Bauer Willi
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Böse Bauern – gefährliche Sprache

Wir sind uns doch alle einig: Bio ist gut, Gentechnik ist schlecht. Bio ist empfehlenswert, Gentechnik gefährlich. Wer hätte daran ernsthafte Zweifel?! Das ist nur ein Beispiel, wie wir alle, durch die Wiederholung der immer gleichen Begriffe, vorgeprägt werden und uns kaum noch trauen, uns dem allgemeinen Mainstream entgegenzusetzen. Offensichtlich ein Ergebnis der Massenmenschhaltung. Was mich daran so aufregt?

Bestimmten Interessensgruppen ist es gelungen, den Wortzusatz Gen negativ zu besetzen. Dabei sind Gene der Ursprung des Lebens. Alle Lebewesen enthalten Gene. Doch wir reagieren reflexartig mit Ablehnung, wenn wir Begriffe wie  Gen-Food, Gen-Pflanzen, Gen-Fleisch oder Gen-Saatgut hören. Details interessieren dann nicht mehr. Sachliche Aufklärung wird sofort als Verteidigung des Bösen interpretiert. Gentechnik ist aber nur dann schlimm, wenn sie grün ist. Gentechnik in der Medizin (rote Gentechnik) ist erlaubt und anerkannt. Weiße, graue und blaue Gentechnik kennt kein Mensch. Aber dazu schreibe ich auch noch mal was…  🙂

 
Manipulation:  Das Wort stammt aus dem Lateinischen (manus, plere) und bedeutet übersetzt „etwas in der Hand haben“.  Er wird heute aber allgemein als unlautere Beeinflussung verstanden. Dabei haben wir Menschen unsere Umwelt seit der Steinzeit ständig manipuliert, zu unserem persönlichen Vorteil verändert. Und um es noch deutlicher zu sagen: Unsere Existenz beruht auf dem ewigen Kampf des Menschen gegen die Natur! Sonst würden wir heute noch in mit Gras gedeckten Hütten im Wald hocken und Beeren sammeln.

 
Was aber gut ist, ist  frei von. Frei von Gluten, Lactose, Cholesterin,  Kalorien und- natürlich –  Gentechnik. Es ist bedauerlich, dass es Menschen gibt, die unter Intoleranzen leiden und es ist ein Segen, dass es dafür spezielle Nahrungsmittel gibt.  Aber kann mir ein Mensch erklären, warum die ständig wachsende Zahl der Produkte, die von irgendetwas frei sind, besser oder gesünder sein sollen? Warum deren Absatz geradezu explodiert? Ich habe manchmal den Eindruck, als würde sich Ernährung zu einer Art Ersatzreligion entwickeln, in der der Glaube eine größere Rolle spielt als die Tatsachen.

 
Noch ein schöner Begriff: verseucht. Unser Grundwasser ist verseucht, unser Boden ist verseucht, ja fast alles ist verseucht. Eine Seuche ist eine ansteckende Infektionskrankheit. Was soll also dieser Begriff bei Wasser, Boden oder Luft? Hier geht es doch nur darum, in den Köpfen der Leser Bilder zu erzeugen, die Angst machen.
Aber zum Glück gibt es ja Experten: Von der Definition her sind dies Menschen, die „langjährig auf einem Fachgebiet gearbeitet, sich so einen großen Überblick verschafft und wissenschaftliche Ergebnisse veröffentlicht haben“.  Wer sich öffentlich über Lebensmittel äußert und Soziologie, Politologie oder Theologie studiert hat, ist definitiv kein Experte. Jedenfalls nicht in Bezug auf Lebensmittel. Und laut Wikipedia. „handelt es sich bei den Tierrechtlern vorwiegend um Philosophen und nicht Juristen“. Welche „Gesetze“ sie anwenden und wer die Verbrecher sind, bestimmen sie allein.  Meist sind es wir Landwirte.

 
Dass Bio nicht immer gut ist zeigt der Begriff der  Bioenergie. Vor nicht einmal 10 Jahren als die Rettung der Menschheit beschworen, ist es jetzt des Teufels. Neue Schlagworte machen die Runde und erklären, warum die Konkurrenz um Teller, Trog und Tank kritisch zu sehen ist und agrarische Rohstoffe möglichst nur auf dem Teller landen sollten. Wenn man schon die drei „T“ nennt, gehört das vierte „T“ auch noch dazu: Die Tonne, die Abfalltonne. Denn wir Landwirte produzieren auch das, was weggeworfen wird. Wenn es um die Verunglimpfung der Bioenergie geht, werden auch neue Begriffe erfunden: die Vermaisung der Landschaft, verantwortlich für „massenhaftes Artensterben“.  Die gleichen Leute, die die Entwicklung der Bioenergie einst politisch befürwortet und gefördert haben, wollen heute nichts mehr davon wissen.

 
Ökologie ist die „Lehre vom Haushalt“ (griechisch) und ist ursprünglich ein Teilgebiet der Biologie, „welche die Beziehungen der Lebewesen untereinander und mit ihrer unbelebten Umwelt erforscht“. Der Begriff wurde 1866 von Ernst Haeckel (Zoologe und Philosoph) geprägt, der die Abstammungslehre von Charles Darwin weiter ausbaute. Heute wird dieser wissenschaftliche Begriff bzw. die Kurzform Öko sehr einseitig interpretiert. Wer aber kennt die Beziehungen der Lebewesen untereinander und mit ihrer Umwelt besser als der Landwirt? Und zwar jeder Landwirt!

