Bauer Willi
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ACS und Glyphosat

Eine bemerkenswerte Aussage des französischen Agrarministers Guillaume im Fernsehen:

Ca. min 1:15:     „Gibt es kein Glyphosat, dann scheitert der Wechsel zur konservierenden Landwirtschaft“

Ob eine so faktenbasierte Aussage auch in Deutschland möglich wäre???

 

Übrigens: Guillaume ist die französische Form des Namens Wilhelm. (Kurzform Willi) 🙂

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94 Kommentare

    • Inga sagt

      Was hat das mit der Reduzierung der Bauern zu tun,
      Wie gut kennen sie sich in der Landbewrtschaftung aus, wissen sie was eine Fruchtfolge ist und in welcher Situation darin Glyphosat hierzulande eingesetzt wird?
      Man kann die nicht mit Südamerika vergleichen.

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      • Andreas sagt

        Ich selbst habe Glyphosat noch nie angewendet, aber mein Nachbar
        ist ein großer Freund davon.
        Er hat alle seine Wiesen abgespritzt und neu eingesät.
        Wenn das Getreide ungleich reif wird, wird es vom ihm
        totgespritzt. Grundsätzlich behandelt er alle abgeerneten
        Felder mit Glyphosat und grubbert sie dann nach zwei Tagen !!!
        Aber was hat das mit Fruchtfolge zu tun ?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Nochmal auch für Sie,

      Hatte einen Weinberg mit jeder Menge Mauereidechsen – ohne eine Mauer – wo ich unter den Stöcken 2 mal im Jahr Glyphosat gespritzt habe, die Viecher haben alle überlebt. Warum jetzt die Kröten des swr angeblich nicht überlebt haben, ist mir schleierhaft.

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      • Inga sagt

        Ob der Andreas die studierten und staatlich geprüften Landwirte nicht anerkennt, ob er nicht weiss, dass sie hierzulande den Pflanzenschutz gewissenhaft mit Fachwissen so viel wie nötig und so wenig wie möglich durchführen?

        Vielleicht weiss er auch nicht, dass andere diese Mittel, auch glypgosathaltige gar nicht ausbringen dürfen?
        Er bestimmt auch nicht, weil er die Voraussetzungen dafür gar nicht hat.
        Der ist bestimmt nur neidisch, oder….

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  1. Jürgen M. sagt

    Jetzt oute ich mich mal als erbarmungsloser Glyphosator der seit über 25 Jahren jährlich seine gesamte ackerbaulich genutzte Fläche mit Glyphosat behandelt .
    Wir bringen in der Vorsaatbehandlung in der Regel 540 bis 720 Gramm des Wirkstoffs Glyphosat je ha aus das sind 1,5 bzw 2,0 l Round up, plantaclean, Taifun forte oder wie die fertig fomulierte Präparate je nach Hersteller so heißen.
    Wenn wir jetzt mal ein spezifisches Gewicht von 1,36kg/Liter annehmen , dann wären es maximal 2l pro Jahr und ha wieviel gr. Tensiede in diesen 2 Litern enthalten sind entzieht sich jetzt aktuell meiner Kenntnis, aber wenn man sich den Spaß macht und es umgerechnet, dann sind es 0,0002 L je m2 . Und jahr !
    Wenn ich jetzt meinen von ihnen beschriebenen klaren Verstand einschalte , sehe ich nicht die Mengen an Waschmittel die ich jährlich auf meinen Acker kippe !
    Gruss Jürgen Mayer

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  2. Paulus sagt

    Leute, Glyphosat hin oder her, das scheint mir im Moment eher unwichtig zu sein. Als ob wir mit Corona und deren wirtschaftlichen Folgen sowie der beabsichtigten Agrarwende zu was auch immer, nicht schon genug zu schaffen hätten, kommt in einer Mitteilung des NDR noch Folgendes: BUND und Nabu, also die Leute die ihre Pferde und Rindviecher verhungern und verkommen lassen, fordern ein sofortiges Abschalten der Atomkraftwerke. Im Zuge von Corona würde deren Energie nicht mehr benötigt. Ja, so ein kleiner Blackout käme uns doch jetzt gerade noch passend. Und wir diskutierten hier gestern noch über Steckrüben.
    Ich ergehe mich mit meiner Gattin übrigens gleich Arm in Arm im angrenzenden Wald. Dort stehen ein paar Lärchen, die im Spätherbst 2019 anlässlich einer Führung von einem Nabu-Experten als Beispiel für das Baumsterben bezeichnet wurden.

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    • Brötchen sagt

      Paulus warte ab, wir reden weiter wenn das Ding durch ist.

      Das glyphosatthema kann man gut als Gleichnis für vieles nehmen.

      Denk Mal drüber nach, wenn du an deiner Zapfwelle stehst!

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          • Paulus sagt

            Noch nie einen mit altem Staufferfett verschmierten Blaumann angehabt, aber auf die an der Werkbank hämisch herabsehen und dicke Backe haben. Jungs, solche Leute habe ich gerne. 🙂 🙂 🙂
            Zuerst wurde mir der Wert der Arbeiter in England bewusst. Die konnten nicht nur einen Morgan aus Holzlatten zusammen schrauben sondern auch wesentliche Teile für Triebwerke mit einer für mich unvorstellbaren Eigenverantwortung erstellen. Da wurde das Harzburger Modell in Reinkultur praktiziert. (Hallo mein lieber James Taylor). Viel später durfte ich es in der ehem. DDR erfahren. Was die mit uralten Maschinen und sonstigen Hilfsmitteln allein aufgrund ihrer Geschicklichkeit und ihres Wissens zustande brachten war zwar nicht konkurrenzfähig aber dennoch erstaunlich.
            Ich bin nun mal ein Freund der Malocher, nicht erst seitdem die SPD die Underdogs aus den Augen verloren hat. Den kurzen Ausflug in die Industriegeschichte verzeihe man mir.

