Bauer Willi
Kommentare 53

Ein modernes Erntedank-Gebet

Absolut konfessionsneutral. Und auch für Atheisten geeignet…

Lieber Aldi

Bald feiern wir Erntedank. Deshalb wollen wir Dir einmal Danke sagen, dass Du uns 6 Tage in der Woche mit allem versorgst was wir zum Leben brauchen.

Lieber Aldi, Dank Dir geht es uns gut. Wir haben mehr als reichlich zu essen und zu trinken. Dank Dir gibt es jede Woche neue Sonderangebote. Und das schon seit Jahrzehnten.

Lieber Aldi, Dank Dir können wir bei Lebensmitteln Geld sparen, so dass wir abgeben könnten. Das tun wir aber nicht.

Lieber Aldi, wir danken Dir, dass Du uns mit Deinen Aktionsangeboten zu den verschiedensten Themen hilfst, unseren Lifestyle zu verbessern. Und weil es so günstig bei Dir ist, brauchen wir auch keine Skrupel zu haben, das Zeug nach kurzer Zeit einfach wegzuwerfen. Weil ein neuer Trends viel chicer ist.

Lieber Aldi, Du machst das Leben für uns einfach. Du hast einen großen Parkplatz, so dass wir nicht weit laufen müssen. Du hast 12 Stunden am Tag geöffnet. REWE und EDEKA hat zwar zwei Stunden länger auf, aber wir wollen ja nicht undankbar sein.

Lieber Aldi, du hast so viele gute Menschen, die dafür sorgen, dass wir zwölf Monate im Jahr Erdbeeren kaufen können. Und Bananen. Und im Februar lässt Du für uns Spargel aus Südafrika und Rosen aus Kenia einfliegen. So sorgst Du dafür, dass auch die armen Menschen etwas Geld verdienen können.  Das ist sehr sozial. Dadurch, dass ich das alles kaufe, unterstütze ich die Bauern in den Entwicklungsländern. Da muss ich auch nichts spenden.

Lieber Aldi, wir danken dir für den immerwährenden, scharfen Wettbewerb mit Deinen Discounter-Brüdern. Dadurch können immer sicher sein, den besten und billigsten Preis zu bekommen. Und dass Du die Erzeuger dazu bringst, immer billiger zu produzieren. Auch dafür danken wir dir.

Lieber Aldi, du gibst uns unser tägliches Brot. Das ist zwar aufgebacken, aber billig. Beim Bäcker ist es teurer. Danke, dass Du an uns denkst und uns immer wieder in Versuchung führst.

Bis in alle Ewigkeit.

Wer mutig ist, kann das ja im Erntedank-Gottesdienst vorlesen. Oder dem Pfarrer geben…

Euer Bauer Willi

 

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53 Kommentare

  1. rustikus sagt

    Was man im Rheinland so alles anbetet. Vielleicht wär Erntedank ein guter Anlass, sich mal von einem Pfarrer erklären zu lassen, was ein Gebet ist. Und warum nur kommt mir beim Lesen dieses „modernen Erntedank-Gebetes“ die Geschichte vom Goldenen Kalb in den Sinn?

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    • Bauer Willi sagt

      Danke, werde ich morgen beim Erntedank-Gottesdienst machen. Nur schade, dass da die Leute, die beim Aldi einkaufen, in der Minderheit sind. Die beten am Montag nämlich wieder das Goldene Kalb an.
      Übrigens wird bei uns immer noch vor dem Essen gebetet. Von daher brauche ich da keine Nachhilfestunden.
      Bauer Willi

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    • Andreas Schmid sagt

      Da hast Du mit dem Anbeten und dem Golden Kalb ganz sicher recht. Ich sehe es aber auch von einer anderen Seite: Ich bin glücklich über die Leute, die wegen diesem Post das denken anfangen und darum mein großer Gott hinter dem allem entdecken.
      Ich meine das mit dem Gebet ist einfach: Schwätz mit Gott.

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  2. Schweinebauer Piet sagt

    Ja danke, durch Euer gutes System, sind die Produkte günstig im Laden, aber der Produzent bekommt mehr ab, als bei Deiner Konkurrenz! !!

