42 Kommentare

  1. Alexis Zsipras sagt

    #der deutsche konsument kauft billig,weil er weiss,dass billig nicht heisst schlechte qualität.#

    Bauerhans, dem Statement stimme ich zu! Das entspricht auch der Realität!

    Einwand:

    Der Kunde zahlt für viele Produkte einen Extrapreis, der teilweise verschleiert ist. Da der LW zum großen Teil „Primärproduzent“ ist kann er davon nicht profitieren. Ein Holländer hat vor kurzer Zeit geäußert, eine Möglichkeit dem zu Entrinnen, wäre stärkere vertikale Vernetzung, also vom Primärproduzenten bis zum Handel eine vernetzte Struktur.

    Die Ursachen der vielfach beklagten Situation liegen meiner Meinung nach darin, das die Deutschen extrem effektiv arbeiten und sehr gut organisiert sind.

    #einige wenige wollen,dass sich die bauern “zurück zur natur” entwickeln,nur haben sie keine vorstellung davon,was das arbeitstechnisch,organisatorisch und betriebswirtschaftlich bedeutet#

    Das ist richtig. Nur kann das dem Bauer doch egal sein, das ist ein Kundenwunsch. Also sollte ich als Anbieter bestrebt sein, Angebote zu machen, dem Kunden das anzubieten, was möglich ist.
    Die Kundenwünsche sind doch extrem vielfältig, also gäbe es doch auch theoretisch extrem vielfältige Reaktionen darauf. Es ist ja nicht alles auf objektiv messbare Qualität zu reduzieren. Der Kunde weißt dem Produkt auch über andere Eigenschaften Wert zu! Z.B. Statuseigenschaften, wie es produziert wird, hebt es sich von anderen Produkten ab usw.

    Ich habe ja auch schon des öfteren angemerkt, das sich die LW zu einer „0815“ LW hin entwickelt…..z.B. Maisanbau ist doch extrem einfach und jedes Jahr Mais anbauen noch einfacher. Mit den heutigen Maschinen und der Schlagkraft noch einfacher……Quintessenz…..total einfache LW ist was für „DOOFE“! Wenn die LW das auch noch verteidigen, brauchen sie sich doch nicht zu wundern. Gegenmaßnahmen wären, eher komplizierte und anspruchsvolle Anbaumethoden zu praktizieren und anzuwenden. (im Grundprinzip) Je einfacher und unkomplizierter Anbaumethoden werden, umso austauschbarer wird der LW.

    Bsp. lange Brachperiode ist mir doch piepegal, wird todgespritzt einmal umgedreht und dann Wintergetreide bestellt.

    Später Aussaattermin Mais, ach das wird schon, holt der zehnmal auf…..

    VG

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    • bauerhans sagt

      „Die Ursachen der vielfach beklagten Situation liegen meiner Meinung nach darin, das die Deutschen extrem effektiv arbeiten und sehr gut organisiert sind. “

      das trifft voll auf die bauern zu,was deren reine produktion angeht.
      nur leider sind sie i.d.r. einzelkämpfer und deshalb selten in der lage,einen preis zu fordern,sondern müssen das nehmen,was ihnen angeboten wird.
      das einzige,was teilweise funktioniert,ist die überbetriebliche zusammenarbeit,um kosten zu sparen.
      ich nutze das jedenfalls und staune immer wieder,wie positiv sich das auszahlt.

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      • Alexis Zsipras sagt

        Ja denke ich auch Bauer Hans! Es ist extrem schwierig das Problem aufzulösen. Dazu kommt noch, das die sogenannte Globalisierung voll durchschlägt. Vor 20 Jahren gab es ja noch viel mehr Handelshindernisse, selbst innerhalb Europa wird extrem viel hin und her gehandelt. Vor dieser Zeit gab es eine gewisse Abschottung durch erschwerter Handel. Teilweise ist das glaube ich auch noch zu Österreich der Fall, sonst würde sich die Schweineprod. nicht so unabhängig halten können.
        Zum Sharing:
        Es ist ja ein Wahnsinn, was teilweise an Transporttechnik nicht über das ganze Jahr genutzt wird. Da passt die BHKW Technik eigentlich ganz gut, nur von dem Aspekt.

