Alois
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Belohnungssystem für brave Bauern

Heute ist der 17. April 2015 und bei Willi pflanzen sie Kartoffeln. Ich aber säe nichts und trotzdem ist es für meinen Betrieb der wichtigste Tag im Jahr: Denn ich stelle heute den Mehrfachantrag für die staatlichen Direktzahlungen für meinen Bio-Betrieb!

Es hat sich schon bis zum letzten Staatsbürger rumgesprochen. Die Bauern bekommen Subventionen vom Staat. Als Landwirt wirst Du dafür schon mal dumm angequatscht.  Aber es ist Realität, dass man als Bauer dieses Geld braucht. Insbesondere für mich als extensiver Bio-Betrieb, da ich bewusst auf Mehrertrag durch Intensivierung verzichte. Und weil kein Landwirt gerne auf den Zuschuss verzichtet, ist es ein ideales Lenkungssystem des Staates für die geworden, die sich immer noch für selbstständige Bauern halten. Es begann mit der Förderung der Mehrproduktion (damit alle genug und günstig essen können) und heute ist halt die Extensivierung gewollt.

Damit es dabei nach Recht und Gesetz zugeht, haben die Staatsverwaltungen (von der EU bis auf die Bundesländerebene) eine gewaltige Bürokratie dazu aufgebaut. Jede Menge Vorgaben, Formulare, Stichtage und Kontrollen. Jedes Jahr auf’s Neue muss jeder Betrieb sein individuelles Paket bis Mitte Mai beantragt haben. Zur Abwicklung haben sich mittlerweile überall Computerprogramme oder Onlineverfahren durchgesetzt, die jeder Landwirt benutzen muss. Da werden Flächen vermessen, die Feldstücke codiert, Nährstoffbilanzen gerechnet, Landschaftselemente benannt und und und….

Jedes Bundesland macht das Verfahren eigenständig auf seine Art. Wir in Bayern haben einen Online-Mehrfachantrag. Dazu sollte ich zuerst aber immer die mehr oder weniger dicken Anweisungsblätter lesen, damit ich da keine Fehler mache. Denn wenn ich im Antrag etwas zusichere, was ich hinterher nicht einhalten kann, dann werde ich schnell zum Subventions-Erschleicher. Dann gibt es sogenannte Sanktionen. Also Geldabzug oder sogar Strafen. Darum nehme ich diese Antragstellung nicht auf die leichte Schulter. Freundlicherweise hatte mein zuständiges Landwirtschaftsamt in Kempten mir einen „Besprechungstermin“ am 15.April angeboten. Da schaute ein fachkundiger, netter Beamter nochmal zur Sicherheit drüber, was ich und mein Sohn die Tage vorher so online als unser Mehrfach-Paket zusammengeklickt hatten. War auch notwendig. Ich hatte 2 Fehler drin. Dafür musste ich mir allerdings auch anhören, dass ich wohl die Anleitung nicht gründlich gelesen hätte. Das gab ich auch zu, doch ich habe ja auch noch was anderes zu tun. 😉

Dafür bin ich aber auch ein besonders braver Bauer. Im Sinne der grünen Agrar-Wender. Ich habe  schon 1994 auf Bio-Landwirtschaft umgestellt. Seit damals wirtschafte ich extensiv, d.h. ich gebe mich mit dem zufrieden was ganz natürlich auf meinen Flächen wächst. Ich kaufe keinen Dünger zu, kaufe keine Futtermittel. Nur Salz und Stroh für meine Tiere, weil dieses nicht auf meinen Wiesen und Weiden vorkommt. Mein Betrieb ist also das komplette Gegenteil von Willi’s intensivem Ackerbau im Rheinland.

Weil ich so brav bin, bekomme ich, im Verhältnis zu Willi, auch viel mehr Förderung: Betriebsprämie, Bergbauernprämie, Weideprämie und natürlich Bio-Förderung oder KULAP. KULAP heißt Kulturlandschaftsförderung. Und bei dem Wort seht ihr schon, wozu ich das Geld bekomme: Für den Erhalt der einmaligen Kulturlandschaft im Allgäu.

Ach ja, das wunderschöne Allgäu, besser gesagt das Ferienland Oberallgäu. Da, wo tausende Menschen jedes Jahr so gerne ihren Urlaub verbringen. Viel Schnee im Winter, saubere Luft und wenn es mal nicht regnet oder schneit, gibt’s auch mal tolles, warmes Wetter. Man kann auch sagen: Wir leben im Heidi-Land. So eine Landwirtschaft wollt ihr Verbraucher heute doch alle sehen. Oder etwa nicht? Hier wird nicht gedüngt, nicht gespritzt, keine Massentiere gehalten. Meine Pferde und Rinder rennen frei rum. Und Heidi auch.

