Allgemein, Bauer Willi
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Der Tag danach…

Am Sonntag war hier bei uns in der Gegend Weltuntergangsstimmung. Es wurde dunkel, dann wieder hell aber dann kam es knüppeldick. In wenigen Minuten (15-20 min) kam ein Wolkenbruch (12 mm) mit Sturm und leichtem Hagel auf, der fast den Hof unter Wasser gesetzt hätte, weil das Wasser so schnell nicht ablaufen konnte.

Im Text zum Rübensaat-Video hatte ich noch gesagt: „Was wir jetzt nicht brauchen können ist ein Gewitter mit viel Regen in kurzer Zeit“. Wobei die Menge allein es nicht ist, sondern der starke Wind, die großen Tropfen und der leichte Hagel, der selbst größere Erdkrümel einfach zerschlagen hat. Dann fängt der Boden an zu verlaufen und selbst die organischen Reste an der Bodenoberfläche (wir machen 100% Mulchsaat) können das nicht verhindern.  Jetzt ist der Boden verschlämmt, aber heute (Montag) ist der Boden zum Glück noch nicht abgetrocknet. Man kann selbst mit Stiefeln kaum auf den Acker. Der Boden darf jetzt so lange nicht abtrocknen, bis die Rüben gekeimt und aus dem Boden kommen. Bis dahin heißt es abwarten, denn es wird mindestens noch bis Ende der Woche brauchen, bis wir entscheiden können, ob wir die gesamte Rübenfläche umbrechen und neu säen müssen. Das wäre bitter, denn neben der weiteren Saatzeitverzögerung kommen ja auch noch die Kosten für eine nochmalige Bodenbearbeitung und das Saatgut hinzu.

Schaut euch die Bilder mal an. Ich berichte zu gegebener Zeit, wir es mit unseren Rüben weitergeht.

Euer Bauer Willi

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40 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Das Jahr 2018 wird ein schlechtes Jahr für die Landwirtschaft im Norden. Erst der viele Regen im letzten Herbst und jetzt das . Das was man jetzt so auf dem Acker sieht kann keine gute Ernte werden, aber die Preise werden trotzdem mies bleiben, weil in Paris und USA die Preise gemacht werden. Alle Agrarpreise sind schlecht oder am fallen und von der Politik hört man nichts , außer der Liberalisierung der Märkte. Export von Industrieprodukten und Bezahlung mit Agrarprodukten zu Lasten der hiesigen Landwirtschaft. Inzwischen dämmerts mir , warum der Osten so stark AFD wählt ?! , weil dort die Abhängigkeit auf dem Land von der Landwirtschaft noch höher ist , als hier im Westen. Das gibt zu Denken ?!

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    • Brandenburgbauer sagt

      Moin Friedrich,habe ich gestern schon mal versucht an den Mann zubringen.
      Sprichwort“ Die Küken werden im Herbst gezählt“. Die die heute weinen werden eventuell dann lachen können und umgedreht kan es auch zu treffen.
      Landwirtschaft hat immer auch mit Geduld zutun und man muß warten können, insbesondere trifft das auf die Witterung zu.
      Was Deine politischen Ansätze betrifft gebe ich Dir Recht

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  2. Altbauer Jochen sagt

    Das Wetter macht einfach einen Strich durch die Rechnung !
    Auch bei uns im hohen Norden noch nasse Stellen.
    Gestern hat mein Sohn 17 ha Futterrüben gesät,
    soweit so gut, heute wird Gärrest (aus Trockenfermentation)
    mit dem Miststreuer fein verteilt aufgebracht um
    unsere leichten Sandböden vor Winderosion zu schützen !
    Die Erfahrung hat uns gelehrt das in 8 von 10 Jahren sich immer
    Ende April /Anfang Mai eine Ostwetterlage mit starkem Wind
    einstellt .Wer da nicht vorsorgt dem werden die kleinen Pflanzen
    „sandgestrahlt“ und das war es dann !
    Das gleiche gilt für die Maisflächen.
    Gegen Starkregen kann man allerdings nichts vorbeugendes unternehmen.

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  3. Ottmar Ilchmann sagt

    Ist das nur schlechtes Wetter oder schon der Klimawandel? Bei uns in Ostfriesland war Sommergetreideeinsaat erst vor ca. 2 Wochen möglich, also eigentlich viel zu spät. Manche Grünlandflächen können immer noch nicht befahren werden, Pflegearbeiten, Düngung, alles sehr erschwert. Maisflächen begannen letzte Woche gerade abzuttrockenen, jetzt ist wieder Regen angesagt.

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  4. Lieschen Müller sagt

    Das tut mir sehr leid.
    Was haben denn unsere Altvorderen in einer solchen Situation gemacht? Wie hätte man denn z.B. 1950 das Bauernjahr gerettet? Mit dem Pferd wäre man ja wahrscheinlich auch nicht durch den Schlamm gewatet.

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    • Brötchen sagt

      mein Vater hat zu ostzeiten mit kollegen die nassen stellen mit der Hand gesät. alles schon mal dagewesen. kann sein die sind hinterher mit Pferd und egge drüber.

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