Bauer Willi
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Bauernhöfe oder Agrarfabriken?

Ein Gastartikel von Prof. Dr. Alfons Balmann, der am Leibniz-Institut für Agrarentwicklung (IAMO) in Halle forscht und uns seinen IAMO Policy Brief „Bauernhöfe oder Agrarfabriken“ (PDF) zusammengefasst hat. Alfons Balmann ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des BMEL.

Thesen zur Überwindung gesellschaftlicher Kritik an der konventionellen Landwirtschaft

  • Die Vernachlässigung von Tier- und Umweltschutzproblemen heutiger landwirtschaftlicher Produktionsweisen führte zu einer Entfremdung zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft sowie dem Verlust an Deutungshoheit über landwirtschaftliche Fragen.
  • Der erforderliche Korrekturbedarf in der Produktion ist teuer, benötigt erhebliche Innovationen und lässt sich wohl nur von einem Teil der heutigen landwirtschaftlichen Betriebe bzw. Unternehmen bewältigen. Im Ergebnis führen die notwendigen Anpassungen vermutlich zu Strukturen, die derzeit als industrielle Landwirtschaft verstanden werden.
  • Bereits heute erfolgt der Großteil der deutschen Agrarproduktion nach industriellen Prinzipien. Kennzeichen sind die ausgeprägte Arbeitsteilung, hohe Kapitalintensität sowie die zunehmende Dominanz von Fremdkapital, Fremdarbeitskräften und Pachtflächen.
  • Den scheinbaren Widerspruch zwischen weiterem Strukturwandel und höheren Tier- und Umweltstandards kann die Landwirtschaft gegenüber der Gesellschaft nur auflösen, wenn sie aktiv gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Es geht nicht um Bauernhöfe oder Agrarfabriken, sondern darum, dass sich die Landwirtschaft daran orientiert, wie sie echten gesellschaftlichen Mehrwert erzeugt. Sie muss zum Vorreiter bei der Lösung von Problemen werden, anstatt Kritik hinterherzurennen.
  • Nach wie vor steckt die Landwirtschaft in einer technologischen Tretmühle, in der Produktivitätssteigerungen zu Preisdruck führen. Daran wird sich künftig wenig ändern. Insofern besteht auch weiterhin wenig finanzieller Spielraum für einzelne landwirtschaftliche Unternehmen um ohne Gegenleistung mehr gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Zudem befinden sie sich in einem sozialen Dilemma. Wenn einzelne Unternehmen höhere und teure Standards ohne eine Kompensation der Mehrkosten anstreben, benachteiligen sie sich gegenüber ihrer Konkurrenz – lokal, national wie international. Höhere Preise allein sind daher kein Mittel zur Überwindung dieser Trittbrettfahrerproblematik.
  • Zur Überwindung der Tretmühlen- und der Trittbrettfahrerproblematik braucht die Landwirtschaft die Zusammenarbeit mit Staat, Zivilgesellschaft und den Partnern in der Wertschöpfungskette.
  • Der Staat kann höhere Standards durch strengere Regeln, besondere Anreizsysteme sowie die Bereitstellung von Infrastrukturen und institutionellen Rahmenbedingungen fördern. Allerdings laufen staatliche Eingriffe allzu oft der Eigeninitiative zuwider und schaffen keine Glaubwürdigkeit, sofern nicht auch die Landwirtschaft selber aktiv an der Problemlösung arbeitet. Auch leiden staatliche Eingriffe unter geringer Zielgenauigkeit und hoher Bürokratie.
  • Subventionen können den Übergang zur Lösung bestehender Probleme erleichtern. Auf Dauer bewirken Subventionen Verzerrungen und befördern Auseinandersetzung über deren Verteilung. Gesellschaftliche Glaubwürdigkeit schaffen sie nicht. Die derzeit bestehenden Subventionen, insbesondere die EU-Direktzahlungen sind eine wesentliche Ursache der häufigen Kritik an der Landwirtschaft.
  • Eine engere Zusammenarbeit der Landwirtschaft mit Tier- und Umweltschutzverbänden kann die Möglichkeiten verbessern, Probleme konstruktiv zu lösen, Kompromisse auszuloten sowie Glaubwürdigkeit und Akzeptanz zu gewinnen. Voraussetzung ist allerdings eine Überwindung der auf allen Seiten bestehenden ideologischen Denkblockaden.
  • Trittbrettfahrerprobleme können am ehesten gelöst werden, indem gemeinsam mit dem Lebensmitteleinzelhandel und Verarbeitungsunternehmen freiwillige höhere private Standards definiert werden, wie dies im Rahmen der Auslistung von Käfigeiern im Einzelhandel oder mit Blick auf die Lebensmittelsicherheit im Rahmen von QS gelungen ist.
  • Aufgrund der unterschiedlichen Fähigkeit der landwirtschaftlichen Unternehmen veränderten gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden, ist die Landwirtschaft gefordert, sich intensiv mit den landwirtschaftsinternen Konfliktpotentialen auseinander zu setzen. Es gilt Win-Win-Lösungen zu suchen, möglichen Verlierern der Anpassungsprozesse soziale Härten zu ersparen sowie kreativen Ideen und Innovationen Raum zu verschaffen.
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145 Kommentare

  1. Eva-Maria sagt

    @bauer willi
    Wir Bauern müssen den Hintern hochkriegen?
    Warum ist es eine Bringschuld der Bauern, die Konsumenten über die Lebensmittelproduktion aufzuklären?
    Wenn der Konsument wissen will, wie seine Lebensmittel erzeugt werden, soll er doch selbst seinen Hintern hochkriegen.
    Klingt böse, ist es aber nicht!
    Hausverstand verschwindet leider mit jedem Bauernhof, der zusperrt. Bereits die 2. Generation, die nicht direkt vom Bauernhof abstammt, bzw. wenig Bezug zu Natur und Praxis hat, erleidet den Verlust an Hausverstand und den kann man an keiner Schule lehren. Auch wenn manche hochgebildeten, praxisfremde Menschen ein Vielfaches gegenüber der Bauern verdienen, sind sie doch bedauernswerte Geschöpfe. “Zurück zur Natur” und “Billa, sagt der Hausverstand” sind leider nur gute Werbeslogans, in Wahrheit bewegt sich die Gesellschaft zu ihrem eigenen Schaden immer weiter weg von Natur und Hausverstand.

    • Martin Gork sagt

      Mich würde mal interessieren, wie viele Autokäufer die Funktion ihres Motors verstanden haben,

    • Inga sagt

      Da schriebst du aber etwas wahres, liebe Eva-Maria,
      Danke, das Phänomen hat einen einen Namen,

      Hausverstand

      es wird endlich Zeit, dass mal mal darüber schrieben wird.

      Früher, nach 1968 hätte man zu dem Phänomen gesagt, oder gemeint,
      es wäre ein Überbleibsel der Hitlerdiktatur.

      Also in den 50er und 60iger, 70iger auch noch, haben die Freundinnen von der Bauersfrau (z.B. meiner Schwiegermutter) gegen Entgelt bei Feldarbeiten geholfen.

      Es waren die Generation Frauen, die vor 1915 oder -20 geboren sind.
      Finanziell hatten sie es nicht unbedingt nötig, weil sie oft auch Kriegerwitwen waren,
      aber sie sind (vielleicht noch im Kaiserreich) so erzogen worden, dass es ethisch und moralisch geboten war, in der Landwirtschaft zu helfen, weil es die Bauernfamilie nicht alleine schaffte. Mit Kinderbetreuung war ja der Bauernfamilie auch schon geholfen.

      Im und nach dem Krieg war ja auch jeder froh in der Landwirtschaft helfen zu können, wenn man nicht alleine von den Essensmarken abhängig sein wollte.

      Es war ja auch Sitte, dass nach getaner Arbeit das Abendbrot gemeinsam am großen Tisch in der Küche eingenommen wurde.