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            • firedragon sagt

              Hast recht Paulus,
              einen Blaumann hatte ich in Tat noch nie an, bin eher in schwarz unterwegs, da sieht man etwaige Fettflecken nicht so schnell. An der Werkbank bin ich auch eher selten, dafür gelegentlich an Stellen in diversen landwirtschaftlichen Maschinen, wenn jemand anderes nicht mehr rein passt 😉.
              Geschichte kann nur bilden, also muss man Dir nichts verzeihen.

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    • Christian Bothe sagt

      @Paulus,wenn diese NGOs das wirklich gesagt haben, sollte man sie unbedingt auf Corona testen!Wahrscheinlich ein neuer Typus…

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      • Lady sagt

        Paulus, kann man das irgendwo nachlesen? Wollen die sich auf dies Weise Gehör verschaffen? Im Moment sitzen die NGOs ja noch nicht mal auf der Bank, geschweige denn, dass sie irgendwie das Spielgeschehen bestimmen. Eigentlich sehr wohltuend!
        Ich denke, die Ursache kann keine Corona-Infektion sein. Das Symptom vollständige geistige Umnachtung gehört eher nicht dazu.
        Und ganz ehrlich, solche Statements sind nicht neu. Die gab es schon laaaange vor Corona!

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  3. Christian Bothe sagt

    Lieber Bauer Willi (Guillaume?).Nicht gut, da hab’s doch mal einen Spion…😎

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  4. James Taylor sagt

    „Konservierende Landwirtschaft“ meint doch vermutlich konservierende Bodenbearbeitung, also minimaler Bodeneingriff, permanente Bodenbedeckung und wechselnde Fruchtfolgen inkl. Fruchtartendiversitaet. Wuerde das europaweit Realitaet, koennte die Landwirtschaft etwa die Emissionskapazitaet von 50 Kohlekraftwerken einsparen, haette die Wirkung von 43.000 Windturbinen an Kohlenstoffeinsparungen und koennte sogar Kohlenstoff binden, der einer Flaeche von 65 Millionen Hektar Wald entspricht. Das waere gut, nur, und dies ist jetzt die Frage, was hat das mit dem Wirkstoff in Glyphosat zu tun, denn schaedlich sind beim Einsatz von Glyphosat die Beimengungen, insbesondere die Tenside, nicht der Wirkstoff an sich. Welcher Bauer kippt denn Waschmittel in Mengen auf seinen Acker, und das bei klarem Verstand?

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    • Brötchen sagt

      James in der Natur ist das eben so, es gibt so gut wie keine Tätigkeit, die nicht mit Nachteilen erkauft ist.

      Ich muss mir eben den Kompromiss raussuchen und die Entscheidung ist nicht ganz trivial.

      Es kommt doch zu den Konflikten, weil die Mehrheit denkt, sie leben im Märchenwald.

      Faktencheck…..“Welcher Bauer kippt denn Waschmittel in Mengen “

      welche Mengen ?

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      • James Taylor sagt

        Die Menge an Tensiden + Fluessigkeit muss so gross sein, dass flaechendeckend die Zellwaende der Pflanzen vom Wirkstoff ueberwunden werden koennen. Nur so kann der Wirkstoff in Glyphosat ueberhaupt sein Werk tun. Gemessen an dem, was in der Regel verteilt wird, und dies sind g/qm oder mg/qm, ist das eine „grosse Menge“.
        Aber Sie haben recht, es ist eine Aufrechnung der Nachteile und der Vorteile. Die Diskussion muss aber doch auch sein, ob die Wirkung – und das ist entscheidend! – evtl. auch anders erzielt werden kann und damit natuerlich auch eine Reduzierung der Nachteile einher geht.

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        • Brötchen sagt

          James ich weiß die Zahl nicht genau, weil ich Ackerbauspezialist bin, die Mengen sind wirklich sehr gering, es geht da um Liter / ha. Immer schon das Gemisch Wirkstoff + Tensid….

          Dann kann man natürlich sagen….na wenn das so wirksam ist, dann ist die Wirkung schon gewaltig.

          Die Ausbringungstechnik hat auch gewaltige Fortschritte gemacht.

          Kostet ja auch Geld das Zeug.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Für die in Deutschland im Ackerbau zugelassen Glyphosat-haltigen Herbizide ist die Aufwandmenge auf max. 1.800 g Glyphosat je Hektar und Behandlung begrenzt. Bei sehr selten möglichen Behandlungsfolgen innerhalb von 40 Tagen darf die Wirkstoffmenge von 2.900 g/ha nicht überschritten werden. In der Praxis wird im Ackerbau ein mittlerer Wirkstoffaufwand von zirka 1.300 g/ha je Anwendung eingesetzt. Die zugelassenen Indikationen (Kultur und Zielunkraut) variieren sehr stark von Präparat zu Präparat. Eine für Herbizide exklusive Indikation haben 19 der im Ackerbau zugelassenen Glyphosat-haltigen Herbizide: In Ackerbaukulturen nach der Ernte oder nach dem Wiederergrünen gegen Unkräuter und Ungräser.

            Quelle: lfl.bayern

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        • Brötchen sagt

          „Die Diskussion muss aber doch auch sein, ob die Wirkung – und das ist entscheidend! – evtl. auch anders erzielt werden kann und damit natuerlich auch eine Reduzierung der Nachteile einher geht.“

          So einfach ist das eben nicht, man muss immer! Nachteile in Kauf nehmen.

          In der Natur gibt es keine! Win Win Situationen, wie uns die Selbstoptimierer so weiß machen wollen.

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    • Wilfried Kehm sagt

      Niemand redet über die Fäkalien und natürlich auch die Waschmittel, welche über die Regenüberläufe in den Kanalisationen der Kommunen direkt in die Oberflächengewässer eingeleitet werden. Bei der Düngung und der Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln muss ein Abstand von vier Metern zu den Wasserführenden Gräben eingehalten werden. Die Abwässer werden bei Regenfällen aber direkt eingeleitet. Ich vermisse hier von Seiten des Bauerverbandes, das dies mal thematisiert wird und auch über die Presse publiziert wird.

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      • bauerhans sagt

        hier werden regen und abwasser (mischwasser) in rückhaltebecken gespeichert und danach in die kanalisation gepumpt.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Und wenn die Becken voll sind?

