Bauer Willi
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Lidl fordert…

Am 2.12. hat Lidl eine Pressemeldung zu Erzeugerpreisen in der Landwirtschaft herausgegeben. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Wie ist eure Meinung?

https://unternehmen.lidl.de/content/download/36175/file/201202_PI_Lidl_Dringlichkeitsgipfel.pdf?version=1

Hier ein Auszug:

Erzeugerpreise in der Landwirtschaft: Lidl fordert Dringlichkeitsgipfel

02.12.2020 14:15:00 | Neckarsulm
Lidl fordert die Einberufung eines Dringlichkeitsgipfels, um konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der deutschen Landwirtschaft auf den Weg zu bringen. In einem Schreiben an Branchen- und Verbandsvertreter des Handels und der Landwirtschaft sowie an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner schlägt der Chef der Schwarz Gruppe, Klaus Gehrig, vor, pragmatische und unbürokratische Lösungen zu verfolgen, um für Landwirte eine Verbesserung der Situation zu erzielen.

Pressestelle Lidl Deutschland
presse@lidl.de
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86 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Arnold Krämer

    Jawohl der DBV weis viel , tut aber nichts. Heute hat Herr Rukwied eine Presseerklärung rausgegeben zu den Demos. Er tut so . als ob der dafür etwas getan hat , schönt sich aber mit der Arbeit der anderen. Nichts gemacht haben die DBV-Leute ! Die sollen sich lieber darum kümmern , daß jetzt die Kanalisierung der verschiedenen Aktionen für die Verhandlungen mit dem LEH stattfinden, denn wenn jeder für sich sich verhandelt , dann führen uns die LEH-Leute vor , wie jetzt mit der Lachnummer mit den 50 Mill. Euro Freikaufgeld und das nur für Tierwohlbetriebe , wo doch die meisten Betriebe kein Tierwohl mitmachen , oder keine Tiere haben. Es geht um das Grundsätzliche in der Beziehung Landwirtschaft zum LEH. Mit Freikauf läuft das wohl mit den NGOs , aber nicht mit uns Bauern. Zu der Summe sei gesagt , daß das gerade mal ein Euro je Schlachtschwein ausmacht , also nix. Hier geht es um mind. 50 Euro/Schwein und das dauerhaft. Wir haben in der Vergangenheit über 2000 Mastschweine aus eigener Ferkelproduktion verkauft. Die Sauen sind schon weg und wenn noch mehr Vorschriften kommen , wie z.B. Stroh usw. , dann sind auch die Mastschweine weg. Dann sollen doch die LEH-Leute die Hormonschweine aus Brasilien kaufen. – Möchte in diesem Zusammenhang noch einmal auf den “Großen Reset” beim Weltwirtschaftforum in DAvos
    hinweisen. Da wird sich über das EU-Verhalten zur Welternährung sehr kritisch geäußert und eine völlige Lockerung der Gesetze und Vorschriften gefordert !!

    • Arnold Krämer sagt

      Zur konkreten Lobbyarbeit des DBV kann ich nichts sagen. Da fehlt mir die Nähe. Ich weiß nur, dass der Zugang der Funktionäre zu den politisch Verantwortlichen und damit ihr Erfolg sehr stark abhängig ist von der jeweiligen Persönlichkeit. Und nicht immer hat man als Bauernverband die richtigen Leute zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Das ist leider so.

  2. Arnold Krämer sagt

    Einige Hinweise zum argumentativen Verhalten des Bauernverbandes im Vergleich zu alternativen Verbänden:
    Der Bauernverband hat anders als die anderen über seine Buchstellen und deren Mitarbeiter einen sehr tiefen Einblick in die wirtschaftliche und sozioökonomische Lage der Landwirtsfamilien. Er weiß, dass öffentliche Statistiken dazu nicht einmal die halbe Wahrheit abbilden. Er weiß, dass die wirtschaftliche Schere zwischen den Betrieben immer weiter auseinander geht. Er weiß, dass die Betriebszweige auch langfristig deutlich unterschiedliche Rentabilitäten aufweisen. Er weiß, dass der klassische Familienbetrieb mit nur dem landwirtschaftlichen Einkommen die absolute Ausnahme geworden ist. Er weiß über seine Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und Vorständen der Verarbeitungsunternehmen sehr viel darüber, dass es im Agrarsektor immer leichter ist, zu produzieren als zu verkaufen.
    Und all dies Wissen und auch die Tatsache, dass die erfolgreichen Landwirte zumindest in Westdeutschland auch davon leben, dass ihre Berufskollegen die Hoftore eher schließen, lässt den Bauernverband sehr viel defensiver auftreten als AbL, LSV, BDM und wie sie alle heißen.

    • Reinhard Seevers sagt

      ….und wenn dann noch die ganzen Abhängigen in den Agrarholdings des Ostens dazukommen, dann wird es noch komplexer und differenzierter. Von Außen kommt immer nur die Aufforderung etwas zu ändern, obgleich niemand weiß wie, womit und wohin es sich ändern soll……okay, mehr Bio, mehr Insektenschutz, mehr Biodiversität, mehr Wasserschutz, weniger Chemie, mehr Kontrolle…..das weiß man. Aber wie man das durch Überleben erreichen kann, das ist offen.

    • bauerhans sagt

      der WLV hat die “Landwirt schafft Leben GmbH” gegründet,die wohl die aussendarstellung der bauern übernehmen soll.
      der mitgliedsbeitrag richtet sich nach umsatz des jeweiligen betriebes und ist steuerlich absetzbar.

  3. bauerhans sagt

    Lidl will 50000000 zur verfügung stellen,die über ITW verteilt werden sollen!
    ob die meldung stimmt.

    • Ferkelhebamme sagt

      Für Lidl/Kaufland gute Aussenwirkung, aber eine Einmalzahlung aus der Portokasse hilft nicht weiter.
      Allein jetzt mal auf die deutsche Sauenhaltung runtergebrochen:
      Lt. Thuenen-Institut wurden im letzten Jahr ca.42 Mio Schweine geschlachtet, die in D geboren wurden (20% aller in D gemästeten Schweine wurden importiert), das sind im Schnitt etwa 3,5 Mio deutsche Ferkel im Monat. Denen hängen wir gerade pro Ferkel ca. 30,- an den Schwanz! Das sind 105 Mio., die nur die deutschen Sauenhalter gerade IM MONAT verbrennen.
      Wieviel Gewinn hat die Schwarz Gruppe seit Corona nochmal eingefahren?

