Bauer Willi
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Brief eines jungen Landwirt…

Lieber Bauer Willi

Sie hielten heute morgen,einen Vortrag über Ihre Öffentlichkeitsarbeit. Unter den Zuhören waren ältere Landwirte und auch sehr viele Junglandwirte. Zu dieser Gruppe, über deren Anwesenheit Sie sehr erfreut waren, gehörte auch ich. Wir waren alles Fachschüler der Fachschule Münster Wolbeck. Natürlich kennt man Sie in unserem Alter und Ihre Arbeit wird sehr geschätzt.

Da unserer Generation mit den sozialen Netzwerken aufwächst, werden wir Junglandwirte immer öfters mit der Meinung von Verbrauchern über unseren Beruf konfrontiert. Es sind gleichaltrige, aber auch eben viele Verbraucher höheren Alters. Mit diesen Leuten in eine fachliche Diskussion zu kommen ist meist sehr schwer. Denn was weiß jemand Anfang 20 schon vom Leben? Eben. Es ist sehr viel. Wir haben es gelernt, wir sind teilweise auf einem Betrieb groß geworden oder führen diesen Beruf mit voller Leidenschaft aus. Doch es ist oftmals eben mehr ein Leid, als dass man etwas schafft. Aber über die aktuelle Preissituation der Lebensmittel möchte ich gar nicht schreiben. Mir geht es viel mehr darum, Ihnen die Meinung eines angehenden Agrarbetriebwirtes  zu schilden.

Ich selber bin 22 Jahre, habe den Beruf Landwirt gelernt und besuche nun die Schule in Münster. Ich komme so wie Sie auch aus dem Rheinland, habe jedoch keinen Betrieb zu Hause. Die Interesse zur Landwirtschaft kam sehr früh. Meine ganzen Ferien verbrachte ich mit meinen Eltern auf einem Bauernhof. Mir war sofort klar, dass ich diesen tollen Beruf erlernen möchte. Meine Eltern hinderten mich nicht, sondern sind eher sehr interessiert an dem Thema. Sie rufen mich oft an und fragen ob es stimmt, was in der Presse momentan aktuell ist. Oft sind es auch, für uns Landwirte, ganz banale Fragen: „Warum werden die Rüben erst aus der Erde geholt, zum Feldrand gefahren und dann erst nach Tagen verladen?“, fragte mich meine Mutter eines Tages.

Aber wie Sie völlig richtig sagten, wir müssen nicht einfach mit Fakten erklären warum wir etwas machen, sondern müssen wir vielmehr genau diesen Dialog suchen und ihn über diese Frage hinaus weiterführen. Nur wir können das Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit verändern. Wir müssen den Menschen, Dinge praktisch erklären, anhand praktischer Beispiele. So habe ich letztes Jahr auf einem Ackerbaubetrieb in Schleswig Holstein gearbeitet, der bei der Aktion „Tag des offenen Hofes“ teilnahm. Dies ist eine Aktion des Bauernverbands Schleswig Holsteins. Es kamen viele Menschen aus der Nachbarschaft, aus Hamburg und Umgebung. Wir Mitarbeiter und der Chef waren den ganzen Tag fleißig am erklären und beantworteten Fragen. Dabei kamen uns auch Fragen in den Kopf: „Ist es witzig oder traurig, dass viele Leute bei dem Gewinnspiel kein Weizen von Gerste unterscheiden können?“ Schnell waren wir uns alle einig dass es traurig ist. Denn diese Leute, die offensichtlich keine Ahnung von unserem Beruf haben, schreiben uns vor wie wir Ihn zu machen haben. Diese Leute bilden sich Ihre Meinung wohlmöglich über Medien wie die sozialen Netzwerke. Und da heißt es ja öfters auch schon mal, dass Glyphosat zweimal im Jahr auf der selben Fläche gespritzt wird. Wir unterhielten uns am Tag danach morgens lange über die Veranstaltung. Wir sind alle zu dem Entschluss gelangt: Der Aufwand lohnt alle male!

Denn wie schnell und einfach man den interessierten Besuchen Dinge erklären konnte war verblüffend. So hatten wir eine Dose Kaugummis. Gewöhnlich passen dort 100 ml rein. Bei der Vorstellung dass wir diese Menge als Pflanzenschutzmittel auf 1,5 Fußballfeldern verteilten, schauten die Menschen nicht schlecht. „Und ich kippe immer eine ganze Flasche in die Gießkanne und dusche die 20qm Terrasse ab.“ Wenn man dann noch erklärt, dass Glyphosat über das Blatt wirkt, und wir Landwirte mit unserer Technik einen viel feineren Spritznebel schaffen können, sind die Zuhörer völlig erstaunt. Den Menschen ist eben nicht klar, dass wir Landwirte wissen was wir tun und dass dies alles begründet ist. Wir spritzen oft nachts, damit keine Bienen in den Beständen sind, wir müssen wegen Wind auch schonmal am Wochenende spritzen. Und wir dreschen doch nicht Sonntags um uns vor dem Gottesdienst zu drücken!

Wir arbeiten immer so, um die Natur und unser kostbarstes Gut, den Boden, optimal zu schützen. Wir haben den Beruf gelernt, wir sind geschult, wir haben die Erfahrung mit solchen Mitteln. Ich kenne keinen anderen Beruf, über den so viele Menschen schlecht reden als über meinen. Beamte sollen alle faul sein, Handwerker machen nur Pause und machen nichts genau. Aber redet diesen Berufen irgendwer rein und sagt wie sie Ihre Arbeit zu verrichten haben? Nein. Uns Landwirten versuchen allerdings immer mehr Menschen unseren eigenen Beruf zu erklären. Daher kann ich Sie nur unterstützen und ebenso für die Öffentlichkeitsarbeit werben. Denn wie sie netterweise am Ende sagten: „ Es ist hauptsächlich für die nächste Generation.“ Und wir Junglandwirte müssen uns oft genug für unsere Berufswahl rechtfertigen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem „REGIO DAY“ und viele interessante Diskussionen und Gespräche.

Mit freundlichen Grüßen

Jasper Becker

Anmerkung der Redaktion (für alle Junglandwirtinnen): bei dem Bild handelt es sich nicht um Jasper.

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143 Kommentare

  1. Marienkäfer sagt

    ach, Jungbauer…
    Ja, ich weiß die Hoffnung stirbt zu letzt…..,
    aber es ist nun einmal so… solange man einen vermeintlichen Schuldigen gefunden hat…ist alles ganz easy…man kann seinen Vorgarten und Nutzgarten mit Steinen auffüllen, Bienen, nein gib es im meinen Vorgarten und mein Nutzgarten nicht, geht sowieso kein was an….
    Ja, wir haben ja einen Hauptverdächtigen….der Bauer…
    Wann hört ihr endlich auf euch zu erklären…
    Otto Normalverbraucher….der jeden Tag seinen Müll irgendwo anders ablädt…erklärt sich auch nicht …..
    Oder haben wir von Ihm schon einmal eine Entschuldigung gehört…..

    Gruß Marienkaefer….

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  2. No Name sagt

    Respekt!
    Ein wirklich lesenswerter und gut geschriebener Artikel.
    Vielen Dank für das nicht selbstverständliche Engegement.

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  3. Andreas sagt

    Zur Person Herbert Moritz:
    Beruflich ist er in der nicht unbekannten Urananreicherungsanlage Gronau tätig als Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma. Das war jetzt das Positive, weil ich persönlich die Herstellung von Brennstäben für Atomkraftwerke für sinnvoll halte. Ist mir lieber als Kohle verbrennen.

    Nun die Schattenseiten. Er hat sich in seiner Heimat einen Namen gemacht, in dem er in Leserbriefen die maximale Polemik raus holt was nur eben möglich ist. Ich selbst und viele andere haben das eine Zeit lang, als er gegen Biogasanlagen wetterte, noch begrüßt. Auch seine Lobbyismusvorwürfe waren nicht unbegründet.

    Mittlerweile überzieht er mit unfachmännischer Kritik maßlos und gibt Raum über ihn persönliche Spekulationen anzustellen. Er hat es sich wohl so weit verscherzt, dass er nur noch mit Hilfe des NABU auf sich aufmerksam machen kann. Aber selbst dort hat er immer mehr Gegenwind.

    Diese Leute, von denen es nicht wenige gibt, stehen Verbesserungen eher im Weg. Noch nie hat Polemik und Unsachlichkeit zu guten Ergebnissen geführt.

    Ich gebe hier diese Infos, weil er ein NABU Funktionär ist und dies immer verschweigt oder verschweigen muss. Er ist also keine Privatperson. Es bleibt zu hoffen, dass auch bei ihm das Alter noch etwas Weisheit bringen wird. Wir Landwirte kümmern uns unterdessen um die Natur von der wir leben und in der wir wohnen.

