73 Kommentare

  1. Zahn sagt

    Kontrolle der Pestizide , wissenschaftliche Analysen die auch existieren lesen und nicht Vorurteile walten lassen. Dies fehlt in allen Bereichen, überall Pseudowissen

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  2. Altbauer Jochen sagt

    Vertrauen ist gut, solange es nicht zur Naivität wird,
    Skepsis ist auch gut, solange es nicht zu purem Misstrauen wird.
    Man muss einfach hinter die Fassade schauen.

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  3. Nee, Bauer Willi, da sprechen einige Aspekte dagegen nach Allem was zB bei den Fipronil-Eiern zutage gekommen ist. Vertrauen gegen Kontrolle einzutauschen wuerde ich nur einem ganz engen Kreis von Nahrungsmittelerzeugern zugestehen. Aber sobald man den Kreis auf eine große Zahl ausdehnt sollte das nicht mehr gelten. Die Verbundwirtschaft und Vernetzung mit verschiedensten Akteuren erhöht das Risiko, dass die Uebersicht verloren geht, was da alles in ein Produkt ‚einfliessen‘ kann. Siehe Desinfektionsfirmen! Foerderlich fuer das Vertrauen ist ferner auch nicht, dass mir vielstimmig versichert wird bis zu 7 belastete Eier essen zu koennen. Das Vertrauen nur von Grenzwerten abzuleiten ist auch falsch. Entscheidend ist die Kontrolle an sich: ob und wie genau! Der Landwirt muss selbst kontrollieren was er oder der Dienstleister auf seinem Hof anwendet und die Behoerden muessen ihre Ueberwachung den Gegebenheiten des Handels anpassen und zeigen, dass sie schnell reagieren koennen. Dann kann Vertrauen gedeihen. Also nichts gegen das persönliche Vertrauen in dem einen oder anderen Fall, aber ansonsten wird der Verbraucher nur Vertrauen haben koennen wenn er sich sicher sein kann dass die Kontrollen auch funktionieren.

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    • Der umgekehrte Satz ist angeblich von Lenin. Der ist aber menschenverachtend! Und bitte genau lesen: Kontrolle ist gut…Für mich ist ein Glas immer halbvoll!

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    • Anton Kraus wer sind denn die wenigen dehnen man unbesehen vertrauen könnte? Und warum nur wenige? Und wer sagt dass die Kontrollen bisher nicht funktioniert haben?

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    • Uwe Bison ich meine nicht ‚unbesehen‘, sondern Landwirte die ein Verbraucher persönlich kennt, sei es als Nachbar, als Offener Hof, als Direktvermarkter aus der Gemeinde, oder so! Da sind die Radien eines Verbrauchers klein, daher sind das wohl wenige, bezogen auf einen Verbraucher ueber dessen Vertrauen wir diskutieren. Und es geht nicht darum ob Kontrollen nicht funktionieren, sondern wiederum um das Vertrauen des Verbrauchers in diese Kontrollen. Wenn eben Stoffe in Nahrungsmitteln auftauchen, die dort absolut verboten sind, so ist das schon ein Schlag gegen das Vertrauen

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    • Anton Kraus – „Der Landwirt muss selbst kontrollieren was er oder der Dienstleister auf seinem Hof anwendet“ ja das ist notwendig und verantwortungsvoll. Ist es dem Landwirt aber eine Kontrolle auch möglich? Im aktuellen Fall hat ein belgischer Händler das Insektizid illegal einem Desinfektionsmittel beigemischt. Dazu stelle ich mir folgende Fragen: Was hat ein Insektizid in einem Desinfektionsmittel verloren? War Fibronil als Inhaltsstoff deklariert? Ist dem einzelnen Landwirt bekannt das es in der EU verboten ist?

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    • Anton Kraus Herr Kraus, stellen Sie sich doch ganz einfach mal vor, beim RegioDay würden 50.000 Betriebe mitmachen…Nur mal vorstellen…Bin übrigens gespannt, ob das FML unsere Aktion unterstützt…Herr Kraus…

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    • Hubert Lütke Laxen Alle Antworten können ganz klar mit „Nein“ beantwortet werden. Der Händler ist ein Krimineller und sollte so auch behandelt werden.

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    • Hubert Lütke Laxen, es ist klar, dass der Landwirt nur schwer dahinter kommen kann wenn er nicht besondere Maßnahmen ergreift. ZB sich die verwendeten Produkte und deren Zulassung vertraglich zusichern zu lassen. Aber absolute Absicherung gibt es nicht.