      • Arnold Krämer sagt

        Da werden die Scheine vom letzten Jahr wieder eingesammelt. Auch das gehört zur Wahrheit.
        Preise sind im Agrarbereich immer Signale und bilden keine Erzeugungskosten ab.

      • fingerphilosoph sagt

        Stimmt das, das 2019 nur 42 Millionen plus 20% Import = 50,4 Mio. Schweine geschlachtet wurden?

        • Reinhard Seevers sagt

          Destatis sagt:

          Schweinefleisch: Schlachtmenge um 2,6 % gesunken

          Mit 55,1 Millionen geschlachteten Tieren im Jahr 2019 ging die Zahl der geschlachteten Schweine gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 3,0 % zurück. So verringerte sich die Zahl der geschlachteten Schweine inländischer Herkunft um 3,4 % auf 51,8 Millionen Tiere, während die Zahl importierter und in Deutschland geschlachteter Schweine um 2,7 % auf 3,3 Millionen anstieg. Insgesamt wurden 2019 dadurch 5,2 Millionen Tonnen Schweinefleisch und damit 2,6 % weniger als 2018 produziert.

        • Ferkelhebamme sagt

          20% der Schlachtschweine wurden als Ferkel importiert. Obendrauf kommen noch die Lebendimporte an Schlachtschweinen, was die Gesamtsumme von 55Mio Schweineschlachtunhen ergibt

    • Vielleicht ist es nur ein Werbegag,

      Dem müsste man gegenüber stellen, was so eine Werbekampagne kostet, oder?

    • Smarti sagt

      50 Mio Euro, ein Nichts im Vergleich zu den Problemen der Schweinehalter. Gut ein Euro pro geschlachtetes Schwein ist ja nicht viel. Aber Lidl/ Kaufland macht das nicht einfach für lustig und natürlich auch nicht den Schweinebauern zuliebe – dann könnte er einfach die Fleischpreise heraufsetzen und gut ist. Einen Euro pro Kilo und nicht pro Schwein, sonst gibt es in D in zwei Jahren ganz einfach keine Schweine mehr.
      Aber 50 Mio sind ein sehr starkes Signal `!
      Insektensterben, Waldsterben und jetzt der Gipfel des ganzen: Bauernhofsterben – für jeden sichtbar weil die Landwirte nicht mehr länger ausharren (können) und vor dem Zentrallager streiken. Lidl möchte mit dem Bauernmorden nicht in Verbindung gebracht werden, das macht sich einfach nicht so gut in den Medien. Da sind die 50 Mio gut angelegt – als Pflaster für alle Schweinereien.
      Vielleicht kommt es ja zum Bieterwettkampf ? Was bietet Aldi – ich Wette mal 100 Mio – kann man das eigentlich von der Steuer absetzen ?

  4. Arnold Krämer sagt

    @feuerdrache
    “Ich habe zwar keine Ahnung, was Gespräche bringen sollen – wenn ich als Verkäufer sehe, dass mein Lieferant aus dem letzten Loch pfeift und mir an einer gesunden Geschäftsbeziehung liegt, zahle ich einfach den Preis, der das Überleben meines Lieferanten sichert … ist wahrscheinlich wieder zu einfach von mir gedacht…”

    Tatsächlich zu undifferenziert gedacht!
    Es kommt nichts heraus, weil der Sektor so unterschiedlich organisierte Wertschöpfungsketten hat und immer wieder verdrängt wird, dass der Landwirt vom Schlachthof, von der Molkerei, der Zuckerfabrik usw. bezahlt wird und nicht vom LEH !!!
    Die Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit dieser Erstkunden ist unterschiedlich, weil: 1.(Marken) 2. (Liefermengen) 3. (Kundenbindung) 4.(Absatzmärkte) 5….. 6……. viele Gründe. Noch ein Beispiel: Nur die wenigsten Schlachthöfe waren vor ASP zugelassen für den Schlachtschweineexport nach China

    Zwischen Landwirt und Schlachtereien sitzen meist noch private oder genossenschaftliche Viehhändler, das allerdings nur bei Rind und Schwein, nicht beim Geflügel.
    In der Schweineproduktion sind Landwirte (Mäster) Kunden der Landwirte (Ferkelerzeuger). Dazwischen Viehhändler, Erzeugergemeinschaften, sehr selten Direktbezug.
    In bestimmten Sektoren (Milch, Schwein, Rind) nehmen die Erstverarbeiter der Agrarrohstoffe die Betriebsaufgaben (Strukturwandel) billigend in Kauf, weil es in Westdeutschland in diesen Sektoren immer noch suboptimale Erzeugerstrukturen gibt. Im Bereich der Pflanzenproduktion gibt es ebenfalls keinen Grund einzelne Lieferanten zu stützen, weil genügend vor der Tür stehen, die mehr Rüben, mehr Kartoffeln etc. liefern möchten.

    Im Geflügelsektor dagegen hat z. B. der Schlachthof in aller Regel kein Interesse, dass seine Vertragslandwirte (es gibt nur ganz, ganz wenig vertragsfrei gemästete Hähnchen) ökonomisch scheitern. Die Strukturen auf der Erzeugerebene sind ja auch gut: Große Ställe, immer komplette LKW-Lieferungen an Futter, komplette LKW’s beim Verladen der Schlachttiere u.a. Dinge mehr. Da wird zusätzlich auch anders als bei Milch, Rind- oder Schweinefleisch ein wachsender Markt und kein schrumpfender Markt bedient. Allerdings gelingt es Integratoren wie Wesjohann oder Rothkötter angesichts massivem Produktionswachstum in Osteuropa nicht mehr, steigende Kosten an den LEH zu überwälzen, mit der Folge sinkender Auszahlungspreise und sinkender Rentabilität bei den Hähnchenmästern. Das sah z. B. 2009/2010 in der Finanzkrise, die auch zu Getreidepreisen von rund 25 €/dt führte, noch (einmalig?) ganz anders aus.

    Also alles in allem eine schwierige und unübersichtliche Gemengelage, was man auch daran erkennen kann, für welche Bereiche in den 1960er und 1970er Jahren EU-Marktordnungen mit welchen Instrumenten und welcher Wirksamkeit geschaffen wurden. Die besten Milchauszahlungspreise hatten Ende der 1970er Jahre die (meist kleineren) Molkereien ,die nur Butter und Magermilchpulver produziert und an den Staat verkauft haben. Für Kartoffeln gabe es übrigens nie eine Marktordnung, die Stärkekartoffel war Teil der Getreidemarktordnung.

