Kathrin, Milch, Rinder, Tiergesundheit
Kommentare 39

Aufreger des Tages

Hallo zusammen!
Hier schreibt wieder Kathrin aus dem Berchtesgadener Land.

Ich muß mich heute wieder über die Berichterstattung der Medien über Landwirtschaftliche Themen aufregen.
Gestern (17.03.2015)  kam auf ARD um 21:45 Uhr „Report Mainz“. Ein Thema waren Deutschlands Kühe, die sind krank, und Schuld ist die Zucht der Kühe auf hohe Milchleistung!

Da kam unter anderem ein Bericht über einen Bauern, der mit seiner Situation und der Gesundheit seiner Kühe nicht zufrieden ist. Er hat alles so gemacht, wie die Beratung es gesagt hat. Er hat aufgestockt und leistungsstarke Kühe gekauft und jetzt kommt er nicht mehr zurecht.

Es wurde eine Kuh in Großaufnahme gezeigt die ganz offensichtlich hingebungsvoll wiederkaute. Sie hat so intensiv wiedergekaut, daß sogar ein wenig Schaum am Maul hing. Ein Traum! So soll es aussehen, wenn Kühe sich satt gefressen haben, sich hinlegen und intensiv einspeicheln und Wiederkauen. Und der Kommentar vom Reporter?

„Viele Kühe haben Verdauungs- und Stoffwechselprobleme“ Mag sein, aber diese Kuh wohl eher nicht.

Der Bauer hat gesagt, daß durch die Fütterung mit zu viel Proteinen und Fetten die Kühe Probeme mit dem Stoffwechsel bekommen. Stimmt.

Aber hallo? Wer hat denn die Kraftfutterschaufel in der Hand?

Wenn er Probleme hat, dann muß er reagieren und nicht weitermachen wie bisher und glauben, daß der Tierarzt es richten muß. Außerdem hat er doch einen Tierarzt der die Ursachen seiner Probleme erkannt hat … Ach ja es war ja die Schuld der Züchtung!

Irgendwie tut mir der Bauer aus der Sendung fast leid. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie das bei Ihm gelaufen ist.

Achtung reine Spekulation!

Vor dem Neubau seines Stalls hatte er ca. 30 Kühe im Anbindestall. So konnte es nicht weitergehen, weil das Familieneinkommen nicht reicht. Also bauen, und zwar groß genug, damit die Kreditgeber mit Zins und Tilgung rechnen können. Als nächstes Kühe kaufen möglichst viele und nicht zu teuer – also solche Tiere, die die anderen gern loswerden.
(Er hat eine recht interessante Mischung von Kühen verschiedener Rassen, mit und ohne Hörner im Stall stehen!)
Und dann kommt die Arbeitsüberlastung und die Probleme. Und weil er doch alles so gemacht hat wie die Beratung und die Banken gesagt haben muß jetzt ein Schuldiger her und das muß ja dann wohl die Züchtung sein.

Aber es gibt sie, die Bauern, die es in der Hand haben, die ein Händchen haben für Kühe und Hochleistungskühe. Die den Stall und das ganze Management im Griff haben, und die wissen, wann die zusätzliche Schaufel Kraftfutter eben keinen zusätzlichen Nutzen mehr bringt! Aber die sind für die Medien halt nicht so interessant, leider. 🙂

Auf jeden Fall haben es die Reporter mal wieder geschaft einen Beitrag zu bringen, in dem „zweifelsfrei“ aufkommt, daß Deutschlands Kühe krank sind und sie haben einen frustrierten Bauern gefunden der sie in den Stall gelassen hat.

Kathrin, Bäuerin aus Leidenschaft
(Aufrufe 5.023 gesamt, 3 heute)

39 Kommentare

  1. Hallo Bauer Willi,

    ich finde den Bericht, wie auch die Kommentare wirklich interessant. Wir haben einen kleinen, landwirtschaftlichen Betrieb, der um überleben zu können und um genau über solche Themen mit interessierten Verbrauchern zu reden, auch Ferienwohnungen im Rahmen von Urlaub auf dem Bauernhof anbietet. Mal angenommen das jeder Verbraucher weiß, das Fleisch das billiger ist als Hundefutter, nicht von artgerecht gehaltenen und geschlachteten Tieren kommen kann. Außerdem weiß er das das tägliche Schnitzel eher nicht förderlich für Cholesterin und Co. ist, warum dann nicht einfach etwas weniger und dafür mit gutem Gewissen zu realistischem Preis kaufen? Schont die Umwelt, das Gewissen und natürlich die Tiere.
    Martina Zeltner
    Zeltnerhof Urlaub auf dem Bauernhof