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    • Bauer Willi , ja wenn so viele oder auch weniger Betriebe mitmachen, wird dies Einsichten, Bekanntschaften, Transparenz und damit Vertrauen in die heimische Landwirtschaft foerdern. Aber diejenigen die sich um das Vertrauen des Verbrauchers sorgen sollten nicht allein nur die Regio-Karte spielen. Denn nicht überall gibt es alles, siehe Eier, und im Sinne nachhaltiger Produktion sollen auch Gunststandorte mehr erzeugen koennen als nur regional benötigt, siehe Zrueben, Backweizen, Wein, Obst, Spargel, usw. Also Regio nicht als sine qua non darstellen!

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    • Bauer Willi, aber schauen Sie sich doch die Meinungsbildung auf der Verbraucherseite an. Sagt da jemand: wir muessen den lieben Landwirt vor kriminellen Akteuren schuetzen damit unser Vertrauen in unsere moderne Landwirtschaft nicht Schaden leidet? Ich habe dies nicht gehört, sondern eher dass man nicht sicher sein kann was da bisweilen an kriminellen Machenschaften laeuft! Um diese Vertrauensfragen geht es doch, oder?

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    • Anton Kraus wie wäre es mal vorzuschlagen alle Autofahrer müssen verpflichtet werden ihre Autos hinsichtlich der Schadstoffemissionen selbst ständig überprüfen zu lassen. Wenn ich sie richtig verstehe haben sie oben genau das gefordert.

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    • Anton Kraus Darf ich noch mal auf den Text oben zurückkommen und Ihnen eine (zugegebenermaßen plumpe) Frage stellen? Vertrauen Sie Ihrer Frau? Oder kontrolllieren Sie sie? Für meine Frau kann ich die Frage eindeutig beantworten… 😉

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    • Bauer Willi, also das Vertrauen begruendet sich doch nicht auf Kontrolle sondern auf die umfassende, persönliche und gegenseitige Wertschätzung. Grundsätzlich gilt dies auch fuer das Verhältnis von Verbraucher und Landwirt. Gegenseitige Wertschaetzung. Aber niemand dehnt ein persönliches Vertrauen in einen oder wenige automatisch auf alle aus. Darum gehts eben auch in der Landwirtschaft: mit dem Vertrauen in einen oder wenige Betriebe ist es nicht getan.

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  4. Friedrich sagt

    Bei Geschäftsbeziehungen geht es leider nicht ohne Kontrollen. Ob Gewichtsdifferenzen, Inhaltsstoffe die fehlen usw. muß kontrolliert werden, dazu habe ich schon zu viele negative Erfahrungen gemacht. Es sind leider immer unsere Betriebsmittellieferanten wo diese Differenzen auftreten. Selbst bei der Qualitätskontrolle beim Getreideverkauf gibt es teilweise große Differenzen , deshalb lagern wir unser Getreide erst einmal ein und stellen im Labor die Inhaltsstoffe fest . Auf die von möglichst mehreren Laboren festgestellten Werte , geben dann die Käufer ihre Angebote ab. Ich verkaufe immer Brutto für Netto , also was auf unserer Hofwaage gewogen wird, wird auch bezahlt. Fast alle Lebensmittelskandale sind immer endstanden , nachdem unsere Rohstoffe vom Hof „weiterveredelt“ wurden. Beim Einkauf von z. B. Pflanzenschutz-oder Düngemitteln bekommt der Verkäufer bei Preisgleichheit mit der höchsten Vertraulichkeit den Zuschlag.

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  5. Wir bewirtschaften unseren Hof seit mehr als 25 Jahren ökologisch. Ich finde, wenn man von Verbrauchern Mehrausgaben für Lebensmittel erwartet, müssen diese auch gerechtfertigt werden. Der Markt zeigt auch, dass Verbraucher dann bereit sind höhere Preise zu zahlen.

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      • Josef sagt

        nur ein kleiner Teil der Lebensmittel bietet einen erkennbaren Mehrwert, der einen höheren Preis rechtfertigt. Der Rest ist Massenware mit mehr oder weniger aufwändiger Verpackung.

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        • bauerhans sagt

          ein gefühlter mehrwert.
          der rest ist nicht massenware z.b. verkauft der kleine schlachthof produkte aus meinen schweinen an einen kleinen hiesigen discounter.

