Bauer Willi
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20 € für Obst…

…wäre ein stolzer Preis. Und der wird  in Österreich auch gezahlt. Allerdings für 1.000 kg, also eine Tonne.

https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/ried/Preis-fuer-Mostobst-ist-tiefer-als-im-Keller;art14855,271868

Wer eine Mathe-Schwäche hat: das ist pro Kilo zwei Cent!!

Wer gerade seinen Herbst-Urlaub plant: da wäre Ober-Österreich doch ein lohnendes Ziel. Mit dem Kauf erhält man auch die reizvollen Streuobstwiesen. Aber den Anhänger nicht vergessen, so ein Schnäppchen kann man sich doch nicht entgehen lassen.

Tja, Regionalität und Artenvielfalt hat halt ihren Preis… (Ironie off)

Bauer Willi

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27 Kommentare

  1. bauerhans sagt

    „Ich klappere gelegentlich die öffentlich zugänglichen Obstbäume in der näheren Umgebung ab. Das erntet einfach niemand – wirklich!“

    hier ganz anders,seit jahren werden hier strassenbäume beerntet,mit meterlangem pflücker und immer ein bisschen gefährlich wegen der autos.
    der obsthof hält anfang september seinen apfeltag ab,ein grossevent mit tausenden besuchern.
    da gibts dann auch frisch gepressten apfelsaft in 5L containern und der chef verriet mir,das wäre ein zusatzgeschäft,aber lockangebot fürs event.

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    • Liegt das etwa an der gewachsenen Naturbegeisterung der Menschen?

      Oder an der Reklame der Apfelmostereien?
      Ist es schick mit einem Kofferraum voll Äpfel oder einen kleinen Anhänger voller Äpfel da hin zu fahren? Und gesehen zu werden?

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  2. Wie lange braucht(e) es von Natur aus, um einen Liter Erdöl zu produzieren und wie teuer wäre die Produktion, wenn sie auf industrielle Abläufe umgerechnet würde? Für wie viel (wenig) wird ein solcher Liter heute auf den Markt geworfen? Wir wissen Naturprozesse und deren Produkte weder angemessen zu würdigen, geschweige zu schätzen, noch sind wir bereit, annähernd angemessene Preise dafür zu zahlen. Der eigentliche Produzent von allem, was auf den Feldern und sonstwo wächst, ist ja im Grunde nicht der Mensch. Aber der Mensch “dank“t es den natürlichen Gegebenheiten, die die Produkte überhaupt erst möglich machen, indem er möglichst keinen Preis dafür zahlen will, dass er über immer mehr immer billiger verfügen kann.

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  3. Obstbäuerin sagt

    Wir wissen schon länger, dass es ein Jahr mit viel Arbeit und sehr schlechten Preisen wird. Da verliert man schon die Lust. Bei der Industrieware, die bei uns in Mengen von mehreren 1000 t anfällt (von allen Genossenschaftsbauern zusammen) muss man kalkulieren, ob die Lohnkosten überhaupt noch zu rechtfertigen sind oder ob es nicht sinnvoller ist, erst gar nicht zu ernten. Das fällt auch nicht leicht aber wenn eh kein Geld reinkommt, kann man gar nicht anders. Macht kein Spaß.

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    • Stadtmensch sagt

      Also ich hab keine Ahnung, aber wenn man den Großabnehmern so nach und nach das Monopol durch großangelegte Direktvermarktung- Verarbeitung entziehen könnte…
      Obstscheune Krietzschwitz ist da so ein Beispiel, das mir einfällt.
      Man fährt als Kunde da hin und weiß, dass es hundert pro um die Ecke gewachsen ist.
      …und es gibt eben nicht nur Äpfel, sondern auch alle möglichen anderen Naturalien.
      Solche Konzepte sind hier auf dem Blog schon einige vorgestellt worden und es las sich immer sehr vielversprechend. Harris Farmers Market in klein. Einkaufen in so einer Location macht mehr Spaß, als am LEH-Obstregal.

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      • Obstbäuerin sagt

        Für uns ist der Zug abgefahren – das muss man so akzeptieren. Wir geben uns alle Mühe (siehe Fotos, falls sie bei Alois ankommen) aber einen Nachfolger haben wir nicht. Mit Erdbeeren und Kirschen trägt sich die Direktvermarktung noch. Jetzt mit Äpfeln und Pflaumen ist es schon grenzwertig. Im polnischen Großhandel bekommt man das Kilo Pflaumen für 30-40 Cent. Fast alle deutschen Händler, einschließlich Markthändler nutzen diese günstigen Angebote und können uns beliebig unterbieten. Bei Äpfeln wird es wohl noch schlimmer. Auf dem Foto sieht man auch sehr schön unseren Kundenstamm. Es sind vorwiegend Kunden über 60.
        Knubberkirschen
        Knubberkirschen

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          • sonnenblume sagt

            Man muss in dem Zusammenhang auch den Fortschritt in Russland sehen. Russland möchte seine Landwirtschaft auf- und ausbauen. Sie möchten später, genau wie heute beim Getreide, exportieren und das kann man schneller erreichen, wenn es keine Importe gibt, zumal sie ein unheimliches Potential haben. Es muss nur gehoben werden. Ich denke, sie werden der deutschen LW irgendwann das Fürchten lehren.

