Monate: Dezember 2018

100 Kühe und trotzdem menschlich

Die Medien werden von uns Landwirten ja meistens kritisiert. Doch der Bayrische Rundfunk bringt immer wieder ganz spannende Reportagen von der Landwirtschaft. So wie diese hier. Was mich besonders beeindruckt. Hier wird das Menschliche in den Mittelpunkt gestellt. Da kommt eine ganz andere Botschaft rüber. Was ist eure Meinung? Titelbild: Bayerischer Rundfunk 0

Buchtipp: So schön kann Landwirtschaft sein

Kann man als Landwirt nurmehr mit „Wachsen oder Weichen“ überleben? Oder muss man als Landwirt immer mehr und immer billiger produzieren, um überhaupt noch von der Landwirtschaft leben zu können? Diese Fragen beschäftigen viele Menschen und werden oft heiß diskutiert. Dazu möchte ich nun das folgende Buch empfehlen: So schön kann Landwirtschaft sein – Ein Allgäuer Modell für die Regionen Europas Das Buch ist eine Zusammenstellung der Erfolgsgeschichte der Marke „VonHier“ aus dem Allgäu. Dargestellt werden Bio-Bauern und Bio-Verarbeiter, die in den letzten 20 Jahren ihren eigenen Weg gesucht, und mit der Marke „VonHier“ ihren Weg und ihren Platz gefunden haben. Die Grundlage ist die faire Partnerschaft von Lebensmittel-Einzelhandel, Verarbeitern und den Erzeugern. Sehr erhellend ist dabei das Gespräch der Gründerväter der Marke „VonHier“: Ernst Wirthensohn und Hannes Feneberg. Wirthensohn suchte als privatwirtschaftlicher Berater (Kulturlandbüro) vor mehr als 20 Jahren nach Alternativen zur klassischen Agrarproduktion und Hannes Feneberg suchte ein tragfähiges Alleinstellungsmerkmal für seinen regionalen Lebensmitteleinzhandel. Gemeinsam entwickelten sie die Marke „VonHier“. Der Konsens: Landwirte, Verarbeiter und der Handel gehen für eine überlebensfähige Wertschöpfung gemeinsam …

Wie finde ich Arbeit? MySkills hilft

In Deutschland leben viele Menschen, die gerne arbeiten wollen, aber entweder keinen Abschluss haben oder über einen Abschluss verfügen, der aber nicht anerkannt ist. An diese Menschen richtet sich ein Projekt mit dem Namen „MySkills“. Was ist „MySkills“? Im Prinzip handelt es sich um ein Programm, in dem Fähigkeiten abgefragt werden. Es wird für viele Berufe angeboten, unter anderem auch für den Beruf Landwirt und das in sechs verschiedenen Sprachen, so dass es auch für ausländische Bewerber geeignet ist. Die gesamte Bearbeitungszeit benötigt etwa 4 Stunden. Die rund 125 Test-Antworten sind sehr spezifisch, man hat also keine Chance, durch Raten die richtigen Antworten zu finden, sondern muss selbst Berufserfahrung in dem Bereich gemacht haben. Ein Beispiel: Wer von Schafhaltung keine Ahnung hat, wird auf die darauf bezogenen Fragen nicht antworten können. So ging es mir bei der Beantwortung. Oder könnt ihr die Frage im Titelbild richtig beantworten? Im Ackerbau konnte ich jedoch mit meinem Wissen glänzen. Es geht bei diesem Programm also darum, festzustellen, welche Fähigkeiten der Bewerber tatsächlich hat. Damit der Test möglichst zugänglich ist, werden …

