Bauer Willi
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Das böse Vieh und die Nahrungskonkurrenz…

Sandra ist frustriert. Deshalb hat sie uns diesen Artikel geschickt. Bin gespannt, was unsere Weltretter dazu zu sagen haben.

Immer wieder lese ich hier und auch an anderen Stellen Kommentare, die eindeutig Werbung machen für vegane Ernährung auf Grundlage der Aussage, unsere Nutztiere würden ja Getreide fressen und somit wertvolle Ackerfläche blockieren, die viele viele Menschen ernähren könnte.

Diese immer wiederkehrende Aussage frustriert mich, denn diese Aussage ist so nicht richtig und vermittelt ein verzerrtes Bild. Ich will euch mal anhand einiger ganz banaler Beispiele aufzeigen, dass Nutztiere nicht in so einer Nahrungskonkurrenz zu uns stehen, wie es immer und immer wieder versucht wird, einem einzureden. Ich gehe jetzt einmal von ein paar Produkten des täglichen Lebens aus und stelle mir vor, ich lebe mal einen Tag vegan… zum Frühstück Haferflocken, mittags Kartoffelpuffer bzw. Reibekuchen, nachmittags ein Stück Topfkuchen, abends ne Scheibe Brot und dazu ein Bierchen….

Klingt erstmal ganz nett soweit, aber jetzt schau ich mal hinter die Kulissen, und nehm das auseinander! Haferflocken werden bekanntlich aus Hafer gemacht, der Hafer wird aber, bevor er gequetscht wird, erstmal sortiert, denn kleine Körner möchte der Handel nicht. Also fallen jede Menge kleine Haferkörner an, die nur als Viehfutter noch etwas taugen. Kartoffelpuffer bzw. Reibekuchen, auch ne lecker Geschichte! Wenn man Kartoffeln erntet und sie dann vermarkten will als Speiseware, nimmt der Handel nur eine Größensortierung von 35 bis 65 mm oder selten auch mal bis 75mm. Was also machen mit den zu kleinen und zu großen Kartoffeln? Mit den Beschädigten, mit grünen…? Industriealkohol produzieren lohnt nicht mehr, seit dem Wegfall der Beihilfen. Also taugen die aussortierten Kartoffeln ebenfalls nur noch als Viehfutter… Aber Moment mal: Zum Braten bräuchte man ja ein Pflanzenöl; Rapsöl würde sich anbieten. Und die Reste vom Raps nach dem Pressen sind ja auch ein gutes Viehfutter. Um Raps anbauen zu können, muss ich vorher aber zwangsweise Wintergerste anbauen, da ich sonst zum Aussaattermin Ende August meinen Acker nicht frei und fertig habe zum Einsähen. Tja, was nun mit der Gerste? Zum menschlichen Verzehr nicht sonderlich geeignet… also Viehfutter. Ok, man könnte full risk gehen und vor dem Raps Roggen oder Weizen anbauen, aber das kann dann auch mal sein, dass der noch nicht geerntet ist Ende August oder, dass durch das kürzere Zeitfenster keine mehrfache Bodenbearbeitung möglich ist… in diesem Fall hilft Glyphosat, aber das ist ja auch nicht so der Burner….
Kommen wir zum Topfkuchen. Der Kuchen ist aus Weizen, Zucker und Margarine. Weizen – auch so eine Gratwanderung, die gewünschten Qualitäten zu erreichen. In diesem Jahr war es vielerorts binnen einer Woche geschehen, um besten Weizen, der nach einer Woche Regenwetter nur noch als Viehfutter dienen konnte… aber selbst, wenn der Weizen gut ist: zu kleine und gebrochene Körner werden vor dem Mahlen rausgesiebt, fürs Viehfutter…. Zucker, echt ne süße Sache; schön aus Zuckerrüben, als Nebenprodukt Sirup, auch lecker! Aber was passiert mit den Rüben, nachdem der Zucker entzogen wurde…? Richtig, wieder Viehfutter…. Margarine, aus Raps natürlich – Raps hatte ich oben schon, aber chemische Härter, Farbstoffe, künstliche Aromen in der Margarine… auch nicht grad so das, was gesund ist….. Die Scheibe Brot zum Abendbrot, schön bestrichen mit der lecker Chemiemargarine, bisschen Salz dazu, das muss langen. Brot ganz klar aus Roggen, der wie alle anderen Getreidesorten nach der Ernte gereinigt wird – kleine Körner raus usw… Hat man Mutterkorn im Roggen, taugt auch der höchstens als Viehfutter…. Auf das Pils haben wir uns nun aber wirklich den ganzen Tag schon gefreut!!! Zutaten:  Gerstenmalz, Wasser, Hopfen und Hefe. Gerstenmalz macht man aus Sommergerste, die hat nun aber so ihre Tücken, das ist nämlich ne ganz Fiese, die Sommergerste. Die macht nämlich nicht immer das, was sie soll, nämlich einen gewissen Eiweißanteil zu haben…. Hat sie zu wenig oder zu viel Eiweiß, ist sie nur noch als Viehfutter zu verwenden und aus meiner Erfahrung kann ich sagen, gelingt es im Schnitt alle 3 Jahre mal, Braugerste zu ernten… ansonsten ist das Viehfutter!

Ihr konntet jetzt mal anhand dieser wirklich banalen Beispiele sehen, wie viel Futter so anfällt, ohne das extra anzubauen. Das, was ich hier beschrieben habe, ist Realität hier in Deutschland, d.h. nicht, dass das überall auf der Welt so ist. Und das heißt auch nicht, dass auf Ackerflächen kein Viehfutter angebaut wird. Es soll euch einfach nur aufzeigen, dass in Wahrheit viel viel weniger fürs Vieh angebaut wird, als uns immer wieder weis gemacht wird. And by the way: Der allermeiste Mais, den man hierzulande zu Gesicht bekommt, ist für Biogasanlagen und nicht für Kühe. Und wem das nicht passt, der kann sich gern mal bei Renate Künast von den Grünen beschweren, die ist nämlich für die “Vermaisung” verantwortlich.

Eure Sandra

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  1. Durch die völlig unnatürliche Massentierhaltung entstehen gigantische Umweltprobleme und u.a. ein Entsorgungsnotstand für die mit sonstigen Stoffen belasteten Tierexkremente! – Sie dazu diesen Leserbrief!:
    2016.12.02 Leserbrief in der Verdener Aller Zeitung
    „Die Landwirte mitnehmen“ Artikel in der VAZ vom 02.12.2016

