Bauer Willi
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BILD-Zeitung: miserable Recherche

Ich lese die Bild-Zeitung nicht, habe aber Bekannte, die das tun und mir den nachfolgenden Artikel geschickt haben.

https://www.bild.de/politik/inland/steuer-millionen-fuer-den-kartoffeln-wahnsinn-ernte-wird-vernichtet-bauern-kassieren-6911efe2111dd875f6257a4d

Zuerst wird recht gut dargestellt, wie sich der Markt für Industriekartoffeln aktuell darstellt. (Nicht gut: die Bild-Zeitung differenziert nicht zwischen Industrie-Kartoffeln und Speiseware). Die Preise für „freie Ware“ liegen bei Industriekartoffeln aktuell zwischen 0 und 1,50 € pro 100 kg. Bei Speiseware liegen sie etwas höher.

Zum Ende des Artikels wir jedoch eine gravierend falsche Behauptung aufgestellt.

Zitat: „Und was ist mit den EU‑Geldern, die auch an Kartoffelbauern geflossen sind? „Die Flächenprämie liegt bei 160 Euro pro Hektar und deckt nur einen Bruchteil der rund 5000 Euro Kosten je Hektar“, sagt Olaf Feuerborn.

Heißt: Deutschlands Kartoffelbauern haben mehr als 48 Millionen Euro Steuermittel kassiert. Geld, das sie auch dann nicht zurückzahlen müssen, auch wenn ihre Kartoffeln in Biogas-Anlagen landen oder gar vernichtet werden. Hinzu kommen Millionen aus speziellen EU-Agrarfonds, beispielsweise Einkommensstützung für Junglandwirte oder für mehr Nachhaltigkeit.“

Falls hier ein BILD-Redakteur mitliest: Die Flächenprämie der EU wird unabhängig von der Nutzung der Fläche bezahlt. Eine Bindung an irgendeine Kultur, die auf dieser Fläche steht, findet nicht statt, somit auch nicht bei Kartoffeln.

Beim unbedarften Leser entsteht so der Eindruck, dass der Steuerzahler  – ungerechtfertig  – Geld an die Bauern zahlt, dass diese – ungerechtfertig – annehmen.

Ob man die Flächenprämie für vernünftig hält oder nicht, kann man gerne an anderer Stelle diskutieren. Hier geht es um die Recherchearbeit der Journalisten, die zu wünschen übrig lässt. Am Ende des Artikels gibt es übrigens einen Button, mit dem man der Redaktion Fehler melden kann. Machen Sie das doch einfach mal.

(Aufrufe 2.706 gesamt, 2 heute)

43 Kommentare

  1. Christian Bothe sagt

    Nochmal etwas zu der Kartoffeldiskussion! Hatte gerade Kontakt mit einem Koll. in BB dessen Betrieb 4000 ha LN bewirtschaftet,davon 620 ha Kartoffeln,davon 580 ha Stärkekartoffeln. Alles mit Beregnung! In diesem Jahr konnten die Verträge bei Stärkekartoffeln nicht erfüllt werden, ansonsten nimmt die Stärkeindustrie Übermengen immer ab! Stärkemarkt aber unter Druck…Nur mal so zur Info für den Blog als Ergänzung.

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  2. Arnold Krämer sagt

    Überschrift: „miserable Recherche“

    Das war es nicht. Im Gegenteil! Die war sogar gut, bis auf die Überschrift und die Aussage zu den EU-Geldern.

    Aber weil der Inhalt so „unspannend“ war, musst man eben im Bild-Stil maßlos übertreiben.

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  3. Lars Haase sagt

    Warum exportieren??? Nich gut fürs Klima wo ja so drauf in Deutschland geachtet wird. Kurze Wege also aus der Bundesrepublik Deutschland!!!

