Monate: März 2016

Im Dialog: Bauer Willi und die Welttierschutzgesellschaft Teil 2

Fragen von der Welttierschutzgesellschaft an Bauer Willi Katharina Tölle: Wie bereits erwähnt, bekommen wir auch so manchen Gegenwind von einigen Landwirten. Wie bekommen wir diese mit ins Boot? Bauer Willi: Es liegt wohl daran, dass Landwirte mit Tierschützern keine guten Erfahrungen gemacht haben. Einbrüche, zum Teil gestellte Filmaufnahmen, Klagen von Tierschützern gegenüber Landwirten und einseitige Berichterstattung sind ja nicht gerade vertrauensfördernd. Von daher habe ich viel Verständnis dafür, dass bei dem Begriff „Tierschützer“ die Landwirte erst einmal die „Schotten dicht“ machen. Von daher müsste die Welttierschutzgesellschaft den Landwirten klar machen, welchen Nutzen sie von einer Zusammenarbeit mit Ihnen haben. So würde ja jeder von uns auch privat handeln. Leif Koch: Haben Sie eine Idee, wie wir gemeinsam, Landwirte und Tierschützer, den Druck auf den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) erhöhen können, um faire Preise für die Bauern und höhere Tierschutzstandards zu erreichen? Bauer Willi: Wollen Sie eine ehrliche Antwort oder eine diplomatische? Meine ehrliche Antwort ist, dass ich keine Idee habe, wie Landwirte und Tierschützer Druck auf den LEH ausüben können. Ein schönes Beispiel dafür ist die Initiative …

La Giornata Internazionale della Donna – Der Tag der Frau

Storie femminili di successo: L’impegno delle donne nel settore agricolo diventa sempre più importante: questo sarà punto focale dell’Associazione delle Donne Coltivatrici Sudtirolesi durante la Giornata Internazionale della Donna. Ihr versteht nicht, was das bedeutet. Zum Glück haben uns die Südtiroler Bäuerinnen auch den deutschen Text mitgeschickt, den wir hier gerne veröffentlichen. Recht haben sie! Weibliche Erfolgsgeschichten: Frauen in der Landwirtschaft erhalten zunehmend mehr Gewicht und Bedeutung. Darauf möchte die Südtiroler Bäuerinnen-Organisation am Tag der Frau hinweisen.  Welche Rolle haben die Frauen in der Landwirtschaft? Mit dieser Frage beschäftigte sich Ce.D.R.A. (centro di divulgazione delle ricerche nel settore agroalimentare) im Rahmen eines Kongresses in Cesena (Emilia-Romagna). Frauen aus ganz Italien – auch aus Südtirol – berichteten über ihre Erfahrungen als Betriebsleiterinnen, als Führungskraft, als Hofbesitzerinnen. Es stellte sich heraus, dass die Frauen den Männern in Sachen Unternehmergeist und Organisationstalent nicht nachstehen. „Wir Frauen brauchen oft nur eine Portion mehr Mut, um unsere kreativen Ideen auf den Höfen umzusetzen“, so Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer. Vor allem im Bereich der Sozialen Landwirtschaft sieht die Landesbäuerin Möglichkeiten, wo Frauen …

Die Sache mit dem Wasser-Fußabdruck

Ich habe ja neulich in einem Beitrag erläutert, dass mein Weizen eigentlich kein Wasser „verbraucht“. Das ist mir nicht aus dem Kopf gegangen und so habe ich mich auf die Suche nach weiteren Zahlen und Fakten gemacht. Auf der Seite www.waterfootprint.org bin ich fündig geworden. Dort gibt es eine Reihe von wissenschaftlichen Studien, die ich mal für euch aufbereitet habe. Mit den Werten bin ich zwar nach wie vor nicht einverstanden, wie ich ja beim Weizen-Artikel schon gezeigt habe, nehme die Zahlen der Studie jetzt aber mal für bare Münze, denn jetzt soll es um verschiedene Kulturen und die kalorische Betrachtung gehen. Die erste Grafik zeigt den Wasserfußabdruck (WFA) verschiedener Kulturen. Zuckerrohr benötigt danach am wenigsten Wasser, Sojabohnen am meisten. Da ist es also wieder, das böse Soja. Nun kann man Zuckerrohr ja nicht essen, wohl aber Äpfel. Die „verbrauchen“ aber auch wenig Wasser. Warum das so ist, wird einem klar, wenn man den Wassergehalt von Äpfeln (und auch Zuckerrohr) betrachtet. Der Wassergehalt ist natürlich wesentlich höher als bei den trockenen Sojabohnen und da die …

Mein Weizen verbraucht kein Wasser

In Diskussionen mit Mitbürgern wird mir häufig an den Kopf geworfen, dass „ihr Landwirte ja die größten Wasserverbraucher schlechthin“ seid. Dazu habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht. Hier, bei mir im Rheinland, fallen pro Jahr etwa 700 mm Regen. Das sind 700 l pro Quadratmeter und damit deutschlandweit ein guter Durchschnitt für Ackerbauregionen. Jetzt habe ich mal im World Wide Web, das ja alles weiß, recherchiert, wieviel Wasser denn für 1 kg Weizen verbraucht wird. Auf den verschiedenen Seiten findet man Angaben von 1200 bis 1600 l pro kg Weizen. Nehmen wir einmal den Mittelwert, also 1400 mm pro kg Weizen an und rechnen weiter. Auf unseren Böden erzielen wir einen Weizenertrag von rund 16 t/ha, wovon 10 t Körner und 6 t Stroh sein sollen. Das Stroh verbleibt auf dem Acker, wird also in der Bilanz nicht berücksichtigt. 10 t/ha Körnerertrag entspricht 1 kg Weizenkörner pro Quadratmeter. Merkt ihr was? 700 mm Regen und 1400 mm Wasserverbrauch? Irgendetwas kann da nicht stimmen. Der angegebene Wasserverbrauch ist doppelt so hoch wie die tatsächliche Niederschlagsmenge. …