    „Trotzdem sei es wichtig, dass die Betriebe Luft zum Atmen hätten“! So lautet das Schlusswort
    des Vorsitzenden des Kreislandvolkverbandes Heidekreis zum Thema Nitrat und Grundwasser. Der
    Vorsitzende hat vergessen zu erwähnen, auch Nichtlandwirte hätten gerne Luft zum Atmen. Hätten
    gern saubere Atemluft ohne Ammoniak, ohne Aerosole mit Gehalten von Fäkalbakterien, Pilzsporen
    und Pestizidwirkstoffen. Er hat vergessen zu erwähnen, auch Nichtlandwirte hätten gern Grundwasser
    ohne einen teils extrem hohen Nitratanteil. Eine gewisse Fachlichkeit hineinzubringen, wie Herr
    Oestmann anmerkt, wäre im Vorfeld angebracht gewesen, schliesslich bezeichnen sich Landwirte gern
    als Fachmann wenn Belange des Bodens und Düngens angesprochen werden. Hätten fachliche
    Kenntnisse in der landwirtschaftlichen Bodenbewirtschaftung bereits Anwendung gefunden, wäre
    aktuell das Thema Nitrate im Grundwasser nicht auf den Seiten der VAZ erschienen. Würden
    Pestizidwirkstoffe und deren Metabolite den Wasserversorgern keine Schwierigkeiten bereiten, wenn
    es gilt, Werte entsprechend der Trinkwasserverordnung einzuhalten.
    Nitrat im Grundwasser ist in der Regel die Folge des Aufbringens schnell löslicher
    Stickstoffverbindungen auf Äcker und Grünländereien. Ist die Folge zu hoher Düngegaben in Form
    von Mineraldünger und in Form von Flüssigdüngern wie Gülle und Gärreste, zeitlich konzentriert
    ausgebracht auf landwirtschaftliche Flächen. Düngegaben, die von den Nutzpflanzen nicht in der
    Menge aufgenommen werden können wie sie nach der Ausbringung im Boden kurzzeitig zur
    Verfügung stehen. Überschüssige Stickstoffe werden in Form von wasserlöslichem Nitrat
    ausgewaschen, gelangen in tiefere Bodenschichten und in Grundwasserzonen. Nitrat im Boden ist
    vielfach auch eine Begleiterscheinung landwirtschaftlich bedingter Grundwasserabsenkungen, wie
    Trockenlegung von Feuchtgebieten und Grundwasserentnahmen zur Feldbewässerung.
    Grundwasserabsenkungen ermöglichen dem Sauerstoff Zutritt zu den organischen Bodenbestandteilen
    die bisher dem Sauerstoff nicht ausgesetzt waren. Organische Bodenanteile faulen bei Sauerstoffzutritt
    unter Bildung von Stickstoffverbindungen und Bildung von Schwefelwasserstoffen. Freiwerdende
    Stickstoffe werden durch die bakteriell ablaufende Nitrifikation in wasserlösliches Nitrat gewandelt.
    Einmal die tieferen Bodenschichten und das Grundwasser erreicht, kann Nitrat nur dann abgebaut
    werden, wenn sich im Boden Stoffe und Bakterien befinden, die in gegenseitiger Abhängigkeit in der
    Lage sind, dem Nitrat Sauerstoffanteile zu entziehen. Zum Beispiel Minerale mit Pyrit oder Eisen(III).
    Ansonsten akkumuliert Nitrat in den tieferen Bodenschichten. Bedeutet, bei ständig neuer
    Nitratzuführung steigt der Nitratgehalt. Mit Grundwasserwerten von 50mg/l Nitrat, gilt das
    Grundwasser bereits als erheblich belastet, 35mg/l Nitratgehalt gelten bereits als Vorwarnstufe. Die
    natürlichen Nitratgehalte des Grundwassers liegen in der Regel bei 5 – 10 mg/l, je nach
    Bodenformation. Darüber liegende Werte zeugen bereits von Nitrat-Fremdeinleitungen.
    Wenn auf Sandböden, wie im Heidekreis vorhanden, kein Ackerbau ohne Nitratausträge möglich ist,
    so die Äusserung der Frau Willenbockel, hat konventionell betriebener Ackerbau auf diesen Flächen
    keine Berechtigung. Im Gegenzug wird bewusst das Risiko eingegangen, Oberflächenwasser und
    Grundwasser im Bereich dieser Böden teils irreversibel zu schädigen, mit Stickstoffverbindungen,
    Pestizidwirkstoffen und deren Metabolite zu belasten. Trockengelegte Feuchtgebiete und sandige
    ehemalige Heideböden sind heute grösstenteils mit Maiskulturen belegt. Maispflanzen reagieren nicht
    mit Wuchsstörungen auf hohe Güllezufuhren, lassen sich als Maismonokulturen ohne weiteres über
    sieben Jahre in Folge auf den gleichen Flächen anbauen. Maiskulturen sind anspruchslos in der Pflege,
    Maiskulturen wachsen auf humusarmen Sandböden. Die Maispflanzen lassen sich in Biogasanlagen
    vergären. Maispflanzen lassen sich den Kühen, Rindern und Schweinen als Nahrung vorlegen.
    Maispflanzen lassen sich kostengünstig per Silage konservieren, stehen somit ganzjährig der
    Verwertung zur Verfügung. Der zunehmende Maisanbau, bedingt durch die universelle
    Maisverwertungsmöglichkeit, ist eine der massgeblichen Ursachen für steigende Nitratwerte in Boden
    und Grundwasser.
    Maispflanzen gelten allgemein als Humuszehrer. Humusarme und herbizidkontaminierte Ackerböden
    werden selbst in kurzen Trockenperioden künstlich beregnet. Zwangsweise, weil humusarme Böden
    kein Wasser speichern, den Böden durch Drainagen und Abzugsgräben das Wasser entzogen wird, mit
    Herbiziden vorgeschädigte Nutzpflanzen schnell vertrocknen. Die Beregnungsmassnahmen senken
    grossflächig den Grundwasserstand, führen gegebenenfalls zu Fäulnisprozessen im Boden und
    bewirken, neben der Überdüngung, eine weitere Anhebungen der Nitratwerte im Grundwasser.
    Die Forderung, eine Trendwende in der bisherigen Düngegewohnheit einzuleiten, wird von den
    meisten der Landwirte wahrscheinlich als Gängelei praxisfremder Theoretiker abgetan und abgelehnt.
    Den Landwirten fehlen vielfach Entsorgungsflächen für betrieblich anfallende Gülle und Gärreste.
    Wasserschonende Technik bei der Düngeausbringung einzusetzen wird propagiert, nicht genannt
    werden jedoch praktizierte Anwendungsmassnahmen, die Nitratbildung durch chemische Produkte zu
    verzögern. Sogenannte Nitrifikationshemmer kommen zur Anwendung und werden den
    Flüssigdüngern beigemischt. Nitrifikationshemmer hemmen die Aktivitäten von Bodenbakterien,
    verzögern so die Wandlung der Stickstoffe in Nitrit und Nitrat. Die Wirkstoffe in den
    Nitrifikationshemmern werden jedoch unerwünscht schnell von Bodenpilzen abgebaut. Wieder bietet
    die Chemie den Ausweg, die zusätzliche Beimischung von Fungizidwirkstoffen.
    Rainer Berwardt

    • Walter Parthon sagt

      Da drin fing letztes Jahr alles an“, sagt der Öko-Bauer Christoph Decker und deutet mit dem Finger auf das Gewächshaus. Sein Hof in Bühl bei Baden-Baden liegt nur wenige Kilometer vom Schwarzwald entfernt. Es ist ein kleiner Familienbetrieb, der nach strengen Demeter-Richtlinien arbeitet. Decker trägt ein knallgrünes Polohemd, darunter wölbt sich ein gemütlicher Bauch. Im Schutz der Glaswände zog er bisher Tomaten hoch, Zucchini, Paprika, Gurken und Salat, sogar Honigmelonen. In diesem Jahr wächst davon nichts mehr.
      Dort, wo seine Pflanzen gediehen, herrscht jetzt auf viertausend Quadratmetern Wüste, wie Decker die brachliegende Fläche nennt. Im Gewächshaus streichen ein paar Hühner zwischen Unkraut umher, hoch über dem verdorrten Boden rosten die Bewässerungsdüsen, die das verseuchte Wasser über Obst und Gemüse sprühten.

      Wo die Geschichte ihren Anfang nahm, wer die Verantwortung dafür trägt – darüber gibt es ebenso viel Streit wie unterschiedliche Versionen. Decker erzählt es so: Vor rund zehn Jahren erhielt er einen Anruf von einem benachbarten Komposthändler. Ob er Kompost brauche? Er müsse sich um nichts kümmern, das Material wäre gratis, sogar das Aufbringen auf den Acker. Kostenloser Kompost? Ein solches Angebot hatte ihm noch keiner unterbreitet. Decker kam das seltsam vor, er lehnte ab: „Ohne Analyse hätte ich den auf dem Ökohof ohnehin nicht aufbringen dürfen.“
      Flächenmäßig der größte Umweltskandal Deutschlands
      Solche Bedenken hatten andere Bauern in der Region nicht. Und so landete zwischen 2005 und 2008 tonnenweise Gratis-Kompost als Düngemittel auf ihren Äckern, dem Abfälle aus der Papierindustrie beigemischt waren. Diese Papierschlämme enthielten vermutlich Stoffe, die niemals auf die Felder und in die Umwelt hätten gelangen dürfen, und zwar sogenannte per- und polyfluorierten Chemikalien, kurz PFC.

