Alle Artikel in: Alex

Poesie – für Bauern und Bürger

Alex hat hier schon viele tolle Artikel geschrieben. In Uelzen habe ich sie endlich mal getroffen und wir haben – wieder einmal – über die Beziehung zwischen Bauern und Bürger gesprochen. Das hat sie zu folgendem Gedicht inspiriert. Kann man sich ins Büro hängen… Wenn Hänschenklein zum Bauern geht Er vor verschloss´nen Mauern steht Dann wird gedacht und spekuliert Was dahinter wohl passiert Der Bauer dessen ungewiss Schert sich nur um den eignen Mist   Ein anderer Bauer hat´s kapiert dass ohne Reden nichts passiert Er schildert unsrem Hänschenklein wie´s heute ist mit Bauersein Und ist das erst einmal kapiert davon der Bauer profitiert   Wenn jeder Bauer das so macht Dann ist ein großes Werk vollbracht Und nützt das Reden mal nicht viel Bleibt immer noch der Weg das Ziel So schütteln sich vielleicht am Ende Hans und Bauer doch die Hände   Und die Moral von der Geschicht‘ Nicht reden hilft dem Bauern nicht Eure Alex       0

Verbraucherin: Schnauze voll

Diese „Ode an die Bauern“ hat uns eine Verbraucherin geschickt. Ihr Bauern spannt lang schon kein Rösslein mehr an Wie schade, so ländlich, ein Pferdegespann! Stattdessen fahrt ihr mit neuem Trecker, Schmutz verteilend durch’s Dorf auf die Äcker Euer Schweinestall stinkt, eure Maisernte stört Den Lärm, Tag und Nacht, find’ ich unerhört! Nie Vieh auf der Weide, nur im Stall eingesperrt Euer Bild ist kein Stück durch die Medien „verzerrt“! Ihr sprüht Pestizide aufs Feld in mein Essen Sagt nicht, das stimmt nicht – das kann man messen! Kommt Kontra von euch – wie könnt ihr es wagen? Ich darf doch wohl meine Meinung noch sagen! Ihr Bauern, ihr jammert nur über die Preise Euch geht’s doch gut, in jeglicher Weise! Bauer zu sein soll sich, laut euch, nicht mehr lohnen? Ihr lebt, kauft Mercedes von Subventionen! Ich möchte kein Gentech, Laktose, Glut-en Wie ihr das hinkriegt, das müsst ihr halt seh’n Nur bestes Essen kommt bei mir auf den Herd Erzählt ihr mir bloß nicht, wie man sich ernährt! Für mich zählt beim Essen nur Qualität …

Alex – Habt ihr in diesem Jahr…

… einmal so gelacht, dass euch die Tränen kamen? … in die Augen eines Tieres geschaut und darin die Welt gesehen? … eure Lieben im Arm gehalten und einfach nur ihre Nähe gespürt? … etwas erlebt, dass euch vor Glück sprachlos gemacht hat? … etwas bis weit über eure Grenzen geleistet und beim Anblick des Ergebnisses alle Mühen vergessen? … vor gedecktem Tisch gesessen und dafür Dankbarkeit empfunden? … verzweifelt auf etwas gehofft und es am Ende auch bekommen? … mit der Sonne im Gesicht in der Natur die Zeit vergessen? … eine Idee gehabt, die euch so begeistert hat, dass ihr vor Aufregung nicht schlafen konntet?   Habt ihr in diesem Jahr gelebt und nicht nur funktioniert?   Ich wünsche allen Lesern im neuen Jahr Gesundheit, schöne Zeiten und reiche Ernten. Sorgt gut für euch selbst, damit ihr für andere sorgen könnt.   Eure Alex 0

