Bauer Willi
Kommentare 71

Armut bringt Vielfalt

Prof. Kunz kennt sich aus mit Naturschutz. Er hat jedoch eine andere Herangehensweise als viele andere Naturschützer.

Sein Plädoyer: Um Artenvielfalt zu fördern, muss unsere Landschaft „unordentlicher“ werden. Das zu erreichen, geht nur mit den Landwirten. Landwirte müssen dafür bezahlt werden, dass sie bestimmte Biotope neu schaffen. Da kann auch mal der Bagger eingesetzt werden. Hier sein Vortrag:

 

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71 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Noch einmal ein Gedanke zu dem Insektenvorkommen. Die Weidehaltung wird durch den Wolf und die immer schlechtere Wirtschaftlichkeit eingestellt oder stark reduziert. Gülle und Mist müssen sofort nach der Ausbringung eingearbeitet werden. Abgelagerter Mist auf dem Acker muß abgedeckt sein. Wo haben da unsere Insekten noch eine Ernährungschance ? Auch die Häuser sind mit Fliegengase dicht gemacht. Die Insektenpopulation muß doch stark zurückgehen , weil einfach keine Nahrungsgrundlage mehr vorhanden ist. Da nützt auch kein Insektenhotel o.ä. wenn nichts zu futtern vorhanden ist. Zusamenfassend kommt immer wieder raus , daß unsere moralisch-ideologische Politik überall mit der Bürokratie versagt. So ist das , wenn Städter grüne Politik machen und meinen den Landleuten Vorschriften machen zu wollen , weil diese ja keine Ahnung haben.

    5+
    • firedragon sagt

      Anmerkung
      Selbst Schmetterlinge und Bienen sitzen auf Kuhfladen und hängen da ihre Saugwerkzeuge rein.

      2+
  2. Edakteur sagt

    @Brötchen: habe landw. Lehr im Jahr 1964-1967 gemacht, war danach auf einer Großdomäne Nähe Frankfurt/Main tätig; habe dann Landwirtschaft studiert (Dipl. Ing. agr), war dann im Landw. Marketing tätig, um dann in die Großchemie als Redakteur einzusteigen…
    Die letzten 25 Jahre war ich weltweit als Umweltgutachter tätig (ua. EMAS/Ökoaudit in Europa und weltweit als ISO 14001-Auditor). Nun bin ich auf dem Altenteil…

    1+
  3. Obstbäuerin sagt

    Als es in unserer letzten Beiratssitzung um Blühstreifen in unserer Stadt ging, habe ich vorgeschlagen, stattdessen bestimmte seltene Arten durch gezielte Wiederherstellung von angepassten Habitaten zu fördern, dafür gab es jedoch kein Gehör. Der Nabu möchte publikumswirksam bunte Schilder aufstellen, auf denen der Innenstadtbürger sehen kann, wie aktiv der Nabu Biene und Co rettet. Wenn die Blühwiese dann nicht blüht ist es vielleicht sogar gut für manche Arten, sieht aber sch… aus im Stadtbild, weil es immer zentral größere Flächen sein müssen. Außerdem muss man auch nicht jede Zecke und Mücke in ihrer Verbreitung fördern. Ich plädiere für die Verwendung der Begriffe Schädling und Unkraut. Keiner würde auf die Idee kommen für krankmachende Viren und Bakterien extra Lebensräume zu schaffen.

    7+
    • firedragon sagt

      Ist nicht nur NABU, die Schilder aufstellen. Machen unsere Naturretter ebenfalls. Ich halte absolut nichts von solcher Selbstbeweihräucherung.
      Unsere Aktivisten haben Magerstandorte hergestellt, indem sie bei Hitze den Boden aufgrubbern ließen, der lag dann wochenlang so da, bis wieder Quecken wuchsen, dann haben sie fräsen lassen, danach teures, heimisches Saatgut eingearbeitet.
      Wir lassen uns überraschen, was dort wachsen wird…
      Es ist vollkommen in Ordnung, wenn man wilde Ecken im Feld lässt. Was ich nicht so prickelnd finde, wenn auf Biegen und Brechen etwas erzwungen wird, an Standorten, wo es keinen Sinn ergibt.

      3+
    • Das ist die Frage, Obstbäuerin
      ist der Biotop zur Erhaltung der Natur wichitger oder die

      Innenstadtbürger ?

      Der Mensch (auch Innenstadtbürger) muß auch mal auf was zu gunsten der Natur verzichten.
      Hat es usn wehr weh getan, auf Haarspray mit FCKW zu verzichten?