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    • Das würde nur für Direktvermarktung zutreffen. Wir verkaufen aber weniger als 5% unserer Produkte direkt. In Übrigen sagt „regional“ überhaupt nichts aus, es sei denn in der Direktvermarktung. Ansonsten kann regional auch vom Straathofbetrieb im Landkreis sein.

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  6. Der Geflügelhof meines Vertrauens hat gerade gewisse Probleme zu erklären, wie sein Eierstempel über den Stempel holländischer Käfigeier kommt – da haben sicher die bösen Holländer wieder gemogelt? Die brechen nämlich nachts in Ställe im Schwäbischen Wald ein und machen ihren Stempel auf die Eier – oder???
    http://www.bkz-online.de/node/1065613

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    • Das kann ich nicht beurteilen. Ihr Argument ähnelt aber denen der NGO. Einzelfälle aufblasen und die Regel daraus machen. Nicht sonderlich klug, oder ? 😉 😉

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    • Mag sein, jedenfalls scheint die verstärkte Kontrolle wegen Fipronil noch weitere ‚Ungereimtheiten‘ auch dort zu entlarven, wo man es im blinden Vertrauen nie erwartet hätte.
      Vielleicht ist der Originalslogan (… Kontrolle ist besser) doch das Mittel der Wahl 😉

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    • Nur gut das sonst im Leben nirgendwo geschummelt wird. Noch nie bei Rot über die Kreuzung gefahren, noch nie vergessen Toilettengeld zu entrichten, noch nie während der Ruhezeiten Rasen gemäht……. Wir haben Gesetze und die sollte man einhalten, aber wer ohne Schuld ist der……..

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    • Dieter Fritz Ja, aber ist der nicht menschenverachtend? Der Händler in Belgien hat ja kriminell und mit Vorsatz gehandelt. Sie vertrauen ja in so vielen Dingen des täglichen Lebens auch darauf, dass alles korrekt ist. Ich meine jetzt nicht den Steuerbescheid….

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    • Bauer Willi Die Belgier/Holländer haben bei Fipronil ohne Zweifel mit krimineller Energie gehandelt.
      Frage mich nur, ob da so ein großer Unterschied zu dem relativ kleinen Eierproduzenten hier bei uns besteht, der Eier mit holländischem Käfighaltungsstempel mit seinem eigenen Freilandhaltungseierstempel überstempelt/veredelt? Ohne verstärkte Kontrollen wg. Fipronil würde der das immer noch auf unserem Wochenmarkt anbieten….

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Herr Fritz,

        so blöde kann niemand sein, so ein Betrugsversuch zu unternehmen.
        Das fällt doch jedem Käufer der Eier auf.

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  7. Oh mein lieber Bauer Willi, da muss ich ein wenig widersprechen. Zwar gebe ich dir recht, dass man ersteinmal in das Gute im Menschen vertrauen sollte. Wenn dies Vertrauen allerdings durch Schlamperei und teilweise böswilliger Absicht zerstört wird, ist die logische Konsequenz, dass mehr kontrolliert wird. Gerade bei Lebensmitteln habe ich großes Verständnis dafür, allerdings ist es immer wieder erstaunlich, dass die Bevölkerung einer Kuh und ihrem natürlichen Produkt weniger vertraut als einem Lebenmittelchemiker.

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    • Solange nach der Kuh sofort der Verbraucher kommt, ist Vertrauen vollkommen ausreichend. Aber sobald fremde Hände mitmischen ist Kontrolle unerlässlich, leider.

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      • bauerhans sagt

        es wird für einen kurzen moment hinterfragt,wegen der emotionen,nach ganz kurzer zeit ist alles vergessen.

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      • Thea S sagt

        Regio-Day: Vergeblich versuchte ich bei regioday.com herauszufinden was für sie „regional“ ist. Da wird einfach von „heimisch“ gepostet. Was zählt zu einer Region (oder zur Heimat), wieviel des Produktes muß daher kommen, was sind die Kriterien etc.??? In Wirklichkeit nur eine neue Werbecampagne, die den Verbraucher wieder mit Schlagworten einlullt. Und hier sollen wir einfach Vertrauen haben?