      Manche Freundin von meiner Schwiegermutter, die damals beim Rübenhacken o.ä. da war, hat sie gefragt, ob sie ihre Kinder zum Abendbrot mit an den Tisch holen dürfte.

      Und sie hat Ja gesagt!

      So werden diese inzwischen längst erwachsene Kinder auch diesen

      Hausverstand

      haben und werden ihn so es geht an ihre Kinder und Enkelkinder weitergeben.

        • Andreas Müller sagt

          Pädagogisch-soziale Ziele
          • „Blick hinter den Vorhang“: Erleben der Erwachsenen(arbeits)welt in der Pubertät
          • Auf sich selbst gestellt sein, Konflikte selbst lösen, eigene Wünsche äußern
          • Menschen erleben, die ihren Beruf in Zufriedenheit mit Engagement, Herz, Idealismus und Authentizität ausüben. Und das nicht nur aus rein wirtschaftlichen Interessen
          • Körperlich harte Arbeit „durchmachen“ und dabei eigene Kräfte einteilen lernen
          • Hofgemeinschaft erleben.
          • „Erdung“ erleben
          • Achtung vor Lebensmitteln und Tieren gewinnen
          • Und nicht zuletzt auch einfach mal drei Wochen lang etwas völlig anderes erleben!

  2. Alfons Balmann sagt

    Angesichts der bisherigen Diskussion würde ich gerne eine weitere These zur Diskussion stellen:

    “Solange sich ein Großteil der Landwirtschaft in einer Opferrolle sieht, wird sie nicht in der Lage sein, das Heft in die Hand zu nehmen und die Gesellschaft durch Eigeninitiative bei der Suche nach Lösungen für bestehende Defizite zu überzeugen. Dies geht einher mit einer weiteren Verteidigung bestehender Almosen für heutige Landwirte um den Preis, Perspektiven für eine selbstbewusste und von der Politik unabhängigere künftige Landwirtschaft zu entwickeln. Mit anderen Worten: Die Landwirtschaft riskiert eine Museumspolitik in Zeiten einer aufkommenden (Land-)Wirtschaft 4.0.”

    • Stadtmensch sagt

      Ich bin auch der Meinung, dass die Landwirtschaft nicht weiter von Technokraten dominiert werden sollte, die selbst nicht wissen was sie wollen. Unten bedauern sie noch, dass seit 2000 die Agrarsoziologie der Ökonomie und Effizienz gewichen ist und jetzt reden sie einer Landwirtschaft 4.0 das Wort? Verstehen sie nicht, dass Landwirtschaft mit Leben zu tun hat (dass sie biophil ist) und das es (noch) Menschen (Charaktere würde Erich Fromm sagen) gibt die an der Durchtechnisierung keinen rechten Gefallen finden können? Siehe Kommentar von Inga:
      “Ja, früher war es besser, als noch mehr Menschen Ahnung von Landwirtschaft hatten, weil mehr Leute mitgeholfen haben, meine Freundin und ich habemals 10 jährige ein Buch im Stall gelesen, während die Sau, die nicht im Kastenstand war, kleine Ferkel bekam. Die haben wir dann in einem Korb oder anderen dafür vorgesehen Behälter eingesammelt , damit die Sau sie nicht erdrückt.”

      Natürlich können wir die Entfremdung auf der Suche nach Sinn immer weiter treiben…
      Glücklicher werden “wir” damit nicht.

      • rebecca sagt

        Die Entfremdung wird vermutlich weniger wegen der Suche nach dem Sinn immer weiter getrieben, sondern wegen der Sucht nach immer mehr.

        Das funktioniert bei einigen wenigen auch. Aber eben nicht bei allen.

      • Alfons Balmann sagt

        Sind aus Ihrer Sicht sozial und ökonomisch Gegensätze? Und: Ist Landwirtschaft 4.0 unsozial?

        • Stadtmensch sagt

          Ist Altenpflege 4.0 mit Robotern sozial? Das Ökonomische hat uns aus familiären (meist patriarchalen) Abhängigkeitsverhältnissen “befreit”. Seitdem muss für alles Soziale Geld fließen. Es ist absehbar, dass man um ans Geld (also um an das Soziale) zu kommen, bald nicht mehr genügend Möglichkeiten hat und dann wirds unsozial.
          Naja – abwarten….

    • bauerhans sagt

      “„Solange sich ein Großteil der Landwirtschaft in einer Opferrolle sieht”

      bauern arbeiten immer und investieren nur in den betrieb,wenn sie was verdient haben,daher kommt die opferhaltung.

      • Inga sagt

        Unter Opferrolle der Landwirtschaft in unserer Volkswirtschaft vertehe ich etwas mehr:

        1.)
        Der Stundenlohn liegt weit niederiger als in der Industrie,
        auch weil man noch die teuren in der Industire hergestellten Maschinen kaufern und für viel Geld reparieren muß. Deswegen passen die Preise schon lange nicht mehr zuweinander!
        Jeder andere Arbeitnehmer bekommt seine Arbeitsmittel von Arbeitgeber gestellt!

        2.) Sie müssen nicht nur desswegen mit der ganzen Familie, auch Kindern und Großeltern mehr arbeiten.

        3.)
        Sie müssen sich die Hände schmutzig machen bei der Arbeit.
        Sie können sich bei der Arbeit nicht so chic anziehen!
        Sie haben weniger Urlaub
        Sie müssen auch am Wochenende und Nachts arbeiten.

        4.)
        Dadurch könnten sie etwas weniger Lebensqualität haben (Ansichtssache)

        5.)
        Sie haben eine gringere soziale Sicherheit!

        6.) Aber mehr Verantwortung in unserer Gesellschaft!

        Deswegen können sie sich mit einem Industriearbeiter nicht vergleichen!

        Werden sie deswegen als Opfer gesehen?

        • Inga sagt

          Auch weil sie recht wenig von deren Fachwissen verstehen!
          Aber sie respektieren das!

          ALSO

          Die Bauern haben auch Fachwissen,
          auch im Pflegen der schönen Kulturlandschaft, neben anderen landw. Aufgaben.

          Obwohl die Industriearbeiter in ihrer vielen Freizeit diese genießen,
          respektieren sie das Fachwissen der Bauern?

          Oder können sie nur während der Fahrradfahrt und dem Spaziergang durch die Feldwege
          respektlos ohne Fachwissen kritisieren?
          Woher nehmen sie sich das Recht?

    • Ehrlicher sagt

      Die Subventionen gehören abgeschafft, bis auf den Vertragsnaturschutz. Das ganze muss angekündigt und degressiv über einen längeren Zeitraum ablaufen. Für Vertragsnaturschutz muss es räumliche Grenzen mit Förderhöchstquoten geben, so dass überall sich eine standortangepasste wettbewerbsfähige Landwirtschaft entwickeln kann. Die Politik oder der Berufsstand selbst müssen dafür sorgen, dass Verordnungen wie die Düngeverordnung vernünftig umgesetzt werden. Wir haben umfangreiche Regeln die sicher umgesetzt werden müssen und wir benötigen nicht ständig neue Regelwerke. Bei den Produktqualitäten brauchen wir wieder mehr Ehrlichkeit für den Verbraucher und wer Produkte mit nicht wisenschaftlich bewiesenen zusatznutzen kauft muss hierfür auch selbst bezahlen und darf keine Quersubventionierung durch die Politik fordern. Moderne Techniken wir Criper/Cas müssen zugelassen unn d zum Wohle von Natur und Menschen eingesetzt werden. Die Landwirtschaft muss mit abnehmender Subventionierung auch entpolitisiert werden!