 
Und dann haben wir ja noch die Schützer! Tierschützer, Umweltschützer, Artenschützer. Deren Geschäftsmodell besteht oft darin, mit dem bisher genannten  Vokabular Angst zu machen. Sie rufen zu Aktionen auf und lassen eine Petition nach der anderen los.  Und sammeln erfolgreich Spenden. Dazu das Zitat eine Journalisten:

„NGO genießen bei uns Journalisten in vielen Fällen ein beinahe grenzenloses Vertrauen. Greenpeace, der BUND, der NABU, Attac, PeTA oder wie sie sonst alle heißen, haben extrem kurze Drähte zu den Medien. Sie retten die Welt, die Tiere, die Umwelt, beschützen uns vor den finsteren Machenschaften der Kapitalisten und haben selbstverständlich nie eigene Interessen, die es zu hinterfragen gelten könnte.“

Warum ich das schreibe? Weil wir Landwirte diesem Bombardement der Schlagworte jeden Tag ausgesetzt sind. Uns ständig die in Stein gemeißelten Vorurteile anhören müssen. In den Medien überwiegend negativ erwähnt werden, ohne dass man uns selbst zu Wort kommen läßt. Wir versuchen aufzuklären, versuchen zu erklären aber niemand will es hören. Und dann habe ich festgestellt, dass ich damit nicht allein bin, weil ich folgenden Satz gefunden habe:

„Der Präsident der Royal Society, Biochemiker und Nobelpreisträger 2001, Paul Nurse, hat die politische Rede gegen unpopuläres Wissen kürzlich als einen Mangel an Führungsstärke bezeichnet. Es ist mehr:  es ist die Feigheit vor den Fakten und die Kapitulation vor der Demagogie. Eine Bankrotterklärung der Aufgeklärten.“

Danke Sir Paul Nurse.
Ich wollte euch das nur mal aus einer anderen Perspektive zeigen. Ganz wertfrei, ohne Ideologie,  nur zum Nachdenken… (auch wenn ich dafür keinen Literaturpreis bekomme)

Euer Bauer Willi
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52 Kommentare

  1. Steffen Weihe sagt

    Lieber Bauer Willi,
    Die Sache mit den T’s treibt auch mich seit geraumer Zeit um. Vor allem die Diskussion um Teller oder Tank, die auch von den Kirchen sehr emotional geführt wurde.
    Ist es nun besser Bio oder gar keine Tellergerichte ( und somit Brache oder extensiv) zu produzieren, statt in den Tank? Warum gestatten wir uns, in einer der fruchtbarsten Regionen der Welt den Luxus Bio oder eben gar nichts zu produzieren? Und das mit dem Segen der Kirche?
    Und wie verhält es sich mit den von der Kirche beschworenen bäuerlichen Familienbetrieben und der angestrebten Diversifizierung – wenn diese dann ihre seit Jahren gepachteten Kirchenländereien zukünftig über Kirchenlandversteigerungen höchstbietend ersteigern dürfen? – Kirche als Preistreiber für Ackerland?

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Steffen, ich produziere Weizen, Raps und Zuckerrüben. Ob meine Produkte auf dem Teller, im Trog, im Tank oder in der Tonne landen, entscheidet der Käufer. Bei der Tonne ist halt bei uns im Preis mit drin, denn der Supermarkt kalkuliert das mit ein. Die Kirchen sehen sich selbst als moralische Instanz. Das machen gewisse politische Parteien auch. Das gehört zu deren Geschäftsmodell: Moralisch anklagen ohne Lösungsvorschläge zu machen, die tatsächlich für bäuerliche Familienbetriebe eine Perspektive bieten und gleichzeitig die Nahrung für eine wachsende Weltbevölkerung produziert. Trotzdem beten wir in unserer Familie immer noch vor dem Essen.
      Bauer Willi

      1+
  2. auch ich fühle mich durch die negative Berichterstattung über die Gen-Technik manipuliert. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Mehrheit der Ablehner der Gen-Technik wirklich weiß, warum sie dagegen ist. Die angeblichen Risiken sind suggeriert.

    Ingeborg

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    • Rufer aus der Wüste sagt

      Warum soll ich mir die Nebenwirkungen der Gentechnik einreden? Wenn ich mir eine Dokumentation ueber etwas anschaue, dann kann man es auf den Pruefstand stellen ob etwas daran ist.
      Was dieser Bergstedt sagt gibt mir aber schon sehr zu bedenken und das ist die Verbindung zwischen Politik, Forschung und Industrie. Wie soll man da auf eine unabhaengige Studie kommen?
      Und wenn mal einer kommt mit einer unabhaengigen Studie und die ist nicht in der richtigen politischen Richtung. Dann wird der abgesaegt, ganz schnell. Und alles immer schoen im Rahmen der Gesetze.
      Man liest hier das die Politik keine Loesung fuer Veraenderung ist. Wer hat denn die Macht Gesetze zu aendern? Die Industrie oder die Verbraucher?
      Die Poltik hat die Macht etwas zu veraendern. Nur wenn den Verbraucher alles nichts interessiert ausser billig Schweinshaxen essen, ja dann hat die Politik leichtes Spiel und kann machen was sie will. Und das tun sie ja. Man sieht es an den Gesetzen die beschlossen werden.
      Und der deutsche Michl schlaeft immer schoen weiter und hat keine Lust aufzuwachen. Anstatt das er auf die Strassen gehen wuerde. Aber nichts, der wacht nicht auf.
      Bis es irgendwann zu spaet ist. Und dann fragt man sich wie das hat kommen koennen.

      Irgendjemand von den Kommentaren sagte etwas wegen den Renten sind sicher.
      Dann Atomkraft ist sicher.
      Euro, nichts ist so gekommen wie die Politiker einem es versprochen haben. Im Gegenteil, ihre eigenen Gesetze brechen sie und es interessiert niemand.
      Und nun soll ich den Schreibtischtaetern etwas ueber die Gentechnik glauben? Glaubt ihr nur weiter. Irgendwann sollte man keinem Luegner mehr glauben und ihn aus dem Amt jagen und ihn nicht mit einem Aufsichtsratposten belohnen.