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    • Auch nur so ein gewollter BILD-Aufreger.
      Ich unterstelle mal bestehende Verträge, die nicht immer optimal passen.
      Auch bei den Russen war es dieses Jahr so, dass aus Ägypten importiert wurde wegen Kartoffelmangel nach 2024 und als die russischen Frühkartoffelernte 2025 anlief, waren noch zuviele ägyptische Kartoffeln in den Lagern.
      Im nächsten Jahr ist man dann wieder froh, die Importware zu haben.

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      • evonik sagt

        Sehe ich auch so ähnlich. Der Handel wird Verträge in diese Länder haben . Zu meinen, dass unser Handel heuer mal von denen gar nichts abnimmt ist bisschen naiv. Da würde die „Freundschaft“ größeren Schaden nehmen.
        Wenn es dann mal bei uns zu wenig Kartoffeln gibt kriegen wir von denen auch nix oder nur zu horrenden Preisen

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  4. Martin sagt

    Na und. Wenn die Autofirmen Überproduktion haben werden massiv Kurzarbeitgelder ausgezahlt, die Politiker reisen um die Welt um neue Märkte zu erschließen oder es gibt Investionsprämien oder Verschrottungsprämien. Wo ist hier der Unterschied?

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  5. Nicolai Asmussen sagt

    Hi @Arnold
    Die Antwort liegt in der Zukunft.
    Wir werden es sehen, ob mehr Kartoffeln verzehrt werden als im Vorjahr.

    Nudeln sind so bequem.
    Die braucht man nicht schälen.
    Welcher Verbraucher will darauf verzichten?

    Bei Kartoffeln zählt nur eins: der Geschmack.
    Hast Du schon mal einen 15 jährigen mit am Tisch gehabt, der fragte: sind das echte Kartoffeln?

    Grüße
    Nicolai

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  6. Reinhard Seevers sagt

    Das sind schöne Steilvorlagen für eine Diskussion über die Verschwendung von Lebensmittel, die ja vorwiegend in den Haushalten passiert, nun aber wieder eine Entlastung der Schuld suggeriert und dem Staatsknete-Empfänger angelastet werden kann. Ich glaube nicht, dass es eine gezielte Lancierung ist, es passt aber bei entsprechenden Diskussionen der Gegenseite wunderbar in den Kram. Am Ende ist es doch egal, der Kampf um den Mampf ist erst dann wichtig, wenn es für Mampf zu wenig gibt…

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    • Arnold Krämer sagt

      Es ist erbärmlich, das Thema einer sehr guten Ernte in dieser Form anzupacken. Das zeigt wieder einmal deutlich, wie es mit der Moral der Moralisten bestellt ist.
      Genauso gut könnte man thematisieren, dass Kartoffelstärke (aus speziell gezüchteten Kartoffeln, direkt ungenießbar) überwiegend für industrielle Zwecke verwendet wird.

      https://www.ime.fraunhofer.de/de/trendthemen/wissenschaftsjahr-2020-2021_biooekonomie/Amylosefreie_Kartoffeln.html

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ein wenig Schuld haben die Kollegen aber auch selber. Hier hat man in der Regionalprawda auch die Bauern zu dem Thema interviewt und da kommen dann komische Argumente auf den Tisch, die die eigene Position etwas ausblendet, denn der Anbau hat sich 2025 um ca. 8% ausgeweitet, weil es die Jahre zuvor ja so gut lief. Hier in der Gegend ist einer komplett neu eingestiegen, gleich mit 100ha und kompletter neuer Technikkette…dass das gehörig schief gehen sollte/kann, ist dem unternehmerischen Handeln zuzuschreiben, denke ich. Ball flachhalten ist häufig auch nicht ganz falsch…

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        • Christian Bothe sagt

          R.S. Kann man doch keinem verübeln in die Kartoffel zu investieren! Nach einer guten Ernte kann man immer klug reden, dass das falsch gewesen ist! Nächstes Jahr dreht sich die Sache wieder? Das betrifft im Übrigen alle Kulturen,und zeigt die Abhängigkeit der LW vom Wetter in Gottes freier Natur im Gegensatz zur Industrie!

