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Veganer Glühwein

Unsere Leserin Anna-Sophia aus Osnabrück hat uns diesen Schnappschuss vom Weihnachtsmarkt geschickt. Sie hat auch eine Frage: Auf dem Schild steht der Hinweis „Die Filterstoffe sind nicht auf tierischer Basis“. Mich würde interessieren, wie konventionelle Filterstoffe aussehen ?
Könnt Ihr Anna-Sophia und mir da eine Auskunft geben?

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95 Kommentare

  1. Veganer Glühwein ist kalt denn er darf nicht mit Strom Warm gemacht werden weil Elektrizitätswerk Kupfer verwendet und Kupfer ist nicht vegan da wird knochenleim werwendet.

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  2. Es gibt in der Weinwirtschaft Kammerfilterpressen, Anschwemmfilter, Schichtenfilter und Crossflowfilter (vereinfacht ausgedrückt). Die Kammerfilter sind dazu geeignet, um Hefe und Mosttrub zu filtrieren; das Filtermaterial sind praktisch die Trubstoffe selbst. Sie werden mit hohem Druck (ca 6 bar) betrieben. Filtertücher sind aus Synthetikfaser, sie sind immer wieder verwendbar. Bei der Anschwemmfiltration wird Kieselgur verwendet, oder Cellulosefasern, oder Perlite, oder ein Gemisch dieser Stoffe. Diese Filterhilfsmittel werden durch feine Edelstahlsiebe zurückgehalten. Filterschichten der moderneren Bauart bestehen nur noch aus Cellulose, früher wurde Kieselgut mit eingearbeitet, vor 30 Jahren waren auch Asbestfasern im Gebrauch, diese werden aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr eingesetzt. Die Crossflowfilter bestehen aus Synthetik-Hohlfasermodulen, hier werden keinerlei Filterhilfsmittel eingesetzt. Anna Sophia kann beruhigt ihren Glühwein trinken, es sind keine Filterhilfsmittel oder Fasern aus tierischer Herkunft im Spiel. Gegenfrage an Anna-Sophia: Wie verhältst du dich, wenn eine Fliege oder Mücke im Glühwein landet und dort zu Tode kommt? Wird von einem Veganer ein Insekt als Tier oder Nicht-Tier angesehen? die Frage ist ernsthaft, denn es gibt Wein-Schönungsmittel die zur Bereitung veganer Weine zugelassen sind. Diese enthalten Chitin, was meiner Info nach Hauptbestandteil im Außenskelett von Insekten ist. Für mich eine sehr fragwürdige Angelegenheit, tierische Eiweißstoffe gegen insektische Eiweißstoffe auszutauschen und das dann besonders toll zu finden.

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  3. Also ich halte mal fest, veganes essen ist lecker, man muss es nur mit Hackfleisch und Käse verfeinern. Genau so sieht es bei veganen Getränken aus, man muss die nur trinken wenn man Fleisch isst. ^^

    Merkt ihr was? Mir ist dieser ganze Veganer Hype total egal.

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  4. Bei uns sind alle Maischevergorenen Rotweine Vegan und die hälfte aller Weisseine. Als Schönungsmittel zum entfernen von Trubteilchen wird zum Beispiel Gelatine verwendet. Habt ihr euch auch schon mal beim Kuchenverzehr Gedanken gamacht, was da alles so drin sein kann? Warum steht bei Oetker und Co nicht Vegan drauf?

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  5. Üblicherweise wird mit Kieselgur filtriert, das sind schalenreste von Kieselalgen. Diese werden in ausgetrockneten Meeren abgebaut ähnlich wie Kalkstein.
    Das sind die einzigen Tierischen Filterstoffe die mir einfallen.

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  6. Mit den heutigen Filteranlagen zum Beispiel einem CFF Filter bestehend aus Polysulfon Membranen, sind Weinbehandlungsmittel wie Speisegelatine und Kieselsol zur Klärschönung nicht unbedingt notwendig.