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  3. Reinhard sagt

    Hallo Willi,
    Heute hast Du ja ein richtig heises Pflaster aufgemacht und siehst an den Reaktionen auch, das die Trennung zwischen persönlicher Betroffenheit und „rhetorischer Detailtreue“ nicht funktioniert. Eigentlich Schade, das wir uns wieder in Ansichtskämpfen oder rechtfertigungen verlieren. Jedoch gehört zu den Worten auch noch die jeweilige unpersönliche Form: Wasserschutz mit einer Stellungnahme des Landesamtes für Umwelt oder durch den Wasserversorger ist eine ebenfalls durch Eigeninteresse geprägt Aussage. Hatten wir diese Woche in Bayern, stundenlange im Radio und Fernsehen und nur mit dem Hintergrundthema Nitrat durch die Landwirtschaft. Vergessen wurde die unbequeme Wahrheit, nämlich das wir schon 30 % weniger Tiere haben seit 1990, das Grünlandumbruch Klimagase und Nitrateinträge freisetzt und ohne Nutzung in der Tierhaltung weitere Einträge nicht zu verhindern sind. Mit dem Hintergrund der steigenden Kosten für die Wasseraufbereitung kann keine Diskussion mehr emotionslos geführt werden. Die undichten Kanallisationen sind keine Thema, Tierkot aus Haustieren entlang von Strassen und Gewässern darf nicht angesprochen werden und das Betreten der Fläche ist nötig, weil der Hund alleine ja nicht mehr heimfindet?
    Derzeit sehe ich es vor allem als problematisch an, das die Emotionalisierung der Verwaltungsbehörden zu Befugnismissbrauch führt, aber niemend mehr für sein Tun haften muss (… wenn er verwaltet).
    Ich denke Landwirtschaft ist einfach auch für viele Landwirte schwierig, eine Verwaltung und ein Schützer kann nur eindimensional denken, das ist bei einer so vielschichtigen Tätigkeit allerdings nicht Ziel und führt zu viel Unfug.
    Einen kleinen Tip kann ich Dir noch geben:
    Einer der sehr vielschichtig Denken kann ist Hubert Weiger. Zweifelt das nicht an!
    Wenn man ihn einmal auf einer Veranstaltung für Landwirte und einmal in einem Vortrag vor potentiellen Spendern erlebt hat, der hat verstandenden wie vielschichtig man alles sehen kann.

    Reinhard

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Reinhard
      das was Du als erstes beschreibst ist mir nicht neu. Persönliche Verleumdungen kommen noch dazu. Sehe dir dazu mal die Kommentare zu meinem Text auf topagrar an. Die wildesten Kommentare wurden jedoch bereits gesperrt. Musst Du aber bald machen, sonst ist der Artikel nach unten gerutscht.
      Was das mehrschichtige Denken angeht, so bemühen wir uns weiter. Und es kommen noch ein paar Aufreger-Themen durch die Bauer-Willi-Brille. 🙂
      Hubert Weiger sagt mir nichts. Kannst Du mich aufklären?
      Bauer Willi

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      • Andreas H. sagt

        Hallo Willi, wenn Du den nicht kennst, hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Hubert_Weiger
        Das einer unter vielen sehr gefährlichen Menschen. Der verdient sein Geld nicht mit Drogenhandel oder Zuhälterei, aber er schürt Ängste und sein Verein lebt davon. In allen drei Bereichen wird Schaden Dritter in Kauf genommen.

        Schlimm ist ja, dass es sicher Umweltprobleme an der einen oder anderen Stelle in verschiedensten Lebensbereichen gibt. Aber Umweltverbände prangern an, wo es die höchste Spendenbereitschaft mobilisiert und nicht dort wo es ökologisch sinnvoll wäre. Noch mal, ein gefährlicher Mensch!!!

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  4. Andreas H. sagt

    Ich weiß nicht ob man sich als Landwirt in eine Diskussion um „grüner Gentechnik“ verwickeln lassen soll? Wenn ich Willi richtig verstanden habe, geht es doch allgemein um Begrifflichkeiten und Sprache die sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat. Und dies jede sachliche Diskussion verhindert.

    Ich habe keine Angst vor der grünen oder sonstigen Gentechnik. Habe aber auch zu wenig Hintergrundwissen. Grausam finde ich die Diskussion auf top agrar. Ganz speziell Detmar K.
    Man kann über den Bauernverband viel denken. Es sollte nur nicht zur Phobie werden.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Andreas,
      ja, es geht in diesem Beitrag überhaupt nicht um Gentechnik, sondern wir legen den Finger hinein in die Wunde stigmatisiernder Rhetorik.
      Unser Ziel ist es die Mächtigkeit der Sprache bewusst zu machen.
      Wie das wirkt, das sehen wir auf topagrar.
      „Getroffene Hunde jaulen“ sage ich da nur.
      Uns Landwirte bringt eine polemische Sprache nicht weiter, sondern sie isoliert uns nur noch mehr.
      Wir (Willi und ich) wir wollen Verbraucher und Landwirte zusammenbringen.
      Es ist wie Krisenkommunikation:
      Erst wenn man sich alles sagen kann, kann man Lösungen formulieren, diskutieren und finden.

      Herzliche Grüße aus dem Allgäu
      Alois

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      • Andreas H. sagt

        Zitat: „“Getroffene Hunde jaulen” sage ich da nur.“

        Wohl wahr, wohl wahr. Aber warum fühlt man sich getroffen????

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          weil sie diese Rhetorik anwenden.
          Sie fühlen sich ertappt.

          Da die Argumente fehlen, greift man die Personen an.
          Kann man auch im TV sehen, bei Anwaltstorys. Wenn ein Zeuge unbequem wird, dann wird versucht die Integrität der Person anzuzweifeln.

          Jeder kocht hier nur mit Wasser.
          Alois

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      • JosefHo sagt

        Hallo Alois, hallo Willi,
        ich würde es auch sehr begrüßen, wenn ihr hier keine Diskussion vom Zauch brecht ob Gentechnik gut oder schlecht ist.
        transgen und gen-ethisches Netzwerk machen das schon lange und das reicht völlig aus.

        Was die „böse Sprache“ angeht möchte ich aber auch dazusagen, dass dieses auch in eine völlig andere Richtung gehen kann.

        Zum Beispiel wir eine oppunierende Meinung zur liberalen Marktortnung gerne als „ideologisch“ negativ abgetan.
        Auch das Medium Top Agrar und weitere, bezeichnen eine nicht DBV konforme Haltung gerne mit „Idealismus“, „Ideologie“ , diese wird negativ verwendet und soll, dem Kontext zu entnehmen, so eine Art weltfremde Ahnungslosigkeit beschreiben.

        Ideale können sehr vielfältig sein, jemanden aufgrund seines Vorhandenseins von Idealen, sprachlich schon zu diffamieren ist ebenfalls eine fragwürdige Methode.

        Ich beispielsweise, bin sehr froh darüber Ideale zu haben, wie sehr diese in Stein gemeißelt sind, sich diese durch Argumente von außen beeinflusst lassen, ist etwas anderes.

        schöne Grüße,

        JosefHo

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Hallo Josef,
          es war und ist auch nicht von uns gewollt eine Diskussion „pro Gentechnik“ hier anzufangen. Sondern die Macht der Sprache aufzuzeigen. Und die von Willi benannten Beispiele wirken nachhaltig auf uns Landwirte.
          Die „böse Sprache“ finden wir aber überall.
          Wir möchten auf das Wesentliche hinweisen, es bewusst machen.
          Jeder hat seine Ideale, schon das römische Recht kannt das indem es formulierte: Jedem das Seine
          Ich selbst bin Bio-Bauer und brauche die Gentechnik nicht. Aber das gibt mir nicht das Recht jemanden zu Verurteilen, der dafür ist.