    3+
  4. Herbert Moritz sagt

    Ich gebe mal eins zu bedenken: Sowohl das ,,Gerücht“ vom nahezu immer faulen und schlafenden Beamten, als auch von den vielen teils unfähigen Handwerkern. Der Unterschied zum Landwirt ist doch wohl erkennbar und mit den anderen Branchen in keiner Art und Weise vergleichbar. Ich möchte hier erst gar nicht von den 6,3 Milliarden Euro an Beihilfen/Subventionen sprechen die zum großen Teil erst gar nicht die Betriebe in Deutschland erreichen die sie verdient und wirklich nötig haben, oder in Sachen Tierwohl. Neben der Produktion von Grundnahrungsmitteln/Nahrung hat der Moderne Agrarwirt auch die Natur zu erhalten. Und hier ist ,,er der Agrarwirt“ für jeden Verbraucher sichtbar weil er nicht in geschlossenen Büros/Werkstätten arbeitet sondern überwiegend in der Kulturlandschaft. Und da fällt es halt vielen Menschen auf wenn sie die Natur bewusst beobachten, wenn plötzlich der Großteil der Insekten, Niederwild- und Amphibienbestände schrumpfen ob der teils riesigen Monokulturen oder der stehts steigende Einsatzes von PSM. Mir sind keine Berichte bekannt, das all die noch verbliebenen tierischen Lebewesen in unserer Natur- und Kulturlandschaft regelmäßig Suizid begehen würden. Das alles und vieles andere hat einen Grund, die Agrarwirtschaft ist absolut nicht der alleinige Schuldige, sie trägt aber zum großen Teil für den Unmut in der Bevölkerung über ihr Produktionssystem bei.

    1+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Der Unmut in der Bevölkerung über das Produktionssystem moderner Landwirtschaft, rührt daher, dass NGO wie selbsternannte Naturschützer, Veganer usw. den Medien absichtlich falsche Informationen lieferten und diese falsche, oder überzogene Informationen wurden bereitwillig den Lesern serviert.

      Inzwischen sind einige sogar zu der Erkenntnis gekommen, dass die Erhaltung der Natur nur mit der Landwirtschaft geht.

      2+
      • Stadtmensch sagt

        Die Informationen kommen zum Teil auch aus der Praxis. Z.B. wenn Friedrich berichtet, dass er seit 30 Jahren ein kontinuierliches Ansteigen der Verdunstung und ein Absinken des Grundwasserspiegels beobachtet. Wir müssen uns nun nur noch auf eine Interpretation einigen. Der Umweltschützer nennt das „Übernutzung der Ressource Trinkwasser im Zusammenhang mit dem Klimawandel“. Der Produzent nennt es böswilliges Absenken des Grundwasserspiegels durch die Wasserwerke, um den Bauern das Leben schwer zu machen. Ich bin gespannt, wie das „System der modernen Landwirtschaft“ sich dieser Problematik stellen wird.
        Es gibt sinnvolle Gegenmaßnahmen, mit deren Umsetzung rechtzeitig begonnen werden muss.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ich lebe in einem der größten Grundwasserreserven Europas, dem Oberrheingraben. Der Grundwasserspiegel unterliegt immer Schwankungen, je nach der Regenmenge im Sommer.
          Der jetzt trostlose Anblick des Maises liegt nicht am Grundwasserstand, sondern an der Witterung, im Frühjahr nass, daher schlechte Wurzelbildung, jetzt Trockenheit.

          Solange wir unsere Autos mit bestem Trinkwasser waschen und selbiges auch für die Toilette benutzen, brauchen wir uns keine Sorgen machen.
          Anders wird es werden, wenn die Gletscher in den Alpen abschmelzen und im Sommer kein Wasser mehr liefern.

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          • Stadtmensch sagt

            Natürlich hängt der Grundwasserspiegel bei uns mit dem Niederschlagsaufkommen zusammen. Diese Kenntnis können sie mir ruhig zutrauen. Das Problem beim Gebrauch des Wassers im versiegelten Stadtraum ist Menge, Verschmutzung und bisher nicht recyclebare Pflanzennährstoffe im Klärschlamm und nicht wie im ländlichen Raum die Verdunstung. Gegen Verdunstung kann man was machen, aber meiner Meinung nach nicht mit agrarindustriellen
            Produktionsmethoden.

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            • Was bitte sind nicht recycelbare Pflanzennährstoffe im Klärschlamm?

              Stoffe, die nicht recycelbar sind gehören nicht in dne Klärschlamm und wenn doch, dann gehört dieser nicht auf den Acker.

              Die Verdunstung auf dem Land ist doch gut, sie gehört zum natürlichen Klima, und so entstehen Wolken und die regnen wieder aus.

              Und was kann die industrielle Landwirtschaft (bzw, agrarindustriellen
              Produktionsmethoden) nicht?

              Solange es Industriearbeiter gibt, die in der Industrie ihren Lebenunterhalt verdienen und zwar viel besser als in der Landwirtschaft, und sie uns Bauern mit der Aufgabe (Naturschutz und Nahrugsmittelproduktion) alleine lassen, müssen wir auch industriell mit großen Maschinen und chemischen Hilfsmittel arbeiten.

              Und warum wird das uns staatlich geprüfrten Landwirten nicht zugetraut, bzw. werden wir bemissäugelt?

              Wir müssen uns doch auf die Traktoren- und Autobauer verlassen können in Punkto Sicherheit usw.

              1+
            • ach ja,
              Der Klimawandel beschleunigt den irdischen Wasserkreislauf von Gebiet zu Gebiet (Klimazonen) verschieden, die Wüstenbidung geht schneller voran usw.

              Das habe ich auch schon mal gelesen, das hängt mit der Klimaerwärmung zusammen, aber ob die Landwirtschaft da was tun kann, das weiß ich nicht!
              Hier habe ich zu dem Thema etwas gefunden:
              http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-veraendert-wasserkreislauf-duerren-und-starkregen-nehmen-zu-a-830178.html

              Vielleicht müsste man mit mehr Anpflanzungen in den Halbwüsten reagieren???

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Das Problem bei bebauten Flächen ist,

              dass keine Versickerung möglich ist, also keine Grundwasserbildung.

              Aber die Städter diskutieren über Verdunstung in der modernen Landwirtschaft.

              3+
  5. David Preuss sagt

    Ich stimme Jasper in wesentlichen Teilen seiner Aussage zu, auch wenn ich nur ein verdummter Stadtmensch bin, der von der Materie keine Ahnung hat. Mich bewegt in den ganzen Kommentaren hier sehr, wie verhärtet die Fronten sind. Es bringt wenig, polemisierend und mit wenig Empathie jeweils den Standpunkt des Anderen zu verteufeln. Dazu gehört für mich auch, das, auch wenn ich viel selbst im eigenen Garten anbaue (und hier ohne Glyphosat, denn ich habe ja die Wahl), doch akzeptiere, das es in der konventionelle Landwirtschaft anders zugehen muss bei dem Konsumentenverhalten heutzutage. Da sollte jeder die Güte der Reflektion haben, das es nicht wirklich wirtschaftlich sein kann, 1kg Schweinefilet für 7€ kaufen zu wollen. Auch gehört dazu, kritisch zu hinterfragen wo denn der Gedanke der Nachhaltigkeit bleibt wenn man mit einem Audi Q7 zum Denns Bio-Supermarkt fährt, um fair produzierte Sternfrüchte aus Peru zu kaufen oder Sojabohnen aus China die per Luftfracht zu uns kommen und dann zu einem Stückpreis von 3,99 verkauft werden. Es mangelt mir da an Respekt für die Landwirte, die nach bestem Wissen und Gewissen handeln, auch wenn Sie dem immensen Druck der „Industrie Food“ mit allen Zwischenhändlern, Discounter und nicht zuletzt dem Konsumenten ausgesetzt sind um am Ende ihr eigenes „Überleben“ zu sichern (und nebenbei uns und auch sich selber vernünftige, gesunde und gute Produkte bereitstellen).

    Im Wesentlichen sollte man als Konsument in der Lage sein, sein eigenes Handeln zu reflektieren.

    7+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „1kg Schweinefilet für 7€ kaufen zu wollen. “

      Habe ein Prospekt vorliegen, da kostet bei 5 Kg. Kartonabnahme, Tiefgefroren
      5,13 das Kg.

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    • bauerhans sagt

      „Im Wesentlichen sollte man als Konsument in der Lage sein, sein eigenes Handeln zu reflektieren. “

      den konsumenten gibts nicht!
      der gemeine verbraucher in D kauft gern „gut und günstig“ und ist sich keinerlei schuld bewusst,warum auch.
      er greift in die vollen regale der discounter und kann sich darauf verlassen,dass sein essen gesund und nicht von schlechter qualität ist.

      1+
  6. Also
    soweit ich informiert bin, ist der Wirkstoff Glyphosat sehr ungefährlich, was gefährlich am Round Up ist, sind die Begleitstoffe, die den Wirkstoff zum besser wirken bringen sollen.

    Also, wenn Wirkstoff Glyphosat untersucht wird, kommt wenig bei raus.

    Man müßte die Begleitstoffe mit untersuchen und dann darüber in der Öffentlichkeit diskutieren, oder?

    Das gibt doch einen ganz anderen Sinn, oder.

    Und die Städter (Nichtlandwirte) begreifen es auch besser.

    2+
    • bauerhans sagt

      „was gefährlich am Round Up ist, sind die Begleitstoffe..“

      gefährliche begleitstoffe sind schon lange verboten.
      man ergänzt glyphosat durch schwefelsaures ammoniak und spart wirkstoff.

      4+
    • Mark Ewig sagt

      Die „Begleitstoffe“ sind Tenside, meist werden in Glyphosatprodukten die selben genutzt wie im Haarshampoo, Spülie usw.
      Ein bedenkliches Tenside war Tallowamine, das ist in Deutschland seit Jahren nicht mehr zugelassen im Pflanzenschutz und seit Sommer auch nicht mehr in der EU.

      3+
      • Ja, das hatte ich mal gelesen,
        Danke Bauerhans und Mark für die Antworten.

        Aber es wird doch darum geforscht, oder?