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Herr Balmann, danke für Ihre zwölfte These. Vielleicht eine der Wichtigsten. Unsere ganze gesellschaftliche und politische Kultur läuft ja größtenteils so ab, dass man andere dafür verantwortlich macht. Da man sich als “Opfer” sieht, fordert man von den vermeintlich Schuldigen die Zustände zu ändern. Fakt aber ist, dass man dadurch seine eigene Macht abgibt. Man macht dadurch sogar die Schuldigen noch stärker und sich selber schwächer. Siehe Subventionen. Je mehr die Zuschußgeber zahlen, desto abhängiger und schwächer werde ich. Wir haben mittlerweile sehr wohl das Problem, dass viele Landwirte sich nicht in der Lage sehen, selbst Veränderungen herbeizuführen. Die Frage ist, wie man das ändern kann ohne auf das altbewährte Mittel der Subventionen zurückzugreifen?

      Zum Thema Veränderung habe ich ein schönes Zitat von Mahatma Ghandi.

      • Christina Annelies sagt

        @ Alois Wohlfahrt Ich finde, wenn jemand verantwortlich ist für etwas, kann man ihn für selbiges ruhig auch zur Verantwortung ziehen. Das hat längst nicht immer etwas mit Opferrolle zu tun. Sondern oft auch mit Wehrhaftigkeit. Und Ihr Landwirte steht mit dem Rücken zur Wand. Für jeden Schritt von der Wand weg gibt es Prügel. Abschaffung Käfighaltung. Einführung Gruppenhaltung Sauen. Initiative Tierwohl, stetige Antibiotikareduktion etc. – Anerkennung gibt es keine, sondern der nächste Forderungskatalog liegt schon bereit. Ich würde bei den Landwirten auch gar nicht von Opfer sprechen. Sondern von Sündenböcken.

        Als Nicht-Landwirtin und von draußen Draufguckende erlaube ich mir die Aussage: Wenn morgen der Eiffelturm in Paris umfällt – wer ist’s gewesen? Genau! Der deutsche Bauer! 😉

        Das beste Beispiel ist doch der Klimawandel. Seit 25 Jahren warnen Wissenschaftler weltweit vor den Konsequenzen des menschengemachten Klimawandels, weisen auf die Ursachen hin und fordern eine Reduzierung der Verwendung fossiler Energieträger. Medienwirksam, es war nicht zu übersehen oder zu überhören.

        Was ist geschehen in diesen 25 Jahren? Die individuelle Mobilität hat zugenommen, eine ganze Billigfliegerindustrie ist entstanden, der Trend geht zum Drittauto, der globalisierte Konsum hat noch mal einen richtigen Sprung getan, und der Stromverbrauch ist nicht weniger geworden.

        Und wer ist Schuld? Schaut Euch die Berichterstattung an, diskutiert mit Euren Freunden, Bekannten, Nachbarn: Weniger Fleisch erzeugen, überhaupt, die landwirtschaftliche Erzeugung klimafreundlicher gestalten, dann wird das auch was mit der Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Das ist der aktuelle Trend in öffentlichen Meinungsbildung, und er verfestigt sich.

        Es wird die nächste gesellschaftliche Anforderung sein, die auf Euch Landwirte zukommt: den Klimawandel in Griff bekommen. Die Gesellschaft, die jahrzehntelang nichts in Griff bekommen hat und auch heute nicht bereit ist für nennenswerte individuelle Abstriche, wird versuchen, es auf Euch abzuwälzen. Bzw. sie ist schon dabei. Wehrt Euch! Und benennt die Verantwortlichen.

        Nicht Opfer. Sündenbock!

        • Alois Wohlfahrt sagt

          Opfer oder Schuld oder Sündenbock. Hängt das nicht alles zusammen? Richtig ist, dass wir Landwirte für sehr vieles verantwortlich gemacht werden, wofür wir nichts können. Ihr Beispiel mit den Klimagasen stimmt haargenau. Doch letztlich ist es auch so, dass die Landwirtschaft, oder ich als Landwirt, durchaus auch dazu beitragen kann um es besser zu machen. Und darum geht es bei der These mit der Opferrolle. Ich zitiere aus einem anderen Kommentar von Ihnen:

          > Ob Opfer, Kämpfer oder Gestalter, ob die Landwirte passiv oder aktiv sind, spielt keine Rolle, da sich das Heft des Handelns momentan nicht in ihren Händen befindet.

          Dies ist der Grundstoff für Resignation. Ich frage Sie, wem hilft eine solche Resignation?

          • Christina Annelies sagt

            @Alois Wohlfahrt Es ist eine Zustandsbeschreibung, über die man sich im Klaren sein sollte. Sie haben meinen zweiten Satz nicht hinzugefügt: “Es tut sich einiges, aber die herrschende Meinung gibt die Marschrichtung vor.” Die Resignation haben Sie abgeleitet.

        • Stadtmensch sagt

          @Christina Annelies
          Sie sagen:
          “Seit 25 Jahren warnen Wissenschaftler weltweit vor den Konsequenzen des menschengemachten Klimawandels, weisen auf die Ursachen hin und fordern eine Reduzierung der Verwendung fossiler Energieträger.
          Was ist geschehen in diesen 25 Jahren?”

          Siehe oben Alois’ Zitat von Mahatma Ghandi:
          „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst in dieser Welt.“
          Das ist doch gut Kantisch. Da hat man doch etwas, um sich (nicht andere) aus dem “Sumpf” zu ziehen 😉

          Vorbild sein – nicht Meckern. Wie bei der Kindererziehung 😉

          • Christina Annelies sagt

            @ Stadtmensch Lange-lange Jahre war ich geradezu Vorbild. Nicht meckern, sondern klotzen, das war mein gelebtes Motto, die Bahn und die Öffentlichen die Fortbewegungsmittel meiner Wahl. Genutzt hat es – nüscht. Hat es den Kindern in meinem Umfeld und anderen zum Vorbild gereicht? Nö, nicht die Bohne. Heutzutage fliegen die lieben Kleinen schon in der 8. Klasse zum Schüleraustasuch nach Paris, und die Eltern haben damit kein Problem – essen aber weniger Fleisch und schonen damit die Umwelt :-). Was für ein phantastascher Ablasshandel, der da gerade abläuft. Die Renaissance-Päpste hätten es nicht besser erfinden können.

            Interessieren mich daher irgendwelche klugen Sprüche von Gandhi und Konsorten? Nö. Darf ich meckern? Oh ja, und wie! Wie bei der Kindererziehung. 😉 Was kantisch ist, weiß ich nicht. Vermutlich meinen Sie Immanuel. Aber der interessiert mich nicht.

    • Christina Annelies sagt

      Hallo Herr Prof. Dr. Balman, mich würde interessieren: Wie sieht Ihrer Meinung nach das Heft des Handelns aus?

      Hier eine These, die eigentlich ein Fazit ist von drei Jahren intensiver Diskussionen in den Sozialen Medien sowie Medienbeobachtungen: Ob Opfer, Kämpfer oder Gestalter, ob die Landwirte passiv oder aktiv sind, spielt keine Rolle, da sich das Heft des Handelns momentan nicht in ihren Händen befindet. Anders ausgedrückt: Es tut sich einiges, aber die herrschende Meinung gibt die Marschrichtung vor. Dies wird vermutlich noch eine Weile so weitergehen. Selbst wenn sich der gesammelte Bauernstand mit für alle Probleme optimalen Lösungen aufwartet, wird es dauern, die Menschen zu überzeugen. Ein Einstellungswandel der Öffentlichkeit dauert eine ganze Generation. Bis dahin wird eine gesellschaftliche Forderung nach der anderen umgesetzt worden sein. Da viele längst nicht immer kompatibel sind mit kleineren (Familien)Betrieben, dürfte dies den Strukturwandel hin zu großen Einheiten beschleunigen. Beispiele sind die Auslistung von Käfigeiern und die Einführung der Gruppenhaltung von Sauen.