          Ich verweise nochmals auf unsere Ziele (von Willi und mir)
          Erst wenn man sich alles sagen kann, kann man Lösungen formulieren, diskutieren und finden.

          Alois

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  5. Schweinebauer Piet sagt

    Ein freundliches und hoffentlich klärendes Hallo in die Runde.

    Die Frage ob wir Gentechnik brauchen, beantworte ich gleich mal mit ja. Als Gründe nenne ich 3:

    1. Der Goldene Reis ist gentechnisch veränderter Reis, der in Asien Menschen mit Vitamin A versorgt. Hier herrscht häufig ein Mangel und Menschen leiden an Augenerkrankungen oder erblinden. Der Nachbau für den Eigengebrauch ist erlaubt und Kleinbauern erhalten das Saatgut umsonst.

    2. Züchtung trockentoleranter Getreidesorten.

    3. Züchtung von Getreidsorten, die nicht so anfällig gegenüber Pizkrankheiten sind.

    Details und mehr Beispiele findet man unter http://www.transgen.de

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    • Anja W sagt

      Und was ist mit den Resistenzen, die bei „Unkräutern“ (besser: Ackerbegleitflora) und Insekten auf Feldern/in Gegenden auftreten, wo gentechnisch veränderte Pflanzen (Soja, Mais) angebaut werden? Da wirken dann die Pflanzenschutzmittel nicht mehr. Wir machen uns hier ’nen Kopf um Wechsel von Wirkstoffen und -mechanismen bei der Anwendung von PSM, aber sobald GVOs mit entsprechender Ausrichtung angebaut werden, spielt das keine Rolle mehr?
      Und das gehört auch zur grünen Gentechnik. Deshalb sollte man vielleicht nicht so schnell mit „Ja“ antworten, wenn es um ihre Notwendigkeit geht…
      Ich finde: Unser Menschenvolk hat heute schon so viel Wissen und sollte endlich mal anfangen aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Heißt: Solange noch (nachgewiesene) Zweifel bestehen, sollte man doch (wenn überhaupt) erstmal nur bei der Forschung bleiben. Aber dafür ist es mittlerweile zu spät…
      Würden die weltweiten Märkte nur anders organisiert werden, möglicherweise heißt das auch weniger globaler Handel, müsste nicht zwangsweise eine Hungerkatatstrophe (schlimmer als die jetzige) auftreten. Im Grunde gibt es doch genug zu Essen (sonst würde bei uns nicht so viel weggeworfen werden) – es muss nur besser verteilt werden. Aber darum müssen sich endlich mal Fachleute, die im Sinne der Menschen handeln, kümmern.

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      • Bauer Willi sagt

        Hallo Anja
        ich weiß, was Du meinst, vielleicht liest Du auch mal den Artikel zur Gentechnik. Warum darf rote Gentechnik, was grüne Gentechnik nicht darf. Alle drei angeführten Beispiele von Bauer Piet sind doch schlüssig. Darfst Du oder ich den Menschen, die unter Vitaminmangel leiden, diese Möglichkeit verbauen. Ja, wir sind satt, wir werfen zu viel weg. Wir in Deutschland und Europa. Wir in Deutschland profitieren vom weltweiten Handel und Du, ob Du es nun willst oder nicht, auch. Und jetzt mache bitte mal einen konkreten Vorschlag, wie bessere Verteilung organisiert werden kann. Die Reste unseres Wohlstandes in Afrika zu entsorgen kann es ja wohl auch nicht sein, oder
        Bauer Willi

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  6. newcomer sagt

    Es spielt keine Rolle, ob in anderen Bereichen der Gentechnik geforscht wird oder nicht. Natürlich kann die grüne Gentechnik große Gefahren bergen, um diese aber aufzudecken, zu beheben und vielleicht sogar einen nachhaltigen Nutzen aus der Gentechnik gewinnen zu können, muss auf diesem Gebiet geforscht werden. Unsere Gesellschaft kommt nicht weiter, wenn wir uns nur vor Herausforderungungen und neuen Möglichkeiten verstecken. andere Staaten sind in der Entwicklung viel weiter und wenn du großflächige Einsatz der Gentechnik kommen sollte haben wir das nachsehen, keinen wirtschaftlichen Nutzen und auch die Chance auf eine Verbesserung der Technik verspielt.
    es ist offensichtlich das wir unsere nahrungsmittelversorgung zumindest leicht anpassen müssen, die Weltbevölkerung steigt immer weiter an und die flächen sind begrenzt. Wer hier noch die Zukunft im Bio Anbau sieht scheint konsequent zu ignorieren das hier im Vergleich zur traditionellen Landwirtschaft 30-40 % der Erträge ausbleiben. Ich denke wir müssen einen Mittelweg finden, bei dem wir sparsam mit Pflanzenschutzmitteln und Dünger umgehen wie es sinnvoll ist und unsere Produktivität auszubauen und aufrecht zu erhalten. Das diese Entwicklung schon jetzt teilweise umgesetzt wird (zum beispiel im precision farming) wird von „Umweltexperten“ konsequent ignoriert und verleugnet.

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    • JosefHo sagt

      Hallo Newcomer,
      der großflächige Nutzen ist doch schon da, wenn sie sich Lateinamerika und die USA, bzw Kanada ansehen.

      Sind sie sich da sicher, dass die Bauern, die Bio Landbau befürworten sich alle in der konsequenten Ignoranz was die Erträge anbelangt gleichen?
      Nur mal ein Beispiel: in der Vergangenen Kartoffelsaison sind über 100 000Tonnen konventionelle Kartoffeln, vermarktungsfähige Ware, in die Biogasanlage entsorgt worden, obwohl ihr Anbau eigentlich nicht dafür vorhergesehen war.

      Vermarktungsfähige Biokartoffeln wurden nicht entsorgt.