      Die Region zwischen Bühl und Rastatt ist ein wichtiges Anbaugebiet für Obst und Gemüse. Mehr als 400 Hektar Land sind dort inzwischen mit fluororganischen Verbindungen verseucht.
      Umweltschützer sprechen mittlerweile vom flächenmäßig größten Umweltskandal Deutschlands. Die Behörden in den Landkreisen Baden-Baden und Rastatt entdecken immer neue Felder, die mit PFC verseucht sind. Inzwischen sind es mehr als 400 Hektar Land. Vor drei Jahren wurden diese Substanzen erstmals auch in einem Wasserwerk nachgewiesen. Seither ist in Mittelbaden nichts mehr wie zuvor. Wie sie ins Trinkwasser gelangen konnten, wird die Gerichte noch über Jahre beschäftigen.
      Dass sie darin entdeckt wurden, ist den Star-Energiewerken in Rastatt zu verdanken, die für die Wasserversorgung der Bevölkerung zuständig sind. Im Oktober 2012 ließ man das Trinkwasser eines Brunnens untersuchen. Dabei fanden sich erhöhte PFC-Werte. Zwei Wasserwerke mussten in der Folge abgestellt werden. In den vergangenen drei Jahren hing die Stadt Rastatt mit ihren knapp fünfzigtausend Einwohnern wie an einem Tropf. Nichts hätte mehr passieren dürfen – kein Rohrbruch, kein Stromausfall. Sonst wäre sauberes Wasser knapp geworden.
      Plantschbecken sollen nicht mit Brunnenwasser gefüllt werden
      Derzeit schwappt die PFC-Brühe unter einem Stadtteil Bühls. Wasser aus privaten Brunnen soll hier auch nicht dazu verwendet werden, um Tiere zu tränken oder den Garten zu gießen. Und auf keinen Fall sollen Planschbecken damit gefüllt werden, rät das Landratsamt. Auch in vier nahe gelegenen Seen sind die PFC-Konzentrationen zu hoch. Und mit dem Grundwasser verteilen sich die Chemikalien weiter.

    • Andreas Schmid sagt

      “Die natürlichen Nitratgehalte des Grundwassers liegen in der Regel bei 5 – 10 mg/l, je nach Bodenbeschaffenheit.”
      Die natürlichen nitratgehalte im Wald sind wesentlich hoeher.

  2. Danke für den Hinweis zu Methionin und Lysin, Willi. Diese Diskussion dürfte allein aus betriebswirtschaftlichen Gründen keinem Landwirt gleichgültig sein:

    Die Landwirtschaft hat sich – wie wir alle – jahrzehntelang immer mehr von Technik, Industrie und damit fremder Energie und fremden Ressourcen abhängig gemacht, weil das einen enormen Produktivitätszuwachs ermöglicht hat. Die Zeit dieser Produktivitätssteigerungen ist aber vorbei, weil nach dem Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs die Faktorproduktivität fast überall an Grenzen stößt. Das heißt, in reifen Systemen wachsen Kosten und Aufwand schneller als der Ertrag, man versucht das über mehr Menge und Umsatz aufzufangen. Genauso macht es die EZB, die Bilanzsumme wird immer größer, aber mit 80 Milliarden frisch gedrucktem Geld wird nur noch eine Miliarde Wachstum erzeugt – und das ist Umsatzwachstum, kein Ertragswachstum.
    Wir drehen ein immer größeres Rad, und es bleibt immer weniger hängen. Das liegt nicht etwa am Kapitalismus. Wenn wir einen solchen hätten, also eine freiheitliche Eigentumsordnung, gäbe es Haftung und Verantwortung und mit knappen Ressourcen würde sparsam umgegangen. Das ganze künstlich – etwa durch Geldpolitik – angeheizte Wachstumsmodell ist betriebswirtschaftlich eine Sackgasse. Aus der Schulden-, Wachstums- und Globalisierungsfalle kommt man nur durch Selbstbeschränkung wieder heraus. Wir brauchen keine staatliche Maximalregelung sondern die Einsicht z. B. der Milchviehhalter, dass die Preise schnell um über 20 % steigen könnten, wenn alle die Produktion um 10 % einschränken. Eine Utopie? Wir sind der Markt, wir können das.

  3. Ehemaliger Landwirt sagt

    Ehrlich gesagt, mir geht eure Diskusion am A**** vorbei.

    Für den Rindfleischbedarf, Milch und Milchproduckte reichen die Wiesen nicht aus.

    Den missionarisch geforderten Verzicht auf diese Lebensmittel, geht eh in das Leere,
    all die Vegetarier und Putenvegetarier stellen nach einiger Zeit wieder um und sind dem Fleischgenuss wieder angetan.

    Sie isst kein Fleisch von gequälten Tieren, erklärte mir eine Berlinerin.
    Ich fragte sie, ob sie schon mal in einem Stall war und dies beurteilen kann?

    Nein, sie war noch nie in einem Stall.

  4. Andreas sagt

    Ein sehr schöner Artikel. Sachlich absolut nicht zu beanstanden.

    Meine Sorge ist nur, dass wir uns verschleißen mit Diskussionen dieser Art. Ich kenne persönlich nur einen Vegetarier und das ist Andreas Fendt. Er ist sozusagen ein politischer Vegetarier , so würde ich mal sagen.

    Es gibt aber andere. Das sind welche, die im I Net oder TV Ekelbilder gesehen haben und darüber nicht hinweg kommen und einfach kein Fleisch mehr essen können. Ob man diesen noch wieder Fleisch schmackhaft machen kann, das weiß ich nicht.

    Wir Bauern müssen uns dem Markt anpassen. Also immer weniger Fleisch produzieren. Das ist für mich die Frage, ob man das organisieren kann.

    • Bauer Klaus sagt

      Warum organisieren? Brauchen wir Bauern vielleicht Vordenker, die für uns das eigene Denken übernehmen Nein, danke! Schweinehalter haben die Marktanpassung praktiziert und der Milchpreisanstieg hat auch nur diese eine Ursache.

      • Bauer Willi sagt

        Richtig! Es wird wohl auch bei der Milch ohne Quote einen “Schweinezyklus” geben. Jeder ist Unternehmer und hat sich an die Marktmechanismen anzupassen, so wie andere Branchen auch. Da kann es auch richtig sein, sich antizyklisch zu verhalten.
        Und dann noch was: Im Handel liegt der Gewinn. Also möglichst die eigenen Produkte veredeln. Der ganze Markt ist eine einzige Nische. Wenn der Konsument für “Weideschweine” mehr bezahlt, soll er die bekommen. Eigene Käserei ist ein anderes Beispiel. Davon gibt es viele.
        Bauer Willi

  5. @Andreas Fendt
    könnten sich die Milchbauern nicht im eigenen Interesse auf eine Mengenbeschränkung durch “natürliches” Futter einigen, also Grundfutter von eigenen Flächen und Dünger aus dem Stall? Ich habe in Dänemark dieses Jahr zwei Betriebe besichtigt, einer konventionell, der andere Bio (kein Fremdstickstoff, kein chem. Pflanzenschutz, 150 Tage Weidegang). Beide mit sehr hoher Milchleistung (13.000 und 11.000 kg) Aber mit nur 10 % weniger Milchanlieferung in Europa wäre Milch knapp und der Preis würde explodieren. Stattdessen haben Holland und Irland den Hahn in den letzten zwei Jahren so richtig aufgedreht und machen jetzt ca. 25-30 % mehr als bei Ende der Milchquote. Überkapazitäten durch Förderung und billiges Geld, und das unternehmerische Risiko darf dann wieder die Allgemeinheit übernehmen. Weg mit Förderchaos und Staatsknete!

