Bauer Willi
Kommentare 59

Ich würde mehr bezahlen…

Mind-behavior-Gap nennt man neudeutsch die Lücke zwischen Wissen und dem tatsächlichen Handeln. Dies bestätigt zum wiederholten Male eine Umfrage des Institut der deutschen Wirtschaft, in der gefragt wird, ob man bereit wäre, für Fleisch mehr zu bezahlen.

https://www.iwkoeln.de/studien/adriana-neligan-jennifer-potthoff-zwischen-schnitzel-und-gewissen-eine-generationenfrage.html

Das DIW hat die Umfrage-Ergebnisse nach Altersgruppen aufgeschlüsselt. Die Bereitschaft, mehr bezahlen zu wollen, sinkt mit zunehmendem Alter. Erst wenn man vor 1955 geboren wurde, steigt sie wieder leicht an. In der Regel ist man mit 70 (und älter) aus dem Erwerbsleben ausgeschieden und kann es sich leisten, bei Umfragen entsprechend zu antworten.

Hier die Ergebnisse der Umfrage als pdf-Datei

IW-Kurzbericht_2025-Fleischpreise

An dieser Stelle möchte ich Elisabeth Nölle-Neumann zitieren, die folgenden Satz gesagt hat:  „In Umfragen wird soziale Schizophrenie empirisch abgebildet“.

Man macht sich aber auch Gedanken, wie man den „Fleischverzehr senken und nachhaltigere Tierhaltung fördern“ könnte. Hier ein Zitat:

 

Die wahren Kosten von Fleisch bepreisen

Vor dem Hintergrund ökologischer und sozialer Folgekosten wird die Forderung nach einer stärkeren Bepreisung solcher Kosten lauter. Eine Tierwohlabgabe – etwa 40 Cent pro kg – als Verbrauchssteuer zur Deckung der Mehrkosten für eine artgerechtere Haltung wurde 2020 von der Zukunftskommission Landwirtschaft und zuletzt erneut als Tierwohl-Cent diskutiert (bpb, 2024). Die Idee dahinter ist, dass diese Einnahmen Landwirte beim Umbau der Tierhaltung unterstützen. Denn bislang sind die Bio-Anteile in der landwirtschaftlichen Produktion (2023), vor allem bei Rindfleisch (7,1 Prozent), Geflügel (1,6 Prozent) und Schweinefleisch (1,0 Prozent) niedrig (BÖLW, 2025). 

Obgleich der Koalitionsvertrag Steuererhöhungen ausschließt, bleibt die Frage nach einem wirksamen und sozial verträglichen Steuersatz zur Senkung des Fleischkonsums und Förderung nachhaltiger Tierhaltung herausfordernd. Oft fehlt zudem die Zweckbindung solcher Abgaben. Ein alternatives Modell zeigt Dänemark: Ab 2030 wird dort eine CO₂-Steuer auf landwirtschaftliche Emissionen eingeführt – zunächst ca. 40 Euro pro Tonne CO₂-Äquivalent, ansteigend auf 100 Euro bis 2035, wobei es parallel einige Steuerentlastungen für die Landwirte geben wird. Ein Großteil der Einnahmen soll in grüne Agrarprogramme zurückfließen (Energiezukunft, 2024).“

(Aufrufe 2.091 gesamt, 1 heute)

59 Kommentare

  1. Friedrich Schöne sagt

    Völlig klar, dass C. Bothe mit so immens wichtigen Termini wie „freie Bauern“ und „freie Bürger“ nichts anfangen kann. Manche kommen eben nie aus der SED-Parteischule heraus.

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    • Christian Bothe sagt

      Schöne: 🥱 🥱

      Freue mich aber trotzdem, das Sie wieder mit von der Partie im Blog sind und es hoffentlich auch bleiben?

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  2. Sonja Dengler sagt

    Mind-behavior-Gap: das weiß die ganze Menschheit doch von Anfang an, dass der Wunsch, sich richtig zu verhalten, dem tatsächlichen Verhalten niemals entsprochen hat. Zu keiner Zeit der Menschheit. Solche „Studien“ sind teuer mit Steuergeldern bezahlt, aber keinen Pfifferling wert. Wir haben doch weiß Gott ganz andere Probleme. Was wir brauchen, ist der Mut zur Vernunft.