      Der Welthunger spielt in dieser Situation auch eher keine, oder eine untergeortnete Rolle.
      Wenn sie Erträge vergleichen, haben sie recht, dass viele Biobetriebe weniger Ernten, wobei es natürlich auch sehr stark von der jeweiligen Kultur abhängig ist.
      Allerdings muss man dann auch so fair sein, und die Nitratwerte, Lachgasemissionswerte und die Veränderung der Flurfauna mit einbeziehen.
      Ist das alles nix wert? Wie soll man es beziffern? Kommen evtl. Folgekosten auf uns zu, wenn wir zB. die Nitratwerte nicht reduzieren.
      Wenn es ums vermeiden des konsequenten Ignorieren geht müssen wir diese Dinge mit einbeziehen.

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      • newcomer sagt

        trotzdem besteht aber für Deutschland ja die Möglichkeit an der Forschung und Entwicklung mitzuarbeiten und so auch bessere Lösungen zu finden.
        das Überproduktionen und nicht konkurrenzfähige Produkte anderweitig versorgt werden müssen ist ein natürlich in der offenen Marktwirtschaft. trotzdem ist das natürlich ärgerlich und sollte vermieden werden. das Angebot am Bio ware ist nun mal viel kleiner und da viele Verbraucher dem Bio hype folgen ist hier die Abnahme in diesem fall garantiert. das sagt dann aber trotzdem nicht aus das Bio Produkte besser oder sinnvoller sind. außerdem sollte man bedenken, dass vor allem bei nicht-industrie-ware die aussortierungsquote bei Bio Produkten noch höher ist als bei konventionellen.
        auch in der nicht-bio-Landwirtschaft (ich versuche mal ein bisschen die dank Politik, Medien und Umweltschutz extrem negativ behafteten begriffe zu umgehen) ist man um eine immer geringere schadstoffabsonderung bemüht und erreicht diese durch neue Techniken und Verordnungen auch.
        was viele Bio Betriebe bei der Produktivität anfangs noch rettet ist die gute bodenqualitat aus der traditionellen Bewirtschaftung.
        nicht zuletzt deswegen denke ich auch das man langfristig auf dem Mittelweg der wirtschaftungsformen landen wird

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        • JosefHo sagt

          Hallo newcomer,
          estmal vorweg, sie sollen das bitte nicht als Angriff verstehen, sondern nur als eventuellen Fingerzeig aus einer anderen Perspektive.

          Aber bitte, man muss auch verstehen dass man mit solchen Aussagen wie ihre gerade:
          „was viele Bio Betriebe bei der Produktivität anfangs noch rettet ist die gute bodenqualitat aus der traditionellen Bewirtschaftung.“

          dass Bio Bauern, sich irgendwann auch angegriffen oder unverstanden fühlen.

          Was ist die Bodenqualität? wieso ist sie vorher gut und nacher schlecht?
          wovor müssen sie gerettet werden?
          Mal ehrlich, das führt doch zu nichts.

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    • Matthias W. sagt

      hallo,
      ob „precision farming“ oder „naturnaher Anbau“ oder „intergrierter Landbau“ – alles Schlagworte!
      So fing das in USA auch mal an. Inzwischen sind wir bei GMO (genetisch veränderten)-Mais und Soja-Sorten gelandet. Die Konsequenz: Überproduktion, keine Abnahme der angebauten Mengen für vertretbare Preise – aber mit genetisch veränderten Sorten zugunsten der Großkonzerne…Was für ein Fortschritt!! (Ironie läßt grüßen)…

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      • newcomer sagt

        precision farming hat in keiner Weise etwas mit gen Produkten zu tun. es stellt eine Möglichkeit da die Produktivität zu steigern und die umweltbelastung zu minimieren. Ich habe nicht gesagt das die Gentechnik momentan angewandt werden soll und sinnvoll ist. auch ich sehe hier große gefahren, allerdings kann es sich ein Land wie Deutschland nicht leisten einfach keine forschung für die Zukunft zu betreiben. man kann es vielleicht ein bisschen mit einer Brennstoffzelle vergleichen. die Technik war nicht ausgereift und gefährlich und trotzdem hat man die Vorschub vorangetrieben.

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  7. Matthias W. sagt

    Hallo Willi,
    neue Anregungen mit heißen Worten (smile)!
    Nur am Rande: politische Aktivisten haben immer schon mit Meinungsdeutungen und Wortschöpfungen beeindruckt und polarisiert.
    Bestes Beispiel: PESTIZIDE wird in Deutschland durch langjährige Formulierungen von NGO/Linken mit Gift und Pestilenz gleich gesetzt. Im Englischen steht es für das nüchterne Pflanzenschutzmittel…

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    • Matthias W. sagt

      noch ne Ergänzung: in der Landwirtschaft wird oft von UNKRAUT gesprochen.
      Abgesehen davon, dass solche Pflanzen standorterfahren sind, dienen sie ja auch nicht selten der Gesundheit: Brennnessel, Ackerschachtelhalm, usw.
      Wäre vielleicht besser, von auf dem Acker „unerwünschten“ Pflanzen zu sprechen…?

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  8. Rufer aus der Wüste sagt

    Hier etwas ueber Seilschaften zwischen Behörden, Forschung und Gentechnikkonzernen.
    Sollte nur die Haelfte stimmen was der sagt, dann ist das die Haelfte zuviel.

    https://www.youtube.com/watch?v=5n8mqVJzAKA

    Anschauen und nachdenken und wieder kommt in mir die Frage auf was denn die Gentechnik in der Landwirtschaft bringen soll. Positives fuer den Verbraucher bringt sie nicht.

    Das es auch anderst geht zeigen und die BIO Bauern und wie Franz es schon gesagt hat. Man sollte mit der Natur arbeiten und nicht gegen sie. Denn wenn man gegen die Natur arbeitet, dann kann man nur verlieren.

    Wo ist eigentlich die Verbindung zwischen dem Verbraucherbrief und der Werbung fuer die Gentechnik?
    Was kommt als naechstes? Das dieses Freihnadelsabkommen nur positives fuer den deutschen und europaeischen Verbraucher bringt?

    Warum gibt es eigentlich GVO Versuchsfelder? Ist der Anbau in Deutschland nicht verboten?
    Und wenn man die Absicherungen oder Sicherheistvorkehrungen sieht in dem Youtube Video sieht, dann kann man nur mit dem Kopf schuetteln wie das gehandhabt wird.
    Man koennte meinen die wollen das die Umgebung mit den genveraenderten Pollen verunreinigt wird.