          Kann es dir sagen, dann läuft es in den Bach.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Falsch,
            nicht in den Bach, in den Vorfluter, hört sich einfach besser an. 😉

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      • Reinhard Seevers sagt

        „Verursacher – nicht Landwirtschaft allein
        Vor diesem Hintergrund fordert der CDU-Umweltpolitiker Martin Bäumer: „Es ist nach meiner Auffassung äußerst wichtig, das Verursacherprinzip in Gänze zu beachten, daher darf im Hinblick auf die Ausweisung von nitratsensiblen Gebieten der Fokus nicht ausschließlich auf der Landwirtschaft liegen“.

        „Der Eintrag von Nitrat und Phosphat von Kläranlagen muss in diesem Zusammenhang eine stärkere Berücksichtigung finden“, sagt Bäumer weiter. Die zu treffenden Maßnahmen zur Verringerung der Einträge dürften sich daher nicht allein auf die Landwirtschaft beschränken.

        „Auch andere Teile der Gesellschaft müssten zu einer Verbesserung der Einträge beitragen“, heißt es weiter. Man darf gespannt sein wie das Umweltministerium in Niedersachen auf diese Forderungen und die Messergebnisse der Bauern reagiert.“

        https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/niedersachsen-nitrat-messwerte-fehlerhaft-561317

        Wurde und wird doch……

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        • Inga sagt

          Es muß auf allen Schulder getragen werden.

          Dadurch wird vielleicht auch wieder mehr Interesse an der Verantwortung für die Umwelt geschürt!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Und andere sehen das eben auch anders:

        Zitat aus einem Bericht der TAZ:
        „Bisher schien es politischer Konsens, dass für die Nährstofffrachten sowie alle ungewünschten Stoffe in den Flüssen ausschließlich die Landwirtschaft verantwortlich sei“, heißt es in der Petition. „Diese Darstellung ist nun unhaltbar.“ Auch weil das Düngerecht wieder verschärft werden solle, müsse „die eingeleitete Nährstofffracht ermittelt“ und politisch „bewertet“ werden.

        Für Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser und Abwasser beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist die Petition „fehlgeleitet“: „In der Wissenschaft werden alle Quellen der Nitratbelastungen aufgeführt. Von einseitigen Darstellungen kann deshalb keine Rede sein“, sagte er der taz. Die Abwasserverordnung solle die Oberflächengewässer ausdrücklich vor Einträgen beispielsweise aus Haushalten schützen.

        Allerdings gelten die Bauern als Hauptverursacher. „Mehr als 50 Prozent der reaktiven Stickstoffverbindungen gelangen in Deutschland über die Landwirtschaft in die Umwelt“, schreibt das Umweltbundesamt. Industrie, Verkehr und private Haushalte verursachten also weniger Ausstoß.

        Der Beitrag der Landwirtschaft
        „Insgesamt rund 75 Prozent der Stickstoffeinträge in die Oberflächengewässer sind landwirtschaftlich beeinflussten Eintragspfaden zuzuordnen“, sagt Ullrich. Nur etwa 2 Prozent kämen daher, dass Mischwasserkanäle überlaufen. Weitere 2 Prozent stammten aus Regenwasser, das direkt beispielsweise in Flüsse eingeleitet wird. Kleine Kläranlagen für weniger als 50 Einwohner sind laut Umweltbundesamt lediglich für 1 Prozent der Stickstoffeinträge in Oberflächengewässer verantwortlich.

        Weniger Dünger bedeutet oft auch kleinere Ernten und höhere Kosten

        Im Grundwasser kommen 88 Prozent des Nitrats von Landwirtschaftsflächen unterhalb der Wurzelzone, wie das Umweltbundesamt der taz mitteilt. Es beruft sich auf eine Studie, die es demnächst offiziell veröffentlichen will. „Die Mengen aus Abwasserkanälen sind sicher geringer als die aus der Landwirtschaft“, sagt auch Frank Brauer, Abwasserexperte des Umweltbundesamts.

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    • Thomas Apfel sagt

      Bei zugelassener Anwendung liegt der ausgebrachte Tensidanteil bei 80 – 150 mg/m2.
      Diese Menge an biologisch abbaubaren Stoffen wie Tensiden sollte der Boden locker abpuffern. Da dürften die 45 bis 55 g/m2 mineralischer Stickstoffdünger ganz andere Wirkungen entfalten. Oder, wenn ich eine Kinsey-Empfehlung bekomme 200 kg reinen Schwefel zu streuen macht das genau wie Kalkstickstoff exponentiell mehr „Schaden“ im Microbiom des Bodens als das bisschen Tensid und wird trotzdem als sinnvolle Maßnahme angesehen und durchgeführt.
      Ich finde bei den Aussagen der Franzosen viel wichtiger, dass die Mitglieder zum Zeigen der Felder, zum Erklären und somit zur aktiven Diskussion mit den Nichtlandwirten aufgefordert werden. Glyphosat ist ein Werkzeug, das wir im Moment noch brauchen, das aber wie viele andere vor ihm, verschwinden wird, wenn andere geeignetere Werkzeuge da sind, oder eben Resistenzen die sinnvolle Anwendung unmöglich machen. Die aktuelle These von der Biodiversität im Boden als Allheilmittel muß ihre Richtigkeit erst noch unter Beweis stellen. Zu viel Biodiversität im Boden, so zumindestens meine Erfahrung als Gärtner, macht genaue Steuerung von Prozessen schwer bis unmöglich.