      Wofür habn sie den Boden aufgerissen, Firedragon?
      Warum konnte sich das Unkraut, was da wuchs, für heinische Tiere wichitg ist und da hingehört nicht weiterwachsen. Denn das stärkt doch die Ökologie, oder nicht?

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      • firedragon sagt

        Inga, alles okay bei Dir? …
        Manch einer scheint der Ansicht zu sein, Magerstandorte herstellen zu können, in dem man den Boden austrocknen lässt.
        Ob Quecke einen ökologischen Wert hat, müsste mir dann doch erklärt werden.

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          • firedragon sagt

            Nein Inga …. nicht wegen der Quecken, die sind da nur sofort wieder gewachsen.
            Man möchte unbedingt überall Blühpflanzen haben.

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      • Paulus sagt

        Inga, im urbanen Raum und selbst in kleinen Orten funktioniert das nicht, da kann sich dieser Fliegenfänger von der HHU in D‘-dorf nebst Nabu und Konsorten noch so viel wünschen. Jede Fläche die nicht gepflegt wird und verunkrautet verkommt binnen Tagen zur Müllkippe. Zuerst ist es ein Papiertaschentuch, dann eine Zigarettenschachtel und schließlich irgendwelche Fastfoodverpackungen etc. Das weiß jeder Leiter eines Bauhofes, Grünflächenamtes oder wer sonst noch mit dem Thema befasst ist.
        Außerdem habe ich als Bürger einen gewissen ästhetischen Anspruch an meine Wohn- und Lebensumgebung. Dazu gehören nun mal halbwegs gepflegte Grünanlagen. Die Verwahrlosung öffentlichen Raumes zugunsten irgendwelcher Insekten geht nach hinten los – garantiert.

        3+
        • Ich meine doch irgendwelche Eh da Flächen zu Biotopen.
          Ohne groß Werbung für NABU zu machen.
          Nicht unbedingt Stadtparks.

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        • Bauer Willi sagt

          „Bürger haben einen ästhetischen Anspruch an ihre Wohn- und Lebensumgebung.“ Das rahme ich mir über dem Schreibtisch ein. Dieser Spruch eines Bürgers wird meine Wunderwaffe gegen jeden Naturschützer. Danke dafür… 😉

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        • firedragon sagt

          Paulus, das nenne ich mal ehrliche Aussage. Keine Heuchelei (was anderes hätte mich auch sehr verwundert).Ich würde meinen, dass der Überwiegende Teil der Bevölkerung so denkt, wie Du. Dazu muss ich mich gar nicht mit Menschen über dieses Thema unterhalten, ein Blick in ihren (Vor-)Garten genügt.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „Außerdem habe ich als Bürger einen gewissen ästhetischen Anspruch an meine Wohn- und Lebensumgebung.“

          Schon vor 30 Jahren sagten wir, dass in Zukunft in den steilen Weinbergslagen Ginster wachsen wird.
          Allmählich wird dem Ruf nach mehr Natur Rechnung getragen.
          Immer mehr Flächen werden nicht mehr bewirtschaftet und jetzt werden wieder Stimmen laut, dass die aufgelassenen Flächen nicht dem ästhetischen Anspruch der Bevölkerung genügen.

          Kapiert haben die es nicht, dass dies auch mit dem Kauf von ausländischen Weinen zusammenhängt.

          1+
          • Reinhard Seevers sagt

            In 25 Jahren weiß kein Tourist mehr, dass dort Wein wuchs…..er findet die Ginsterblüte schön und kommt wieder, weil die Landschaft so „ursprünglich“ ist, wetten?
            Die junge Generation ist sowieso anders drauf und sorgt sich weniger um „ordentliche“ Flächen und Räume. Schaun mer mal, ob die „Unordentlichkeit“ nicht automatisch mit dem Aussterben der „Ordentlichen“ von statten läuft.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Die Jungen wollen Party machen, wenn sie älter werden, dann wird das Umfeld auch wichtiger.

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            • Brötchen sagt

              Wenn die dann Häuschen haben, wird planiert, betoniert, gepflastert und der Rollrasen ausgerollt. Mutti (auch meine ;)) fegt dann mit Stubenbesen, das kein Staubkörnchen die geheiligten Hallen verunreinigt.

              Sowas wird vorgelebt und erzogen und kann ich in meinem Dorf gut beobachten.
              Es gibt Ausnahmen, aber die sind vielleicht 1%.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Die Mehrheit der jungen Erwachsenen wird keine Chance mehr erhalten die Gewohnheiten der Elterngeneration nachzuspielen. Die Möglichkeiten zum Erwerb eines Eigenheimes in dörflicher Umgebung wird abnehmen, weil die Menschen nicht mehr die gleichen Erwerbsbiografien schaffen werden. Im Moment profitieren noch viele vom Erbe, das wird weniger…lass uns in 20 Jahren noch mal diskutieren.