  6. Insbesondere beim Bier fehlt aber noch einiges, siehe z.B. https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/ite/dateien/26325_brauereinebenprodukte.pdf

    “Die bayerischen Brauereien setzen jährlich bei ca. 22,6 Mio. Hektoliter Bierausstoß etwa
    500.000 t Nebenprodukte frei. Die Hauptmengen davon wandern in den Futtertrog. Dabei
    handelt es sich in Frischmasse um ca. 8.000 t Malzkeime, ca. 450.000 t Biertreber und ca.
    35.000 t Bierhefe.”

    Rein rechnerisch müsste der Getränkemarkt mit jeder Kiste Bier also 2 kg Brauereinebenprodukte mitgeben – oder ein Schnitzel. 😉

  7. Gerhard sagt

    Nach der Überlegung im Artikel wäre das Maß der Dinge doch: wie viele kcal/ha liefert eine Anbaufläche – kcal (Kalorien) für den Menschen wohlgemerkt.
    Mit einer solchen Überlegung dürfte man z.B. keinen Spargel anbauen, viel zu wenig Nährwert pro Hektar. Und das gilt für das meiste Obst und Gemüse.
    Für manche Flächen scheint die Nahrungskette über das Tier sogar die (für den Menschen) effizienteste zu sein.

    • Biobauer Andreas Fendt sagt

      dann mal vorrechnen! Ich habe das mit kalorischem Gehalt von Schweinefleisch versus Speisegetreide getan und kam zum Schluß: um 6,6 Menschen vom Hektar (kalorisch) zu ernähren brauch ich über das Schwein 103 dt /ha Futtergetreide und bei Biobackweizen nur 21 dt/ ha backfähiges Getreide. Welche Erträge sind eher praxistauglich?
      nachzulesen hier (es ging eigentlich um das Phosphormärchen, bzw. die angeblich bessere Rückführung über Tierhaltung) https://www.facebook.com/Stiftung.Lebenshof/photos/a.175769575858946.23642.134151700020734/579804355455464

      Die Flächen, bei denen Deine Aussage mit Sicherheit zutrifft, heissen “Dauergrünland” 😉

      • Gerhard sagt

        Die Rechnung stimmt nur teilweise, weil sie die unterschiedliche Bodenqualität nicht berücksichtigt (Futtergetreide/Backweizen)

        • Biobauer Andreas Fendt sagt

          also 21 dt/ha backfähiges Getreide mach ich auch auf 900m und steinigen 18er Urgesteinsböden, hingegen kenn ich hier in der Gegend keinen der > 100 Dt/ha Futtergetreide drischt. Also, was soll an dem Vergleich nicht stimmen? Er geht IMMER besser für Speisegetreide aus und der Faktor nimmt zu, je besser die Böden werden.

          • Gerhard sagt

            Ich hab ja nicht gesagt, es stimmt *nicht*, sondern es stimmt nur *teilweise*. Der Faktor 5 ist überzogen, vielleicht landen wir bei einem Faktor 2. Und ich möchte trotzdem auch Fleisch und Spargel essen, und nicht nur Soja und Weizen.

      • jochen böhrer sagt

        Nicht nur in Baden Württemberg gab es dieses Jahr Flächen, auf denen 100dt/ha NICHT backfähiger Weizen wuchsen.. obwohl er als solcher geplant war. Das Verhältnis direktmenschenverwertbar:überdastierverwertbar beträgt da 1:unendlich. Und das betraf Millionen von Tonnen. Man kann das Spielchen auch weiterspinnen mit Ganzpflanzensilage von Mais und Getreide.. Und man darf Nahrungsmittel nicht nur über Kalorien bewerten..

    • Brötchen sagt

      Wenn die Förderung weggeht, werden viele lw nach Nutzungsmöglichkeiten für ihr Land suchen! Die Energie ist nicht das Problem! Man muss sich nur mal vergegenwärtigen wie in ariden Gebieten gelebt wird. Der Mensch kann unter extremsten Bedingungen überleben, wenn er Tiere nutzt und keine Überbevölkerung vorliegt.

  8. War doch jetzt erst wieder in den DLG-Mitteilungen zu lesen, dass man die Ammoniak-Emissionen aus der Viehhaltung mittlerweile ganz gut im Griff hat, aber leider hat sich herausgestellt, dass jetzt Gärreste aus Biogasanlagen sehr viel Ammoniak emittieren….
    Das hatte Frau Künast wohl auch nicht bedacht.

    • jochen böhrer sagt

      Gärrest ist von seiner Wirksamkeit und Verfügbarkeit eher mit Mineraldünger wie KAS vergleichbar als mit unbehandelter Gülle. Das hat ein Biogaser zu wissen und dementsprechend bei der Düngung zu berücksichtigen.. dann klappt das.

  9. BerndK sagt

    Veganismus ist eine Ersatzreligion, die zur Zeit auch auch als lifestyliges Statement ihrer urbanen Jünger gepriesen und mit großem Getöse gelebt wird. Wenn die Sandra nun einzelne Punkte hinterfragt, hat das den gleichen Effekt den man erzielt, wenn man Sektenmitgliedern versucht die Verquertheit ihres Glaubens aufzudröseln. Nämlich gar keinen….aber guter Versuch 🙂

    • Anwalt der Tiere sagt

      Vielleicht sind Veganer aufgeschlossener und rationaler als Sie denken. Immerhin haben sie es schon geschafft, sich von dem Glauben zu lösen, Fleischessen sei notwendig und genetisch verwurzelt. Fleischessen ist nur eine Gewohnheit, eine nicht mehr zeit- und erkenntnisgemäße. Leo Tolstoi aber zufolge gehen die Menschen lieber zugrunde, als dass sie ihre Gewohnheiten ändern. Um so schöner ist es, dass sich in der Ernährung nunmehr doch die Vernunft ausbreitet. Langsam aber sicher. 😉

          • Brötchen sagt

            Jetzt auf rational, zu rational gehören auch Kenntnisse. Mir ist noch kein Veganer begegnet, der richtige Ahnung hat. Ich habe selber mal 1 Jahr vegetarisch gelebt. Ich weiß schon, was das bedeutet und das das möglich ist. Leo tolstoi war privilegiert und Russland ist nun mal was anderes als Mitteleuropa.

            • Anwalt der Tiere sagt

              Die meisten finden unschön, was mit Tieren passiert. Dann ist es doch nur konsequent, entsprechende Produkte nicht zu kaufen. Das allein ist schon eine rationale Entscheidung – und das Bauer-Willi-Prinzip. Dann sollte man noch über ein gewisses Ernährungswissen verfügen (sollte jeder, um so essen zu können, dass man nicht gleich wieder Appetit hat und die Figur bekommt, die man eigentlich nicht haben will). Das haben alle Vegetarier einschl. Veganer auch die mir begegnet sind. Eine landwirtschaftliche Fachdiskussion führen zu können, ist nicht erforderlich.

            • Brötchen sagt

              @ Anwalt da kommen wir zum generellen Problem. Wenn ein Land Veganer Ideologie folgt, dann bedeutet das grundlegende Eingriffe in das versorgungssystem. Sie können das nicht mehr so schnell rückgängig machen und nehmen alle anderen Menschen in Geisel Haft! Das ist so ähnlich wie mir der extremen Zuwanderung. Das Problem mit den Tieren ansich können wir noch ausführlich diskutieren heute abend. Die Mühe mache ich mir nur wenn Interesse besteht und ich zeit habe.