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          • Reinhard Seevers sagt

            Christian, ernsthaft? Neueinstieg mit 100ha, ohne Erfahrung, komplette Technikkette vom Pflanzen bis zur Ernte neu angeschafft? Das ist eine nachhaltige betriebswirtschaftliche Entscheidung? Mein Bruder hatte sogar den Anbau um einen ha reduziert, weil die Direktvermarktung auch mit einem ha weniger funktioniert. Nun hat die gute Ernte ihm sogar noch mehr beschert…..und die muss dann wiederum irgendwie bearbeiten…. aber irgendeine Kuh wird die Übermengen schon fressen.

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          • Arnold Krämer sagt

            Investitionsentscheidungen, wie sie Herr Seevers schildert, sind nicht nur eindeutig falsch (im Nachhinein klar und einfach als solche zu bezeichnen). Sie waren auch völlig unangemessenen angesichts dessen, was man von den Kartoffelmärkten, den Kostenstrukturen, der Produktionstechnik Kartoffeln weiß bzw. wissen sollte.

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            • Christian Bothe sagt

              AK. Woher haben Sie solche Weissheiten? Waren Sie Kartoffelanbauer?Ist doch Sache von jedem Bauern selbst und seine ureigenste unternehmerische Entscheidung.Die gelernten Praktiker im Blog werden so ein für und wieder richtig beurteilen!

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              • Reinhard Seevers sagt

                Klar Christian, jeder hat das Recht auf seine eigenen Fehler…schade ist nur, dass solche Fehlentscheidungen dann zu Lasten derjenigen gehen, die seit Jahren richtige Entscheidungen getroffen haben, weil Überkapazitäten aus den Fehlern anderer entstanden sind, finde ich.
                Das ist dann wohl das sog. Schicksal oder wie?

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                • Arnold Krämer sagt

                  Genau das ist das Problem: Belastung der Produkt- und Pachtmärkte durch „Vollgasbauern“

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                • Christian Bothe sagt

                  R.S. Sehe das nicht so „verbissen!“ In Thüringen ist der Kartoffelanbau auf 1200 ha LN zurückgegangen, was in diesem Jahr durch die Erträge kompensiert wurde. Auch in meiner Region gibt’s einen Holländer mit einer neuen SZA, der 100 ha Kartoffeln anbaut( seit einigen Jahren neu in dem Geschäft).
                  Was mir bei der Diskussion von Ihnen und A.K. einfällt wie Sie einen Betrieb( Domäne mit Tochter GmbH )einschätzen, der vor einigen Jahren ( die Entwicklung der Schweineproduktion war abzusehen ) neu in 2000 Mastplätze investiert hat? Ich für meinen Teil konnte mir den ersten Durchgang Schweine auf Vollspalten anschauen und war begeistert ( MTZ 1000g),Technologie und Belüftungstechnik vom feinsten, ebenfalls der Gesundheitsstatus der Tiere usw.)Ich habe noch nie so einen hochwertigen Bestand in meinem Berufsleben gesehen! Hatte dem Betrieb noch Kartoffeldampfschalen vermittelt! Dieser Tage hörte ich, das die Mast eingestellt wurde…Da die Domäne als solche noch einen Getreidehandel und LN besitzt, wurde das sicher kompensiert?
                  Nun die Frage an die Blogger, haben die zu diesem Zeitpunkt richtig investiert oder Geld verbrannt? Meine das in Bezug auf den Kartoffelanbauer als Neuling! LW ist in der heutigen Zeit und deren Regularien durch EU und Staat schwer zu gestalten, um wirtschaftlich am Markt auftreten zu können…Aber das wissen wir ja.

