Ich sehe gerne Sendungen mit Harald Lesch bei Themen, von denen ich keine Ahnung habe. Umso gespannter war ich, als ich diese Sendung aus 2024 entdeckt habe, in denen er mit vielen Vorurteilen und Myhten bezüglich Züchtung und insbesondere CRISPR/Cas9 (Genschere) aufräumt.
Und er erklärt auch, dass alle unsere Nahrungsmittel Gene enthalten… ja, dass muss man heute in einer Wissenschaftssendung sagen.
Ok, nicht alles, was Herr Lesch erzählt findet meine volle Zustimmung. Manches ist auch so nicht richtig, aber für Nicht-Landwirte ist es eine vernünftige Weiterbildung.


Ich finde es auch erstaunlich wenn man sich die Kommentare anschaut, wie dabei herauskommt, woher eigentlich das eigene Meinungsbild sich so herausgebildet und verfestigt hat. Über die Inhalte des Videos wird ziemlich wenig kommentiert…, warum kann man nicht einfach diese vielen, sich mit der Zeit auch wandelnden (Wissenschaft verändert sich jeden Tag und evtl mehrmals und in entgegengesetzte Richtungen) Informationsangebote ebenfalls agil nutzen? Es ist zwar schön, dass ein vdbiol-Forum von 1998 noch erinnert wird (ich habe es mitorganisiert), doch dort eine einzelne Stellungnahme herauszunehmen und daraus die strikte Ablehnung zu zementieren, während alle anderen abwägenden Äußerungen der übrigen Referenten ausgeblendet werden, das sagt einfach etwas über die Art und Weise wie subjektiv diese Diskussion auf vorgebliche Grundpfeiler gestellt wird. Bayern bleibt gentechnikfrei, will den Verbrennermotor, die Atomkraft und zur Raumfahrt“nation“ werden und bekommt die Zugverbindung zum Brennerbasistunnel nicht geplant. Finde den Fehler… Als Bayer darf ich diese diametrale Missverhältnis von Wunsch und Wirklichkeit als nichts anderes als schizophren bezeichnen. Ähnlich ist es noch immer mit der Gentechnik im freien Gelände. Bei Impfstoffen, Krebs und Autoimmunerkrankung darf es ga nicht genug gentechnische Modifikation und individuelle Anpassung sein, im Garten oder auf dem Feld bitte nur der Ur-Mais und das Ur-Korn und dann ganz viel EU-Subvention für den musealen Betrieb… ich polemisiere, sorry, auch schon viel zu lange dabei diese Grabenkämpfe zu verfolgen. Dass man die inner-artige moderne Züchtungsmethode ablehnt, hat im Endeffekt gar nichts mit anti-Gentechnik zu tun, sondern man will das einfach nicht. Wenn die basengenaue Genveränderung durch Weihrauch-Wedeln entstünde, wäre das dann im katholischen Bayern eher akzeptabel? Warum also nicht vom Endprodukt her diskutieren und die Technologie danach aussichen (dürfen) und den Wettbewerb und Markt entscheiden lassen. Man hat sich um die Landwirtschaft ein staatlich geschütztes System von Museumswärtern aufgebaut, marktwirtschaftlich und damit zukunftsfähig ist das damit allerdings nicht.
Wenn es mit Weirauch-Wedeln ginge, wäre es akzeptiert. 😎😉
Schon erstaunlich wie auch hier im blog teilweise völlig an der Realität vorbei über Crispr und GVO Pflanzen argumentiert wird.
Mit Blick über den Tellerrand denkt man über die Technolgie und ihren Nutzen anders. Dies zeigen eindeutig die Zahlen in anderen Länder/Erdteile. Fakt ist!
Weltweit haben wir ca 5 Mrd ldw Fläche ha davon 70% Weideland 3,5 Mrd ha & 1,5 Mrd ha =30% Ackerland. Quelle UBA)
Davon 2024 (Quelle, transgen.de) weltweit 209,8 Mio ha mit GVO Pflanzen= 4,2 % der ldw Fläche. Da GVO Pflanzen wohl überwiegend auf den 1,5 Mrd ha Ackerland und wenn überhaupt in sehr geringem Umfang auf den 3,5 Mrd ha Weideland eingesetzt werden sind weltweit etwa 14% der Ackerbaufläche mit GVO Pflanzen bestückt.