      Dass eine Kooperation mit Tier- und Umweltschutzverbänden möglich ist, erscheint mir per se ausgeschlossen. Die Existenzgrundlagen dieser Organisationen basiert darauf, dass Flora und Fauna geschunden werden. Die für ihren Unterhalt überlebensnotwendigen Spenden fließen nur so lange, wie etwas im Argen liegt, das es zu beheben gilt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass das Interesse an einer partnerschaftlichen Problembehebung nicht sonderlich ausgeprägt sein dürfte. Wenn es um das eigene Portemonnaie geht, wird es schnell prosaisch. Das ist bei vielen Verbrauchern, die allen Bioladen-Lippenbekenntnissen zum Trotz doch lieber preiswert im Discounter kaufen, nicht viel anders als bei NGOs.

      Übrigens erachte ich Ihre Aussage, die Vernachlässigung von Tier- und Umweltschutzproblemen heutiger landwirtschaftlicher Produktionsweisen führe zu einer Entfremdung zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft, in dieser Form als wenig konstruktiv. Alleine in den vergangenen zehn Jahren haben die Landwirte zahlreiche Vorschriften zur Verbesserung von Tierwohl und Umweltschutz umgesetzt. De fakto kann man nicht von einer Vernachlässigung reden, ganz im Gegenteil. Es hat sich so viel verändert, dass es beispielsweise bei Eiererzeugern und Sauenhaltern zu zahlreichen Betriebsaufgaben gekommen ist, was den Strukturwandel weiter befeuert hat. Ich frage mich, warum Sie Ihre These so formulieren, dass sie bereits Erreichtes ignoriert? Dies entspricht zwar dem Zeitgeist, wird aber den Bemühungen der Landwirte nicht gerecht.

      Die Entwicklung und Umsetzung der Kleingruppenhaltung fand übrigens in enger Zusammenarbeit mit der Wissenschaft statt. In der Beurteilung des neuen Haltungssystems seitens der Öffentlichkeit hat dies überhaupt keine Rolle gespielt. Oder wenn ich meine vielen Facebook-Diskussionen Revue passieren lasse, z.B. zum Thema Glyphosat, dann drängt sich mir der Gedanke auf, dass Sie und Ihre Kollegen letztendlich in einem Boot mit den Landwirten sitzen: Die Arbeit der Wissenschaft wird in der Öffentlichkeit nur dann akzeptiert, wenn sie konform geht mit geländegängigen Einstellungsmustern. Google University rules! Ich frage mich, ob man allen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht werden kann und darf.

      • Alfons Balmann sagt

        Ich glaube es ist wichtig folgende Punkte auseinander zu halten:

        1. Sie sprechen das Engagement in sozialen Netzen an. Das ist wichtig. Aber es reicht nicht. Bestimmte Probleme im Tier- und Umweltschutz schlagen immer wieder zurück solange sie ungelöst sind. Parallel dazu wirken die bestehenden Pfründe der Landwirtschaft (z.B. Direktzahlungen, der rechtliche Rahmen,…); denn diese wecken Begehrlichkeiten. Nicht umsonst hat Frau Hendricks ihre Bauernregeln an dem Tag veröffentlicht, an dem die EU Kommission ihre öffentlichen Konsultationen gestartet hat. Solange diese beiden Angriffspunkte wirken, rennen Sie in sozialen Netzen immer wieder gegen Mauern – selbst wenn man annähme, dass die Adressaten Ihrer Arbeit im Netz halbwegs zugänglich für Ihre Argumente sind.

        2. Sie verweisen auf die Leistungen der Landwirtschaft im Bereich Tier- und Umweltschutz. Natürlich gibt es diese. Sie sind sogar beachtlich. Teilweise haben sie einen hohen Preis, weil viele Landwirte deswegen aufgegeben haben. Teilweise werden sogar Irrwege beschritten. Auf der anderen Seite steigt aber auch der Druck. Die Milchleistungen, die Ferkelzahlen, die Tageszuwächse in der Mast sind teilweise dramatisch angestiegen. Dadurch steigen die Ansprüche an die Technik wie auch an den Faktor Mensch. Zugleich haben wir eine enorme Konzentration der Tierhaltung auf bestimmte Regionen mit der Folge, dass Nährstoffflüsse entsprechend “gesteuert” werden müssen oder Ställe mit entsprechenden Filtern ausgestattet werden müssen, damit sich die Emissionen nicht zu negativ aus Gewässer und Natur auswirken. Im Pflanzenbau gibt es zunehmende Resistenzprobleme, weil in manchen Regionen die Fruchtfolgen zu sehr auf kurzfristigen und den eigenen Gewinn ausgerichtet wurden. Man könnte die Liste verlängern. Bei all diesen Themen muss sich meines Erachtens die Landwirtschaft fragen, ob sie selber bei der Lösungssuche voran schreiten will oder ob sie abwartet und die Lösungssuche der Politik überlässt. Wenn die Landwirtschaft hierbei das Heft in die Hand nehmen will, dann kommt sie nicht umhin, sich intern auseinander zu setzen. Dann darf es nicht mehr dazu kommen, dass erst NGOs oder der Wissenschaftliche Beirat fordern müssen, dass z.B. Einarbeitungszeiten bei der Gülle weiter reduziert werden, sondern die Landwirte müssen Wege finden, wie sie selber derartige Kritikpunkte rechtzeitig lösen. Und dabei können ja durchaus auch für eine begrenzte Anzahl von Betrieben ohne Anpassungsperspektiven Übergangslösungen geschaffen werden. So können dann vor allem diejenigen Betriebe, die etwa heute als Massentierhalter beschimpft werden ihre gesellschaftlichen Leistungen herausstellen.

        • Ehrlicher sagt

          Das wir ein Umsetzungsproblem haben ist unstrittig, da wird Gülle nach Mais selbst von höchsten Bauernverbandfunktionären bzw in ihren Betrieben gefahren und Biobetriebe schaffen das Gleiche. Wir brauchen innerhalb des Berufsstandes eine Kodexdiskussion, wie wir mit Verfehlungen umgehen. Mein Vorschlag wäre z.B. die Einfürung von regionalen Ombudsmännern, bei denen Verstöße gemeldet werden und der die entsprechenden Betriebe auf die nicht eingehaltenen Regeln in der ersten Mahnstufe mit Steigerungsmöglichkeiten! Das aber überall dort wo die NGOs Tier- und Umweltschutzprobleme sehen auch welche sind sollte ein Professor erst einmal sachlich prüfen und bei Zielkonflikten diese analysieren und bennen. Es reicht nicht aus aus vielen nichtrepräsentativen Studien eine Metastudie zu bilden und zu behaupten die Signifikanz bzw Aussagekraft wäre nun gegeben, das ist statistisch falsch und unwissenschaftlich. Und wer zu arbeitsintensiveren Verfahren zurück will der muss sagen mit welchen Stundelohn er dieses bei welchen Ausbildungsniveau bzw Lohnanspruch er rechnen will. Da wird die Luft dann dünn für all die Theoretiker mit Stundenlöhnen jenseits der 30 €

        • Christina Annelies sagt

          Hallo Prof. Balmann, es stimmt, was Sie sagen: Es gibt zahlreiche Probleme, und die müssen dringend behoben werden. Natürlich geht es nicht ohne die Einsicht und aktive Mitarbeit der Landwirte.

          Das ist das eine. Der Unterschied zu anderen Branchen ist allerdings, dass die Landwirtschaft in der öffentlichen Meinung schon lange als ein einziges Problem dargestellt bzw. wahrgenommen wird. Differenzierungen haben keine Konjunktur (Ausnahmen bestätigen die Regel). Aber indem die vielen Veränderungen bzw. Verbesserungen oder der Wille vieler Landwirte, sich zu bewegen, seitens Medienberichterstattung, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft kaum kommuniziert werden, wird sich nichts ändern. Wie denn auch? Die Deutschen wissen nicht, was sich bereits getan hat und was in Arbeit ist. Sie wissen auch nicht um die Kosten und Mühen. In Verbindung mit der oftmals totalen Entfremdung der Deutschen von der Lebensmittelerzeugung bleiben die gesellschaftlichen Anforderungen so, wie sie sind, werden in die Politik transportiert und in Erlasse gegossen. Manche sind richtig und wichtig, bei vielen fragt man sich.