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  7. Als „vegan“ darf man einen Wein bezeichnen, bei dem auf schönungsmittel wie Kasein, Gelatine, Hausenblase, Eiweiß und Albumin tierischen Ursprungs verzichtet wurde. Was allerdings nicht erwähnt wird, sind die vielen Kleinstlebewesen, die bei der Ernte mit auf die Kelter wandern. Hier reicht die Spanne von Spinnen, Marienkäfern über Ohrwürmer bis hin zu Schnecken uvm. die besonders bei der Ernte mit dem Vollernter in die bütte wandern. Ich als kleinerzeuger im Weinbau finde es abstrus, Leuten „vegane“ weine mit dieser Tatsache unterzujubeln! Aber es ist ein wachsender Markt der bedient werden will.

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    • Wie habe ich mal gelesen.
      Es gibt immer Leute die betrügen und Leute die betrogen werden wollen !😁
      Das war übrigens in einer Kolumne über die Weinkritiker wie Parker und Pigott.

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  8. Hinweis: Man sollte die Fragen von Bauer Willi genau lesen und vielleicht kurz nochmal darüber nachdenke, was man da eigentlich gelesen hat!

    Es geht um die Filterstoffe. Nicht um das Produkt, um keine Zusätze, sondern um die Filterstoffe:

    „„Die Filterstoffe sind nicht auf tierischer Basis“. Mich würde interessieren, wie konventionelle Filterstoffe aussehen ?“

    Genauso.

    Denn die Filterstoffe einer Filteranlage bestehen aus Kunststoff, Metall oder einer Naturfasern bzw. einer Kombination.

    Konventionelle Filterstoffe sind also auch total vegan…

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    • Ich bin enttäuscht 🙁
      Auf der einen Seite wird immer viel Wert auf korrekte Bezeichnungen gelegt und dann ist wie in diesem Fall scheinbar egal. Ob Filterstoffe oder Inhaltsstoffe gemeint sind…
      Der Glühwein ist jedenfalls falsche deklariert und die Frage ebenfalls falsch formuliert…

      Das (ursprünglich) pflanzliche Produkte extra als vegan deklariert werden, weil sie nicht mit tierischen Produkten versaut wurden, finde ich im übrigen richtig gut.

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    • kieselgur waren frühe kieselalgen, aber dazu gibt es einen sehr langen wiki artikel, ansonsten wird gern mit gelatine geklärt oder im kleinen, mit eiweiss.
      was ich aber wichtiger finde= sind pilze wirklich vegan?
      son hefepilz unter nem mikroskop mit zucker versetzt, wird ganz schön lebendig 😉
      auch gibt es eine ganze reihe fleischfressender pilze, darunter auch speisepilze, die aktiv schlingfallen bauen und die gefangenen opfer anschliessend verdauen,
      auch die biologen wissen pilze nicht zuzuordnen, weil pilze pflanzliche , wie tierische eigenschaften haben.
      und da alkoholische gärung immer auf hefepilzen basiert, wäre ich da unsicher als straighter hardcoreveggie ^^

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    • Festesen Martin ja Pilze sind vegan. Auch Bakterien. So sind ein nicht gefiltertes und nicht geklärtes Biobier und ein Sauerteigbrot vegan.
      Pilze und Bakterien sind vegan, weil sie kein zentrales Nervensystem besitzen.

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    • Keine Ahnung von der Materie! Zum Beispiel wird bei der Vorklärung der moste, bei der so genannten Flotation, tierische Gelatine verwendet, um Schwebeteilchen wie zB Beerenhaut oder Stiele vom Most zu trennen.
      Aber es gibt mittlerweile auch mittel auf Pflanzlicher Basis die bei uns zum Einsatz kommen so verwenden wir bei unseren Weinen Erbsenproteine.
      Einfach Mal vorbeischauen auf http://www.weingut-spahn.de und sich informieren 😉
      LG

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  9. Ich weiß es nur vom Bier da sind es Kieselschichtenfilter also nix mit tierisch.Da beim Glühwein üblicherweise „fertiger“ Wein mit Gewürzen und Zucker versetzt wird würde ich da auch von rein mechanischen Filtern ausgehen.Vielleicht mal einen Winzer befragen wie es da gemacht wird. Veganen Glühwein halte ich für eine Schnapsidee und mittlerweile formiert sich ja auch schon eine Gegenbewegung zum Vegantrend.Zum Glück möchte man sagen