            • Anwalt der Tiere sagt

              Geiselhaft, das ist doch vollkommen überzogen. Mein Ernährungsverhalten steht mir frei wie auch allen anderen. Ich greife nirgendwo ein, sondern treffe bestimmte Kaufentscheidungen. Ab einer signifikaten Zahl “veganer” Kaufentscheidungen wird das Marktgeschehen beeinflusst, und der Markt stellt sich darauf ein. Ich sehe nicht, dass dadurch die Versorgungssicherheit gefährdet würde, ansonsten ist die Politk gefragt, die dazu da ist, um auf Veränderungen zu reagieren. Keiner isst Fleisch, um die Tierhalter nicht arbeitslos zu machen, oder kauft sich ein neues Auto, nur um die Autoindustrie zu unterstützen.
              Über Tiere diskutiere ich gern. Ich bin offen für Argumente und Tatsachen. Die (weitgehend) vegane Lebensweise ist für mich aber eine Wertentscheidung, an der auch Begründungen etwa der Haltungsform und nichtkurativer Eingriffe mit wirtschaftlichen Sachzwängen so schnell nichts ändern werden. Ich persönlich brauche keine Tierhaltung, ich habe mich umgewöhnt, mir fehlt es an nichts, ich brauche nicht missioniert zu werden. 🙂

            • Bauer Willi sagt

              Wenn jemand vegetarisch oder vegan leben will, so soll er das tun. Ich werde nicht versuchen, ihn zu “bekehren”. Allerdings möchte ich auch nicht “missioniert” werden.
              Bauer Willi

            • Anwalt der Tiere sagt

              Manchmal wird einem Missionieren unterstellt, obwohl man sich nur streiten möchte. Veganerschicksal. 😉

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        In Deutschland besteht Religionsfreiheit, da können sie ihre Thesen verbreiten, andere dürfen aber auch eine andere Meinung haben.

        http://www.huffingtonpost.de/2014/10/27/risiken-vegan-ernaehrung_n_6052836.html

        Jeder gläubige Anhänger einer Religion hat das gute Gefühl, anderen Menschen moralisch überlegen zu sein. Der Ungläubige, heute der Fleischesser, ist ein Heide, den es zu missionieren gilt. Das verschafft mir Bedeutung und Lebensgefühl. Zweitens: Als Rechtler kann man seine gewalttätigen Neigungen ausleben, weil jemand, der das Tier vor Leid schützt, das Recht erworben hat, den Menschen Leid zuzufügen, weil das Leben der Tiere ein gleiches oder gar höheres Gut ist. Die Familien lösen sich mehr und mehr auf, die Jugend braucht neue Gemeinschaften, die einem Heimat und Geborgenheit geben. Und in solchen Gemeinschaften haben die Radikalsten am Schluss immer das Sagen. Denn je radikaler, desto faszinierender und überzeugender wirkt der Glaube.

        Wenn man heute als junger Mensch auffallen will, dann muss man schon Fische vor dem Ertrinken retten, oder Veganer werden.

        Wer den Weltretter spielt, der steht ganz oben in der Nahrungskette. Mit dem Veganismus bin ich Priester dieser Weltrettungsreligion. Wenn man richtig ranklotzt, ist man irgendwann der Chef eines gut gehenden Spendensammelvereins – und kann sich jeden Tag französischen Schampus, Schweizer Käse und argentinische Steaks leisten – und Mädels. Selbstverständlich solche, die nicht im Entferntesten daran denken, sich vegan zu ernähren.

        • Anwalt der Tiere sagt

          Sie verwechseln da was. Sie meinen Salafisten. Salafismus ist zwar eine religiöse Richtung, hat aber nichts mit Salat zu tun, auch wenn Salafisten angeblich kein Schweinefleisch essen. Veganer essen zwar häufig Salat, aber eben nicht nur. Einige Veganer sehen aus wie Salafisten, sind aber Hipster. Der große Unterschied aber ist: Veganer sind gegen Gewalt. Sie nehmen tendenziell auch nicht so ernst, was in mehr als tausend Jahre alten Erbauungsschinken primitiver Hirten- und Händlerkulturen steht. Eine ganz kleine Minderheit begeht Hausfriedensbruch, bei dem die Schuld verneint wurde, dafür aber weniger Straftaten nach dem TierSchG.

          • Biobauer Andreas Fendt sagt

            Saladisten sind aber keine Anhänger Saladins sondern sie essen denselben und weil der dabei stirbt, sind sie eigentlich Sadisten.

            Daher: Es lebe der Pflücksalat!

        • Gephard sagt

          Da ist schon was dran. Veganismus hat eine stark emotionale Komponente. Denn es geht ja um vermeidbares Tier und Menschenleid. Veganer kritisieren ja gerade die extrem rationalisierte Tierhaltung, bei der die Tiere nur noch Ware statt Wesen sind. Und wenn sie dann doch mehr als Ware sind, dann halt minderwertige Wesen, über die man bestimmen darf wie man will.

          Es ist auch immer wieder lustig zu sehen, dass Veganern missionarische Denke angedichtet wird und im Gegenzug selbst missionarisch argumentiert wird (=wir haben die Wahrheit, die Veganer nicht). Das führt doch zu nichts. Ihr wollt, dass die Veganer euch ernst nehmen und handelt selber anders. Schon mal daran gedacht, dass beide Seiten von ihrer Perspektive aus Recht haben könnten? Es gibt keine einzige Wahrheit, bzw. konnte sie bislang niemand finden. Es stellte sich immer heraus, dass zur einer Wahrheit mindestens eine zweite gehört.

  10. jochen böhrer sagt

    Nicht zu vergessen die Millionen Hektar Dauergrünland, die nur über den Umweg übers Tier für die menschliche Ernährung taugen. Und dass es sich bei dem immer wieder als Viehfutter angeprangerten Soja genauso wie beim Raps nur um das Nebenprodukt der Ölgewinnung handelt, kann man auch nicht oft genug erwähnen.

    • Biobauer Andreas Fendt sagt

      Blödsinn! Nur ein winziger Teil der Rationen von Wiederkäuern stammt vom Dauergründland. Sojaanbau in Südamerika ist nur wirtschaftlich, wenn man das “Nebenprodukt” gut vermarkten kann. Wir importieren übrigends 35% ganze Bohnen und nicht nur Extrationsschrot und zumindest nach einer Quelle (Donau-Soja) wird der grösste Teil des Sojaöls, also das Hauptprodukt, ebenfalls in der Tierfütterung verwendet und sei es nur als häufiger Bestandteil in Hundefutter.

      • Brötchen sagt

        Sojaanbau ist ansich bei einigermaßen Erträge wirtschaftlich attraktiv, auch anbautechnisch. Sollte man sich mal ansehen. Vor allem bei doppelten Preis für biohaltung und an Soja kommt keine Fütterung vorbei, wenn man Tier. Nebenprodukte ausklammert. Ich empfehle dlz Sonderheft 11/2014 5/2015 mir war das bisher auch noch nicht klar. Zumal die Veganer da scharf drauf sind. Macht Soja oder Hanf zum rauchen 😉

        • bauerhans sagt

          soja ist insofern interessant,weils im programm “vielfältige fruchtfolgen” eine zusätzliche förderung gibt,wenn man 10% leguminosen anbaut.

        • Biobauer Andreas Fendt sagt

          nur ein Bruchteil des hier verfütterten Soja wird regional angebaut. Für regionale Anbauer ist die Biovariante für Biotofu-Erzeuger wie Taifun wohl wesentlich attraktiver

          • jochen böhrer sagt

            Nur ein Bruchteil des hier vebrauchten Mineralöls wird regional gefördert und nur ein Bruchteil des im hiesigen Maschinenbau verwendeten Stahls kommt aus regionalen Erzen.. Ähhh.. WAS wollten Sie uns damit eigentlich sagen?