    Wie hat denn der britische Kartoffelforscher geheissen den man von heute auf morgen gefeuert hat weil er etwas herausgefunden hat was der Politik nicht gepasst hat?

    Politiker handeln zum Wohle von Konzernen, nicht zum Wohle der Buerger.

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    • Bauer Willi sagt

      Ich habe mir das Video angesehen, aber nicht in voller Länge von 1 Stunde. Es beantwortet mir aber nicht die Frage, warum rote Gentechnik selbstverständlich akzeptiert wird, grüne dagegen nicht. Die wesentliche Aussage des Videos ist, nach meiner Auffassung, dass unser demokratisches System in sich korrupt ist (sein soll). Und noch einmal: „wir reagieren bei bestimmten Begriffen reflexartig mit Ablehnung“. Und nochmal: „sachliche Aufklärung wird sofort mit der Verteidigung des Bösen verstanden“. Und nochmal: „niemand traut sich mehr, dem allgemeinen Mainstream etwas entgegenzusetzen“. Das ist meine Aussage.
      Bauer Willi

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Wir machen hier keine Werbung für Gentechnik.
      Wir trauen uns nur darüber zu diskutieren.

      Alois

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    • Jochen Böhrer sagt

      Bergstedt ist nicht unbedingt ein Quell von Seriösität. Außerdem ist der Film von 2011..seit 2013 gibt es keinen Versuchsanbau mehr in Deutschland. Ich kenne keinen englischen Kartoffelforscher, der aus den von IHNEN genannten Gründen hinausgeworfen wurde. Ich kenn nur den Herrn Pusztai, dem gekündigt wurde, weil er die Ergebnisse universitärer Forschungen an die Medien verkauft hatte. http://www.transgen.de/archiv/336.doku.html

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      • Rufer aus der Wüste sagt

        Es sollte mehr Leute wie den Bergstedt geben, die den Mut aufbringen sollche Dinge an das Tageslicht zu bringen.
        Und ueber den Pusztai habe ich auch etwas anderes gelesen. Aber wohl nicht das er seine Ergebnisse an die Medien verkauft hat. So kann man es auch sagen um ihn abzuschiessen.

        Und der Willi meinte das der Film die Politik nur in ein korruptes LIcht rueckt.
        Ich sag dazu: Natuerlich ist 99% der Politiker korrupt. Der Fall Edathy hat es doch wieder gezeigt. Fuer 5000 Euro kann man sich von Kinderpornobilder freikaufen. Und so etwas war Vorsitzender vom NSU Ausschuss.
        Die Bauern hier koennen mal einen Versuch machen und auf frischen Schnee Guelle ausbringen. Wie gross dann die Strafe ist. Oder ein Kalb ohne amtliche Beschau schlachten. Ob man mit 5000 Euro davon kommt? Oder ihr Guelletagebuch nicht fuehren.
        Hoert mir doch auf mit den Politikern. Wann hat es denn das letze Mal ein Gesetz gegeben das eine Erleichterung fuer den Verbraucher gebracht hat. Im Gegenteil, gerade die Tage gelesen das das die Haelfte der Rentner mit 700 Euro Rente auskommen muessen. Kann man das glauben?
        Wo sollen die einkaufen wenn die Miete von den 700 Euro noch abgehen? Wahnsinn kann man da nur sagen.

        Ich hab die Frage schon einmal gestellt:
        Was soll die Gentechnik in der Landwirtschaft bringen? Das ich 5 Kw/h noch mehr aus der Biogasanlage herausbringe?
        Die Leute sollen nicht soviel Lebensmittel wegschmeissen dann braucht man auch nicht soviel produzieren.
        Bewusster Einkaufen. Mit der Natuer arbeiten anstatt gegen sie. Das ist die Loesung.

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        • JosefHo sagt

          Hallo Rufer aus der Wüste,

          kleiner Exkurs: „das Edathy-Urteil ist das im Moment in der judikatur angewandte Strafmaß, schlussaus, ich hätte bei jeder deutlich höheren Strafe die Seriösität unseres Rechtsstaates angezweifelt, die meisten Bürger auf der Straße hätte ihn am liebsten über Jahre hinweg weggesperrt, gut das das Gericht sich dort weniger, als von Experten befürchtet, hat beeinflussen lassen. Die bürgerliche Existenz dieses Herrn ist sowieso vernichtet.

          Warum ich das so sage? Es ist eine nüchterne Betrachtungsweise eines emotional hoch aufgeladenen Themas.
          Man kann es mit dem Dialog über die Gentechnik vergleichen.

          Glauben sie mir, ich bin weder Pädophil, noch kenne ich irgendjemanden der es ist.
          Aber ich unterliege nicht dem allgemeinen Irrglauben, das nur ein Kind geschützt wird, indem man mit dem Knüppel auf alles, was ansatzweise mit Pädophilie zu tun hat, eindrischt.
          Niemand ist freiwillig Pädophil, diesen Leuten muss endlich die Angst genommen werden sich gegenüber speziellen Hilfeorganisationen zu bekennen und aktiv ihre Neigung gesellschaftskonform zu kontrollieren. Damit sie ein auskömmliches Leben haben und die Kinder geschützt sind.

          Eine unpopuläre Meinung habe ich da.

          Und da sind wir auch wieder bei der grünen Gentechnik, ich habe mich vor vielen Jahren versucht dem Thema vollkommen unvoreingenommen zu nähern, ich habe mir unpopuläres Wissen angehört und auch die Parolen der NGO´s (die damals noch nicht so hießen) versucht zu hinterfragen, mit pro- und kontra-Professoren gesprochen, und dann irgendwann eine Meinung gebildet.
          Ich halte den Nutzen der grünen Gentechnik im Moment, und in näherer Zukunft für zu wenig Notwendig im Vergleich zu den verbundenen Risiken.
          Viele sehen das auch so, haben aber meiner Meinung nach sehr viel weniger Kenntnis als ich, ich verurteile sie dafür aber nicht.
          Ich möchte nur, dass die Leute ehrlich zueinander sind, wer sich als großer Welternährer hinstellt aber ausschließlich das Konzernergebnis verbessern will, ist das nicht, da sind wir beide ja einer Meinung.

