Bauer Willi
Kommentare 36

Willi will´s wissen: Kartoffelernte

Damit unsere Lehrer wieder was zu zeigen haben, hier ein kleines Video von der Kartoffelernte, allerdings mit miserablem Ton, trotz Mikro. Es war halt sehr windig. Windig ist gut, weil dann der Boden weiter abtrocknen kann und die Erde sich noch besser absieben lässt. Aber auch so sieht es schon recht gut aus.

Am Ende seht ihr dann noch einen richtigen „Hochstapler“. Den nennen wir Landwirte übrigens „Boxenfüller“.

Viel Spaß beim Anschauen. Noch besser, ihr seht euch das mal „live“ auf dem Acker an. Es gibt bestimmt einen netten Bauern, der euch das zeigt.

Euer Bauer Willi

P.S.: Wer sich für die Aufkleber interessiert. Die gibt es hier.

(Aufrufe 710 gesamt, 1 heute)

36 Kommentare

  1. Lieschen Müller sagt

    In der DDR mussten die Studenten noch in den 60ern zu Arbeitseinsätzen in die Landwirtschaft. Sie hausten in Baracken. Drücken war nicht möglich, das konnte Exmatrikulation zur Folge haben.

    1+

    • Bauer Willi Servus Danke für deine Nachricht. Ich habe eine Antwort von Landwirt online erhalten. Beim bestellen ist wohl ein Abbruch aufgetreten.
      Die Aufkleber werden umgehend raus gesendet

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  2. Paulus sagt

    Schade, dass es von der Kartoffelernte vor so ca. 45-50 Jahren keine Filmaufnahmen gibt. Die würde ich Willis Video gerne mal gegenüberstellen bzw. dieses mit solchen ergänzen. Vielleicht wäre es ja auch für heutige Schüler nicht so uninteressant.
    Ich möchte aber auf etwas anders hinaus:
    Ich weiß nicht wie es im Rheinland war; im Westfälischen hießen die Herbstferien jedenfalls Kartoffelferien. Da wurden die gerodeten Kartoffeln überwiegend von Schulkindern von Hand aufgelesen und in Drahtkörben zu einem Hänger geschleppt. Für jeden Korb gab es ein Zettelchen und spätnachmittags gab es dafür etwas Geld. Damit keiner schlapp machte gab es 3x täglich Brote mit Rübenkraut und Pfefferminztee aus einer großen Milchkanne. Das war im Vergleich zur heutigen LW (Stichwort Äquivalent Joule) zweifelsfrei extrem energieeffizient und umweltschonend und somit ganz im Sinne unserer heutigen Welterklärer, wenn da nur nicht die Kinderarbeit wäre
    Die Kartoffeln die nicht für den Eigenbedarf oder den Schweinepott benötigt wurden, brachte mein Vater auf Vorbestellung mit dem Milchwagenfahrer in die nächstgelegene Kleinstadt. Dort schleppte er den Leuten die Kartoffeln in Zentnersäcken zum einkellern in den Keller. Immerhin verkaufte er denen auch noch ein Gemüse, Eier, Hausmacher Würste und nur allzu gerne diese keimhemmenden Pülverchen.
    Das war sozusagen bäuerliche Landwirtschaft in Reinkultur und von heutigen Hofläden und selbst von Lieferdiensten gar nicht sooo weit entfernt.
    Nein, ich stelle jetzt keine dummen Fragen… schon gar nicht an Stadtmenschen und Fingerphilosophen 🙂

    7+

    • Bauer Willi sagt

      @Paulus
      Du musst ja fast mein Jahrgang sein, wenn ich Deine Schilderungen lese. Genau so habe ich das auch noch erlebt. Und dann war da noch das Highlight, wenn der Kartoffeldämpfer auf den Hof kam: da passten ein paar Zentner Kartoffel rein und wurden gedämpft, damit sie für die Schweine besser verdaulich waren. Ein wunderbarer Geschmack, die noch heißen Schweinekartoffeln zu pellen und ohne alles (vielleicht ein wenig gute Butter) auf der Hand zu essen.
      Bauer Willi

      3+

      • die könnten die dann in den Korb lesen und dann in Zentnersäcke schütten.
        Dann hat jedes Kind gesehen und erlebt, wie man Kartofel aausmacht und wiwe sie richen und wie sie in de rErde leigen usw.

