10 Kommentare

  1. Astrid sagt

    Liebe Leute, wenn ihr mal genau hinguckt, werdet ihr feststellen, dass die Verbraucherinnen und die Bauern an einem Strang ziehen, der nämlich heißt: wir wollen nichts ändern, tun aber so.

    Ich bin Verbraucherin und wenn ich hier lese wird mir meist schlecht und zwar aufgrund der Mitgefühllosigkeit die hier gegenüber anderen Tieren herrscht. Ich nehme zur Kenntnis, dass das Bewusstsein der Bauern und das Bewusstsein der meisten Verbraucherinnen sich konträr gegenüber steht.

    Bauern sind Unternehmer die Geld machen wollen und sich offensichtlich dafür kein Mitgefühl leisten können. Die Unternehmer sind an die Gewalt gegen die Tiere entweder gewöhnt oder sie sehen sie gar nicht, denn die Gewalt an die wir gewöhnt sind nehmen wir nicht wahr.

    Die Verbraucherinnen sehen entweder die Gewalt nicht, weil sie lieber den schönen Werblügen glauben oder sie sehen sie und reden sich raus, fangen an rumzulügen: ich ess ja nur ganz wenig Fleisch. Letztere sind die bei denen schon etwas Mitgefühl eine Rolle spielt, was sie sich aber noch erfolgreich wegquatschen wie es ihnen die Werbung vor macht: ich kauf beim guten Bauern um die Ecke – selbst wenn sie mitten in der Großstadt wohnen. D.h. sie wissen was los ist, wollen aber ihr Verhalten nicht ändern.

    Die Bauern werden die letzten sein die aufwachen. Dafür sorgen ihre eigenen Medien, denn die werden von denen gesteuert die darin ihre Anzeigen aufgeben und die tollen großen Maschinen und sonstiges Zubehör verkaufen wollen – für sehr viel Geld. Die sorgen dafür, dass den Bauern weiß gemacht wird, dass die Verbraucherinenn alle bekloppt sind und einfach nur keine Ahnung haben, schließlich sind sie, die Bauern, ja die Fachleute.

    Liebe Bauern, ihr seid auf dem Holzweg, weil die die noch viel mehr verdienen (wollen) wie ihr, dafür sorgen, dass ihr auf dem Holzweg bleibt, damit sie auch schön weiter an Euch verdienen können – und wie gesagt: es geht um sehr viel Geld.

    So simpel ist das – und es funktioniert. Die Welt ist in Ordnung – die Verbraucherinnen sind einfach nur doof, das ist das Problem und somit braucht mensch sie nur aufzuklären mit den schönen kleinen Kälberchen und Ferkelchen – ach wie niedlich und dann klappt das schon.

    Es gibt aus meiner Sicht nur eine Möglichkeit dagegen anzukommen, dass immer mehr Leute aufwachen und dass immer weniger Geld in die Gewalt gegen die Tiere fließt.

    Ich sehe die bäuerlich familiären Tierausbeutungsfakten nur als eine unglaubliche Mitgefühllosigkeit und Grausamkeit.

    Die Kühe die für die Milch ausgebeutet werden liegen zu 20 % immer noch in Ketten in ihrer eigenen Scheiße. Wenn sie Glück haben, kommen sie im Sommer mal auf die Wiese.

    Ohne Kettenhaltung vegetieren sie auch nur in ihrer Scheiße vor sich hin, auch im tollen Auslauf und auch wenn der Bauer jeden Tag sauber macht und er mehr macht als er müsste und die Kühe wie er das früher gemacht hat, in Ketten ausbeuten könnte, alles ganz legal.

    Die modernen Laufställe, sind einfach nur moderne Gefängnisse, aus denen die Tiere nur rauskommen, um grausam abgeschlachtet zu werden. Bei Kühen die für die Milch ausgebeutet werden im Durchschnitt mit 5 Jahren. Sie könnten 4 bis 5 mal so alt werden.
    Und das muss den dummen Verbraucherinnen eben nur, im wahrsten Sinne des Wortes, schmackhaft gemacht werden mit vielen Werbemillionen und schönen, das Gefühl ansprechenden Bildchen.

    Die einzige Möglichkeit aus diesem Gewaltsystem rauszukommen, ist kein Geld mehr reinzustecken und wirklich Landwirtschaft zu betreiben, aber das möchten die Bauern nicht, denn müssten sie was ändern.

    Solange die Verbraucherinnen und die Bauern nichts oder nicht wirklich etwas ändern wollen, sind sich eigentlich alle, mehr oder weniger, bis auf Detailfragen, einig und so geht das Ausbeuten fröhlich, geschmacklos, dafür mit viel Schmackes, weiter.

  2. Schweinebauer Piet sagt

    Herr Professor, die Realität mit Fakten. Die Energiewende funktioniert doch nicht und es wurden Fakten unterschlagen? !!!!

  3. Josef sagt

    Dem Vortrag kann ich nur voll zustimmen. Mich ärgert es schon lange, immer nur rückwärts zu verteidigen und den Verbrauchern (Kunden) Vorwürfe zu machen und bestimmte Wörter zu verbieten. Schauen wir z.B. bei der Auto Werbung. Die Fakten also die technischen Daten muss man am Schluss irgendwo suchen. Die Bilder zeigen immer eine Fahrt in die Freizeit, eine tolle Frau daneben und wohlerzogene Kinder auf den Rücksitzen. Und was ist die Wirklichkeit ?

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sitzt die tolle Frau bei euch beiden am Steuer, dann ist es auch gut, wenn nicht, dann haben sie sich für die falsche Frau entschieden. 😉

      Wohlerzogene Kinder sitzen bei uns nicht mehr auf dem Rücksitz, die fahren nicht mehr mit. 🙂

  4. bauerhans sagt

    früher,als die welt noch in ordnung war,kam der zeitungsreporter vorbei,machte ein schönes foto von den bunten läufern(50kg schweine)und schrieb ne geschichte dazu.
    tenor: genügend material fürs grillen vorhanden!
    das kam bei den leuten an,selbst leute aus der kreisstadt,wo meine mutter wohnte,sprachen sie darauf an.

  5. Onno Tasler sagt

    Man kann das Problem auch viel tiefer aufhängen, nämlich bei einem Sprichwort: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Oder, auf die Lage der Landwirtschaft bezogen: Das Argument muss dem Verbraucher gefallen, nicht dem Landwirt.

    Der Trick an der Sache ist ja im Grunde, zu erkennen, wie der Gesprächspartner die Welt sieht und die Fakten dann so anzubieten, dass sie sich in diese Weltsicht einfügen. Das klappt halt derzeit am besten, indem man die Fakten in Geschichten einbindet: Von Großvaters muffigen, engen Kuhstall (damals, in den 1950ern) zur großen, luftigen und tierfreundlichen Halle für die Kühe des Enkels (heute, in den 2010ern). Von Großvaters rein intuitiver Kuhzucht zum Enkel, der sich wissenschaftlich auf höchsten Niveau mit den Bedürfnissen der Tiere auseinandersetzt – und der dabei so nebenbei erzählt, wie die Auerochsen in grauer Vorzeit gegrast haben, und wie er das in die Planung seines neuen Stalls einfließen lässt…

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