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    • Veganer Wein….eine Schnapsidee….schönes Wortspiel. Winzer setzen bestimmte Proteine tierischen Ursprungs, wie Eiklar oder Kasein, Albumin aus Mich zur Schönung und zur Bindung von Trübstoffen ein. Das ganze hat auch eine geschmackliche Auswirkung hinsichtlich der Gerbstoffe und der Säuren. Ich habe probiert…. muss ich nicht trinken

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  10. Filterstoffe bzw. Filterhilfsstoffe sind in der Regel immer Vegan, meist Erden, mineralischen Ursprungs oder aus Fasern. Das Vegan bezieht sich, meiner Meinung nach, auf die sogenannten Schönungsmittel, hier um das Produkt zu klären oder vorzuklären; hierbei wird zum Teil auf tierische Erzeugnisse zurückgegriffen, wie z.B. Kasein, Hausenblase, Ei-Eiweiß. Heute kann man hier auch auf Eiweiß aus Erbsen oder Soja zurückgreiffen – was dann eben Vegan ist.

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  11. Dazu fällt mir noch etwas Artverwandtes ein. Ein Brau,erster hat mir mal erzählt das zum Trübstoffe entfernen im Bier Mikroplastik eingesetzt wird. Dieses wird danach bis auf einen technisch unvermeidbaren Rest wieder entfernt. Wieviel ist technisch unvermeidbar? Hier jetzt aber egal. Hier geht’s doch darum dass durch die Forderung, immer schneller billiger, unsere Lebensmittel zunehmend so verarbeitet werden wie es kaum einer weis und eigentlich auch keiner will. Wie können wir uns dagegen wehren?

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    • Es nennt sich „technisch unvermeidbarer Rest“ Wenn z.B. ein Küchensieb Stand der Technik wäre dann wären wohl 50% Restplastik im Bier technisch unvermeidbar. Nun wir es so schlimm nicht sein. Aber wieviel es wirklich ist sagt auch keiner.

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    • Wessen Realität?
      Deine?
      Meine?
      Spricht das gegen der traditionellen Weinherstellung?
      Heutige, traditionelle, „heilige“ Methoden sind höchstens 250 Jahre alt.
      Meiner Meinung nach ist das nur eine vorübergehende Realität gewesen.
      Was spricht dagegen, diese kürze Realität mit einer neuen zu ersetzen?

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    • Ist ein Glühwein dadurch schädlich? Das was einem nicht bekommt ist der Alkohol drin und nicht mit was der Saft/Wein geklärt wurde. Das traditionelle Produkt wie es ursprünglich Mal war, also mit trub- und Sinkstoffe willnja auch keiner. Bestes Beispiel ist für mich immer noch das Bier einer kleinen Brauerei. Naturtrüb und ungefiltert. Dadurch verträgt es längere Strecken nicht, es flockt aus. Das Bier ist noch lange nicht schlecht deswegen. Man spürt auch beim trinken nichts davon. Es sieht halt nur nicht schön aus. Und keiner mag es mehr. Also ist für mich klar das man entscheiden muss was ich will, geklärte Ware die dann auch behandelt ist oder eben das Naturprodukt das dann alles hat was die Natur bietet. Aber was da läuft ist wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.