    • Smarti sagt

      Die Molkereien können sehr gut den Erlös der verkauften Produkte auf den Liter gelieferte Milch umrechnen. Damit wird der Auszahlungspreis der nächsten zwei Monate begründet – je nach Kontrakt mit dem LEH. Ein “Geschenk” von Lidl käme via Molkerei beim Erzeuger an. Auch bei Frischfleisch kann der Schlachthof den Preis “umrechnen”. Paulus Idee ist bestechend einfach. Einzelne Produkte kennzeichnen: kommt aus Deutschland und einen Aufschlag für den Landwirt. Das würde sich auch gut im Prospekt machen. Je mehr Bauern die nächste Zeit das Handtuch werfen, desto besser verkauft sich die Idee… ?
      Zumindest kann dann nachher niemand sagen er wollte ja helfen, wusste aber nicht wie.

  5. Friedrich sagt

    Ein LSV-Vertreter hat im Internet die Mithilfe von den NGOs gefordert. Ja , wo sind denn diese Leute ? Schweigen im Walde , weil es deren Geschäftmodell ist , überall Schweigegeld abzukassieren. Die LEHs bezahlen Millionen Euro als Schweigegeld an die NGOs und deshalb sind die jetzt ganz still und hoffen , daß es keiner merkt und deren Lügengebäude damit zusammen bricht. Kann nur hoffen , daß es unsere Mitbürger auch mit bekommen und denen keine Spenden mehr zu Weihnachten zukommen lassen, denn die NGOs bezahlen davon ihre führenden Leute fürstlich und die Einsatzleute mit einem Handgeld. So war zu hören , daß der NABU in der Nähe des Regierungsviertels ein Gebäude mit 200 Leuten betreibt. Die NGOs kaufen ja auch Acker-und Grünlandflächen und erhalten dafür auch die Flächenprämien. Naturschutz ist für die nur ein Werbeargument. In Wirklichkeit gehts denen nur um das Geschäftsfeld Spendenoptimierung mit der Angstmache für Klimaschutz usw. . Mit Angst läst sich gut Geld machen. Das haben uns die Kirchen in der Vergangenheit mit dem Ablaßhandel vorgemacht. Mit dem Geld wurde dann der Petersdom usw. in Rom gebaut . Nicht umsonst sind die Kirchen so vermögend und dasselbige Spiel betreiben heute die NGOs.

    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat:”Ein LSV-Vertreter hat im Internet die Mithilfe von den NGOs gefordert.”

      Warum so geheimnisvoll, das war Bauer Willi auf fazzebuck!😉

    • Arnold Krämer sagt

      Beim Petersdom und anderen Kirchen in Italien ist das Geld aber zumindest architektonisch gut angelegt worden. Werden unsere Nachfahren in ein paar hundert Jahren auch vergleichbare Denkmäler der NGO’s bewundern können?

  6. Paulus sagt

    Smarti, ich finde daran gar nichts gruselig. In Zeiten von Corona bestellen auch wir überwiegend beim Lieferdienst. Als gruselig und abstoßend empfinde ich indes einen Besuch im LEH. Mitbürger die ihre Maske nicht richtig tragen, mir auf die Pelle rücken, mich anhusten usw. bereiten mir viel mehr Unbehagen.
    Und wenn ein T-Shirt so günstig ist, dass es sich nicht lohnt dieses mehr als zweimal zu waschen sollten doch gerade die Ökofreaks glücklich sein. Weniger Waschmittel mit diesen entsetzlichen Tensiden, weniger mittels Gentechnik hergestellter Enzyme und weniger Wasserverbrauch. Stattdessen unterstützen wir die Arbeiter auf den Baumwollfarmen, die Näherinnen und wen sonst noch alles in der dritten Welt. Ich kann dieses Geseihere der selbsternannten Weltverbesserer, die sich glücklich auf einem Bullerbü-Bauernhof befinden, nur schwer ertragen.

    • Smarti sagt

      Paulus, auch ich gehe viel seltener als vor Corona zum Einkaufen. Da ist ein Lieferdienst eine gute Sache und natürlich gehts mich überhaupt nichts an, was Du sonst noch so im Netz bestellst. Wir haben eine Lieferadresse für Pakete von Schweizern, weil wir ja direkt an der Grenze wohnen. Da kommen dann z.B. an: Bio-Hühnerfutter aus Österreich, Spielzeugschrott und Pferdedecken direkt aus China, Staudensellerie aus Holland, dieser regelmässig alle zwei Wochen. Sellerie und Hühnerfutter gibts auch bei uns…
      Jeden Tag kommen ein paar Transporter und jeder bringt ein Paket. Dann fahren die Leute teils extra noch abends zu uns hoch und freuen sich über ihren Neuerwerb. Es sind nette Leute, teils Freunde und jeder ist alt genug um zu entscheiden was er wo kaufen will. Ich sag ja auch nichts – aber gruseln tu ich mich trotzdem. Die wie neuen Kleider kriegen wir dann ein paar Monate später “für den Stall” – ich musste noch nie auch nur ein Kleidungsstück kaufen.
      Holzrücken mit den Pferden finde ich übrigens total gut – das würde ich gerne mal richtig erlernen, sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe. Unser Wald ist nicht so gross und wir haben einen jungen Schwarzwälderhengst, dem würde das sicher Spass machen.
      Dein Vorschlag mit der Kennzeichnung ” plus 20 % für die deutschen Bauern ” ( oder wie auch immer ) wäre einfach mit einem Aufkleber zu realisieren. Mir gefällt dieser Vorschlag sehr gut – das ist DIE Lösung.

    • Gephard sagt

      Glaubst du wirklich deiner zynischen Argumentationskette oder war das Ironie? Du unterstützt mit dem Billigshirt lediglich, dass die Näherinnen und Näher weiterhin auf gleichem Niveau ausgebeutet werden. Baumwollproduktion und Transport sind zudem wesentlich umweltschädlicher als die paar Tenside, die zudem im Vergleich hierzulande besser geklärt werden als die Abwässer in den Erzeugerländern.

      • Schmeckt gut sagt

        Gephard, sie werden die komplexen Zzsammenhänge nie verstehen. Oder wollen es in ihrer “Blase” nicht.