          Gruß
          Josef

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          @Rufer …Natuerlich ist 99% der Politiker korrupt…
          Wenn das Deine Meinung ist, warum soll es dann grad die Politik richten?

          Alois

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          • Rufer aus der Wüste sagt

            Damit sich manche einmal ueber ihr Wahlverhalten Gedanken machen. Die grossen Parteien koennen machen was sie wollen, die werden immer und immer wieder gewaehlt. Wie wenn es keine Alternativen gibt.
            Gibt es auch nicht weil die Medien ihnen gar keinen Flaeche zur Werbung bieten. Und nun kommt ein Bauer daher und schreibt einen Brief an die Verbraucher und kommt darauf gleich im Fernsehen.
            Ich bin ja gespannt was das hier noch werden soll.
            Bis jetzt schaut es fuer mich aus das es eine Werbeflaeche fuer die Gentechnik sind wird.
            Meine Frage wurde immer noch nicht beantwortet, was die Gentechnikbefuerworter sich vom Einsatz der Gentechnik in Deutschland erwarten.

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      • Rufer aus der Wüste sagt

        Nachtrag zum Dr. Árpád Pusztai

        Hier wird das Thema ein wenig genauer behandelt

        http://www.denkmal-film.com/cms/index.php?page=protagonisten-3

        Ich hatte den Link schon an anderer Stelle geschrieben.

        Wie konnte es sein, dass ein normalerweise völlig harmloser Stoff plötzlich solche Schäden anrichtet – noch dazu teilweise schon nach nur zehn Tagen Verfütterung? Das wusste der britisch-ungarische Wissenschaftler zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Aber er wusste, dass er die Bevölkerung schnell warnen musste. Sein Chef, Institutsdirektor Philip James, erlaubte dies und so sagte Pusztai am 10. August 1998 in der britischen Fernsehsendung World in Action zum Thema Gentechnik-Nahrung: „Wenn ich die Wahl hätte, würde ich sie sicher nicht essen.“ Und: „Als ein in diesem Bereich aktiver Wissenschaftler finde ich es sehr sehr unfair, unsere Mitmenschen als Versuchskaninchen zu missbrauchen.“

        Als wenn hier jemand Genzeugs anbauen will, dann soll er. Aber soll doch bitte sein Zeug auch selber essen und schauen das nicht die ganze Umgebung damit kontaminiert wird.
        Die ganzen Artikel drehen sich jetzt nur noch um das Genzeug. War das der Grund fuer den Blog?

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  9. Peter sagt

    Ich kann eh nicht verstehen, wie man auf die Idee gekommen ist, „Bio“ als Qualitätsmerkmal anzusehen… Viele Menschen verstehen einfach nicht was „Bio“ eigentlich ist.

    Ich hatte z.B. mal eine Unterhaltung zum Thema Kartoffeln. Auf meine Bemerkung, dass Kartoffelschalen nicht unbedingt zum Verzehr geeignet sind, grüne Stellen unbedingt weggeschnitten werden sollten und die richtige Lagerung ziemlich wichtig sei – besonders wenn man kleine Kinder hat, bekam ich folgende Antwort:
    „Ich kauf nur Bio-Kartoffeln. Da muss ich mir keine Sorgen machen, die sind nicht giftig – und meine Kinder mögen die selbstgemachten Wedges so gern.“

    Dass die Sorten im Bio-Anbau resistenter sein müssen als die im konventionellen Anbau, mehr eigenen Schutz vor Fressfeinen aufbauen und deswegen noch giftiger sind, hat mein Gegenüber nicht wirklich verstehen wollen.

    Wasser:
    Unser Dörfchen ist beim Thema Trinkwasser Selbstversorger. Abgesehen davon, dass es hart ist wie ein Diamant, hat es hervorragende Werte. Als neulich mal ein paar Keime zu viel gefunden wurden, wurde das Wasser mit UV-Licht bestrahlt. So schnell hat man gar nicht gucken können, wie die Öko-Abteilung auf die Barrikaden geklettert ist. „Unser Trinkwasser wird BESTRAHLT!!!!! OMG!!!!“
    Ja, es wird bestrahlt – mit LICHT!!!!…

    Zum Thema Tierschutz in den Medien hab ich mal eine sehr interessante Webseite gefunden. Diese Seite verdient ihr Geld damit, Medien (Photos, Videos) zu verkaufen, auf denen Tierleid dokumentiert ist.
    Zu finden ist die Seite unter: http://www.tierschutzbilder.de
    Einfach mal drauf gucken und darüber nachdenken, was wohl mit dem Text im Kästchen links unten gemeint ist:

    > „Auftragsrecherche
    Das gewünschte Material ist nicht vorhanden? Sie haben Interesse an exklusiver Bildbeschaffung? Dann nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf.“<

    Manchmal komm ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus…

    Gruß
    Peter

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    • Matthias W. sagt

      Hallo Peter,
      noch eine kleine Anmerkung zu den Kartoffeln und auchTomaten: da diese ja Nachtschattengewächse sind und das „Gift“ Solanin enthalten, sind die grünen Stellen für unseren Magen-Darm unverträglich. Das rächt sich mit Durchfall. Deshalb Kartoffeln kochen und Tomaten reifen lassen…

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    • Matthias W. sagt

      Hallo Peter,
      schönes Beispiel ist die UV-BESTRAHLUNG des Wassers!
      Wir, die wir entlang des Rheins Trinkwasser aus Uferfiltrat beziehen, freuen uns über das gute Lebensmittel Trinkwasser. Unsere nördlichen Nachbarn, die Niederländer, beziehen ihr Trinkwasser weitgehend aus der Aufarbeitung des Oberflächenwassers des Rheins (das ist dort ab Kleve/Bimmen etwa sieben mal getrunken worden, bevor es zu erneutem Trinkwasser wird). Das geht nicht ohne Ozonierung und UV-Bestrahlung…

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  10. Krick sagt

    Auch wenn es etwas vereinfachend beschrieben wurde – so ist es ja auch deine Art, Bauer Willi – trifft es die Situation doch ziemlich gut. In vielen Gesprächen verspürt man diese diffusen Ängste vor Dingen, die man nicht kennt. Dass eine Reihe von NGOs mit diesen Ängsten spielen zum eigenen Vorteil ist schändlich.