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                • Brötchen sagt

                  Reinhard, wenn ich meine Kinder sehen und die meiner Schwester profitieren die genauso. Obwohl im Osten die ganze Entwicklung ganz anders ist, die holen wir jetzt genau das nach.

                  Bei uns steht ein Eigenheim zur Nutzung frei, was ich jetzt zusätzlich noch nebenbei unterhalte.
                  Ich habe einige Kaufanfragen und so sieht es bei uns im Dorf auch aus.
                  Die Preise, die jetzt aufgerufen werden sind überhitzte „Blasenpreise“.

                  Problem sind eher die Unterhaltskosten und die „Zwangsmaßnahmen“ die kommen werden und Dir keinen Spielraum mehr lassen werden. Das kann aber auch wieder schnell anders kommen.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Glaube nicht, dass unsere Kinder unsere Gewohnheiten überhaupt nachspielen wollen, ich halte sie für Fähig, dass sie ihren Weg selbst gehen können, deshalb bin ich auch ein Ehemaliger
                  Es hängt von Arbeitsstellen ab, ob die Jungen in der Dörfern bleiben. Einwohnermäßig hat unser Ort hat in den letzten Jahren um 5 % zugenommen, weil in unserer Gegend genug gut bezahlte Arbeitsplätze vorhanden sind, es sei den die Politik macht ihr im Automobilbereich den Garaus.

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                • Brötchen sagt

                  @Ehemaliger

                  nachspielen ist vielleicht das falsche Wort….

                  Kinder werden durch das Verhalten ihrer Eltern geprägt.

                  Als junger Mensch nimmt man sich ja vor…..man macht alles total anders…..und dann macht man doch mehr weniger das so, wie es die Eltern vorgelebt haben..
                  jetzt nicht 1:1 aber große Teile schon.

                  Letzteres „….weil in unserer Gegend genug gut bezahlte Arbeitsplätze vorhanden sind, es sei den die Politik macht ihr im Automobilbereich den Garaus.“ ist so sicher wie das Amen in der Kirche…..haste mitbekommen der große Mercedeschef von Berlin ist zu Tesla gewechselt, nun heulen die Gewerkschafter da rum, warum er das macht und nun steht das alles auf dem Spiel usw……..die betteln doch fast danach….nun bekommen sie was sie wollen…

                  Wie bei Euch wählen Sie doch alle Grün…….da kann ich nur sagen, na Prost……wir bekommen 10 000 Arbeitsplätze….

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Brötchen
                  „Kinder werden durch das Verhalten ihrer Eltern geprägt.“

                  Vielfach, sieht man bei den Hartz IV Empfängern in 3 Generation.

                  Der Erfolg von Tesla muss sich erst noch zeigen.
                  Wenn derzeit der Verkauf der E Autos um 100 % erhöht hat, sagt das noch gar nichts.Wer mit dem E Auto liebäugelte kauft ihn jetzt, spart 3 %, macht ca. 900 Euronen.

                  Der neue Messias (Grüne) hat auch nur 30,3 % der Stimmen bekommen.

                  „Wenn es dem Esel (Wähler) zu wohl wird, geht er aufs Eis“

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              • Brötchen sagt

                Ehemaliger, was Tesla betrifft, denke ich, da ist auch Export im Kalkül. Musk denkt das strategisch, auch in alle Achsen, die denkbar sind.

                Man munkelt ja, es wird bald den 20 Tsd Euro Tesla geben, dann ist das schon eine Hausnummer. Angeblich geht es wohl auch mit 1000 km Reichweite usw…
                Taktisch geht Musk auch vor, so kann er Wissen und Können aus D absaugen und mit seinem kombinieren.

                Abgesehen von dem energiepol. Unsinn, jetzt nur das Unternehmen, Produkte usw. betrachtet.

                Und man munkelt er hat die Flucht ergriffen wegen dem ganzen Unsinn der in Kalifornien usw. läuft.
                D. ist davon auch betroffen, bloss es ist hier schon noch eine ganz andere Basis, was Know How und Arbeitsamkeit usw. betrifft. Das weiß man erst zu schätzen, wenn man in anderen Ländern hinter die Kulissen guckt.

                Und wenn man sich seine Strategie mal richtig überlegt….Weltraumprogramm, da kann er die Software und anderes Know how auch im Automobilbau nutzen, bis zu Rüstungsgütern (der bemannte Jet hat ausgedient). Und der Weltraumerfolg ist ja ein Riesen PR Erfolg. jeder traut ihm jetzt alles zu, er hat ja bewiesen, das er es kann…

                Politisch gebe ich Dir voll Recht!