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        • Günter Reichard sagt

          Mein Bruder baut Kirschen an, von Jahr zu Jahr wird auch sein Erlös weniger,
          und wenn die Familie beim pflücken nicht zusammenhelfen würde, wäre auch kein Erlös mehr vorhanden.
          An Obstbäuerin : Ich glaube trotzdem nicht, dass der Zug abgefahren ist, es muss sich das Selbstverständnis der Bauern ändern und zwar von allen Bauern ob Normal oder Bio das ist ganz egal.
          Und dazu gehören für mich auch Genossenschaften, aber ohne die übliche Abzocke durch Vorstände und Verbände.
          Ich lebe und bewirtschafte einen Bergbauernhof, und bin froh, dass die Welt zumindest auf 1300 m noch halbwegs in Ordnung ist.

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            • Günter Reichard sagt

              @Obstbäuerin
              Ob es uns besser geht, weiss ich nicht, aber bei den Arbeitsmethoden hat sich je nach Steilheit des Geländes nicht so viel geändert in den letzten 50 Jahren und es ist vieles noch Handarbeit.
              Ich war Anfang August auf einer Hauptalmbegehung in Bayern und ich war total über die vielen jungen Menschen überrascht die dabei waren, dies macht mir den Mut, positiv für die Landwirtschaft in die Zukunft zu sehn, auch wenns im Moment verdammt anders ausschaut

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  4. Lieschen Müller sagt

    Also ganz eigentlich ist es ein Dilemma: die Industrie (vielleicht ein Safthersteller) kann nicht zahlen, weil sie den Saft sonst nicht an den LEH loswerden. Die behaupten, der Verbraucher würde auch nur Saft für unetr 1 € kaufen. Gleichzeitig klaut der Verbraucher das Obst, wo es nur geht. So dass der Pächter wieder pleite geht. Es ist also egal, wenn der Besitzer erntet, bekommt er kein Geld. Wenn es der Verbraucher klaut, bekommt er auch kein Geld. Hmm.
    Wo entsteht das Problem? Der üble gescholtene Verbraucher rammelt also schon los, um eine Tüte Obst zu klauen, die er locker für 2 Euro kaufen könnte. Er will also Abenteuerlust, ein Erfolgserlebnis. Aber wiederum will er keinen Apfelbaum, auf dem 100 Tüten Äpfel reif werden. Der Mensch ist ein seltsames Wesen.

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    • Stadtmensch sagt

      Ich klappere gelegentlich die öffentlich zugänglichen Obstbäume in der näheren Umgebung ab. Das erntet einfach niemand – wirklich! Schade drum. Also die Früchte in Reichweite sind schon weg, aber das Übrige? Zum Dampfentsaften kann man des Fallobst gut verwenden und manchmal muss man eben mit Schütteln nachhelfen. Dann gleich verarbeiten…
      Falls es Eigentümer gibt könnten die das doch dranschreiben: „Wir habend as Recht mit unserem Eigentum zu verfahren wie uns das passt. Und wir wollen es eben lieber vergammeln lassen. Pflanzt euch selber einen Baum!“
      Ich sehe auch in den Hausgärten viele Obstbäume, deren Früchte nicht geerntet werden.
      Bin kurz davor zu fragen, ob ich denen das ernten und verarbeiten soll und sie dafür die Hälfte des Ertrages bekommen. Es gibt auch eine Orga, die das alles bissel organisiert:
      mundraub.org. Das Obst vom LEH schmeckt einfach nicht… Letztens wieder Aprikosen gehabt – da kann ich auch Knetmasse mümmeln…

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      • sonnenblume sagt

        Stadtmensch, mit den Bäumen im Hausgarten sprichst Du ein Problem an. Wenn es gut läuft, hat man so viel Obst, dass es für die Familie zu viel sein kann. Aber versuche das mal zu verschenken. Manche nehmen es aus Höflichkeit, andere winken gleich ab. Wir haben mal eine Anzeige aufgegeben, keine einzige Meldung. Also bleibt der Rest für die Vögel und für anderes Getier.
        Und zum Bericht in der FAZ. Jeder der eine Tüte voll Obst mit nimmt denkt doch, was macht das schon, ist ja so viel Obst da. Er überlegt aber nicht was passiert, wenn 100 und mehr Personen so handeln.

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  5. Altbauer Jochen sagt

    Ich hab selbst vor 15 Jahren eine Streuobstwiese angelegt.
    Nicht so riesig , 40 verschiedene zum Teil alte und eher seltene
    Apfelsorten. dazu verschiedene Birnen, Pflaumen, und Kirschen.
    Nicht gedacht für Erwerbsanbau. 70 Kg. für eigenen Apfelsaft,
    hier und da ein paar Eimer voll verschenken.
    Natürlich frei Haus geliefert, wer hat heut noch Lust selbst Obst zu pflücken.
    Macht mir trotzdem Freude wenn der eine oder andere
    die Früchte noch zu schätzen weiß !!
    -Und dann noch alles Bioqualität ! Da poche ich aber nicht drauf.
    In diesem Jahr sind die Bäume wahnsinnig voll mit Früchten !!
    Die meisten fallen am Ende zu Boden.
    Schnecken, Igel, Rehe uns sonstiges Getier nehmen das gerne an.
    Leben und leben lassen !