Aber die Wahrheit ist: Die Mehrfachantragstellung auf staatliche Subventionen ist ein wichtiger Tag im Jahr für mich und meinen landwirtschaftlichen Betrieb. Versäumte ich den, würde bei meinem kleinen Bio-Betrieb rund ein Drittel meiner Einnahmen fehlen. Das kann ich mir nicht leisten. Wenn ihr allerdings meint, ich kriege das alles geschenkt, dann täuscht Ihr euch gewaltig.  Wir, meine Familie und ich, bringen nämlich eine gehörige Gegenleistung für dieses Geld. Mit unserer Berglandwirtschaft bewirtschaften wir ziemliche unwegsame Alpflächen, für die so mancher Großschlepperfahrer niemals absteigen würde. Letztlich profitiert die ganze Region von diesen Leistungen. Also nicht nur von den direkten Erzeugnissen von uns Bauern, sondern auch von den „Nebenleistungen“ wie dem Aufrechterhalten der Alpwirtschaft, die z.B. dem Tourismus im Allgäu eine fünfte Jahreszeit beschert. Das ist bares Geld für die sehr zahlreichen Vermieter und die Gastronomie. Der größte Nutznießer davon ist also der Tourismus. Und deshalb schäme ich mich auch nicht, dafür vom Staat Geld zu bekommen.

Doch mich nervt etwas ganz gewaltig: Viele Leute meinen, so eine „Heidi-Welt“, wie wir sie hier im Allgäu haben, sei eine Vorlage zur grünen Agrarwende. Das Allgäu besetzt hier mit den teilweise noch kleinen Familienbetrieben und kleinen Sennereien erfolgreich eine touristische Nische. Und die hohen staatlichen Subventionen stabilisieren ebenfalls diese Berglandwirtschaft. Aber ein Bauer muss auch immer Geld verdienen, um seinen Hof in die Zukunft zu bringen. Ihr entscheidet als Verbraucher und Wähler, welche Rahmenbedingungen wir als Landwirte bekommen. Was wollt Ihr? Produkte gescheit bezahlen oder Subventionen? Oder wollt ihr in Deutschland keine intensive Landwirtschaft mehr und statt dessen wieder eine Urlandschaft mit Bären und Wölfen? Und was esst Ihr dann? Tiefkühlware aus dem Ausland? Aha, weil’s billig ist und ihr dann nicht mehr gegen Massentierhaltung protestieren braucht.

Entschuldigung, das war jetzt böse von mir. Ich will Euch Verbraucher nicht beschimpfen, sondern nur mal klar machen, wie das ist, als Bauer zu überleben und auch Subventionen zu nehmen, auf die ich angewiesen bin. Wenn ich die nicht hätte, würde ich den Laden dichtmachen.

Ach ja, noch was: Ab Mai stehe ich, der Willi und alle anderen Landwirte wieder im Internet mitsamt unseren Direktzahlungen aus dem Jahr 2014. Das ist ein Scheißgesetz, finde ich. Denn es entfacht einfach nur den Neid und sagt nichts darüber aus, welche Leistungen wir erbracht haben.

Ihr könnt also ab Mai nachschauen, wieviel Euros ich bekommen habe. Adresse und Namen findet Ihr ja im Impressum. Aber wißt ihr, was ich mir, quasi als ausgleichende Gerechtigkeit, wünsche? Die Veröffentlichung eurer Einkäufe, also von jedem Verbraucher, bei den Billigdiscountern. So wie bei mir, mit Namen und Postleitzahl. Denn dann müsst ihr Verbraucher auch mal die Hosen runter lassen. Und die Einkaufsschizophrenie hätte schnell eine Ende: ihr  redet von Bio und dass ihr gerne mehr bezahlt und auf der Quittung steht dann am Ende doch wieder Aldi, Lidl und Co. Das ist die Wahrheit!

Das wollte ich nur mal gesagt haben.