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        • Bauer Willi sagt

          Hallo Thea
          entscheidend ist doch nicht, was ich für regional halte. Um es aber ganz einfach zu machen: Wenn Du bei Deinem Bauern um die Ecke einkaufst, geht es nicht mehr regionaler.
          Und noch etwas verstehst Du vollkommen falsch: es geht beim Regio Day nicht darum, irgendetwas zu verkaufen. Die Mitbürger sollen sich informieren und dafür wollen wir die Adressen der Bauern in der Nähe liefern.
          Noch deutlicher: Wenn kein Bauer und kein Verbraucher den Arsch hochbekommt und den Dialog miteinander führt und führen will, wird der Regio Day natürlich ein Flop. Wir wollen es aber zum Erfolg machen, und da ist es wichtig, dass sich beide Seiten bewegen. Verstanden? Sonst frag noch mal nach.
          Bauer Willi

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      • Von meinem Stellplatz ist der Steinbrinker Hof der nächste. In Rommerskirchen. Kannst Du den empfehlen?

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      • Margó sagt

        Als Schirmherr der Aktion regioday ausgerechnet dieser ewig grinsende Herr Johann Lafer? Da geht die Glaubwürdigkeit doch schon im Ansatz verloren. Fehlt nur noch diese Frau Sarah Wiener mit ihren Weisheiten, mit der könnte man die ganze Aktion noch toppen.
        Mir ist bekannt, dass zumindest zwei Hofläden in meiner Nähe einen Teil ihrer Waren in der Metro oder auf dem Großmarkt kaufen um das Angebot zu vergrößern. Wäre ja auch in Ordnung wenn es entsprechend ausgezeichnet würde. Ist aber nicht so. Da werden selbst Oliven aus 3- oder 5 Liter Gläsern in kleinere Gläschen umgefüllt und mit phantasiereichen Etiketten beklebt. Das Leergut (Gläser und Gemüsekisten) konnte ich draußen um die Ecke bewundern als ich mal ein Papiertaschentuch entsorgen wollte. In einem Hofladen habe ich immer ungestempelte Eier gekauft; in dem naiven Glauben, diese stammten von den paar freilaufenden Hühnern des Hofes. Als es einmal keine Eier mehr gab, rutschte der Verkäuferin heraus „wir warten auf eine neue Lieferung.“
        Ist ja alles irgendwie verständlich aber aus welchem Grund sollte ich einem Hofladen mehr Vertrauen entgegenbringen als Edeka, Aldi und Co?
        Das regioday.com noch etwas anderes bezweckt bzw. andere Ziele vor Augen hat ist mir schon klar. Gut gedacht ist aber nicht unbedingt gut gemacht.

        Auf so einem richtig großen Trecker würde ich gerne mal mitfahren und mir alles mit dem Drum und Dran erklären lassen. Dafür würde ich wie Willi so schön sagt, meinen Arsch hoch bekommen. Mag ungewöhnlich sein und sprengt auch sicher den Rahmen der Veranstaltung – ist aber so.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Sollte dies der Wahrheit entsprechen, sollten sie den WKD informieren, das haben sie doch gemacht?

          Nach dem Lebensmittel und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) ist es verboten, Lebensmittel unter irreführender Bezeichnung in den Verkehr zu bringen.

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          • Margó sagt

            Meine Darstellung entspricht der Wahrheit, aber welches Interesse sollte ich haben jene zu denunzieren, bei denen ich seit Jahren einkaufe und bestimmte Produkte auch weiterhin einkaufen werde? Ich finde nur so einiges nicht gerade anständig, nichts anderes wollte ich damit sagen.

            Auf einem großen Trecker möchte ich aus dem Grund mal mitfahren, weil ich vielleicht meine Angst verlieren würde wenn mir diese auf engen Landstraßen mit zwei Anhängern (auch in der Dunkelheit) oder sonstigen Geräten begegnen und ich mit meinem Kleinwagen auf dem Bankett entlangschlittere. Mit meiner Angst stehe ich übrigens nicht allein da. Das sind ganz kleine Dinge die aber scheinbar nicht wahrgenommen werden.

            Und dann kommen die Bauern mit ihrem selbsternannten Schirmherrn Johann Lafer, der wahrscheinlich selbst schon nicht mehr weiß für was er alles Reklame macht und mit seinem eigenen Helikopter unterwegs ist. Das bezeichnet man im ironischen Sinn als Volltreffer.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Es ist nicht unanständig, es ist Betrug. Sie dürfen dem ruhig sagen, dass er mit dem Betrug aufhören soll, das ist auch im Interesse der ehrlichen Hofladenbesitzer.

              Mit einem großen Trecker kann ich ihnen nicht dienen, weil meiner ihnen sicherlich zu klein ist, es ist so zu sagen ein Schlepper für verarmte landwirtschaftliche Betriebe. 🙂
              Es ist sicherlich manchmal ein Ärgernis, wie manche, hauptsächlich junge Landwirte mit ihren großen Treckern fahren, etwas an der Geschwindigkeit könnten sie zumindest in Ortschaften zurück nehmen, an der Breite dieser Maschinen kann man halt nichts machen, deshalb wäre es auch angebracht, rechtzeitig als Autofahrer eine mögliche Haltebucht anzunehmen.

