergestellt.  https://de.wikipedia.org/wiki/Chymosin. Aber auch Zusatzstoffe wie Xanthan, Sorbit und Maltit, Vitamine (Vitamin E, Tocopherol)  und Aromen können gentechnischen Ursprungs sein. http://www.lebensmittelklarheit.de/informationen/gentechnik-lebensmitteln

Xanthan findet man sehr häufig in vegetarischen oder veganen Fleischersatz-Produkten weil es dafür sorgt, dass Wasser schnittfest wird. Es dient somit als Ersatz für Gelatine.

Ich brauche Hilfe

Nachdem Sie das alles nun gelesen haben, möchte ich gerne von Ihnen wissen, warum „gentechnikfreie Milch“ besser sein soll. Falls sie das nicht ist, was soll dann die ganze Diskussion?  Und warum informiert niemand darüber, welche gentechnischen Inhaltsstoffe schon heute in unserer Nahrung sind? Und warum haben alle ein Problem mit Grüner Gentechnik, nicht aber mit Medikamenten, die gentechnisch hergestellt wurden? Das sind in Deutschland immerhin 170 Wirkstoffe (wer es genauer wissen will, kann den Link öffnen)

https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/datenbanken-zu-arzneimitteln/amzulassungen-gentec.html

Das fragt sich

Euer Bauer Willi

 

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173 Kommentare

  1. Die Milch ohne Gentechnik ist für uns die Bio-Milch! Die bekommen wir gerne von Gunda, die aber vor ein paar Tagen Entzündung bekam. Die Kinder sind an ihre Milch so gewohnt, dass sie sich weigern, die Milch von der Rita zu trinken. Gespannt warten wir auf die Genesung von Gunda. Danke für die Erörterung der künstlichen Technik!

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  2. „Gentechnik“, „gentechnikfrei“, „Tierleid“, „Massentierhaltung“ sind vor allem Begriffe, mit denen bestimmte Reaktionen getriggert werden. Es sind Knöpfchen, die gedrückt werden. Ähnlich wie beim Pawlow-Hund der Speichel läuft, sobald die Glocke ertönt.

    Diese Begriffe, mit denen emotionale Reaktionen getriggert werden, sind jedoch Hinweise, die alle in dieselbe Richtung deuten und dieselben Fragen aufwerfen: Was hat es denn mit dem Respekt vor dem Leben auf sich? Gibt es diesen Respekt überhaupt noch? Ist dieses „Ehrfurcht vor dem Leben“ eines Albert Schweitzer in der industriellen Landwirtschaft nicht längst zur reinen Worthülse verkommen? Sind Nutztiere und Kulturpflanzen bloße Verfügungsmasse, die nach Belieben des Menschen manipuliert und verändert werden können? Ist ein Nutztier nichts anderes als eine auf Leistung getrimmte Maschine? Nichts anderes als bloß Teil eines industriellen Prozesses? Nichts anderes als ein Objekt, an dem man beliebig, bis in seinen innersten Bauplan hinein, herumschrauben darf?

    Was ich vermisse, ist die Diskussion über solche grundlegenden Fragen. Stattdessen diskutiert man über Nebensächlichkeiten wie den wissenschaftlichen Nachweis, worin sich die Milch von mit gentechnisch verändertem Soja gefütterten Kühen denn von anderer Milch unterscheidet.

    Wenn der Begriff „Weidemilch“ beim Verbraucher ankommt, dann deshalb, weil der Verbraucher damit wohl die Hoffnung verbindet, dass irgendwo und irgendwie von dieser „Ehrfurcht vor dem Leben“ doch noch ein winziger Rest vorhanden ist.

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    • Stadtmensch sagt

      „Was ich vermisse, ist die Diskussion über solche grundlegenden Fragen“

      Richtig. Bei der ganzen Diskussion um Technikfolgenabschätzung (nicht nur hier) kann man grundsätzlich zwei Typen von Menschen unterscheiden: Vorsichtige und Gründliche (bzw. Konservative, Pedanten, Angsthasen usw.) gegen Vowärtstreibende und Macher (bzw. Progressive, Vereinfacher, Mutige)

      Die Extremform des „mutigen“ Typs, kann man von seiner Grundhaltung her mit den Worten des Gründungsmanifests der Futuristen beschreiben:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Futurismus

      Das ist pure Verachtung. Das sind in meinen Augen böse Kinder, die wenn sie ihren Spleen nicht durchsetzen können, sehr unkooperativ werden. Mir persönlich ist Kooperation (oder Mittelmaß) lieber, als Genialität. Ich bin kein Gentechnik-Gegner, aber meiner Meinung nach haben wir momentan genug damit zu tun, die Folgen unseres bisherigen „Fortschrittwahns“ zu erfassen und zu korrigieren (Stickstoffkreislauf, Kohlenstoffkreislauf in Ordnung bringen) und nicht ständig neue „Baustellen“ aufzumachen.

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      • AdT sagt

        Stimme Ihnen beiden zu.

        „Ehrfurcht vor dem Leben. Ich bin Leben inmitten von Leben, das Leben willl.“ Das und die Geschichte dieser Sentenz haben mich persönlich sehr berührt. Tun sie noch immer.

        Man sollte nicht in Klischees verfallen. Ich sage mal platt, ich kenne auch voranschreitende „Player“, die schnelle Autos fahren und die neueste Technik haben, sich aber nicht für grüne Gentechnik aussprechen. Einfach weil sie denken: „Was habe ich damit zu tun? Was für einen Vorteil habe ich davon? Warum sollte ich einen Vorteil einigen wenigen erlauben, die genaus so egoistisch ihre Interessen verfolgen wie ich? Doppelmoral? Geschenkt. Ich führe ja auch eine doppelte Beziehung.“ War jetzt sehr platt…

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        • AdT sagt

          Und sie denken: „Glaubt doch selbst die PR-Märchen von den durch Greenpaece erblindeten Kindern.“

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          • fred huber sagt

            je arbeitsteiliger ein Prozess wird, desto entfremdeter werden die einzelnen Bereiche vom eigentlichen zweck. im milchviehbereich zb. kälberaufzucht – jungviehaufzucht – aussenwirtschaft – milchviehhaltung. durch den drang zur Effizienz werden diese Bereiche immer mehr als einzelne abteile im betrieb gesehen und auch schon an Dienstleister „vergeben“. (vor allem jungviehaufzucht und aussenwirtschaft ) je mehr man sich in diese Arbeitsteilung begibt, umso mehr werden natürlich auch die Tiere eher als Produktionsfaktoren gesehen. das uns diese Entwicklung gut tut, wage ich zu bezweifeln.
            wir milchviehhalter werden uns noch früh genug mit billiger indusrieersatz“milch“ auseinandersetzen müssen. deshalb sollten wir auf Natürlichkeit setzen.
            ein Futtermittel das durch die halbe welt gekarrt wird, nur damit wir den Liter milch um 0,0X Cent billiger herstellen können, passt da nicht in´s bild….

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    • Durch die obengenannten Begriffe werden Feindbilder aufgebaut, die weder zielführend sind noch einen Dialog ermöglichen. Davon haben weder die Tiere noch die Bauern noch die Konsumenten was.

      Die industrielle Landwirtschaft ist unsere Lebensgrundlage, da können wir nicht einfach aussteigen, und schon gar nicht, wenn die meisten Bauern pleite gehen und im Hintergrund große Konzerne und Agrarfabriken mit einem ungleich höheren Machtpotenzial heranwachsen. Trotzdem finde ich es wichtig, sich Gedanken drüber zu machen, was die Industrialisierung mit Mensch und Tier eigentlich macht.

      Mir verursacht es Unbehagen, wenn ich Tierzüchter höre, die von „Stellschrauben“ reden, an denen sie drehen müssen, um bestimmte Zuchtmerkmale zu bekommen. Oder wenn so geredet wird, als wäre die Kuh und die Milchleistung ein und dasselbe. Das ist die Reduktion von Lebewesen auf Funktionen. Nicht dass wir Menschen uns anders behandeln. Ein Personalmanager denkt ja auch bloß in Kategorien von Humankapital usw.

      Dadurch, dass nur mit Worthülsen geworfen wird, redet man jedoch immer aneinander vorbei.

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      • Stadtmensch sagt

        >>“da können wir nicht einfach aussteigen“

        Nana – nicht so denkfaul:

        Zitat:
        „Und als Abfallprodukt fiel dann das eiweißreiche Futtermittel an. Und weil man nicht wusste, was man damit machen sollte, hat man gesagt: Okay, dann steigern wir die Fleischproduktion. Und es wurde eine Art nationale Kampagne gestartet, dass es eine patriotische Pflicht wäre, Fleisch zu essen“

        http://www.deutschlandfunkkultur.de/die-tropische-wunderbohne-wir-soja-junkies.976.de.html?dram:article_id=387329

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      • Hubert Laxen sagt

        Stellschrauben zu erkennen und zu drehen ist züchterische Aufgabe!
        Ich empfinde nicht automatisch Unbehagen, wenn ich Tierzüchter höre, die von „Stellschrauben“ reden! Die Zucht von Nutztieren bedeutet nichts anderes als Ausschöpfung positiver Merkmale und die Anpassung an Veränderungen.
        Als eine Stellschraube in der Zucht sehe ich z. B. das ggf. das Schwanzbeißen bei den Schweinen nicht mehr auftritt. Bislang kommte es bei Schweinen in allen Haltungsformen und auch bei deren wildlebenden Artgenossen vor. Etwas 3- 6% der Schweine gelten als „Tätertiere“. Wenn bei denen an dieser Stellschraube gedreht werden könnte …. Vorteilhaft wäre auch, wenn Kälber ohne Hörner geboren würden, ohne das deren Leistungspotential darunter leidet. Das schmerzhafte Enthornen könnte entfallen, Tiere würden nicht sich gegenseitig verletzen können und der Arbeitsicherheit des Tierbetreuers würde auch genüge getan.
        Eine Stellschraube war z. B. die strenge Selektion der Zuchttiere nach „Stressstabilität“ speziell das Stichwort: „Halotan-negativ“ – sorgte für eine deutliche Verbesserung der Fleischqualität und -beschaffenheit!
        Dagegen wird doch wohl niemand etwas haben, oder?

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        • „Die Zucht von Nutztieren bedeutet nichts anderes als die Ausschöpfung positiver Merkmale und die Anpassung an Veränderung …“

          Unter dieser Anpassung an Veränderung versteht man u.a. die Anpassung an die industrielle Produktion. Dieser Tage habe ich einen Vortrag über Käfighühner gehört. Als beschlossen wurde, die Käfighaltung auf Druck des Verbrauchers aufzugeben, stellte sich heraus, dass die Käfighühner nicht in Boden- oder Freilandhaltung überführt werden konnten. So wie ich den Vortrag verstanden habe, mussten die Merkmale, wie sich ein Huhn im Freiland verhält, erst wieder neu angezüchtet werden. Es waren nicht die aus dem Käfig befreiten lebenden Hühner, die sich im Freiland nicht zurechtfanden, es war die gezüchtete Rasse als Ganzes.

          Bei den Hühnersorten war also mal ein positives Merkmal, dass das Huhn ein Leben im Käfig gut aushält. Als das auf einmal kein positives Merkmal mehr war, züchtete man eben ein anderes Merkmal heraus.

          Es ist dieser willkürliche Umgang mit der Kreatur, der mir als Verbraucher zu denken gibt.

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          • Stadtmensch sagt

            Viele sagen: „Wir wollen die Tiere nicht an die Haltungsbedingungen anpassen“. Aber weil man es jetzt eben kann, wird es gemacht. Heraus kommen Viecher, die von einem Futter verwertenden Zellhaufen kaum zu unterscheiden sind. Die Tiere leiden. Man erkennt es daran, dass sie krank sind (Matthias Wolfschmidt, Das Schweinesystem). Es ist wie beim Menschen. Er wird auch krank, wenn er unter Stress steht oder seine von der Natur vorgesehene Lebensweise nicht ausleben kann (wahlweise mit oder ohne Horde sein, Bewegung, mehr oder weniger sinnvoll beschäftigt sein).