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  2. Ecki sagt

    Ich habe den Bericht nicht gesehen und halte es auch für überaus schwierig mir als Verbraucher ein Urteil zur industriellen Tierhaltung zu bilden.
    Dafür fehlt mir einfach das Wissen.
    Natürlich kaufe ich den Großmolkereien und Zerlegebetrieben das Bild vom „glücklichen“ Landmann und seinen ebenso „glücklichen“ Tieren gerne ab.
    Gut Ponhof und den üblichen Werbekram eben.
    Das die Realität eine andere ist und auch seien muss ist mir persönlich durchaus bewusst, aber der breiten Masse eben nicht.
    Der heutige Bauer hat doch sehr viel mehr mit einem Manager gemein, als Bauer Brackelmann aus Neues aus Büttenwarder.
    Ein wesentliches Problem sehe ich im Zwang zu immer größeren Einheiten. „Wachse oder weiche“ halte ich für das eigentliche Problem.
    Zur artgerechten Haltung möchte ich anmerken das ich mich als Mensch auch nicht artgerecht gehalten fühle. Wenn ich meinem „Tierhalter“ keinen Ertrag mehr bringe werde ich zwar nicht dem Schlachthof übergeben, aber quasi in die freie Wildbahn entlassen.
    Die CO2- Argumentation halte ich schlicht für deppert. Wenn wir den CO2- Ausstoß ernsthaft verringern wollten, könnten wir ja alle wieder auf den Energieverbrauch des Jahres 1980 zurück kehren. Das wäre effektiv und gelebt haben die Menschen auch nicht schlechter. Will nur niemand, seltsam.

    Ein Problem der Milchviehhaltung von dem ich in den Letzten Jahren am Rande aus den Medien erfahren habe ist der Hundekot in Gras- Silage.
    Aber das scheint wohl nicht so spektakulär zu sein.

    Grüße

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  3. Martin sagt

    Alle reden vom Klimawandel und der Methanausstoß der Kühe soll auch dazu betragen.
    Methan ist ein größeres Treibhausgas wie CO2.
    Eine 10.000l Kuh stößt pro Liter Milch aber nur etwa halb so viel Methan aus wie eine 4.000l Kuh.
    Meine Frage ist was ist den un für unsere Umwelt besser?

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Martin
      Methan ist ein Thema, zu dem ich noch recherchiere. Würde mich sehr freuen, wenn Du etwas über die Abbaurate von Methan herausfinden könntest.
      Hintergrund: der Kohlenstoff (C), den die Kuh mit dem Gras aufnimmt, steckt ja anschließend als CH4 im Methan. Und dann? Ist ein Vergleich mit meiner Pelletheizung erlaubt? Die gibt ja nur das als CO2 ab, was vorher als C im Holz war und ist somit klimaneutral. Ist dieser Vergleich zulässig?
      Bauer Willi

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    • Bauer Ernst sagt

      Im Jahr 1900 gab es in Deutschland 18 Millionen Rinder, heute sind es nur noch 12,7 Millionen, soviel zur Methanbelastung der Atmosphäre !!
      Autos heute fast 50 Millionen, 1900 keins!!
      Die Umweltorganisationen und gewisse Parteien wollen uns eben was weis machen was völlig aus der Luft gegriffen ist, das reiht sich nahtlos ein in der Behauptung für ein kg Rindfleisch würden 15000 Liter Wasser benötigt, schuld ist hier der Regen der auf die Felder und Wiesen fällt, einfach nur zum Kopfschütteln!!!

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      • Ecki sagt

        Die Wasser- Verbrauchs- Argumentation finde ich auch immer wieder drollig.
        Das es Problem mit Wasserverschmutzung und regionale Übernutzung des Wasserhaushaltes gibt, wird eigentümlicher weise hierbei nie betrachtet.

        Was die Leute immer vergessen ist das Süßwasser ein begrenztes Gut ist, das im Kreislauf läuft, also kein Wegwerf- Artikel ist.

        Hauptsache man kann Alarm machen.

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  4. Florian sagt

    Hallo
    Nach all den Kommentaren stellt sich mir die frage wenn ja alle Landwirte so gesund und Leistungsgerecht füttern warum werden die Kühe nur noch knapp halb so alt wie früher?

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    • Kathrin sagt

      Hallo Florian!
      Es stimmt, daß Kühe im Schnitt nicht mehr so alt werden wie früher. Die Ursache dafür zu finden gestaltet sich allerdings nicht ganz einfach.
      Ich habe gestern im Internet gestöbert, um Antworten zu finden. Es gibt verschiedene Veröffentlichungen zum Thema Durchschnittsalter, Abgangsursachen oder Verbleiberate der Kühe. Meist sind es Arbeiten mit über 100 Seiten und sehr vielen Tabellen mit unendlich vielen Zahlen. Wir haben auch in der Familie darüber diskutiert.