          Wie beim Filtererlass. Was soll der Einbau von Abluftfiltern, trotzdem emissionstechnisch keine Grenzwerte überschritten werden und auch sonst nichts gegen einen neuen Schweinestall spräche? Das leuchtet einem erst dann ein, wenn man weiß, dass sich um eine verkappte Maßnahme des grünen Landwirtschaftministeriums zur Reduzierung der Viehbestände ist. De fakto wird der Filtererlass das Höfesterben weiter anheizen, weil sich viele Landwirte diese Investition nicht leisten können. Und so wird eine Sau nach der anderen durch das Dorf getrieben. Ob zu Recht oder nicht, sei mal dahingestellt.

          Das mit den sozialen Medien sehe ich übrigens ganz anders. Die Diskussionen dort sind unter dem Strich ungemein frustrierend. Und die Plakataktion von Ministerin Hendricks hat den aktiven Landwirten regelrecht einen Tiefschlag versetzt. Nichtsdestotrotz ist es m.E. wichtiger als je zuvor, sich dort aktiv einzubringen, auch wenn man dafür einen sehr langen Atem braucht und ein dickes Fell. Die Sozialen Medien haben Revolutionen befeuert, siehe den Arabischen Frühling. Es ist m.E. die einzige Plattform, die zudem eine enorme Reichweite hat, auf der Landwirte für sich sprechen, ihre Arbeit erläutern, Missverständnisse ausräumen und für Verständnis werben können. Das tut sonst kaum einer!

          • Stadtmensch sagt

            >>”und auch sonst nichts gegen einen neuen Schweinestall spräche”

            https://www.welt.de/wirtschaft/article156928198/Deutschland-produziert-Rekordmenge-an-Fleisch.html

            Kommen sie mal raus aus ihrer Parallelwelt!

            Zum Thema “Soziale Netze” fällt mir ein passender Absatz aus einem sehr lesenswerten Buch ein (ich nerve, das ist mir schon klar):

            “Unsere Atomisierung ist somit die Bedingung des wirtschaftlichen Wachstums. Während die Kommunikation mit wirklich anwesenden Menschen ein Opfer des immer hektischeren Arbeitslebens und der alle sozialen Verbände zerzausenden Mobilität wird, erlauben Mobiltelefone und Internet gerade noch einen minimalen Informationsaustausch, der das System vor dem Kollaps rettet. Während die Menschen sich immer fremder werden, laufen wenigstens die Dinge zwischen ihnen noch weiter.”

    • Martin Gork sagt

      Sind Sie unter anderem Pressesprecher des BUND?
      Nach der Opferrolle habe ich aufgehört zu lesen, irgendwie kommt inhaltlich nicht viel von Ihnen.
      Wie haben Sie es in den WBR geschafft?
      Reicht es mit Mainstreammeinung und Polemik?

      • Alois Wohlfahrt sagt

        Sie versuchen mit Ihren Unterstellungen die Person Balmann zu treffen, bringen aber selbst keine Argumente.

    • Mark sagt

      “Eine These ist ein Gedanke oder Satz, dessen Wahrheitsinhalt eines Beweises bedarf. ” Wiki Der Verfasser dieser These ist gehalten, diesen Beweis zu erbringen. Für mich stellt die These lediglich eine Aneinanderreihung unbewiesener, teils falscher Aussagen dar, die in Summe keinen Sinn ergeben. Beweisen sie mir das Gegenteil.

  3. ina sagt

    Warum zeigt der Beitrag die Spannungsfelder nur am Rande auf: Aussenklimastall => Anstieg der Emissionen => erschwerte Baugenemigung; Edelteilpickerei der Verbraucher mit niedrigeren Margen für weniger begehrte Teilstücke und Vermarktung über den Spotmarkt (auch bei Bio-Schweinen); Verzicht auf Soja aus Brasilien und Anstieg der Futterkosten zu Lasten der Nachhaltigkeit; mangelhafte Verteilung wertvoller org. Dünger durch Güllebehälterbauverbot im Aussenbereich; Verschärfung der TA-Luft, die investitionswilligen Landwirten die Luft an auskömmlichen Produkterlösen nimmt usw, usw. (Ab S. 288 im Sachverständigengutachten des BMEL zur Zukunftsfähigkeit der Dt. Tierhaltung). Problemfelder aufzeigen, ohne echte Lösungsansätze, helfen nicht!

    • Martin Gork sagt

      Der Herr ist Ökonom, wie die Landwirtschaft seine Meinungen umsetzen soll, das steht nicht zur Disposition, ebenso wenig wie die Aufklärung.
      Frag mal einen aus der VW Postabteilung zum Problem der Abgase, der wird ähnlich antworten wie unser Agrarökonom.

  4. Der Brandenburgbauer sagt

    Mit den meisten Meinungen im Blog bin ich heute, gar nicht einverstanden. Der Mehrheit der Verbrauche, ich schätze 90% ,ist die Landwirtschaft egal. Hauptsache, wir haben billig und sehr gut zu essen.
    Die Unzahl von Natur
    und Umweltverbänden und NOG,s suggeriert, den einflussreichen Politikern, das Ihre Auffassung von Landwirtschaft der Wille der Verbraucher ist. Ist er nicht. Sie wollen mit einer Minderheit Ihre antilandwirtschaftlichen Ziele durchsetzen. Ist meine Meinung.

    • Paulus sagt

      @ Brandenburgbauer
      Vom Prinzip her bin ich nah bei dir. Meine Erfahrung ist, dass gerade die Biofraktion am wenigsten Ahnung von der Landwirtschaft hat. Was hier nicht thematisiert wird ist die Vielzahl landwirtschaftlicher Verbände, die inflationäre Anzahl irgendwelcher Zertifizierer und Vergeber irgendwelcher Siegel sowie die unzähligen fragwürdigen NGO‘s. Da blickt doch schlicht keiner mehr durch.
      Wir haben eine gute Freundin, die ist Ökotrophologin und hat sich intensiv mit dem Thema befasst. Soll ich dir sagen wo sie mittlerweile einkauft?
      Die landwirtschaftlichen Verbände haben sich das Heft des Handels aus der Hand nehmen lassen und werden es nach meiner Auffassung nicht wieder gewinnen.
      Mit der ehem. CMA hat man ein Instrument aufgegeben auf dem man gemeinsam hätte aufbauen können; ist aber Schnee von gestern.
      Prof. Balmann hat aus seinem Elfenbeinturm heraus gut schwätzen. Das Einzige was mich annähernd überzeugt ist die geschickt verborgene Aussage, dass es sich um ein gesellschaftliches Problem handelt. Dafür ist die Landwirtschaft aber nicht zuständig. Oder wollt ihr das auch noch leisten? Den Ausblick in die Zukunft erspare ich mir.

  5. Andreas Schmid sagt

    Eine enge Zusammenarbeit mit den Tier- und Umweltschutzverbänden wird nur unter staatlichem Zwang funktionieren. Da eine enge Zusammenarbeit mit uns Landwirten die Spendenbereitschaft der Mitglieder stark sinken lässt.

    • Martin Gork sagt

      Oder man arbeitet wie VW und Co mit diesen Organisationen -> Geld.
      Mehr interessiert die nicht, für die Umwelt leisten weder BUND, Greenpeace oder der Nabu heute noch irgendetwas, die Zeiten sind vorbei. Schlimmer noch, die arbeiten heute gegen Umweltschutz.