                P.S. meine Frau kam gerade von der Frisörin und die wartet auf ihr E-Auto….ist Alleinunternehmerin und denkt auch sehr wirtschaftlich…

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  4. Karl Uffelberger sagt

    Wenn Natur an menschlicher Einflussnahme “verarmt“, dann blüht Natur auf. Das ist nun wahrlich keine Raketenwissenschaft. Kein Mensch muss Biotope neu erschaffen, denn sie entstehen von selbst, ganz ohne Menschen.

    5+
    • Karl Uffelberger sagt

      Gilt übrigens auch für Immunität gegen Mikroorganismen. Wer meint, kurzfristige Ordnung in die Biologie bringen zu müssen, der riskiert auf lange Sicht immer mehr Anfälligkeiten.

      2+
    • Thomas Apfel sagt

      Wenn der Mensch genau die Arten, die im 19. Jhd. die Vielfalt ausgemacht haben, wieder haben will, muss er die Biotope so gestalten wie sie in dieser Zeit waren. Diese Zeit war von Auslaugung der Böden, totgeweideten Wiesen, und abgeplaggetn Heiden geprägt. Also kann nur „Ausmagerung“ diesen Zustand wiederherstellen. Was entsteht, wenn man „die Natur“ machen lässt, war und ist im Raum Krefeld und anderen Naturschutzgebieten zu sehen.
      Wenn die Umwelt eutrophiert wird, ändert sich die Vegetation und mit ihr die Artenzusammensetzung der Fauna. Aber entsprechend der heutigen Gegebenheiten und halt nicht zurück ins 19. Jhd., sondern woanders hin. Ob das gut oder schlecht ist vermag ich nicht zu beurteilen. Gut und schlecht sind auch die falschen Parameter. „Sinnvoll, den realen Umständen entsprechend“ oder „an die klimatischen und Wachstumsparameter angepasst“ könnte sinnvoller sein, als der Drang immer in die „bessere“ Vergangenheit zurück zu wollen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Ich habe das Glück, ein Biotop zu besitzen.
      Nach Aufgabe der Viehhaltung, haben wir das Gras 2 mal im Jahr abgemäht und abgefahren.
      Dadurch gab es viel Pflanzen, die auf mageren feuchtem Boden wuchsen.
      Dann kamen die Behörden und haben die Weise unter Schutz gestellt und mich darauf hingewiesen, dass es Geld vom damalige MEKA Programm gäbe. 117 DM damals, für 2 Tage Arbeit mit 2 Personen, 2 x 2 Stunden Mähen mit dem Vordermäher und die Hälfte musste von Hand weggetragen werden.
      Jetzt hat die Natur den Vortritt un die seltenen Pflanzen sind verschwunden.

      1+
  5. Friedrich sagt

    Zu den Insekten kann ich nur auf das Institut in Rothamstedt in GB hinweisen. Die haben keinen Insektenrückgang , außer den Faltern in Wohngebieten, festgestellt. Zu den Rebhühnern und Fasanen kann ich folgendes berichten , daß mit dem Schutz der Greifvögel und Krähen kaum eine Chance besteht , daß die Jungtieraufzucht gelingt , weil diese Vögel schon gleich nach dem Schlüpfen aus dem Ei von den Greifvögeln gefressen werden. Ein Freund von mir kauft seit vielen Jahren Rebhuhn und Fasanen aus einer Brüterei und zieht die dann in einem Käfig auf . Er sagt , daß er das Glück hat und die vielen Windräder die Raubvögel kurzhalten und so die Rebhühner und Fasane wieder einen Bestand , wie in den 1960er Jahren haben. Dazu kommt noch , daß die Jäger die Füchse und Waschbären auch kurz halten und die sogenannten Hundekotwege in der Brut-und Setzzeit gesperrt werden. Es ist also eine Vielzahl von Maßnahmen nötig , um zum Erfolg zu kommen. Mit der flexiblen Arbeitszeit in den 1980er Jahren kamen die Privatleute mit den Hunden in die Feldmarken und damit wurden bei uns aus den Büschen am Wegesrad die Fasane und Rebhühner vertrieben. Auch die Hasen wurden schlagartig weniger. Immer wieder sieht man Hunde die links und rechts der Wege herumlaufen und teilweise auch Rehe oder Hasen verfolgen. Bei uns kann man die Hundeleute rund um die Uhr im Zehnminutentakt auf den Wegen sehen. Ist doch klar , daß sich hier kein Wild mehr hält. Mäuse gibt es bei uns in diesem Jahr fast nicht. Jetzt sitzen die Greifvögel wieder an den Straßen und warten wieder auf überfahrene Hasen o.ä.. In der nächsten Zeit werden wir wieder verhungerte Greifvögel finden. Der Bestand ist einfach zu hoch.