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      • Reinhard Seevers sagt

        „Zu viel Biodiversität im Boden, so zumindestens meine Erfahrung als Gärtner, macht genaue Steuerung von Prozessen schwer bis unmöglich.“

        Tja nicht umsonst wird etliches Gemüse nur noch auf Wattebäuschchen mit Nährlösung aufgezogen…..:-) Evtl. braucht man den Boden gar nicht mehr für die Nahrungserzeugung? ….uuuups, vorsicht Stolperstein:-)

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      • firedragon sagt

        Bin im Weinberg die letzten Reben anbinden.
        Es gibt den sogenannten Unterstockbereich. Dieser Bereich sollte frei von Bewuchs sein. Zur Freihaltung gibt es zwei Möglichkeiten. Verwendung von G., damit beginnen einige gerade, wird, je nach Jahr dann wiederholt. Oder mechanisch bspw Rollhacke, auch hier muss man den Vorgang, ähnlich Ackerbau, mehrmals wiederholen.
        Gibt noch ’ne dritte Möglichkeit – Kombination aus beiden. Das machen wir aus der Not heraus. Uns fehlt jetzt im Frühjahr einfach die Zeit im Weinberg rollzuhacken, da wir, genau wie jeder andere Ackerbauer einiges an Arbeit auf den Äckern haben (das ist der Riesennachteil, wenn man vielfältig unterwegs ist – die Arbeit überschneidet sich). Unser Betrieb wird jetzt einmalig G. verwenden, später dann Mechanik einsetzen, weil Boden bearbeitet wird, da ist das Zwischenachsgerät dann sowieso angebaut.
        Wenn ich mir derzeit den Unterstockbereich anschaue, da wuselt es von Getier. Das ist der Effekt von G., sobald wir Mechanik einsetzen, wuselt nicht mehr so viel.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Der größte Winzer im Ort, hat sich so ein Unterstock Gerät angeschafft. Nach dem ersten Gewitter hat sich der Mutterboden Richtung Rhein verabschiedet. Steigung ca 30 %. Auch eine Rotorbürste wurde ausprobiert, bei 40 % Steigung kann man das vergessen. Bei und sind alle Gassen begrünt.

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          • firedragon sagt

            Ehemaliger Landwirt,
            wir haben eher flaches Land. Glaube mir, hätte der Betrieb Hanglagen oder gar Steillagen, würde ich mir das nicht antun.
            Hut ab vor allen Steillagenwinzern! Mechanik kann man da vergessen, contraproduktiv. Deshalb ist es gerade für die wichtig, dass G. bleibt. Aber das wirst Du wissen 😉.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Die meisten Lagen, die nicht mit dem Holder befahren werden können, werden mit NICO, oder dem Geier bearbeitet, Pflanzenschutz und Gipfeln geht, wenn es noch steiler wird, dann werden manche Flächen bald nicht mehr bearbeitet. Es kommt auf den Auszahlungspreis an und der ist seit meinem Ausscheiden als Winzer beträchlich gesunken.

              In den letzten Jahren gab es einige Umlegungen, derzeit eine kleine, vor 7 Jahren eine, wo 100.000 Kubikmeter Material zugefahren und nochmals so viel bewegt wurde, sehr viel mit Fels. Somit haben die Flächen höchstens 40 % Steigung.

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              • firedragon sagt

                Als wir von einer Weintour auf der Heimfahrt waren, sind wir kurz entschlossen zu einem Betrieb in Moselregion gefahren, um uns deren Konzept mit Ferienhäuschen für Familien anzuschauen. Da standen wir auch mal kurz im Weinberg (verdammt steil), wir sind auf allen Vieren wieder rausgekrabbelt. Du hast recht, allein, dass die Hänge in Bewirtschaftung sind, bräuchten die dafür einen Zuschlag.
                Wie gesagt, wäre nichts für mich, ich bin weder lebensmüde, noch habe ich zwei unterschiedlich lange Beine 😇.

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                • Brötchen sagt

                  Drachen, es kam mal eine Doku aus der Schweiz, die haben mit Steigeisen geheut.
                  Der Vater ist nach den Dreharbeiten abgestürzt.

                  Normalerweise müßten die sich Seilen sichern.

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                • firedragon sagt

                  Guten Morgen Brötchen,
                  dann weißt Du ja, was ich meine 😉.
                  Und ja, in den Steillagen ist man, zur Bearbeitung dieser, gesichert.

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                • Brötchen sagt

                  Drachen ich bin die Mosel mit dem Rad langgefahren, vor ein paar Jahren. War eine schöne Tour Trier->Koblenz.
                  Bin in Piesport auch mal die Serpentinen hoch.

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                • firedragon sagt

                  „hüstel“ mich bekämst Du nicht auf ein Fahrrad, um damit irgendwelche Serpentinen hoch zu strampeln. Du darfst strampeln, ich würde dann doch lieber hinunter rollen 😇.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @firedragon

                  Von den Steillagen der Mosel sind wir weit entfernt.
                  Wie gesagt, es kam auf die Erlöse an und die waren früher höher, als in der Pfalz. Derzeit sind sie in einer kritischen Phase. Im Bereich Baden-Baden sind schon einige Flächen aufgelassen, das macht nicht nur dem Nachbar und der Genossenschaft Probleme, auch der Urlaubsindustrie. Aber unsere Gesellschaft hat es so gewollt, Wein aus Chile und Australien und gepflegte Weinberge bei uns, wird nicht funktionieren.

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                • firedragon sagt

                  Ehemaliger Landwirt,
                  die Mosel diente als (krasses) Gegenbeispiel.
                  Der Preisverfall im Wein, gerade auf dem Fassweinmarkt, ist schon erheblich – da hast Du recht. Mit bspw Chile und Australien können wir hier gar nicht konkurrieren. Ich kann Dir garantieren, dass Preisniveau wird, auf lange Sicht, weiter sinken (Fasswein!).

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                • Brötchen sagt

                  @Drachen, wenn Du von Trier fährst, hast Du immer leichtes Gefälle.
                  Ausser ein Stück war abseits der Mosel, da ging es hoch.

                  Ganz steil war mal eine Tour durch den Elsass (Strassburg-> Basel), da geht es richtig hoch. Dagegen schaffst Du Mosel mit einem Bein.

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                • firedragon sagt

                  Brötchen,
                  ich glaube über Dein Hobby kommen wir nicht zusammen, ausser Du gestattest mir, auf’m Pferd neben Dir her reiten zu dürfen (radeln ist nicht meins) 😉.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Drachen

                  Ich gebe dir Recht, der Fasswein wird weiter sinken und der Flaschenwein auch.