  7. Friedrich sagt

    Die Party ist zu Ende für den LEH. Die Leute wollen nur Zeit schinden. Ein weiteres konsequentes Vorgehen gegen diese Bauernausbeuter ist angesagt. Unsere Ausgangslage , auch wenn es z.Zt. sehr düster aussieht , beginnt sich rapide zu verbessern. Alle Lebensmittelimportländer kaufen z. Zt. volle Pulle auf dem Weltmarkt ein , als gäbe es keinen Morgen. Selbst China , daß noch fast nie Körnermais importiert hat , kauft wahnsinnige Mengen . Auch die Sojaimporte mit rd. 100 Mill. Tonnen gab es noch nie. Alle Importländer kaufen den Markt leer. Herr Schwab , Chef vom Weltwirtschaftforum , sagt Hungersnöte schon länger voraus , weil Europa mit ständigen Gesetzen und Verordnungen den eigenen Bauern die Produktion verringert. Er sagt voraus , daß die EU ,
    die ganzen Mengenverminderungsgesetze streichen muß , sonst gibt es Hunger ohne Ende , weil einfach die Mengen fehlen. Dann werden wir Bauern unsere Produkte eben exportieren und einen höheren Marktpreis auf dem Weltmarkt erzielen und die hiesigen Regale bleiben dann eben leer. Dann ist Schluß mit Lustig für die moralisch, ideologische Politik unserer Kaospolitiker in Europa. Wundere mich sowieso , warum nicht mehr Mitbürger gegen diese Politik auf die Straße gehen , denn diese Regierung betreibt seit Jahren eine Vernichtungspolitik für alles was wirtschaftet und nicht nur gegen die Bauern. — Wenn ich lesen muß , daß TUI weitere 1,8 Mrd. Euro bekommt und jetzt insgesamt 4,8 Mrd. von Deutschland erhalten hat und das für 7000 hiesige Mitarbeiter von insgesamt 70.000 , dann ist das mehr als die 265.000 Bauern/Jahr bekommen. Deutschland will mal wieder die Welt retten. Wahnsinn !! Bezahlen müßen natürlich wieder die kleinen Leute. Da werden Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert. Das geht garnicht . Umverteilung von unten nach oben.

  8. Jochen Böhrer sagt

    Vor einem halben Jahr noch war man bestrebt, dem Verbraucher die Botschaft zu vermitteln: “Wir Bauern sind für Euch da. Wir sind systemrelevant. Regionale Landwirtschaft sichert auch in Krisenzeiten die Versorgung. Ihr braucht nicht hamstern.” Und jetzt stellt man ihn vor leere Regale, weil man den Verkauf der eigenen Produkte verhindert. Ich frage mich, wie das der Verbraucher jetzt sieht.

    • Reinhard Seevers sagt

      Ist wie mit den Intensivbetten Jochen. Wir haben genug davon, nur niemanden, der sie betreut…so ist es auch mit der Nahrung, wir haben genug davon, nur diejenigen, die sie erzeugen sollen, sind nicht mehr in der Lage dazu, bzw. kann davon selbst nicht leben. Der Durchschnittsdeutsche versteht das, glaub ich.

  9. Christian Bothe sagt

    Fast schon eine verkaufsfördernde Werbung des Lidl Chefs vor Weihnachten(hat eben ein großes Herz…).Ansonsten sind die Proteste an die falsche Adresse gerichtet.Den Verarbeiter muss man mit ins Boot nehmen wie AbL,BDM und LsV es heute(top agrar eben)endlich praktizieren!Erzeuger-Verarbeiter-LEH.So läuft‘s und alles andere ist zwar richtig,wird aber dem LEH nur ein Lächeln abverlangen, auch wenn man ein Zentrallager blockiert…

    • Brötchen sagt

      Christian….das Zentrallager ist aber die sensibelste Stelle, wo Du mit einfachen Mittel richtig Druck machen kannst.

      Zentrallager ist der Dreh und Angelpunkt des LEH, viele denke der Laden……

      • Christian Bothe sagt

        Habe es hier vor Ort auch bei Lidl erlebt…Der Verbraucher geht dann eben zu REWE,Globus,ALDI und NORMA.Aber insgesamt schon richtig von unseren Landwirten durch LsV Druck zu machen!Bin gespannt ob‘s Erfolg hat…

  10. Immer wieder das selbe Spielchen: Bauern bauen Druck auf (darin sind sie gut), die Gegner leiten den Druck um in einen runden Tisch (darin sind die Bauern schlecht) und am Ende des Tages kommt nichts dabei raus. Schon oft erlebt, jetzt sollten die Bauern doch mal merken, wo sie noch üben!! müssen (jedenfalls nicht im Treckerfahren).

  11. bauerhans sagt

    es ist bald Weihnachten!
    andererseits müsste der DBV da jetzt öffentlich drauf eingehen,aber die sind wahrscheinlich zu unflexibel.

    • brouss sagt

      Kann es sein, dass die BV-Bauern eher och ein gutes Auskommen haben und die vom LsV eher Bauern mit Problemen sind?
      Wenn das so wäre, hätte der BV keine große Motivation darauf ein zu gehen.

      • Reinhard Seevers sagt

        …Schenkelklopfer….😂😎…ich schmeiß mich wech. Brouss, der war gut……..oder war das Ernst gemeint? 😵

      • Arnold Krämer sagt

        Die BV- Vertreter sitzen in vielen Aufsichtsräten, die Vertreter der anderen Verbände eher oder ganz sicher nicht. Deshalb wissen sie besser Bescheid über die Mühen, die Produkte der Molkereien und Schlachtereien in fast immer überfüllten Märkten des In- und Auslandes so unterzubringen, das damit auch den Landwirten kostendeckende Preise gezahlt werden können. Und deshalb halten sie den Mund.

  12. firedragon sagt

    LsV hat die letzten Tage Zentralläger blockiert.
    Lidl hat Gesprächsbereitschaft im Sinne der LW signalisiert, im Gegenzug werden/wurden die Blockaden aufgelöst.
    In weit die Gespäche Früchte tragen werden und ob die LW mit langfristigen und wirtschaftlichen Preisen für Grundprodukte rechnen kann, bleibt abzuwarten.
    Ich habe zwar keine Ahnung, was Gespräche bringen sollen – wenn ich als Verkäufer sehe, dass mein Lieferant aus dem letzten Loch pfeift und mir an einer gesunden Geschäftsbeziehung liegt, zahle ich einfach den Preis, der das Überleben meines Lieferanten sichert … ist wahrscheinlich wieder zu einfach von mir gedacht…

    • Reinhard Seevers sagt

      Der Einkäufer des LEH telefoniert mit seinem Lieferanten/Händler….und das ist nicht der Bauer. Wenn er mit Polen oder Rumänien telefoniert und die Ware in Menge und Preis erhält, wird er sie kaufen. Warum auch nicht?