      Ich wehre mich dagegen, daß die Fütterung allein dafür verantwortlich gemacht werden soll. Genausogut könnte ich behaupten, daß die Ursache der gesunkene Fleischkonsum ist. Dadurch lassen sich Kuhkälber nicht mehr so gut zur Mast verkaufen, sie bleiben im Betrieb und werden zur Kuh. Der Bauer hat dann viel Nachzucht zur verfügung, was den Selektionsdruck auf die Herde erhöht. Dann werden „Problemkühe“ eben nicht mehr behandelt (was auch sehr teuer ist), werden geschlachtet und darum nicht so alt.
      Ob die Kühe früher gesünder waren steht auf einem anderen Blatt.
      Fazit: so einfach, wie es manchmal dargestellt wird, ist es halt nicht.

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      • Ecki sagt

        Hallo Kathrin,

        einen Gedanken zur Lebenserwartung von Kühen habe ich da auch noch.
        Ich denke das die Hochleistungskühe bei guter Versorgung genauso alt werden können wie Alte Rassen. Ich nehme aber an das die fruchtbaren Jahre der Kuh weit vor ihrem natürlichem Lebensende enden. Da eine Kuh aber nur Milch gibt solange sie ein Kalb führt muss dieser Zustand ja beibehalten werden. Wie viel Trächtigkeit in Folge kann ein Kuh leisten?
        Wann bricht die Vermehrung und die Milchleistung ein.
        Wenn die Kuh keine Milch mehr produziert kann der Bauern sie ja nur noch als Schlachtvieh verwerten und da denke ich richtet sich der Preis wieder nach der Möglichkeit der Vermarktung. Und alte Kuh erzielt keine hohen Preise.
        Im Grunde ist es ein wirtschaftlicher Teufelskreis!

        Das die Hochleistungskuh ohne Kraftfutter ihre Leistung garnicht erbringen kann sollte klar sein. Sie sind Hochleistungsathleten.

        In Spanien gibt es mittlerweile einen Schlachter der Fleisch von richtig alten Kühen erfolgreich vermarktet und solche auch europaweit aufkauft.
        Das fällt in den Bereich Delikatesse und ist entsprechen hochpreisig.

        Grüße

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        • Kathrin sagt

          Hallo Ecki,
          zu Deinen Fragen habe ich auch keine genauen Daten, die könnte man bei verschiedenen statistischen Auswertungen der Zuchtverbände herauslesen.
          Aber mit einigen persönlichen Erfahrungswerten kann ich schon dienen.
          Ich habe schon Kühe gesehen (2), die 17 Kalbungen hatten. Das war auf einer Jubiläumstierschau eines Zuchtverbandes. Klar, das waren Ausnahmekühe, aber es geht. Es gibt keinen fixen Zeitpunkt, wo die Fruchtbarkeit „einbricht“. Und über die Gründe, warum eine Kuh nicht mehr trächtig wird kann man Bücher schreiben!
          Die Milchleistung einer Kuh bricht auch nicht zu einen festen Termin ein. Sie steigt die ersten Jahre an, dann bleibt sie eine zeitlang rel. stabil und dann sinkt sie wieder. Das ist so. Aber das ist kein Grund eine Kuh zu schlachten.
          Im Gegenteil: je älter eine Kuh wird, desto wirtschaftlicher ist sie meiner Meinung und umso interessanter ist sie für den Züchter, weil langlebige Kühe gefragt sind.
          Zu Deiner Vermutung, daß der Preis für Kühe immer schlechter wird je älter sie sind, da kann ich dich beruhigen. Der Preis richtet sich nach dem Gewicht, den Handelsklassen, die eingeteilt sind in Jungbullen, weibliches Mastvieh und Kühe und dann noch nach der Fleischqualität (Fettanteil usw.). Da fragt keiner, ob die Kuh 4 oder 14 Jahre alt war. Also kein Grund die Kuh „vorzeitig “ zu schlachten nur weil sie älter wird.

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      • Matthias W. sagt

        Hallo Kathrin,
        zu meiner Zeit wurden Milchkühe etwa 12 – 15 Jahre alt und bekamen regelmässig ihr Kalb. Die Milchleistung lag bei 4.000 – 6.000 Liter pro Laktation. Bei heutigen Turbokühen geht das doch gar nicht mehr?! Die werden krank, werden oftmals nicht trächtig und werden aus Kostengründen vorzeitig (nach 3 – 4 J ahren) geschlachtet. Ist das Fortschritt?

