Monate: April 2015

Newsletter: Zur Besinnung kommen

Newsletter Bauerwilli vom 08.04.2015 Konnten Sie sich über Ostern besinnen? Ist gar nicht so einfach in den Zeiten des Internet. Ja, und wir haben auch keine Ruhe gegeben. Wir haben am Gründonnerstag den Beitrag „Fastenzeit“ veröffentlicht und am Ostersonntag das Video „Da machte Gott einen Bauern“. Warum fanden wir das passend?  Willi und ich, wir beide sind bekennende Christen. Wir meinen Glaube und Werte allein sind zuwenig, wenn die Taten dazu nicht stimmen. Darum haben wir uns erlaubt Misereor und Brot für die Welt zu kritisieren. Um einen Dialog anzustossen. Das war kein Verurteilen, keine Kampagne, wie uns einige vorgeworfen haben. Wir möchten, dass kirchliche Organisationen eben nicht nur Wasser predigen, sondern selbst dann auch Wasser reichen und trinken. Die deutsche Version zum imaginären 8.Schöpfungstag den fanden wir so passend für den Ostersonntag. Das ist für einen Christen der Tag der Auferstehung und des Lebens. Weil wir beide Bauern sind. Weil wir Bauern soviel Leben schaffen auf diesem Planeten. Weil wir den Kern der Bäuerlichkeit:                                     …

Da machte Gott einen Bauern

Unser Video – Deutsche Fassung gesprochen von Bauer Willi 1978 hat der amerikanische Rundfunksprecher Paul Harvey zum ersten Mal diese Zeilen gesprochen. Er charakterisiert darin die Eigenschaften eines Bauern. Die deutsche Übersetzung haben wir uns bei top agrar online „ausgeliehen“ und vertont. Manch einem mögen die Worte sehr theatralisch vorkommen. Vielleicht müssen Sie den Text auch zweimal hören um zu begreifen, warum wir Landwirte so gerne unseren Beruf ausüben. Es ist halt mehr als ein Job, mehr als nur Gelderwerb, mehr als nur Wirtschaftlichkeit. Es ist eine Berufung… Frohe Ostern wünschen Willi und Alois 0

Fastenzeit…

…Ramadan, Jom Kippur. Viele Religionen haben Zeiten, in denen weniger oder überhaupt nicht gegessen werden soll. Die Hintergründe dazu sind verschieden, die Regeln auch. Allen gemeinsam ist jedoch der Verzicht. Und so verzichten viele Mitmenschen, obwohl sie der Kirche eher fern stehen, in dieser Zeit auf irgendetwas. Wir persönlich auch. Als Landwirten gehen uns in der Fastenzeit aber noch andere Gedanken durch den Kopf. Es ist Frühjahr, die Natur beginnt wieder zu erwachen. Das Getreide, die Wiesen und Weiden bekommen wieder Farbe, langsam sprießen die ersten Blätter, Knospen öffnen sich und bald beginnt die Obstblüte. Rüben werden gesät, Kartoffeln gepflanzt und alles wird getan, dass die Ernte, die im Spätsommer oder Herbst erfolgen soll, gut wird. Es ist die Zeit der Vorbereitung. Wie die Fastenzeit, die uns auf Ostern vorbereitet. Es ist auch die Zeit, daran zu denken, dass andere Menschen zwangsläufig fasten, weil bei ihnen Nahrung knapp ist. Wir in Europa haben von allem genug, vielleicht schon zu viel. Wir Landwirte haben quasi den Hunger in der zivilisierten Welt besiegt. Und nicht nur das: …

„Gegenüber Tieren verhalten wir uns wie Nazis“

Mit diesem Satz beginnt ein Artikel der Rheinischen Post den wir hier zur Diskussion stellen. http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/christian-schmidt-gegenueber-tieren-verhalten-wir-uns-wie-nazis-aid-1.4981438 Starker Tobak! meint Bauer Willi. Und hat der Redaktion heute gleich einen Brief als Stellungnahme zugeschickt. Ich verstehe, dass sich die Gesellschaft über das Küken-Töten aufregt. Als nächstes wird wohl das Kastrieren von Ferkeln in den Fokus geraten. Was mich besorgt macht ist aber, dass mit diesen Diskussionen „die Massentierhaltung“ (Schlagwort) und „die industrielle Viehwirtschaft“ (Schlagwort) offensichtlich gesellschaftlich nicht mehr gewollt ist. Gerne wüsste ich als Landwirt, wie „die Gesellschaft“ eine artgerechte Tierhaltung definiert, wo Massentierhaltung anfängt und wo wir Landwirte ja angeblich „Tiere quälen“. Diese unreflektierte Bauern-Beschimpfung führt meiner Meinung nach nur dazu, dass zukünftig gesetzlich vorgeschrieben wird, dass nur noch Bio-Landwirtschaft erlaubt ist. Wir Landwirte haben uns bei der Produktion bitte am gesellschaftlichen mainstream auszurichten. Der Atomausstieg lässt grüßen. Wenn „die Gesellschaft“ nur noch Bio möchte, soll sie das offen sagen und nicht drum herum reden. Dann kostet das Ei zukünftig 0,60 € und das Hähnchen 16 € (Reportage von Dirk Steffens, Wissenschaftsjournalist im ZDF). Für Hartz …