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            • „Es ist wie beim Menschen. Er wird auch krank, wenn er unter Stress steht und seine von der Natur vorgesehene Lebensweise nicht ausleben kann ..“

              Wenn das so wäre, wären alle Menschen in unserer Gesellschaft krank. Denn keiner lebt so, wie es von der Natur vorgesehen ist, falls die Natur überhaupt was vorsieht. Wir heizen unsere Wohnungen, schalten bei Dunkelheit das elektrische Licht an, essen im Winter Erdbeeren oder an einem Tag chinesisch, am anderen italienisch und am dritten machen wir was in der Mikrowelle warm. Das ist alles ganz und gar unnatürlich.

              Leiden wir deswegen? In der Debatte wird alles Mögliche als Tierleid beschrieben, was bei näherer Betrachtung kein Leid ist, und genau das verdeckt im Grunde die Problematik der industriellen Produktion.

              Wenn Tiere nicht oder wenig leiden, ist es dann für Sie okay, wenn sie durch Züchtung beliebig der industriellen Produktion oder kurzfristigen menschlichen Zielen angepasst werden?

              Ich glaube nämlich nicht, dass das Tierleid das wahre Problem ist. Es sei denn, die Tiere werden absichtlich gequält, aber das ist, denke ich, nicht die Regel. Die meisten Bauern sind nämlich keine Tierquäler.

              Das wahre Problem besteht für mich darin, dass wir aufgrund der industriellen Produktion auf diesem Planeten eine furchtbare Monotonie erzeugen. Da gibt es dann bspw. einen einzigen Bullen, Toystory oder wie der heißt, der zwei Millionen Nachkommen hat. Oder nur die Chiquita-Banane. Dazu das Artensterben. Andererseits bauen wir Städte, die überall auf der Welt gleich aussehen. Das ist das eigentlich Gruselige an dieser Geschichte.

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      • Inga sagt

        Warum?
        sie hat sich doch fr eine gute Sache eingesetzt!
        Gentechnik kann man, wie jeder Technik für vieles einsetzen, für Gutes udn auch Fatales!

        Diese kommerzielle Nutzung ist eben fatal!

        Daqs ist eher eine Aufklärung von ihr!

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        • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

          Der gezeigte Vorspann deutet darauf hin, dass auch dieser Film sich nicht der Aufklärung über die Züchtungsmethode widmet sondern ihrer Verleumdung. Davon gibt es mehr als genugAufklärung ist angesagt.

          Warum ist die kommerzielle Nutzung der Züchtungsmethode Gentechnik fatal? Ärzte nutzen ihr medizinisches Wissen, um damit Geld zu verdienen. Fatal? Pflanzenzuchtunternehmen züchten mit den unterschiedlichsten Methoden und verkaufen die Samen. Fatal?

          In der Pharmazie ist die kommerzielle Nutzung der Gentechnik ok in der Pflanzenzucht nicht?

          Soll alles ehrenamtlich geschehen?

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          • Inga sagt

            Esa geht doch um die Chemiefirma, die da Pflanzen gentechnisch maniüuliert um sie an ihre Spritzmittel (roundUp) anzupassen.
            Aalle Pflanzen, auch die Wildpflanzen (Unkraut) auf dem Bestand gehen kaputt, sterben ab.
            Nur die von ihnen gentechmisch gezüchtet Nutzpflanze nicht.

            In der Medizin liegt das irgendwie anders und die Umwelt wird weniger davon beeinflusst.
            Höchstens die Gesundheit des Menschen.

            Und nun hat das Unkraut eine Resistenz entwickelt.

            Und der Bauer dem der Bestand gehört und bearbeitet muß nun andere Herbizide einsetzen, damit das residente Unkraut auch bekämpft wird.

            Ist das umweltfreundlich?

            Das ist fatal, weil mit so einer Methode die Bauern an die Firma gebunden sind und die Konkurrenz ausgeschaltet wird.

            Aber Konkurrenz belebt das Geschäft und der Bauer kann wählen, und etwas mehr Biodiversität bleibt bestehen.

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            • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

              Das Unkrautmanagement in der Landwirtschaft bedeutet – egal mit welcher Methode, ob chemisch, thermisch oder mechanisch – immer eine Einschränkung der Biodiversität. Das Kraut, das vernichtet wurde, steht Insekten nicht mehr als Nahrung zur Verfügung. Je weniger Beikräuter auf dem Acker stehen, um so besser für die Ernte.
              Es gibt inzwischen sechs Systeme: Herbizid/angepasste Sorte. Bei drei Systemen wurden die Pflanzen mit herkömmlichen Methoden gezüchtet und bei drei weiteren wurden sie mit sie mit gentechnischen Methoden gezüchtet. Das Roundup Ready System von Monsanto (gv) hat die größte Verbreitung. Landwirte werden Gründe gehabt haben, warum sie sich für dieses System entschieden haben. Solche Systeme haben für Pflanzenzüchter Vorteile, ohne Frage. Aber ist deswegen die Nutzung der Gentechnik fatal?

              Im Übrigen liegrt das Bestreben der Industrie, ihre Produkte zu verkaufen, in der Natur der Sache. Ich ärgere mich, für wie viele elektronische Geräte ich eigene Ladegeräte kaufen muss.

              Die Anwendung von Herbiziden führt ohne Vorsorgemaßnahmen – Wechsel des Herbizids – praktisch automatisch zu Resistenzbildung. Ich halte das gezeigte Bild jedoch für eine Täuschung.

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              • Inga sagt

                Also die mechanische Unkrautvernichtung macht nur die Unkräuter zwischen dem Bestand oder auf Wegen weg, auf den Rainen und Feldwegen bleibt Unkraut bestehen.
                Und je weniger Beikräuter in Bestand stehen, desto höher die Ernte, denn die Beikräuter sind ja Konkurrenzpflanzen in punkto Licht Nährstoffe und Wasser!
                Je höher die Ernte, desto mehr auf dem Markt, desto billiger für den Verbraucher. Wichtig für unserer Volkswirtschaft.
                Thermische nur auf auf Wegen und Hofeinfahren, aber nicht im Bestand, oder?
                Die chemische auch nur im Bestand, denn es ist hier verboten auch die Feldwege mit zu spritzen (ist ja auch eine Kostenfrage für den Landwirt,er hat kein Gel, um Feldwege zu spritzen,wegen der höheren Aufzufange), die Spritze muß ja genau gehen,sie muß sogar zum TÜV. Nicht wie anders wo in der Welt (Südamerika), wo sogar Schulhöfe mit gespritzt werden, wenn man von Hubschrauber aus spritzt. Das ist hier verboten.

                Und was Monsanto macht ist hier auch verboten, wenn ich mich nicht irre. Wenn diese Firma dann passende Sorten für ihr RoundUp anbieten, dann machen sich die Landwirte davon abhängig. Das ist fatal. Und auch der
                den Bodenbakterien schadet es mehr, denke ich.
                Das ist echt Trump Logik! Davon dürfen wir uns nicht
                abhängig machen.
                Trotz, dass bei uns das Mitspritzen von Feldwegen und Schulhöfen verboten ist.

                Also an diesem System hat nur Pflanzenzüchter Monsanto ihre Vorteile, andere nicht.
                Aber die Konkurrenz belebt das Geschäft und auch die Auswahl des Pflanzenbauers.
                Monsanto macht Monopol, das ist fatal!

                Und ich glaube zu wissen, dass alle Bauern, die ihr Getreide und Sojaschrot aus Amerika, wo andere Pflanzenschutzgesetze (auch in der Ausbringungsmenge) gelten, für ihre Tiere, auch Kühe kaufen, weil es billiger ist, bei denen ist Glyphosat in der Milch zu finden.
                Dasselbe gilt für Brauereien, denn solche,die die Braugerste vom billigeren Weltmarkt kaufen, da ist Glyhosat im Bier nach zuwiesen.

                Wen sie wenigstens europäisches Getreide nehmenwürden, dann würde man kein Glyphosatrückstand in Milch und Bier finden.

                Ja, ich habe auch im Fernsehen schon gesehen, dass amerikanische Bauern beklagten, weil sich die Unkräuter auf RaoundUp nicht mehr reagieren, wegen deren Resistenzbildung.

                Und dann wird es für die teuer, entweder mit der Hand, aber bei den großen Flächen geht das nicht, dann müssen sie eben Herbizide von der Konkurrenz nehmen, das kostet eben.
                Es gibt nichts über eine staatliche Pflanzenschutzstelle und -beratung.
                Da dürfen wir uns von der Wirtschaft nicht abhängig machen.

                Das wäre fatal!

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            • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

              Es gibt sechs Systeme, das heißt Herbizide, für die speziell Sorten gezüchtet wurden, die diese Herbizide tolerieren. Bei drei dieser Systeme wurden die Sorten mit herkömmlichen Methoden gezüchtet und bei drei mit gentechnischen Methoden. Landwirte können also zwischen 6 Systemen wählen oder Sorten wählen, für die es kein spezielles Herbizid gibt.

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  3. Eckehard Niemann sagt

    Noch was zum Vergleich der Gentechnik mit einem Text, in dem man einfach nur Begriffe ersetzt: Agrarzeitung zum Zukunftsdialog Agrar & Ernährung | 30. Mai 2017, Wer rettet unseren Weizen?
    Den Traum von Weizenzüchtern, mit CRISPR/Cas alle Probleme zu lösen, relativiert jedoch die Pflanzenzuchtexpertin Franck: „Die Vorstellung, dass einfache Gentechnik – am besten der Austausch eines einzigen Genes – die Lösung für Resistenzen sei, zeugt von Unkenntnis in Zuchtfragen. Innovationssysteme seien ein Gesamtkunstwerk. Damit sie funktionieren seien mindestens 50 Stellschrauben im Blick zu behalten – „wobei mehrere dringend in Gefahr sind“

    6+
    • Ehrlicher sagt

      Wenn das soo schwierig ist mit Crisper/Cas zu züchten, dann wird es sich ja nicht durchsetzen? Aber sie scheinen ja kräftig gegen diese neue Methode zu argumentieren, weil Sie Ihre Glaubwürdigkeit in Gefahr sehen, wenn sie sich durchsetzen würde, Sie scheinen ja regelrecht Angst vor diesen modernen Methoden zu haben, warum eigentlich? Angst kann die Sinne trüben und ist nicht gut.

      1+
      • Eckehard Niemann sagt

        Angst hat ja durchaus auch seine Bedeutung für die menschliche Einschätzung von Situationen – sie muss aber ergänzt und ggf. korrigiert werden durch die Prüfung der Fakten und der Argumente. Letzteres nehme ich für mich in Anspruch und komme dadurch zu einem fundierten Urteil und zur positiven Entschlossenheit, sowas zu verhindern. Was trübt ggf. Ihre Sinne?

        7+
        • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

          Angst hat eine wichtige Funktion bei der Vermeidung von Gefahren. Gerade deshalb ist das Ausnutzen von Unwissenheit zur Erzeugung von Angst verwerflich. Denn Angst macht unfrei. Wer Angst hat, kann nicht frei entscheiden. Das wusste schon Luther. In seinem Brief an den Bischof von Mainz kritisierte Luther vor 500 Jahren, dass den Menschen Angst gemacht werde, sie mit Falschaussagen zur Ablasszahlung getrieben werden. Vor 500 Jahren hat die Kirche ihr Geschäft mit der Angst betrieben, heute sind es Organisationen, die auf Emotionalisierung setzen, um Spenden einzutreiben. Muss man vor einer Züchtungsmethode Angst haben? Nein. Und weil diese Züchtungsmethode enorme Chancen bei beherrschbaren Risiken bedeutet, sollte Europa sie nutzen, statt ihre Anwendung zu verhindern. Wir machen uns mitschuldig am Leid der ärmsten Menschen, wenn ihnen die Nutzung gentechnisch verbesserter Sorten, Beispiel Goldener Reis, verwehrt wird – zum Schutz vor Erblindung und frühem Tod. Und das von Menschen, die in Reichtum ohne Mangel und Hunger leben! Das ist nicht im Sinne von Luther!

          1+
          • Eine Lüge wird nicht dadurch richtig, dass man sie oft genug wiederholt. Keiner hat die Entwicklung des Gen-Reis verhindert. Er liefert einfach nicht das was er versprochen hat. Was auch auf all die tollen Verheißungen der „alten Gentechnik“ in Bezug auf Hungerbekämpfung und Anpassung an veränderte Klimabedingungen zutrifft. Jetzt 20 Jahre später wird auch die neue Gentechnik mit den gleichen Argumenten angepriesen. Ein Schelm wer böses denkt.