      • firedragon sagt

        Herr Seevers, ich weiß wie der Handel und Preispolitik funktioniert, brauchen Sie mir nicht erklären.
        Läge Lidl und Co. tatsächlich daran, die deutsche LW in irgendeiner Form zu (er)halten, glauben Sie nicht, dass das ganz fix und unbürokratisch ginge?

        • Brötchen sagt

          Drachen denen geht es vielleicht um öffentliche! Absprachen mit der Konkurrenz, das schwebt ihnen vielleicht vor.
          Ansonsten ist das ja mehr oder weniger nicht erlaubt.
          Denke das ist jetzt sowieso nur eine kurzfristige Sache und das würde schon helfen!

          Bei ITW hat das ja auch funktioniert.

          • firedragon sagt

            Brötchen,
            nur ein kleiner Gedanke (zu mehr bin auch gar nicht mehr fähig, hab grade Wein abgeschmeckt 🤪)
            Will die Politik deutsche bäuerliche oder egal welche LW, wie sie behauptet? Ja oder Nein ?
            Irgendwann sollte man wissen, was man im Land will und welche Voraussetzungen dafür da sein müssen.

            • Smarti sagt

              Sicher war der Wein gut, trotzdem nicht alles selber trinken :).
              Weiss “man” noch nicht, was das Land will ? Ich denke man weiss es schon – muss ja nur in die Textilindustrie, die kleineren Läden, Bäckereien etc. schauen. Und weil es bisher für die Verbraucher keine sofort sichtbaren negativen Aspekte gibt, kann auch der hiesige Lebensmittel produzierende Landwirt weg.
              Es geht mir gar nicht mehr um mich oder den Hof – das geht schon irgendwie weiter.
              Aber wie gruselig ist eine Welt, wo alles im Internet bestellt wird, von viel zu vielen Kleidern, Technik, Lebensmitteln. Alles immer billiger im Preis und der Qualität – hergestellt um es gleich wieder wegzuschmeissen. Wer verdient noch irgendwas daran – der Händler, der das Zeug Containerweise kauft und einzeln verschickt.?.. und bereits mit einkalkuliert, dass ein Teil der Ware nicht abgesetzt wird und deshalb gleich als Neuware entsorgt wird. Aber egal – es gibt ja Alles – überall und jederzeit und schrottbillig.

            • Brötchen sagt

              Drachen, die Politik will natürlich alles……

              Bei uns hatten die Linken mal plakatiert….kostenlose Kitabetreuung…..

              Ich bin für Freibier für alle!

              Der Kuchen ist begrenzt, man muss sich jetzt langsam entscheiden, wem man weh tun will1?
              Wenn alle hurra schreien, wenn Kraftwerke, die viel Geld gekostet haben stilllegt und man dafür nochmal Geld zahlt, dann weiß ich nicht was der Hurraschreier da denkt, wer das bezahlt.
              Oder wenn ein Diesel PKW durch ein nicht brauchbares E Auto ersetzt wird.
              Oder wenn Du mit der Hacke loslaufen sollst, Sklaven gibt es ja nicht mehr, die wollen doch jetzt auch alle Millionär werden, ohne Arbeit.

              Ich weiß es nicht, was gewollt wird und wem sie weh tun wollen.

          • brouss sagt

            Bei ITW ging es um Tierwohl, da ist leichter was um zu setzen, als wenn es um Bauernwohl geht.

        • Wolfgang sagt

          Solange der Verbraucher aber bezüglich Regionalität und Produktionsbedingungen nur Lippenbekenntnisse abgibt und an der Kasse nur für das Billigste bezahlt, egal woher es kommt, und unter welchen Bedingungen es produziert wurde, hat auch Lidl und Co. damit ein Problem.

          Zumal bei vielen Produkten ja gar nicht zu erkennen ist, was wirklich drin ist. Ich denke nur an Tomatenkonzentrat aus China, das in Italien nur umgepackt wird und dann auch noch mit den Farben der italienischen Flagge auf der Dose / Tube beworben wird.

              • bauerhans sagt

                das ist doch tolle werbung für Henning Bauck.
                fast alles macht der chef selbst und sieht vor allem nicht aus wien bauer.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Das stimmt Hans, ich habe mich nur gefragt, ob er die Werbung nötig hat, weil es ihm evtl. schlecht geht wegen Corona, oder ob die Journalie die Menschen vom “Besseren” überzeugen will/muss. Ich glaube auch nicht, dass die Fernsehzuschauer aus Mümmelmannsberg jemals auf dem Hof einkaufen waren und können werden.
                  Die elitäre Wohlfühlgesellschaft würde dann sicher auch nicht mehr dort einkaufen, denke ich.😉

                • Thomas Apfel sagt

                  Interessant an dem Video ist vor allem die Auswahl des Bildmaterials. Nach dem Bolzenschuss im Hänger kommt das Rind erst wieder schön sauber abgezogen und ausgenommen ins Bild: Saubere Sache ! Der blutige Teil wird ausgeblendet, ganz im Gegenteil zu den Berichten über konv. Schlachtbetriebe. Im Bio-Betrieb machen das halt die Heinzelmännchen, unsichtbar im dunklen Tunnel. Bukowski hat das aus seiner Zeit in den Schlachthöfen von Chikago beschrieben: ” … aus einem dunklen Tunnel, aus dem Geräusche dringen, als wenn eine Herde Elefanten zum Geschlechtsverkehr übergeht, kamen in kurzen Abständen die Rinderhälften geflogen …”

          • Smarti sagt

            Ja, warum muss der kleinste Hofladen die Zutaten der Marmelade aufs Gramm genau angeben und die Industrie darf ganz offieziell die Herkunft der Zutaten verschleiern ?

            • Reinhard Seevers sagt

              Weißt du denn, woher der Hofladen die Früchte für die Marmelade bekommen hat? Vieleicht beim Lidl gekauft und verwertet? Es steht nicht drauf, man glaubt es aber, dass es vom Hof kommt, weil nebenan Erdbeeren wachsen….merkst was?

            • firedragon sagt

              Siehste Smarti,
              das mein ich doch … auf der einen Seite will der Stast angeblich klein und regional. Willste das und machste das oder versuchst es zumindest, erschlägt einen die Bürokratie … also brauchste ne bestimmte Größe und Personal, dann biete aber nicht mehr klein und kuschelig und musst aus der Regionalität raus, um den ganzen Apparat am Laufen zu halten…usw

          • Ja,
            Wenn der Verbraucher so getäuscht wird, kann er ja nicht durchblicken. Er müsste sich dann die Mühe machen zu recherchieren oder aus selbstgernteten oder direktvermarktetn Tomaten selber machen.