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  3. Limes sagt

    „Das ist ein Meisterstück gelungener Volksverdummung.“
    So dumm ist das Volk dann doch nicht sonst würde es mehr als 7,1% Rindfleisch, 1,6% Geflügel und 1,0% Schweinefleisch von diesen BÖLW und Co Agrar Lobbyisten kaufen und das trotz all der eigenen und externen Marketingmassnahmen.
    Über Porsche reden auch viele und schauen sich um sobald sie ieinen sehen, würden wohl gerne auch einen fahren, kaufen dann aber ein solides Modell mit neuster Technik. Der Marktanteil von Porsche in D liegt bei ca 1,1%, beschwert hat sich Porsche nicht über den geringen Marktanteil und meines Wissens auch kein staatliches Verkaufsförderungsprogramm gefordert.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Naja, der Vergleich hinkt etwas Limes. Schließlich gibt es meines Wissens keine von Politik, NGOs oder Zivilgesellschaftlichen Gruppen initiiertes Puschen von Porsche und damit den Wunsch, dass alle Bürger Porsche fahren und kaufen sollen und damit auch noch die Menschheit retten können. So wie bei Bio, Bio+ oder Bio++….

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      • Limes sagt

        Lebensmittel als auch Mobilität gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen deshalb habe ich diesen Vergleich als mind behavior gap Beispiele gewählt.
        Natürlich wird von Politik, NGO… Porsche im Gegensatz zu den speziellen Lebensmitteln nicht gepusht das ist auch nicht mein Punkt. Wichtig ist mir das Verbraucherverhalten. Porsche und die von den genannten Verbänden geforderten spezifischen Produkte/Lebensmittel werden als begehrendswerte Produkte positioniert aber am Ende von vielen die sie begehrenswert finden nicht gekauft. Das haben beide gemeinsam.
        Nun kann jeder ableiten zwischen 1% bis 7% IST Marktanteil bei den speziellen Lebensmitteln und ca 46% potentiellen Marktanteil in der IW Studie ergibt sich eine Differenz von 40% und mehr. Das Alles obwohl seit Jahren ja Jahrzehnten breit geworben und auch mit viel Extra Geld unterstützt wird. Hab keine Studie parat aber der gesunde Menschenverstand sagt der mind gap bei Porsche ist wesentlich geringer.
        Mit Marketing Massnahmen arbeiten Protagonisten daran die Wünsche deckungsgleich zu bringen mit Verkaufszahlen. Also werden immer neue Studien, Umfragen etc erstellt und gebetsmühlenartig wie auch in der IW Studie erzählt „… sogar fast die Hälfte der Bevölkerung (46 Prozent) einen höheren Preis für Fleisch, um die ökologischen Kosten zu berücksichtigen.“ d.h es wird suggeriert es soll eine hohe Bereitschaft beim Verbraucher geben diese Produkte zu kaufen. Ist der nicht willig muß man halt mit Massnahmen wie Steuer, hohe Produktpreise und gegebenfalls Subventionierung mit Staatsgeldern nachhelfen so wird es von einigen in D gesehen.
        Da gibt es in der Tat einen Unterschied zu Porsche als Premiumanbieter der wird wohl nicht untersützt, das auch nicht wollen.

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  4. Arnold Krämer sagt

    Bei all diesen Umfragen wird offensichtlich immer „vergessen“, dass ca 1 Drittel des Fleisches von Großküchen, Mensen, Restaurants etc. eingekauft wird. Und dort geht es nur um Preis und Qualität und zwar Qualität, die man schmecken und riechen kann.
    Behauptete Qualität zählt dort nicht.

    Mit solchen Umfragen versucht man lediglich den Druck auf die Poltik hoch und die Landwirte beim Thema Tierwohl irgendwie „bei Laune“ zu halten.