            4+
            • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

              Herr Hissting, das ist schlicht falsch. Die Antigentechnik-kampagnen in Europa hatten auch Auswirkungen auf die Bewertung dieser Züchtungsmethode in Ländern in Afrika und Asien. Falschaussagen über die Züchtungsmethode beeinflussen bei uns wie auch in Afrika und Asien die öffentliche Meinung. Die Zerstörungen von Versuchsfeldern auf den Philippinen waren eine Folge davon. Erst Versuchsfelder zerstören und dann das Fehlen von Feldversuchen anprangern ist eine besondere Form der Heuchelei. Die neuen Reisssorten stellen den halben Tagesbedarf an Vitamin A zur Verfügung. Damit könnte ein entscheidender Beitrag zur Vermeidung der Erblindung durch Vitamin-A-Mangel geleistet werden.
              Mir ist schon bewusst, dass Sie als Leiter der Geschäftsstelle des Verbands „Lebensmittel ohne Gentechnik“ kein Interesse an gv-Sorten und ihrem Anbau haben. Aber der Goldene Reis ist kein Produkt für Europa, sondern eine Reissorte, die bei der Überwindung des Vitamin-A-Mangels in Ländern helfen soll, deren Ernährung auf Reis basiert. Warum im Interesse der ärmsten Menschen in diesen Ländern machen Sie sich nicht frei von der Antigentechnikideologie und unterstützen den anbau des Goldenen Reises in diesen Ländern im nteresse der dortigen Menschen?

              1+
            • Ehrlicher sagt

              Haben sie Belege für die Nutzlosigkeit des Goldenen Reises? Einfach mal was behaupten kann jeder!“

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          • Ottmar Ilchmann sagt

            Ich glaube nicht, dass Luther es befürwortet hätte, dem Herrgott ins Handwerk zu pfuschen! Es ist schon kühn, sich zur Rechtfertigung von Gentechnik auf den Reformator zu berufen.

            2+
            • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

              Züchtung bedeutet für Sie, „dem Herrgott ins Handwerk pfuschen“? Da ist der Herrgott wohl etwas großzügiger. Er hat Menschen mit Verstand ausgestattet, damit sie ihn nutzen, z. B. um zu züchten.

              2+
            • Es ist nicht der Herrgott, der den Menschen mit Verstand ausgestattet hat. Dass der Mensch Verstand hat, ist die Folge a) seines Umgangs mit dem Feuer und b) die Mutation des Gens ARHGAP11B, welche dazu führte, dass sich die menschliche Großhirnrinde erheblich vergrößert hat.

              Zu beachten ist hierbei, dass unsere Vorfahren bereits mit dem Feuer herumhantierten, als die Mutation auftrat. Sie hat sich nur deshalb durchgesetzt, weil ein vergrößertes Gehirn im Umgang mit dem Feuer einen Selektionsvorteil bedeutete. Dank des vergrößerten Gehirns entwickelten unsere Vorfahren die ersten Techniken, wie die Herstellung von Birkenpech.

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            • Inga sagt

              Nein, Frau Dr. Christel Happach-Kasan ,

              Ottmar Ilchmann meint mit dem
              Gott ins Handwerk pfuschen
              die Gentechnik,

              nicht die konventionelle Züchtung!

              1+
            • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

              Inga, Gentechnik ist eine von mehreren Züchtungsmethoden. Jede der Methoden hat das Ziel, Pflanzen (bzw. Bakterien oder Tiere), im Sinne menschlicher Nutzungsinteressen zu verändern. Die Bewertung der Züchtungsmethoden als gut, wenn ohne Gentechnik, und schlecht wenn mit Gentechnik, ist für mich nicht nachvollziehbar. Entscheidend ist doch das Ergebnis.
              Ich fände eine gegen die Krautfäule resistente Kartoffel gut, egal mit welcher Methode gezüchtet. Es könnte im Kartoffelanbau weitgehend auf Fungizide verzichtet werden. Ich verstehe nicht, warum dem Ökolandbau die Ablehnung der Methode Gentechnik wichtiger ist als die Nutzung einer solchen Kartoffelsorte.

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              • Inga sagt

                Siw Biobauern haben da andere Methoden, die Krautfäule zu bekämpfen!

                Eine Kartoffelsorte wählt man auch wegen anderen Vorteilen!

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            • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

              Biobauern nutzen gegen die Krautfäule bei Kartoffeln Kupferhydroxid. Also Schwermetallpräparate, die nicht abgebaut werden. Im übrigen schädigen diese die Umwelt mehr als mocerne chemische Fungizide, so Untersuchungen des Bundesumweltamtes. Ich fände gv-Kartoffeln besser.

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            • Mark sagt

              Dr.C.H-K, dass die Kupferpräperate umweltpolitisch bedenklicher sind als moderne Fungizide steht ausser Frage, deshalb braucht man aber noch lange keine GV-Kartoffeln!! Der Kartoffelanbau in Dtl. funktioniert hervorragend in mehr als ausreichender Menge bei besten Qualitäten, was soll da eine GV-Kartoffel noch verbessern???

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            • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

              Mark, schön, dass wir uns einig sind, dass moderne Fungizide umweltverträglicher sind als Kupferhydroxid. Doch warum werden sie trotzdem für den Ökolandbau ausgeschlossen?

              Die bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft teilt allerdings ihre Einschätzung nicht, dass die Probleme der Krautfäule-bekämpfung beim Ökolandbau gelöst seien. Dort heißt es:

              „Die Kraut- und Knollenfäule, verursacht durch den Erreger Phytophthora infestans, ist weltweit als eine der wichtigsten Krankheiten im Kartoffelanbau anzusehen. Im Ökologischen Kartoffelanbau stellt dieser Erreger nach wie vor ein ungelöstes Problem dar und kann hohe Ertrags- und Qualitätseinbußen verursachen.
              Während im konventionellen Kartoffelanbau effektive Verfahren, wie z.B. Prognosemodelle und zahlreiche Fungizide zur Verfügung stehen, kann der Befall im ökologischen Kartoffelanbau zur Zeit nur durch Einsatz von kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln reguliert werden, da ausgereifte Alternativen zur Zeit nicht zur Verfügung stehen. Dies reicht jedoch für eine effektive Krautfäulebekämpfung in Jahren mit hohem Infektionsdruck häufig nicht aus.“

              Gv-Kartoffeln, die gegen Krautfäule resistent sind, wären also doch eine Option!

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  4. Ehrlicher sagt

    Dem Verbraucher wird etwas vorgetäuscht! Gentechnikfreies Soja nach VLOG-Zetrifitzierung darf je nach Reinheitsgrad bis zu 0,9 gentechnisch verändertes Futter bzw. Soja enthalten. Selbst das berühmte Donau-Soja weist Spuren von GVO auf. Hier wird ein Aufwand betrieben der rein marektingtechnischer Natur ist und hat keinen realen Nutzwert für den Verbraucher. Einheimische Eiweißstrategie ist auch für Verbraucher Täuschung, weil hohe Subventionen (Steuergelder) ohne Mehrwert! Und es soll ja schon eine Fülle an gentechnisch veränderten Blumen in deutschen Gärten geben, die den Menschen aufgrund ihrer Farbenpracht besondere Freude bereiten und niemand hats gemerkt oder ist krank davon geworden!

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    • Die Kriterien der „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung sind transparent (http://www.ohnegentechnik.org/og-bgh/pruefkriterien/). Ob sie einen Nutzen bringt, kann man beim Einkauf selber entscheiden. Die Toleranz für Verschleppungen je Zutat bis 0,9% gilt nur wenn diese technisch unvermeidbar oder zufällig waren (Wortlaut im Gesetz). Das bedeutet, dass man alles tun muss, um eine Verschleppungung zu verhindern. Sollte sie am Ende doch noch bis 0,9% nachweisbar sein, kann sie als technisch unvermeidbar toleriert werden.
      Die Verschleppungen kommen zu Stande, weil weiterhin große Teile des Tierfutters mit gentechnisch verändertem Soja hergestellt werden. Je größer der Anteil an „Ohne Gentechnik“-Produkten wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für entsprechende Verschleppungen.
      Verschleppung hin oder her, die Menge an Soja im Futter für „Ohne Gentechnik“-Milch, wird gentechnikfrei angebaut und führt nicht zu den bekannten Umweltproblemen von herbizidresistenter Gentechnik-Soja. Das hat jeder Verbraucher beim Einkauf in der Hand.

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      • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

        Die „Ohne Gentechnik“ Kennzeichnung ist Verbrauchertäuschung. Eigentlich müsste sie heißen „mit ein bisschen Gentechnik“. Eine Studie erstellt an der Universität Bayreuth besagt, dass die Angabe „ohne Gentechnik“ den Verbraucher verwirrt. Er nimmt an, das Produkt sei völlig ohne Gentechnik erstellt. Aber es sind zahlreiche Ausnahmen zugelassen, z. B. ist die Verwendung von Lebensmittelzutaten, erstellt mit gv-Mikroorganismen erlaubt. Die Kennzeichnung will dar+über hinwegtäuschen, dass Gentechnik bei uns längst Alltag ist. Und das ist gut so.

        1+
        • Sie verbreiten Unwahrheiten. Lebensmittelzutaten, hergestellt durch gv-Mikroorganismen sind bei der „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung nicht erlaubt!
          Die Studie aus Bayreuth aus dem Jahr 2010 ist eine Auftragsarbeit, bei der die Auftraggeber auch auf Nachfrage nicht genannt werden. Die Ergebnisse in einer Diskussion heranzuführen sollte unter Ihrem Niveau sein.

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          • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

            In Ihren FAQ heißt es: „Im Tierfutter dürfen mit Hilfe der Gentechnik hergestellte Vitamine und Zusatzstoffe wie z.B. Aminosäuren verwendet werden.“
            Und sie verwenden kein Vitamin B2, B12 oder C hergestellt mit gv-Mikroorganismen? Das ist schade, denn denn die biotechnologische Herstellung der Vitamine spart Wasser und Energie.
            Die Studie von Prof. Dr. Leible ist gut gearbeitet und sollte auch Ihnen zu Denken geben. Ist es wirklich im Sinne einer Verantwortungsethik den Menschen zu suggerieren, es gehe auch ohne Gentechnik, obwohl dies nicht stimmt?

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  5. Dr. Christel Happach-Kasan sagt

    CRISPR/Cas9 ist eine sehr effiziente Züchtungsmethode, die gerade mittelständischen Zuchtunternehmen neue Möglichkeiten eröffnet. Bei dieser Methode wie bei jeder anderen Züchtungsmethode ist das Zuchtergebnis dafür entscheidend, ob eine neue Sorte zugelassen werden kann oder nicht. Es ist kaum begründbar, auch diese Methode unter das Gentechnikrecht zwingen zu wollen. Schließlich hat sich das Gentechnikgesetz nicht bewährt, wie aktuell die Vernichtung von Petunien zeigt. Die Petunien sind schön, werden gern gekauft und sie sind völlig harmlos. Dennoch werden sie vernichtet, weil sie mit gentechnischen Methoden gezüchtet wurden und nicht zugelassen sind. Dabei entspricht es nicht einmal dem Ziel des Gesetzes, diese zu vernichten. Zweck des Gesetzes ist die Gefahrenabwehr. Aber Petunien sind nicht gefährlich – weder für Mensch, Tier noch die Umwelt.

    3+
    • AdT sagt

      Seltsames Verständnis einer Parteifreundin. Ich bin fast geschockt. Es hat sich jemand durch Rechtsverletzung einen Wettbewerbsvorteil gegenüber redlichen Mitbewerbern verschafft. Piraterieprodukte werden auch vernichtet, damit diese nicht auf den Markt gelangen können. Seriöserweise können Sie sich also nur für den Schutz künftiger Gen-Petunien einsetzen, dann aber bitte nicht für deren Mehrwertsteuersenkung. 😉

      Anderes Technologiethema: Liebe Parteifreundin, was halten Sie davon, Start-ups zu unterstützen, die marktgängiges Kunstfleisch oder andere innovative Nahrungs- und Genussmittel entwickeln? Hier sollte Deutschland nicht komplett den Anschluss an das Silicon Valley verpassen.