          • Brötchen sagt

            Andreas das stimmt. Alles was man für die menschliche Ernährung verkaufen kann ist lukrativer. Aber irgendwann is
            T der Markt zu, man sollte zudem strategisch denken. Nicht alles Soja nehmen die Lm Kunden ab! Und auch dann rechnet sich das selbst mit niedrigen Erträgen. Es ist eine risikokultur, war bei Mais auchmal so! Wie gesagt, würde jedem empfehlen sich damit mal gedanklich zu beschäftigen. Die ganze TierErnährung hat einen sehr großen bedarf! Trifft nur auf geeignete Standorte zu ( Norden eher nicht)

      • jochen böhrer sagt

        Klar importieren wir ganze Bohnen.. sonst hätten ja unsere Ölmühlen nichts zu arbeiten. Aber auch DORt kommt als Tierfutter das extrahierte Schrot raus. Donau-Soja ist ein Nischenanbieter von dessen Produktverwertungen man nicht auf die ganze Branche schließen sollte.

      • Dr. Torsten Hentsch sagt

        Wieso ist Soja böse? Dann müsste unser Weizen, den wir nach Ägypten exportieren, auch böse sein. Da, wo jetzt Weizen wächst war früher ein Mischwald.

  11. Anwalt der Tiere sagt

    Müsste man mal quantifizieren, und s. u. Biobauer Andreas Fendt: Futtergetreide muss nicht alles Futtergetreide sein.

    • Biobauer Andreas Fendt sagt

      sehr schön zu sehen an der Milch. Früher stammte sie aus Grundfutter und von der Weide. Dann stellte sich raus, es geht wirtschaftlicher Milch zu erzeugen, wenn man die Tiere ganzjährig in Laufställe sperrt und ihnen TMR = Total-Mix-ration mit Stroh, Raps, Mais, Getreide usw. füttert. “wirtschaftliche” Milcherzeugung im reinen Ackerbaugebiet führte zu Milchschwemme und zum beschleunigten Strukturwandel und letztlich zur Milchkrise, bei der zuerst alle kleinen Milchbauern mit Weidegang hopps gehen.

      • Brötchen sagt

        Zu ostzeiten gab es die vorgabe/ziel für zucht und Fütterung, 4000 kg aus grundfutter. Höhere Leistungen vermindern den Anteil für Erhaltung. In der biohaltung geht das auch um Größenordnungen. Das macht schnell mal 50 tsd Euro Futterkosten. Zumal das Futter doppelt so teuer ist. So unterliegt die biohaltung diesem Naturgesetz noch stärker als die Konvi. Die Kunst besteht in der Optimierung, bezogen auf den Betrieb oder die Region.

  12. Biobauer Andreas Fendt sagt

    Mit Verlaub, der ganze Beitrag ist Unsinn!

    Es geht um Verwechslung von notwendigen und hinreichenden Bedingungen Oder anders: die Herleitung der Argumente stimmt nicht.

    kleines Beispiel: nur weil die Haferflockenfabriken kleine Körner rausreinigen, braucht es es also Tiere, die das fressen. Wie kommt es dann, daß hektarweise Futterhafer angebaut wird, bei dem noch nicht mal die grössten Körner für Flocken verwendet werden.

    Ich bau ja Nackthafer an und mache meine Flocken selber, ich käme nie auf die Idee die kleinen Körner rauszureinigen! Wozu? Auch die geben leckere kleine Flocken.

    Und so könnte man das beliebig fortsetzen, es erinnert etwas an das Grünlandargument, das oft gegen Veganismus kommt. Was soll mit Dauergrünland geschehen? Es kann nur über Wiederkäuer genutzt werden. Ja das stimmt, das ist aber keine Rechtfertigung für unsere aktuell praktizierte Wiederkäuerhaltung, bei der eben 2/3 der Ration NICHT vom Dauergrünland stammen.

    Die eigentliche Veganer Diskussion ist komplexer. Da geht es um die Sinnhaftigkeit veganer Ersatzprodukte, denen ja unlängst sogar Wiesenhof eine grosse Zukunft prognostizierte. Da geht es um die Frage: ist vegan glaubwürdig, wenn es nicht von Bioanbau stammt (leider killen die Insektizide des konv. Anbaus ja auch Tiere, aber die haben leider kein Kindchenschema und eignen sich nicht so medial wie das Kälbchen mit Kulleraugen) Und da Bio bekanntlich organisch düngt, geht es letztlich um die Machbarkeit von bioveganem Anbau und da kann ich mit Fachleuten stundenlang debattieren, der normale – meinetwegen vegan interessierte – Verbraucher ist da längst ausgestiegen.

    Fazit: ehrlich bleiben, die Leute nicht für dumm verkaufen (Roggen mit Mutterkorn sei geeignetes Viehfutter) und versuchen allgemein verständlich aber fachlich richtig zu argumentieren.

    • bauerhans sagt

      roggen mit mutterkorn verwende ich als schweinefutter bis zu 20% der ration.
      die giftigkeit des mutterkorns nimmt in der lagerzeit ab.

      • Biobauer Andreas Fendt sagt

        gute fachliche Praxis? Zitat “Mit sorgfältiger Qualitätskontrolle und bei Bedarf veranlasster Getreidereinigung sollte der Grenzwert von maximal 1 g Mutterkorn je kg Futter (!) einzuhalten sein”

        Das Schwein hat als Monogastrier ein dem Mensch ähnliches Verdauungssystem. Also ist entweder Mutterkorn für den Mensch auch ungiftig oder eben auch für das Schwein giftig.

          • Biobauer Andreas Fendt sagt

            dann könnte das auch der Mensch unbedenklich essen und Sandra hat wieder ein Argument geliefert, das nicht stimmt.

    • Brötchen sagt

      Was für eine Paste abgefüllt wird, ist den Betrieben erstmal Wurst;). Vegetarische Rohstoffe sind günstiger und dann kann man sich das gute Gefühl noch extra bezahlen lassen. @ ich quetsche meinen nackten Hafer auch selber. Meine Frau regt sich bloß wegen der Krümel auf und wegen der Motten. Ich sage dann immer: sei doch froh, ein gutes Zeichen, es lebt noch ! 😉

      • Biobauer Andreas Fendt sagt

        seit ich weiss, daß auch Bio-Rohkornflocken bei 85 Grad gedämpft werden um Bitterstoffe geschmacklos zu machen und zu verhindern, daß die wertvollen Fettsäuren ranzig werden (durch Hitze werden die fettspaltenden Enzyme im Korn zerstört) und die Flocken im Laden dann 1 Jahr halten, gibts bei mir nur noch frisch Geflockte. Und tatsächlich, sie schmecken leicht bitter und werden nach 2 Tagen ranzig, auch ein Zeichen für : die leben noch!

        • Brötchen sagt

          Du bei mir bisher nicht. Ich mische das mit gequetschtem Lein und Rosinen. Schmeckt auch nicht bitter. Grüße!

        • Brötchen sagt

          Du bei mir bisher nicht. Ich mische das mit gequetschtem Lein und Rosinen. Schmeckt auch nicht bitter. Grüße! P.s. Ist überall das Problem, muss extrem haltbar sein, deshalb zuviel Zucker, Salz oder pülverchen.

    • Sandra Harms sagt

      Andreas Fendt, mein allerliebster Bergbrummel, mit verlaub, du hast überhaupt nicht verstanden was ich mit dem artikel sagen will !

      aber weil du der allerliebste bergbrummel bis den ich kenne erklär ichs dir noch mal kurz, Ich habe mit dem artikel einfach nur einmal aufzeigen wollen wo überall viehfutter anfällt obwohl das eigentlich garnicht geplant ist bzw war. ich wollte damit einfach mal aufzeigen, das das oft hergeholte agument man würde sooo viel ackerfläche fürs viehfutter brauchen, so wie es zitiert wird nicht richtig ist. ich will und wollte niemandem persönlich zu nahe treten, denn wie sich jemand ernährt das ist jedem selbst überlassen,und gehört nach meiner meinung zur persönlichen entfaltung bzw zur selbstbestimmung, und das ist soweit ich das weis eines unserer grundrechte.

      einen kurzen satz noch zu den haferflocken, ich hab keine ahnung mit wem du so handel treibst, jedenfalls ist es bei uns so das der landhandel ( raiffeisen genossenschaften und private) den hafer testen, stimmt das litergewicht nicht ist das nur noch futter. jedenfalls auf dem lieferschein den ich bekomme und au der abrechnung ebenfalls, was danach mit dem hafer passiert, ob er möglicherweise auf einmal doch wider nahrungsmittel wird, liegt aus meiner sicht im bereich der mutmaßungen.