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    • Josef Schmid sagt

      Danke für den Hinweis. Demnach sollten Landwirte von Staat und Kommunen fordern, nur tierische Produkte aus höheren Tierhaltungsstufen und aus Ökolandwirtschaft einzukaufen. Für Behördenkantinen, Schulverpflegung, Wohnheime und Krankenhäuser Produkte einzukaufen, die den Erwartungen und Forderungen an die Landwirtschaft entsprechen, wäre konsequent unt ehrlich und würde die Nachfrage für diese Produkte ankurbeln und die sooft geforderte Planungssicherheit bieten. Das gleiche gilt für Obst und Gemüse, auch hier sollten staatliche Einkäufe in erster Linie aus Herkünften stammen, wo der bei uns vorgeschriebene Mindestlohn bezahlt wird.

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      • Bauer Willi sagt

        Eine sehr gute Bekannte hat für die Diakonie gearbeitet und wurde gebeten, für vier Altenheime („Seniorenresidenzen“ mit 450 Gästen) die Ernährung auf Bio und Fair umzustellen. Nachdem sie der Geschäftsführung die Kalkulation vorgelegt hat, hat diese anders entschieden. Man bleibt bei konventionell. Die Kosten wären um das 2,5 fache gestiegen, von 5,40 € auf über 13 € (pro Tag und Kopf)

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        • Limes sagt

          wer jemand aus dem Umfeld als Gast in einem Pflegeheim hat kann die Entscheidung nachvollziehen denn er kennt die Kosten auch den Split nach Verwendung. Die übersteigen häufig die monatlichen Rentenbezüge und Einnahmen durch andere Einkünfte es geht dann ans gesparte. In den letzten 2 Jahren sind die Beiträge nochmal sehr stark gestiegen teils wurden die monatlichen Beiträge noch rückwirkend erhöht und eingezogen. An der Betreuung hat sich nichts wesentliches geändert. Immer mehr Gäste in Pflegeheimen zumindest meine Beobachtung haben ihre Ersparnisse bereits ausgeschöpft und das Sozialamt (Kreis) muß die zusätzlichen Kosten übernehmen. Die Gäste haben dann keinen Zugriff auf die Rente die geht direkt ans Heim sie erhalten ein kleines Taschengeld. Das reicht nicht mal um ihren Enkeln zum Geburtstag ein kleines Geschenk zu machen.
          Sobald der Punkt Sozialamt erreicht ist ist es dann manchen Angehörigen egal wie hoch die Kosten sind.
          Es ist keine Zukunfstgerichtete Politik für Kinder und Enkel wenn das System immer teuerer wird z.B durch unnötig hohe Kosten für spezielle Lebensmittel. Deshalb ist die Entscheidung der Diakonie zu begrüßen.
          Es liegt in den Händen der Anbieter Lebensmittel zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten.

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      • Peter sagt

        Wir würden gerne so weiter produzieren wie bisher. Geboten wäre der Aufkauf eventueller Überproduktion durch die Staaten der Gunstregionen. Gemeinsam könnten „wir“ die Weitergabe an Regionen mit unteroptimaler Versorgung der Bevölkerung organisieren. Komisch…bei Waffen und Munition klappt das …

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    • Inga sagt

      Ist aber nicht sinnvoll, oder?

      Aber da kann man am ehesten was ändern,
      was unserer Umwelt und Bauern zu Gute kommt, oder?

    • Kemetbauer sagt

      Wenn die Produktion vorangetrieben wird, ohne auf den Markt zu achten, dann muss das im Desaster enden. Jetzt scheiden vornehmlich die Betriebe aus, die in den letzten 10 Jahren auf Öko umgestellt haben. Reinen Öko-Ackerbaubetrieben brechen die Erträge weg und damit die Wirtschaftlichkeit. Weiterhin greift auch im Ökobereich der Generationswechsel. Vermehrt werden Betreibe auf- und nicht weitergegeben. Dieser Vorgang wird auch Gesundschrumpfung bezeichnet. Weil das im konv. Bereich eine stetige Erscheinung ist, nennt man es dort Strukturwandel.