        Ein paar Säcke mit in die Schule nehmen und dann daraus
        Pellkartoffel machen
        mit Kräuterquark oder guter Butter dazu
        Die Geschichte von den Schweinekartoffeln erzählen….

        Reibekuchen mit selbst hergestellten Apfelbrei dazu machen
        Dämpfekartoffel (rohe Bratkartoffel und saure Milch oder etwas anderes

        Bratkartoffel von den restlichen Salz-oder Pellkartoffeln

        Sind das Geschmackserlebnisse?
        Für wenig Geld!

        2+

      • Thea S sagt

        Eigentlich muß doch jetzt der Schrei „die armen Pferde“ kommen ;-). Die den Rücken krümmenden und hart arbeitenden Landfrauen werden in die Kategorie „so soll die Landwirtschaft sein“ gesteckt.

        1+

        • Stadtmensch sagt

          Ja, und verpflegt wurde einfach so auf dem Acker. Wahrscheinlich sogar mit Malzkaffee. Auch aus den Kommentaren hier liest man deutlich heraus, was für harte freudlose Zeiten das damals waren. Kinderarbeit!
          Gestern las ich am Eingang einer Turnhalle „Kindertobetag“. Gegen Eintritt konnte man dem eventuellen Bewegungsdrang der Kinder gerecht werden und sie auf Gummimatten herumspringen lassen. Ja, das ist Fortschritt…

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Von der guten alten Zeit sprechen nur diejenige, die sie nicht selbt erlebt haben.

            3+

            • Wenn ch mich an die Werbung im Fernsehen der 70iger oder der 80iger erinnere, da hat Caro Kaffee damit geworben, wie man früher im Feld zwischen den Garben gesessen hat und Pause gemacht hat, den wohlschmeckenden Blechkuchen der Bäuerin mit einer wohlschmeckenden Blechtasse Carokaffee!

              Diese Werbung hat eben die guten Erinnerungen and diese Zeit ausgenutzt!

              1+

    • Ich bin auch in den 60igerngroß geworden.

      Den großen Kartoffeldämpfer auf dem Hof habe ich nur einmal gesehen.

      Danach hat mein Vater sie in die Molkerei gefahren und gedämpft wieder mit zurück gebracht. Sie kamen in ein Kartoffelsilo und wurden abgedeckt; für die Schweine mußten die das ganze Jahr reichen.

      Wenn nicht, hatten wir auch noch einen Kartoffeldämpfer, aber viel kleiner als der Fahrbare in der Futterküche stehen und da wurden auch Kartoffel für die Schweine drin gedämpft, ich glaube der Funktionierte so wie ien Dampfdrucktopf.

      Aber immerhin gab es noch Kleinbauern bei uns im Dorf, die hatten keinen Dämpfer in der Futterküche, vielleicht noch nicht mal eine Futterküche, da hat die Oma fast tägl. am Nachmittag einen großen Topf voll Kartoffeln für die Schweine auf dem Küchenherd gekocht.

      Nun gab es für Schweinefutter andere Sorten wie für Speisezwecke und die rochen auch anders.

      In der Futterküche merkte man das nicht so, aber in der Wohnküche schon.

      Der Geruch blieb irgendwie bei mir in der Nase, ohne das ich es merkte.

      1984 für ich mit meinem Mann in die DDR zu Verwandten und am Ankunftstag kochte die Tante.

      Erst gab es Suppe, dann Kartoffel mit Braten und Gemüse oder Salat, wie gewöhnt und dann auch noch Nachtisch.