Dazu die Zahlen des alternativen Anbausystems ohne GVO. (Quelle, fibl.org): Auf 96,7 Mio ha Bio = 2% ldw Fläche weltweit davon ca 50 Mio ha (50%) im Weideland Australien. 50 Mio ha klingt viel, insgesamt sind es jedoch auch in Australien nur 12,6% der ca 500 Mio ha ldw Fläche davon 90% Weideland. Einen weltweiten Split Bio auf Weideland zu Ackerland habe ich nicht parat aber vermute mal ein sehr grosser Teil der Biofläche ist auf Weideland.
Übrigens Australien (ca 30 Mio ha Ackerland) ist mit über 1 Mio GVO Pflanzen unter den TOP GVO Länder weltweit. Die sind wohl im Gegensatz zu uns flexibel und nutzen Technik sofern sie ihnen nützlich ist.
Amüsant wenn hier im blog zu lesen ist: „Bayern ist Gentechnikanbaufrei und wird es auch bleiben ! “ Echt bleibt so für Immer!
Irgendwann fragen die Kinder/Enkel mal nicht nur „Opa warum benutzt du noch das Fax?“ sondern auch „Opa warum haben die anderen die guten Crispr Pflanzen und Sorten?.“ Dann sagt Opa 1998 hatten wir ein FAX und die gute alte Zeit wollen wir doch bewahren.
„Die anderen“ Kinder/Enkel mit den „guten Crispr Pflanzen und Sorten“ können ihren Opa vielleicht gar nichts mehr fragen, vielleicht fragen sie aber die Kinder/Enkel des Opa`s: „Wie hat das euer Opa nur gemacht, dass er mit dem alten Zeug so alt geworden ist und fit wie ein Turnschuh…“ 😁😎
Und was belegen die Opas, die nicht alt wurden und fit blieben, mit dem alten Zeug?
habe meine beiden Opas nicht kennengelernt die sind mit knapp 50 bzw Mitte 60 verstorben. Beide haben mit Sicherheit keine Crispr CAS Pflanzen gegessen. Wahrscheinlich hätten beide eine längere Lebenszeit gehabt mit Nutzung der heutigen Möglichkeiten. Eine Oma litt wie in der alten Welt nicht unüblich unter hoher Sterblichkeit von Babys kurz nach der Geburt. Dies hat sich in unseren Kulturkreisen zum Glück ebenfalls deutlich geändert.
In der Summe wer in der alten Welt verankert bleiben möchte kann dies gerne tun, Amish versuchen es auch und dürfen es, aber eine vollständige Ausbremsung (keiner darf es nutzen) neuer Technlogien durch einige Egoisten ist zynisch und nicht akzeptabel.
Hier noch eine TerraX Diskussion mit Lesch zum Thema LW
https://www.youtube.com/watch?v=ACy5q2TE5qo
Anders als die Folge 1 ist derzeit das Video namens „Terra X Harald Lesch – Ernährung der Zukunft Folge 2: … und die Zukunft unserer Landwirtschaft“ weder beim Medienprozenten „Gruppe 5“ noch beim ZDF noch bei Youtube verfügbar.
Kemetbauer: „Denken Sie wirklich, dass sich das Wissen um diese Möglichkeiten der Gentechnik bei den Landwirten verbreitet ist? “
Es gibt da sicher Ausnahmen. Am Anfang habe ich viele Chancen in der Gentechnik gesehen. ich bin deshalb mehrmals nach München an die TUM und die LMU und hab mir Vorlesungen angehört. Auch beim vdbiol- Forum 1998 in München war ich eingeladen. Da hat der damalige Gentechnikpapst Prof. Dr. Gerhard Wenzel von der TUM erklärt: „Egal ob Bauern oder Verbraucher für oder gegen die Gentechnik sind, in 5 Jahren gibt es kein anderes Saatgut mehr!“. Neben vielen anderen hat mich dieser Satz zum entschiedenen Gegner der Gentechnik gemacht. Bayern ist Gentechnikanbaufrei und wird es auch bleiben !