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        • Mark Ewig sagt

          Sicher wird daran gearbeitet.
          Was Tenside in Kosmetika betrifft gibt es aber keine genauen Regelungen,
          wer meint Monsanto hätte Einfluss, der kennt Unternehmen wie Unilever nicht.
          Was bei Pflanzenschutzmitteln verboten ist, das gilt noch lange nicht für Haushaltsprodukte.
          Mit „Anti-Shampoo-Kampagnen“ lässt sich aber kein Geld verdienen, das funktioniert nur mit Dingen, die der Spender nicht selbst nutzt.

          4+
          • Ja, so ist es!

            Ja, seid den 60igern oder früher wird gewarnt das mit Spüli gereingte Geschirr nachzuspülen, sonst wird man krank.

            Hält sich jemand dran?
            Na ja ein paar schon,
            und wer weiß wie viel krank geworden sind?
            Noch ist veröffentlich worden warum und in welches Dosen es gefährlich ist.
            Hat diese Information UniLever verhindert?

            Und durch Begleitstoff Schwefelsaures Ammoniak spart man Glyphosat in dem Mittel für die Spritzbrühe?

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  7. Sandra Harms sagt

    Also leute, ich frag mich in letzter zeit immer öfter, wird das was willi bringt überhaupt gelesen? ich frag mich bei dem ein oder anderen der zu dieser seite mittlerweile genauso gehört wie willi und alois, liest ihr alles, denkt ihr über das was ihr gelesen habt nach?

    ich könnte echt das kotzen bekommen bei einigen kommentaren heute, ich meine damit kommentare von mitmenschen die dann und wann mal kommentieren.

    oben schreibt der jasper, seine ganz persönlichen eindrücke, die er auf dem tag des offenen hofes gesammelt hat. da steht kein wort, nicht ein einziges, was glyphosat positiv bewertet, da steht auch nicht das stadtmenschen per se keine ahnung haben. Oben steht nichts dergleichen. aber einige Übliche müssen gleich wieder anfangen mit der ewigen glyphosat diskussion, müssen gleich wieder so tun als ob man sie für dumm hält, usw usw usw
    Da wird gleich wider hinein Interpretiert, was dort garnicht steht und auch nicht angedacht war anzusprechen.

    ich für meinen teil, hab noch einige ideen die ich hier gern umsetzen wollte, aber ich hab dazu mittlerweile echt keinen bock mehr, weil immer und immer wieder dinge die überhaupt nichts zum thema beitragen von immer den 3-4 selben leuten hinein interpretiert werden, so auch heute einmal wider. ich nenne jetzt keine namen, obwohl ich dazu große lust hätte….

    Denkt mal drüber nach !!!
    @ Jasper, wirklich gut geschrieben. 🙂 !

    15+
    • Herr Lekno sagt

      Hallo Sandra,

      darf ich mal tippen ? weil (auch) mir der „Stadtmensch“ gewaltig auf die nerven geht.
      Ich teile dein urteil über jaspars beitrag

      3+
        • Sandra Harms sagt

          @ inga
          natürlich dürfen und sollen stadtmenschen fragen, gar keine frage.
          was aber nach meiner meinung nicht angebracht ist, wenn man ein thema schon gefühlte 1000 mal mit 3-4 personen ausführlich diskutiert hat, das dann diese hand voll leute die selbe diskussion wider einmal beginnen, bei einer völlig anderen gesprächs grundlage.

          1+
          • Hallo Sandra,
            man kann sogar 2000mal über Glyphosat diskutieren.
            Wenn man allerdings 2000mal zu keinem Schluss gekommen ist, wird auch die 2001. Frage nicht lange auf sich warten lassen.

            Ich bin auch der Meinung, dass Landwirte die Frage der Gefährlichkeit von PS-Mitteln (ganz gleich wie sie heißen) gar nicht beurteilen können.
            Sie sind letztendlich auch nur Nutzer (nichtswissende VERBRAUCHER? 😉 ) dieser Mittel.

            Von daher frage ich mich, warum die Glyphosatfrage ausgerechnet hier thematisiert wird.

            1+
            • Es geht hier nicht um Glyphosat, es geht um das mangelnde Wissen und die daraus resultierende Verunsicherung der Städter. Wie oben Jasper beschrieben hat.

              Und um das Know how des Einsetzen dieser Pflanzenschutzmittel einzusetzen brauchsst du dir keine Sorgen zu machen, Marco, denn dieses Wissen lernt der Bauer in der Fachschule für Landwirtschadr. Aber das Wissen haben ja Städter mit anderen Berufen nicht. Oder weiß du was Phytopathologie ist?
              Aber das kannst du auf so einen „Tag des offenen Hofes“ wie bei Jasper erfahren!

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            • Hallo Inga,
              es geht mir jetzt aber auch nicht wirklich um das Wissen, wie und wo das Mittel eingesetzt wird. Das steht ja auf dem Beipackzettel.
              (den viele natürlich nicht lesen, da kleingedrucktes schlecht für die Augen ist)

              Die eigentliche Frage ist doch, woraus besteht die Zusammensetzung des jeweiligen PS-Mittels überhaupt und was macht sie. Nicht nur kurz- sondern auch langfristig.
              Und bei allem Respekt vor unserem Beruf, ich kann für mich nicht beanspruchen das zu wissen.
              Um das herauszufinden, sind andere zuständig.
              Und denen sollte man auf die Füße treten.

              1+
              • Warum sollte man denen auf die Füße treten?

                Oder meinst du so Firmen wie Monsato usw.?

                Es gibt Berater im staatlichen Pfanzenschutz, im Landwirtschaftsamt, aber ach beim Landhandel, oder?

                Mann will doch wissen, was man wofür anwendet, oder?

                0
            • Stadtmensch sagt

              Danke Marko. Dem Berufseinsteiger Jasper wünsche ich, dass er irgendwann auch mal die Fähigkeit zu solchen Reflexionen erwirbt.

              Viele Grüße
              Der Idiot

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    • Richard Danninger sagt

      Hallo Sandra Harms, ich gratuliere zu Deinen Kommentar. Ich bin aber auch der Meinung, das der von Jasper geschriebene Brief aufzeigt, daß das Wissensbedürfnis des “ Verbrauchers“ enorm ist und auch angenommen wird. Daran müssen wir arbeiten. Das es dabei immer wieder zu extremen Gegenargumentationen kommt ist normal. Diese sehr vereinzelten, festgefahrenen Meinungen sollten auch nicht unser Ziel sein, denn diese kannst du nicht ändern. Wir müssen die Leute ansprechen, die bereit sind eine fachlich und sachlich fundierte Diskussion einzugehen. Dem Jasper kann ich nur meinen Respekt zollen.

      3+
      • Sandra Harms sagt

        Richard Danninger
        Früher gab es mal eine werbung für ARD und ZDF, dort wurde in eimen wirtshaus immer die gleiche Sülze serviert… und genauso ist es mit einigen hier, und zum 1000. mal wird die glyphosat leier immer wieder angestimmt, obwohl es überhaupt nicht zum thema gehört…. das ist der punkt der micht aufregt

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    • Schon doof wenn die angepeilte Zielgruppe renitent ist und nicht ordnungsgemäß alles bejubelt.

      Ist ja auch voll logisch, das alle denen Medien, Politik, NGO und auch Landwirte erzählen das Pestizite böse und ersetzbar sind sofort glauben wenn jemand etwas anderes verkündet.

      PS die Geschichte mit der Pulle Glyphosat in der Gießkanne und der anschließenden Flutung ist genau solche gefühlte tausendfach wiedergekäute Sülze mit der selbstgefällige Landwirte offenbar immer wieder belegen wollen wie doof doch die Städter sind.

      Selber nehmen sie natürlich für sich in Anspruch dass Missbrauch und falsche Anwendung von Pestiziten durch Landwirte die aaaaabsolute Ausnahme ist.

      6+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wenn sich alle an die Verkehrsregel halten würden, dann gäbe es keine Unfälle.

        Es ist nicht auszuschließen, dass auch Fehler gemacht werden, fehlerlos sind außer ihrer Person, keine Menschen.

        Der letzte Satz ihrer Post ist schlichtweg eine bösartige Behauptung, so macht man Stimmung gegen Landwirte.

        Vor 2 Jahren gab es zwei Täler weiter ein rätselhaftes Bienensterben, keiner konnte es sich erklären.

        Was war geschehen, ein Mann, der mit Landwirtschaft nichts zu tun hatte, erbte ein Grundstück mit Obstbäumen.

        Offenbar meinte er, er müsse ein im Lager befindliches seit über 20 Jahren verbotenes Insektizid entsorgen. Dieses versprühte der Mann in die Vollblüte der Bäume.

        Ein Obstbauer, der dies gelernt hat und Obstbau betreibt, würde das nie tun, er weiß genau, dass ihm nicht nur Strafe droht, er weiß auch dass er dass Obst als Sondermüll entsorgen muss.

        Für die Medien war dies dann ein Landwirt und für andere ein Anlass jedem Obstbauer die Fähigkeiten abzusprechen.