      Als die Tante den Nachtisch aus der Küche holte sagte ich zu meinem Mann, Mensch das sind ja Schweinekartoffeln;

      der gab mir einen Rippenstoß und fauchte mich an: Bist du ruhig!

      Ein paar Tage später als wir wieder nach Hause fuhren, da erklärte er mir, dass es dort an der Planwirtschaft liegt und dass es im März eben nicht mehr genügend Speisekartoffeln gab.

      Das hätte ich mir denken können, vielleicht haben wir es 1 Tag später auch mit der Tochter und Schwiegersohn der Tante diskutiert!

      Die waren schon nicht mehr so verklemmt in der Beziehung, wie die Tante und meine Schwiegereltern, na und Mann, der ja 10 Jahre älter ist als ich.

      Er hat mir auch erzählt, wie er mit seinem Vater mit Wagen und Schlepper in die Stadt gefahren sind und Kartoffel bei den Leuten in den Keller geschleppt haben.

      Auch hat mein Schwiegervater mit dem Gefährt Holz (Ich glaube auch Kohle) aus dem Wald geholt und bei den Städtern in die Keller gebracht!

      Das weiß ich nur vom erzählen!

      0

    • bauerhans sagt

      „auf Vorbestellung…. in die nächstgelegene Kleinstadt“

      das machte bei uns mein älterer bruder mit dem HANOMAG R28 und zwei hängern und zwei helfern.
      das problem war,dass der eine helfer liegend aufem hänger zurück gebracht wurde,weils bei jeder abladestelle nen klaren gab,zum wohl!

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      • Ja, früher war der Schnaps sehr begehrt, warum nur?

        Ich kenne auch so ähnliche Geschichten, aber nicht mit Schlepper, sondern mit Pferd, das Pferd hat den Weg nach Hause alleine gewußt!

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    • Diese Kartoffelferien kenne ich auch, bloß ohne Zettelchen und ohne Geld. Na und? Wir hatten als Kinder jede Menge Spaß dabei. Überarbeitet haben wir uns auch nicht. Wir hatten sogar genug power, um zum Leidwesen der Erwachsenen nebenher noch Quatsch zu machen.
      Mir tun die Kinder Leid, die das heute nicht mehr erleben. Verglichen mit dem Fun, den wir damals hatten, ist dieser Film von Bauer Willi doch eine ziemlich triste Angelegenheit: Einsamer Mann auf Traktor im Lärm sitzend.

      1+

      • Ich kenne sie auch ohne Zettelchen, wir Bauernkinder haben ja so wie so kein Geld dafür bekommen.

        Wir haben die Kartoffel aufgelesen, wenn der Korb voll war, in den Sack geschüttet und die Säcke wurden von Papa und Opa auf den Wagen geladen!
        Dazu brauchten sieeinen Stock!
        Und nach Hause gefahren und in den Keller für den Winter geschüttet.

        Die Speiselkartoffeln, die verkauft wurden, wurden dann ja auch noch ausgelesen, damit die verletzen, grünen und faulen raus kamen, denn die kann man ja nicht verkaufen.

        Ach, wer von Euch Stadtkindern das Kartoffellesen als schön empfand und gute Erinnerung daran hat, soll sie behalten, aber dem sage ich,
        das wir Bauernkinder aber auch mit Mutter und Oma nach dem Ablesen und durcheggen die Eggekartoffel und danach auch noch Ackerkaroffeln von dem selben Acker gelesen haben. Das mit den Ackerkartoffeln war aber höchstens noch in den 50iger, später nur noch Eggekartoffeln für die Schweine!

        Und heute?

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    • Nein, durch die extreme Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer nimmt der Boden viel auf. Und wir hatten hier in den letzten Wochen bei weitem nicht die Niederschläge wie in Norddeutschland oder Westfalen. .Spätestens Dienstag sind die Kollegen mit den Kartoffeln durch, dann geht es an´s Weizen säen. Heute haben wir Rübenweizen gesät. Trotz Sonntag. Wir müssen das gute Wetter nutzen!

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