Schafe sortieren

Am Dienstag sind die Glyphosat-Ersatz-Schafe sortiert worden. Glyphosat brauch ich ja jetzt nicht mehr spritzen, weil die Schafe mit meiner Zwischenfrucht „aufgeräumt“ und gleich biologisch gedüngt haben. Links im Gatter sind die Muttertiere mit Lämmern, rechts die Einjährigen. Schätzt ihr mal, wie viele Tiere es insgesamt sind? Ist ganz einfach: ihr müsst nur die Beine zählen und durch vier teilen 😉 0

So ein Unterschied…

Nachdem wir gestern das Interview mit Sarah Dhem über hochwertige Fleisch- und Wurstwaren geführt haben, hat sich JayJay ganz aufgeregt bei uns gemeldet. Sie müsste uns und unseren Lesern unbedingt mal erklären, was der Unterschied zwischen Vegetariern und Veganern ist.  Da ich ja blonden Frauen nichts ausschlagen kann, hier ihre wirklich gute und schlüssige Erklärung. Danke JayJay, jetzt hab ich es auch verstanden 🙂 0

Lieber Mettenden als als Mett enden

Vorige Woche war ich bei Sarah Dhem. Kennt ihr nicht? Das ist ein Fehler! Sarah Dhem ist jung, blond und sehr sympathisch. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie eine kleine Firma mit dem Namen Kalieber, in der sie hochwertige Fleischer-Handwerkskunst zaubert. Unter anderem auch Zungenwurst, aber auch tolle andere Produkte. Ich bin noch ganz hin von den verschiedenen  Salami (oder heißt es Salamies?) vom Bunten Bentheimer Schwein. Und dann die verschiedenen Leberwürste… und der gekräuterte Kamm…oder „das Gemüse für Männer“ (geräucherte Bierknacker). Ich wollte von ihr wissen, warum der Firmenname Kalieber heißt und wie eine junge Frau in Zeiten von Vegetariern und Veganer dazu kommt, gerade jetzt hochwertige Fleisch- und Wurstwaren herzustellen. Hier seht ihr die Antwort. Übrigens ist Sarah auch im Vorstand des Bundesverbandes der Fleischwarenindustrie und hat diesen in der Sendung „Hart aber fair“ sehr gut vertreten. Es lohnt sich, diese Sendung noch einmal anzuschauen, weil es da hoch herging. Sehr „erhellend“ ist die Verbraucherbefragung vor dem Supermarkt ab Minute 7:30…. Sauber auch ihre Analyse der Situation ab ca. Minute 14:00. Liebe Sarah, vielen Dank für …

Im Dialog: Bauer Willi und die Welttierschutzgesellschaft Teil 1

Während der Grünen Woche im Januar 2016 meldete sich die Welttierschutzgesellschaft e.V. bei Bauer Willi (BW) und fragte nach, ob es die Möglichkeit einer Zusammenarbeit gäbe. Wir haben daraufhin beschlossen, einen Gedankenaustausch zu führen, den jeder auf seinen Medienkanälen zur Diskussion stellt. Fangen wir mit dem Dialog an. Im ersten Teil stellt Bauer Willi Fragen an Katharina Tölle und Dr. Leif Koch, beide sind verantwortlich für die KUH+DU Kampagne der Welttierschutzgesellschaft. Den zweiten Teil bringen wir am 10. März. Bauer Willi: Ehrlich gesagt habe ich bisher noch nicht von der Welttierschutzgesellschaft gehört. Was macht ihr konkret und was unterscheidet euch von anderen Tierschützern? Katharina Tölle: Wir sind eine Tierschutzorganisation, die hauptsächlich in Schwellen- und Entwicklungsländern Haus-, Nutz- und Wildtierprojekte unterstützt. Dabei arbeiten wir in enger Kooperation mit lokalen Partnerorganisationen. Wir fördern beispielsweise Schutzzentren für Bären, großflächige Kastrations- und Tollwutkampagnen von Hunden und Katzen sowie mobile Tierkliniken. All dies wird immer von Bildungsmaßnahmen begleitet, denn wir sind der Auffassung: Tierschutz fängt beim Menschen an. In Deutschland liegt unser Fokus auf den Milchkühen. Hier haben wir im …

Wenn Landwirte die Welt verändern

Michail Sergejewitsch Gorbatschow hatte als Bauernsohn, Agraringenieur und Landwirtschaftsfachmann den Aufstieg in die Machtzentralen der Sowjetunion geschafft – und danach mit seinen Reformen die Welt verändert. Ohne ihn wäre Deutschland vielleicht bis heute nicht vereinigt.  Ich würde sagen, wir Deutschen verdanken Michail Gorbatschow sehr viel und daher gratulieren wir ihm sehr herzlich zu seinem 85. Geburtstag, den er heute feiern kann. http://www.mauerfaelle.de/?p=378 0