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      • Sabine sagt

        Mal ab davon, dass es nicht um die Schädlichkeit geht, es hat ganz, ganz viel damit zu tun, dass viele Verbraucher Null-Ahnung von Herstellungsprozessen, Qualitätsmerkmalen hat und selbst wenn er Ahnung hätte, kaum die Auswahl hat.
        Haltbarkeit, Transportfähigkeit und gutes Aussehen bestimmen was in den Läden landet, nicht die Art der Herstellung, Herkunft oder Geschmack. Nicht nur die Discounter liegen voll mit lauter schönen Sachen, deren Geschmack eher „Naja, geht so“ ist. Bei frischer Ware wie Kartoffeln, Möhren und Tomaten, aber auch Äpfeln fällt mir das besonders auf. Bei verarbeiteten Lebensmitteln kann und darf ja mit Aromastoffen nachgeholfen werden, selbst wenn das Aroma ziemlich weit vom eigentlichen Geschmack weg ist, siehe Erdbeer-Joghurt.
        Deshalb muss jeder, der sich heute eine Nische im Bereich Lebensmittel auf tun möchte, neben wahnsinnig schönen Bildern auch unheimlich viel Infos mitliefern.
        Die Leute wissen nicht wie Wein hergestellt wird, viele werden unter 100 Pflanzen noch nichtmals einen Weinstock heraus picken können. Müssen sie ja auch nicht.

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  12. spannende Frage … und vielen Dank fuer sie super Erklaerungen. Wieder was gelernt. Allerdings waere ich beim Lesen des Schildes vermutlich in eine Art gluckerndes Gelaechter verfallen
    oder haette mich am non-veganen Gluehwein verschluckt.

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  13. Bei Wein und Most kommen/kamen verschiedenste Tierische Eiweißstoffe zur „Trubverklumpung“ und zur Gerbstoffverminderung zum Einsatz. Hier kamen/kommen in Frage : Gelatine, Hausenpaste (ein Pulver, klassisch aus der Schwimmblase eines Fisches) und auch Hühnereiweiß. Deutlich häufiger bis zur Verbesserung der Filtrationsmöglichkeiten im Einsatz gewesen und gerade in der beschleunigten Weinbereitung notwendig. Gelatine tierischer Herkunft wird derzeit mehr und mehr durch Erbseneiweiß ersetzt. Ansonsten kann man durch schonende Verarbeitung, Zeit und verbesserte technische Möglichkeiten den Einsatz vermindern, bzw. ganz darauf verzichten.

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    • Es gibt viele vegane Weine die sind nur nicht immer als solche deklariert. Natürlich kann es auch bei der Handlese mal vorkommen, dass ein Marienkäfer, Ohrwurm oder eine verirrte Essigfliege ins Lesegut gelangt. Bisher ist aber nicht bekannt, ob ein Mensch dadurch sein Leben lassen musste…

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    • Es gibt ja mittlerweile nichts was es nicht gibt! Die Frage ist nur, braucht man das? Bzw ist das nicht alles etwas stark übertrieben? Die ganzen Veganer sollen schön dran glauben aber wehe so ein kleines Käferchen ist mit verarbeitet worden….wuhuuuu tragödie….der Menschheit geht’s viel zu git darum kommen Sie auf solch dumme Gedanken!

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  14. Das ist ja wieder mal eine selten dämliche Frage.
    Wein braucht nicht gefiltert werden, denn nach Ende des Gärvorganges setzt sich die Hefe ab und der klare Wein kann dann abgezogen werden

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  15. In der Regel wird Gelatine zur Mostvorklärung verwendet. Dies wird nach dem Pressen der Trauben und vor der Gärung gemacht um die restlichen Stücke von Beerenhaut oder Fruchtfleisch heraus zu „filtrieren“ . Der Prozess nennt sich Flotation hier wird Umgebungsluft mit ca 6 bar in den Most (Traubensaft) gepresst. Beim entspannen der Luft entstehen kleine Bläschen die im Tank nach oben steigen. Sie „nehmen“ die Teilchen mit nach oben. Die Gelatine wird zugegeben damit die Teilchen oben zu einem „Kuchen“ zusammen zu kleben. Der nun klare Most (Traubensaft ) kann unten im Tank nun abgepumpt werden.
    Ich hoffe düse Erklärung war einiger Maßen verständlich.

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  16. Letzlich dienen die Gelatineteilchen dazu, kolloide (also ungelöste Stoffe, die so klein sind, dass sie sich nicht absetzten) Schwebstoffteilchen zu binden, dass man sie hinterher wegfiltern kann… Alternative ist z. B. Agar Agar … man muss aber den kompletten Prozess neu abstimmen…

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