Andreas: Ob letzteres so bleibt, bezweifle ich! Was Lesch zur Gentechnik und Crispr/Cas sagt, ist richtig! Allerdings habe ich immer wieder Probleme mit Wissenschaftler,Ärzten, Schauspielern, die sich als Astrophysiker( Lesch)Arzt( v.Hirschhausen)
oder Schauspieler( Jaenicke) versuchen sich mit LW und NGW oder auf vollkommen anderen Gebieten als Wissenschaftsjournalist zu verdingen, und auch die Arbeit unserer Landwirte infrage zu stellen! Lösch hat auch schon andere Positionen vertreten.
Mir geht es nicht darum, Landwirte zu diskreditieren. Aber der Anspruch, dass nur Landwirte die Landwirtschaft und deren Umfeld begreifen/beurteilen und darstellen können und alle anderen zwar ihre Meinung dazu äußern dürfen aber von Entscheidungen, die diesen Bereich betreffen, ferngehalten werden müssen, geht mir auf den Zeiger. Der letzte Satz in @BW,s Einleitung, steht genau für diese Überheblichkeit!
„Aber der Anspruch, dass nur Landwirte die Landwirtschaft und deren Umfeld begreifen/beurteilen und darstellen können und alle anderen zwar ihre Meinung dazu äußern dürfen aber von Entscheidungen, die diesen Bereich betreffen, ferngehalten werden müssen, geht mir auf den Zeiger.“
Ich sehe das anders. Man kann es evtl. mit dem „Kinderhaben“ vergleichen. Wer keine hat, darf seinen Senf gerne dazugeben, er weiß aber definitiv nicht, worüber er spricht, noch kann er begreifen, was es bedeutet. Das ist nämlich etwas, was über reine Fakten hinausgeht.
Ja,
wenn du davon genau so viel verstehst wie die Bewirtschafter, bzw. Heger,
dann kannst du selbstverständlich adäquat mitreden.
So kannst du nur etwas mehr mitreden, wie ich von Stallbauzeichnungen.
Wer keine Kinder hat,
weiß nichts oder zu wenig über die Sorgen, die man mit denen in der heutigen Zeit hat und wie man damit umgeht.
@Kemetbauer
Überheblich? Ich schicke Ihnen mal einen Besen, damit Sie damit vor Ihrer Tür kehren können.
Mit dem Satz will ich zum Ausdruck bringen, dass Nicht-Landwirte nicht über die Kenntnisse verfügen (können) und somit auch fehlerhafte Aussagen von Lesch nicht erkennen.
Aber es ging Ihnen ja zum wiederholten Male nur darum, mir eine zu verpassen.
Von welchen Landwirten Sie reden, weiß ich nicht. Ich meine hier einen Großteil aller Landwirte. Egal ob Öko oder Konvi, Ackerbauer oder Veredler, Obst-, Gemüse oder Weinbauer.
Sie verwahren Sich gegen den Vorwurf der Überheblichkeit und reagierten mit derselben. Das ist zumindest lustig. „…dass Nicht-Landwirte nicht über Kenntnisse verfügen…….“ ist wieder mal dem völligen Zerrbild vom Ausbildungs- und Wissensstand in der Landwirtschaft geschuldet. Ich bringe jetzt nicht wieder die Zahlen vom schlechten Ausbildungsstand in der Landwirtschaft. Gemessen an den Ansprüchen, die der Job Landwirt mittlerweile an die Ausübenden stellt, ist die Qualifikation von fast 66% der Betriebsleiter einfach nur grottig. Wie sollen die dann zu einem qualifizierten Urteil über die Gentechnik fähig sein? Ja, unter den Betriebsleitern sind auch Qualifizierte. Die sind aber ganz klar in der Minderheit.
Kemetbauer: Schlechtes Argumente Ihrerseits! Ich würde mir als Landwirt auch nicht trauen einem Chirug zu sagen wie,wann und wo er einen Appendix entfernen soll…Ich denke Fachkompetenz sollte in jedem Beruf im Vordergrund stehen, und man braucht nicht überall versuchen diese auf andere Berufsgruppen übertragen zu wollen!