        2+
      • Sandra Harms sagt

        Rebecca
        es ist wie es ist, kaum fällt das wort glyphosat, drehen alle am rad, wir haben das thema hier tausendmal gehabt, von allen seiten beleuchtet und diskutiert was das zeug hält… nun kommt ein post, in dem es um öffentlichkeitsarbeit geht und um persönliche erfahrungen mit eben dieser. dumm nur das darin das wort glyphosat auftaucht, und schon haben wir die selbe diskussion wieder, die selbe die wir schon zum tausendsten mal hier geführt haben….. und dieses mal nicht begonnen von landwirten, sondern von leuten die schon 1000 mal diese diskussion mitgemacht haben….. und letzlich, ist es auch ganz egal wer und warum, bei dieser diskussion kommt immer nur die gleiche sülze zum vorschein und das immer von den selben beteiligten. ich frag mich warum muss das so sein, warum ist es nicht möglich sachlich über die von Jasper gemachten erfahrungen zu reden, schlüsse aus seinem beitrag zu ziehen, etwas zu lernen und zu verbessern…..
        aber ich sag es mal ganz platt, das ist einigen zu anstrengend, einfacher ist es sofort wenn das wort glyphosat auftaucht mit der ewig gleichen sülz diskussion anzufangen….

        1+
        • rebecca sagt

          Sandra,

          ich kann dich durchaus verstehen. Es dreht sich immer im Kreis. Aber das ist keine Einbahnstraße.
          Das Klischee vom dummen Städter der den kompetenten Bauern Vorschriften machen will oder eben mit einer Flassche Unkrautvernichtungsmittel in der Gießkanne die Terasse flutet wird immer und immer wieder hervorgeholt.
          Sicher gibts das, genau wie Bauern die Umweltferkel sind, oder Tierquäler.

          Mit Reaktionen muss jeder leben der an die Öffentlichkeit geht. Das die mal mehr und mal weniger direkt ausfallen liegt in der Sache. Im virtuellen Raum noch mehr als im realen. Das ist einfach so. Damit muss man leben.

          Entweder ihr wollt etwas erreichen, dann müsst ihr Meinungen die euch nicht passen aushalten und versuchen zu ändern, oder eben nicht.

          Jaspers Engagement finde ich gut, inhaltlich nicht ganz so. Sicher sind die Betrachtungsweisen sehr von der Perspektive abhängig. Aus Bauernsicht sicher ein guter Brief wie hier auch zu sehen ist. Aus Sicht der Städter eher wirkt manches eher “ da habe ich es den dummen Städtern mal so richtig gezeigt“. Das sich da manche auf den Schlips getreten fühlen ist klar. Außerdem sehen nicht alle, das da jemand einfach nur mal seine Gedanken aufgeschrieben hat, vermutlich ohne weitere Hintergedanken. Ist ja alles auch ok. Jasper ist Bauer, kein Medienprofi. Aber diese Unvollkommenheit solltet ihr auch euren Gegenüber zugestehen.

          Wenn Ihr etwas erreichen wollt, dann müsst ihr lernen souverän mit Kritik umzugehen. Auch wenn sie scheinbar unpassend und beleidigend ist. Auch wenn sich jetzt viele zum Öffentlichkeitsarbeiter/Sociel Media Experten berufen fühlen. Das ist bischen mehr als bunte Bildchen und nette Texte ins Netz zu setzen.
          Und wenn Ihr auf längere Sicht erfolg haben wollt, müsst ihr lernen mit anderen Meinungen klar zu kommen und eure Standpunkte zu verteidigen.

          Kritik bringt oft weiter als Lob und Lobhudelei. Auch das solltest du nicht übersehen. Das die nicht immer Formgerecht und freundlich ist, dafür musste dir ein dickeres Fell wachsen lassen. Das ist so und wird sich kaum so schnell ändern.

          Insofern zieh deine Vorhaben durch statt auf beleidigte Leberwurst zu machen. 😉

          @ehemaliger Landwirt
          Trottel und Idioten gibts überall. Aber wir wären sicher ein Stück weiter wenn wir im miteinander voraussetzen würden das der Gegenüber nicht dazu gehört. Und das auch nicht ständig erwähnen würden.
          So war das gemeint.

          0
          • Jasper Becker sagt

            Ich habe nie die Wörter „dummer Städter“ in den Mund genommen. Ich werde sauer, wenn ich sehe wie man absichtlich meinen Text dreht. Diese Wörter nutze bislang nur der Stadtmensch. Wie sie bestimmt gelesen haben komme ich selber nicht von Hof. Und meine Familie auch nicht. Daher würde ich mir dummer Städter nicht erlauben. Ich möchte doch Fragen beantworten und fachlich Diskutieren. Ihre Frage mit der Kaugummidose hatte ich schließlich auch Beantwortet. Sie haben sich doch auch dafür bedankt.

            Ich schrieb nur völlig Kommentarlos die Aussage des Herren auf dem Hoffest mit der Gießkanne.

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          • Sandra Harms sagt

            @ rebecca

            ich mach nicht auf beleidigte leberwurst !

            ich bin es mittlerweile einfach nur leid permanent die gleiche leier zu hören, und das sogar an stellen wo man sie eigentlich nicht vermuten sollte, und wo sie auch nicht hingehöhrt!!! wenn jemand zum thema glyphosat etwas sagen will, dann kann er das unter die beiträge von willi zu genau diesem thema tun. wenn einer sich über stadtmenschen auslassen will, so findet sich auch dazu der passende artikel von willi ! und wenn wir nun über die gießkanne reden oder über ein foto was jemand anders zeigt…. find ich das irgendwo echt kindisch und völlig fehl am platze.(ich für meinen teil weiss mittlerweile wie jasper aussieht, und ich geh mal davon aus das er das gleich mittlerweile von mir weis)

            Rebecca, ich weis ja nicht wie es anderen in der schule ergangen ist, unter meinen aufsätzen stand nie drunter „thema verfehlt“, so wie bei vielen meiner klassenkammeraden. und genauso fühl ich mich hier meist auch… thema verfehlt

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  8. Friedrich sagt

    Toll geschrieben. Ich versuche immer bei Betreibsbesichtigungen, Vorträgen oder auch wie gerade heute mit Willis „Sauerei“ die lieben Mitbürger zu informieren. Leider müßen wir auch die Grünen Kirchenvertreter , die es ja wissen müßten, informieren. Dafür habe ich gerade zwei Sauereien bestellt. Das gesprochene Wort vergißt sich schnell, daß gelesene Wort kann man noch einmal nachlesen.

    2+
    • Stadtmensch sagt

      Niemand kann dich daran hindern, einseitig zu informieren. Falls dir daran gelegen ist, dass wir auch morgen noch halbwegs friedlich auf diesem Planeten leben können, würde ich dir ein etwas ausgewogeneres Sujet empfehlen.
      Peter Clausing, Die grüne Matrix:
      „Für Kraftfutter werden derzeit 50 % der globalen Getreideproduktion verwendet, was dem Kalorienbedarf von 3,5 Milliarden Menschen entspricht. “
      Für mich als Laie sieht das nicht nach „Veredelung“ von für den Menschen ungenießbaren Pflanzen aus…

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Was mir auf den Senkel geht, ist die ewige Leier, ich solle weniger, oder gar kein Fleisch essen und auf Gräser, oder Vogelfutter umstellen.

        Kein Mensch denkt daran, wie viel Fleisch die Hunde fressen, in der Stadt Mannheim (ca.300.000 Einwohner) leben über 40.000 Hunde.
        Davon sind meines Erachtens 39.900 völlig unnütz und die Fressen den armen hungernden Menschen in Afrika das Essen weg.

        Übrigens, mein Arzt hat mir dringend empfohlen mein Vitamin B12 Bedarf mit Rindfleisch zu befriedigen, keines Falles aus der Dose.

        10+
        • Andreas Schmid sagt

          Ab morgen esse ich vegan! Und zwar Second Hand Vegan. Kuh frisst Gras ich esse gutes Rindfleisch und trinke leckere Milch.

          2+
  9. Hallo Jasper,

    schön geschrieben. Aber…

    „So hatten wir eine Dose Kaugummis. Gewöhnlich passen dort 100 ml rein. Bei der Vorstellung dass wir diese Menge als Pflanzenschutzmittel auf 1,5 Fußballfeldern verteilten, schauten die Menschen nicht schlecht.“

    Also als interessierter Besucher weis ich das ein anderthalbes Fußballfeld ungefähr einem Hektar entspricht. Und weil es mich interessiert hab ich mir mal das Datenblatt eines Herstellers gesucht und gesehen das der zwischen zwei und zehn Litern, je nach Anwendung pro Hektar empfielt.

    Immerhin bei der kleinsten Menge das zwanzigfache der Kaugummi Schachtel.

    Gibts dafür eine Erklärung?

    2+
    • Jasper Becker sagt

      Hallo Rebecca,
      Die Aufwandmenge des Mittels pro Hektar und die Spritzmenge ( Sprich Spritzmittel verdünnt mit Wasser) hängt von dem Mittel ab. Jedes Mittel wird anders verdünnt und eingesetzt. Es wird der Kultur angepasst. Sehen Sie es wie beim Arzt. Er stellt eine Krankheit fest und entscheided bei jedem Fall selber, wie viel Mittel er spritzt. Es hängt von dem Fortschritt der Krankheit aber auch von dem Mittel und dessen Wirkweise ab.
      So gibt es auch in der Landwirtschaft sehr viele verschiedene Mittel.

      Es sollte nicht allgemein gesagt sein, sondern nur ein Beispiel sein.

      Freundliche Grüße.