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              • Arnold Krämer sagt

                Dann will ich Sie mal aufklären, Herr Bothe!
                Ich war von 1981 bis 2018 in der Region Weser-Ems, (Kreise Cloppenburg und Emsland) mit zweijähriger Unterbrechnung in der Beratung und Bildung landwirtschaftlicher Unternehmer tätig (als Mitarbeiter der LWK Niedersachsen, früher Weser- Ems).
                In der Region sind u.a. die Firmen Emslandstärke (Emlichheim), AVEBE (Ter Apelkanaal, NL), Wernsing (Essen) und Schnefrost (Löningen) aktiv.
                Ich habe früher im 2- Jahres-Rythmus Kartoffeltage in Meppen organisiert und mache jetzt als Pensionär immer noch buchführungsbasierte Betriebszweigabrechnungen (Vollkosten) für Familien-Unternehmer mit Kartoffelanbau (einzelne mit über 300 ha Kartoffeln). Die kennen ihre Kostenstrukturen, die wissen wo und womit sie (viel) Geld verdienen.
                Das sollte reichen!

                Und etwas Theorie noch hinterher: Ob Entscheidungen bei komplexen Themen richtig oder falsch sind, kann man immer erst im Nachhinein beurteilen. Zum Zeitpunkt einer Entscheidung geht es immer nur um die Frage: angemessen oder unangemessen, nach bestem Wissen und Gewissen entschieden oder eben auch nicht!

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                • Christian Bothe sagt

                  A.K. Danke für die Info zu Ihren Tätigkeiten!
                  Aber ich gehe davon aus, das jeder Unternehmer seine Kostenstrukturen genau kennt, wenn er nämlich in seine G+V am Monatsende mit dem Steuerbüro auswertet…
                  Zu Ihrer letzteren Aussage habe ich auch keine andere Meinung.

            • Limes sagt

              so ganz ohne Berater wird dieser Betrieb die Entscheidung 100 ha Kartoffeln zu pflanzen wohl nicht getroffen haben.
              Stellen wir uns vor es hätte eine durchschnittliche Ernte oder gar eine geringere Menge pro ha gegeben, die Industriekartoffel Mengen hätte trotz grösserer Anbaufläche gerade so gereicht und die Preise hätten auch gepasst wie wäre das Fazit für diesen Betrieb gewesen. Natürlich viel Lob oder doch Neid weil er etwas riskierte und erfolgreich war. Berater hätte sich auf die Schultern geklopft und ihn gelobt.
              Mal als Idee: Direktvermarkter die von sehr guten Kartoffelerträgen profitieren können ja die Übermengen für Werbeaktionen nutzen und als Bonbon an treue Kunden verschenken bevor sie anderweitig verarbeitet werden.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Limes, ernsthaft? So weit weg von der praktischen Landwirtschaft kann man doch nicht sein, oder? 😯

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                • Limes sagt

                  Na Ja eine Alternative zum meckern kann ja auch Eigenwerbung und das beste aus der Situation machen sein. Erfordert aber etwas Phanatsie.
                  Übermengen lokal nicht nur bei (Industrie) Kartoffeln ist ja nichts Neues. Landwirte insbesondere Direktvermarkter können das auch klug nutzen. In unserer Region gab es 2025 eine Apfel Rekordernte. Unser Direktvermarkter hat es für Eigenwerbung genutzt und seinen Kunden kostenlos über einen gewissen Zeitraum beim Einkauf ein Pack seines selbstproduzierten Apfelsaftes geschenkt. Wir fanden es gut. Nennt man Kundenbindung.
                  Und der von ihnen ins Spiel gebrachte 100 ha Kartoffelbetrieb hat etwas unternommen um für sich einen neuen Markt zu erschliessen. Nichts anderes machen heute z.B Tierhalter die sehr sehr viel mehr Geld in die Hand nehmen um Ställe zu bauen wohl wissend es gibt ein erhebliches Risiko.