…und Inhalte “fachkompetent” zu kommentieren…
Haben wir unter den Medizinern Quereinsteiger und in Abendkursen Geschulte? Warum benötigt man als Landwirt besondere Befähigungsnachweise wenn man z.B. PSM einsetzen will. Mittlerweile denkt die Politik sogar darüber nach, Tierhalter, ähnlich wie beim Sachkundenachweis für PSM, regelmäßig in Belangen des Tierschutzes zu unterweisen. Solche Bemühungen stehen nicht für die Unterstellung einer hinreichenden Qualifikation bei den Landwirten. Wer als Landwirt Nutztiere über eine gewisse Distanz transportieren will, benötigt dazu eine Schulung mit Zertifikat. Wer als ganz normaler Mensch sein Pferd quer durch die Republik karrt, der braucht keine Unterweisung. Offensichtlich sind normale Menschen fähiger im Umgang mit Tieren. So zumindest sieht es wohl die Politik.
„Wer als ganz normaler Mensch sein Pferd quer durch die Republik karrt, der braucht keine Unterweisung. Offensichtlich sind normale Menschen fähiger im Umgang mit Tieren. So zumindest sieht es wohl die Politik.“
Das ist ein Schenkelklopfer!🥳
Das möcht ich sehen, dass man den Mädels Steine für ihr tierquälerisches Hobby in den Weg legt. Eher friert die Hölle ein.
@Andreas
Wie stehen Sie zum Saatgut bei Mais? Oder Raps? Säen Sie da Liniensorten oder Hybride?
Egal, Bayern bleibt frei von Hybriden…
Ich habe weder Raps noch Mais in meiner Fruchtfolge und auch sonst kein Hybridsaaatgut.
Wobei Hybridsaatgut nichts mit Gentechnik zu tun hat.
Was Gentechnik ist, hat die EU genau festgelegt.
Natürlich ist Bayern nicht frei von Hybriden, aber frei von Gentechnik.
https://www.stmuv.bayern.de/themen/gentechnik/bayern/gentechnikanbaufreies_bayern.htm
Da bin ich mal gespannt denn H.L. gehört für viele Landwirte ja zu den Dampfplauderern. Lustig finde ich auch den letzten Satz Ihrer Einleitung @BW. Denken Sie wirklich, dass sich das Wissen um diese Möglichkeiten der Gentechnik bei den Landwirten verbreitet ist? Ich denke eher, dass sich sehr viele Landwirte da kaum von Nichtlandwirten unterscheiden. Die Anti-Gentechnik-Einstellung, als eine rein emotionale Positionierung, ist schließlich auch unter den Landwirten sehr weit verbreitet. Hinterfragt man diese Positionierung, kommt oft nur heiße Luft.
@Kemetbauer
Ich erlaube mir kein Urteil über die Einstellung der Landwirte. Landwirte wollen Lösungen und es ist ihnen relativ egal, wie diese Lösungen erreicht werden. Beispiel: Conviso-System bei Zuckerrüben. Ob das mit oder ohne Gentechnik erreicht wurde für den Anwender irrelevant.
Interessant finde ich halt, dass Harald Lesch Aussagen zur Genschere macht und auch deutlich vertritt, die ich so nicht erwartet hätte. Er hält nämlich die Genschere in der Landwirtschaft für zwingend erforderlich. Dazu muss man die Sendung aber auch ansehen.
Kemetbauer: „Die Anti-Gentechnik-Einstellung, als eine rein emotionale Positionierung, ist schließlich auch unter den Landwirten sehr weit verbreitet.“
Von welchen Landwirten reden wir hier?
moin es ist doch gut dass es auch vernünftige Sachen im Fernsehen gibt. ich hoffe dass diese Sachen auch wahrgenommen werden!
Diese Sachen und die die freie Landschaft, die überall zu sehen ist und von den Landwirten bewirtschaftet und gepflegt werden.
Da sparen wir ganz schön viel beamtete Ranger.
Na ja, und die gesunden Nahrungsmittel, die uns alle älter wie unsere Vorfahren werden lassen.