Euer Bauer Alois

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27 Kommentare

  1. Schweinebauer Piet sagt

    Hier einmal die Geschichte der Subventionen, wie sie meine ich war:

    Zunächst wurden die Preise von Raps und Getreide gestürzt. Diese Preissubvention wurde dann durch die Prämie je Hektar Raps und Getreide abgelöst. Ein gewisser Prozentsatz dieser Flächen musste stillgelegt werden, wofür es auch Flächenprämie gab. Als nächster Schritt wurde die Prämie von der Produktion von Getreide und Raps entkoppelt. Diese entkoppelte Prämie gibt es immer noch, man erhält also auf jeden Hektar die gleiche Summe. Allerdings Regional mit unterschiedlicher Höhe, je nach Ertragspotenzial der Region. Diese Prämie schmilzt langsam durch wenige Prozentpunkte ab. Ob sie aber einmal ganz wegfällt ist die große Frage.
    Letztes Jahr habe ich einen Vortrag gehört, in dem es um die Prämie ging. Der Referent hat die Angelegenheit für die gesamte Volkswirtschaft Deutschland gesehen. Er meinte, dass wir Deutschen viel in den EU-Topf zahlen und der Weg über die Agrarprämie ein einfacher Weg sei, möglichst viel zurück zu bekommen. Bei dieser Sichtweise wird die gesamte Volkswirtschaft gesehen.

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  2. Petra Zacherl sagt

    Die EU gibt viele „Subventionen“, nicht nur für die Bauern. Und selbst die „Agrar“-Subventionen werden großzügig mit immensen Summen an Konzerne und Industriebetriebe verteilt. Oder ist EON und RWE Landwirtschaft?
    Ich habe nichts dagegen, dass EU Subventionen öffentlich gemacht werden – aber dann bitte A L L E ! Auch die an Zalando und sonstige Unternehmen. Dorthin gehen die großen Summen!
    Sonst sagt die EU immer, dass alle gleich behandelt werden müssen. Also müssten doch auch alle EU-Subventionen mit Namen und Adresse veröffentlicht werden. Ich bin nicht neidisch auf meine Berufskollegen, die ein Almosen aus dem Fördertopf der EU zum Überleben beziehen und dafür sehr sehr viel für die Allgemeinheit leisten. Ich ärgere mich vielmehr über die nicht veröffentlichten Summen, die da großzügig verteilt werden, von denen wir nie etwas erfahren.

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  3. Schweinebauer Piet sagt

    Wie viel der Prämie bleibt denn wirklich beim Bewirtschafter? Wenn ich um Pachtflächen biete berücksichtige ich dies immer. Wüsste ich, dass die Prämie nächstes Jahr weg fällt, ist mein Gebot genau um diesen Betrag geringer. Damit profitieren doch am meisten die landbesitzer und nicht die Bewirtschafter. Warum gibt es dann die Betriebsprämie???

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    • Kartoffelkönig sagt

      Ganz genau so funktioniert das. Für die Pachtflächen wird die Prämie einfach weitergereicht (sofern es keine alten Verträge sind). D.h. für 100 ha würde der Bauer etwa 35.000 € bekommen. Wenn 50% gepachtet sind, kann er quasi die Hälfte direkt wieder abgeben. Der Rest des Geldes sorgt dann für niedrige Preise für Agrarprodukte. Ist sogar wissenschaftlich erwiesen und Verbesserungsvorschläge gibt es auch, die die Pachtpreise nicht angreifen und dem Landwirt ein höheres Einkommen ermöglichen. Dazu gehören beispielsweise Betriebsmittelsubventionen oder die 2. Säule der EU-Subventionen. Warum das vom Bauernverband jedoch vollkommen ignoriert wird…keine Ahnung…

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        ja, die Kapitalisierung der Betriebsprämien ist in der Tat ein großes Problem.
        Die Prämien gehören den Bewirtschaftern. Doch die Verpächter sind ja in der Regel ehemalige Landwirte, die sehr gut Bescheid wissen. Sie sind auch meistens noch Mitglied im Bauernverband und damit erklärt sich, warum der Bauernverband da in einer Zwickmühle steckt. Es allen Recht zu machen ist halt meist die schlechteste Lösung.

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      • Crux sagt

        Warum sollte das Geld bei den Bauern ankommen? Sind das die Schwächsten in unserer Gesellschaft? Und falls es für den ein oder anderen Bauern zutrifft: warum ist das so? Vielleicht deswegen, weil er oder sie bei ihrer Entscheidung den elterlichen Betrieb zu übernehmen schon die Almosen eingeplant hat? Wie viele Bauern haben sich auf der anderen Seite in den letzten Jahren Dumm und Dämlich verdient? Und wären nicht eigentlich viele dieser Bauern gerne bereit auf Zahlungen zu verzichten, wenn sie leichter Flächen pachten könnten?