      Da die FDP nun auch auf Bauernpartei macht: Gibt es Konzepte für Landwirte, wenn eine disruptive Marktentwicklung bei Fleisch und Milch droht?

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      • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

        Die FDP ist Mittelstandspartei. Landwirtschaft ist Mittelstand. Ein SPD-Innenminister (Prof. Hans Peter Bull) hat für solche Situationen vor Jahren einen „suboptimalen“ Gesetzesvollzug empfohlen. Behörden beklagen Personalmangel. Dennoch haben sie ausreichend Personal und Ressourcen, um die Züchtungsmethode von Petunien zu kontrollieren. 31 Sorten stehen auf der Liste des BVL. Aber für ausreichende Lebensmittelkontrollen ist kein Personal da. Das ist absurd, da von den gv-Petunien keinerlei Gefahren ausgehen. Und natürlich ist das ein weiterer Hinweis, dass das Gesetz geändert werden muss.

        Innovationen im Lebensmittelbereich halte ich für wichtig und förderwürdig, auch wenn Kunstfleisch nicht gerade meine Spezialität ist.

        Den schwierigen Marktsituationen, z. B. Milch, können auf Dauer nur gut aufgestellte Betriebe begegnen, die möglichst nicht nur ein Standbein haben.

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        • Ottmar Ilchmann sagt

          Die FDP steht wie keine andere Partei für eine Liberalisierungs- und Globalisierungsideologie, die uns mit ihrer perspektivlosen Weltmarktorientierung u.a. die Milchkrise der letzten Jahre beschert und reihenweise gut aufgestellte, mittelständische Bauernhöfe zur Aufgabe getrieben hat. Damit wird der Weg bereitet für agrarindustrielle Strukturen. DAS ist das wahre landwirtschaftliche Leitbild der FDP!

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          • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

            Ideologien sind der FDP fremd. Moderne Technologien haben bewirkt, dass entfernte Länder näher zusammengerückt sind. Ergebnis ist die überall zu beobachtende Globalisierung. Mittel dagegen sind Verbote – in Diktaturen wird das freie Internet verboten – und Zölle. Wollen sie das? Wenn nicht, gilt es, die Globalisierung zu gestalten, statt sie zu verteufeln. Viele gut aufgestellte mittelständische Betriebe haben gezeigt, dass sie bestehen können. Dafür muss die Politik die Rahmenbedingungen gestalten, keine Wettbewerbsverzerrungen, gute Bildung und Ausbildung.

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            • fred huber sagt

              soso. viele gut aufgestellte betriebe haben also gezeigt, dass sie bestehen können. aber zu welchem preis? ich sage es ihnen: beim mir waren es bei wenigereinnahmen von nur 5 Cent/Liter durch den verkorksten quotenausstieg über 2 jahre gerechnet, 100000 euro. ich bin mir aber sicher, mit der FDP hätte das ganz sicher besser geklappt. vielleicht hätte es noch eine dritte runde bankenrettung gegeben. denn nichts anderes war die „gehebelte“ liquiditätsbeihilfe.

              PS: den glauben an stetiges (wirtschafts)wachstum würde ich schon unter Ideologie abheften.

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            • AdT sagt

              Wegen Ihrer Kritik an Zöllen: Wie positionieren Sie sich denn dann zur europäischen Marktordnung der GAP?

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  6. Eckehard Niemann sagt

    Zitat aus SPEKTRUM / DIE ZEIT – 29.05.2017: …“Das CRISPR/Cas9-System machte sich als Gentechnikwunderwaffe bekannt, die ihren Entdeckern wohl einen Nobelpreis und den Patentinhabern satte Gewinne einbringen wird: Das molekulare Reparaturwerkzeug erlaubt enorm präzise Veränderungen an jeder gewünschten Stelle der DNA. Zudem gelingt dies offenbar ganz ohne störende Nebenwirkungen in anderen Orten des Erbguts – dachte man zumindest bisher. Womöglich hat man bisher aber einfach nicht genau genug hingesehen, mahnen nun Forscher im Fachblatt „Nature Methods“. Denn die von Stephen Tsang vom Columbia University Medical Center und seinen Kollegen durchgeführten Genvergleiche von mit CRISPR/Cas9 behandelten Mäuse legen nahe, dass die Methode mindestens in Einzelfällen viele bisher unbeachtete minimale, potenziell allerdings fatale Veränderung im Erbgut verursachen….“

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  7. Dr. Christel Happach-Kasan sagt

    „Ohne Gentechnik“ ist eine Marketingmode, der verzweifelte Versuch, einen Unterschied zu begründen, wo eigentlich keiner besteht. Deswegen kaufe ich solche Produkte nicht. Gentechnik ist Alltag. Vitamin B 12 mit gv-Mikroorganismen hergestellt spart Wasser und Energie im Vergleich zur chemischen Produktion. Der Anbau von Bt-Mais ist naturverträglicher als die Bekämpfung von Schadinsekten mit chemischen Pflanzenschutzmitteln – nachgewiesen in Bayern in einem aufwändigen vierjährigen Feldversuch. Kulturpflanzen, die heimische Kreuzungspartner in der Natur haben, kreuzen aus – egal, wie sie gezüchtet wurden. Mais und Kartoffeln haben in unserer Natur keine heimischen Kreuzungspartner. In Konsequenz der Argumentation von bestimmten Gentechnikgegnern sollte der Anbau von gv-Mais, von gv-Kartoffeln doch voll akzeptiert sein. Ist es aber nicht. Warum wohl?

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    • Ottmar Ilchmann sagt

      Oh, die letzten Reserven werden mobilisiert, Frau Dr. Happach-Kasan, einst FDP-Abgeordnete und unermüdliche Gentechnik-Lobbyistin, hat in dieser Diskussion noch gefehlt! Ist das nicht ein bisschen viel der Ehre für so einen Bauernblog?

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        • Ottmar Ilchmann sagt

          Konnte die FDP zusammen mit der Gentechnik-Lobby dieses Petitionsverfahren nicht ohne die Hilfe der AbL zum Erfolg führen ? 😉
          Der Grund ist doch klar: Diese Petition diente dazu, die nicht vorhandene Akzeptanz für grüne Gentechnik durch eine Gleichsetzung mit der roten und weißen Gentechnik durch die Hintertür zu verbessern, nach dem Motto: Ach, wenn sowieso schon überall Gentechnik drin ist, kommt es darauf auch nicht mehr an. Die fundamentalen Unterschiede zwischen den Anwendungarten wurden hier von anderen schon ausführlich dargestellt.

          9+
          • AdT sagt

            Naja, so eine Kennzeichnung halte ich ohnehin für wirkungslos, was den von ihren Befürwortern erstrebten Zweck betrifft. Diejenigen, die a) eine Meinung zu Gentechnik haben und b) skeptisch sind, haben die Skepsis überwiegend wegen Auskreuzungen der Transgene und deren Neukombination mit anderen Genen. Daran ändert auch eine Kennzeichnung nichts.

            Es soll mit der Kennzeichnung der Halo-Effekt genutzt werden, damit Gentechnik vielen generell freundlicher erscheint. Aber sobald man sich näher mit Gentechnik beschäftigt und zwischen grüner, weißer und roter zu differenzieren weiß, tritt der von der Kennzeichnung erhoffte Effekt in den Hintergrund, ob man nun die Chancen oder die Risiken grüner Gentechnik stärker gewichtet.

            Es ist wie mit übertrieben politisch korrekter Sprache und der Euphemismus-Tretmühle. Nicht Ausdrücke und Label erzeugen eine Vorstellung, sondern die Begriffe, die damit verbunden werden. Aber offensichtlich halten die Initiatoren der Petition die Menschen für suggestibler als sie sind. Das trifft auch auf die Gegner der Petition zu. Allerdings: Wenn man etwas für wirkungslos oder überflüssig hält, muss man es ja auch nicht unterstützen. Es gibt u.U. Wichtigeres, was auf Verpackungen zu stehen hat; davon muss nicht unnötig abgelenkt werden.

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            • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

              Immerhin ist die Petition bekannt. Und die Gegner der Gentechnik mussten eingestehen, dass sie doch nicht wollen, dass die Menschen wissen, wie weit verbreitet die Züchtungsmethode ist. Tranparenz bei Gentechnik? Ach bitte doch lieber nicht! Gentechnik ist Alltag und das soll niemand wissen..

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            • Frau Dr. Happach-Kasan, die Petition von Mitte 2015 ist krachend gescheitert. In vier Wochen konnten bundesweit nur schlappe 1.882 Unterschriften gesammelt werden. Der Versuch mit einer undifferenzierten Gentechnik-Kennzeichnung den schwerpunktmäßigen Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen zu verschleiern, war einfach zu durchsichtig. Scheinbar folgt Ihnen bei diesem Ansinnen noch nicht einmal die FDP-Stammwählerschaft. Sie haben bei der Bundestagswahl 2013 alleine in Ihrem Wahlkreis etwa doppelt so viele Stimmen erhalten.

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            • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

              Natürlich hätten wir gern mehr Unterschriften erhalten. Ist doch klar. Es war jedoch nie Ziel der Petition, den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft zu verschleiern. Wir haben aber über die Berichterstattung erreicht, dass mehr Menschen erkannt haben, dass die Anwendung gentechnischer Methoden gar nichts besonderes ist. Gentechnik ist Alltag bei uns. Bemerkenswert ist doch, wie vehement Gentechnikgegner den Inhalt der Petition abgelehnt haben. Es soll ein Geheimnis bleiben, dass Gentechnik Alltag ist. Transparenz?

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      • Bauer Willi sagt

        Ach, Herr Ilchmann, hier darf jeder mitdiskutieren, auch wenn ich über den Stil von Herrn Niemann, mit dem ich ja hier im Blog mal ein Interview geführt habe, schon etwas verwundert bin. Ihre Bemerkung „letzte Reserven“ sind in einem solchen Dialog wenig sachdienlich.
        Aber man sieht den Menschen immer nur vor den Kopf…
        Bauer Willi

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        • Andreas Müller sagt

          Hier einmal ein Blick in Willis Traumwelt für Deutschland – am Beispiel der Zuckerrübe:

          Herbizidresistente Sorten

          Im Jahr 2015 wurden in den USA auf 471.000 Hektar und somit nahezu ausschließlich gentechnisch veränderte, herbizidresistente Zuckerrüben angebaut. Mit 15.000 ha GVO-Zuckerrübenanbaufläche in Kanada (auch fast die gesamte kanadische Zuckerrübenanbaufläche) zusammen umfassen die Anbauflächen der beiden Länder nahezu die gesamte weltweite GVO-Zuckerrübenanbaufläche von 486.000 ha. Der Anbau gentechnisch veränderter Zuckerrüben hat die Unkrautbekämpfung wesentlich erleichtert, da fast ausschliesslich Glyphosat als Unkrautbekämpfungsmittel eingesetzt werden kann. Im Vergleich zum konventionellen Anbau, der in der Regel mehrere verschiedene Unkrautbekämpfungsmittel einsetzt, wird bei glyphosatresistenten Zuckerrüben nur Glyphosat eingesetzt. Es besteht aber die Gefahr, dass das vermehrte Auftreten glyphosatresistenter Unkräuter den Erfolg zu Nichte macht. Eine weiteres Problem besteht darin, dass ein Auskreuzen der Glyphosatresistenz auf verwandte Kulturpflanzen und Wildformen nicht völlig ausgeschlossen werden kann.“

          … und er arbeitet unermüdlich das der Traum zusammen mit KWS wahr wird…

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          • AdT sagt

            „… und er arbeitet unermüdlich das der Traum zusammen mit KWS wahr wird…“

            Wieso, was macht er denn sonst noch?

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            • Inga sagt

              Diese Anbaumethoden in Aerika und Kanada sind in Europa verboten, und da möchte Monsanto gerne, dass es durch KWS hier legalisiert wird. Denk ich!

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        • Ottmar Ilchmann sagt

          Natürlich darf jeder mitdiskutieren, ich fühle mich ja sogar geehrt durch so hochkarätige Teilnehmerinnen!

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    • Josef sagt

      Kurzsichtiger geht es wohl kaum. Bt Mais produziert zur Bekämpfung von Schadinsekten die Subtanz Bazillus turingensis (Bt). Werden damit nicht Nutzinsekten, überhaupt alle Insekten geschädigt ? Wie lange wird es dauern, bis verschiedene Insekten resistent werden und dann nur noch mit stärkeren Wirkstoffen oder garnicht mehr bekänpft werden können ? Jeder Landwirtschaftsschüler im ersten Ausbildungsjahr würde diese Fragen beantworten können und die Folgen erkennen.