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  6. Lieschen Müller sagt

    Ach menno. Ich werde es nie verstehen, dass der Deutsche den Bioapfelsaft aus China vorzieht.

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    • Inga sagt

      Er weiß ja nicht mehr, dass es bei uns auch so viel Streuobstwiesen mit alten aromatischen Apfelsorten gibt!
      Und wer will sich schon bücken?
      Nachher bekommt man Rückenschmerzen davon!
      Oh, Pechmarie!
      Wenn der Chinese viele verführerisch bunte Bilder auf die Apfelsaftverpackung klebt?

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      • Obstbäuerin sagt

        Hallo Inga, aus China kommt nur Konzentrat, dass hier in Deutschland zu Saft wird. Die bunten Bilder sind von hier.

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      • Die Chinesen haben auch festgestellt, dass das Bestäuben der Blüten von Hand im großen Stil mit Pinsel effektiver und wirtschaftlicher ist, als selbiges durch Insekten geschehen zu lassen. Es kurbelt die Wirtschaft an, weil Mensch-Biene damit Geld bei Wind und Wetter verdient, das dann reinvestiert werden kann. Deshalb will der Mensch ja den Wandel des Klimas, also sämtliche Wettergeschehnisse weltweit, stoppen und selbst in die Hand nehmen, wie das Wetter zu sein hat.

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        • Sabine sagt

          Na, so weit ich informiert bin, ist die Handbestäubung dort ein Mittel zu Zucht neuer Sorten. So wie man hier auch als Gärtner macht, wenn man eine bestimmte Kreuzung möchte.
          Ich glaube wo es in der Vermarktung von Lebensmitteln in Deutschland immer noch hakt, ist die Vergleichbarkeit. Wir sind kulturell leider nicht so gestrickt, dass man mit einem besonderen Essen Familie und Freunde beeindruckt. Das fängt dabei an, dass wir unseren Kindern in der Schule nichts über ihr Essen beibringen und unsere Schulen und Kindergärten „Menüs“ auftischen, wo anderen Orts sogar Hund und Katze beleidigt wären. Wenn man Kindern nur einen überwürzten Einheitsbrei auftischt, werden die als Erwachsene nicht plötzlich zu Feinschmeckern.
          Wir machen keinen großen Aufriss über die Herkunft so wie es z.B. in Frankreich oder Italien der Fall ist. Ja, da geht man auch in den Supermarkt, aber wenn es was richtig gutes sein soll, gibt man dort schlicht mehr Geld aus. Da legt man wert auf die verschiedenen Herkunftsbezeichnungen und Herstellungsverfahren zeigt stolz die Auszeichnungen der verschiedenen Verbände. Ja, ich weiß, das sind dann oft Nischenmärkte, aber auch in der Nische kann man leben. Warum es hier nach Auskunft meines ansonsten eher wenig lebensmittelbegeisterten Kollegen keinen guten Cidre gibt, weiß ich z.B. nicht. Der bestellt sich DEN Cidre – fragt mich bitte nicht welchen- im Internet aus dem Ausland.
          Warum ich hier kaum Coops kenne, die in ihren Läden wenigstens versuchen ihre regionalen Produkte an den Mann zu bringen, frag ich mich auch manchmal. Vllt. liegt es dann doch daran, dass hier den großen Ketten der rote Teppich ausgerollt wird und die kleinen Händler eher drangsaliert werden. Wie schon oft von mir geschrieben, hätte ich gerne mal gewusst, ob die verschärften Vorschriften was z.B. die Hausschlachtung angeht wirklich Infektionen durch Lebensmittel verringert haben.

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          • sonnenblume sagt

            Regionale Produkte anbieten bedeutet für die Läden vielleicht höhere Kosten in Verwaltung und Logistik. Das könnte ein Grund sein. In der Regel verfügen sie ja über große Verteilerzentren.

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  7. Inga sagt

    also 2 Cent für ein kg Fallobst?
    Selbst auflesen?
    Einen Anhänger voll machen und in die Apfelsaftpressanlage bringen?

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    • Lieschen Müller sagt

      Dann ist der Saft definitiv teurer als gekaufter. Plus den Platz zum Einlagern.

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      • Sandra Kuhn sagt

        Aber deutlich besser 🙂 . Ausser dieses Jahr. Der Mann meiner Schwägerin hat eine erste Flasche gebracht und seiner wurde schon prämiert. Aber dieses Jahr hat er einen säuerlichen Beigeschmack. Und ich schiebe das mal aufs Wetter. Das Obst fällt zwar, wirklich reif ist es aber nicht

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        • Obstbäuerin sagt

          Bei uns ist der Zuckergehalt aufgrund der hohen und dauerhaften Sonneneinstrahlung höher als sonst.

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