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  2. Uli49 sagt

    Lieber Willi,
    auch wenn Du es noch so oft wiederholst, wird es dadurch nicht war.
    D hat mit 170 Mrd. Euro das größte Nahrungsmittelvolumen in der EU:
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/209499/umfrage/konsumausgaben-fuer-nahrungsmittel-und-getraenke-im-europaweitem-vergleich/

    Die Ausgaben pro Kopf und Jahr betragen nach EUROSTAT:

    Frankreich 2300 Euro
    Italien 2300
    Österreich 2000
    Niederl 2000
    D 1900
    Spanien 1800
    England 1800
    Irland 1700
    Tschechien 1200
    Polen 1100

    wir liegen also im Mittelfeld und geben 83% des Betrages aus, den die Italiener und Franzosen aufwenden. Ob diese Mehrprozente dann wirklich in das Einkommen der Bauern gehen, wage ich zu bezweifeln. Stopfleber und Trüffel sind halt teurer.
    Grüße Uli

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Uli, vielen Dank für deine informativen Ergänzungen. Das Statement stammt ja nicht von Willi direkt, sondern ist aus eine Mail eines Lesers aus Südtirol. So beurteilt also jemand aus der Ferne das deutsche Konsumverhalten.
      Ich wundere mich allerdings, dass der Begriff „08/15-Landwirtschaft“ gar nicht diskutiert wird. Weil ich kann mir darunter eigentlich nichts Konkretes vorstellen.
      Alois

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    • Gülle-Doktor sagt

      Das allgemein beklagte Phänomen lautet nicht: „Die Pro-Kopf-Ausgaben der Deutschen sind die niedrigsten in Europa“. Sie lautet vielmehr: „Bezogen auf das verfügbare Einkommen sind die Pro-Kopf-Ausgaben der Deutschen am niedrigsten in Europa“.

      Das ist ein himmelweiter Unterschied.

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      • Bauer Christian sagt

        ja es kommt immer auf die Bezugsbasis an. Und am aussagekräftigsten ist meiner Meinung wohl, wenn man es auf das (verfügbare) Einkommen bezieht. Dann sollte man sich auch noch die Quartile und Medianwerte ansehen , und nicht nur den allg. Durchschnittswert. Dann kommt man der Realität schon näher.

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Uli
      der Fairness halber das aber jetzt bitte mit dem Lohnniveau in Relation setzen. Polen und Tschechien haben ja wohl definitiv niedrigerer Löhne. Was England angeht, stimmt die Statistik. Da wird tatsächlich nur etwa 10% des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben. Wir haben also noch Luft nach unten. 🙁 Das mit den Trüffeln lass ich mal außen vor…
      Bauer Willi

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  3. Teils-teils. Diese Geiz-ist-geil-Mentalität wird vor allem vom Handel ordentlich befeuert und trifft den Nerv derer, die ohnehin sehr genau aufs Geld schauen müssen. Alleine diese verfluchte ESL-Milch ist doch nur eingeführt worden, weil der Handel das so wollte. Ich beobachte, dass die sogenannte „traditionell hergestellte“ Milch jetzt als Bio-Milch deklariert wird und das Doppelte kostet, aber trotzdem ständig ausverkauft ist, während sich die ESL-Milch in den Kühlregalen stapelt. Also scheint die ESL-Milch ja gar nicht so beliebt zu sein. Ich selber gebe für Lebensmittel gerne mehr aus, wenn ich ordentliche Qualität bekomme.