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  4. Crux sagt

    Mir kommen die Tränen… Bei jedem Beamten kannst du auch im Internet nachlesen, was er verdient… Und der arbeitet auch. Mehr oder weniger gut. Wie jeder Bauer eben.

    (Sorry, ist etwas spöttisch… Ich halte auch wenig von der Veröffentlichung der Zahlungen. Aber noch mehr ärgern mich Selbstmitleid und Jammern!)

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Crux,
      sorry wenn Du das mit Selbstmitleid verstehst. War und ist nicht meine Absicht.
      Meine Wahrnehmung ist, dass oft die Bauern selbst ein Problem haben zu den Direktzahlungen zu stehen.
      Und dann gibt’s die Rufer nach dem Ausmerzen derselben.
      Aber die Seite mit der persönlichen Auflistung der Beamten (mit Namen und Adresse) würde mich näher interessieren.
      Vielleicht andere auch noch hier. Wie ist die Internet-Adresse?

      Alois

      3+
      • Crux sagt

        Ja, weg mit den staatlichen Zahlungen. Unsere Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Straßen, Internetverbindungen… haben’s nötiger. Und alle haben was davon. Auch die Bauern!

        Die Pflege der Bergwiesen lasst Euch von den lokalen Tourismusverbänden honorieren. Ohnehin ist das Allgäu nicht das Armenhaus Deutschlands. Auch die dortigen Bauern nicht. Und falls sich der Betrieb nicht rechnet: es steht dort niemand auf der Straße der arbeiten will.

        Die Beamtengehälter findest du auf jeder Gewerkschaftsseite. Die braucht man noch nicht mal individuell auszuweisen.

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        • Bauer Willi sagt

          Hallo Crux
          Super Steilvorlage! Der Artikel zur Abschaffung der Subventionen ist schon fertig. Aller Subventionen.

          Den Vorschlag mit den Tourismusverbänden meinst du ja nicht wirklich ernst, oder?

          Alois geht es ja um die individuelle Ausweisung der Gehälter, so wie bei uns Landwirten. Mit Namen und Adresse.

          Ansonsten ein eher schwacher Kommentar. Du kannst das besser…
          Bauer Willi

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          • Crux sagt

            Doch, das mit den Tourismusverbänden meine ich ernst! Warum sollst du als NRWler dafür bezahlen, dass die Allgäuer, Österreicher oder Südtiroler Tourismusindustrie an schönen Landschaften verdient? Bei deinem Urlaub vor Ort bezahlst du ohnehin nochmals für die deswegen überteuerten Hotels. Ist wie mit der Kapitalisierung der Direktzahlungen…

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            • Alois Wohlfahrt sagt

              Da ist nix überteuert.
              Urlaub im Allgäu ist jeden Cent wert!

              Alois 😉

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              • Crux sagt

                Aber sicher! Wenn’s gerade nicht regnet… Bin eben über einen Zeitungsartikel gestolpert: im Algäu sind die Bodenpreise auch schon explodiert. Und dann gibt’s dort auch schon 1000-Kuh-Betriebe. Und der Flächenfraß… (Immer diese Baulandverkäufe…)

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                • Sandra Schobel sagt

                  wenn es im Allgäu nicht regnet, wird Gülle gefahren….. ;o)

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                • Alois Wohlfahrt sagt

                  Halt, halt. Die 1000 Kühe ist in Oberschwaben. Das gehört nie und nimmer mehr zum Allgäu.
                  Bei den Bodenpreisen hast Du recht. Da saniert sich auch schon mal ein Landwirt. Hat jetzt aber nichts mit Subvention zu tun. Das ist ein freier Markt.

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                • Crux sagt

                  Das Unterallgäu ist also nicht im Allgäu? Und das Allgäu ist nicht in Oberschwaben?

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                • Crux sagt

                  Ich habe mich auf Bad Grönenbach (Unterallgäu) bezogen!

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                • Alois Wohlfahrt sagt

                  Ah ja, da hast Du Recht. Den gibt’s ja auch schon jahrelang und ist inzwischen ein beliebstes Ausflugsziehl für bäuerliche Organisationen.