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      • Dr. Christel Happach-Kasan sagt

        Josef, es ist ein bisschen komplizierter. Die meisten Insektenarten sind enorm wählerisch. Sie fressen nicht von jeder Pflanze sondern nur von ausgewählten Pflanzen: z. B. die Raupen des Kohlweißlings von Kohl. Deswegen kümmert sich unsere heimische Insektenfauna fast nicht um den Mais. Nur der Maiszünsler, ursprünglich heimisch auf Beifuß, und der Maiswurzelbohrer, eingeführt in den neunziger Jahren, befallen den Mais. Bt-Mais ist resistent gegenüber diesen Schadinsekten. In Bayern ist in einem Großversuch nachgewiesen worden, dass der Anbau von Bt-Mais naturverträglicher ist als die Bekämpfung des Maiszünslers mit chemischen Pflanzenschutzmitteln.

        1976 wurde in der Oberrheinebene zur Bekämpfung der dortigen Mückenplage die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V. (KABS) gegründet. Seit 1978 bekämpft sie die Mücken – dort Schnaken genannt – mit Präparaten von Bacillus thuringiensis israelensis. Im vergangenen Jahr wurden 305 Tonnen Präparate auf 30 100 Hektar ausgebracht, so die KABS in ihrer Pressemitteilung. Die Bekämpfung von Insekten mit Bt-Präparaten, ausgebracht mit den Hubschrauber ist ok, der Anbau von Bt-Mais jedoch nicht? Das verstehe ich nicht.

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  8. Reinhard Nagel sagt

    Das ist das Leistungsgeheimnis nicht Gras, Silo oder gar Heu füttern unsere Kühe sondern das sogenannte „Kraftfutter“ und noch ein paar andere Der Anteil von Soja an der Futterration einer Kuh ist aber relativ gering, denn der überwiegende Teil der Milch wird aus Grundfutter gebildet.
    Nun, ganz stimmt die Aussage nicht mit dem „überwiegende Teil“ bei einer guten Leistungskuh liegt der Trockenfutteranteil bei bis zu 12 kg (Ca.10kgTM) / Tag! Kühe können aber nur ca. 17-18 kg Trockenmasse (TM) / Tag aufnehmen. In der Summe bleiben dann eben nur noch 8 kg TM Überich. Und das ist verschwindend gering, und zu sagen…. „Milch wird aus Grundfutter gebildet“…..
    nicht Wiederkäuergerechte Zutaten

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    • Berthold Lauer sagt

      Vielleicht sollten sie ihren Kenntnisstand über Milchkuhfütterung einfach mal updaten!!

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  9. Eckehard Niemann sagt

    Das ist schon eine grob verharmlosende und schräg-unrichtige Behauptung, dass eine gentechnisch veränderte Gensequenz vergleichbar sei „mit einem Text, bei dem man bestimmt Begriffe durch andere ersetzt“. Mal abgesehen davon, dass man eine Veränderung in einem brisanten Text mit möglichen Gesundheitsfolgen erst dann vornehmen sollte, wenn man die Folgen der Veränderung ausführlich geprüft hat: Bei gentechnischen Veränderungen wird nicht nur das Ziel-Gen verändert, sondern zumeist auch andere Gene bzw. das (unbekannte) Zusammenspiel zwischen diesen.

    Zwar gibt es wohl keinen Übergang von gentechnisch veränderten Futter-Bestandteilen in die Milch, wohl aber sind mit dem Anbau von gentechnisch veränderten Mais- und Sojapflanzen solche Veränderungen verbunden einschließlich unkontrollierbaren Auskreuzungen auf Wildpflanzen, Nicht-Gen-Mais/Soja und Durchwuchs in den Folgekulturen. Deshalb sind Bauer Willis Hinweise auf gentechnisch hergestellte Fermente oder Medikamente völlig unsinnig, weil in geschlossenen Systemen bei deren Herstellung eben keine Auskreuzung stattfinden kann.

    Diese Fakten sind schon tausendfach so dargestellt worden und sind mit Sicherheit auch Bauer Willi bekannt – deshalb finde ich es wenig sachdienlich, wenn er die alten Pro-Gentechnik-Behauptungen nun abermals wiederkaut und diese anderen Argumente bewusst beiseitelässt. Und diesmal eben nicht als „Frage“ oder „Initiative zur Diskussion“ verpackt, sondern klar pro-gentechnisch.

    Es ist absehbar, dass sich gentechnikfrei erzeugte Milch rasch weiter durchsetzen wird – auch weil deren Käufer dann weder das drohende Monsanto-Bayer-Monopol noch die skandalösen Pestizid-Missbräuche beim Anbau von Gentech-Soja noch die unsinnigen Futtermittelimporte unterstützen – sondern vielmehr den Anbau heimischer Futterpflanzen mit allen Vorteilen für Fruchtfolge, Klimaschutz und Grünlanderhalt. Die meisten Weidemilch-Label beinhalten deshalb zu Recht ein Verbot des Einsatzes von Gentechnik-Futter – das bedeutet eine besonders artgerechte Tierhaltung auf Grünland und in bäuerlichen Strukturen plus obiger Vorteile!

    12+
  10. Alois Wohlfahrt sagt

    Das Thema „gentechnikfrei“ ist hoch emotional – und damit nicht mehr rational. Besser oder schlechter ist nicht beweisbar und auch für Verbraucher nicht nachvollziehbar. Stattdessen spaltet der Begriff: Verbraucher genauso wie die Landwirte!
    Im Sinne einer Marktsegmentierung sehe ich das unproblematisch, ja sogar erwünscht, weil die Mengen dadurch verknappt werden und die Preise steigen. Doch im Sinne von Glaubwürdigkeit ist der Begriff „gentechnikfrei“ ein einziges Disaster. Da gibt es nur Verlierer!
    Weil derjenige, der behauptet „gentechnikfrei“ zu sein, suggeriert gleichzeitig, dass die anderen die böse Gentechnik anwenden. Eine üble Unterstellung!
    Denn die „gentechnikfrei“-Fraktion kann nicht einmal selbst garantieren dass sie 100% frei ist, sondern nur 99,99999… Ein ungutes Restrisiko bleibt immer….
    Viel besser wäre ein Reinheitsgebot für Milch, wo die Akteure auch klar authentisch kommunzieren und kontrollieren könnten, dass nur „Wasser, Gras, Heu und weitere heimische Futtermittel“ in die Kuh kommen.

    Alois

    2+
  11. Friedrich sagt

    Gentechnik ist Züchtung, ob beim Tier oder der Pflanze. In allen Fällen will man etwas anderes herstellen als das Ausgangsprodukt. Bei den Pflanzen kann das Resistenzzüchtung gegen z.B. Gelbrost sein oder beim Tier soll mehr Fleischansatz und weniger Fettansatz kommen. Die Menschen züchten durch Selektion schon seid vielen Jahrhunderten immer mit dem Ziel was besseres zu bekommen. Gentechnik heißt es erst , seiddem es als Patent oder Lizenz geschützt ist. Das ist lediglich ein Rechtsbegriff. Die NGOs haben daraus einen Angstbegriff gemacht, mit dem Ziel Spenden zu sammeln. Durch diese Einflüsse der NGOs müßen in jedem Jahr viele Hunderttausend Kinder blind geboren werden , weil in die Reispflanzen kein spez. Vitamin reingebaut wird. Deshalb ist einer der Greenpaecegründer auch aus diesem Verein ausgetreten , weil er das nicht verantworten konnte.

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  12. BerndK sagt

    „Gentechnikfrei“ -gemeint ist wohl eine Fütterung ohne GVOs bzw ohne deren Kontamination- ist per se kein Qualitätskriterium sondern ein Marketinggag. In der Milch kann man (wie Bauer Willi richtig anmerkte) keine Rückstände (also Basensequenzen, die nicht „natürlich“ sind) irgendeiner Fütterung mit GVOs nachweisen.
    Es trifft also wissenschaftliches Halbwissen seitens der Verbraucher auf ein Marketing, das Autohändlern in nichts nachsteht. Und so eine Gemengelage kann auf Dauer nicht gutgehen.

    4+
  13. Mareike sagt

    Also – wir produzieren gentechnikfreie Milch bekommen ein paar Cent mehr dafür. Wir machen das weil es relativ wenig Aufwand für uns bedeutet und unsere Meierei es anbietet. Es wird in naher Zukunft meiner Meinung nach Standard werden. Wir verzichten auf Soja aus Übersee und es wird alternativ mehr Raps angebaut. Das ist doch gut für die Umweltbilanz alle mal!

    14+
      • Mareike sagt

        Ich finde es einfach gut wenn wir unser Futter sozusagen selbst anbauen. Wir verkaufen unser Getreide-RAPS- an den örtlichen Futtermittelhändler und kaufen unser Schrot für unsere Kühe dort. Im Moment zahlt sich das noch aus… Wenn alle gentechnikfrei liefern natürlich nicht mehr …

        1+
    • Andreas Schmid sagt

      Ich habe auch gleich mitgemacht, weil es für mich kein Aufwand war, als es ein paar mickrige Kröten gab. Der Aufwand für solch eine Betriebskontrolle ist aber auch beachtlich. Lohnt sich eigentlich nur für größere Betriebe.

      Allerdings finde ich, dass es trotzdem eine Lachnummer ist, weil in der Milch nichts zu finden ist.

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  14. rebecca sagt

    Hallo Bauer Willi,

    warum fragst du nicht einfach an der Quellle? Es gibt mittlerweile viele direktvermarktenden Milchbauern die mit Milch ohne Gentechnik werben.

    Die wären doch die idealen Ansprechpartner um deine „Fragen“ zu beantworten.

    5+
    • Andreas Schmid sagt

      Meine Direktkunden fragen nicht nach der freien Milch. Es interessiert schlicht weg keinen. Obwohl ich welche habe.

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  15. Der Stoffwechselprozess, der aus Nahrungsaufnahme, Umwandlung und Ausscheidung besteht, ist ein stoffliches Kommunikationssystem, das die einzelnen Teilnehmer eines Ökosystems untereinander verbindet. Durch den stofflichen Austausch stehen Pflanzen, Tiere und Menschen miteinander in Kontakt. Dank dieses Austausches reagieren die einzelnen Teilnehmer jeweils aufeinander. Wenn sich aufgrund von Witterungseinflüssen die Pflanzenwelt verändert, hat das unweigerlich eine Veränderung der Tierwelt zur Folge. Der Stoffwechselprozess macht aus einzelnen Lebewesen ein Gemeinsames, das Ökosystem.

    Auf jeder Ebene – Zelle, Organismus, Ökosystem – finden sich Netzwerke, die sich selbst organisieren. Mit der Gentechnik greift der Mensch tiefer in das Netzwerk der Zelle ein, als dies mit Züchtung und Auslese möglich ist.

    Das sich selbst stabilisierende weltweite Ökosystem aus vielen Teilnehmern wird durch den Menschen jetzt schon massiv beeinträchtigt. Was die Artenvielfalt angeht, ist die Welt bereits jetzt kolossal verarmt, was sie als Ganzes für das Leben und die Entwicklung des Lebens instabiler macht.

    Durch die bisherige Landwirtschaft wird die Ernährungssituation für uns Menschen anscheinend stabiler, das Gesamtsystem aus allen Pflanzen und Tieren aber instabiler. Gentechnik geht in dieser Hinsicht noch einen Schritt über Züchtung und Auslese hinaus. Sie macht die Ernährungssituation für uns Menschen scheinbar stabiler, dafür wächst aber die Instabilität, wenn man statt dem Menschen das gesamte Ökosystem aus Tieren, Pflanzen und Menschen im Blick hat.

    Die Ernährungssituation wird auch nur scheinbar stabiler, denn Gentechnik fördert die Entwicklung hin zu großen Agrarfabriken und Konzernen, die damit sehr viel Macht über ihre Mitmenschen bekommen. Machtkonzentration ist ein Faktor für Instabilität.

    Die zunehmende Instabilität spüren manche Menschen und das macht ihnen Sorge. Diese Sorge drücken sie durch Argumente aus, die nicht immer stichhaltig sind.