              Mit etwas größerem bin ich schon gefahren, manchmal habe ich die Verkehrsteilnehmer mit Sondersignal vor mir gewarnt. 😉

              Wen schlagen sie als Schirmherr vor, die Kochprofis?
              Die kommen nur in kaputte Gasthäuser, mit denen kann man die Hofläden nicht vergleichen.

              Vielleicht ein Politiker?

              Mit denen kann man auch keine Werbung machen, selbst der heilige St. Martin ist auf dem absteigenden Ast.

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    • Wer heute beim Bauern seines Vertrauens Milch und andere Produkte kauft, den interessieren diese Diskussionen doch garnicht. Es sind doch in der Regel die lila Kuh gläubigen, die den ganzen, ich sags mal wieder, fake News nachlaufen und den Landwirt als Grund allen Übels sehen.
      Regio day ist sicher eine gute Sache und ich wünsch Bauer Willi und co. auch viel Glück damit, aber es muss noch mehr positive Selbstdarstellung kommen.

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    • Eine realistische Darstellung muss es sein. Wenn unsere Berufskollegen dann ihren Job vernünftig machen, wird es automatisch positiv. Was wir nicht gebrauchen können sind Selbstdarsteller, die hinterher nicht halten, was sie versprechen.
      Keiner ist perfekt, wir sind alle Menschen, aber nur wer seine Fehler erkennt und versucht dran zu arbeiten, der kann besser werden. Eben diesen Menschen sollten wir mit Respekt begegnen und ihnen unser Vertrauen schenken. Aber leider ist Landwirtschaft so komplex und umfangreich, dass viele nur eine kleine Oberfläche des Gesamtkunstwerks sehen können. Diese Menschen machen dann aufgrund ihrer punktuellen Sicht Stimmung in der Bevölkerung.
      Ich gebe dir dahingehend Recht, als dass wir Landwirte die absoluten Profis auf unserem Gebiet sind und man uns mehr vertrauen sollte. Das Problem ist aber, dass viele Landwirte längst mehr Bayer, BASF, Monsanto und Co vertrauen als sich selbst und der Natur. Und genau deswegen sind Kontrollen unerlässlich, denn wir Landwirte haben zugelassen, dass Lobbyisten der Wirtschaft uns steuern.
      Lernt wieder selbst denken und die Natur zu beobachten, dann kommt das Vertrauen in uns ganz von alleine wieder zurück.
      Öffentlichkeitsarbeit wie der RegioDay ist da eine tolle Sache, bringt es aber auch nur, wenn die Grundlage dazu passt.

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    • Genau so ist es, Jonas. Realistisch muss es sein und wir müssen auch Fehler, die wir machen (und wer macht keine Fehler?) offen zugeben. Nur dann sind wir glaubwürdig. Das ist ja so auch beim Praktikernetzwerk rausgekommen. 😉

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  8. Ich dachte, Du bist liberal. Ohne wirksame Kontrollen gibt es noch weniger fairen Wettbewerb und Entscheidungsfreiheit. Ernährungsbetrug ist ein Millionengeschäft. Wenn ich eine Schiffsladung Getreide fälschlich als Bio deklariere, mache ich einen Riesengewinn. Zu Lasten von Bios UND Konvis und Verbrauchern, die für Bio bezahlen, aber nicht Bio bekommen. Das Problem ist nicht, dass „alle Bauern“ Betrüger wären (einige werden geneigt sein, mir eine solche Aussage in den Mund zu legen), sondern dass Betrüger dorthin drängen, wo man leicht betrügen kann.

    Freiheitsgeist und Kontrolle schließen einander nicht aus. Kontrolle ist die Wächterin über Freiheitsgarantien. Sonst entfesseln wir das Recht des Stärkeren, das sowieso schon durch alle Ritzen wabert und das Zusammenleben erschwert.

    Klingt jetzt pessimistisch. Ich bin auch Pessimist, aus Erfahrung. Pessimismus macht aber glücklich. Man regt sich nicht mehr über Boshaftigkeit auf und ist positiv überrascht über echte Hingabe einiger Menschen zu ihrem Beruf, über Aufrichtigkeit und Herzlichkeit, die einem doch täglich begegnen. Willi ist bestimmt auch so einer. Sind aber nicht alle so.