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              • Bauer Willi sagt

                @Limes
                Richtig ist, dass die Anbaufläche ausgedehnt wurde. Wenn ich mich bei uns in der Region umschaue, stammen diese Flächen nicht von „alten“ Kartoffelanbauern, die das Geschäft kennen. Die haben auch alle einen Vertrag. Meist mit über 20 €, was auskömmlich ist. Der Zuwachs kommt von „jungen“ Kartoffelanbauern, die mit den hohen Preisen eingestiegen sind. Wenn die dann noch keine Verträge gemacht haben, ist das Glücksspiel.

                Übrigens: mein Verbraucherbrief aus 2015 schildert genau die gleiche Situation, die sich jetzt wiederholt. Auch damals wurden Industriekartoffeln entsorgt.

                In meinem Artikel geht es auch nicht um den Kartoffelanbau sondern um die falsche Berichterstattung der BILD bezüglich Flächenprämie.

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            • Peter sagt

              Autsch…@A.K. …Ob eine Investition richtig oder falsch ist/war, kann nur der Investor einschätzen. Ob wohl der größte Farmland-Investor den kleinen Kammer-Berater gefragt hätte? Lieber den Ball flach halten und die Verluste für die Armen Bauern zusammenrechnen, welche durch die eigene Beratertätigkeit entstanden sein könnte. Lustig finde ich natürlich, wenn Kämmerlein und VEG-Direktorchen „die Klingen kreuzen“, sehr hoher Unterhaltungswert. 😁

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              • Arnold Krämer sagt

                „Ob eine Investition richtig oder falsch ist/war, kann nur der Investor einschätzen.“

                Vor der Entscheidung zu einer Investition geht es um „angemessen“ oder „unangemessen“, und bei den „ganz großen Dingen“ vielleicht auch um „mutig“ oder „übermütig“.

                Nach einer Entscheidung und Umsetzung kann nicht nur der Investor sondern auch ein Außenstehender feststellen, ob diese zielführend waren.

                Ich glaube, Sie haben ein völlig falsches Verständnis von Bildung und Beratung für landw. Familien in Westdeutschland. (mein Betätigungsfeld)

                Das „Kämmerlein“ und den „kleinen Kammer-Berater“ sehe ich Ihnen nach. Und Ihre Ansprüche an Unterhaltung sind scheinbar nicht hoch 😎

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              • Reinhard Seevers sagt

                „Ob eine Investition richtig oder falsch ist/war, kann nur der Investor einschätzen.“
                Wenn dem so wäre, gâbe es ja gar keine Probleme in der Branche….suuupi.
                Die einzigen, die Probleme haben, scheinen die Beratungsgeschädigten zu sein. 🥳🤡

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          • evonik sagt

            Der hat für den Einstig ein schlechtes Timing gehabt. Wenn er Verträge mit Abnehmern abgeschlossen hat, dann mag das finanziell ev. gar nicht so katastrophal ausgehen. Nächstes Jahr kann er wahrscheinlich wieder Geld verdienen.

            Die meisten anderen Kartoffelbauern werden wohl auch durch Verträge mit Abnehmern gut aus der Sache rauskommen.
            Können die Direktvermarkter dem Preisdruck ausweichen?

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    • Ulrich Drübbisch sagt

      Mal zu der ganzen primitiven Hetze der (urbanen) Medien…ist eigentlich schon mal aufgefallen, dass hier mit dem Essen einfach nur „gespielt wird“?
      Statt die Ernte (Fleisch, Korn, Gemüse, Kartoffeln) zu essen oder als Futter für die Tierchen zu verwenden, wird alles „Unansehnliche“ einfach bio-vergast…
      Als Garten-Hobby-Gärtner weiss ich, wie arbeitsaufwendig es ist überhaupt eine Ernte „einzufahren“ und würde nie auf die Idee kommen auch nur ein Fitzelchen „Essbares“ wegzuwerfen.
      Wenn ich mitbekomme, mit welchem immensen finanzellen Aufwand unsere Bauern (ik kumm vom Dörp) arbeiten müssen, stelle ich mir schon die Frage, wie im gergangenen Jhrh. die Bauern (trotz Kunstdünger u. Trekker) überhaupt über die Runden gekommen waren.
      Mal nachgerechnet: ein Bauer mit 12Ha Eigenland (Feld 350m x 350m) kann ppraktisch nur Bio-Gemüseanbau betreiben oder muss das 10fache(!) dazupachten!
      Kann sich ein Städter (Essen kommt aus dem Regal) überhaupt vorstellen, wieviel reale (Hand)Arbeit in einem Sack Kartoffeln steckt?