    12+
    • Inga sagt

      Was kann man dagegen tun?

      also dieses Wissen ohne Einfluß von Wirtschaft verbreiten!

      Das muß von neutralen Wissenschafltlern und vom Staat verbreitet werden,
      denn das sind wissenschafltiche Fakten, da haben wirtschaftliche Interessen nichts zu suchen!

      Im Interesse von unserer Natur und uns Menschen!
      Wir können mit anderen Methoden genügend und gesündere Nahrung für alle Menschen von unserer Erde holen!

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      • Dass naturbelassene Nahrung automatisch gesünder für den Menschen ist, ist meiner Ansicht nach ein unbewiesener Mythos. Naturbelassene Pflanzen haben ihre eigenen Abwehrmechanismen, die der Mensch den Kultur- und Nutzpflanzen ja schon längst weggezüchtet hat. Tatsächlich ist es ja so, dass die Züchtungen eben in der Regel besser verträglich sind.
        Das ist nicht der Punkt, auf den ich hinauswollte.

        Meiner Beobachtung nach sind wir Menschen dabei, uns generell und im großen Stil von der Natur abzuwenden. Deshalb umgeben wir uns auch mit immer mehr Technik und gestalten unsere Lebensräume in technisch-industrielle Landschaften mit ein bisschen Naturkulisse um.

        Gleichermaßen sind die Menschen dabei, mit ihren Maschinen zu einer neuen, bisher noch nicht da gewesenen Lebensform zu verschmelzen. Das geschieht auf vielerlei Weise, und industriell hergestellte Nahrung ist eben ein Teil dieses Prozesses. In diesem Prozess sind gentechnisch veränderte Organismen und Nahrungsmittel der nächste folgerichtige Schritt.

        Ich denke, dass gentechnische veränderte Pflanzen in 50 Jahren Normalität sind. Wenn Öl, Erdgas und Kohle alle sind, wird man diese Energieträger synthetisch herstellen müssen, weil der Mensch von dem Zeug abhängig ist. Diese Energieträger lassen sich nicht durch alternative Energien ersetzen, weil wir dann die ganze Schwerindustrie umbauen müssten. Es kommt billiger, die Raffinerien auf die Synthetisierung von Petroprodukten anzupassen. Neben neuen Verfahren und Sonnenenergie wird man dafür aber auch enorme Mengen an Biomasse brauchen. Spätestens dann werden wir uns der Gentechnik nicht länger verweigern.

        Vielleicht kommt es soweit, dass unsere Nahrung direkt aus dem Labor kommt.

        Die Technosphäre, die alle von Menschen geschaffenen Produkte zusammenfasst, von Autos über Straßen, Häuser, Stromleitungen, Kühlschränke, Computer, Bleistifte etc. wiegt jetzt bereits insgesamt 30 Billionen Tonnen, das sind 50 kg auf jedem Quadratmeter Erde.

        Der Mensch ist dabei, sich aus der Natur herauszulösen. Er ist schon längst kein „Naturwesen“ mehr, deshalb sind diese Reden von der natürlichen Lebensweise und der natürlichen Ernährung nicht mehr als ein Abgesang auf eine verschwindende Welt. Das ist der Punkt, um den es mir geht.

        Das kann man gut finden oder nicht, aber dieser Prozess der „Vercyborgisierung“ bzw. Vertechnisierung des Menschen ist nicht mehr umzukehren. Wir können weder auf die Bäume noch in eine vorindustrielle Welt zurück.

        Wie diese Entwicklung ausgeht, kann keiner vorhersagen. Möglicherweise bringen wir mit unserer „Vercyborgisierung“ das gesamte Ökosystem zum Kippen, möglicherweise ist die „Vercyborgisierung“ der Weg, auf dem die Evolution weitergeht. Da sich jedoch immer mehr Parameter unserer Kontrolle entziehen und die Probleme, die wir haben, immer größer statt kleiner werden, könnte es schon gut sein, dass Fall 1 (das Kippen) eintritt. Andererseits ist es jedoch auch so, dass bei all unseren „technischen Experimenten“ erstaunlich wenig passiert. In der Vergangenheit hätten schon Hunderte, ach was Tausende von verheerenden technischen Katastrophen eintreten und der Menschheit einen herben Rückschlag verpassen können, aber es ist nicht viel passiert.

        2+
  16. AdT sagt

    Ich glaube nicht, dass hinter dem Label „ohne Gentechnik“ irgendwelche (gesundheitlichen) Sorgen von Verbrauchern stecken. Wenn hier in Bezug auf Gentechnik schon Medizin und Milch verglichen werden, wirkt das etwas schräg. Kurative Medizin ist immer das letzte Mittel. Genussmittel sollen erfreuen. Sie leben von Assoziationen, von assoziativem Überschuss. Wie Herr Ilchmann sagte: der Verbraucher verbindet mit „gentechnikfrei“ so etwas wie Weidemilch. Positive Assoziationen erwecken auch andere Produktkennzeichnungen: Das Reinheitsgebot für Bier, „Handarbeit“, „handgenäht“, „made in Germany“, oder Marken: BMW, Fendt. Traditionen, Produkt- und Firmenhistorie wecken ebenfalls positive Assoziationen, ohne dass dies unbedingt mit dem Produkt zu tun hat. Wer ist von Einflüssen durch so etwas frei – oder möchte sich komplett von so etwas frei machen? Doch nur ein Griesgram. Wer Verbraucher dauernd für bekloppt erklärt, hat übrigens auch etwas von einem Griesgram.

    3+
    • Bauer Willi sagt

      Es geht mir darum, ob es wissenschaftlich haltbar ist, das gentechnikfreie Milch irgendwie besser ist. Wenn meine Mitmenschen gerne gluten- und laktosefreies Wasser kaufen wollen, dürfen und können sie das. Das hat nichts mit bekloppt zu tun. Für das „gute Gefühl“ (assoziativer Überschuss) kann und darf jeder so viel Geld ausgeben wie er möchte.
      Bauer Willi

      3+
      • Thea S sagt

        Wenn man nach wissenschaftlichen Erklärungen sucht, sollte man besser echte Wissenschaftler fragen und nicht die googelnde Gemeinde. Hier kann sicher nur Meinungen, Emotionen und Philosophien erhalten, die aber alle die Kaufentscheidungen (und das Marketing) beeinflussen. Und sucht man Wissenschaftler, gibt es dann überhaupt welche deren Befunde von allen akzeptiert würden?

        1+
      • AdT sagt

        „…ob es wissenschaftlich haltbar ist, dass gentechnikfreie Milch irgendwie besser ist.“

        Das ist doch jetzt eine rhetorische Frage. Mir sind in der Hinsicht keine Studien bekannt. Gäbe es welche, hätten wir beide sicherlich davon erfahren. Was man vielmehr mitbekommen hat, ist, dass in der Wissenschaft eine Gesundheitschädlichkeit nicht ernsthaft diskutiert wird.

        Demgegenüber habe ich von Sportmedizinern und Mannschaftsköchen gehört, dass Weidemilch gesünder sein soll, da sie mehr Omega-3-Fettsäuren enthalte. Und, wie gesagt, wird mit „gentechnikfrei“ ebensolche Milch in Verbindung gebracht.

        Für Protein, Kalzium, Omega-3-Fettsäuren sowie DHMO und allgemein für gesunde Ernährung brauche ich überhaupt keine Milch zu trinken und Käse zu essen. Es ist schon grotesk. Viele Bauern mokieren sich darüber, dass der Verbraucher ach so technologiefeindlich und German-angst-zerfressen sei, verkaufen aber Fleisch und Milch trotz Gen-, Zucht- und Befruchtungstechnik als wertvolles „Naturprodukt“ und tun so, als sei der Mensch auf tierische Produkte für eine gesunde Ernährung angewiesen. Das ist auch nicht gerade wissenschaftlich, evidenzbasiert und rational.

        Zugleich werden banalste Marketingtechniken, die positive Vorstellungen beim Verbraucher erzeugen sollen, auf Gehirnwäsche durch NGOs und Erkrankungsparanoia der Verbraucher mit Panikanfällen vor dem Kühlregal zurückgeführt. Verstiegener und weltfremder geht es kaum.

        8+
        • rebecca sagt

          Bravo Herr Anwalt. Super auf den Punkt gebracht. Ich hätte ja nicht gedacht das ich einem Post von dir vorbehaltlos zustimmen kann, aber man lernt nie aus 😉

          2+
          • AdT sagt

            Deine Kommentare haben sich in letzter Zeit auch deutlich gebessert aus meiner Sicht. Damit meine ich nicht nur diesen. 😉

            0
        • Thomas Müller sagt

          An dem vermeintlichen Naturprodukt Milch ist doch schon so vieles künstlich dass immer mehr Menschen lieber gleich zum vermeintlichen Kunstprodukt greifen. Das ist dann wenigstens das Original… Oder Milch ersatzlos streichen.

          Wenn die Stellschrauben überdreht worden sind, „is over“.
          Nach fest kommt ab.

          3+
        • Mark sagt

          „Verstiegener und weltfremder geht es kaum.“ Richtig, Herr Anwalt, Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Sorry, wenn ich jetzt Ihren Flirt mit Rebecca gestört habe ….

          0
      • Arne Sierkc sagt

        Wir produzieren wie schon viele auch seit Jahren gentechnikfreie Milch und labeln das logischerweise auch auf unseren Produkten. Es geht in der Hinsicht jedoch nicht um die „bessere“ Milch, sondern um die ehtisch korrektere hergestellte Milch. Marianne E. Finger hat im oberen Kommentar sehr gut zum Ausdruck gebracht, worum es geht. Man benötigt kein Soja, um Milch zu produzieren. Und der Landwirt kauft nichts anderes als landwirtschaftlich genutzte Fläche aus Übersee. Wir haben vor Jahren angefangen ohne Soja zu füttern und es ist ohne Probleme möglich. Selbst bei Betrieben mit intensiverer Milchproduktion. Das die Milch im Laden natürlich mehr kostet ist ja ganz klar, denn der Verbraucher tut was für die Umwelt und die Meiereien machen ordentlich Werbung. Für uns ist es jedoch ein Grundsatz wenn man regional vermarktet, muss auch regional hergestellt werden. Das macht die Milch zu einem Alleinstellungsmerkmal in unserer Region und ist somit auch den höheren Preis wert.
        Viele Grüße

        6+
        • Andreas Schmid sagt

          Die Milch kostet aber nicht mehr im Laden wenn sie das Label hat.

          0
      • Inga sagt

        Oh, heute war ein Bericht in der Sendung NANO 3sat dazu Bauer Willi :
        http://www.3sat.de/page/?source=/nano/medizin/160354/index.html

        Dabei ging in es um Brot:

        Den Leuten wird nicht von Gluten (ich glaube ist nur das Eiweißprotein Kleber (für Backqualität verantwortlich) im Mehl, das man zum Backen braucht) und ähnlichem schlecht, sondern von der Behandlung während des Backens, beziehungsweise während des Aufgehens vor dem Backen .
        Diese Eiweißmoleküle entfalten sich ganz anders im Mehl, wenn sie wie zu Uromas Zeiten „gehen“ durften, denn beim „Gehen“ wird der Teig groß und die Poren im Teig entstehen und der Geschmack und die Enzyme können sich ganz anders entfalten, als wenn man da ein künstlichen Mittel zum „schneller gehen“ rein macht, wo der Teig viel schneller gehen kann.
        Zeit ist Geld
        Das ist das Billigbrot!
        Und in den Backmischungen von Roggenbrot wird das auch drin sein!

        Also ist er, der Teig, der lange gegangen ist, und so viel Vorteile für uns hat auch für unser Verdauungssystem besser!

        Und damit verunsichert die Werbung wieder mit
        „Glutenfrei“

        Das wird sogar auf die Wurst gedruckt!
        aber das Wort assoziiert eben etwas Gutes für die Gesundheit!