    4+
    • Reinhard Seevers sagt

      Wenn wir den Wald vermehren, wird der Bestand von Steppenvögeln automatisch weniger…die Initiative „plant for the planet“ wird das schaffen…1 Billion Bäume ergeben schon irgendwann einen Wald. Dann sind die Neozoen Fasan und Rebhuhn wieder da, wo sie hingehören, in die Steppen Russlands und Turkmenistans.

      1+
  6. Reinhard Seevers sagt

    Früher, wann immer man den Zeitraum benennen möchte, gab es in jedem Dorf mindestens 2 wilde Müllkippen. Kann man schön im Altlstenkataster seines Bundeslandes nachschauen. Dort gabe es jede Menge „Leben“. Vielleicht können wir die ja wieder aktivieren?
    In unserem Dorf gab es früher keine Möglichkeit Brunnen zu bauen, weil der Grundwasserspiegel bei c. 40m liegt. Da wurden sog. „Pohle“ ausgehoben und Oberflächenwasser gespeichert. Daraus tranken die Tiere und daraus wurden die eigenen Wassereserven entnommen. Wir hatten zwei solcher Tümpel/Teiche auf dem Hof….im gesamten Dorf gab es dutzende. Heute gibt es noch zwei. In den trockenen Jahren 2018 und 2019 gab es wenig Pfützen und stehendes Gewässer eben auch nicht mehr….ergo weniger Insekten und weniger Möglichkeiten zum Nestbau für die Schwalben – keinen feuchten Lehm. Es ist eben auch eine Wahrheit, dass Lebensqualität = Fortschritt auf Kosten der „Natur“ gehen kann und geht. Was will man?

    2+
    • Gute Idee mit den Müllkippen,
      nur alte Heuwender, Waschmaschinen und Stahlrohrstühle mit Plastiksitzen gehören nicht da hin. Holzstühle schon.

      Aber so eine Ecke ist eine Eh-da Fläche, eben ein unberuhrtes Biotop!
      Da kann sich vieles tummeln!

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      • Paulus sagt

        Es geht eben nichts über ländliche rumänische Verhältnisse. Dieser Insektenheini namens Kunz ist davon ja auch ganz begeistert. Dann kaufen wir halt wieder diese klebrigen Fliegenfänger und hängen sie über den Esstisch. Sehr appetitlich!

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  7. Reinhard Seevers sagt

    Zitat Inga: „Wir brauchen sie hier,
    damit unsere Umwelt wieder in Ordnung kommt. Damit es wieder ökologischer und somit Lebensfähiger für Mensch und Tier hier wird.“

    Was ist „in Ordnung“ und wer bestimmt das? Wie wird das evaluiert? Wann ist der Punkt des „genug“ erreicht? Wie schafft man es die Landnutzungskonflikte durch Inanspruchnahme aller Menschen dieses Landes so zu steuern, dass alle Menschen ihren Teil dazu beitragen und beitragen müssen? Hausbauverbote, Verbote von Straßenbau, Entsiegelung von Flächen? Wie soll das gehen, wenn es nicht ausschließlich zu Lasten der Landwirtschaft gehen soll?

    1+
    • Bestimmen tun das die Ökologen, denn die kennen das Geleichgewicht der Natur!

      Es können nicht alle Leute dieses Landes Ackerland besitzen, um verantwortung dafür zu übernehmen.
      In unserer Aufgabenteilung muß das der
      Landwirt
      machen.
      Der hat das ja auch gelernt!

      Die anderen können ihn höchstens dafür bezahlen,
      in dem sie ökologische Produkte, die umweltschonend anbebaut wurden kaufen und dementsprechend bezahlen.
      Die Zeiten sind vorbei, wo wir nur 10% unseren Einkommens für die Lebenesmmittel ausgeben werden.

      Die Lebensittel werden aus der kultivierten Natur entnommen!

      Also sind sie teurer als die nackten Massenherstellungskosten mit den großen Maschinen und Ställen, denn die tun der Natur weniger gut.
      Dir stellen ja dann auch Rahmschwaren für den LEH her, die es zulassen, dass der Mensch nur 10% seiner Einnahmen für Lebensmitel ausgubt und dabei satt wird.
      Diese Preise dafür lassen es ja auch zu, dass soviel davon wegeschmissen werden kann.

      Das tut der Natur nicht gut!

      Sie muß uns mehr Wert sein!