            Dazu braucht man auch Zeit!

      • Weil die dann die regionale Landwirtschaft und Kulturlandschaftpfleger nicht mehr unterstützen, Reinhard Seevers .

        Das muß sozial geahntet werden, oder nicht?

    • Elisabeth Ertl sagt

      Im günstigsten Fall heißt das, dass der Handel halt über die Konkurrenzsituation in dieser Abwärtsspirale bei den Preisen drin steckt und nur von der Politik da herausgeholt werden kann. Die Politik hat vor 30 Jahren einen Weg eingeschlagen, der das Geld über das stellt, was es repräsentieren sollte, und das war ein unmoralischer Weg, der in die Sackgasse führen musste. Und warum sollten nicht auch bei Lidl Menschen am Werk sein, die noch wie Menschen denken, und denen das selber langsam unheimlich wird?

      • Reinhard Seevers sagt

        Und warum sollte der Kunde plötzlich freiwillig mehr zahlen? Sobald die Lebensmittelprise steigen gibt es einen Aufruhr in diesem Land, da wette ich drauf. Volkes Zorn bricht sich Bahn, wenn das Essen teurer wird und die Sozialverbände stehen als erste auf der Matte.
        Es bleibt, wie es ist. Die Lebensmittel müssen billig bleiben!

        • Weil die dann die regionale Landwirtschaft und Kulturlandschaftpfleger nicht mehr unterstützen, Reinhard Seevers .

          Das muß sozial geahndet werden, oder nicht?

          Das muß jeder begreifen,
          es gibt doch noch mehr Naturgesetze, die eingehalten werden müssen.
          Und die müssen in die Kosten für Nahrungsmittel eingepreist werden, oder?
          Das müßte eigentlich zur Allgemeinbildung gehören.
          Besonders der von Lehrern, die die zukünftige Gesellschaft prägen.
          Und dieses Wissen ist wichtiger als

          Schillers Glocke

          auswendig zu können.
          Wir brauchen die nicht mehr zu lernen, weil wir für die (ökoloigieschädigende) Industrie vorbereitet werden sollten.

          Warum nur? Weil sich die Gesellschaft zu Gunsten der Industrie ändern sollte?
          Aber was ist jetzt die Priorität?
          Muß sich die Gesellschaft dahinschlich wieder ändern?
          Im ZDF (planet e) wird gerade über nachhaltiges Spielzeug und dessen Reparatur gesendet!

    • Schorsch Summerer sagt

      Wenn sich die LEHs untereinander verständigen den Lieferanten höhere Preise zuzugestehen müsste aber auch geklärt werden was das Kartellamt dazu sagt. Das ist doch das eigentliche Problem. Es ist leider so dass sich die Bauern noch nicht einmal Mengen- und Preiswirksam zusammenschliessen dürfen! Sobald sie das tun ist Schluss mit lustig. Es ist also auch eine bisher vernachlässigte Aufgabe der Politik das zu regeln. Bisher habe die Politiker doch vor allem Angst gehabt dass sie wegen dem Rumgeheule um die angeblich gestiegenen Lebensmittelpreise nicht mehr gewählt werden. Unvorstellbar wenn man sich eine zweite Urlaubsreise oder ein neues Smartdingsbums jedes Jahr nicht mehr leisten könnte. Lebensmittelpreise, und dass muss mal endlich auch so provokativ kommuniziert werden, dürfen nicht der Ausgleich für eine verfehlte Sozialpolitik, für eine ungerechte Einkommensverteilung sein.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Die Kartellbehörden sorgen doch dafür, dass die Marktmacht des LEH erhalten bleibt.

        Ich denke jetzt an den Milchstreik, wo die Kartellbehörde ein Verfahren einleiten wollte.

      • ” Es ist leider so dass sich die Bauern noch nicht einmal Mengen- und Preiswirksam zusammenschliessen dürfen! Sobald sie das tun ist Schluss mit lustig. ”

        Haben denn die die Bauern nicht mehr die alten Rechte von den Genossenschaftsmolkereien die in die Großmolkerein eingeflossen sind?

        Da könnte sich doch mla jemand kundig machen, oder?

    • Paulus sagt

      @firedragon, nein, es ist von dir nicht zu einfach gedacht. Kein Konzern, hier den LEH betreffend, kann es sich so einfach leisten seine Lieferanten in den Ruin zu treiben. Die Initiative von Lidl ist nur folgerichtig und ich wundere mich, dass es hier im Blog teils herablassend beurteilt wird. Pragmatische Lösungen halte für durchaus denkbar, indem man den Erzeugern gewisser Produkte einen höheren Preis bezahlt (das ginge auch über die Verarbeiter) und die Ware in den Läden entsprechend kennzeichnet. Z.B. “Deutsches Produkt +20% an die Bauern” oder so ähnlich. Damit hätte der LEH die Forderungen erfüllt und wäre kaum noch angreifbar. Das Dumme wird sein, dass daneben ausländische Produkte liegen die dann eben um diese 20% günstiger sind. Und da zeigt sich das eigentliche Problem, eure Produkte sind weitgehend austauschbar.

      Einen Vergleich dazu kann ich aus dem industriellen Sektor liefern. Ich habe als Verantwortlicher immer die F&E gestützt, Forschungsaufträge vergeben und mich jahrelang mit den elenden Buchhaltern aus der Finanz um die Kröten gestritten. Aufgrund meines Bestrebens hatten wir aber allein anhand unserer Schutzrechte eine dominierende Stellung am Markt und konnten uns in Vertragsverhandlungen relativ leicht durchsetzen. Etwas ähnliches ist in der LW nach meiner Auffassung nicht möglich. Da helfen auch die ernst gemeinten Bemühungen des Lidl-CEO recht wenig.

      • firedragon sagt

        Paulus,
        der Gedanke mit den z.Bpl. “20% für den dt. Bauern” wäre unbürokratisch und schnell umzusetzen. Aber Du hast auch richtig erkannt, die Produkte sind austauschbar und Schutzrechte gibt es im Lebensmittelbereich nicht – was wirklich sehr bedauerlich ist.
        Ist schon länger her, da habe ich mal geschrieben, wir müssen Begehrlichkeiten wecken, auch im Sinne von “stolz sein, dass es deutsche Produckte gibt, die ich als Verbraucher zu mir nehme”, leider ist diese Denkweise in den meisten Fällen abhanden gekommen.
        Ich weiß nicht, ob es tatsächlich zutrifft, aber kein oder so gut wie kein Franzose trinkt deutschen Wein bsplw.. Das kannst Du vielleicht eher beurteilen.

