Bauer Willi
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Amsel-Sterben…

In den vergangenen Wochen sind mir mehrere Amseln aufgefallen, die sehr apathisch waren und denen man sich bis auf wenige Meter nähern konnten. Zwei tote Amseln habe ich auch gefunden. Dann wurde ich von einem Bekannten darauf aufmerksam gemacht, dass es sich dabei um eine Seuche handeln könnte und habe recherchiert. Tatsächlich werden besonders viele Fälle von Amsel-Sterben aus NRW gemeldet. Es handelt sich bei der tödlich verlaufenden Erkrankung um einen Virus, der ursprünglich aus Afrika stammt und durch Mücken übertragen wird. Er befällt neben Amseln auch andere Vögel. Hier findet ihr mehr Informationen:

https://www.nabu.de/news/2017/09/23022.html

Aus Österreich wird ähnliches bei Grünfinken berichtet. Hier ist es der Erreger Trichomonas, der für ein Massensterben sorgt. Nach Angaben des Veterinärs spielt auch die Fütterung in Vogelhäuschen hier eine Rolle.

http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Ein-Warnsignal-des-Klimawandels-Bestaende-der-Gruenfinken-halbiert;art4,2667017

Schade, dass solche Meldungen es nicht in die großen Medien schaffen, denn in keiner der Meldungen werden direkte menschliche Einflüsse als Ursache erwähnt. Kann es sein, dass auch andere Ereignisse andere Ursachen haben? (Mir kommt dieser Gedanke deshalb, weil ja auch in streng geschützten und weitläufigen Naturschutzgebieten von einem Rückgang der Insekten berichtet wird.)

Euer Bauer Willi

 

P.S: Hier noch ein Link zum Virus, das die Amseln befällt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Usutu-Virus

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19 Kommentare

  1. Wildvogelhelfer sagt

    Mir sind viele dieses Jahr gestorben….
    Wenn ich sehe, das ein Landwirt das komplette Feld platt macht um noch ein Gewächshaus zu bauen bekomm ich schon nen Hals… Das Feld war Brutplatz der Kiebitze. Also Rücksicht ist da keine.
    Ok, die Amseln sterben Z.Zt am Virus. Es sind viele. Aber laut Nabu ist eine Gefährdung des Bestandes nicht zu erwarten. Dennoch finde ich es sehr schlimm. Und Ja, Insekten gibt es echt wenig dieses Jahr. Und das hat ganz sicher auch Gründe

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Vor ca. 15 Jahren gab es ein Robbensterben in der Nordsee, die NGOs und die Medien lieferten sofort die angeblichen Missetäter, die Winzer sollten schuld sein. Aus Rache hat man einem Winzer am Kaiserstuhl eine ganzen Weinberg abgeschnitten.

      Letztendlich war ein Virus Schuld an dem Robbensterben.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          So ist es!

          Leider geht man immer den Weg einer reißerischen Schlagzeile, bevor die Umstände erforscht wurden.

          Wenn man dann noch die Landwirtschaft als Sündenbock abstempeln kann……

    • bauerhans sagt

      “….. bekomm ich schon nen Hals…”

      hingehen,ordentliche pacht bieten und schon kannste kiebitze schützen.
      im übrigen darf im feld nicht einfach ein gewächshaus gebaut werden.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Vielleicht war der Wildvogelhelfer der Einzige, der einen Kiebitz gesehen haben will.

  2. klemens sagt

    Natürliche Ursachen sind nicht so reißerisch wie ein Skandal an dem der Bauer Schuld ist.
    Immer wieder wird angeklagt dass die Landwirtschaft Schuld am Schwund der Bodenbrüter hat, dass die Kleinraubtiere wie der Marder dabei eine Rolle spielen wird immer verschwiegen.

  3. Stadtmensch sagt

    Mal jetzt ohne irgendwelche Vorwürfe: Wer übernimmt in einer “durchkapitalisierten” Gesellschaft die Aufgabe, solche Dinge zu beobachten und zu melden? Richtig, spendenfinanzierte NGO. Sicher wollen die wieder nur Panik verbeiten und den Landnutzern (vor allem den Golfern) am Zeug flicken.

    • bauerhans sagt

      “Wer übernimmt in einer „durchkapitalisierten“ Gesellschaft die Aufgabe…”

      hier bei uns die biostationen durch bezahlte ornithologen.
      die überwachen die richtlinien,praktisch kommt da wenig.

  4. Friedrich sagt

    Hier in Hannover gehts den Amseln noch gut. Warum unterstützt der NABU mit den Spenden die Doktorarbeit nicht ? Dafür geben die Leute doch das Geld.

  5. Zenzi sagt

    In Bayern habe ich noch keine Amsel mit den Symptomen beobachtet. Laut der Karte von Nabu ist die Rheinebene besonders betroffen. Seit 2011 verbreitet sich dieser Virus und die Amseln müssen erst eine Imunität entwickeln. Wer solche Vögel beobachtet kann dies bei Nabu melden. Mit “Insektensterben” hat dies aber nichts zu tun, sondern einem eingeschleppten Virus (Südafrika?) nach einem dortigen Fluss benannt wo der Virus erstmals gemeldet wurde. Dieser wird durch Stechmücken verbreitet und ist für Menschen nicht gefährlich.

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