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  8. Danke, Willi. Der Mann bringt es doch auf den Punkt. Wenn der Anbau von Natur entsprechend bezahlt wird, findet doch jeder auf seinen Flächen 10% , die eben nicht 80 oder 100 dt weizen bringen. Obwohl sich der Aufwand nicht gross unterscheiden wird. Da ist mir doch das Geld an weihnachten mehr wert als die Almosen, die uns Baywa, Agravis etc nach zähem Ringen zukommen lassen. Aber anscheinend muss das Umdenken der Landwirte auch erst gelernt werden.
    Sehr guter Vortrag.
    Schönen gruss von den Strohschweinen

    3+
      • Reinhard Seevers sagt

        Strohschweine, das sind doch die, aus denen man Bauernmettwurst macht oder?…..:-)
        Duck und wech.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Inga, es gibt doch die berühmten Nürnberger Stadtwürste…oder die Braunschweiger….:-)
            Schließlich gibt es auch Stadthonig von Stadtbienen. Und Stadthonig ist bereits mit einer besseren Bewertung unterwegs, als Honig vom Land.
            Die Konkurrenz schläft nicht! Irgendwann wird die Biodiversität der urbanen Regionen sowieso die des „Landes“ überholen. Dann ist der Landmann komplett überflüssig und voll schuldfähig!

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  9. Reinhard Seevers sagt

    Können wir die Biodiversität nicht einfach outsourcen? 🤔☝️
    Wir müssen ja nicht alles können.😎

    1+
    • bauerhans sagt

      nach Afrika auslagern,weils da doch sehr „unordentlich“ ist.
      ih befürchte aber,dass unsere biostationen dann dort aussenbüros unterhalten wollen,sodass die sache zu teuer wird.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Rückepferde sind gut für den Wald, das geht nur auf ebener Fläche, bei uns ist die Seilwinde angesagt.

          Es ist noch nicht lange her, als die Kleinerzeuger mit ihren Äpfeln vor der Safterei warteten, damit sie ihre Äpfel los bekamen, diese Zeit ist vorbei.

          Dann kommen wir mal zu der Sense, jeder der dies empfiehlt, sollte zuerst mal mit dem Gerät einen halben Tag mähen. Hier könnten mal die Herren von den NGOs ihre Fähigkeiten zeigen.

          1+
          • Brötchen sagt

            Mit ner guten Sense, die entsprechend gepflegt und geschärft ist, kann man ziemlich gut was schaffen.
            Bloss dass können die wenigsten. Ich habe den Vergleich zur Motorsense. Motorsense ist dann effektiver, wenn alles verfilzt ist.
            Ansonsten ist meine Sense, mein Heiligtum.

            Ehemaliger die aus dem Schwarzwald.

            Son richtiger Hangmäher, wie aus Österreich oder Schweiz ist natürlich unschlagbar…

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            • Reinhard Seevers sagt

              Sensenseminare haben wir von der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) schon vor 30 Jahren angeboten und diese werden auch nach wie vor beim Heimatmuseum angeboten….ich habe aber noch keinen Mitarbeiter der Städtischen Betriebe gesehen, die damit gearbeitet haben….komisch.

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              • Brötchen sagt

                Du Reinhard jemand der eine Sense wirklich richtig schärfen kann, denn gibt es nicht mehr, die sind alle tod. Ich kenne in meinem Umfeld niemanden. Selbst die alten Bauern können das nicht wirklich, meistens haben die noch irgendeine Krücke, mit der man notdürftig was abmähen kann.
                Mein Vater hatte auch viel mit der Sense gemäht und der hat mir das beigebracht, die Sense hängt heute noch da. Die fasse ich nicht mehr an, seitdem ich eine gute aus dem Schwarzwald mit entsprechendem Worb habe ( die gibt es nirgendwo zu kaufen, nur in ganz versteckten Shopsm aber es gibt sie noch)

                Ich mähe jedes Jahr mein ganzes Heu für 5 Schafe mit der Sense und das ist nur stundenweise. Wenn die Wiese entsprechend in Schuss ist, bin ich doppelt so schnell fertig, wie mit meiner Motorsense und habe nicht den Krach.
                Bei der Sense und der entsprechenden Wiese lerne ich immer dazu, was die beste Technik und Taktik ist. Da ist viel Wissen verloren gegangen und man muss entsprechende Meter auf der Uhr haben.

                Ich wollte damit nur! eine Lanze für alte Handwerkszeuge brechen, die sind effektiver, als mancher ahnt!
                Ansonsten wird wohl heute keiner vom Bauhof mehr mit Sense losziehen. Lässt sich alles besser organisieren usw. Arbeitsschutz und andere Vorschriften..
                Messer schärfen ist auch ne Kunst, dafür habe ich auch einige Jahre gebraucht, komme gerade aus dem Schlachthaus….ich weiß schon, von was ich rede.