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  5. Sonja Dengler sagt

    Das von Politikern ideologisch verdammte CO2 ist doch nur eine der vielen „Brücken“, das Volk gezielt anzulügen, aufzuhetzen, seine Mobilität zu zerstören und es zu spalten – die große Transformation (CDU-Merkel) wird auch unter dieser Regierung fortgesetzt, mit immer höherem Tempo. Wie in der DDR soll es keine Bauern mehr geben, keine Selbständigen, keine andere Meinung soll gelten als die der Regierung und von den Mainstream-Medien unterstützte Ideologie.
    Nun ist die jetzige Regierung nunmal gewählt und in einer (noch-) Demokratie müssen alle damit leben und den Mund aufmachen. Zum Beispiel hierfür:
    CO2 ist gut! Tut der Erde gut und dem Wachstum allen Lebens.
    Die Wetteraufzeichnungen hat man begonnen mit der kleinen Eiszeit, es ist daher nur logisch, dass es seither wieder wärmer wird. Daten, die nicht indie Ideologie passen, lässt man einfach weg – aber man kommt ihnen auch hier auf die Schliche. Wir brauchen dringend CO2. Noch dringender brauchen wir freie Bauern und freie Bürger.

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    • Kemetbauer sagt

      „Wie in der DDR soll es keine Bauern mehr geben,…“ Ich dachte immer, die DDR sei ein Arbeiter- und Bauern-Staat gewesen. Nicht einmal das stimmte wohl.

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      • Peter sagt

        Nein, dass war ein SED- Bonzen-Staat. Der hatte sogar „Demokratisch“ in seiner Bezeichung, was damals absurt war und heute sich leider schon wieder in dieselbe Richtung entwickelt. Vor ca. 10 Jahren durften die Pfeiffen von damals auf allen möglich Kanälen das Maul zu den Zuständen von damals aufreißen. In der verfahrenen Situation von heute geht das sogar mit den kleinen Apparatschiks schon wieder los. Ich kann „euch da drüben“ nur warnen. https://www.youtube.com/watch?v=tlFPYBr2HV0

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        • Kemetbauer sagt

          So wie das heute hier aussieht, wird es demnächst wohl auch in den ABL aussehen; zumindest wenn man die Entwicklungen beobachtet. AfD im Süden der Republik war noch vor 10 Jahren kaum denkbar. Hier sagen einige, wie hängen nicht hinterher, sondern wir sind Trendsetter. Die Gnade der frühen Geburt lässt mich da ganz ruhig bleiben.

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    • Christian Bothe sagt

      Dengler: stimme Ihnen zu! Allerdings mit dem Schlusssatz kann ich nichts anfangen: „ Noch dringender brauchen wir freie Bauern und freie Bürger.“
      Wir brauchen Bauern und Landwirte und Bürger, die frei entscheiden und sich entwickeln können! Immer unter dem Aspekt das Maximum mit dem Betrieb erwirtschaften zu können, egal ob groß oder klein! Unsere Landwirte wissen genau was zu tun ist, um ihre Existenz-und Produktionsgrundlage nachhaltig zu sichern, wenn man sie nur lässt…

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      • Kemetbauer sagt

        Bei dem Überfluss den wir heute schon haben und der ganz klar ein Grund für die bescheidenen Preise ist, wäre eine maximale Produktion der sofortige Tod für wahrscheinlich die Hälfte aller ldw. Betriebe hier in D. Das beste Beispiel für das Gegenteil ist der aktuelle Rindfleischpreis. Knappe Ware, guter Preis.

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        • Christian Bothe sagt

          Kemetbauer:Vom Prinzip her mag es so sein! Aber Betriebe in meiner Region,welche breit aufgestellt sind, intensiv wirtschaften mit entsprechender LN und Größe verkraften auch diese Schwankungen! Das müssen sie auch,und gestalten ihre Produktion schon immer flexibel,um den Markt zu bedienen und ihre Existenz zu sichern!

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          • Kemetbauer sagt

            Welche intensiv wirtschaftenden Betriebe sind denn noch „breit aufgestellt“? Oder ist Ackerbau und Zucht und oder Mast schon „Breite“?

            • Christian Bothe sagt

              Kemetbauer: Das brauche ich Ihnen doch nicht zu erklären? Suche gerade wieder Betriebe, die Grasvermehrung machen…Mit breit aufgestellt, meine ich Betriebe (Thüringen)die neben herkömmlichen intensiven Ackerbau und Tierproduktion, u.a. Arzneipflanzen anbauen ( schon zu DDR-Zeiten), Erdbeerfelder, Hofmärkte und Shop in Shop Geschäfte in LEH Märkten betreiben. Nebenbei noch Biogasanlagen, Windmühlen und PV Anlagen betreiben. Das meine ich mit breit aufgestellt.
              Schwierig ist auch das heutzutage wie wir wissen…

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    • Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

      Bei den freien Bürgern habe ich so meine Zweifel. Die haben sich bei Corona ja für unfrei erklären lassen und fanden das auch noch gut.