                  Dieses Jahr hat meine Genossenschaft mit einer anderen fusioniert, jetzt ca. 650 Hektar. bei der Weinabfüllung und beim Versand wurde schon 5 Jahre zusammen gearbeitet.

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                • firedragon sagt

                  Ehemaliger Landwirt,
                  beim Flaschenweinverkauf hat man, je nach Absatzweg, noch einen kleinen Spielraum. Fragt sich nur, wann der „dahin schmilzt“.

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              • Paulus sagt

                Ehemaliger, was ist eigentlich mit den Weinbergpfirsichen? Wir bekamen vor Jahren mal ein paar von der Ahr als Mitbringsel. Das waren Pfirsiche von denen ich heute noch träume, nicht vergleichbar mit denen im LEH. Lohnt es sich da nicht ggf. umzustellen oder diese vermehrt anzubauen? Ich frag nur mal so ganz dumm.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Pfirsiche ist eine anspruchsvolle Frucht und nur üb den Hofladen zu verkaufen, wenn der Bauer was verdienen will. Je länger am Baum, desto besser schmecken sie.
                  Ich glaube nicht dass man finanziell gesehen, mit dem Ausland mithalten kann.

                  Wir kaufen die auch in einem Hofladen.

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      • Christian Bothe sagt

        @Th.Apfel,mal was anderes, lese gerade in TopAgrar,das man doch ausländische AK ins Land lassen will!

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          • Christian Bothe sagt

            @firedragon,dazu auch eine tolle Initiative von A.Gerner zur DüV und wie man diese Sache evt. neu verhandeln muss.(Eingabe bis 2.4. 20 möglich an BUM möglich)+ Stellungnahmen von Wissenschaftlern und DBV(Prüfung von rechtlichen Schritten).

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            • firedragon sagt

              Habe ich auch gelesen Herr Bothe.
              War mit ein Grund, weshalb ich darauf verwiesen hatte.
              Hat er gut „kommentiert“.

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              • Christian Bothe sagt

                Viele sind seiner Argumentation gefolgt und haben an das BMU eine Mail zum heutigen Termin gesandt.Toll und mal sehen, was es für die Bauern bringen wird.

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        • Thomas Apfel sagt

          Wenn die einfliegen sollen wirds bei mir schwierig, die 10 km bis zu mir reichen gerade mal für „Erste Kurve“ beim Flugzeugstart.
          Spaß beiseite, ob die begrenzten Einreisemöglichkeiten auch den grenznahen Raum betreffen ist noch unklar. Bis Mitte Mai komme ich noch mit Familie klar, dann wirds ernster.

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          • Christian Bothe sagt

            Hoffe,das es dann doch noch klappt, und Sie neben AK aus den Portalen einige iher Fachkräfte aus Osteuropa einsetzen können. Sie kriegen das schon hin…

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    • Bauer Willi sagt

      Die kritisierten Tallowamine sind zumindest in Deutschland schon seit Jahren verboten.

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    • Christian Bothe sagt

      @J.Taylor,was sollen solche „chemischen„Analysen?Gehen Sie davon aus, das solche Mittel wie Round up sparsamst und effektiv eingesetzt werden und notwendig sind! Schauen Sie sich mal die Zusatzstoffe in den Lebensmitteln an, um diese zu konservieren(Kaliumsorbat und andere E- Zutaten chem.Zusammensetzung).

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    • Inga sagt

      Ach,
      und das, die (Tenside als Beimengen) wurden im Bier und der Milch auch nachgewiesen, um das Glyphosat auf dem Acker zu verbieten?
      Braucht man für die Rohreinigungen in Stall oder Melkstand, Molkerei und Brauerei nicht auch Tenside?

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    • Jochen Böhrer sagt

      Ahhhh.. die „Tenside“.. aber klar. Nicht mitbekommen, dass Tallowamin verboten ist? Und wenn ich Sie richtig verstehe, haben Sie nichts gegen die Ausbringung von Glyphosat in Salzform? Oder fehlt es Ihnen ganz einfach an Fachwissen und Sie machen sich hier nur wichtig, indem Sie ein solches vorzutäuschen versuchen?

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  5. Moin!

    Der Begriff „konservierende Landwirtschaft“ wie auch „moderne Landwirtschaft“ ist schnell irreführend.

    Natürlich ist pflugloser Ackerbau mit Blick allein auf Regenwürmer in den oberen Zentimetern bodenschonender. Und dann muß man schauen, wenn Unterpflügen wegfällt, wie man das unerwünschte Unkraut loswird, dafür ja Glyphosatformulierungen wie Roundup. Doch das ist eine Milchmädchenrechnung.

    Das Thünen-Institut hat schon geäußert, daß dieser pfluglose Glyphosat-Ackerbau nicht zum Humusaufbau führt: https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/humus-boden-pfluglos-arbeiten-bringt-nichts-559984

    Ist auch logisch: Organische Substanz wird mangels Pflügen nicht mehr tief in den Boden gebracht, so daß nur noch verrottendes Wurzelwerk und das Bißchen, was Regenwürmer in die Erde ziehen, dort ankommen. Flüssiger Wirtschaftsdünger versickert großteils.

    Grundüberlegung: Wenn durch eine konservierende Bodenbearbeitung (pfluglos) ein natürlicher Humusaufbau ermöglicht wird, über wie viele Zentimeter pro Jahr sprechen wir dann?

    Gegenbeispiel: Agroforsten bringen Holzkohlekompost teilweise tief in den Boden rein.
    „Die Besatzdichte mit Regenwürmern und der Humuszugewinn sind enorm: 40 bis 80 t/ha im Jahr fruchtbaren Boden bringt die Lebendverbauung. Das entspricht 1 bis 5 mm Bodenauftrag.“
    https://www.agrarheute.com/pflanze/getreide/gehoelze-acker-agroforsten-schlagen-klimawandel-schnippchen-561758

    Ich verweise auf Konzepte wie die regenerative Landwirtschaft als Ausgangspunkt.

    Oder noch anders gesagt:
    Kohlenstoff muß in den Boden. Kommt mehr Kohlenstoff in den Boden mit Pflug oder ohne?