  6. Friedrich sagt

    Typisch Proffessor , klug reden , aber auch keine Lösungen und wenn , dann müßen sich die Bauern das selber ausdenken. Auch die Aussage mit den Betriebsprämien gilt nicht für die Geflügel -und Schweine- halter, denn für den Acker gibt es Prämien , nicht für die Tierhaltung. Ohne Schweine würde ich genauso viel Prämie bekommen , wie mit. Deshalb ist das, was sich unsere Verbraucher wünschen auch nicht umsetzbar . Ohne ordentlich Geld in die Hand zunehmen, können halt die Träume nicht umgesetzt werden. Auch braucht das eine Regelung innerhalb der EU. Wir haben ja schließlich einen EU-Markt. Leider wird das immer wieder vergessen. Vergessen wird auch immer , daß unser Vor- und Nachgelagerte Gewerbe der Landwirtschaft, einschl. des LEH sich immer verdrücken , wenn es drauf ankommt. Ohne die alle geht die Umsetzung sowieso nicht. Der LEH kauft sich doch lieber bei den NGOs frei , als was für die Bauern zu tun. So ist es doch mit allen von uns abhängigen Branchen. Um in Zukunft dem Neid und Mißgunst unserer lieben Mitmenschen zu entgehen , muß die Prämie weg und durch gute Marktrahmenbedingungen ersetzt werden , damit der Bauer das Geld am Markt erwirtschaftet und der Verbraucher auch Marktpreise bezahlt. Was nichts kostet ,ist auch nichts Wert !! Die Politik hat mit der Veröffentlichung der Prämien im Internet diese Neiddebatte erst in Gang gesetzt. Wenn man bessere Preise für die Bauern hätte haben wollen , warum hat man dann die Milch- und Zuckerquote abgeschafft ? Jetzt erzielen die Bauern durch den zusäztlichen Marktdruck noch weniger für ihre Produkte. Das ganze ist doch eine verlogene Politik. Es wird mehr verwaltet , als regiert.

  7. Schweinebauer Piet sagt

    Moin, Agrarfabriken . Massentierhaltung un so weiter sind glaube ich die Begriffe, die uns Probleme bereiten. Auch ein großer Bauer kann sehr gut sein und das müssen wir der Bevölkerung klar machen! !!

  8. bauerhans sagt

    “Die derzeit bestehenden Subventionen, insbesondere die EU-Direktzahlungen sind eine wesentliche Ursache der häufigen Kritik an der Landwirtschaft.”

    das sind keine subventionen,sondern zahlungen für die einhaltung der cc-richtlinien und darüber hinaus gehende programme wie z.b. vielfältige fruchfolgen oder blühstreifen.
    interessant ist auch,dass die landwirtschaft nicht in der kritik steht, “subventionen abzugreifen”,sondern bauern geniessen hohes ansehen bei der bevölkerung.

    • Josef sagt

      Ein Tierhalter hat wesentlich mehr CC Auflagen einzuhalten, als ein Ackerbauer. Die Direktzahlungen sind aber für beide gleich hoch. Wie erklären sie das?

      • bauerhans sagt

        schweinehalter haben wohl weder fürs spaltenaustauschen,noch für die gruppenhaltung der sauen zuwendungen bekommen,strohhaltung wird bezuschusst.
        überigens,schweine ohne QS wird man hier immer noch ohne preisabschlag los.
        das hat eindeutig damit zu tun,schweinefleisch unattraktiv zu machen,siehe schulessen.
        und auch rinderhalter bekommen für stroheinstreu zuschüsse,grünlandbewirtschaftung mit auflagen wird auch bezuschusst,hier ist kein grünland mehr zu pachten.
        obstbauern bekommen richtig knete fürs schulobstprogramm,einschliesslich lagerung.
        das ist wohl politisch so gewollt.

        • Josef sagt

          Meine Frage war, wieso die DZ, deiner Meinung nach ein Ausgleich für die CC-Richtlinien, für Tierhalter und Ackerbauern gleich hoch sind, wo doch Tierhalter wesentlich mehr CC-Richtlinien zu beachten haben. Dann bleib halt einmal bei einem Thema und komm nicht mit QS, Stroheinstreu, Grünland und Obstbau daher. Das hat mit DZ nichts zu tun.

  9. Josef sagt

    “Die derzeit bestehenden Subventionen, insbesondere die EU-Direktzahlungen sind eine wesentliche Ursache der häufigen Kritik an der Landwirtschaft”, stellt Der Herr Professor fest. Bei der letzten GAP Reform war er einer von denen, die jede Änderung der Flächenzahlungen ablehnten.

    • Martin Gork sagt

      Wie bekommt man Forschungsgelder und einen Posten in einem wissenschaftlichen Beirat?

      Vom WBR hätte ich mir mehr Problemlösungen auf wissenschaftlicher Basis gewünscht, auch wenn diese eben der “gesellschaftlichen” (NGO) Kritik entgegen stehen.
      Konflikte lassen sich eher durch Aufklärung lösen aber in Deutschland muss man sich in Zukunft entscheiden, ob man Nahrungsmittel erzeugt oder Unkrautsteppen für die “Allgemeinheit”. Gemeinwohlprämie
      Diese Wohlfühlprämie der Spaßgesellschaft wird so lange Akzeptanz haben, bis die Kritik an der Nichterzeugung von Nahrungsmitteln in einer Gunstregion zum größeren Kritikpunkt wird.
      Wir Landwirte sitzen auch dann wieder auf der medialen Anklagebank, Biogas sollte ein mahnendes Beispiel sein!

      • Stadtmensch sagt

        Ihr “modernen Landwirte” sitzt vor allem deshalb auf der “Anklagebank”, weil ihr euch aus purer Ideologie für Konzerninteressen entscheidet (Ackergift statt Wissen, Monopolstrukturen statt sinnvolle Beschäftigung für Viele, Externalisierung der Kosten von nicht nachhaltiger Produktionsweise) und sie zugleich anprangert (Billig-Importe ohne Auflagen erzeugt). Das Bodenprofil im Nachbarbeitrag sagt alles: vollkommen hinüber, das sieht ein Blinder mit Krückstock, reines Pflanzsubstrat das Zeug)

        “Wohlfühlprämie der Spaßgesellschaft”, Tss!

        • Bauer Willi sagt

          Das mit dem Bodenprofil und dem Pflanzsubstrat verstehe ich nicht. Ist grad zufällig mein Acker. Was soll daran “hinüber” sein und was sieht ein Blinder mit Krückstock? Sie sprechen in Rätseln…
          Dito: “Wohlfühlprämie der Spaßgesellschaft”. Geht es etwas konkreter und für jeden (auch für mich) verständlicher?
          Bauer Willi

          • Stadtmensch sagt

            >>”Wohlfühlprämie der Spaßgesellschaft“
            Das ist ein “Kampfbegriff” eines geschätzten Mitforisten aus dem Baukasten für idelogische Grabenkämpfe, auf den ich mich bezogen habe.

            >>für jeden (auch für mich) verständlicher
            Hier wird mir schon wieder unterstellt, ich würde alle außer mich für blöd halten

            Die ersten 40 cm des Bodenprofils stimmen so gar nicht mit den “idealisierten Vorstellungen” einer Spaßgesellschaft überein, die Filme wie “Humus – Der Film” produziert. Können Sie mir hier weiter helfen?