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  6. Marian E. Finger sagt

    Die Statistik im verlinkten Artikel zeigt vor allem eines: Zunehmende Lebenserfahrung bringen Worte und Taten allmählich in Einklang.

    Bei den Baby-Boomern macht sich immerhin fast die Hälfte keine Illusionen mehr über sich selbst und steht zu dem, was sie tut. In hohem Alter, wenn der Mensch immer abhängiger von der Hilfe anderer Menschen wird, ändert sich das jedoch wieder. Da sagt man dann wieder wie die ganz Jungen das, von dem man glaubt, dass der Andere es hören will. Wie gewonnen, so zerronnen, gilt offenbar auch für das Selbstbewusstsein.

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    • Thomas Bröcker sagt

      „Lustig“ sind vor allem die Kommentare. Zum Glück sind die Menschen in ihren Taten „konservativer“ als in ihren Äußerungen. Ich kann nur noch entsetzt den Kopf schütteln was die Medien für einen tendenziösen Quark(s) von sich geben. Aber auf Dauer hat das seine Wirkung. In welchem Umfang und in welche Richtung von Versorgung, Versorgungssicherheit/-Unsicherheit sich das entwickelt bleibt spannend. Ländliche Räume, ihrer Wertschöpfung beraubt und mit Gnadenhöfen und Tier- zu Tode Streichlern besiedelt, sind doch auch eine schöne Zukunftsvision. Die Landwirte können ja dann das Futter für die Gnadenhöfe spenden.

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      • Arnold Krämer sagt

        Wenn die „Agrarwende-Politik“ der letzten 25 Jahre jetzt nicht gestoppt und angemessen korrigiert wird, werden die ländlichen Räume mit einer heute noch leistungsstarken Nutztierhaltung arm gemacht.

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        • Kemetbauer sagt

          Inwiefern profitiert der ländliche Bereich von einer starken Nutztierhaltung? Hier in der Nähe gibt es Schweinställe, jetzt auch z.T. abgebrannt, die von einem Holländer betrieben wurden. Sehr viele Nutztiere gibt/gab es da und mittlerweile auch viele Immobilien im Angebot. Die Bürger wären froh gewesen, wenn die Stallbauten nicht genehmigt worden wären. Verkehrte Welt?

          • Reinhard Seevers sagt

            Kemetbauer, so wie es sich anhört, sprichts du von den alten Ostdeutschen Großanlagen, die Straathoff verkauft hat, die die LFD-Holding nun noch betreibt, kann das sein?

            • Kemetbauer sagt

              Es handelt sich um erheblich erweiterte Anlagen aus DDR-Zeiten. Die alten Gebäude wurden z.T. gar nicht mehr genutzt. Es ging um den Bestandsschutz für die genehmigte Tierzahl.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Die rechtliche Lage ist bei jedem Projekt eine andere….ich habe zufällig zwei Anlagen in der Betreuung. Es handelt sich um mehr als ein dutzend Anlagen zwischen 3000 und 30000 Sauen. Es gibt auch Interessenten aus dem Westen für etliche Anlagen. Die Geestferkel GmbH aus Wildeshausen besitzt inzwischen mehr als 25000 Sauen im Osten.

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          • Arnold Krämer sagt

            Sachsen-Anhalt ist eben anders als das Münsterland oder Weser- Ems. Andere Historie, andere Strukturen, andere Probleme

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          • Arnold Krämer sagt

            @Kemetbauer
            Es sind die vielen Arbeitsplätze und die damit verbundenen Einkommen aus den vor- und nachgelagerten Sektoren. (Futtermittel, Schlachthöfe, Veterinäre, Fleischverarbeitung), Bauwirtschaft, Architekten usw.)
            In den politischen Sonntagsreden erwähnen auch die SPD-Ministerpräsidenten immer wieder vermeintlich aufmunternd, dass die Agrarwirtschaft nach Automobil der zweitgrößte Wirtschaftssektor in Niedersachsen sei.