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  11. Bauer Klaus sagt

    Gesellschaftlich höchst bedenklich ist der Umstand,
    dass nicht die NGO-Mitglieder
    sondern die zahlenmäßig zu vernachlässigende Gruppe der NGO-Aktivisten,
    mit dem Ziel, die Spendeneinnahmen zu steigern,
    die öffentliche Debatte prägen
    und dabei völlig übersehen wird
    wie sehr die Gesamtbevölkerung die Arbeit unserer Landwirtschaft schätzt,
    unsere Erzeugnisse gerne kauft und mit Genuss zu sich nimmt.

    Politisch höchst bedenklich ist der Umstand,
    dass in der Gesetzgebung die wahren Mehrheitsverhältnisse missachtet werden.
    Weiter höchst bedenklich ist,
    das sich die einzelnen Akteure der einzelnen Parteien
    nur unwesentlich unterscheiden!

    Das Zitat von Sir Paul Nurse spricht Bände. Danke, Bauer Willi!

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  12. Ralf Pauelsen sagt

    ich habe ja von alle dem keine ahnung ich bin doch nur seit 40 jahren bauer der die menschen mit nahrungsmittel versorgen will. doch leider geht das nicht da die politik nur an macht und gewält werden denkt . wir können heute mer denn je versorgen doch sind heute mer denn je menschen auf der flucht .
    wovor ich angst habe ?
    es war mal ein kleiner man der sagte , die renten sind sicher ,,
    es gab mal ein politiker der sagte ,, die atomkraft ist sauber und sicher ….
    nur mal so zum nachdenken .
    heute sagt man gentechnick ist sicher ??????? ich weiß nur eins das ich das nicht weiß

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  13. Rufer aus der Wüste sagt

    Fuer was sollte man Gentechnik in der Landwirtschaft einsetzen? Aber bitte nicht um die Produktion zu steigern. Oder um den armen Menschen in der dritten Welt zu helfen.

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  14. Konfuse sagt

    „Gentechnik kann, muss aber nicht missbraucht werden“ Statt „Gentechnik“ kann man beinahe jeden anderen Begriff einsetzen (z.B. Computertechnik). Von daher ist der Satz – und die Folgenden – ziemlich nichtssagend. Zumindest fast. Es zeigt aber, dass Gentechnik verzerrt wahrgenommen wird. Es werden nur Gefahren (ob real oder erfunden), nie die Chancen und Verbesserungsmöglichkeiten, die die GT mit sich bringt, gesehen. Genau das hat Willi hier ja thematisiert.

    Dass die Grundwasserverschmutzung auf das Konto der Landwirte geht, dazu hätte ich gerne noch eine Erläuterung.

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  15. Marko sagt

    Hallo Willi,
    Gentechnik kann, muss aber nicht missbraucht werden.
    Inwiefern es trotzdem gemacht wird, kannst weder du, noch ich, noch irgend ein anderer der hiesigen Protagonisten beantworten.
    Das die Gefahr besteht, kann man allerdings nicht verleugnen.

    Grundwasserverschmutzung ist definitiv ein Problem den die Landwirte zu verantworten haben.
    Du wahrscheinlich sowieso nicht, aber andere.
    Viele andere.
    Nicht jeder Landwirt ist ein Tamagotchi. 😉

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Marko
      mein Problem ist, dass ich nicht verstehe, warum Insulin, Interferon und andere medizinische Anwendungen der Gentechnik akzeptiert und begrüßt werden, grüne Gentechnik dagegen nicht. Ich will auch kein Protagonist sein, ich verstehe es einfach nicht.
      Ja, es gibt Regionen, wo aufgrund starker Viehhaltung Nitrat ein Problem ist. Ich bin Ackerbauer und muss Stickstoff teuer bezahlen. Dazu machen wir Bauern per Gesetz eine Bilanzierung die auch kontrolliert wird. Dazu noch Bodenproben, um die Nährstoffgehalte vor der Düngung zu ermitteln. Bitte um Ratschläge, was ich und andere noch tun sollen.
      Bauer Willi

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      • JosefHo sagt

        Hallo Bauer Willi,
        was die unterschiedliche Bewertung der verschiedenen Gentechniken anbelangt, vermute ich, dass die Nutzen-Risikoabwägung zwischen der grünen Gentechnik im Vergleich mit den anderen schlechter darstellbar ist.
        Ich muss dir aber als Ackerbauer sagen, dass die meisten Grenzwertüberschreitungen von Nitrat nicht mit der Viehdichte korrellieren sondern mit intensiven Ackerbau, ich glaube du kommst aus NRW, auch dort ist es so. Die Ursache dafür ist noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt einen Verdacht.

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      • Matthias sagt

        Hallo Willi,

        da muss ich dir leider widersprechen. Es besteht kein Zusammenhang zwischen der Viehdichte und dem Nitratgehalt des Grundwassers. (siehe Grafiken von Keckl)

        Schöne Grüße,

        Matthias

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      • Marko sagt

        Hallo Willi,
        verstehen tu ich das auch nicht.
        Ich frag mich auch oft, warum einerseits viel Lärm um Tendenzen gemacht wird, andererseits (die gleichen Personen) sich für eine Legalisierung von Drogen einsetzen, wo die Gefahr auf der Hand liegt.
        Oder Risiken der Antibabypille, interessiert keinen.

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      • Matthias W. sagt

        Hallo Willi,
        das Problem liegt auf der Hand: rote Gentechnik im Bereich der Medizin (z.B. Hilfe gegen Sichelzellen-Anämie oder Gendefekte) HILFT dem Menschen direkt, muß also gut sein!
        Grüne Gentechnik im Agrarbereich (Hybridpflanzen oder Hybridschweine) HILFT zunächst den Großkonzernen und NICHT den Bauern oder Verbrauchern…Deshalb wenig oder keine Akzeptanz!
        Die weiße Gentechnik (z.B. Vergärung von Pilzen, Bakterien zu Alkohol) oder Herstellung von Industrie-Stärken steht derzeit (noch) nicht in der Diskussion, da der Nutzen direkt nachvollziehbar scheint.

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  16. Interessant ist, dass die meisten „?-Schützer“ nie ein Feld in Echt gesehen haben. Da wird vom Bürosessel diskutiert und Meinung(Stimmung) gemacht. Traurig ist das!

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Dl
      das stimmt nicht. Wenn es darum geht, einen Feld-Versuch mit GVO-Pflanzen zu zerstören, müssen sie ja auf den Acker.
      Bauer Willi

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