Alle Artikel in: Alois

Freude und Dankbarkeit

Hier ist der Alois. Heute ein kleiner Schnappschuß, aus einem Dorf im Oberallgäu. Jetzt ist Viehscheidzeit im Oberallgäu. Das Weidevieh wird herunter getrieben von den Alpen und Bergweiden. Anschließend übergibt der Hirte die Tiere wieder den Bauern. Dies hier ist kein kommerzieller Viehscheid mit Marketing und Festzelt usw., sondern immer noch gelebte bäuerliche Realität. Das ganze Dorf ist auf den Beinen. Alt und jung. Bürger und Bauern. Alle feiern an diesen Tag mit Freude und Dankbarkeit den guten Bergsommer ohne Unfälle und ohne Wolfsriss. Man „ratscht“ und diskutiert über Gott und die Welt. Und natürlich gibt es was Gutes zu essen und zu trinken. Die Bauern und Hirten sind zurecht auch ein bisschen stolz auf ihre wohlgenährten Zuchttiere. Ich bin mir sicher, sogar die Rinder haben ihre Freude daran. Ganz bestimmt werden sie ihren „Alpurlaub“ in bester Erinnerung behalten. Die Land- und Alpwirtschaft ist im Oberallgäu noch sehr tief in Gesellschaft und Wirtschaft anerkannt und vernetzt. Ich selbst bin sehr froh und dankbar darüber als Bauer im Allgäu zu leben. Euer Alois     0

Konrad und der Wolf

Konrad Müller ist Bio-Bergbauer im Oberallgäu. Auf seiner Alpweide hat sich vor wenigen Wochen ein Wolfsriss ereignet. Ich (Alois) habe Konrad auf seiner Alpe besucht. Er hat mir die Orte des Geschehens gezeigt und mir von seiner Wut und Verzweiflung berichtet. Die Bauernfamilie Müller bewirtschaftet in Kranzegg im Oberallgäu einen, für die Region, typischen Milchviehbetrieb mit 25 Milchkühen und Jungviehaufzucht. Dazu gehört eine Alpe am Grünten, wo Konrad seine Milchkühe von Mai bis September weidet und milkt. Er hat also zwei Ställe, einen im Tal und dazu noch den Sommerstall auf dem Berg. Was von der Arbeit her wesentlich aufwändiger und kostenintensiver ist im Vergleich zu hochspezialisierten Laufstallbetrieben. Dennoch liebt er seinen Beruf und ist mit „Leib und Seele“ Bergbauer. Eigentlich hat Konrad eine Landwirtschaft, wie sie die Kritiker der „modernen, intensiven Landwirschaft“ sich immer wünschen: Bio-Betrieb, kleinstrukturiert und familiär bewirtschaftet: Die Kühe gehören quasi zur Familie. Doch seit der Wolfsattacke auf seiner Alpweide „kocht“ Konrad innerlich und er macht aus seiner Verzweiflung keinen Hehl. Er kann einfach nicht verstehen, dass uns Bauern von Staat …

Wetterkapriolen

Zum Abkühlen passt diese Mail, die wir heute aus Südtirol bekamen. Guten Tag, Als fleißiger Blogbesucher von Euch, mal eine kleine Abwechslung. Anbei ein Foto vom ersten Schnnee heute 26.08.18 Der Hanf warten auf den Drusch, dem Silomais wird heute der erste Frost heimsuchen. Der Schnee im Hintergrund Riesenfernergebiet reichte heute bis auf 1700 Meereshöhe herab, im Dolomitengebiet Drei Zinnen auf 1300 mt. Schönen Gruß aus Südtirol 0

Heute im WDR -Fernsehen

Heute ist Willi im Medien-Stress. Für 11:30 Uhr hatte sich ein Dreh-Team der „Aktuellen Stunde“ angesagt, um ihn zur Pressekonferenz von Julia Klöckner aus Sicht eines einzelnen Landwirten zu befragen. Sendetermin: 18:45 bis 19:30 Uhr. Während des „Drehs“ kam dann noch eine Anfrage von „WDR Aktuell“ (21:45 Uhr) mit der gleichen Thematik. Nachdem ihn „Frontal 21“ gestern „auf den Pott gesetzt“ hat, glauben wir aber jetzt, dass diese Beiträge tatsächlich gesendet werden. Willi hat mich gebeten, euch auf diese Sendungen hinzuweisen. Und wie immer sind wir gespannt, was aus dem Filmmaterial gemacht wird. Euer Alois 0