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      • Bauer Willi sagt

        Hallo Stadtmensch, der Link ist gut. Danke!!

        Vor allem gefällt mir dieser Textausschnitt: „Die humanistische Komponente bedeutet übrigens, dass man trotz der misanthropischen Perspektive den Menschen nicht aufgeben darf. In Begriffe der heutigen politischen Realität übersetzt – trotz kontinuierlicher Umweltzerstörung wegen nicht-nachhaltiger Konsummuster, trotz der Wahlerfolge von Rechtspopulisten jeglicher Couleur, trotz des oft überwältigenden Gefühls der Ohnmacht angesichts der von IS, vom Assad-Regime, von Kim Jong-Un, von mexikanischen Drogenkartellen verübten Gräueltaten… All diesen entmutigenden und oft von menschlicher Böswilligkeit, Ignoranz und Dummheit zeugenden Ereignissen zum Trotz gilt es, weiterzumachen. Oft im (sehr) Kleinen…
        Doch um ein abgedroschenes Sprichwort zu bemühen – der stete Tropfen höhlt den Stein. Und wenn keine Tropfen mehr fallen, würde dies bedeuten, die Leidenden aufzugeben.“ (Zitatende)

        Wir starten morgen auch etwas „im Kleinen“, weil wir Böswilligkeit, Ignoranz und Dummheit etwas entgegensetzen wollen. Schau hier mal rein: http://www.regioday.com
        Bauer Willi

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      • Dann empfehle ich als Lektüre:

        Yuval Noah Harari: Homo Deus. Eine Geschichte von morgen.

        „Das Gegenmittel zu einem sinn- und gesetzlosen Dasein lieferte der Humanismus, ein revolutionärer neuer Glauben, der die Welt in den letzten Jahrhunderten erobert hat. Die humanistische Religion betet die Menschheit an und erwartet, dass diese die Rolle spielt, die Gott im Christentum und im Islam und die Naturgesetze im Buddhismus und im Taoismus spielten. Gab traditionell der große kosmische Plan dem Leben der Menschen einen Sinn, so kehrt der Humanismus die Rollenverteilung um und geht davon aus, dass die Erfahrungen der Menschen dem großen Kosmos einen Sinn verleihen. … Seit Jahrhunderten macht uns der Humanismus weis, dass wir der eigentliche Quell allen Sinns sind und dass unser freier Wille deshalb die oberste Autorität darstellt.“

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        • Stadtmensch sagt

          Hm – naja. Bis zum Matrix-Szenario wird es nicht kommen, weil uns vorher die Energie ausgeht bzw. wir durch Folgen des Klimawandels eine veritable Dezivilisation erfahren werden. Da haben die, die übrig bleiben, ganz andere Sorgen als „Vercyborgisierung“.

          Ansonsten gehe ich mit bei seinem Postulat:
          „Die Menschen stimmen zu, auf Sinn zu verzichten, und erhalten im Gegenzug Macht.“

          Das mit der kosmischen Sicht und dem ableitbaren (Religionen) bzw. zuordenbaren (Humanismus?) Sinn ist ein Oxymoron. Den Kosmos -Sinn Zusammenhang braucht man nicht suchen. Es gibt keinen. Der Mensch kann maximal versuchen, das „Wunder des Lebens“ zu verstehen und es im eigenen Interesse versuchen, zu erhalten.

          „Es verwundert einen nicht, dass in diesem Parforce-Ritt durch die Menschheitsgeschichte Auslassungen nicht zu vermeiden sind und sich Ungenauigkeiten in der Summe zu Fehldeutungen verdichten. Das führt gelegentlich zu störenden absoluten Setzungen, etwa wenn Harari behauptet, der Humanismus sei eine Religion.“
          Zitat aus:
          http://www.zeit.de/kultur/literatur/2017-04/homo-deus-yuval-noah-harari-buchkritik

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          • Es ist nicht alles Religion, woran ich mich halte, um dem Leben Sinn zu geben. Böse Zungen sagen, Religion ist’s dann, wenn ich mich an Unsinn halte. Man könnte auch milder sagen: an Außersinnlichem.

            Die Motivation, nämlich persönliche Sinngebung, mag die gleiche sein, ob Hedonist, Humanist, Artist, Christ oder Terrorist.

            Die Gemeinsamkeit der Motivation führt aber nicht zur Gemeinsamkeit der Sache. Der Terrorist ist kein Humanist, nur weil beide gleichermaßen von ihrer jeweiligen Sache überzeugt sind.