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            • Monika sagt

              Hallo Crux,
              auch in NRW gibt es viele Landschaften, deren Pflege und Erhaltung öffentlich gefördert wird. Eifel, Sauerland, Teutoburger Wald, Davert, Hohe Mark und Schwalm-Nette-Gebiet sind nur einige davon. Und die Landschaftspflege dient nicht nur mehr oder weniger saisonalem „Fremdenverkehr“, sondern auch den Ortsansässigen in ihrem Wohnumfeld oder sonstiger Naherholung abends oder am Wochenende – z. B. den vielen Joggern oder Hundeausführern bei ihrer abendlichen Runde.
              Man sollte sich auch vor Augen halten, dass in Deutschland das Betreten des Waldes und nicht genutzter Flächen in der freien Landschaft zur Erholung den Bürgerinnen und Bürgern wald- und naturschutzgesetzlich gestattet ist. Diese somit öffentlich-rechtliche Bindung auch privater Grundstücke soll dann auch in bestimmten Fällen staatlich mit Steuergeldern unterstützt werden dürfen.
              Alternatives Zukunftsszenario: wer in einem privaten Wald- oder Wiesengebiet spazieren gehen will, muss entweder Eintrittsgeld bezahlen (direkt an den Eigentümer oder vielleicht über einen Tourismusverband?), oder das Gelände ist gesperrt, und er muss sich mit vielen Anderen die öffentlichen Grünanlagen teilen (in anderen Staaten gibt es das).
              MD

              2+
              • Alois Wohlfahrt sagt

                Hallo Monika,
                danke für den Hinweis. Flurbereinigung, Forstwegebau, Wasserwirtschaft, Bergwaldsanierung: Überall baut der Staat auf den Grundstücken der Bauern. Quasi Infrastruktur für Alle. Die Fördermittel sind zugleich Lockmittel, dass überhaupt gebaut wird, weil der Bauer mit großer Maschine fahren will. Beispiel Forstwege: sind dann ideal sind für Spaziergänger, Mountainbiker und Kinderwagen. Den Nutzen haben alle, aber die Subvention wird wieder mal den Bauern angelastet. Das ist die Crux!
                Alois

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              • Crux sagt

                Es spricht nichts dagegen, die Erbringung öffentlicher Leistungen gezielt durch den Staat zu fördern! Man sollte nur aufpassen, dass diese Zahlungen keine versteckten Einkommensbeihilfen sind, sondern lediglich Kompensationen. Ansonsten hat man genau die Art von Verzerrungen, die wir auch bei der Biogasförderung sehen. Und leider ist das so, dass zu viele Landwirte auf Ausgleichs- und Kompensationszahlungen zur Einkommenserzielung angewiesen sind. Und dann läuft zumeist was schief! Denn den Schaden hat nicht nur der Steuerzahler, sondern auch der Nachbarbetrieb, der sich nicht entwickeln kann.

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Also grundsätzlich erscheint auch für mich der Weg die staatliche „Obhut“ von den Bauern zu nehmen sinnvoller als noch mehr „Förderung“. Aber ich sehe eher die gegenteilige Entwicklung wenn es Richtung Agrarwende geht.
          Privatwirtschaftliche Vereinbarungen mit den Tourismusverbänden würden nicht viel ändern. Denn auch diese Verbände hängen am staatlichen Tropf.
          Unser bayrisches KULAP wird ja auch Vertragsnaturschutz genannt. Ich habe einen 5-jahres Vertrag der Leistung und Gegenleistung regelt. Aber der Trend geht auch bei uns im Allgäu dahin unwegsame Flächen aufzugeben. Die EU-Aufforstungsprämien lassen grüßen. Hier gibt es also sogar einen Wettbewerb zwischen den Subventionen. Das ist doch toll.
          Ach ja, einen Job brauche ich mir keinen suchen, weil ich seit der Aufgabe der Milchviehhaltung eine eigene Firma zusätzlich habe. Trotz aller Subventionen würde meine extensive Landwirtschaft keine Familie ernähren können. Ich nutze mit meinem Betrieb einfach eine Nische, die es hier im südlichen Oberallgäu gibt um den Hof weiter in Bewirtschaftung zu halten ohne von der „Wachsen-oder-Weichen-Spirale“ gefressen zu werden.

          1+
  5. Sandra Schobel sagt

    da kommt ja bei mir die Frage auf, ob du auch Bergader Bergbauernmilch lieferst… ;D
    jaja… zuviel fernsehen ist ungesund ;o)

    die sind gar nicht Bio, oder?

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Sandra,
      ich bin gar kein Milcherzeuger mehr. Bin 1996 schon auf Mutterkuhhaltung umgestiegen und mittlerweile mache ich Jungviehaufzucht.
      Und Bergader ist auch weit weg in Oberbayern.
      Aber scheinbar haben die ein gutes Bergbauern-Marketing 😉

      Alois

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      • Sandra Schobel sagt

        ich würde es eher nervig nennen – aber sie haben ihre Werbespots auch hier im „hohen Norden“ ;o)

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