        • Sandra Harms sagt

          Tja, willi
          wenn man sein getreide zu 100% selbst verbraucht um daraus backwaren herzustellen, kommt man mit dem bösen litergewicht und der ollen Fallzahl natürlich nicht in berührung…. wenns dann nicht so klappt mit dem backen, nimmt man eben bischen mehr hefe…

      • Biobauer Andreas Fendt sagt

        Liebste Sandra,
        ich wollte Dir nur aufzeigen, wei kurz gedacht Deine Argumente sind.
        Mal angenommen wir (also die Gesellschaft) würden übereinkommen nahezu kein Fleisch mehr zu essen (also nur noch vom Dauergrünland) dann hätten wir zunächst viel zu viel Getreide und Ackerflächen. D.h. wir könnten uns sowohl leisten ertragsstabile (bezogen auf Backfähigkeit) Sorten anzubauen als auch komplett auf Bio umzustellen. Das wäre ein so grundlegender Wandel, daß auch die Abnehmer ihre Bedingungen ändern müssten, ganz einfach weil die “Entsorgung” über den Trog wegfällt. Und vielleicht klärt mich der “Ackerfuchs” Willi mal auf, ich dachte immer es gibt bei Weizen Sorten mit Futterqualitäten, sogenannten Futterweizen und dann Backweizen, der allenfalls mal, wenn alles schief geht nur noch zum Futter taugt. Also bitte mal nachschauen, wieviel % des Weizens oder des Getreides wird von vorherein mit dem einzigen Zweck angebaut, es zu verfüttern. Wenn diese Zhal auf dem Tisch liegt, könnt ihr von “böser Handel “usw. weiterspotten.

        • Sandra Harms sagt

          Andreas Fendt
          du verkennst die lage, es geht nicht darum wieviel fürs futter angebaut wird, sondern darum wieviel futter so anfällt ohne es eigentlich zu wollen.
          geh doch mal in den supermarkt deines vertrauens und guck dir mal ne durchsichtige tüte haferflocken an…. da wirst du feststellen das die haferflocken alle nahe zu von der größe identisch sind…. ob das wohl die natur so gemacht hat… ?
          und wenn du schon mal da bist guck gleich mal nach ob du kartoffeln findest die kleiner sind wie 35mm oder welche die größer sind als 75mm an der dicksten stelle… ich bezweifle das mal ganz stark das du entsprechende kartoffeln findest…. und da du ja morgen markttag hast, guck da mal nach kartoffeln direkt vom erzeuger, ich wette dort findest du zumindest übergrößen…

          • Biobauer Andreas Fendt sagt

            Sandra, nun lassen wir mal die Geschichtsstunde beiseite. Die Ewiggestrigen sind hier im Blog ja Andere.

            Ich würde Dir ja zustimmen, daß wenn man zunächst nur Nahrung für Menschen anbauen würde und zwar 100% Bio, es immer noch Tiere geben müsste, welche 1) Grünland verwerten 2) Ausschuß und nicht vermarktbares verwerten. Genau letzters war ja ursprünglich der Grund, warum es auf jedem Hof neben Kühen auch ein paar Schweine gab: zur Resteverwertung. Von 5000 Mastschweinen, die hunderte Hektar Acker leerfressen und anschliessend vollgüllen, war damals keine Rede und das macht auch heute keinen Sinn!

            Wie Du weisst, ist meine Form der Landwirtschaft eine spezielle Nische. In der gewaltfreien Landwirtschaft wird nicht geschlachtet und daher machen da Schweine keinen Sinn. Ich nutze daher Ausputz, und da sind bei mir viele Wicken dabei, geschrotet als Pflanzendünger im Gewächshaus an Tomaten. So bekomm ich viel Stickstoff rein, da Wicken eiweißreich sind. Dünge ich nur mit Mist, habe ich einen Kaliüberschuß. Das nur mal so als “Biobauers vegane Gemüseanbaulehrstunde”

            • Sandra Harms sagt

              Andreas Fendt
              “Von 5000 Mastschweinen, die hunderte Hektar Acker leerfressen und anschliessend vollgüllen, war damals keine Rede und das macht auch heute keinen Sinn!”

              Wenn anno schlagmichtod ein landwirt 5 oder 10 schweine hatte war das so viel wie füttern konnte, oder anderes herum er hatte nur so viel schweine wie der betrieb zuließ. zur gleichen zeit hielt sich aber jeder der irgendwie konnte zu hause noch vieh, hühner,kanickel,enten,gänse,hänchen usw usw klar war fleisch zu jener zeit eher etwas was es nur sonntags gab und nur die oberen 10.000 aßen auch in der woche fleisch…. ja so war das einstmals, kann man gut nachlesen im buch ” Das leben eines landarbeiters” von Franz Rehbein.
              zum glück ist diese zeit vorbei und zum glück hat sich einiges gewandelt. Von den einstmals 3,6 millionen landwirtschaftlichen betrieben sind noch rund 250.000 über, ebenso ist die anzahl der nutztiere seit 1990 kontinuierlich runter gegangen…. alles einmal wider tatsachen, folglich ist seit 1990 auch die menge an gülle zurückgegangen, und zu dem wort vollgüllen verweise ich auf den beitrag “Einfache Sprache” von anfang des jahres, dort hast du so niedliche beispiele vom schwein grunzi geracht, die leider alle mathematisch falsch waren… aber dafür hab ich verständnis, mathematisch bist du ja im binär system heimisch, von daher kannst du besser mit Einsen und nullen umgehen.

        • Sandra Harms sagt

          Andreas Fendt
          wenn du vom thema abschweifen darfst, darf ich das natürlich auch 😉 Frei nach dem motto ” Sandra´s kleine Geschichtsstunde”

          Andreas, vor der motorisierung der landwirtschaft, hatte man pferde,ochsen und wo das gled knapp war auch kühe als zugtiere… die hatten natürlich auch hunger… und haben teilweise bis zu 1/3 der ernste weggeputzt…. ( Getreide musste in großen mengen importiert werden, Siehe Weizenregatter, Flying P-liner oder auch der untergang der Pamir.)
          mit beginn der motorisierung, haupsächlich ab 1950, waren diese zugtiere dann überflüssig, und somit stand die entsprechende fläche wo vorher viehfutter angebaut wurde auch zur verfügung, und mit der änderung der lebensgewohnheiten und ernährungsgewohnheiten hat man dann das was auf diesen flächen wuchs weiterhin als viehfutter genutzt…. halt nicht mehr für ochs und pferd sondern für kuh und schwein.

          • Ich seh das so sagt

            Aus den Erzählungen meiner Eltern würde ich sogar sagen, daß in den Zeiten vor der Motorisierung sogar rund die Hälfte der Fläche (und der daraus sich ergebenden Ernte) eines Betriebes für die Versorgung des Viehs verwendet wurden und daher auch ausreichend Wiesenflächen obligat waren. (Man stelle sich den Aufschrei vor, würden heute 50% der Flächen für Biosprit oder Alternativenergie-Erzeugung verwendet werden).

            Bis zu weiteren 25% der Flächen wurden dann für die Versorgung der Hofbewohner und Mitarbeiter herangezogen, wobei Obst und Gemüse ebenso obligat waren.