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          • Harari liegt schon richtig. Der Humanismus ist die Religion der Selbstvergottung. Was der Egozentriker auf individueller, ist der Humanist auf kollektiver Ebene. Nicht der Einzelne kreist um sich selbst, sondern alle zusammen kreisen um den abstrakten Menschen, der für die ganze Menschheit steht.
            Der Mensch, der sich selbst als Mensch zum Gegenstand der Anbetung macht. Aber natürlich muss ein Humanist so reagieren, wie das in der Buchkritik der Fall ist.

            Wenn der Mensch versucht, das „Wunder des Lebens“ zu erhalten, heißt das, dass er es im Reagenzglas selber erzeugen will. Und das ist ja genau Hararis Befürchtung.

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            • Haben Sie ein besseres Konzept als Humanismus, Gesellschaftsvertrag, Gewaltenteilung, um dem Unterwerfungsdrang zu begegnen?

              „Selbstvergottung“ – wenn ich in England feiern ging, sagten meine Mitbewohner: „Enjoy yourself!“ Das fand ich fast anzüglich als jemand aus einem Land, in dem sicherlich die naturverklärende Ganzheitlichkeits-, Einordnungs- und Unterordnungs-Romantik der Biedermeier, Nazis, Homöopathen und Antroposophen das Denken noch unbewusst mitbestimmen. Aber ich fand und finde diesen Gruß unglaublich sympathisch. Offen und auf den Punkt. Enjoy yourself! Ja, es ist Wochenende 🙂

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          • Gegen Ende der Bronzezeit sind innerhalb weniger Jahrhunderte die Hochkulturen rings ums Mittelmeer verschwunden. Auch damals gab es ausgehende Ressourcen (vor allem Zinn), Migrantenströme, diverse Kriege, Auflehnung gegen die Elite (Priesterklasse), einen Klimawandel (mit Erwärmung, Dürren und einem anschließenden Temperaturabfall), Probleme mit der Agrarisierung etc. All das zusammen führte zu einem Systemkollaps. Dieser Systemkollaps hat die „Vercyborgisierung“ nicht im Geringsten aufgehalten, sondern sie im Gegenteil befördert.

            Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass ein neuerlicher Systemkollaps auch in unserem Fall die „Vercyborgisierung“ (Vertechnisierung der Welt und des Menschen) nur weiter vorantreiben würde.

            Zinn, dessen Mangel zum damaligen Kollaps beitrug, ist übrigens bis heute nicht ausgegangen, es hat nur nicht mehr die Bedeutung, die es für die Bronzezeit hatte. Mit den fossilen Energieträgern wird es auch nicht anders gehen. Zumal sie sich a) synthetisch herstellen lassen und b) im Falle eines Falles ersetzt werden können.

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            • Stadtmensch sagt

              „Vertechnisierung der Welt und des Menschen“

              Aus Ingenieurssicht habe ich nichts gegen Technik. Und wie du selbst schreibst, ist sie ja nur Abbild unserer Vorstellungen, die mit fossiler Energie möglich wurden. Bis vor 200 Jahren war sämtliche Entwicklung (Verkomplizierung, Strukturbildung, Wachstum) durch die Möglichkeiten zur direkten Nutzung der Sonnenenergie determiniert. Natürlich hat man seit je Raubbau betrieben aber es war ja genug Platz da um neue Ressourcen zu erschließen o. weiterzuziehen usw..
              Was spricht dagegen, nun auch das Denken zu automatisieren, da die kognitive Leistungsfähigkeit eines Erdlings sich nach ganz anderen Maßstäben (Arterhaltung) bemisst, als es mittlerweile nötig wäre, um weitere qualitative „Verbesserungen“ oder wenigstens Arterhaltung auf aktuellem Niveau hervorzubringen. Ähnlich wie beim Sport ist eben ohne Hilfsmittel irgendwann die physiologische Leistungsfähigkeit erreicht. Das Schöne ist, für diese Verbesserungen braucht man nicht unbedingt die reale Welt, sondern man kann sie komplett virtuell erschaffen und testen. Ergebnis wäre dann so eine Art Orakel, dass man befragen kann und dessen Rat man befolgen kann oder auch nicht. Ja, ich kenne diese ganzen Dystopien, die man daraus spinnen kann, und „Die Stimme des Herrn“ von S. Lem. Man kann technophil sein und trotzdem die baconsche und die kartesianische Weltsicht als zu beschränkt ablehnen.