        • Ferkelhebamme sagt

          Nicht wir, der Handel hat die Macht, diese Begehrlichkeiten zu wecken. Er hat die entsprechenden Marketing-Instrumente!
          Netto hat eine Schiene: “10 Cent für den Erzeuger”, die tatsächlich auch dort ankommen, das kann gut funktionieren.
          Ich mache mir aufgrund diesen Briefes keine allzu großen Hoffnungen, aber es ist eine Chance, zumal jetzt das Medien-Interesse da ist, und der LEH ein Imageproblem bekommt. Erstaunlicherweise haben viele Nichtlandwirte in meinem Umfeld positiv auf die Blockade reagiert. “Find ich total gut!” Vielleicht auch, weil es sie durch die leeren Regale jetzt wirklich mal tangiert hat und die Botschaft recht einfach zu verstehen ist.
          Im Herbst, als ich ein paar Tage weg war und alles mit etwas Abstand betrachten konnte, ist mir aufgegangen, dass Otto-Normalverbraucher gar nicht mitkriegt, was auf den Höfen los ist. Und auch herzlich egal. Farm to Fork und die Botschaft der grünen Kreuze sind zu kompliziert, um sich wirklich damit auseinanderzusetzen. Und solange sich der Einzelne nicht wirklich Sorgen machen muss, tangiert es sie nur äußerst peripher.
          Die NGOs, Tierrechtler etc. haben jetzt mit ihren Forderungen auch keine große Chancen mehr, denn auch der Einfältigste weiß: Ohne Moos, nix los.
          Da müssen wir dran bleiben: Wir können alles, aber “Ohne Moos nix los” bzw. bald ganz weg.

            • Ferkelhebamme sagt

              Nein, nur diesmal sehr extrem bewusst geworden. Wenn man selbst vor lauter Sorgen nur noch müde ist und angestrengt nach einer winzigen Perspektive sucht, kurz flüchtet und dann von Leuten umgeben ist, die ihre Hündchen im Bollerwagen durch die Gegend ziehen oder deren einzige Sorge es ist, dass auf der Nordseeinsel keine Avocado verfügbar ist, dann wird einem klar, wie weit weg die Wohlstandsgesellschaft von den wichtigen Dingen des Lebens ist.
              Unser Ruf ist ruiniert, die Existenz bald mit, wir haben nichts mehr zu verlieren, die Gesellschaft aber schon. Vielleicht müssen wir sie tatsächlich mit einem unsanften Tritt vors Schienbein darauf aufmerksam machen?

              • firedragon sagt

                Ferkelhebamme, von solchen Leuten bin ich fast jedes Wo.Ende umgeben. Sind nicht alle so, aber leider sehr sehr viele. Manchmal, komme ich mir da vor, als wäre ich im verkehrten Film.
                Es ist wichtig für jeden einzelnen LW raus aus seiner Blase zu gehen und die andere Art des Lebens auf sich wirken zu lassen…sich Probleme von Menschen anhören, die für einen LW “Pipifax” sind. Menschen außerhalb der LW denken teilweise gänzlich anders, man muss lernen, diese Menschen zu verstehen, dann erst kann man anfangen (behutsam) zu erklären.
                Mit der Tür ins Haus fallen, ist wenig hilfreich.

              • Smarti sagt

                Ferkelhebamme, diese Gedanken kenne ich nur zu gut. Ja, es ist wichtig, dass Du mit den Leuten über Eure Probleme spricht – es wird aber dem Hof direkt und allen anderen Betrieben, die am Anschlag sind mittelfristig nichts nützen. Eines der reichsten Länder der Welt schrottet gerade seine Nahrungsmittelproduktion. Ja, ich glaube der Tritt wird schmerzhaft.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Drachen, du findest weder im Cora, noch im SuperU eine deutschen Wein zu kaufen, höchstens einen von Algerien, aber nur eine Flasche.

          • Reinhard Seevers sagt

            In Deutschland ist alles, was nicht aus diesem Land kommt besser, als das heimische…..allein Brot kann Punkten.

      • brouss sagt

        Jemand mit Erfahrungen aus der Industrie plädiert für Forschung und Produktentwicklung.
        So was wie die hier:

        https://millionfriends.de/

        Die haben kürzlich 5 000 000 Venture Capital eingesammelt. U.a. vom VC-Fond von Boehringer Ingelheim.
        Könnten die Bauern auch machen, aber dafür fehlt das Wissen. Wo kriegen wir das her?
        Personalisierte Ernährung wird in nächster Zeit das wichtigste Thema im Food-Bereich werden.
        Ich habe zwar keinen Zugang zu UNI-Wissen, aber ich will mit einer empirischen Herleitung mal einsteigen. Dann schaun mer mal, vielleicht findet sich jemand an ner Uni, wo bissle bestätigende Forschung macht.

    • Thomas Apfel sagt

      Denen geht es erst einmal darum aus der Presse zu kommen und die Traktoren von ihren Lägern weg zu bekommen. Danach setzt nach ein par warmen Worten der Konkurrenzkampf der vier Elefanten wieder ein. Wenn es um “Preisabsprachen” zu Lasten des Verbrauchers geht, wird das Kartellamt nebst “Verbraucherschützer-Verbänden” einschreiten. Die könnten inzwischen auch ein Monopol bilden und sich den Markt aufteilen. Die Preise und Profite würden steigen; nur nicht bei den Erzeugern. Die realen Möglichkeiten diese Marktmacht und ihre Hinterzimmerpolitik zu kontrollieren schwinden täglich. Ist ein bisschen wie mit dem medizinischen Bereich:
      “Was bringt den Doktor um sein Brot?
      Die Gesundheit und der Tod
      Dass er besser lebe,
      hält er uns in der Schwebe.”

      • Brötchen sagt

        Ja Thomas ist ja richtig und ist ja deren Job vor allem von dem Chef und wenn er das erkannt hat, ist das ja schonmal professionell.

        Bloß jetzt mal abseits der Klischees…..kann es nicht sein, das die auch schnallen, das ihnen ein “Untergang” der Erzeuger nicht unbedingt nützt.