            Das heißt also, ein Betrieb war früher zuvorderst Selbstversorger.
            Somit blieben nur rund 1/4 der Fläche eines Betriebes für die Belieferung auf Märkte.

            Dieser Anteil hat sich in den Folgejahren – auch auf Grund der Arbeitsteilung und der gewünschten oder nötigen Spezialisierung – zugunsten der Versorgung der Bevölkerung ausgedehnt. Der zunehmende Handel machte die Hereinnahme von auswärtigen Flächen (und deren Früchten) für die Tierhaltung erst möglich.

            In wie weit eine Rückkehr zu diesen alten Versorgungsverhältnissen wünschenswert ist, ist wohl mehr als fraglich – sofern man kein Sozialromantiker ist.

        • Bauer Willi sagt

          Mein Ziel ist es, 100% Brotweizen zu erzeugen. Genau wie meine Berufskollegen in unserer Genossenschaft auch. Danach werden die Sorten ausgewählt: Fallzahl, Sedi-Wert, Protein usw..
          Nur klappt es nicht jedem Jahr. In diesem Jahr fehlte es an der Fallzahl, die nicht unter 220 sec sein sollte. Wir lagen weit darunter, weil das Wetter nicht mitgespielt hat. Dann gibt es einen Abschlag im Preis und der Weizen geht ins Futter. Auch wenn er einen hohen Proteingehalt hat.
          “Ackerfuchs” Willi

          • Biobauer Andreas Fendt sagt

            Ich zitier mal meinen Müller:
            Meine Aufgabe ist es die Weizenanlieferungen von verschiedenen Bauern so zu mischen, daß am Ende ein Top Backmehl bei rauskommt. Da ist 1 + 1 nicht = 2, sondern eben = 3. Und wenn die Qualitäten im Schwarzwald nicht reichen, muss ich eben aus dem Stuttgarter Raum besten Weizen zukaufen und beimischen.

            Soll heissen: Willi´s Genossenschaft hätte den Weizen mit der geringen Fallzahl auch einem guten Müller verkaufen können. Vermutlich wird das Ganze eher dazu benutzt, den Preis des Getreides zu drücken, im Sinne von “wertlos das Zeug, taugt gerade noch fürs Vieh”.

            Als Hofbäcker weiss ich, wie man auch mit minderen Qualitäten bestes Brot backen kann (und sicher nicht mit Sandra´s Tipp: doppelt soviel Hefe).

            • Sandra Harms sagt

              Genau andreas, da liegt nämlich der hase im pfeffer…. du als hofbäcker weist damit umzugehen, ein handwerklicher bäcker weis das auch, und in einer brotfabrik weiss mans natürlich auch, aber kann weger fließbandproduktion nicht flexibel drauf reagieren….. und jetzt die große preisfrage, wer ist daran schuld?

            • Biobauer Andreas Fendt sagt

              Sandra Schätzelein: es ging doch auch um meine Frage: wieviel Getreide wird von vornherein mit dem einzigen Zweck angebaut, es zu verfüttern? alle Gerste außer Braugerste, alle Triticale, 80% vom Hafer, 50% vom Weizen schätz ich mal und natürlich aller Mais.

            • Sandra Harms sagt

              Das kann ich dir auch nicht sagen andreas, aber eins kann ich dir sagen, es wird weniger angebaut mit dem zweck futter zu werden als immer behauptet wird.

            • Sandra Harms sagt

              Andreas, ich bin in der lage 1 und 2 zusammen zu zählen… und schlussfolgerungen anzustellen.

        • Dr. Torsten Hentsch sagt

          Wir haben hier die ertragreichste Region der Welt, warum sollen wir bei einer Produktion, die über dem Verbrauch liegt, nicht auch davon etwas auf dem Weltmarkt verkaufen? Wir produzieren ja auch mehr Autos als wir brauchen!

          • Biobauer Andreas Fendt sagt

            wenn wir hier so ertragreich sind, wieso importieren wir dann Unmengen Futter aus weniger ertragreichen Regionen und grosse Teile von Gemüse, d.h. verbrauchen auch unter Berücksichtigung der Exporte statistisch weit mehr als die 2000 qm, die jedem Mensch global an Acker statistisch zustehen und verhalten uns so, daß wir, wenn alle lebten wie wir, 3.2 Planeten bräuchten?

            • Brötchen sagt

              @Andreas du weißt, das mit dem Verbot tier. Nebenprodukte eine EiweißLücke entsteht, die nur durch Soja gedeckt werden kann. Soja ist von den Inhaltsstoffen und preislich nicht zu ersetzen. Ich arbeite fachl. Zur biofütterung, es ist echt eine Herausforderung ohne Soja klarzukommen. Aber im Grunde genommen hast du recht. Was das Gemüse betrifft, ist da auch ein Riesenpotential, Problem ist der Preis und Arbeitskräfte. Ich mache auch so eine Art Selbstversorgung in Anfängen, das Gemüse schmeckt wesentlich besser. Ist aber ne menge Arbeit und man muss sehen, wie man bestimmte massnahmen rationalisiert. Netze, bodenbearbeitung und tropfbewässerung, mulchvlies.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Zwei Dörfer weiter befindet sich ein Betrieb, der sich auf Gemüße spezialisiert hat, der liefert auf 2 Märkten, hat einen Hofladen, beliefert mehrere Hofläden und 5 Restaurant.

              ALDI, Lidl usw. muss er nicht beliefern, das machen die Spanier mit ihren illegalen Arbeitern.

    • Dr. Torsten Hentsch sagt

      Auch Insektizide, die im sogenannten Ökoanbau eingesetzt werden, killen andere Insekten!

      • Biobauer Andreas Fendt sagt

        was für eine triviale, bzw. dämliche Aussage. Dann doch mal bitte quantifizieren! Wieviel z.B. bienengefährdende Mittel bringt der Ökolandbau im Schnitt je Hektar aus und wieviel der Konventionelle? Ich kann nur von mir sagen, in 25 Jahren Ökolandbau habe ich noch nie ein Insektizid verwendet – wozu auch?

        • Brötchen sagt

          Ich habe letztens eine Sendung gesehen, wo über Jahrzehnte die insektenpopulatIon gemessen wurde. Sie hat sich wohl stark verringert, also kg/Flächeneinheit. Die Landschaft ist schon auch extrem ausgeräumt, keine Unkräuter mehr usw. Ich mache auch so Beweidung als Hobby mit skudden. Die Wiesen werden besser, meines Erachtens werden auch Schnecken dadurch weniger. Da ist schon was dran.

          • Biobauer Andreas Fendt sagt

            Wieviel Spinosad wurde denn konkret ausgebracht, mal z.B. im vergleich zu Glyphosat, welches m.E. erheblich am Artensterben beteiligt ist.

            Mir geht es auf den Zeiger, wenn der Ökolanbau immer anhand weniger kaum angebauter Kulturen oder wenig praktizierter Methoden angeprangert wird.
            Ökomais? gibt es davon überhaupt 1000 Hekatr in ganz Deutschland?
            Ich kenne keinen Kartoffelbauer der Spinosad oder Kupfer einsetzt, aber m.W. wird auf 50% aller Ackerflächen einmal pro Jahr Glyphosat eingesetzt und Neonicotide dürften 1000 mal mehr ausgebracht werden als Spinosad, aber Hauptsache mal irgendwas dahergebrabbelt

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              1 X Spintor 160 ml je ha.

              2 X 5 ml Spintor + 1 Liter Combi protec

              Ein Vergleich mit einem Herbizid ist völlig daneben, da nicht vergleichbar.

  13. Petra Hirsch sagt

    Vielen Dank, das sind auf jeden Fall Argumente, die selbst den Vergangern auf die Sprünge helfen müssten… Aber wie ich die kenne, werden sie die “Abfälle” kompostieren….

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