            • Bauer Willi sagt

              Gerne! Es handelt sich um einen aluvialen Lößlehm mit hohem Schluffanteil. Ich habe es in dreißig Jahren geschafft, den Boden von 1,8% auf 2,3% Humus hochzubringen. Können Sie ja mal in Prozent ausrechnen. Den Film “Humus” kenne ich nicht, aber Humus kann man nicht erkennen, den muss man messen, zumindest wenn es sich um Acker handelt. Moorboden hat natürlich einen wesentlich höheren Humusgehalt, Schwarzerde auch, was aber mit der Entstehungsgeschichte dieser Böden zusammenhängt. Und mit dem Wasserhaushalt und anderen Dingen. Die oberen 30 cm sind deshalb dunkler, weil sich hier der meiste Humus befindet. Die organische Masse wird ja durch die Bodenbearbeitung nur in diesem Horizont verteilt. Darunter können ihn nur die Regenwürmer verlagern. Die gehen bei unseren Verhältnissen bis 1,5 m, aber weiter unten fehlt ihnen dann der Sauerstoff. Übrigens liegt der pH-Wert bei 6,8 bis 7,0, was für Lößlehm ideal ist.
              Im Normalfall wird bei uns nicht gepflügt, weil das Humus abbauen würde. Wir lockern den Boden auf 15 cm und bringen dort die organische Masse hin, weil dort die Umsetzung schneller geht und es nicht zu saurem Milieu kommt. Wenn man den Boden durch Pflügen umdreht, kann es dazu kommen, weil das Pflanzenmaterial ja nach unten kommt, wo es nicht so gut von den Bodenlebewesen umgesetzt werden kann.
              Wenn Sie noch mehr Fragen haben: gerne!
              Bauer Willi

            • Andreas Schmid sagt

              Ich finde den Boden auch gut. Ich habe auch Ecken mit über 10% Humus, aber jeder Boden ist anders. Meistens habe ich viel weniger. Für den Boden von Willi sind nun mal die 2,3% Super. Das schlechteste was man machen kann, solche Dinge über einen Kamm scheren und in ein pauschales Gesetz gießen.

            • Martin Gork sagt

              Youtube-Universität…
              Landwirtschaft erlernt man gewiss nicht mit Filmen wie
              “Humus – Der Film”
              Lächerlicher kann man sich wirklich nicht machen, denn gerade das Thema Humus ist so komplex, da zerreiben sich ganze wissenschaftliche Generationen dran.

              Eines kann man grundlegend dazu sagen, mit der neuen Düngeverordnung wird es keinen Humuserhalt auf deutschen Feldern mehr geben können, mit dem immer weiter schwindenden organischem Dünger aus der Tierhaltung auch nicht.
              Was Generationen in Deutschland an humosen Flächen aufgebaut haben wird ein Generation von Youtube und Greenpeace Gelehrten zerstören. Und das mit vollem Wissen! Oder besser Unwissen, denn Lehrstoff der Naturwissenschaften zu dem Thema sind für diese Spaßgesellschaft zu umfassend und passen in kein Youtube Video.

            • Stadtmensch sagt

              @Herr Müller:
              jetz machen sie sich aber komplett lächerlich
              😉
              Moderne Landwirtschaft heißt Marktwirtschaft
              Raps,Rübe,Raps,Rübe (siehe nebenan)
              Zwischendurch noch vernünftig das Unkraut totspritzen.
              Dass es “nachhaltig” ist sieht man doch daran, dass immer wieder was wächst…

          • Schmeckt gut sagt

            @Stadtmensch, bitte klar benennen, was stimmt an den oberen 40 cm nicht? Langsam wird es unerträglich. Sobald klare Argumente gefragt sind, wird es persönlich (ich sehe den klaren Vorwurf, dass Bauer Willi seinen Boden schlecht behandelt – dies sehe ich in keinster Weise. Schon mal im Schweiße des Angesichts ein Bodenprofil ausgebuddelt?)

            • Stadtmensch sagt

              @Schmeckt gut
              Ich weiß gar nicht, wieso Sie sich hier rein hängen. Ich wollte von Bauer Willi wissen, ob er mir den Unterschied zwischen seinem Boden und einem gesunden Boden, wie er in diversen (wie soll ich das nennen?)-Publikationen dargestellt wird, erklären kann.
              Eine Spatenprobe wird mit dem ausgemergelten Krümelzeugs, das ich da erkenne, wohl kaum möglich sein.
              Aber er hat ja schon mehrfach betont, dass er nicht jedem dahergelaufenen Deppen erklären muss, was wie zu sein hat.
              Ich vergieße übrigens seit Jahren viel Schweiß mit der Herstellung von Boden.

              >>Langsam wird es unerträglich
              Wie bitte? Darf ich einen Dr. August Raggam zitieren?
              “Unsere gesamten europäischen Ackerböden sind Wüsten”

            • Bauer Willi sagt

              @Andreas Müller
              Die Antwort finden Sie bei Stadtmensch. Was ist ein “organischer Bodenhorizont”. Für mein Rigorosum habe ich 500 Seiten des Standardwerkes “Bodenkunde” von Prof. Mückenhausen studiert. Die Prüfung bei diesem Professor habe ich mit 1,0 abgeschlossen. Ich kann hier leider nicht 500 Seiten zusammenfassen, da müssen Sie sich schon selbst bemühen…
              Bauer Willi

            • bauerhans sagt

              „Unsere gesamten europäischen Ackerböden sind Wüsten“

              und warum ernten wir 8 bis 10 to weizen vom ha??

            • Martin Gork sagt

              Stadtmensch: “Eine Spatenprobe wird mit dem ausgemergelten Krümelzeugs, das ich da erkenne, wohl kaum möglich sein.”

              Bevor Sie mit Humus anfangen, fangen Sie doch bitte mal mit Bodenarten an…

              Unglaublich welche Behauptungen heute so aufgestellt werden.
              Nicht jeder kann sich Eigner von schluffigen Lehmböden nennen…
              Warum ernten wir heute auf Sandkisten, die aus Krümelzeugs bestehen, egal wie hoch der Humusgehalt ist, 10 mal mehr als auf schluffigen Böden Afrikas, deren Humus aufgezehrt ist?

              Welche Auswirkungen haben die Verordnungen von zukünftigen 50 Kg N/ Hektar in der Bilanz auf diese Sandböden?
              Humuszerrung und nichts anderes.

              Einfach mal die Zusammenhänge von Humus begreifen!
              Wie viel Stickstoff benötigt man für nur 1% Humus?

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Zitat Stadtmensch
              “Ich vergieße übrigens seit Jahren viel Schweiß mit der Herstellung von Boden.”

              Habe noch nie Boden (außer Betonboden) hergestellt, der war auf meinen Grundstücken schon immer da, zumindest so weit ich denken kann.

              Was ich gemacht habe, habe in Abständen den Humusgehalt messen lassen.

              Zu viel organische Stoffe im Boden bewirken das selbe wie zu viel Gülle, oder eine Überdüngung mit stark stickstoffhaltigem Mineraldünger, das zu viele geht in das Trinkwasser.

              Nur, das interessiert den Hobbygärtner nicht, wenn er jede Menge Hornspäne, Hühnermist oder Kuhscheiße in die Beete ballert.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Zitat Stadtmensch
          “Ihr „modernen Landwirte“ sitzt vor allem deshalb auf der „Anklagebank“, weil ihr euch aus purer Ideologie für Konzerninteressen entscheidet (Ackergift statt Wissen, Monopolstrukturen statt Ihr „modernen Landwirte“ sitzt vor allem deshalb auf der „Anklagebank“, weil ihr euch aus purer Ideologie für Konzerninteressen entscheidet (Ackergift statt Wissen, Monopolstrukturen statt sinnvolle Beschäftigung für Viele, ”

          Landwirte, ob Modern oder Rückständig brauchen sich nicht von einem Hobbygärtner sagen lassen, dass sie Konzerninteressen unterstützen. Landwirte haben sich das Wissen in jahrelanger Erfahrung angeeignet, die älteren Landwirte kennen noch die “sinnvolle” Beschäftigung für Viele.
          Die heutigen Sesselfurzer haben noch nie bei über 30° und über 90% Luftfeuchtigkeit Rüben von Hand gehackt.