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        • Kathrin sagt

          Hallo Mathias,
          Wir haben auf unserem 5-Kuh Betrieb eine durchschnittliche Herdenleistung von knapp 8000 Litern im Jahr. Unsere Kühe sind 11, 8, 7, 5 und (ganz frisch) 2,5 Jahre alt.
          Wenn alles klappt wird auch die ältere Dame (die übrigens ganz wesentlich zu der rel. hohen Leistung beiträgt) nochmal trächtig. Sicher ist der Kostendruck bei uns nicht so ausschlaggebend . Die Kosten sind auch bei uns hoch, aber da wir ein Nebenerwerbsbetrieb sind, der nicht von der Landwirtschaft lebt wird ab und zu auch mal ein Auge zugedrückt.
          Was ich damit sagen will:
          Ob eine Kuh alt wird oder nicht hängt von ganz vielen Faktoren ab.
          Auch „Turbokühe“ können alt werden.
          Leider ist der Kostendruck tatsächlich sehr hoch (und schon sind wir wieder bei den Preisen für Lebensmittel) was die Bauern oft zwingt Kühe früher als geplant zu schlachten.
          Ob das Fortschritt ist? Es ist wohl eher der Preis für den Fortschritt, dass wir alle günstige Lebensmittel einkaufen können und uns den ganzen anderen Lebensstandart leisten können. (Das wurde ja schon öfter an anderer Stelle diskutiert.)

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          • Matthias W. sagt

            Hallo Kathrin,
            der Umgang mit den Kühen bei Euch zeigt, dass Ihr die artgerecht haltet und sie danken es mit langer Lebensleistung! Prima!
            Für mich wäre das auch mal ein Kommunikations-Argument dem Verbraucher gegenüber, der als Klischee nur die Turbokuh im Kopf hat, die kurzfristig viel Milch liefert und dann dem Metzger zugeführt wird.
            Viel Erfolg weiterhin!

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            • Kathrin sagt

              Danke für die guten Wünsche!
              Ich möchte aber doch vermeiden, dass hier der Eindruck entsteht, daß nur in kleinen Betrieben Kühe artgerecht gehalten werden können.
              Große moderne Laufställe bieten den Kühen komfortable Liegeplätze, Bewegung, viel Licht und Luft und zum Teil sogar die freie Wahl, wann und wie oft sie zum Melken gehen. Und sie sind Herdentiere und haben auch kein Problem mit großen Herden.
              Das ist nur der Mensch, der sich das nicht vorstellen kann, in großen Gruppen zu leben, weil er eben ein Mensch ist. Und nur weil sich Hunde und Katzen so gut vermenschlichen lassen sollten wir nicht versuchen das gleiche mit anderen Tierarten zu tun.

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  5. Steffen sagt

    irgendenwie sind die Verbraucher Schuld. Stellt Euch einmal vor ihr kommt in einen Supermarkt und nur zwei Mal in der Woche gibt es frisches rund – oder Schweinefleisch. Danngeht das los, da gibt’s nicht viel, scheiss Angebot,geh ich woanders hin, immer muss der Deutsche volle Regale haben egal ob man nur am Wo hebende oder vielleicht 1 mal pro Woche Fleisch verzehrt. Man kann nicht ohne irgendwelche chemische Zusätze täglich volle Fleischwaren haben weil die Rindviecher und Schweine ( lach ) unter normale Zuständen nicht so schnell wachsen. Aber es wird doch verlangt vom Verbraucher. Ein privater Fleischer kann sich leere Regale bzw. ein normales Verbraucherangebot nicht mehr leisten weil sonst niemand mehr in den Laden einkaufen geht . Hoffe das war jetzt nicht zu durcheinander, aber mir scheint man sollte seine Einstellung vielleicht etwas ändern was brauche ich was wird benötigt und vorallem möchte ich mich gesund ernähren oder nur volle Regale sehen und dagenbei uns gibt es alles in Hülle und Fülle. Wir schmeißen lieber weg als hätten wir ein schlechteres Angebot .

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    • Kathrin sagt

      Hallo Steffen!
      Hab ich dem Verbraucher die Schuld gegeben? Ich glaub nicht.
      Hier geht es darum, dass Medien (Politik, Tierschutz- und sonstige Organisationen) den Verbraucher immer wieder falsch informieren.
      Hier wurde behauptet daß die Tiere aufgrund der Zucht krank werden, und das stimmt halt nicht. Da ist jeder Bauer selbst gefordert (was nicht leicht ist), so wie jeder Hundehalter selber auf die Ernährung seines Lieblings achten muß. Wenn es bei den Dackeln und Möpsen zu viele fette Tiere gibt dann liegt das auch nicht an der Züchtung.
      Das gefährliche an dieser Informationspolitik ist, dass der Verbraucher immer mehr verunsichert wird, dass immer mehr Gesetze und Regelungen durchgesetzt werden die vor allem eins können: dem Familienbetrieb das Einkommen mindern, was zwangsläufig der alt bekannten Spirale „Wachse oder Weiche“ neuen Schwung gibt.
      Und das will ja angeblich keiner.