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            • Kemetbauer sagt

              Naja, wie viele Schlachthöfe haben wir noch und wo liegen die? Die Veterinäre brachte Straathoff mit. Er wollte ja nicht einmal die Amtlichen in seine Ställe lassen. Klar, das Getreide für sein Futter kam aus der Region. Schließlich mussten die Lieferanten ja auch seine Gülle abnehmen. Nein, bei seinen Anlagen waren die Nachteile für die Region schwerwiegender als die Vorteile. Sein Standort in Binde z.B. gefährdete sogar die Anerkennung „Luftkurort“ für Arendsee. Entfernung ca. 5 km.

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                • Kemetbauer sagt

                  @AK
                  Oder mangelt es Ihnen an sachlichen Argumenten?
                  Straathoff hatte in den NBL mehrere Anlagen; und bei allen Anlagen gab es Stress.

                • Arnold Krämer sagt

                  @Kemetbauer
                  Ich argumentiere volkswirtschaftlich und Sie kommen mit einem misslungenen Einzelbeispiel aus dem Osten.

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                • Kemetbauer sagt

                  @AK
                  Gut, dann heben wir es auf die volkswirtschaftliche Ebene. Da stehen dann 0,68% Anteil am BIP! Das ist sehr bescheiden. Aber wir Landwirte sind ja kreativ, wir vereinnahmen einfach die gesamte Lebensmittelwirtschaft und kommen dann auf gut 10%; das ist doch schon ein anderer Wert.
                  Die gesamte Landwirtschaft ist volkswirtschaftlich betrachtet irrelevant! Die NBL haben seit der Jahrtausendwende mehr als 25% ihrer Nutztierhaltung verloren. Fast ein Viertel des damaligen Grünlands wurde umgebrochen. Hier investiert kaum noch jemand in die Veredlung. Die Dörfer hier haben, seit der Wende ca. ein Drittel ihrer Einwohner eingebüßt. Hier gibt es leerstehenden Wohnraum ohne Ende. In den Veredlungsbetrieben trifft man vor allem auf Zeitarbeitskräfte aus dem Osten bzw. Südosten. Einfach mal die Augen aufmachen und die gefärbte Brille aus alten Tagen ablegen. Wirtschaftsmotor Veredlung? Dass ich nicht lache!

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                • Arnold Krämer sagt

                  Ich hatte von ländlichen Räumen mit leistungsstarker Veredelungswirtschaft gesprochen und nicht von Sachsen-Anhalt. Was bereits arm ist, bleibt arm. Sie argumentieren immer unsauberer, Kemetbauer

                  Danke R. S. für die Unterstützung

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              • Reinhard Seevers sagt

                Du weißt aber schon, dass die Landesregierung hierbei eine mind. peinliche Rolle spielte oder? 🤗

      • Reinhard Seevers sagt

        Habe gerade mit einem Kunden telefoniert. Milchviehhalter aus SH, er hatte letzte Woche einen Spontanbesuch des Ordnungsamtes 4 Personen (!), er solle angeblich zu viele Katzen zu schlecht halten. Beim Betriebsrundgang mit Katzenbesichtigung war man positiv überrascht…dennoch musste man darauf hinweisen, dass alle Katzen kastriert zu sein hätten! Darauf sagte der Landwirt, das regelt sich eigentlich von alleine, schließlich würden immer wieder Tiere auf der Straße überfahren. Nein, nein nein….dann soll man doch lieber Katzen aus dem Tierheim holen, aber kastrieren muss sein. Die Geschichte geht noch weiter, aber es reicht schon um die Dekadenz dieses Landes darzustellen, finde ich. 🙃🤡

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        • Ferkelhebamme sagt

          Als Bauer bekommt man keine Katze aus dem Tierheim, die haben da ihre Kriterien.
          Tipp: Er darf sich nicht als Besitzer hinstellen, dann ist er tatsächlich verpflichtet, zu chippen und kastrieren. Das sind verwilderte, zugelaufene Katzen auf dem Hof (ist ja auch meist so): So mancher Kreis bezahlt dann die Kastration, alles auf Kosten des Steuerzahlers, nur weil die verwilderten nicht mehr geschossen werden dürfen.