          Zu viel Bauer sucht Frau angeschaut?

  10. Ehrlicher sagt

    Schon vor über 20 Jahren und wahrscheinlich schon davor wurde im Studium die Trettmühlentheorie behandelt. Die Agrarforschung scheint die Orientierung im Zielkonflikt zwischen technologischen Fortschritt, Wettbewerb, Umweltweltpolitik, Tierschutz und Begründung der Agrarsubventionen verloren zu haben. Wenn man versucht etwas wissenschaftlich zu begründen was der Wissenschaft widerspricht wie z.B. Freilandhaltung von Geflügel (Parasiten, Dioxin etc) oder wie manche versuchen kleinbäuerliche Landwirtschaft als umweltschonender zu verkaufen dann verliert man Glaubwürdigkeit und seine Reputation. Wenn man nun die Zielkonflikte erweitern würde um Flüchtlingsproblematik , ertrunkene Kinder versus Schwanzampitationen am Schwein etc. dann wird die Agrarforschung sich selbst abschaffen.

    • Andreas Schmid sagt

      Einen Tretmühle entsteht, wenn ein Verein von den Landwirten etwas fordert. Noch bevor diese Forderung erfüllt ist kommt die nächste Forderung. So bleibt keine Luft mehr zum atmen. Mein Vorschlag deshalb: Den Spieß umzudrehen und mit öffentlichkeitswirksamen Forderungen dagegen halten.

      • Bauer Willi sagt

        Genau. Und nichts anderes sagt Herr Balmann! Das Heft des Handelns in die eigenen Hände nehmen und nicht nur auf Kritik reagieren!
        Bauer Willi

        • Ehrlicher sagt

          Ich sehe in den aussagen des Professors keine eindeutige Handlungsempfehlung sondern viele Widersprüche und ein vorsichtiges Fortasten ohne auf eine “Agrapolitische Miene” zu treten . Es muss Klartext gesprochen werden, so dass nicht jeder alles in allem hineininterpretieren kann. Das gibt es leider nicht mehr, weil jeder der eine eindeutioge Meinung hat medial niedergemacht wird!

        • Der Brandenburgbauer sagt

          Willi, ich weis nicht, warum Du Herrn Balmann so in Schutz nimmst? Mit Deiner Aussage dazu, lösen wir doch unsere Probleme nicht!

  11. Martin Gork sagt

    Ja die Käfigeier…
    Hätte der Professor doch mal besser in den realen Verbrauch bei diesen nachgeschaut, nur weil die nicht im Karton zu kaufen sind, bedeutet das doch nicht, dass diese nicht einen Großteil des Verbrauchs ausmachen. Tendenz leicht steigend.
    Die Ukraine steigt gerade erst kräftig in diesen Markt ein.

    Es ist bedauerlich, wie gerade vorhandene Beispiele nicht wirklich genutzt werden, um die Realität zu betrachten.
    Auch der LEH spielt hier eine große Rolle, das Ei aus Freilandhaltung und am besten noch “ohne Gentechnik” liegt im Eierregal, die Masse an verkauftem Ei dort erfüllt kein einzigen Punkt davon. Da interessiert es den LEH und den Verbraucher dann wieder nicht.

    Der WBR bringt nur einzelne Aspekte und die dann noch mehr so, damit er auch in Zukunft hieran arbeiten kann und einem gewissen Medienmainstream folgt. Man muss sich ja seinen Arbeitsplatz sichern und gut dastehen.

    Was die Landwirtschaft außerhalb der EU betrifft, da ist der Professor dann gerne auch mal für Investoren, vor allem in der Ukraine. Da sollten die Alarmglocken schrillen, denn die Investoren in Ost-Europa wollen natürlich die Märkte in Deutschland erobern, mit der Einschränkung der Produktion hier durch die Politik geht das natürlich einfacher.

    • Josef sagt

      Dass bei verarbeiteten Eiern die Haltungsform nicht gekennzeichnet werden muss, ist eine Inkonsequenz der Politik. Die Verbraucher haben jedenfalls richtig gehandelt und die Käfigeier liegen gelassen. Wenn Verbraucher bzw. der Markt entscheiden sollen, ist die wahrheitsgemässe Kennzeichnung zwingende Voraussetzung. Die derzeitigen Heilewelt-Bilder und Fantasienamen auf den Verpackungen grenzen doch an Betrug.

      • bauerhans sagt

        “Die Verbraucher haben jedenfalls richtig gehandelt und die Käfigeier liegen gelassen.”

        solange es käfigeier gegeben hatte,wurden diese gekauft.
        der verbraucher wählt immer die günstige variante.

        • Josef sagt

          Stimmt nicht. Zuletzt hat Aldi die Käfigeier aus den Regalen genommen, weil sie nicht mehr gekauft wurden.

        • Gephard sagt

          Genau. Deswegen gibt es keine Bioläden mehr und die überteuerten veganenen Produkte verschimmeln in den Supermärkten. Regionale Produkte sind nur Deko und Fleisch- wie Käsetheken wurden durch Kühlregale mit eingeschweister Billigware ersetzt. Alle Marken, die teurer waren als die billigsten sind aus dem Sortiment verschwunden, weil der Verbraucher eben nur das billigste kauft. Bauerhans hatte es immer wieder betont, aber keiner hatte auf ihn gehört. Nun holt uns die Realität ein und wir müssen ehrfürchtig erkennen, Bauerhans hatte wie immer Recht.

          • bauerhans sagt

            “der Verbraucher eben nur das billigste kauft.”

            der “gemeine verbraucher” ist gemeint,die paar anderen zählen bei mir nicht.

    • Bauer Willi sagt

      Genau beim LEH sehe ich einen der wesentlichen Ansatzpunkte. Um den kümmern sich aber die Landwirte und ihre Interessensvertretungen noch zu wenig. Da ist noch vieell Platz nach oben.
      Bauer Willi

      • Martin Gork sagt

        Den LEH erreicht man nur durch Kampagnen, die Medienwirksam sind.
        Ich sehe da wenig Spielraum, das Geld was die NGOs für Kampagnen haben kann und sollte dafür definitiv nicht ausgegeben werden.
        Die Landwirtschaft hat mittlerweile 5 Jahre verschenkt sich weiter zu entwickeln und rennt Hirngespinsten hinter her.
        Anstatt wissenschaftliche Ansätze ins Auge zu fassen, befassen wir uns mit Pseudoscience vom BUND und Co.
        In Entwicklungsländer lacht man über die Entwicklung der deutschen Landwirtschaft und ist dankbar für die Milliarden, die wir hier in die Erforschung und Entwicklung zukunftsträchtiger Lösungen investiert haben.
        Wo anders nutzt man gerne unsere Entwicklungen, wenn wir mit Beton und Verboten meinen etwas zu erreichen, dann ist das ein Irrweg.
        Wissen und Praxis müssen etwas erreichen und nicht wie die Thesen von oben durch fehlendem Wissen und Hysterie.

  12. Mark sagt

    Man stelle sich vor, es gäbe keine Probleme. Der Herr Prof. wäre u.U. überflüssig. Deshalb postuliert dieser in seiner Eingangsthese (“Die Vernachlässigung von Tier- und Umweltschutzproblemen heutiger landwirtschaftlicher Produktionsweisen…”) ganz dringende Probleme passend zum Mainstream, und schon ist man Player im ….. Spiel. Tut mir leid, ich sehe in dem Beitrag hauptsächlich das Rühren der Mainstreamsoße, wirklich hilfreiche Erkenntnisse: Fehlanzeige

    • Martin Gork sagt

      Der gleiche Gedanke ist mir auch sofort gekommen,
      sieht eher nach einer Zusammenfassung von NGO Kampagnen aus.
      Mehr Medienwissenschaft als Landwirtschaft.

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