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      • Wenn die Ernte zu hoch ausfällt, ist die Biovergasung doch kein „Spiel“, sondern letzte Alternative die Übermengen zu verwerten. Mensch und Tier können ja schlecht Sonderschichten einlegen beim Kartoffelverbrauch.

    • Bauer Willi sagt

      @R.S.
      Ich schreibe solche Artikel (auch) für die vielen stillen Leser bei Film Funk und Fernsehen. Und für Behörden. Damit die Falschaussage öffentlich wird.

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  7. Christian Bothe sagt

    Habe mich zu diesem Unfug gestern direkt mit Zuschrift an Bild schon geäußert!!
    Dieses Jahr gibt’s eben mal eine Rekordernte und die Bauern müssen sehen wie man diese „vermarktet“ oder verkauft!Zu DDR-Zeiten haben wir in den gut organisierten VEG bei einem hohen Angebot alle AK mobilisiert, gedämpft und siliert ( mobile Dämpfe). Noch nach Jahren konnten wir diese verfüttern… Das war eben der Vorteil von industriellen Schweinemastanlagen ( in meinem Fall eine 10000er Anlage)! Selbiges machten wir vor Ort mit einem ganzen Güterzug von MVP und Saatkartoffeln…Sogar getrocknet( Kartoffelflocken) hat man einen Teil!
    Heutzutage gestaltet sich das schwieriger( Rückgang der Schweineproduktion) und andere Fütterungsregime! Manche Betriebe haben garnicht erst kostenintensiv geerntet und die Kartoffeln wieder eingeackert…Was die Lagerung betrifft, erwähnte ich es schon einmal,habe ich es mit Spätkartoffeln bis Juni des Folgejahres geschafft( Tolsma Belüftung). Alles in allem ist eben auch eine gute Ernte problematisch, wenn Verträge erfüllt, Lagerkapazitäten ausgereizt sind und Biogasanlagen nichts mehr aufnehmen können…

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  8. Werner Knödler sagt

    Ist doch nix Neues das unsere Qualitätsmedien Kraut und Rüben vermischen
    um Auflage zu generieren . Es wird das ganze so hingedreht das die Bauern mit
    Steuermillionen Kartoffelüberschüsse produzieren .
    Ich sage , schön das der Verbraucher wieder Lebensmittel zum quasi Nulltarif hat !

    Vielleicht will Bild ja auch nur von anderen Steuerverschwendungen und
    politischen Fehlentscheidungen ablenken , das wäre dann ja systemkonform.

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    • „schön das der Verbraucher wieder Lebensmittel zum quasi Nulltarif hat“
      Ja, ja, der böse Verbraucher wieder … aber Nulltarif hat der trotzdem nicht, denn da verdient noch einer dazwischen seinen Extraprofit.

      „Zuletzt sind die Kartoffelpreise im Lebensmitteleinzelhandel um bis zu 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Landwirte hingegen bekommen für ihr Produkt mindestens 60 Prozent weniger als im Vorjahr“ Volksstimme 28.10.25

  9. Frikadellen piet 47 sagt

    moin die Bild-Zeitung soll sehr gut sein in der Sportreportage. bei landwirtschaftlichen Themen, wie jetzt der Prämie und vor allen Dingen warum sie gezahlt wird, glaube ich können die wenigstens Zeitungen vernünftig erklären wo der Ursprung liegt. zumindest sollte man wissen wie hoch die Prämie pro Hektar ist und der Preis von verschiedenen Produkten, vier die Kartoffel ist davon völlig unabhängig! leider wird bei der Prämie unheimlich viel Blödsinn erzählt! schönen Tag