Landwirt – Verbraucher, Verbraucher – Landwirt. Versuch eines Wörterbuches

Wieder ein Artikel von Alex, die mit ihrem letzten Beitrag „Du bist so ein Bauer!“ den Nerv vieler Lesern getroffen hat. Die Geschichte von Landwirten und Verbrauchern ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Kommunikation ist bekanntlich DAS Mittel schlechthin, um Missverständnisse zu lösen. Um das klassische Aneinander-Vorbeireden zu vermeiden, hier ein kleines Wörterbuch: (bei weitem nicht vollständig, Ergänzungen sind erwünscht) Artgerechtheit, die (Verwechslung mögl. mit: Tiergerechtheit, die) Verbraucher: Tiere laufen draußen auf der Wiese in kleinen Gruppen und nehmen dort ihr natürliches Futter auf. Jungtiere bleiben bei der Mutter. So, dass man die Tiere auch sehen kann. Wenn der Bauer sie in Ställen verstecken muss, stimmt doch was nicht! Je nach Ausprägung der Auffassung von Artgerechtheit auch mit einem Nichtvorhandensein von Zäunen und jeglichen Eingriffen durch den Menschen gekoppelt: Freie Tiere in einer freien Landschaft! Landwirt: Unterschiedliche Ansprüche für die einzelne Tierart je nach Alter, Geschlecht und Nutzungsrichtung. Es werden unterschiedliche Ställe gebaut. Es wird unterschiedlich geheizt und beleuchtet. Schweine bekommen Beschäftigungsmaterial, die Kühe Bürsten, Hühner Plätze zum Scharren. Viele zu erfüllende Vorschriften, noch mehr zu …

Fleischbeschau und Eiertanz – Sieben Schritte zum perfekten Verbraucher!

Wer möchte das nicht? Bewusst einkaufen und dabei alles erfolgreich beachten, auf das man eben Wert legt: Regionale und saisonale Produkte wegen der CO2-Bilanz und zur Förderung der ansässigen Landwirtschaft. Bio, damit man sich und seine Familie nicht mit Schadstoffen vergiftet. Lieber ein paar Euro mehr ausgeben, damit das den Tieren und den Erzeugern zu Gute kommt. Achtung, der folgende Text von Alex enthält Ironie. Sollten Sie im Zweifel sein, ob diese für Sie geeignet ist, fragen Sie bitte Ihren ortsansässigen Landwirt. 1.  Glauben Sie nur, was Sie sehen! Seien Sie kritisch und schauen Sie sich die Verpackungen der Lebensmittel genau an. Sind weidende Kühe auf dem Joghurtbecher, der Milchtüte oder gar dem Paket Hackfleisch zu 1,69 Euro abgebildet? Greifen Sie zu! Jeder weiß ja schließlich, dass Weidehaltung für Rinder das Beste und Natürlichste ist. Orientieren Sie sich an Siegeln, Logos und generell allen offiziell aussehenden, aufgedruckten Bildchen von ca. 3 x 3 cm Größe. Wird schon seine Richtigkeit haben. Wer hat denn schon Zeit, jedes Logo auswendig zu lernen? Sie müssen schließlich bewusst einkaufen! …

Du bist so ein Bauer!

Dieser Artikel stammt von Alexandra, genannt Alex. Sie stammt nicht aus der Landwirtschaft, kommt nicht vom Hof, ist also, wie man so schön sagt, „fachfremd“. Sie beschäftigt sich aber im Rahmen ihres Studiums mit dem Bild des Bauern. Und Sie hat uns diesen Artikel geschickt, quasi den Blick von außen. Und der hat uns sehr nachdenklich gemacht… „Du bist so ein Bauer!“ Auch Landwirte in meinem Umfeld benutzen diesen Satz. Zum Beispiel, wenn jemand seine frisch gewaschene Hose mit einem Fleck dekoriert oder mit etwas mit Getöse umgeworfen hat. Und Recht haben sie – sie sind ja tatsächlich Bauern. Was sagt uns das? Klischees setzen sich durch und das nicht nur bei Verbrauchern. Auch bei Menschen, die bei „Landwirtschaft“ kein Kinderbuch-Idyll vor Augen haben. Kaum jemand wird abstreiten, dass Bauern schon so ein besonderes Völkchen sind. Aber was ist denn eigentlich „typisch Bauer“? Dazu möchte ich eine kleine Geschichte erzählen: Es war einmal ein Bauer, der bewirtschaftete mit seiner Familie einen abgeschiedenen Hof. Der Hof war schon seit vielen Generationen immer an den erstgeborenen Sohn …