    Und wenn die Düngemittelverordnung bei mehr als 4% Humus vorschreibt, 20kg/ha Nitrat weniger auszubringen, welcher Tierhalter hat dann Interesse an Humusaufbau?

    Der Kohlenstoff (TOC und SOC) ist das Entscheidende. Auch hat nachweislich eine feste Mischung aus Gülle und Stroh (vergleiche Zeit vor Aufkommen der Spaltböden in den Siebzigern) eine höhere Bodenbeständigkeit und führt zu zirka doppelt so viel Humusbildung.
    https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/publikationen/daten/informationen/p_20004.pdf

    Kohlenstoff muß in den Boden, wenn diese dürrefest sein sollen und man mit möglichst wenig Nährstofferosion zu tun haben wollte (was die Frage aufwirft, wieviel Tierhaltung verkraften unsere Böden mit Blick auf Stoffkreisläufe und Grundwasser).

    Interessant sind hier auch Verfahren wie das in China entwickelte stark bedarfsgerechte ISSM (Integriertes-Boden-Frucht-Systemmanagement). Da geht es sogar darum, zu welchem Zeitpunkt exakt gedüngt werden muß und wann Nährstoffe knapper gehalten werden sollten etc. Maximale Ertragssteigerung bei minimalem Einsatz.

    Außerdem: Glyphosat funktioniert nicht ewig, siehe die exzessive Anwendung in den USA und den Resistenzdruck dort.

    Wer zuerst umdenkt, hat gewonnen. Die Bodenfruchtbarkeit geht weltweit massiv zurück, in Deutschland noch etwas langsamer, zumal gentechnische Erzeugnisse und entsprechende Produktionsweisen noch verboten sind, ebenso noch ziemlich hohe Auflagen bei Agrarchemie (siehe PCBs etc.) bestehen und wir noch eine relativ kleinteilige und damit vielfältige Landwirtschaft haben, auch wenn Bodenspekulanten gerade das Gegenteil anvisieren.

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    • Kleinbauer sagt

      Ich empfehle das Buch von Gabe Brown „Aus toten Böden wird fruchtbare Erde“. Ihm ist es gelungen, sehr humusreiche Böden aufzubauen, mit hohem Viehbesatz und sehr guten Erträgen.

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    • Bauer Willi sagt

      Die Artikel von Holger Douglas weisen eine gewisse politische Tendenz auf….

      Vor ein paar Monaten habe ich „Tichys Einblick“ und „Achse des Guten“ noch für durchaus lesbar gehalten. Das hat sich mittlerweile geändert. Die Analysen sind mir etwas zu einfach gestrickt. Und immer, wenn es auf komplexe Probleme einfache Antworten gibt… sind diese meistens falsch.

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      • Brötchen sagt

        Willi geht mir ähnlich, zur Zeit ist das etwas sehr tendenziell, besonders was Lw. betrifft.

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        • Brötchen sagt

          Besonders schlecht fand ich den Artikel von dem Biobauern, der hat gegen Leute geschossen, die ihn eventuell noch unterstützen. Aber soweit denkt mancher nicht. Kontrolleure machen auch nur Ihre Arbeit, die machen nicht auch nicht unbedingt alle sehr gern.

          Ist ja auch verständlich die haben ja keine großen Redaktionen, es werden nur Manuskripte von Leuten angenommen, die einigermaßen schreiben können.

          Bis auf ein paar Stammautoren, die den Kern beliefern.

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      • Ein Privatier sagt

        Wo kann man sich denn heutzutage informieren, ohne mit politischem Beiwerk irgendeiner Couleur kontaminiert zu werden?

        Nennen Sie mir doch mal ein paar Beispiele.

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          • Bauer Willi sagt

            Zürcher Zeitung (wird in Deutschland auch „West-Fernsehen“ genannt) 🙂

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        • Brötchen sagt

          Muss man gezielt suchen und selektieren.

          Was Drosten gemacht hat, ist eigentlich sehr mutig, weil er wenn er zuviel erzählt, sich auch „angreifbar“ macht.

          Übrigens der letzte Podcast thematisiert die Entstehungsgeschichte der Podcastreihe und macht Mut, das es doch noch Journalisten gibt, die sich unvoreingenommener Darstellung verpflichtet fühlen und davon überzeugt sind, dass die Leute klug genug sind sich eine eigene Meinung zu bilden.
          Denn die kann man sich nur bilden, wenn man Grundkenntnisse hat.
          Die muss man vermitteln.

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    • Tichys Einblick ist rechtspopulistisch. Da kann man auch Epoch Times, Achse des Guten, letztlich sogar Focus und Co. lesen.

      Gilt auch für Achse des Guten, Cicero und Co.

      Bei der TAZ sind agrarpolitische Beiträge in der Substanz gut recherchiert, aber in der Analyse merkt man, daß man es mit Grünen zu tun hat.

      Oder anders formuliert: Wenn ein Medium sich nicht mehr nur auf Berichterstattung beschränkt, sondern auch immer mit Schlußfolgerungen, Meinungen und Kommentaren von vermeintlichen Chefredakteuren um die Ecke kommt, ist das dann noch Aufklärung oder Populismus?

      Agrarheute ist bisher am lesenswertesten, so mein Eindruck als Außenstehender. Sehr vielfältig, durchaus kritisch, aber oft auch noch eher journalistisch und nicht sehr meinungsbildend. Da wird man nicht zum Wutbürger erzogen sozusagen.