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  3. Friedrich sagt

    Liebe Aldies wir danken euch für eure Taten , aber wie habt ihr es geschafft zu den reichsten
    Familien in Deutschland zu gehören ?? Habt ihr euch etwa zu Lasten eurer Lieferanten bereichert ?

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    • bauerhans sagt

      im film über aldi nord wurde berichtet,dass herr aldi besonders sparsam gewesen war z.b. ungern mehr als einen schreibstift an seine mitarbeiter heraus gegeben hätte.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Ach Friedrich… das funktioniert wie bei der Kirche. Wenn man immer die „Armen“ unterstützt, dann kommt mit der Zeit halt ein bisschen was zusammen… 😉

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  4. Weil Aldi so gut an den Produkten verdient, deren Grundstoff in Gottes Schöpfung wachsen, müssen nun alle Aldimitarbeiter an ERNTEDANKFEST am 2. Oktober in die Kirche gehen!

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  5. Alois Wohlfahrt sagt

    Lieber Aldi, wir danken dir für den immerwährenden, scharfen Wettbewerb mit Deinen Discounter-Brüdern. Dadurch können immer sicher sein, den besten, billigsten Preis zu bekommen. Und die Erzeuger werden im Zaum gehalten…

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    • bauerhans sagt

      „Und die Erzeuger werden im Zaum gehalten… “

      nein nein,die werden angetrieben,immer mehr zu produzieren!
      wegen der stückgewinne……..

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Die Idee oder die Frage dahinter ist, wo empfindet der Verbraucher heute noch Dank? Wo wir doch alles jederzeit und im Überfluß haben können. Danken die Leute dem Bauern für das billige Schnitzel oder eher dem Discounter?

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  6. No Name sagt

    Lieber Willi,
    Du hast einen Absatz vergessen:

    Lieber Aldi, wir danken Dir, dass Du uns mit Deinen mehrfach wöchentlich Aktionsangeboten zu den verschiedensten Themen hilfst, unseren Lifestyle zu verbessern. Und weil es so günstig bei Dir ist, brauchen wir keine Skrupel zu haben, das Zeug nach kurzer Zeit einfach wegzuwerfen, weil ein neuer Trends viel chicer ist.

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    • Bauer Willi sagt

      Sehr gut. Ja, wir kaufen Dinge, weil sie dort liegen und nicht, weil wir sie wirklich brauchen. Ist mir leider auch schon passiert.
      Bauer Willi

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      • Dorothea Zahn sagt

        Sie vergessen dass es in Deutschland schon 20% armutsgefährdete Menschen gibt. Viele essen sich kaum satt, besonders Kinder. Da ist nicht viel mit Spende, dieser Anteil der Bevölkerung wird immer kleiner, ausserdem hilft Spenden nicht..

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        • bauerhans sagt

          es gibt keinen armutsgefährdeten,nur welche die zu faul sind,hilfe abzufragen oder lieber nen flachbildschirm finanzieren,anstatt ihre kinder zu versorgen.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Es gibt sicherlich Menschen, die nicht auf Rosen gebettet sind.

          Würde das Lohnniveau und die Sozialleistungen auf das doppelte steigen, wie viele Arme hätten wir dann?

          Es wären genau so viele.

          Leider ist es so, dass manche Kinder mit Cola und Kartoffelchips abgespeist werden, als mit frisch gekochtem saisonalem Gemüse.

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        • Ottmar Ilchmann sagt

          Das ist richtig, ein großer Anteil der Bevölkerung in unserem Land muss jeden Cent zweimal umdrehen, und diese Menschen sind auf die billigen Discounterpreise angewiesen. Übrigens sind es oftmals gerade Arbeiter aus der Agrar- und Ernährungsbranche, die zu besonders niedrigen Löhnen arbeiten, das beste Beispiel sind die osteuropäischen Schlachthofarbeiter in Südoldenburg. So schafft sich diese Branche durch die schlechte Bezahlung ihrer Mitarbeiter einen großen Teil ihrer Kunden selbst! Wenn nicht entlang der gesamten Kette der Nahrungsproduktion Dumpingbedingungen herrschen würden, könnte es allen besser gehen, vom Bauern bis zum Verbraucher. Profiteure dieser Zustände gibt es natürlich auch, in einem Kommentar wurde hier ja schon die Frage nach dem Vermögen der Familien Albrecht angesprochen…

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