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  6. Rufer aus der Wüste sagt

    Was sagt denn der Prof. Poppinger am Schluss der Sendung ?

    Komisch das immer nur der Begriff „Kraftfutter“ faellt. Ist damit nicht das Sojaschrot aus Suedamerika gemeint?

    Immer nur mehr und mehr und wenn die Tiere das nicht mitmachen ist wer Schuld? Der Verbraucher weil er nicht die dementsprechenden Preise bezahlen will.
    So kann man sich natuerlich auch eine Loesung zurechtbiegen.

    Ich sag nur eins. Alles politisch gewollt das die kleinen Bauern aufgeben müssen und sich alles irgendwann in den Händen einzelner befindet. Laesst sich dann alles besser kontrollieren.

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  7. Bettina Hagemann sagt

    Hmmm… also differenziert berachtet bedeutet es doch auch: Es gibt Menschen, die Hochleistung haben wollen bei den Kühen, richtig? Findet ihr Hochleistung bei Kühen und Schweinen und Pferden nicht grundlegend falsch? Ist es nicht generell besser, sich wieder zurück zu orientieren auf 4000 Liter / Kuh und es geht allen besser ? Ist das nicht der bessere Weg? Naturnahrungsmittel, keine Chemie, gesündere und glücklichere Kühe, Schweine und Bauern… alles teurer und wir essen weniger Fleisch und trinken weniger Milch? Dafür mehr gesundes Gemüse und Obst und ausgewogener? Wäre das nicht besser?

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    • Nicole Denk sagt

      Liebe Bettina,

      mehr Leistung oder Hochleistung bedeutet ja nicht automatisch ungesund. Das Gros der Landwirte hat die Idealversorgung seiner Tiere gut im Griff, aber DAS im Fernsehen zu zeigen waere ja langweilig.
      Zurueck zum Mittelalter? Noe, will ich nicht. Da waeren wir dann wieder bei Willis bekanntester Rede….der Verbraucher wirds uns nicht honorieren.
      Nur noch die halbe Leistung, das halbe Milchgeld, die halben Einnahmen?
      Also doppelt so viele Tiere, doppelte Kosten, doppelter Flaechenbedarf, doppelte Guellemenge……fuer mich voellig unrealistisch

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    • Bauer Ernst sagt

      Liebe Frau Hagmann,
      Ja wenn die Milch und das Fleisch das doppelte kosten, dann würde es sicher gehen, das Problem aber ist das im Supermarkt neben dieser Wahre die Produkte aus Neuseeland und USA zum halben Preis angeboten werden würden.
      Der Verbraucher müsste ca. 25 % seines Einkommens für Lebensmittel ausgeben,, sie glauben doch nicht das das jemand zahlen will !!
      Ohne billige Lebensmittel, gibt’s in diesem Land keinen Wohlstand. Nur durch Züchtung
      und technischen Fortschritt und den Fleiß der Bauern gibt’s Wohlstand, irgendwann merken das sogar die Medien !!
      l

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      • Ecki sagt

        Naja, das Problem ist ja nicht das der Verbraucher nicht bereit wäre dies zu bezahlen. Das Problem ist das der Gros der Verbraucher dafür nicht mehr das Geld hat.

        Wie sollten nicht vergessen das die Löhne in Deutschland seit gut 20 Jahren stagnieren, weil weder der Inflationsausgleich noch der Anteil an der Produktionssteigerung an die Arbeitnehmer abgegeben wurde. Mit Zins und Zinseszins liegen die Verluste bei 40- 50 Prozent.
        Es gab vor kurzem eine Meldung das die Löhne 2014 erstmals wieder auf dem Niveau von 1990 gestiegen sind.

        Deshalb drücken die 4 Discountriesen mit ihrer Handelsmacht doch auch die Einkaufspreise von euch Bauern bis ihr quietscht.

        Wir haben hier ein systematisches Problem welches sich Kapitalismus nennt.

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        • Bauer Willi sagt

          Hallo Ecki
          nein, die Löhne sind nicht das Problem. Dem Verbraucher sind nur ganz andere Dinge viel wichtiger. Für Mobilität, für Urlaub, für Elektronik wird deutlich mehr Geld ausgegeben als für Lebensmittel. 12% des Einkommens für Nahrung! Was wäre denn, wenn er 15% ausgeben würde? Dafür aber nicht das allerletzte Smartphone kauft? Der Verbraucher hat es letztendlich auch in der Hand, wie wir produzieren. Letztendlich wissen das auch alle Verbraucher. Aber niemand will auf den anderen Luxus verzichten. So wird ein Schuh draus.
          Bauer Willi

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          • Ecki sagt

            Hallo Willi,
            da muss ich dir vehement wieder sprechen.
            Mittlerweile sind 15,5 Prozent der Menschen in Deutschland von Armut betroffen.