Den Zusammenhang herstellen

Mittlerweile ist der Ausdruck des „Bedauerns“ über den Rückgang der Biodiversität in den Medien zum täglichen Ritual geworden. Meist werden in Richtung intensiver Landwirtschaft auch die Ursachen dafür verortet und „Gegenmaßnahmen“ lautstark von Politik, NGO’s und auch LEH gefordert. Ganz besonders scheinheilig wird es, wenn LEH und NGO’s  Partnerschaften schließen, um mit Spenden und gutem (Geschäfts-)Willen zu retten, was die böse, moderne Landwirtschaft da scheinbar angerichtet hat. Doch so einseitig ist die Sache nicht. Es gibt einen logischen Zusammenhang zwischen den „marktwirtschaftlichen Forderungen“ von Handel und Verarbeitern und der Intensivierung der modernen Landwirtschaft. Wie bei jedem guten Krimi sollten wir die Fragen nach dem Motiv stellen: Warum wird intensiviert und wer fordert dies? Die Antwort macht ganz schnell klar, dass die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Normen unserer „Leistungsgesellschaft“ die Motive sind und dass zwei potente Auftraggeber hinter dieser Intensivierung der Landwirtschaft stecken: Wirtschaftlichkeit = Handel Konsum, Wohlstand = Gesellschaft, Verbraucher und Politik „Bezahlbare Lebensmittel“ hat jede unserer politischen Parteien im Programm. Nicht zuletzt deshalb, damit mehr Geld für Konsum und Wohlstand übrig bleibt bzw. auch ärmere Bevölkerungsschichten mit …

Klima beschützen

Neulich stellte ein Radiomoderator beispielhafte Naturschutzprojekte vor. Geradezu euphorisch sprach er vom Klima und der Natur, die doch unsere Hilfe so dringend nötig hätte. Als ob Klima und Natur hilflose Kinder sind. Die man beschützen müsste. Fehlte gerade noch, dass wir mit dem Klima schimpfen könnten. Aber eigentlich machen wir das doch die ganze Zeit. Wir stöhnen und jammern wenn es warm ist. Und haben schlechte Laune, wenn es regnet: „Du böses Klima Du! Ich will gefälligst schönes Wetter haben, sonst…“ Ja, was sonst? Klima und Natur haben die Macht über uns. Nicht umgekehrt! Aber unser selbstverständliches Wohlstandsdenken entfernt sich zunehmend von der Realität. Das Klima schützen! Ich frage mich, wer hier wen schützen sollte? Wer erinnert sich noch? 2016 war die Getreideernte aufgrund der Nässe in Mitteleuropa eigentlich eine Mißernte. Letztes Jahr war es dann die zuerst im Frühjar sehr warm, dann heftiger Frost, danach gleich wieder heiß und zur Ernte wieder  trocken. Und dieses Jahr  zeigt die Trockenheit schon katastrophale Züge. Aber kein Problem, die hochtechnisierte Globalisierungsmaschinerie beschafft uns trotzdem die Lebensmittel weltweit. …

Kleinere und ökologischere Betriebe fördern

Hier ist der Alois. Hier ein interessanter Mailverkehr zwischen mir und dem Agrarexperten von Greenpeace, Herrn Martin Hofstetter, zum Thema kleinere und ökologischere Betriebe in Zukunft besser zu fördern. Mit Interesse habe ich die Pressemitteilung von Greenpeace gelesen, dass sie gemeinsam mit der AbL eine Demonstration in Bonn veranstaltet haben, in der beide Organisationen fordern, die EU-Zahlungen zukünftig anders zu verteilen und kleine und ökologisch arbeitende Betriebe stärker zu fördern. Mehr Förderung für kleine Betriebe wäre sicher gut.  Aber die Subventionen haben ja auch so ihre Tücken.  Dazu hätte ich folgende Fragen: Was halten Sie von Direktzahlungen an die Landwirte? Wäre es nicht zielführender, diese durch faire Produktpreise zu ersetzen und so die EU-Bürger steuerlich zu entlasten? Hofstetter: Die Direktzahlungen gibt es als Ausgleich für die Senkung der Interventionspreise in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Nach so einer langen Zeit wird es langsam schwierig Steuerzahlern zu erklären, warum da jetzt noch Geld fließt. Erst recht, wenn vieles schief läuft in der Landwirtschaft und die Verteilung der Agrargelder extrem ungerecht ist. in der Regel zahlt …