      Jasper

      4+
      • Regina sagt

        Ja eben, deswegen hinkt ja auch die Geschichte mit der Kaugummi-Schachtel.
        Es kommt nun mal drauf an, was man rein tut…

        0
        • Jasper Becker sagt

          Hallo Regina,
          wie bereits erwähnt, die Aufwandmenge hängt ganz von dem Mittel, dessen Wirkweise und des Zeitpunktes ab. Es war lediglich ein Beispiel. Auch 10 Liter + 190 Liter Wasser auf einem Hektar gibt es natürlich . Es ging mir in meinem Brief lediglich darum, aufzuzeigen dass wir die Technik und das Wissen haben. Aber sie geben mir ein gutes Beispiel. Zum Schluss des Briefes sagte ich, dass es immer mehr Leute gibt die mir meinen Beruf erklären. Kennen Sie Pflanzenschutzmittel, deren Zulassungsbereiche, deren Wirkstoffe und Wirkweisen, deren Gesetzlichen Vorschriften?
          Ich behaupte mal nein. Aber für Sie ist ein Pflanzenschutzmittel wie jedes andere auch.
          Ich weiß sehr wohl dass es Mittel mit diesen Dosierung gibt. Ich arbeite damit.

          Ich bin Landwirt und Sie?

          4+
          • Regina sagt

            Ich würde mal lieber nichts unterstellen, ich bin gelernte Gärtnerin und kenne mich mit der Materie schon etwas aus.
            Auch wenn ich Bio-Anbau betreibe, gelernt hat man die ganzen Dinge durchaus.

            Ich finde den obigen Post einfach ohne jede Aussage.
            Eben weil nicht jedes Mittel wie das andere ist.

            Natürlich darf man davon ausgehen, daß Bauern das Wissen darüber haben, was in den technischen Datenblättern der Pflanzenschutzmittel-Produzenten steht und auch die Technik befolgen, um diese zu befolgen.

            Der heutige Landwirt ist schlichtweg Diener und Befehlesempfänger der Agrar-Industrie.
            Und ich bezweifele, auf Basis meiner langjährigen Beschäftigung mit der Materie, daß die Angaben der Hersteller unbedenklich sind.

            Aber der Vorwurf geht natürlich nicht an Sie oder ihren Berufstand persönlich.
            Mir ist völlig klar, daß kein Auszubildender oder Junggeselle, der es nicht anders gelernt hat (z.B. im Bio-Anbau), nicht so einfach aus der Nummer raus kommt.
            Dazu kommt noch die Zwickmühle mit den anspruchsvollen Konsumenten, die oft nicht bereit sind, die schwere und verantwortungsvolle Arbeit, die Ihr leistet, zu honorieren.

            Das ist kein Zuckerschlecken.

            1+
            • bauerhans sagt

              „Der heutige Landwirt ist schlichtweg Diener und Befehlesempfänger der Agrar-Industrie.“

              der heutige landwirt ist i.d.r. gut ausgebildet,mit gutem kontakt zur beratung der kammern/ämter und stets bemüht,seine kosten im griff zu haben.

              0
    • Stadtmensch sagt

      Ganz normale Propaganda. Hast du hier Aufklärung erwartet?
      Dazu passt schon dieses Titelbild. Entweder ist der Narzismus nun auch schon auf dem Lande angekommen oder es gilt die ganz normale „Wählertäuschung“:

      „Wir wissen, daß viele Wähler gar nicht genügend Faktenkenntnis haben, um kompetent zu entscheiden. Stattdessen wird nach „Gefühl“ gewählt. Wer wirkt eigentlich auf den Wahlplakaten am sympathischsten? Wen kenne ich überhaupt?“
      http://tammoxalternativ.blogspot.de/2016/09/nachhaltige-besorgnis.html

      0
      • Naja, ich denke Aufklärung war nicht das primäre Ziel des Briefes. Ich würde das aber auch nicht so als Propaganda sehen. Das machen die NGO und Parteien.

        Hier isses möglicherweise ein Rechenfehler, oder bischen zurechtbiegen der Realität damit die ins eigene Bild passt.
        Das passiert selbst hochbezahlten „Qualitätsjournalisten“ laufend. Da isses bei einem Landwirt in jedem Fall entschuldbar. Er sollte dann allerdings auch Konsequenzen ziehen.
        Aber vielleicht gibts ja auch noch eine Erklärung dazu.

        PS zum Titelbild.. zu dem sagt mein kleines Helferlein das es hust.. „geborgt“ ist. Weniger wäre manchmal mehr.

        2+
      • bauerhans sagt

        „Hast du hier Aufklärung erwartet?“

        erklärung! die ist natürlich subjektiv,aber immerhin.

        0
      • Bauer Willi sagt

        Hallo Stadtmensch
        Denkst Du schon manchmal darüber nach, was Du schreibst?
        Da schreibt mir ein junger angehender Landwirt einen Brief, in dem er mir seine Gedanken und Sorgen mitteilt. Ich finde den gut und bringe den hier. Was soll Jasper denken, wenn er Deinen Kommentar hier liest?
        Ja, das Bild ist von Pixabay. Ein Bild von Jasper hatte ich nicht, und hätte ich auch nicht gebracht. Du kannst ja mal ein Bild von Dir hier reinstellen…
        Bauer Willi

        5+
        • Stadtmensch sagt

          Wer so selbstbewusst gegen doofe Städter austeilt, muss auch einstecken können. Außerdem hoffe ich doch, dass du Jasper gefragt hast, ob du es so bringen kannst. Mir z.B. wäre ein solches Titelbild zu meinem Text peinlich gewesen, aber ich bin eben auch ein komische Kauz und besitze noch nichema einen Avatar oder wie das heißt.
          Was ist denn nun mit den 100ml Wirkstoff?

          1+
          • Bauer Willi sagt

            Lieber Stadtmensch, darf ich mal höflich nachfragen, für wie blöd Du mich eigentlich hältst? Glaubst Du ernsthaft, ich würde hier Briefe, Artikel oder sonstewas veröffentlichen, ohne mir vorher das Einverständnis geholt zu haben? Ich wollte Jasper anonymisieren, aber er hatte mit der vollen Namensnennung kein Problem. Der hat halt noch einen Arsch in der Hose.
            Freundlichst
            Dr. Willi Kremer-Schillings alias „Bauer Willi“

            8+
            • Stadtmensch sagt

              >>Glaubst Du ernsthaft, ich würde hier Briefe, Artikel oder >>sonstewas veröffentlichen, ohne mir vorher das Einverständnis >>geholt zu haben?
              Ja! So geschehen bei der Vorführung des Andreas Fendt!
              So lange hier solch gehässige Mitmenschen wie der Ehemalige Landwirt rumätzen, werde ich meine liebe Sockenpuppe behalten.
              @Sandra: wir wollen uns weder der Koprolalie hingeben noch Leute diskutieren. Ich würde mich freuen, mal wieder einen Beitrag von dir zu lesen.

              1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Stadmensch

              „So lange hier solch gehässige Mitmenschen wie der Ehemalige Landwirt rumätzen, werde ich meine liebe Sockenpuppe behalten.“

              An dieser Post sieht man, wie einseitig und verblendet ein Stadtmensch andere Poster beurteilt.

              Wer gibt ihnen das Recht, mich als gehässig zu bezeichnen?

              Tatsachen tun manchmal weh, besonders für solche, die in romantischer Verklärung von einer Landwirtschaft träumen, die schon längst der Vergangenheit angehören.

              7+
          • bauerhans sagt

            “ doofe Städter“

            die melden sich hier nicht,sondern sind mit dem einkauf beim discounter sehr zufrieden.

            2+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            „Wer so selbstbewusst gegen doofe Städter austeilt, muss auch einstecken können.“

            @Stadtmensch

            Es sind die Beiträge vom Stadtmenschen, die nur darauf aus sind, den Landwirt als Doof aussehen zu lassen.

            Frei nach der Devise:

            Der Bauer von Alabama macht es so wie der Stadtmensch es sich wünscht, warum seid ihr so „dumm“ und macht es nicht genau so.

            Dabei ist den meisten Stadtmenschen das Zusammenspiel vom Ackerbau und Wetter völlig abhanden gekommen.

            1+
            • Stadtmensch sagt

              Es macht mich halt immer traurig, wenn ein Landwirtschaftsmeister hier im Thread unter Beifall der johlenden Menge über Greepiss, BUND, Nabu usw. herzieht.
              Ich finde deren Aktivitäten klasse:
              http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/In-Hilbersdorf-reifen-mehr-als-80-Apfelsorten-artikel9629682.php

              Tut mir leid, ich bin leider einer von „diesen Leuten“, ein Hardliner, unzugänglich für Argumente in Richtung wirtschaftlicher Sachzwänge. Wenn Marktwirtschaft und Ökologie nicht zusammen passen, dann muss im Zweifel eben die Marktwirtschaft weichen. Bezahlen können wir das. Der Grünen Chef meint dazu jedenfalls: Mia ham dös.

              0
            • Walter Parthon sagt

              @Stadtmensch dann sollst du dich nicht hinter verschiedene Namen verstecken.
              Um die Leser zu täuschen.
              Durch deine Beiträge, entsteht bei mir der Eindruck, das die wie der Volksmund sagt von einem Idoten stammen.
              Für mich sind Greepiss, BUND, Nabu usw. modere Raubritter

              2+
            • Stadtmensch sagt

              @Walther:
              https://de.wikipedia.org/wiki/Idiot
              Das Wort leitet sich vom griechischen ἰδιώτης (idiotes) her, das wertfrei bis heute in etwa „Privatperson“ bedeutet.

              Passt.

              Falls du Zweifel an meiner Identität hast, wende dich bitte an Alois oder Willi. Die können dir sicher bestätigen, dass ich mich nicht hinter verschiedenen Namen verstecke und auch nicht im Schwarzwald wohne.