        0
  17. Bauer Martin sagt

    Dass Gentechnik heute schon weit verbreitet ist, ist richtig und von vielen gar nicht bewusst. Aber die Frage ist, müssen wir es auch unbedingt im Pflanzenanbau einsetzen? Ist hier evtl. nicht das Hauptinteresse bei den Saatgutherstellern und Chemiekonzernen? Der Verbraucher will es doch gar nicht. In meinem Bekanntenkreis lässt sich ganz gut beobachten, dass immer mehr BIO kaufen. Das liegt daran, weil sie total verunsichert sind bzgl. der ganzen Diskussion um Gentechnik und Glyphosat. Und aus Eigenschutz kaufen sie dann BIO. Aber das nur an Rande.
    Ein wesentliches Problem das sich bei gentechnischen Pflanzen generieren wird, ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Hier kommen wir dann mit der Wunderwaffe eines großen USA Konzerns. Von den Bauern in den USA wissen wir heute schon, dass die Pflanzen immer mehr Resistenzen bilden und deshalb die Aufwandmengen erhöht werden müssen. Und dies in einem deutlich größeren Maß als wir es aktuell in unserer Landwirtschaft beobachten können. Die Folgen sind immer mehr belastete Lebensmittel, deren gesundheiliche Auswirkungen bei der ganzen Diskussion unbeachtet bleiben.
    Hier wird mit Sachen gespielt, was überhaupt niemand beurteilen kann. Und dies nur, weil zwei große Konzerne ihre Produkte verkaufen wollen, deren Hauptintension nicht unsere Gesundheit ist, sondern allein ihr Gewinn. Dies ist allerdings meine persönliche Meinung.

    14+
  18. Alexander Hissting sagt

    Sie stellen die rethorische Frage, was das mit der „gentechnikfreien“ Milch soll, wenn die Milch nicht anders ist, ob mit oder ohne gentechnisch verändertem Futter gefüttert wird. Ich will dennoch darauf eingehen.
    Ich finde es nachvollziehbar, dass sich immer mehr Verbraucher nicht nur für die Inhaltsstoffe des finalen Lebensmittels interessieren, sondern auch für die Effekte in der Herstellungskette beim Konsum Mitverantwortung übernehmen wollen. Im Fall von Milch, hergestellt mit gentechnisch verändertem Sojaschrot im Futter geht es also u.a. um die Umweltauswirkungen im Anbau von GV-Pflanzen aber auch einer stärkeren Abhängigkeit der Landwirtschaft von den Herstellern des GV-Saatgutes durch Patente und Verbote des Nachbaus.
    Das ist ja grundsätzlich nichts Neues. Der Strom aus der Steckdose ist ja physisch auch nicht anderns, ob er nun aus einem Kohlekraftwerk oder einer Windkraftanlage kommt. Auch der Turnschuh, der von Kinderhänden gefertigt ist, hat im Endprodukt keine andere Qualität, als der der unter guten Sozialstandards hergestellt wird. Und dennoch ist es vielen wichtig beim Einkauf sicher gehen zu können, dass keine Kinderarbeit im Spiel war oder dass der Strom aus regenerativen Quellen stammt. Warum also ist es so wenig nachvollziehbar, dass Verbraucher auch bei Lebensmitteln einen Einfluss auf die Bedingungen der Herstellungskette haben wollen?

    23+
    • Ina sagt

      Lieber Herr Hissting, Ihre Argumentation ist nicht konsequent. Erstens unterstellen Sie neg. UMWELTAUSWIRKUNGEN und Abhängigkeiten, vergessen aber die positiven Auswirkungen, wie Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln oder Senkung der Treibhausgasemissionen und die ökonomischen Vorteile für Landwirte und lerzlich auch die Volkswirtschaft durch Schonung von Ressourcen; anders ist kaum erklärbar, warum die Anbaufläche weltweit steigt; ausserdem sind für den Verbraucher die Ausnahmen bei der Fütterung allein durch das Label nicht erkennbar. Und: GVO-frei heisst Null Gentechnik und nicht 0,9 %. KEINE Gentechnik heisst für.den Verbraucher auch, dass im Produktionsprozess keinerlei Zusatzstoffe zum Einsatz kommen, die aus Gentechnischen Prozessen mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen stammen. Bei der Fütterung ist das nicht der Fall. Die Fragen von Bauer Willi sind aus Sicht eines unbedarften Verbrauchers absolut korrekt. Tatsächlich müsste man sogar fragen, ob bei der Labelnutzung durch tierische Produkte u.U. Verbraucher getäuscht werden.

      4+
  19. Alexander Hissting sagt

    Lieber Bauer Willi, in Ihrem Beitrag argumentieren Sie etwas inkonsequent. Einerseits führen Sie aus, dass die Milch selber nicht gentechnisch verändert sein kann. Weinig später im Text lautet eine Zwischenüberschrift „Wir essen täglich Gentechnik“. Dabei berufen Sie sich insbesondere auf Labferment. Auch Chymosin ist niemals selber gentechnisch verändert! Chymosin ist ein Enzym und kein Organismus. Allenfalls ist das Enzym hergestellt worden durch gentechnisch veränderte Mikroorganismen. Das gleiche gilt Xanthan, Aromen und ähnliche Stoffe.
    Abgesehen davon ist es nicht korrekt, dass Labferment ganz überwiegend durch GV-Mikroorganismen hergestellt wird. Es gibt hierzu keine Statistik. Einer der größten Hersteller hat in einem persönlichen Gespräch den Anteil an „GV-Lab“ in Deutschland auf 15% geschätzt. 80% werden von nicht gentechnisch veränderten Mikroben hergestellt und etwa 5% stammt noch vom Kalb.

    18+
    • Bauer Willi sagt

      Herr Hissing,
      Glauben Sie, dass diese wissenschaftlichen Feinheiten dem Kunden klar sind? Und wer weiß, dass Chymosin unter Zuhilfenahme von gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wird? Und nur noch ein Bruchteil vom Kalb stammt? Das erzählt doch keiner den Menschen. Ebenso die Beispiele aus der Medizin? Warum wird grüne Gentechnik so kritisch gesehen, über rote Gentechnik aber nicht gesprochen? Das verstehe ich nicht…
      Bauer Willi

      0
      • Korrekt, diese Feinheiten sind den Wenigsten bekannt. Ich habe auch kein Problem mit Aufklärung. Nur haben Sie in Ihrem Artikel mit zweierlei Maß gemessen (Salopp wiedergegeben: 1. „gentechnikfreie“ Milch ist Quatsch, weil selber gar nicht gentechnisch verändert. 2. Überall ist schon Gentechnik drin, z.B. Chymosin, das durch gentechnisch veränderte Organismen hergestellt wird, selber aber nicht gentechnisch verändert ist) und Behauptungen aufgestellt, die meiner Kenntnis nach nicht korrekt sind (Chymosin sei größtenteils durch gentechnisch veränderte Mikroorganismen hergestellt).
        Aus meiner Sicht liegt der große Unterschied in der Bewertung der Gentechnik in der Medizin und der Landwirtschaft an zwei Faktoren. Zum einen ist der Nutzen für den Verbraucher bei der Anwendung in der Medizin einleuchtender. Zum anderen geht es in der Medizin um die Anwendung in einem geschlossenen System. Die gentechnisch veränderten Organismen gelangen nicht in die Umwelt. Dies ist bei der Landwirtschaft anders. Wir haben hierbei das Risiko der unkontrollierten Ausbreitung der gentechnisch veränderten Organismen.

        23+
  20. Schröder sagt

    Das ganze ist eine klassische Verbraucherverdummung. Hier wird mit Begriffen Politik gemacht. Irgendwann hat man sich daran gewöhnt und glaubt es stimmt. Andere Beispiele sind die Begriffe „genmanipuliert“, „industrielle Landwirtschaft“ oder auch „Pestizide“. Alles Kampfbegriffe, die von der grünen Bevormundungsseite kommen seit ihnen das Thema „Atom“ abhanden gekommen ist. Die Kommunikationstechnik ist dabei dieselbe wie bei Atom: Ein Thema dramatisieren, alles drumherum als Teufelszeug brandmarken und sich selbst als moralisch überlegenen Heilsbringer anpreisen. Ablass gibt es auch gegen Spenden an die parteinahen Ökokonzerne wie Nabu, Bund und dergl.

    7+
  21. Ottmar Ilchmann sagt

    Zu den Kriterien des Weidemilchlabels „Pro Weideland“, das gerade in Niedersachsen gestartet wurde, gehört auch die gentechnikfreie Fütterung.

    http://www.proweideland.de/verbraucher

    Der Grund ist ganz einfach: Die Verbraucher wollen es so, wie Befragungen im Labeling-Prozess ergeben haben. Gentechnikfreie Fütterung verbindet ein Großteil der Befragten mit Weidemilch. Sollen wir jetzt dagegen anargumentieren, um die Interessen von Futtermittelhändlern und Saatgutkonzernen zu vertreten, denn die sind doch die einzigen, die von der Gentechnik profitieren? Viel besser ist es doch, den Verbraucherwunsch, den sich auch der Handel zu eigen macht, zu akzeptieren und zu bedienen, zumal der Ersatz der relativ geringen Sojakomponente im Kraftfutter bei der Milcherzeugung recht einfach zu machen ist. Die gentechnikfreie Fütterung wird außerdem von der Molkerei honoriert. Hier haben wir die Möglichkeit, einen Qualitätsmarkt noch durch ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal vom Billig-Weltmarkt abzugrenzen. Also warum gegen Windmühlenflügel kämpfen? Nur weil die FDP die mittlerweile letzte Partei ist, die noch auf der Lobbyliste der Gentechnikkonzerne steht?

    17+
    • Bauer Willi sagt

      Lieber Ottmar,
      ist diese Milch besser? Ganz objektiv? Wenn wir eine Befragung machen würden, ob Menschen lieber gentechnische Medikamente zu sich nehmen oder sterben wollen, wie würde diese „Verbraucherumfrage“ ausgehen?
      Mein Verdacht bezüglich Umfragen: Die NGO setzen die Punkte, der LEH schließt sich gerne an, um so eine Produktdifferenzierung zu erreichen. Der LEH drückt dies bei den Molkereien durch und droht mit Auslistung. Die Molkerei gibt den Druck weiter an die Lieferanten. So herum läuft das doch, oder?
      Bauer Willi

      5+
      • Andreas Müller sagt

        Warum nicht gleich Milch ohne Bauern im Labor durch Bakterien produzieren lassen?

        7+
          • Inga sagt

            >> Warum nicht gleich Milch ohne Bauern im Labor durch Bakterien produzieren lassen?

            > weils die bauern billiger machen.

            Ich glaube nicht, Bauerhans das man so ein Naturprodukt künstlich herstellen kann.
            Das würden wir nicht vertragen und unsere Babies auchnicht!

            0
            • Benedikt Blecher-Dietrich sagt

              Warum glauben Sie das ein „Naturprodukt“ welches durch die Prozesse der Evolution entstanden ist (ja ich weiß, trifft auf die Milch aus hochgezüchteten Kühen nicht zu) besser für Menschen verträglich ist als ein künstlich, auf den Menschen abgestimmtes Produkt?

              Übringens gibt es in die Richtung schon Fortschritte:
              http://www.perfectdayfoods.com/

              0
            • Inga sagt

              Warum Benedikt Blecher-Dietrich
              trifft das von der Evelution enstanden Naturprodukt Milch von modernen hochgezüchteten Kühen nicht zu?

              Die ist für Menschen doch besser verträglich als künstich erzeugte Milch, weil diese Moderne Kuhmilch doch der von der Evelution entstandene verwand ist, also nicht so weit entfernt ist!
              Die Milch bei Perfectdayfoods kann man doch eher die Magarine mit dfem Vergleich zu Butter im Gegensatz zurKuhmilch vergleichen! udn dann noch eine Menge Werbung dabei. Ich würde die gerne mal probieren, aber meinem Baby würde ich die nicht geben!

              0
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Hier lief es jetzt andersrum, Willi. Wir haben gemeinsam mit ca. 20 beteiligten Verbänden die Kriterien für das Label erstellt, dann kam der Handel und wollte dieses Label haben. Dementsprechend bezahlt er auch dafür.
        Die Umfrage war eine wissenschaftliche Befragung von repräsentativ ausgewählten Verbrauchern durch die Uni Göttingen. Ich glaube nicht, dass da NGOs oder der Handel Einfluss ausgeübt haben.
        Und ob die Milch „besser“ ist, weiß ich nicht, was heißt überhaupt besser? Die Produktionsbedingungen sind andere, sie werden vom Verbraucher so gewünscht, und wenn sie auch bezahlt werden, ist doch alles gut, oder?