            Zwei Links zu zwei konservativen Zeitungen.
            http://www.welt.de/wirtschaft/article137635705/Die-Wahrheit-ueber-die-Armut-in-Deutschland.html
            http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-10/armut-in-deutschland-arbeitsmarkt

            Wenn du alleine die Entwicklung der Mieten und Energiekosten betrachtest wirst du erkennen, das dass „Smartphone- Argument“ von interessierten Kreisen vorgeschoben wird und nur der Diffamierung dient.
            Letztes Jahr wurden 600.000 Haushalten in Deutschland der Strom gesperrt.

            Vielleicht solltest du dir die mal die Mühe machen und aus deinem eigenen, sicherlich auch schwierigen wirtschaftlichem Alltag heraus treten.

            Ich könnte gegenüber den Bauern auch einfach mal sagen das ich das Gejammere nicht mehr hören kann weil die doch reichlich über Subventionen gepampert werden.
            Das der größte Teil dieser Subventionen jedoch bei Konzernen landen und nicht dem „kleinen“ selbstständigen Landwirt nutzen, verschweige ich dann.

            Man muss also das gesamte Bild betrachten und nicht nur der vermeintlichen „Argumentationskette“ der Bild- Zeitung folgen.
            Man kann nämlich immer nur das ausgeben was man hat, von daher ist deine Verbraucherschelte wohlfeil und zu kurz gedacht.

            Interessant finde ich auch das du auf mein Argument zur Marktmacht von Aldi, Lidl, Rewe etc. nicht eingehst. Denn zwischen deinem Verkaufspreis als Erzeuger und meinem Einkaufspreis als Verbraucher besteht schon ein gewaltiger Unterschied.
            Und nein, ich habe die Aldi- Brüder nicht dazu gezwungen jeweils um die 18 Milliarden € Vermögen anzusammeln.

            Grüße

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          • Marko sagt

            12 % des Durchschnittseinkommens für Lebensmittel hören sich wirklich wenig an.

            Diesen Wert muss man allerdings in der Relation sehen.
            Durchschnittseinkommen der Deuteschen, ca 30.000 € (ist das richtig?)
            Davon 12% ergeben 3.600,00 € im Jahr. Pro Person.
            Im Monat 300,00 €
            Am Tag 10,00 €.

            Wenn ich mir das so durchrechne, ist der Deutsche für meine Begriffe ganz schön ,,verfressen,, 🙂
            10 € täglich zu verfuttern ist schon ne Leistung.

            Das schafft mein Smartphone (1 €/2Jahre) zzgl. Flatrate nicht.

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            • Marko sagt

              Sorry, Rechenfehler.
              2.500 € im Jahr.
              210 € im Monat
              ca 7 € am Tag.

              Trotzdem, für meine Begriffe, ganz schön viel.
              Ich brauch keine 7 € am Tag für Lebensmittel

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    • Bauer Klaus sagt

      Hallo Frau Hagemann,
      im Gegensatz zum Kuscheltier auf dem Sofa oder mit Herrchen/Frauchen im Bett werden Kühe gehalten um gesunde Lebensmittel zu erzeugen. Das ist so! Und das ist so voll okay! Wer an seine Lebensmittel besondere Anforderungen stellen möchte – auch das ist voll okay! Aber, überlassen Sie das doch bitte dem einzelnen Mitbürger! Wofür der einzelne seine Euros ausgibt – nein, mit einseitig emotionalen, teilweise sogar naiven, Sichtweisen kommt hier niemand weiter. Tiere werden gehalten um Lebensmittel zu erzeugen. Diese Lebensmittel werden gerne gekauft und mit Genuss verzehrt. Folgerichtig gestaltet der Landwirt seine Tierhaltung, die Fütterung, wählt seine Zuchttiere und Zuchtziele aus. Seien sie sicher, dass letztlich neben dem Wohlbefinden der Tiere die Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt stehen muss, und zwar die nachhaltige Wirtschaftlichkeit. Ganz genauso wie jede und jeder bei der Wahl des Berufes und des Arbeitsplatzes vorgeht. Und auch das ist voll okay! Ein Vorschlag: Informieren Sie sich doch einfach mal bei einem echten Bauernhof mit Tierhaltung. Der Landwirt kennt den ganzen Zusammenhang und entscheidet nicht isoliert nach einem Einzelaspekt. Anders geht es gar nicht!