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          • Reinhard Seevers sagt

            In SH gibt es noch keine Katzenschutzverordnung, lediglich hat der Landtag einen Antrag auf selbige gestellt….
            Wichtig für die Landwirtschaft ist es aber, dass Altkatzen den jungen von Anfang an beibringen wie und wo man die Mäuse und Ratten bejagt. Das geht mit neuen Katzen, die nicht auf dem Betrieb aufwachsen nunmal schlechter bis gar nicht.
            Dieser Umstand interessiert ja keinen, dafür muss der Betrieb eben QM-gerecht die Köderfallen dokumentieren…und wenn es zu einer Plage kommt, dann ist der Grund dafür schon ausgemacht. Früher hat Opa die Katzenentsorgung organisiert….aber Opa ist tot und die Welt eine bessere geworden.🤘🦄

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          • Kemetbauer sagt

            Wildernde Katzen dürfen im Rahmen des Jagdschutzes natürlich weiterhin final entnommen werden. Zumindest außerhalb der befriedeten Bereiche.

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        • Limes sagt

          Ja isses denn die Möglichkeit
          Was es nicht alles gibt
          Gut das man sich mit entsprechender man-/womenpower auf die wichtigen Dinge fokusiert 🙁😉

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  7. Reinhard Seevers sagt

    „Vor dem Hintergrund ökologischer und sozialer Folgekosten wird die Forderung ….“

    Allein der Satz zeigt doch, wie verlogen alles daherkommt. Es gibt keine gesellschaftliche oder ökologische Bilanzierungsmöglichkeit dieser Folgekosten. Das ist das Märchen, auf dem alles beruht.
    Wenn es eine solche Bilanzierung für die Nahrungserzeugung gäbe, wieso gibt es diese dann nicht für Handlungen, wie z.B. Krieg, Weltumsegelungen, Festivals oder andere unsinnige Dinge. Man muss sich dieser Diskussion aufgrund von Dummschwätzerei entziehen. Do’nt feet the bullshit.

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  8. Merkur sagt

    Es beißt sich vor allem mit dem „heiligen“ CO2 Fußabdruck je höher die Haltungsform um so höher der CO2 Verbrauch. Hinzu kommt dann noch wie bemisst man denn das Wohlergehen der Tiere , wenn man die Befund Daten am Schlachthof vergleicht sieht die Sache auf einmal nicht mehr so rosig aus ( Stichwort verwurmung um nur Mal das schlimmste zu benennen). Das alles wird bei der Sache überhaupt nicht thematisiert, das wird auch bei diesen ominösen „wahren Preisen“ die ab und an durch die Medien wabbern nicht berücksichtet vom Einrechnen der Bioförderung ganz zu schweigen.

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  9. Rathje Clasen sagt

    In der konventionellen Schweinemast sind Verluste von 1 bis 5 % möglich. Wenn das Richtung 3,5 % geht , wird man sich kümmern müssen , sonst ist man irgendwann raus aus dem Geschäft.
    Aus der Bio Schweinemast hab ich noch nie Zahlen gehört . Warum wohl.?

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    • Ferkelhebamme sagt

      Quarks „weiß“, dass jedes 4. Schwein stirbt. Da werden auch Totgeborene mitgerechnet. Warum nicht auch Umrauscher-Sauen und Aborte, das skandalisiert die Zahlen noch besser.
      WDR in Hochform

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      • Limes sagt

        Quark von Quarks halt Wissenschaft auf WDR Niveau
        Tipp Fernbedienung nutzen dann muß man sich diesen Quark nicht antun

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Für 2023 wird die Lebenserwartung für Frauen auf 70,9 Jahre und für Männer auf 57,3 Jahre geschätzt. “

      Gilt für die Ukraine…..was sind schon Menschen wert, wenn man doch Schweine retten muss.

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      • Kemetbauer sagt

        Wie sollten wir denn die Ukraine retten, um der Bevölkerung wieder eine angemessene Lebenserwartung garantieren zu können? Vielleicht, indem wir sie „heim ins Reich“ entführen lassen?

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  10. Thomas Bröcker sagt

    BÖLW und Co. haben es wirklich geschafft, den Eindruck zu erwecken, Tierwohl ginge nur mit Bio. Das ist ein Meisterstück gelungener Volksverdummung.

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