      Nicht nur die Botschaft hinterfragen, sondern immer auch den Boten!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Presseschau vom 27.3. zum Thema Erntehelfer. Schön zu erkennen, wie pluralistisch die Berichterstattung ist und auch gut zu erkennen, welche Richtung welcher Kommentator geht. Aus diesen Beispielen kann man doch gut die Freiheit der Meinung und der Presse in diesem Land ablesen. Nur in der Bildung durch Vielfalt entsteht eine Meinung:
        Aus der Presseschau:
        „Geschlossene Grenzen haben nun auch ein Einreiseverbot für Erntehelfer zur Folge. Die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN schreiben von einer „Art Lebensunfähigkeit de luxe, die sich diese Wohlstandsgesellschaft“ leiste. Sie sei in viel zu vielen, auch existenziellen Bereichen abhängig von Firmen und Arbeitskräften aus anderen Ländern: „Klar ist, dass längst nicht alle Menschen, die keinen Job, aber Zeit haben, der harten Feldarbeit gewachsen sind. Und die Deutschen sind auch ein Volk der Rückenleidenden und Schweratmigen. Aber es gibt gewiss genügend fitte Menschen, die den Bauern nun die Saison retten könnten. Die neue Job-Börse und die Eigeninitiative vieler Arbeitssuchenden, die selbst bei den Bauern anklopfen, sind ein vielversprechender Anfang. Die Politik sollte nun ähnlich rasch handeln wie beim Geld-Rettungsschirm – und mit unbürokratischen Regelungen dazu beitragen, dass Kurzarbeiter, Studenten, Flüchtlinge und Andere die Schätze auf den Äckern bergen. Damit die Dekadenz nicht in ein Lebensmittel-Vergammeln großen Stils mündet“, warnen die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe.

        „Wenn die Landwirte ihren Aushilfen mehr zahlen würden, würden sie mehr Arbeitskräfte in ihrer Nähe finden“, kommentiert die TAZ aus Berlin: „Es gibt auch in Deutschland viele Menschen, deren Ausbildungsstand eher niedrig ist und deshalb an Aushilfstätigkeiten in der Landwirtschaft Interesse hätten. Dabei zeigt sich auch ein Vorteil kleinerer Höfe: Große Spargelbetriebe, die auf einen Schlag für ihre riesigen Anbauflächen 1.000 Arbeiter benötigen, finden wahrscheinlich kaum genügend Leute vor Ort. Kleinere Bauernhöfe dagegen werden ihren Bedarf leichter füllen können“, heißt es in der TAGESZEITUNG.

        Eine „Krise in der Krise“ nennt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG das Fehlen von Saisonkräften und prognostiziert: „Die Entwicklung der vergangenen Tage kann zur Folge haben, dass Lkw nicht mehr fahren, Baustellen ruhen und ja, vielleicht auch Schlachthöfe stillstehen, weil die Schlachter fehlen. Diese Dimension scheint in das Bewusstsein der Öffentlichkeit noch nicht vorgedrungen zu sein. Verwunderlich ist das aber nicht weiter. Bildeten die Arbeitskräfte über Jahrzehnte doch eine Schattenarmee am Rande der Gesellschaft. Allzu oft arbeiteten sie unter zweifelhaften Bedingungen, lebten in fragwürdigen Unterkünften. Sie bildeten eine Parallelgesellschaft, die für unseren Wohlstand arbeitete. Ja, auch sie sind systemrelevant“, hebt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG hervor.

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        • Brötchen sagt

          Reinhard, wenn man wirklich Aufklärung betreiben wollte, müßte in den Artikeln was von Umsatzzahlen, Stundenlöhnen usw. stehen.

          Aber das kann man den normalen Leser wohl nicht zumuten und dann kommt man der Wahrheit schon näher.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Brötchen, es geht ja nicht um „Wahrheiten“, die jeder für sich beansprucht. Es geht um Meinungen. Es gibt keine Wahrheit. Auch innerhalb der Branche wird etliches komplett unterschiedlich gesehen.Kommentare enthalten niemals Fakten und Zahlen, dafür sind andere Veröffentlichungen notwendig. und auch Fachartikel in landw. Fachblättern spiegeln nur den Wissenstand desjenigen wider, der den Artikel schreibt. Ob das wissenschaftlich abgesichert oder durch validierbare Daten unterfüttert ist, entzieht sich dem Leser auch. Es ist schwierig, nur das als richtig zu bezeichnen, was der eigenen Meinung entspricht, anderes negiert.

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            • Brötchen sagt

              Reinhard ist ja alles richtig, ich habe nichts über Wahrheiten geschrieben.

              Drosten und der NDR zeigen doch, das es geht!

              Willi zeigt es auch!

              Ich muss doch erstmal ein Angebot machen und versuchen Zusammenhänge darzustellen. Das ist anstrengend und das kostet Zeit und Aufmerksamkeit.
              Im Westen umgeht man das, ist mir sofort aufgefallen, als ich das erste Mal Praktikum 90 im Westen gemacht habe.
              Anstrengung wird vermieden. Im Osten war vieles in der Ausbildung viel härter.

              Zusammenfassend kann man dann schon eine Wertung vornehmen. Man kann auch als Meinung gekennzeichnet allgemeines Gesabbel von sich

              Herr Suhr ist doch das beste Bsp. wie man mit Fingerzeigen und Behauptungen gut durchs Leben kommt.

              Wäre noch ausbaufähig, aber jeder wie er kann/will usw.

              Drosten weigert sich, der Politik „Handlungsanweisungen“ zu geben/empfehlen, weil er denkt er, kann sich da raushalten.

              Uraltes Thema, beginnt bei Galileo Galilei.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Jeder gute Wissenschaftler hält sich aus politischen Handlungsanweisungen raus. Er gibt seine Expertise ab und die Politik muss handeln. Nicht nur Drosten hat sich so geäußert, Streeck, Wieler, Krause, Protzer…..alle geben ihre fachliche Sicht ab und die Politik muss danach ihr Handeln ausrichten. Da es auch in der Wissenschaft unterschiedliche Sichtweisen gibt, gibt es logischerweise auch unterschiedliche Handlungsoptionen.

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                • Brötchen sagt

                  Reinhard so ist das nicht ganz praktisch…….

                  Handlungsanweisungen direkt nicht.

                  Du musst schon als Wissenschaftler Stellung beziehen und Du kommst dann ob du willst oder nicht, in gewisse Zwänge rein.

                  Man sollte versuchen dem zu entgehen, aber das ist nicht ganz einfach.
                  Je mehr du in der Öffentlichkeit stehst, umso mehr drängen die dich dahin. Journalisten sowieso.

                  Je mehr man sich dessen bewusst ist, desto einfacher ist es vielleicht dem zu entgehen.

                  Drosten kommt mir da etwas naiv vor, wenn er das so behauptet, oder er ist besonders clever.