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    • Milly sagt

      Hallo Frau Hagemann,

      da ja den Rindern auch immer gerne die Schuld am Klimawandel in die Schuhe geschoben wird, hier ein kleines Argument in diese Richtung:

      Eine Kuh mit einer Leistung von 4.000l stößt die gleiche Menge an Methan aus wie eine Kuh mit 10.000l Leistung, nur dass letztere mehr als doppelt so viel Milch produziert. Pro Liter Milch werden mit Hochleistungskühen also nur weniger als halb so viele Schadgase ausgestoßen.

      Wer sagt außerdem dass Hochleistungskühe unglücklicher sind als die mit geringerer Leistung? Und ist der „Bauer“ nicht auch glücklicher wenn er nur halb so viele Kühe melken muss um das gleiche Einkommen zu generieren?

      Dass die Kühe gesund sein sollten ist für mich selbstverständlich.

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  8. Nicole Denk sagt

    Liebe Kathrin,

    Du sprichst mir wieder mal aus der Seele.
    Frueher gabs mal ein Sprichwort: „Das Auge des Herrn fuettert sein Vieh“.
    Heute wird bei den meist hausgemachten Problemen die Schuld beim Tierarzt, den Beratern, dem Melkroboter oder eben der Genetik gesucht. Ein Fressen fuer die Geier….aaaeehhhh Journalisten, die wissen, dass man mit solchen Themen Quote machen koennen.

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  9. Rolf sagt

    Und sein Tierarzt K.H. Schmack (mal googeln ) fährt von Delbrück in Ostwestfalen, um Kühe im Schwäbischen zu betreuend? Alles klar.

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    • Hallo Rolf,

      der ostwestfälische Tierarzt Dr. Schmack ist tatsächlich in ganz Deutschland unterwegs, auch in Schwaben. Er hält Vorträge bei landwirtschaftlichen Organisationen und schult Landwirte zum Thema artgerechte Rinderernährung. Herr Dr. Schmack hat dem im Beitrag beschriebenen Krankheitsbild der Kühe einen Namen gegeben: Degenerationssyndrom des Rindes. Er hat zu dem Thema auch ein Fachbuch veröffentlicht „Die beschädigte Kuh im Harnstoffwahnsinn“.

      Viele Grüße vom Verlag von Dr. Schmack!

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      • Rolf sagt

        Oh schade, jetzt habe ich auch noch Gelegenheit geliefert, hier Werbung zu platzieren, lieber Verlag von Dr. Schmack. Sei’s drum.
        Aber vielleicht können Sie dann auch erklären, warum Dr. Schmack sich für diese Art von „Journalismus“ hergibt. Cui bono?
        Und klar: den gezeigten Kühen/dem Landwirt ging es nur deshalb so schlecht, weil Herr Dr. Schmack sie gerade erst betreut, nächstes Jahr brummt der Betrieb und die Kühe geben Interviews wie gut es Ihnen geht.

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        • Hallo Rolf,

          welche „Art von Journalismus“ meinen Sie denn? Welche Erwartungen haben Sie an einen Fernsehbericht über die Landwirtschaft? Bitte bedenken Sie, dass nur in den landwirtschaftlichen Fachmedien tatsächlich ausgebildete Landwirte in den Redaktionen sitzen. Und diese Fachmedien produzieren auch nur Berichte für die Kernzielgruppe Landwirtschaft.

          Für alle anderen Medien (auch den SWR) besteht die Zielgruppe, also die Leser und Zuschauer, aus bis zu 81 Mio Zuschauern/Lesern in Deutschland (darunter 285.000 Landwirte). Selbstverständlich sieht ein Beitrag für die Masse an Verbrauchern, die sich üblicherweise nicht intensiv mit landwirtschaftlichen Fachfragen auseinandersetzen, ganz anders aus als ein Fachbeitrag für Landwirte.

          Der Beitrag versucht in 6min einem Laienpublikum ein hochkomplexes Thema näher zu bringen. Unter diesen Umständen finde ich ihn ziemlich gut gemacht. Dass echte Landwirtschaftsexperten an der Umsetzung Kritik üben, ist nachvollziehbar. Und dass die Meinungen zur artgerechten Haltung und Züchtung von Rindern auch unter ausgebildeten Landwirten höchst unterschiedlich sind, ist auch bekannt. Aber Journalismus kann nun einmal immer nur einen kleinen Teil der Realität abbilden.

          Die Landwirtschaft ernährt uns alle, doch kaum ein Städter hat noch irgendeinen Bezug zur Arbeit der Bauern. Es gibt mittlerweile Menschen, die tatsächlich glauben dass es lila Kühe gibt oder dass Kühe im Wasser untergehen, weil sie durch ihren schwachen Schließmuskel voll Wasser laufen. In solchen Zeiten ist jede mediale Auseinandersetzung mit dem Thema Landwirtschaft ein Schritt in die richtige Richtung. Auch die kritischen Töne. Aufklärung ist nötig, ganz dringend!