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  10. geplünderter Stiefel sagt

    War heute leider auch vor dem Artikel besonders der Überschrift schockiert,
    als ich mit meiner internationelnen Rebschnittruppe bei schönen sonnigen Wetter im
    Weinberg kurz Pause machte.
    Der Artikel wurde inzwischnen mind. 3 mal abgeändert bzw. Versucht die Schelte auf
    den Leser bzw. Verbraucher abzuwenden da , dieser angeblich Schuld ist weil er die ausländischen Kartoffeln kauft.
    Zum Glück gibt es bei Bild inzwischen eine Beschwerde bzw. Korrekturfunktion von
    welcher anscheinend rege Gebrauch gemacht wurde.
    Laut meinen EU-Antragsunterlagen sind die Flächenprämien bzw. Direktzahlungen an
    an eine Mindesttätigkeit gebunden.
    Das heist für Grünland mind. 1 mal im Jahr mähen und Beim Ackerland einmal Bodenbearbeitung mit Einsaat wobei Übersatt mit z.B. Leguminosen auch zählt.
    So stand es früher und heute auch noch in den Landpachtverträgendes Landes Baden-Württemberg.
    Die Kartoffelbauern haben diese Mindestanforderungen mehrfach erfüllt egal ab geerntet oder untergepflügt oder Sonstiges. Damit haben Sie vollen Anspruch auf die EU-Direktzahlungen bzw. Flächenprämie.
    Anscheinend ist es im Volk und auch nicht vielen Medien bekannt, das es keine gesetzliche oder gar verfassungrechtliche Ernährungssicherheit zur Schande der BRD gibt.
    Auf Tiktok sind heute auch viele Story,s mit dem Bauernbashingartikel der Bild meist
    negativ weiterinterprentiert gepostet worden, aber mit regen Komentaren.
    Jetzt wäre die Stunde für den Verband und den Kanzler hier Aufklärungsarbeit zu leisten anstatt die volle Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung ab erst 2026(nicht rückwirkend wie versprochen) zu feiern.
    Da muste doch von unseren derzeitigen Mainstream bzw. Medien etwas zurückgeschossen werden !

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  11. Arnold Krämer sagt

    Bauer Willi arbeitet mit seiner Überschrift heute ähnlich reißerisch wie die Bildzeitung selbst. Wie will man heute auch angesichts der Informationsflut noch Aufmerksamkeit erzeugen?
    Die Recherche ist praktisch vollständig richtig!

    Falsch ist die Überschrift!

    „Ernte wird vernichtet, trotzdem Steuergeld für Bauern: Millionen für den Kartoffel-Wahnsinn“.
    1. Es wird nichts vernichtet, sondern nur die nicht vertraglich abgesicherten (überschüssigen) Erntemengen werden alternativ verwertet über den Rindermagen oder zur Biogaserzeugung
    2. Es gibt keine an eine Kultur gekoppelte Prämie. Das EU-Geld wird völlig unabhängig je ha landw. Nutzfläche gewährt, wenn bestimmte Nebenbedingungen eingehalten werden.
    3. Es gibt auch keine Wahnsinn, außer vielleicht in den Köpfen Außenstehender und Unverständiger.

    Falsch ist auch die Behauptung, dass Geld an Kartoffelbauern geflossen ist!

    Die EU-Gelder werden üblicherweise zwischen Weihnachten und Neujahr ausgezahlt, selten vor Weihnachten. Da ist also noch nichts geflossen.

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    • Bauer Willi sagt

      @A.K.
      Was steht in meinem Text? Das es keine gekoppelte Prämie gibt.

      Das hat BILD behauptet und das habe ich klargestellt.
      Ok, man kann das gerne noch mal wiederholen, schadet nicht 😎😉

      Warum ist meine Überschrift reisserisch?

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