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                • Edakteur sagt

                  @Brötchen: das schärfen von Sensen – also dengeln – ist ein Handwerk für sich!
                  Ich habe das im Rahmen der Lehre noch gelernt. Mit einer „scharfen“ Sense kann man dann auch gut schwingen, ohne im Lendenbereich steif zu werden..

                  2+
                • Brötchen sagt

                  @Edakteur so ist es….das lernst Du auch nur durch machen!
                  Es kann Dir zwar mal jemand zeigen, damit kannst Du das aber nicht.

                  Du brauchst ja nur eine scharfe Sense, wenn Du auch viel mähst.

                  Wenn Du jeden Tag nur eine Karre voll Grünfutter mähst, dann musst Du vielleicht einmal im Jahr dengeln.

                  Früher haben die jeden Abend gedengelt.

                  Hängt dann auch noch von ab, was Du mähst usw..

                  Ich würde sagen, ich kann das auch noch nicht total perfekt.
                  Beim Messer schleifen und scharf halten ist das ähnlich…
                  Deshalb hat bei uns jeder seine Messer und sorgt auch selber dafür die scharf zu halten. Wenn die immer der gleiche aufstreicht und entsprechend behandelt, bleiben die auch lange scharf und halten ewig. Durch jedes Schleifen werden die ja immer weniger..

                  Darf man fragen bei welcher Lehre das war und wo ungefähr? Musst Dich nicht zu sehr outen, würde mich mal interessieren.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Einen Dengelstock hätte ich noch, samt dem Hammer.
                  Muss aber zugeben, so richtig konnte ich das noch nie, deshalb habe ich mir mal ein Gerät zugelegt, mit dem die Sense scharf werden soll, ich betone, soll.
                  Da meine Lende allergisch gegen Sensen sind, nimm ich die Motorsense an den Stellen, wo ich mit dem Mulcher und einer Mähmaschine nicht hin komme.

                  Die Motormäher sind wahnsinnig teuer und mir ist es ein Rätsel wie man in Deutschland und Österreich mit so einer Maschine noch Geld verdienen kann.

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                • Ehemaliger Landwirt,

                  was ist ein Dengelstock?
                  Mein Opa hatte einen na ja, Meterhochen Baumstamm (oder -stock, weil auf den Betonboden in der Werkzeuggarage gestellt?) mit einem Eisenstück drauf (reingerammt).
                  da legte er sie Sense drauf und dengelte sie mit einem umgedrehten Hammer.
                  also mit der Spitze von dem Hammer.
                  Nicht irgendein Hammer , sondern ein Denkelhammer`?

                  Oder was kann man sich unter Dengelhammer vorstellen?

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              • Und hast auch noch keinen Ansteller am Sensenstiel gefunden, gell Reinhard, daran liegt es, oder?

                Nein aber im Erst,
                die sense braucht man nicht für städtische Flächen wie Parks oder so,
                man braucht sie für schwer zugängliches Gelände, oft in Eh-da Flächen, wo ein schöner Biotop gedeiht.

                dieser Biotop lässt sich aber nicht mit Maschinen mähen oder bearbeiten und mit KI schon gar nicht.

                Obwohl, wenn KI Wild- und Unkraut erkennt?!?

                Man muß da persönlich rein gehen und mit der Hacke und Sense das notwendige tun.

                Mit den Sinnen erfassen und mit de3n Händen bearbeiten.
                Das kann noch kein KI,
                dazu ist ein Biotop zu artenreich und vielfältig!

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                • Schorsch Summerer sagt

                  Inga, ein Dengelhammer ist ein Hammer ohne die glatte Fläche mit beidseitig der Spitze. Ein Dengelstock ist genau dieses Teil das in den Baumstamm gerammt wurde. Damit es aber besser staucht wird dieser Stock oder Amboss bei uns in einen Granitstein gesteckt. Der war bei uns ca einen Meter lang, hatte die Höhe zum draufsetzen und neben dem Amboss eine kleine Vertiefung für Wasser. Mit dem Dengelhammer wird der vorderste Teil der Schneide ein wenig getrieben und vor allem verdichtet. Das macht die Schneide hart und dünn. Ich kann mich noch erinnern dass in der Frühe bei den Bauernhöfen ein rhytmisches metallisches Klopfen zu hören war. Romantik pur. Wir Kinder wussten aber dass gleich die Drecksarbeit, das Rechen los ging. Wir mussten die Böschungen abrechen. Jene Böschungen die die Komunen heute mulchen. Und schon sind wir wieder bei den Insekten.