              0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              „Ich finde deren Aktivitäten klasse:
              http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/In-Hilbersdorf-reifen-mehr-als-80-Apfelsorten-artikel9629682.php

              @Stadtmensch

              Sehr schön, ich Frage mich, ob in ein paar Jahren noch welche vom Naturschutzbund da sind, die das Streuobst pflegen?

              Beim Bau eines Sportzentrums in meinen Ort wurde ein Bach verlegt, die BUND Gruppe übernahm die Pflege.

              Leider endete die Suche nach Mitgliedern aus der Landwirtschaft erfolglos, somit wurde auch die Pflege nach einen Jahr durch den BUND eingestellt, keiner wollte die Arbeit machen.

              Der Obstlehrpfad daneben wird vom Obstbauverein nach über 20 Jahren immer noch gepflegt.

              0
            • Stadtmensch sagt

              >> keiner wollte die Arbeit machen.

              Bin gerade dabei, mit ein paar „Aktivisten“ einen ähnlich orientierten Verein zu gründen und wenn die Nabu-Leute ihre Flächen nicht mehr gebacken kriegen, dann übernehmen wir eben (Man kennt sich 😉

              0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ich frage mich, warum habe ich mich zum Obstbaumwart ausbilden lassen und vor dem Staat eine Prüfung abgelegt,
              wenn Stadtmenschen meinen, sie machen es mit Links?

              1+
            • Stadtmensch sagt

              >>wenn Stadtmenschen meinen, sie machen es mit Links

              Oh Mann! Bei uns gibt es noch Menschen mit einer entsprechenden Ausbildung, die haben sich noch nicht so tief eingegraben wie sie.
              Die reden sogar mit Raubrittern von der Spendensammelindustrie.
              Ich gebe zu, für einen ertragreichen Obstbau braucht es viel Erfahrung, aber um Ertrag gehts ja nicht.

              0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Selbst die Ausdünnung eines Streuobstbaumes erfordert eine gewisse Kenntnis und noch etwas Arbeitswut, das über das Schreiben bei Bauer Willi hinausgeht

              1+
            • Stadtmensch sagt

              >>eine gewisse Kenntnis und noch etwas Arbeitswut

              Oh – na wenn das so ist, dann lass ich es lieber. Dann nehme ich mir lieber wieder den Reisekatalog und buche was schönes. Finka auf Malle, das wäre doch mal was… (Ironie aus)

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Stadtmensch,

              haben sie uns nicht erklärt, sie können sich kein Urlaub leisten?

              Dann helfen sie einem Winzer in Südfrankreich bei der Weinlese, ist nicht so gefährlich, da kann man nicht vom Baum fallen.

              Kenne noch 42 Sprossige Holzleitern, von der Kirschenernte, die sind höher, als der Bildschirm. 🙂

              Ach war das schön, diese Leitern zu stellen, besonders bei Wind. 🙁

              0
        • Wenn man in die Menge ruft, dann gibts halt Gemurmel und Zwischenrufe. Auch welche die einem garnicht gefallen. Damit muss man rechnen.

          Außerdem ensteht die Message beim Empfänger. So weit hergeholt ist der Verdacht der Propaganda auch nicht. Viele sehen wie Bauern mit großen Fässern über die Felder fahren und sprühen. Da sind die Relationen zumindest zweifelhaft.
          Aber Jasper hat es ja noch gut erklärt. So isses eher nachvollziehbar.
          Ist eben nicht ganz so einfach mit der Volksbekehrung.

          Zumindest lernt man vieles nicht in Kursen der „Heissa ich bin so ein toller Social Media/Öffentlichkeitsarbeitsexperte, und wenn du ein oder zwei Tage meine Kurse besuchst kannst du das auch“ Spezialisten.

          Zum Beispiel den richtigen Einsatz von Bildern. Wie ein falsches auf manche wirkt hast du ja gerade erfahren. Dann ist weniger oft mehr. Und Vorsicht bei Pixabay und Co. Das ist eine klasse Sache. Allerdings gibts da einen großen Haken in der Form das dort nicht geprüft wird ob derjenige der die Bilder hochgeladen hat auch der Rechteinhaber ist. Wenn also jemand das Foto eines Fotografen der das nicht frei gegeben hat hochlädt, du nutzt es, und der Fotograf bekommt das mit und mahnt dich ab, dann dürfte dich das einen drei bis vierstelligen Betrag kosten. Die meisten sind natürlich ok, aber bei dem Beitragsbild bin ich mir nicht so sicher das es wirklich frei ist.

          1+
            • Um das umfassend zu begründen kämen wir ziemlich weit vom Thema ab.
              Ich probiers mal in der Kurzform. Bilder haben neben dem netten Aussehen auch die Aufgabe den Text sinnvoll zu ergänzen, die Aussage zu stützen etc..
              Das wäre in diesem Fall vermutlich am besten mit einen ansprechenden Symbolbild welches mit Landwirtschaft asoziiert wird, oder noch besser mit einen Bild des Autor in Arbeitsumgebung.
              Das schafft wenn es richtig gemacht ist bereits vor dem lesen positive Emotionen und manche missverständliche Aussage wird entschärft und positiv oder neutral verstanden. Ein Bild von einen Model ist eher deplaziert und wie man sieht entsteht schnell ein falscher Eindruck wenn Leser denken das es ein Foto des Autors ist.
              Möchte der Autor aus verständlichen Gründen kein Foto von sich haben, dann wäre weglassen vermutlich die bessere Option gewesen.

              @Regina, nein die Bilder bei Pixabay sind völlig frei. Da muss auch kein Urheber angegeben werden. Die Probleme mit Facebook und Co. hatten Nutzer von kommerziellen Bilddatenbanken weil die mit Nutzung auf FB gegen die Lizenzbedingungen verstoßen haben. Die Gefahr bei Pixabay liegt in der umbemerkten Nutzung von illegl hochgeladenen Bildern.

              1+
              • Jasper Becker sagt

                Ich verstehe nicht, was diese Aussage in einem Blog macht. Das Sie das Bild nicht passend finden habe ich zur Kenntnis genommen. Alles weitere ist doch nebensächlich. Ich hatte die Absicht meine Meinung zu sagen und nicht über die Verwendung von Bildern belehrt zu werden.
                Ohne den Hinweis, dass nicht ich auf dem Foto bin, hätte es auch wahrscheinlich niemanden interessiert.

                Ich bin Landwirt und Sie?
                Scheinbar haben Sie etwas mit Medien zu tun. Zumindest schreiben Sie viel darüber
                Gruß Jasper

                1+
          • Regina sagt

            Vor allem darf man die meisten Bilder von Pixabay ect. nur nutzen.
            Das heißt, man darf sie nicht bei Posts verwenden, die bei Fa
            cebook geteilt werden, weil diese Bilder ja bekanntlich Facebook mit allen Rechten geschenkt werden.
            Das nur als Hinweis, evt. wurde das ja geklärt…

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          • Sabine sagt

            Äh. ‚Schuldigung, aber worum ging es nochmal?
            Korrigiert mich, aber jeder dem es nicht passt, wie Lebensmittel erzeugt werden, darf das gerne selber machen.
            So weit ich informiert bin, hat es sich am Ende die Forderung der Tierschutzverbände nicht durchgesetzt, dass jeder der Tiere hält, einen Sachkundenachweis bringen muss. Und einen Sachkundenachweis für das Anpflanzen von Nahrungspflanzen gibt es bisher wohl auch nicht. Erst wenn größere Mengen Dünger und PSM eingesetzt werden, muss man einen Schein machen. Den kann hier jeder bei der Landwirtschaftskammer machen. Ist glaube ich sogar die selbe Stelle wo ich meinen Schlacht- bzw. Erste Hilfe/Euthanasieschein gemacht hab. (Kann ich nur jedem Tierhalter empfehlen.)
            Theoretisch kann also jeder ein landwirtschaftliches Grundstück erwerben und dort sich mit ohne PSM und Dünger und Aldi versorgen.
            Sogar ganz ohne Saatgutfirmen und Hochleistungszucht. Viele alte Rassen und Sorten warten auf ihre Retter und einen kleinen Hof, der sie und ihre Nachkommen schätzt und liebt.
            Wer kein Hobby-Landwirt werden will, der muss sich überlegen a) was will ich eigentlich und b) ist das mit dem, was ich zahlen kann oder will zu machen?
            Ich denke, wir sind uns einig das bei 20 Cent für Milch niemand eine Kuh in ganzjähriger Weidehaltung bzw. Heufütterung halten kann. Also in Indien vllt. aber… naja und bei Getreide in der derzeitigen Form für den derzeitigen Preis auch nicht ohne Hilfsmittel erzeugt werden kann.
            Also muss ich wohl eine ganz klassiche Risikoabwägung machen. Dabei finde ich es hilfreich, wenn Leute mit entsprechender Ausbildung erstmal ihren Standpunkt und ihre Verfahren erklären. Zu den verschiedenen Pflanzenschutzmitteln und Düngern gibt es verschiedene Ansichten, u.a. gibt es aus diesem Grund oft mehr als nur eins auf dem Markt, weil was der Eine als Nachteil sieht, dem Nächsten als Vorteil daherkommt.
            In einer solchen Diskussion kann es auch sein, dass jemand eine Anekdote bringt, die, weil sie nicht die gesamte Vorgeschichte und Hintergründe mitliefert, als Verkürzgung erscheinen mag.
            In dem Fall war es wohl: Kaugummidose voll X für eine sehr große Fläche bei Jasper und das Erstaunen eines Gesprächspartners und Nichtlandwirtes, der den selben Stoff literweise nutzt um unerwünschten Aufwuchs auf seiner 20qm Terrasse bekämpft. Das mag für den einen überspitzt, für den nächsten an den Haaren herbei….. und für wieder andere nicht genau genug sein. Für mich bestätigt es höchstens den Verdacht, dass das ganze Zeug was in den Gartenabteilungen unserer örtlichen Baumärkte steht wirklich und wahrhaftig auch abverkauft wird. Incl. der tollen, umweltverträglichen und bienenschonenden Eisendünger Plus Unkrautvernichter für den gepflegten Rasen.
            Mein absolutes Lieblingsprodukt neben Flowby, dem Haarschneideaufsatz für Staubsauger.
            Wie kann es sein, das so ein Verzählchen incl. Stock-Pic jetzt so hohe Wellen in unserem doch sehr überschaubaren Wasserglas schlägt?
            Ich weiß, wir haben heute Montag und es hatte für September ungewöhnliche Temperaturen, aber trotzdem ein freundliches ÄHH?? von meiner Seite.
            Man kann sich übrigens was erklären lassen und später immer noch dagegen sein.