        Du bekommst das vielleicht nicht mit, es sieht in manchen Bereichen nicht gut aus, es merkt bisher nur niemand. Ende nächsten Jahres wird dann der Aufschrei kommen, aber dann ist es zu spät. Es wird ja in allen Bereichen der LW am Einkommen geknabbert, es gibt bald keinen Bereich mehr, der Ausgleich schaffen kann.

        Vielleicht hat er das geschnallt, könnte ich mir vorstellen.

        Er sagt ja nicht direkt, was er besprechen will, er scheint aber etwas pragmatisches im Kopf zu haben. So lese ich es jedenfalls zwischen den Zeilen.

        Kann aber auch sein, es ist wirklich nur eine Finte, um aus den Medien mit einem guten Abschluss zu kommen.

        P.S. selbst wenn er total altruistische Motive hätte, kann er die nicht umsetzen, denn dann ist er selber pleite….das weißt Du doch auch..

        • Schmeckt gut sagt

          Brötchen, so tickt der LEH nicht. Er denkt urkapitalistisch. Ist reines Ablenkungsmanöver. Er wird immer Wege finden, den Lieferanten auszuquetschen. Den aus D, den aus der EU und den weltweit. Selbst bei leichter Unterversorgung von Märkten wird versucht, den Preis zu drücken. Erst bei der Erkenntniss, dass es wirklich zu wenig Produkt gibt, spricht man mit dem LEH auf “Augenhöhe” (was auch immer das heißt).

          • Brötchen sagt

            @Schmeckt gut ist ja richtig ich weiß schon wie die ticken, bin ja in der gleichen Branche, denkst Du unser Zwischenhändler der noch dazwischen sitzt zuckt jetzt irgendwie mit dem Preis…

            • Brötchen sagt

              @Schmeckt gut ich habe noch ein anders Bsp. bei uns ist ein sehr erfolgreicher Edeka (edeka ist bezüglich seiner Preispolitik berüchtigt) der unterstützt z.B. regionales Lammfleisch und auch andere regionale Erzeuger.
              Der Laden ist immer brechend voll und der macht z.b. Kaufland mächtig Konkurrenz.

              Wenn die wollen, geht da schon einiges.
              Glaube mir ich beobachte das sehr genau und kenne die HG sehr gut, wer da wo was verdient und wer nicht.

              Aber siehe man anderes Bsp.

          • Thomas Apfel sagt

            Augenhöhe gab es bei Obst z. B. 2017/18, als der Markt rund 30 % zu wenig Obst hatte. Da waren die Erzeugerpreise auf einmal so, dass alle damit leben konnten, und zwar auch der Handel. Ganz einfach gesagt, wir hatten bei Apfel mit halber Menge und doppeltem Erlös/kg eine deutlich entspanntere Lage. Natürlich auf Kosten Derer, die (wie am Bodensee) fast nix geerntet haben, so wie ich im vorigen Jahr. Die in diesem Jahr Vollertrag hatten (und das waren auch Einige), schwimmen derzeit oben auf der Suppe.
            Bei leichter Unterversorgung passiert nicht viel bei den Erzeugerpreisen.
            Vor ein par Tagen lief eine Sendung über Öl- und Gasförderung im Permafrost in Alaska. Da ist abzusehen, dass das Auftauen der Böden diese Art der Förderung gegen die Wand fahren wird. Die Wissen das auch, enden wird das trotzdem erst wenn wenn überall die Pipelines brechen. So funktioniert unser marktwirtschaftliches System nun mal, zumal wenn es so unreguliert global agiert.

            • Brötchen sagt

              Heute früh war meine Hühnertränke eingefroren und bei den Schafen auch mind. fast 0,5 cm Eis…..Permafrost erholt sich etwas 😉

        • Brötchen sagt

          Nur mal so ein Bsp. aus dem Leben eines Hobbyhalters.

          Letztens klingelt einer (B Kennzeichen, MIGRu HG)
          Ob ich noch Eier habe. ja wieviel…. 1 Paket.

          Ich gebe ihm das, guckt er rein….er wollte braune Eier haben…sage ich ihm das ist das Besondere…kann ihm die Hühner zeigen….danach will er zwei Pakte haben, aber er hat nur 5 Euro, ob das geht, sag ich ok, aber eigentlich müßte ich statt 6 , 8 Euro abnehmen und hart bleiben.

          zweites Bsp. ein ältere Dame der habe ich mal einen geschlachteten Hahn verkauft, über 2 kg für 15 Euro,

          rief an, ob sie auch noch mehr haben kann, aber über den Preis müssen wir nochmal reden…will 4 Stück haben und küchenfertig eingeschweisst usw….

          Ich habe versucht ihr zu erklären, warum das viel teurer ist, als im Laden, aber so richtig geschnallt hat sie das nicht.

          Aber das mit den Billighähnchen ist ja alles so schrecklich usw….

          normalerweise müßte ich ihr 20 Euro abnehmen, wenn sich das rechnen müsste.

          • Elisabeth Ertl sagt

            Letztens hat hier “Land schafft Leben” ein Interview mit dem REWE-Chef geführt. Ergebnis: Der Kunde ist König. Punkt. Der Schnäppchen-Jäger, die Familie mit knapper Kasse kriegen auch ihr Bio, und das kommt dann eben aus dem Ausland. Für die, die es zahlen, gibts dann halt auch was Österreichisches. Und nur weil die Öffentlichkeit Druck gemacht hat, kommt das Frischfleisch jetzt aus Österreich.
            https://www.youtube.com/watch?v=mfzCXvqbFSM&list=PLW4dWKdDoGi5F7LvuXSATF1JRfeu_jFFi

            • Reinhard Seevers sagt

              “Wie wichtig sind Urlauber aus dem Ausland in der Sommersaison?

              Sehr wichtig, da 70 Prozent der Gästenächtigungen ohne sie wegfallen würden. Der mit Abstand wichtigste Herkunftsmarkt ist Deutschland mit einem Nächtigungsanteil von 37 Prozent.”

              Tja, wenn Corona dafür sorgt, dass der bioaffine Deutsche nicht mehr kommt, dann ist es doppelt blöd für Österreich….Geld regiert die Welt, und Österreich.

  13. Reinhard Seevers sagt

    Der will gegenüber Julia, dem Verbraucher und den Landwirten gleichzeitig als der “Gute” aus dem Lager der “Bösen” hervortreten …..in der Branche muss man schnell sein….bevor die Medien es wieder aus den Augen verlieren.
    Heiße Luft……

    • Wolfgang sagt

      Das Gesprächsangebot war Voraussetzung für die Beendung der Blockaden durch die Bauern. Nicht mehr und nicht weniger.

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