                  1+
                • Brötchen sagt

                  Wichtig ist, das der Dengelhammer nur zum Dengeln genommen wird und auch der Amboss. Die Flächen sollten blank und ohne Rost sein, damit der Hammer leicht rutscht.
                  Es wird leicht ziehend mit dem Hammer gedengelt, wenn man die Kombi schmaler Hammer breiter Dengelamboss genutzt wird. Es geht auch anders herum. Dann kann man nicht leicht ziehend dengeln, um die Schneide zu verdichten und auszuziehen.
                  Ich habe mir einen Sitz mit integriertem Dengelstock gebaut, den ich nur aus der Garage hole, wegen der Verrostungsgefahr.

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                • Vielen Dank für die Auskunft,
                  Dann wird der Dengelhammer und der Ambos auf dem Stück Baumstamm von meinem Opa schon einige Generationen alt sein.

                  1+
                • Schorsch Summerer sagt

                  Unser Dengelstein dürfte locker 150 Jahre schon auf dem Hof sein

                  1+
                • Brötchen sagt

                  wie gesagt, wenn das Zeug verrostet ist, dann ist es mit Dengeln schwierig, aber man kann das ja entsprechend schleifen und polieren.

                  Es gibt dann noch Vorrichtungen, wo man den Sensenbaum (worb) entsprechend aufhängen kann, um das Blatt ohne abzubauen im richtigen Winkel dengeln und führen kann. Ich baue das Blatt immer ab und lege die eine Seite auf den Oberschenkel bzw. halte das mit der Hand…..deshalb der extra Sitz.

                  Das mit dem Stein als Resonanzamboss ist auch ne Idee, das kannte ich noch nicht! Danke Schorsch…..

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                • Brötchen sagt

                  Mir fällt noch ein, wenn man es sich richtig bedenkt, die ganze Technik mit dem sensen, das ist europäische Hochkultur und Technologie. In Afrika sicheln die heute noch tiefgebückt mit Sicheln ihre kleinen Äcker, da wäre man mit Sense in 10 min fertig 😉 gut tod auch wegen der Hitze. Letzens erst wieder einen Bericht gesehen, da denkt man sich „mensch, zeigt denen mal ne Sense, dann müssen die sich nicht so quälen—„

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                • Brötchen sagt

                  ab min 4:50 besser kann man es nicht darstellen, wieviel höher die Arbeitsproduktivität ist und das betrifft viele Bereiche dort und in Afrika und da hat nichts mit Großkonzernen und sonst welchen Mythen zu tun.

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      • Wir brauchen sie hier,
        damit unsere Umwelt wieder in Ordnung kommt. Damit es wieder ökologischer und somit Lebensfähiger für Mensch und Tier hier wird.

        Ja und dazu gehören Forst- und
        Landwirte, die diese Biodoversität in unserer Troposphäre erhalten.
        Wenn nun der Erfolg unserer Volkswirschaft von der Industrie, z.B. der klimaschädigender Landmaschinen-und Autoindustrie abhängt, dann hat diese Volkswirtschaft auch die Aufgabe sie, die Ökologie wieder in Ordnung zu bringen.
        Diese Aufgaben muss sie den Fost- und
        Landwirten übertragen werden.
        Weil die so wahnsinnig teure Maschinen von der Industrie dafür benötigen,
        müssen sie auch entsprechend dafür entlohnt werden.
        Oder nicht?
        Sollen die alles so nebenher umsonst mtmachen?

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        • „Wir brauchen sie hier,
          damit unsere Umwelt wieder in Ordnung kommt. Damit es wieder ökologischer und somit Lebensfähiger für Mensch und Tier hier wird.“ Genau dies ist die Botschaft, die den Leuten hier permanent eingetrichtert wird. Niemand hinterfragt, wann die Umwelt wieder in Ordnung ist und wer dies zu definieren hat. Ist die „Lebensfähigkeit“ für Mensch und Tier hier wirklich bedroht?? Wieviel Artenvielfalt brauchen wir?? Ist Artenvielfalt maximieren per se gut?? Ein amerikanischer Prof. (leider finde ich die Quelle nicht auf die Schnelle) hat unlängst gefordert, zur Minimierung des Risikos von Viruspandemien wie Corona die Artenvielfalt/Biodiversität weltweit zu halbieren.

          2+
      • Die Afrikaner haben ihre eigene Unordnung ihrer Ökologie entsprechend.
        Denn Ökologie braucht Unordung für ihr Gleichgewicht. Dazu gehört auch das Klima, und weil Afrika ein anderes Klima hat, haben sie auch eine andere Ökologie als hier oder auf dem Nordpol.

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