            3+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Lieber Stadtmensch,

        ich möchte ihnen was aus dem Weinbau erklären.

        Will ich Oidium bekämpfen, kann ich das zb. mit dem Mittel Systane tun,
        240 Milliliter je Ha., oder mit Schwefel 3,2 bis 5 Kg. je Ha. und Spritzung. Schwefel ist im BIO-Weinbau erlaubt.

        Oder die Kirschessigfliege, da kann ich das auch im ausländischen BIO-Weinbau erlaubte Spinnosad in der Aufwandmenge von 160 Milliliter je Ha. anwenden.

        Wird das Protein combi-protec als Tankmischung eingesetzt, reichen 5 Milliliter Spinosad je Hektar, ja sie haben richtig gelesen, 5 Milliliter.

        Jetzt warte ich nur darauf, dass der „Fachmann“ Stadtmensch dies in Frage stellt.

        3+
    • Bauer Rolf aus MV sagt

      Ja Jaspar hat aber nicht für Glaphosat gesprochen, sondern für Herbizide, die in Puverform bei 25-30 g / ha angewendet werden. Sind als Substanz ebenso wenig giftig, sondern wirken über Enzym und Hormponhaushalt der Pflanzen und auch nicht als Universlherbizide. Wer aber 100 ml in eine Gieskanne gießt, bringt damit auf 20 m² Fläche 50 l / ha aus und davon werden dann 49,95 l in den Gulli gespült.
      Ich habe solche Gespräche mit Klassen und Lehrern auf meinem Betrieb auch oft und das Erstaunen ist sehr groß.

      3+
    • Hallo Jasper und Bauer Rolf,

      Danke für die Erklärung. So gesehen ist es verständlich. Wobei im Bezug auf die Terasse zumindest für mich zu vermuten war es ginge um Glyphosat.
      Das mit der Flasche in der Gießkanne stimmt allerdings. Da kenne ich leider auch einige Probanten. Die werden aber vermutlich bis zu einen Verbot ihr Verhalten nicht ändern.

      Im übrigen wärt Ihr glaubwürdiger, wenn Ihr eure Mengenangaben bischen mittelt. Also nicht vom höchst konzentrierten Mittel ausgeht um den minimalen Einsatz zu zeigen. Selbst wenn Ihr sagt ihr braucht drei oder vier Liter pro Hektar ist das sehr wenig. Aber es ist plausibler.

      1+
      • bauerhans sagt

        man kann z.b. 5l glyphosat durch 3l und 10kg schwefelsaures ammoniak pro ha ersetzen,bei gleicher wirkung und spart 40% wirkstoff.

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  10. Andreas sagt

    Sehr schön, aber eine Bitte. KEINE Bürgerschelte machen. Es ist kein Makel, wenn man als Städter das Weizenkorn nicht vom Gerstenkorn unterscheiden kann. Wir müssen positiv auf die Leute zugehen und die Landwirtschaft ehrlich und möglichst interessant darstellen.

    Ich habe mir zwei Dinge vorgenommen. Bei der CCM Maisernte möchte ich einen Bericht machen wie was genau vom Mais geerntet wird und welche Vorzüge CCM für die Tiergesundheit hat. Und auch die Bodengesundheit mit der positiven Humusbilanz durch Maisstroh und Zwischenfrüchten, werde ich per Video versuchen darzustellen. Für mich ein Graus aber es kann nicht schaden.

    Als zweites werde ich versuchen unserem lokalen Bauernverband davon zu überzeugen, einmal jährlich einen Feldtag für Städter zu organisieren. Ich stell mir das so vor, dass man Sponsoren findet die Fleisch zum grillen (gratis) spendieren und Bierwagen darf nicht fehlen. Die interessierten Stadtmenschen sollen auf von der Landtechnik bereit gestellten Maschinen „probeackern“ wer möchte. Für Kinder kann man Fahrten mit Drescher und Maishächsler verlosen. Das wäre für viele Kinder ein Highlight nicht nur mit dem Landwirtschaftssimulator zu arbeiten sondern live dabei zu sein.

    Wichtig ist mir dabei, dass nicht der Eindruck entstehen darf, dass man was aufdrängen will. Veganer sind genau so willkommen wie alle anderen Skeptiker. Einfach eine lockeres Erntedank – Festchen mit Fäßchen.
    Es sind erst mal nur Anfangsgedanken die ich vorschlagen werde. Ich habe noch viele weitere Ideen. Ich glaube nicht, dass ich genug Bauern dafür begeistern kann. Mal sehen.

    10+
  11. Landwirtschaftsmeister Hans Nauert sagt

    Wir nennen die Mittel zum Schutz der Kulturpflanzenvor Schadorganismen Pflanzenschutzmittel. Das von den NGO`s benutze Wort Pestiziden, das aus dem Englischen staqmmt und dass das todbringende Wort Pest enthält, soll aus deren Sichtweise suggerieren wie gefährlich die eingesetzten sind und die Menschen damit verunsichern. Es ist einfach erbärmlich, das es für die NGO`s eines Fremdwortes bedarf, um die Landwirtschaft zu diskriminieren. Jeder sollte wissen, dass es keine andere oder bessere Möglichkeit gibt, die Kulturpflanzen vor den tausenden Schadorganismen zu schützen als mit den entsprechenden Mitteln.Niemand würde Kirschen, Birnen, Äpfel uns. mit Würmern kaufen. Alles muss gesund, knackig und ohne Pilsbefall aussehen. Aber was ich besonders verwerflich finde, das die NGO`s mit ihren Internetauftritten und ihren Erklärungen wie schädlich die Pestiziden ((Pflanzenschutzmittel) für die Verbraucher und die damit arbeitenden Bauern sind und gleichzeitig dazu aufrufen an ihre Organisation Spenden zu überweisen. Ich als Bauer, der mit 75 Jahren so gut wie nie Krank war, dürfte schon lange nicht mehr leben, wenn ich deren Einträge im Internet mit ihrer Meinung zu den Pestiziden verfolge. Alle denen, die dem Bund, Nabu, Greenpiss uns. Spenden überweisen musws eines klar sein. Dass Sie der Landwirtschaft einen großen Vertrauensschaden zufügen und sich mitverantwortlich machen, an dem dramatischen Strukturwandel in der Landwirtschaft in jüngster Zeit.

    9+
    • Regina sagt

      Pestizid heißt einfach „totbringend“.
      Was stimmt an dem Begriff nicht?
      Ich dachte, die Schadorganismen sollen getötet werden?

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      • Andreas Schmid sagt

        Regina, schon richtig, aber das Wort Pest löst beim Bürger ein negatives Gefühl aus. Gegen dieses Gefühl kommt man mit Fakten nicht an. Pflanzenschutzmittel bringt ein etwas anderes Gefühl. Wir sollten unsere Fachbegriffe nach der Gefühlswirkung prüfen und einige auch austauschen.

        2+
        • Regina sagt

          Für wie blöde haltet Ihr eigentlich Verbraucher?
          Jeder weiß, daß Pestizide und Pflanzenschutzmittel ein Synonym ist.
          Zumindest die Menschen, die sich grundsätzlich dafür interessieren.

          1+
          • bauerhans sagt

            „Für wie blöde haltet Ihr eigentlich Verbraucher?“

            für materiell so gesättigt,dass kurzmeldungen über gift im essen,den verbraucher sofort emotional durchdrehen lässt,zumindest drei wochen lang,dann ists vergessen.

            0
            • Das fordert der Verbraucher:
              http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/programm_popup.jsp?key=hr-fernsehen_2016-09-14&row=38

              Es geht um Entlaubungsmittel im Kartoffelanbau:
              Denn Nahrungsmittelindustrie wie Verbraucher fordern standardisierte Produkte. Doch zu welchem Preis? Können die giftigen Chemikalien in die Kartoffeln gelangen?

              Warum kann sich der Verbraucher nicht an die natürlichen Entwickkungen der Naturprodukte halten? Warum wert er dich gegen das Naturgesetz?
              Das ist doch ein niederer Beweggrund, oder?