          @Marko: Auf eine Grundsatzdiskussion was eigentlich artgerecht bedeutet, möchte ich mich wirklich nicht einlassen. Das sieht nämlich jeder anders!

          Viele Grüße aus Ostwestfalen!

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          • Alois Wohlfahrt sagt

            Hallo Agrar-Media,
            ich stimme Dir voll und ganz zu. Medienarbeit ist nicht einfach. Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.
            Aber trotzdem:
            Wir können eigentlich nur eines falsch machen: Weiterhin selbst zu schweigen und hoffen, dass doch die Verbände das mal tun!
            In diesem Sinne machen wir weiter. 😉
            Alois

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          • Rolf sagt

            „Aufklärung ist nötig, ganz dringend“ da haben sie recht, nur wie viel Aufklärung hat denn der Bericht gebracht?
            Mit „dieser Art von Journalismus“ meine ich, Journalisten die genau das Gegenteil von Aufklärung betreiben, in dem sie Tendenzjournalismus betreiben.
            Die Gründe können sie ja hier zu Hauf lesen, sonst wäre es ja nicht der Aufreger des Tages!

            Ich erwarte nicht, dass nur Landwirte Berichte über die Landwirtschaft schreiben, die wären vermutlich auch voreingenommen. Aber gerade von einem Journalisten erwarte ich, dass er möglichst viele Facetten des Themas objektiv und unverfälscht beleuchtet.
            Leider verfehlen viele Journalisten ihren Job, in dem sie dem Leser/Zuschauer nicht die Möglichkeit zur Meinungsbildung (=Aufklärung) bieten, sondern aktiv Meinungsmache betreiben.
            Es ist bezeichnend, wenn vielen diese Manipulation nicht einmal mehr auffällt!

            Und, lieber Alois, Herr Verheyen vom SWR ist in der glücklichen Lage, dass der Köder den 81 Mio. potentiellen Zuschauern gar nicht schmecken muss, denn die finanzieren den öffentlich-rechtlichen Rundfunk jeden Monat mit jeweils 18 €, ob sie nun schauen oder nicht.
            Dafür haben sie einen theoretischen „Bildungsauftrag“  zu bedienen.
            Die Redaktion der Sendung wird schon wissen, wem sie es recht machen muss!

            Man kann über vieles diskutieren, was in unserer Landwirtschaft anders laufen könnte. Für eine Diskussion wäre es aber gut, zumindest zu versuchen, bei den Fakten zu bleiben, die sind ohnehin oft in mindestens zwei Richtungen zu interpretieren.

            So ist beileibe auch nicht „jede mediale Auseinandersetzung mit dem Thema Landwirtschaft ein Schritt in die richtige Richtung“! Welcher Eindruck bleibt denn dem Laienpublikum nach dem Bericht? Dagegen sind lila Kühe doch eine recht harmlose Verdummung.

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      • Marko sagt

        Hallo Agrar Media,
        was ist denn ihrer Meinung nach ,,artgerecht,,?
        Unabhängig um welche Spezies es sich handelt.
        Rein von der Definition her?

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  10. Johann Knabbe sagt

    Jupp…wer sich die Tiere anschaut, die Aussagen der Betroffenen , den sog. Expertenbeitrag und dann den Kommentar kommt zu der leider immer wiederkehrenden Erkenntnis: jede Aussage oder Ansicht alleine dargestellt hat einen Hintergrund, den es zu diskutieren und vielleicht auch zu lösen gilt – aber zusammengeschnitten und gesendet ist es das , was hinten aus der Kuh rauskommt….einfach nur Mist….:-)

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    • Markus sagt

      Stimmt der Bericht so zusammengeschnitten war grosser Müll.
      Aber wie du schon angemerkt hast,ist jede Aussage für sich zu hinterfragen und Disskusionswürdig…z.B das auch mit geringer Leistung Geld verdienen kann etc.
      Das im Durchschnitt die Kühe nicht mehr so alt werden im Durchschnitt.Daran müssen wir auch arbeiten das dieses wieder anderes wird.Mit mehr Kuhkomfort,passender Genetic und das wichtigste Zeit für die Tiere zu haben.Die wird uns viel durch Dokumentation und andere Bürokratie genommen….Der beste Tierschutz den es gibt ist es wenn der Tierhalter Zeit für die Tiere hat

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  11. Johannes sagt

    Ich hätte es nicht besser formulieren können. Vielen Dank für diesen Kommentar. Beiträge wie der gestern im Fernsehen machen mich wütend!

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