Gifte im Garten

Die ZDF-Sendung Planet-e brachte am 03.06.2018 eine halbstündige Sendung zur Problematik der Pflanzenschutz- und Düngeranwendung bei den Hobby-Gärtnern. (Zum Ansehen bitte auf das Bild unten klicken) Planet-e gibt den Umfang des Pflanzenschutz-Einsatzes in Deutschland im Privatgartenbereich mit 5000 Tonnen jährlich an. (Quelle: Umweltinstitut München). Im Vergleich: in der gesamten deutschen Landwirtschaft wurden im Jahr 2017 rund 47.000 Tonnen PSM   *(Quelle Umweltbundesamt) vermarktet. (incl. inerte Gase für den Vorratsschutz) Die Sendung beleuchtet auch eingehend die Abgabe- und Beratungspraxis der PSM-Mittel an die ungeschulten Privatverbraucher. Und zu guter letzt widmet sich die Sendung den Bodenuntersuchungen von Privatgärten, wo oft Überdüngung und Schwermetall-Altlasten den Traum vom eigenen Bio-Gemüse platzen lassen. Schonungsloses Fazit eines Professors in der Sendung: „Die Hobby-Gärtner sollten die Finger von den Pflanzenschutz- und Düngemittel lassen, weil sie mit der Anwendung überfordert sind.“ Und ein anderer Experte: „Man kauft hochkonzentrierte Dünger und düngt dann nach Gefühl“ Ich finde diese Sendung jedenfalls sehr informativ. Und empfehle sie deshalb gerne weiter. Euer Alois 0

Der kleine Keiler „Willi“ – eine Lesergeschichte mit Video

Tilman Ziegler ist ein treuer Blog-Leser und auch Kommentator. Wir haben auch schon einige Gast-Beträge von ihm gebracht, denn Tilman bloggt selbst auf der Seite liegeboxen.de. Diesmal hat er uns allerdings ein berührende Geschichte geschickt. Sie handelt von einem kleine Helden, namens „Willi“…. Pfingsten ist uns ein kleines Wildschwein zugelaufen. Der offenbar mutterlose Frischling wurde in Nachbars Garten aufgegriffen. Wir haben den kleinen Keiler Willi genannt. In der Umgebung des Dorfes wurden noch weitere Frischlinge gesehen. Vielleicht ist die Bache angefahren worden und irgendwo verendet, vielleicht wurde sie auch versehentlich geschossen. Willi war erst ungefähr vier Wochen alt und hatte großes Glück. Mutterlose Frischlinge sind begehrte Beute für Füchse und anderes Raubwild, das in dieser Jahreszeit selbst hungrigen Nachwuchs zu versorgen hat. Eigentlich sollte man einen scheinbar verlassenen Frischling auf keinen Fall mitnehmen. Die Mutter kann noch in der Nähe sein, und mit einer führenden Bache ist nicht zu spaßen. Außerdem unterliegen Wildschweine dem Jagdrecht: das Wild gehört dem Jagdpächter. Wer sich Wild ohne dessen Einverständnis aneignet, begeht Wilderei. Wir halten Willi mit Einverständnis des …

Wieder mal Starkregen am Grünten im Allgäu

Hier ist der Alois. Gestern Nachmittag gab es ein Gewitter bei uns. Nichts besonderes an sich. Bis mich mein Sohn anrief und fragte, ob der Roßbach hinter unserem Haus Hochwasser hätte? Ich antwortete „Nein, es hat doch nicht so stark geregnet“. Da sagte mir mein Sohn, dass die Feuerwehr-Alarmierung der Feuerwehr Rettenberg aber von Starkregen am Grünten und Hochwasser und Überschwemmung von eben diesem Roßbach berichtete. Also bin ich raus und um zu schauen. Und tatsächlich: Der Roßbach schwoll als braune Brühe sehr schnell an. Innerhalb von 10 Minuten trat er dann über die Ufer. Wieder ein paar Minuten später war die Hauptstraße überflutet. Schließlich gab die Wolkendecke den Blick zu meinem Hausberg, dem Grünten frei. Weit sichtbar schossen richtige Bäche über die steilen Felsen talwärts. Aber wir hatten Glück. Denn die Hochwasserwelle ebbte so schnell wieder ab, wie sie gekommen war. So blieb mein Hof und auch mein Tagesheim vor der brauen Brühe verschont. Als dann klar war, dass keine Gefahr mehr drohte, bin ich mit meinem Quad losgefahren zu meiner Alpe am Grünten …