        16+
      • Josef sagt

        Die Frage, ob diese Milch besser ist, sollte eigentlich unter Bauer Willis Niveau sein. Ist ein BMW besser als ein VW ? Ist ein Gericht im Restaurant besser als eines in der Betriebskntine ?

        11+
  22. Milan sagt

    Schade, dass du nicht aus CRISPR eingegangen bist, aber sehr schön, darauf hinzuweisen, dass Gentechnik schon längst Alltag ist. Nicht nur in der Medizin, auch bei Baumwolle ist die Gentechnik angekommen. Nur die Europäer weigern sich das anzubauen, die wollen nur konsumieren.

    2+
    • Bauer Willi sagt

      CRISPR ist ein anderes Thema. Sonst wäre der Artikel einfach zu lang geworden.
      Bauer Willi

      0
  23. AdT sagt

    Ich denke, es geht um die Sorge vor unkontrollierter Auskreuzung. Diese Frage stellt sich nicht bei industriell hergestellten Stoffen. Kann man Monsanto, den Zulassungsbehörden (in Entwicklungsländern, Schwellenländern) trauen? „Sorge“ ist vielleicht zu viel gesagt. Ich empfinde es als liberaler Mensch als Eingriff in Allgemeingüter. Ich will das nicht. Muss man sich alles unterjubeln lassen? Nö.

    4+
    • Bauer Willi sagt

      Es geht aber um die Frage, ob Milch anders ist, weil die Kühe „ohne Gentechnik“ gefüttert wurden.
      Bauer Willi

      1+
      • AdT sagt

        Das halte ich für Unsinn. Könnte mir vorstellen, dass es Marketingmenschen auch um das Wort „Technik“ geht. „Ohne Gentechnik“ suggeriert mehr Idyll und ergänzt verbal (weiterer Wahrnehmungskanal) die Alm, die auf der Packung abgebildet ist.

        0
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Nein, es geht darum, dass Kunden eine bestimmt Produktionsweise, die sie gut finden, mit einem Mehrpreis für gentechnikfrei erzeugte Milch im Laden honorieren. Das ist doch das gleiche wie bei Bioprodukten. Ob die „besser“ oder „anders“ sind, ist doch auch sehr umstritten, was anders ist, sind die Produktionsmethoden, und die wünscht und honoriert der Verbraucher.

        9+
      • AdT sagt

        Das erwarte ich nicht, jedenfalls keinen Vertrauensvorschuss. Man guckt den Menschen nur vor den Kopf. Ich versuche, das Argument sprechen zu lassen, möglichst konkret. Je komplizierter ein Sachverhalt ist, desto weniger kann man ein Argument selbst nachvollziehen, desto eher ist man auf die Glaubwürdigkeit von Personen/Institutionen angewiesen, auf Glauben, desto leichter unterliegt man einer Kontroll-Illusion. Ab einem Punkt ist man in einem Bereich, wo Skepsis und Misstrauen ein Argument sind. Da „darf“ man dann konservativ sein und am Bewährten festhalten wollen. Ich glaube aber, dass hinter dem Label „ohne Gentechnik“ keine tiefgreifenden Sorgen von Verbrauchern stecken (hierzu s. oben).

        0
        • Inga sagt

          Sind Verbraucher unmüdig?

          Es gibt doch Ausnahmen! Und für die ist das Label, oder nicht?
          Sie wollen sihc auf das Label verlassen;

          bei die anderen funktioniert es auch!
          Aber mehr dem Hersteller und Verpacker!

          0
          • AdT sagt

            Für „unmündige“ Verbraucher gibt es das Jugendschutzgesetz bzw. das Betreuungsrecht. Alle anderen Personen sind potentielle Kunden, und ob sie „mündig“ sind oder nicht, ist allenfalls deren Problem.

            Was ich meinte: Nur weil man mal GVO-Sojabohnen in der Hand gehalten hat, ein paar Fachbeiträge oder Lobbypamphlete über grüne Gentechnik gelesen hat und auch sonst nix gegen Technik hat, heißt das nicht, dass man sich für viel schlauer auf diesem Gebiet als andere halten sollte. Damit meine ich mögliche Auswirkungen durch unkontrollierte Auskreuzungen, nicht Gentechnik in der Medizin oder Gensequenzierung in der Kriminalistik. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe großen Respekt vor den Fähigkeiten von Landwirten. Aber der durchschnittliche Landwirt versteht von grüner Gentechnik allenfalls so viel wie ein Arzt von Pharmazie oder ein Jagdscheininhaber von Ökologie. Damit werte ich ihn hoffentlich nicht ab. In allen Berufen gibt es Menschen, die dazu neigen, sich zu überschätzen. Das ist keine Frage des Berufs, sondern eher eine Frage von Temperament und Selbstreflexion. Wie man an dem ganzen Diskussionsverlauf hier sieht, wurden zum (Risiko-)Potential von Gentechnik nur Glaubensfragen ausgefochten.

            Ich persönlich habe keine dezidierte Meinung zur grünen Gentechnik. Dafür bin ich nicht genug im Thema und habe deshalb nur aus überschaubarerer Marketing-/Verkäufersicht argumentiert. Ich finde, die Gentechnikfrei-Milch-Befürworter haben heute insgesamt einen sympathischeren Eindruck gemacht: differenzierter und kundenfreundlicher argumentiert. Viele Label-Gegner haben hingegen dumpf agiert und stereotype Parolen rausgehauen.

            1+
            • Inga sagt

              Wie bitte?

              „Aber der durchschnittliche Landwirt versteht von grüner Gentechnik allenfalls so viel wie ein Arzt von Pharmazie“

              Was ein Arzt von Pharmazie wissen muss, weiß ich nicht.

              Aber ein Bauer, der eine Kuhherde aufbaut, der muß von Genetik etwas vertehen und so versteht er auch etwas neuen Kulturpflanzensorten, die leistungfähiger sind!

              Weißt du was ein Herdbuch ist?

              Die Milch wird oder wurde nach Fettinhalt bezahlt und da züchtet man Milchkühe mit mehr Fettgehalt in ihrer Milch, die sie von der Mutter und den Großmüttern vererbt bekommt!
              Das wird ins Herdbuch eingetragen!
              Das habe ich schon als Kind mitgekriegt! Als Bauernkind in der Großfamilie.
              Ähnlich ist es mit den Kulturpflanzen.
              Ein Bauer muß ein Tier- uns Pflanzenzücher und Tiermäster und Pflanzen- und Ackerbauer sein. Nebenher auch noch Biologe, Maschinist und Kaufmann!
              Und früher mußte die ganze Großfamilie mithelfen. Jeder hatte seine Aufgabe, dass nimmt sogar „Müllermilch“ auf und wirbt damit, dass die Familie Müller von Großeltern bis Enkel jeden Jughurt von Hand umrühren und herstellen!

              Weiviel % der Verbaucher glauben das?

              Hast du schon mal was von Grüner Revolution gehört?
              Und jeder Bauer mit eigenem Betrieb hat das voll mitgemacht und auch selbst bezahlt!
              Bei der Milchkrise hast du es vielleicht bemerkt!
              Und weil das ein bisschen viel für eine Bauernfamilie ist, deswegen hat Bauer Willi das Buch „Sauerrei“ geschrieben.
              Wieviel Generationen soll das noch weitergehen? Oder sollen wir aufgeben und alles irgendwelchen Aktionären überlassen und Angestellte auf dem eigenen Boden sein? Bestimmt bequemer!?!
              Weniger Arbeit, mehr Freizeit und weniger Sorgen und auch sonst mehr Annehmlichkeiten!
              Aber die Biodiversität leidet auch darunter!
              Und auch hier wird deswegen auf seine (Willis) Initiative hin diskutiert, damit ihr Verbraucher uns Bauern auch versteht.
              Und damit Ihr endlich mal aufgeklärt werdet, dass es keine lila Kühe gibt!

              Natürlich haben die Verbraucher einen sympathischeren Eindruck bei der Verpackung, wo drauf steht -Gentechnikfrei-Milch-
              weil er es nicht besser weiß.

              Und der Handel nutzt das bei dem „unmündigen Verbraucher“ aus, das ist ja das fatale!
              Er hat ja einen ganz anderen Beruf und zusätzlich noch andere Sorgen

              Das Wort: „unmündigen Verbraucher“

              ist von mir her gesehen keine Beleidigung, ich benutze das Wort nur, weil er von den Herstellungsverfahren keine Ahnung haben kann!

              Aber er soll deswegen uns Bauern auch keine Vorschirften machen, denn das machen wir in Sachen und Wissen, die seinen Beruf angehen auch nicht!

              0
  24. Andreas Schmid sagt

    Als bei uns auf der Molkereiversammlung gesagt wurde, das die Gene in der Milch nicht zu finden sind, und deswegen ein Bürokratieapparatt installiert wird, gab es um Saal ein Gelächter.

    1+
      • Andreas Schmid sagt

        Das ist die Frage. Lachen kann man aber nur mit Hintergrundwissen.

        2+
    • AdT sagt

      Sie müssen ja ein wahrer Genetikexperte sein. Wo haben Sie das studiert und Ihren track record erworben?

      0
      • Inga sagt

        Das gehört doch zur Allgemeinbildung,

        wenn man im Speichel, , Blut und in den Haaren die Gene erkennen kann,
        dann kann man das auch in der Milch!

        Anwälte und andere Verbraucher hatten auch Bio in der Schule, die vom Steuerzahler finanziert wurde!

        War das keine Investition in die Zukunft?

        Jeder einfacher Bauer weiß das aber!

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            • AdT sagt

              Gene sind in Zellen. Zellen in der Milch muss irgendwer da reingetan haben. Oder sie trinken die Milch direkt nach dem Melken.

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              • Inga sagt

                In jedem Zellkern sind Gene (genetischen Material), wo man raus lesen kann!

                Bei Tieren mit gesundem Euter schwankt sie zwischen 20.000 und 100.000 pro Milliliter in der Milch.

                Bei Tieren mit kranken Euter sind eben eine erhöhte Zellzahl feststellbar; diese Milch darf nicht geliefert werden!

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            • Mark sagt

              Sind direkt nach dem Melken keine Zellen in der Milch?? Das wären ja bahnbrechende Erkenntnisse (nobelpreisverdächtig).

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              • Inga sagt

                Bestimmt,
                aber wir Bauern meinen mit Euterzellen die Gefährlichen, wenn die da drin sind, dann dürfen wir die Milch nicht liefern.
                und wenn doch, darf die Mokerei diese Milch nicht weiter verarbeiten.
                Jede Molkerei hat ein Labor und achtet darauf!

                Milch ist eine Emulsion, genau wie Blut.
                Blut hat auch viele Zellen!

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            • AdT sagt

              Was weiß ich nicht? Ich habe den Eindruck, dass Sie keine Vorstellung von Genen haben, wenn Sie Speichel, Blut und Haare in einem Atemzug nennen. Blut und Haare bestehen (u.a.) aus Zellen. Speichel nicht. Es können somatische Zellen, z.B. von den Schleimhäuten abgelöst, enthalten sein. Deswegen wird für einen Gentest nicht einfach ins Röhrchen gespuckt, sondern es wird ein Abstrich von der Mundschleimhaut genommen. Ähnlich bei der Milch. Sie besteht nicht aus Zellen, sondern enthält, wie ich mir ja auch dachte und es oben andeutete, somatische Zellen des Eutergewebes – oder Bakterien, Einzeller (!) bei Mastitis. Davon abgesehen bin ich kein Euterspezialist und trinke seit Jahren keine Milch. Und jetzt?

              1+
            • Inga sagt

              Klar AdT,
              in Milch und Speichel sind eben die körperlichen Zelle von Euter und Hautzellen, aber man kann untersuchen von wem die Milch oder Speichel sind.

              Aber hier liegt ein anderes Problem vor,
              denn man kann meines Wissens nach wirlich nicht in der Milch heruas finden, ob die Kuh genverändertes Soja gefressen hat.
              Die Molkerei hat Recht!

              Ob es im Schweinefleisch zu finden ist, wenn das Schwein ganz andere MEngen wie die Kuh, genverädnertes Soja gefressen hat, würde mich sehr interessieren!

              Ob man beim Käse festellen kann, ob er mit genveränderten Lab hergestelt ist, weiß ich auch nicht!

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