Bratwürstel-Sonntag

Bauer Fritz weiß so schöne Geschichten zu erzählen, die möchten wir Euch nicht vorenthalten… Der Bratwürstel-Sonntag ist ein Brauch in Oberösterreich seit über 200 Jahren. Es kommen als Hintergrund mehrere Faktoren zusammen. a) Viele konnten sich nicht leisten ihr gesamtes Vieh über den Winter zu füttern. Wobei natürlich das Rindvieh vorrangig behalten wurde (als Milchlieferant, Fleischlieferant, Arbeitstier). Schweine hatten da schlechtere Karten. b) Möglichkeiten der Kühlung gab es zudem auch nicht. c) Mit der Adventzeit begann auch eine Fastenzeit (bis zum Heiligen Abend). Daher wurde vielfach vor dem Advent noch geschlachtet. Da es zudem auch in der Zeit kalt genug war, konnte Fleisch länger kühl gehalten werden. Würste mußten aber frisch und möglichst sofort gegessen werden. Und die Anfertigung von Bratwürsten war eine ohnehin nur hohen Anläßen vorbehaltene Speise, da zum Befüllen vielfach Schafsdärme verwendet wurden und diese sehr teuer waren. Fleischhauereien ließen in dieser Zeit ihre guten Kunden Bratwürste als Geschenk zukommen. (Heute würde man sagen als Kundenbindung). Auf den Bauernhöfen (wo ja überall selbst geschlachtet wurde) war diese eine der ohnehin seltenen Möglichkeiten …

„Gut“ und „Auch gut“?

Ein Gast-Beitrag von Bauer Fritz „Das Gute“ an seiner Seite zu wähnen ist aus Zeiten der Glaubenskriege bekannt. So wird das Gegenüber automatisch zum Gegner, zum Feind, zum Bösen, zum „Etwas“ das es mit allen Mitteln zu bekämpfen oder gar zu vernichten gilt. Essen als Ersatzreligion  Sich wegen Glauben oder Religion zu kloppen ist in Europa seit geraumer Zeit nicht mehr angesagt. Sich aber für Glaubens-Sätze und Ersatz-Religionen nahezu zu bekriegen scheint an Fahrt zuzunehmen. Essen ist zu so einer Ersatzreligion geworden, wo sich jeder seine beliebigen Glaubenssätze zusammenbauen kann, diese mit einem gerüttelt Maß an Hypermoralität anreichert, um sich dann jedwedem selbst auserkorenen Feind mit Verve entgegenzustellen. Wobei das Schwert der Wahrheit oder der Hammer der Gerechtigkeit mit  virtuellen Shitstürmen oder medialen Alarmmeldungen ausgetauscht werden. Dies kann man bequem vom Sofa zuhause erledigen, um sich so in die Schar der Guten und Gerechten einzureihen. Ein „Like“ genügt. Zusätzliche Dogmatisierung und Ideologisierung ruft all diejenigen auf den Plan, die mit dem Anheizen und Aufheizen ihr Süppchen kochen und davon auch noch ganz gut leben. Der …

Umfrage Insektenzucht

Diese Umfrage von Yannik, der an der Uni Bonn seine Masterarbeit schreibt, beschäftigt sich mit einem etwas ungewöhnlichen Thema: Insekten. Er möchte herausfinden, wie es um das unternehmerische Interesse in der Landwirtschaft steht. Eine spannende Frage, die zum Nachdenken anregt. Hier seine Einführung: Sehr geehrte Landwirtin, sehr geehrter Landwirt Derzeit führt die Uni Bonn im Rahmen einer Masterarbeit eine Umfrage zum Interesse von landwirtschaftlichen Betrieben an der Insektenzucht durch. Insekten können nicht nur in der menschlichen Ernährung, sondern auch in der Ernährung von Tieren als Proteinquelle genutzt werden. Für die Landwirtschaft ergeben sich hierdurch neue unternehmerische Möglichkeiten. Ziel der Online Umfrage ist es, das Interesse und die Bereitschaft zur Insektenzucht auszuwerten und Einflussfaktoren (z.B. Tierhaltung vs. keine Tierhaltung) zu bestimmen. Wenn Sie einen Betrieb zuhause oder im Bekanntenkreis haben, dann würde es mich freuen, wenn Sie an der Umfrage teilnehmen und Bekannte mit landwirtschaftlichen Betrieben über die Umfrage informieren. Link zum Fragebogen: https://ww2.unipark.de/uc/weinreis_Universit__t_Bonn/6e73/ Als Dankeschön wird allen Teilnehmern eine aktuell recherchierte Broschüre über Umnutzungsmöglichkeiten von landwirtschaftlichen Gebäuden per Mail zugesendet. Freundliche Grüße und vielen Dank für die …