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            • Regina sagt

              Bauerhans,
              ich sehe eher zwei Gruppen von Verbrauchern.
              Die einen interessiert gar nicht, was sie essen.
              Die finden – überspitzt gesagt – Nahrungsmittel aus der Tube, die man sich so neben der Arbeit verabreicht eine tolle Entwicklung.
              Die andere Gruppe ist in einem großen Teil sehr gut informiert, was Gift im Essen angeht.
              z.B. daß man eigentlich nicht nur Grenzwerte für bestimmte Pestizide / Herbizide bräuchte, sondern auch mehr Wissen über die Auswirkungen der Wirkstoff-Cocktails, die ja noch mal ganz andere und bislang noch zu wenig untersuchte Folgen haben.

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            • bauerhans sagt

              „Die andere Gruppe ist in einem großen Teil sehr gut informiert, was Gift im Essen angeht.“

              es handelt sich dabei zahlenmäßig um eine sehr kleine gruppe,der es aber gelingt über medien „viel wind“ zu machen.

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  12. Lars Henken sagt

    In den Medien werden Skandale eben oft aufgeblasen. Die Konkurrenz im Medienbereich ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Auflagen sinken und es wird am Personal gespart. Skandale werden daher gern groß aufgezogen, um Auflage zu machen. Dabei ist die Aufregung meist größer als der Sinn für Realität. Erinnern wir uns an den Dioxin-Skandal 2010. Natürlich darf kein Altöl ins Futter gemischt werden und das Handeln war kriminell und an Hand der damaligen Berichterstattung hatte man das Gefühl es würden Massen von verseuchtem Fleisch existieren. Geht man aber ganz unaufgeregt an den Skandal heran und schaut sich die Fakten an, so stellt man fest, dass gerade mal ein einziges Schwein, dass mit dem Futter gefüttert wurde die Grenzwerte für Dioxin überschritten hat. Ja, es stimmt, ein Schwein an einem Schlachthof in Verden überschritt die Grenzwerte, alle anderen Schweine waren noch in der Toleranz.

    Schaut man sich die Studie der GRÜNEN zu Glyphosat in der Muttermilch an, so muss man auch Zweifel an der Berichterstattung äußern. Es wurde bei den Untersuchungen kein Glyphosat gefunden sondern AMPA. AMPA ist ein Abbauprodukt von Glyphosat. Es entsteht aber genauso beim Abbau von Reinigungsmitteln und ähnlichen Stoffen. Der Eingesetze Elisa-Test war ungeeignet, da er für fetthaltige Flüssigkeiten keine Zulassung besitzt. Die Studie wurde nach dem Abklingen der Medienwelle dann auch zurück gezogen, darüber wurde nur nicht berichtet. Die Platzierung war so gewählt, dass vor der Abstimmung keinen andere Meinung mehr veröffentlicht werden konnte. Die ganze Studie war eine Medieninszenierung um eine Abstimmung zu manipulieren. Ähnliches gilt auch für die „Glyphosat-im-Bier“ Studie. Dabei ist es aber noch widersinniger, da man sich über eventuell im Bier vorhandenes AMPA im Bier aufregt, wobei der Alkohol im Bier um ein vielfaches gefährlicher ist. Vor kurzem veröffentlichte der Tierfilmer Andreas Kieling ein Video zum Thema Glyphosat. Diese Video strotzte vor Falschaussagen und der gezeigte Kanister enthielt niemals Glyphosat. Er hat das Video inzwischen von seiner Seite gelöscht und ist in einem weiteren Video deutlich zurück gerudert.

    Bio-Landwirtschaft wird in den Medien dann oft als die Lösung aller Probleme angeboten. Es gab in den letzten 40 Jahren in Deutschland aber nur einen Lebensmittelskandal der direkt Menschenleben gefordert hat. Dabei ging es um EHEC und Bio-Sprossen. Ich habe nichts gegen Bio, ich sehe es aber auch nicht als Alternative an.

    Angesicht dieser Gegebenheit bleibt uns Landwirten nichts anderes über, als immer wieder diese Dinge richtig zu stellen und zu dem zu stehen, was wir tun. Wir werden immer weniger, daher hängt es an jedem einzelnen Präsenz in der Realität und in der Virtuellen Welt zu zeigen. Dabei ist es immer gut, sich Netzwerke aufzubauen und auch andere Berufskollegen auf falsche Darstellungen hinzuweisen. Wir produzieren gute Lebensmittel, darauf können wir stolz sein.

    9+
    • Gepard sagt

      Genau diese Haltung meinte ich in meinem letzten Kommentar. Nüchtern, entspannt, mit Selbstvertrauen und dem Glauben an Selbstwirksamkeit.

      So kann ich die Meinung auch gut akzeptieren, auch wenn ich Bio-Landbau bei Pflanzen für erstrebenswert halte und Tierhaltung möglichst reduziert haben möchte.

      0
  13. Hans-Jürgen Gresch sagt

    Hallo Jasper,
    aus meiner Sicht hast Du für dein Alter einen inhaltlich so praxisbezogenen Beitrag ins Netz
    gestellt der wirklich überzeugen kann.
    Viel Erfolg für Deine weitere Laufbahn in der Landwirtschaft.
    Landwirt Hans-Jürgen

    8+
  14. Gephard sagt

    Es gibt einige Gründe, warum die Menschen gerade bei eurem Beruf so emotional werden. Zum einen suggerieren Skandalmeldungen, dass ihr euren Beruf eben nicht richtig und fachmännisch ausführt. Und zum anderen sind eure Endkunden direkt von eurer Arbeit abhängig, da sie lebensnotwendig ist. Das mit den Skandalmeldungen ist ein mediales Ungleichgewicht, weil man mehr Skandale in den Medien zu sehen bekommt, als funktionierende Landwirtschaft.

    Ein bekanntes Phänomen: Die Häufigkeit der Berichterstattung lässt das Gefühl aufkommen, dass es auch häufiger passiert oder gar die Regel ist. Warum denken viele, die Kriminalität würde steigen? Nicht, weil sie die Statistiken studieren, sondern weil sie sich anhand der Berichterstattung ein eigenes Bild machen und oftmals sehr lokal denken.

    So wie die Wissenschaft ihre Erfolgsmeldungen an die Medien heranträgt, könnte das auch die Landwirtschaft versuchen. Ich meine damit nicht Rekordernten, sondern das, was den Endkunden die Ängste nimmt. Zum Beispiel Reduktion der Pestizidmenge durch neue Technik, neue Stalleinrichtungen für das Tierwohl etc. …

    1+
    • bauerhans sagt

      die allermeisten bauern liefern nicht an endkunden,sondern rohstoffe wie milch,fleisch,zuckerüben,raps und getreide an verarbeiter,die wiederum an weitere verarbeiter liefern und diese sind ausschliesslich für die qualität verantwortlich.

      6+
      • Gepard sagt

        Die Skandale findet man aber eher bei euch Rohstoffproduzenten als bei den Verarbeitern. Siehe Glyphosat, Seuchen, Massentierhaltung … Die Endkunden wissen, dass ihr die Rohstoffe liefert. Das ist es ja. Ob du jetzt die Kartoffeln direkt zum Endkunden lieferst oder diese bei Pfanni vorher noch geschreddert werden ist doch egal. Die Abhängigkeitskette endet bei euch; wenn man sich mal rein auf menschliche Beteiligte konzentriert. Kann Pfanni den Verbraucher nicht satt machen, werden sie schnell von Lieferengpässen oder schlechter Ernte reden und dann sind es die Bauern auf die man schaut.

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        • bauerhans sagt

          „Die Skandale findet man aber eher bei euch Rohstoffproduzenten als bei den Verarbeitern.“

          wenn man die heimlich gedrehten filme der selbst ernannten „sokos“ als skandale sehen will,sind das einzelfälle,die medial gepusht wurden/werden.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Letztes Jahr wurde in Südbaden in einen Putenstall eingebrochen, vermutlich um der Bevölkerung die „Massentierhaltung“ vorzuführen.

          Fazit:

          Durch die entstandene Panik unter den Puten kamen 300 zu Tode, alle anderen mussten Notgeschlachtet werden.

          Diese „Wohltat“ für die Puten war in der Presse nicht zu lesen.

          0
          • Gepard sagt

            Wir drehen uns im Kreis. Dass es Einzelfälle sind, habe ich ja implizit oben geschrieben. Da ihr den Medien solche Meldungen aber nicht verbieten könnt, war mein Vorschlag, einfach mit viel Positivem gegenzusteuern und die Einzelfälle auch medial als Einzelfälle erkennbar zu machen – sprich: ihr macht euch die Mechanismen der öffentlichen Meinungsbildung zunutze. Die Mechanismen laufen übrigens meist unbewusst ab, auch wenn es viele gerne hätten, dass da ein krasser Strippenzieher sitze, den man nur loswerden muss.

            Man kann natürlich schimpfen und die Schuld oder die Verantwortlichkeit bei anderen suchen. Aber bis sich dann was ändert, kann viel Zeit ins Land ziehen. Das ist wie mit Beziehungen, da klappt es auch nicht, den Partner verändern zu wollen. Von einem selbst gewünschte Veränderungen gehen auch IMMER von einem selbst aus; sei es, indem man unbeirrt gutes Vorbild ist. Mit Zwang kann man auch etwas verändern, doch das gibt es immer Widerstand. Er muss schon sehr subtil daher kommen wie bei der strukturellen Gewalt, die die betroffenen ja selten wahrnehmen. Sowas lässt sich nur schwer steuern.

            Deshalb: Macht was für euren Ruf, vertraut darauf, dass es irgendwann Früchte trägt, lasst euch von Rückschlägen nicht entmutigen.

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