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  4. Iris Rohmann sagt

    Mojn Mojn, ich glaube das mit dem „Geiz ist geil“ betrifft nicht nur Verbraucher (als Gruppe außerhalb von Landwirten), sondern auch Landwirte (innerhalb der Gemeinschaft von Verbrauchern). Es ist eine menschliche Eigenschaft (Gier), die mit dem Gefühl zusammenhängt, überleben zu wollen, sich einen Vorteil verschaffen zu können, und – in der heutigen (Krisen-)zeit – mit der Befürchtung, nicht genug zu bekommen, alles zu verlieren, oder sonstige innere Dramen, die von Ängsten gesteuert werden. Also Angst und Gier als Steuerelemente. Gleichzeitig nehmen die Fixkosten immer weiter zu: Mieten, Strom, Versicherungen – ohne dass jedoch Honorare oder Gehälter gleichermaßen steigen, was diese Gefühle noch befeuert. Eine Misere, die anscheinend alle erfasst und relativ unbewußt abläuft. Beispiel gestern beim Inder: Der kleine Teller (Buffet) kostet 6,90 Euro, der große 7,90 Euro. Zwei gutgekleidete Menschen kommen rein und schaufeln sich den kleinen Teller dermaßen voll, dass Dinge davon herunterpurzeln. Total daneben in jeglicher Hinsicht. Aber 1 Euro gespart. Da siehste mal, wie wir gesteuert werden vom limbischen System in unserem Gehirn. Da Sparen und Geizen sowohl von der Politik als auch von der Werbung postitiv bewertet werden, nimmt der Verbraucher (als Landwirt ebenso wie als Nicht-Landwirt) auf: Das ist eine tolle Sache, wenn ich immer das Billigste kaufe. Die Lebenskultur: Weniger ist mehr – oder: Qualität hat ihren Preis, müssen wir als Andersdenkende wohl selbst etablieren. Mit Beschwerden wird man da nur wenig erreichen, fürchte ich.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Iris, da hast Du sicher ein Stück weit Recht. Auch wir Landwirte sind Nutzer des „Geiz-ist-Geil“-Syndroms. Wer das für sich anerkennt, der wird auch Ansatzpunkte finden selbst bewusst gegenzusteuern.

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  5. Sandra Harms sagt

    Geiz ist Geil…
    ja, wir hatten das thema ja schon so oft, der verbraucher kauft da wo es am billigsten ist, und sagt aber das er ja gerne mehr ausgeben würde, wenn bestimmte dinge anders wären…
    der Verbraucher sieht nicht, welche probleme wir haben, und es interessiert ihn auch nicht im geringsten, wieso denn auch, für seine probleme interessiert sich ja auch niemand…. der verbraucher sieht nur , das wir landwirte mit großen und meist relativ neuen maschinen arbeiten bzw vor ihm auf der straße fahren…. er sieht, das wir mit neuen maschinen durch die gegend fahren, große gelände wagen oder mercedes fahren, und denkt sich, warum jammern die landwirte denn überhaupt, die haben die neusten maschinen , die teuersten autos,bauen riesige ställe und genauso große neue hallen/scheunen, also kanns denen doch nicht schlecht gehen….
    der verbraucher hört aus den medien und von den vielen NGO´s nur wörter wie agrarfariken, agrarindustrie, massentierhaltung, und einige mehr….
    was hört er denn von uns? ich sags euch, nur gejammer, milch kostet nix, getreide preise im keller, schweine werden verramscht, usw usw….
    wen wunderts denn, wenn der verbraucher ein mieses bild von uns hat?
    Es gibt einige von uns die an diesem bild arbeiten, „bauer willi, Stallbesuch, Frag den landwird,Landwirtstöchter, und noch einige mehr“ jedem einzelnen der hinter diesen seiten steckt, muss man als landwirt und kollege seinen dank aussprechen, denn jede öffentlichkeitsarbeit, und sei sie noch so klein, nützt uns diese „geiz ist geil“ mentalität ein wenig zu ändern. der große wurf ist aber bisher noch nicht geglückt…. also müssen wir immer weitermachen um mit dem verbraucher im gespräch zu bleiben.

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  6. bauerhans sagt

    der deutsche konsument kauft billig,weil er weiss,dass billig nicht heisst schlechte qualität.
    einige wenige wollen,dass sich die bauern „zurück zur natur“ entwickeln,nur haben sie keine vorstellung davon,was das arbeitstechnisch,organisatorisch und betriebswirtschaftlich bedeuted.

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