                  Zu Ostzeiten war das teilweise einfacher als heute.

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              • Ein Privatier sagt

                @Brötchen

                „Drosten weigert sich, der Politik „Handlungsanweisungen“ zu geben/empfehlen, weil er denkt er, kann sich da raushalten.“

                „Man sollte versuchen dem zu entgehen, aber das ist nicht ganz einfach.
                Je mehr du in der Öffentlichkeit stehst, umso mehr drängen die dich dahin. Journalisten sowieso.

                Je mehr man sich dessen bewusst ist, desto einfacher ist es vielleicht dem zu entgehen.

                Drosten kommt mir da etwas naiv vor, wenn er das so behauptet, oder er ist besonders clever.“

                „Zu Ostzeiten war das teilweise einfacher als heute.“


                In einem seiner Podcasts fällt ihm selbst auf, dass er bzw. der Podcast schon wieder politisch geworden ist, obwohl er sich vorgenommen hatte, nicht politisch zu sein. (Dieser Moment könnte stattgefunden haben, als er mit der Interviewerin Trump ins Lächerlicher gezogen hat.)
                Davon abgesehen, hat er ja inzwischen gemerkt, dass sein Vorhaben – unpolitisch zu sein – unmöglich ist.

                Wieso ist es unmöglich?
                Weil in einem politisierenden Umfeld alles politisch wird!
                Ich nenne es jetzt mal das „Drosten-Problem“ bzw. das „Drosten-Paradoxon“.

                Zu Ostzeiten war wohl die monotone Omnipräsenz des Politischen innerhalb des realen und gedachten Radius des antifaschistischen Schutzwalls eine zwingende Kraft, die die innere Emigration auf eine Ebene subjektiver und intersubjektiver Selbstreflektion erzwungen hat, wenn man bewusst Falsches – Antisozialistisches – dachte.
                Die relative äußere Unfreiheit hat die relative innere Gedanken- und Gefühlsfreiheit provoziert.

                Vielleicht hat der strikte Wissenschaftler Drosten ja einen gefühlten DDR-Moment in seinem präzis sauberen Elfenbeinturm gehabt?
                (Er wird ja nicht müde zu betonen, dass er Wissenschaftler sei! … als ob ihn das retten würde …)

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                • Brötchen sagt

                  Privatier hätte nicht gedacht, das wir uns bei dem Thema verstehen😀

                  Die welche Trump für dumm halten, sind selber nicht besonders intelligent, jedenfalls was pol. Gespür betrifft.

                  Den Wahlkampf den der in den USA hinter sich hat, macht man nicht als Volldepp.

                  Zumal das Thema kulturell gut durchleuchtet ist.
                  Glaube zum Thema Atombombe wurde da einiges schon thematisiert.

                  Man kann gegen so eine Politisierung nur bestehen, wenn man sich dessen voll bewusst ist und um die Gefahren weiss.

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  6. Reinhard Seevers sagt

    Kann es sein, dass der Druck auf die Regierung auch ein Grund für den Sinneswandel sein könnte, schließlich haben die Bauern noch in der ersten Februarhälfte heftig demonstriert….:

    „Landwirte fühlen sich „gedemütigt“
    Die FDSEA kündigte am Mittwoch für die gesamte kommende Woche Demonstrationen an verschiedenen Orten im Land an. Der Grund: Landwirte fühlten sich unter anderem durch das Vorgehen der Regierung gegen Glyphosat „gedemütigt“. Bereits in den letzten zweieinhalb Wochen hatten sich Farmer vereinzelt den Protesten von „Gelbwesten“ gegen die Ökosteuer auf Treibstoff angeschlossen.“

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  7. bauerhans sagt

    Frankreich wird eben von Grossbauern zentralistisch dominiert.
    das hatte ich schon 1975 in der „Ille de France“ erlebt.

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  8. Ludwig sagt

    Die Prinzipien von ACS (Agriculture de Conservation de Sol) in Deutsch Konservierende Boden Bearbeitung im englisch CA (Conservation ‚Agriculture)
    sind aber immer die gleichen und beruhen auf 3 Prinzipien
    1. minimale Bodenbearbeitung
    2. ständige Bodenbedeckung
    3. vielfältige Fruchtfolgen
    Diese 3 Prinzipien müssen natürlich den unterschiedlichen Gegebenheiten angepasst werden. Wie da sind Bodenart, Klima und Markt, aber auch von persönlichen und regionalen Traditionen und Gewohnheiten. Unter all diesen Gegebenheiten muss ein Landwirt das für ihn passende System zusammenstellen.

    Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, sind natürlich Werkzeuge erforderlich. Ob diese nun chemisch, biologisch oder mechanisch sind muss jeder Landwirt in seinem System selbst entscheiden. Je mehr Werkzeuge uns allerdings weg genommen werden, um so schwieriger wird es, ein solches System zu fahren.
    Wenn jetzt dann auch noch die ersten Forderungen nach Reduzierung von Striegel und Hacke kommen, um Bodenbrüter, etc. zu schonen, ist Lebensmittelproduktion kaum noch sinnvoll möglich.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Danke für die Info!!
      Für deutsche Verhältnisse ist so viel individuelle Freiheit kaum vorstellbar, da muss das kollektive Ordnungsrecht dies bestimmt sicherstellen…:-)

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    • firedragon sagt

      Guten Morgen Ludwig,
      gibt es schon Forderungen bzgl Striegel/Hacke in D (habe davon noch nichts gehört)?

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      • Ludwig sagt

        In einigen Diskussionen wurde von Ortsvereinen des NABU/BUND berichtet, die sich darüber beschwerten, dass in der Brut und Setzzeit die Bodenbrüter beeinträchtigt werden.

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    • firedragon sagt

      „Startschuss“ : Lerchen sind bei uns heute sehr aktiv mit Trällern beschäftigt (13 Grad steigend).

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  9. Reinhard Seevers sagt

    Was genau ist die ACS?
    Die Begrifflichkeit Agrarökologie wird wohl in unseren Ländern unterschiedlich definiert werden, denke ich.

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