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            • Wie sich bereits seit einiger Zeit abzeichnet, führt die weitere technische Entwicklung in der Tat zur Automatisierung des Denkens und der umfassenden maschinellen Verarbeitung von Informationen.

              Dies wird mit dem von dir gebrauchten Argument vorangetrieben werden, dass der einzelne Mensch nicht mehr in der Lage ist, in einer hochtechnisierten, hochkomplexen Welt die adäquaten Entscheidungen zu treffen. Also werden die Entscheidungen an ein System delegiert, welches das besser kann.

              Die Folge wird sein, dass ein System oder eine übergeordnete allwissende KI dem einzelnen Menschen sagt, was er zu tun hat, und das wird weit umfassender sein als alle Vorschriften, die wir als Einzelne bereits bislang befolgen müssen. Ich denke, ich gehe nicht zu weit, wenn ich sage, die Außensteuerung des Menschen wird vollendet werden. Möglicherweise werden die Mechanismen soweit greifen, dass auch der Wille in dieser Hinsicht gesteuert wird. Dann wird man sagen, dass der freie Wille sowieso eh immer nur eine Illusion war.

              Damit erfüllt die humanistisch-technische Religion schließlich die dem Menschen offenbar immanente Sehnsucht nach Unterwerfung, die sie vordergründig zu eliminieren scheint. Und zwar in einer Weise, die dem ehemaligen Götterglauben in nichts nachsteht. Ob ich an Götter oder an eine KI glaube, hat beides Unterwerfung zur Folge.

              Ich gehe nicht davon aus, dass am Ende der „Vercyborgisierung“ der freie, selbstbestimmte Mensch steht.

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            • Paulus sagt

              @Stadtmensch und fingerphilosoph
              Aus „Ingenieurssicht“ bin ich wirklich froh, dass nicht alle die sich als solche bezeichnen derart abgedriftet sind. Schon jemals in dem Job gearbeitet, oder nach 2 Semestern aufgegeben? Wahrscheinlich zu viel SF gelesen. Die pseudophilosophische Fraktion in diesem Blog läuft aus dem Ruder. Das kann man nicht mehr ernst nehmen.
              Bereitet euch schon mal auf den Endzustand der „Vercyborgisierung“ vor, ihr Spinner.

              2+

            • Mark sagt

              Paulus, Du sprichst aus was ich gedacht habe. Mir wurde schon ganz schwindelig vor Selbstzweifel. Danke für Deine Worte! Aber Oxymoron werde ich mir merken!

              1+

            • @ Paulus
              Nachdem Du Dich inzwischen fünf- bis fünfundfünzigmal endgültig aus diesem Blog verabschiedet hast, kann ich Dich leider auch nicht mehr so ganz ernst nehmen, obwohl ich mich schon echt angestrengt hab. Deine Schallplatte scheint übrigens einen Kratzer zu haben: immer wieder dieselbe Leier. Gähn!

              5+

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Stadtmensch & fingerphilosoph

              Intellectualis in superioritas, pavet duratus in me.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Inteligenz factum est per circuitum tuam benedictionem?

              Nota valorem.

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      • Schöner Artikel. Die Textstelle, die Willi zitiert, hat mich auch angesprochen. Dazu fiel mir ein, dass ich einmal „Unermüdlichkeit“ oder „unermüdlich“ als mein Lieblingswort bezeichnet habe, weil ich es mit einer solchen Einstellung verbinde. Weitermachen. Mund abwischen. Ärmel hoch, es gibt nichts besseres als diese Welt und nichts außerhalb und nach dieser. Unermüdlich – das klingt, bezogen auf so einen Sachverhalt, gelassener als „kämpferisch“ und weniger pathetisch und angestrengt bis heuchlerisch als „leidenschaftlich“ oder „(mit) Liebe“. Misanthrop humanistisch eben. 😉

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        • Ich seh das so sagt

          Der Nachteil von Unermüdlich:
          Manchmal bin ich so müde, daß ich gar nicht glauben kann, meine Existenz sei auf das schnellste Spermium zurückzuführen …
          (Aus: Posting-Juwele) 🙂

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          • Auch beim Seniorenlauf gibts einen Sieger.

            (Frag mich nur, ob mindestens einer oder zwei überleben müssen.)

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  9. bauerhans sagt

    bei der eingangskontrolle aufem schlachthof ist immer grosses mistrauen angesagt,da hilft nur gelassenheit und bloß keine widerworte.

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