Bauer Willi
Kommentare 72

Solidarität ist jetzt gefragt

Wir berichteten vor kurzem über die großen Probleme durch die anhaltende Nässe im norddeutschen Ackerbau. Doch auch in der Viehhaltung spitzt sich die Situation, vor allem in Schleswig-Holstein, Teilen von Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern immer mehr zu, weil Lagerkapazitäten für organischen Dünger (vor allem Gülle) immer knapper werden, Normalerweise werden nach der Ernte die Gülleläger geräumt, doch genau in dieser Zeit war keine Ausbringung möglich.

Deshalb möchten wir diesen Aufruf starten:

Wer hat selbst freie Lagerkapazitäten? Wer kennt Betriebe, die ungenutztes Lager für flüssige Stoffe haben? Wo gibt es Güllebörsen, Maschinenringe oder Genossenschaften, die vermitteln können? Auch unkonventionelle Ideen sind gefragt! Sie müssen aber praktikabel und zulässig sein.

Informationen bitte in die Kommentare (bitte PLZ angeben), damit sich diejenigen, die Bedarf haben, sich per PN (Facebook) mit den Anbietern in Verbindung setzen können.

Bitte diesen Artikel weiter teilen und auch an die Medien geben.

Was die Bauern jetzt brauchen, ist echte, praktische HILFE. Politische Positionierungen oder moralische Appelle helfen in der jetzigen Situation nicht…

Bauer Willi

(der im Rheinland wohnt (PLZ 41569) und der 40  cbm zur Verfügung stellen kann)

 

 

 

 

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72 Kommentare

  1. Robert Lienemann sagt

    Was würde ein Landwirt bezahlen pro Kubik wenn er im Oldenburger Raum Gülle loswerden könnte und nicht zurück nehmen müsste ?
    Postleitzahl 262..

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  2. bauerhans sagt

    „Willste die Ferkel alle einschläfern?“

    sabine,die ferkel aus nrw werden dann sonntag abends im wdr bei „tiere suchen ein zuhause“ vermittelt.

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  3. Der Brandenburgbauer sagt

    Alle Kommentare habe ich mit großem Interesse gelesen.Der große Wurf ist noch nicht gelungen.
    Gülleexport in entfernde Gebiete ist nicht bezahlbar,das kann sich kein Landwirt leisten.
    Lagunen wie angedacht sind auch keine Lösung wenn ich wegen der Nässe im Umfeld keine errichten kann. Es ist eine sehr ernste Situation , vor welcher die Berufskollegen in den betroffenen Gebieten jetzt stehen . Die Situation wird von Tag zu Tag verrückter.
    Keiner hat eine praktikabele Lösung,ich auch nicht.

    4+
  4. Bernhard 1 sagt

    Jetzt fängt das Jammern an. Hätte die Bauern nicht alle nassen Wiesen zu Ackerland migriert, die natürlich, wenn es dann einmal ein bisschen mehr regnet unter Wasser stehen, wäre das Problem erst gar nicht entstanden. Es wurden auf Teufel komm heraus tiefliegende Wiesen umgeflügt und dann soll es Ackerland sein. Dem ist aber nicht so.
    Wird es vernünftig gemacht, dann werden Gräben angelegt, die Flächen mit Dränagerohren versehen und es muß dafür Sorge getragen werden, dass das Wasser auch in die nächsten Bachläufe geleitet wird und abfließen kann.
    Es ist halt nicht immer Sonnenschein.

    1+
    • Bauer Willi sagt

      @ Bernhard
      genau das meinte ich mit dem letzten Satz. Politische Diskussionen sind in der jetzigen Situation keine Hilfe. Hätte, wäre, müsste man…Es hat nicht ein bisschen mehr geregnet sondern seit der Getreideernte hat es im Norden ununterbrochen geregnet. Da läuft auch nichts mehr ab. Lies mal den Artikel „Die große Nässe“ weiter unten.
      Bauer Willi

      4+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      @Bernhard
      Wir beide haben was gemeinsam,
      wir haben die Probleme nicht.
      Das bedeutet jedoch nicht,dass ich auch Unsinn schreiben muss.

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  5. lisschen müller das würde auch den schweinepreis erhöhen eine win win situation . aber wer ist den betroffen ? kuh oder schweinebauern ?
    ach ja ich hätte wohl auch ca 100qm platz in 47839 müßte allerdings auch wieder weg .
    Was ist mit dem osten da gab es mal schiffsanleger für gülle ?
    die poliotik müßte jetzt handeln könnte bei den bauern punkte sammeln sperrfristen bundesweit aufheben für notfälle wo es denn geht. und die gülletonnen der unternehmer kann man doch auch voll stehen lassen für ein zwei wochen .

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  6. Oberländer sagt

    Die Transportkosten könnten um mindestens 40 % gesenkt werden
    wenn sie sie komplett Steuer – und Mautfrei gestellt werden.
    Dies kann auch für Futter Transporte ( Rauhfutter ) in diese
    Regionen erfolgen . In extremen Wintern in der 70ern und in
    den 80ern wurde das sogar noch von der Bundeswehr durchgeführt.
    (damals hatte sie ja einsatzbereites Gerät und Personal).

    3+
  7. Friedrich sagt

    @lieschen Müller. Der Gülletransport läuft per LKW. Die fahren mit Weizen aus den Ackerbaugebieten weg und auf der Rücktour wird Gülle in extra Tanks (Schlauch oder Stahltank) zurück gebracht. Also Rückfracht . Ich nehme schon einige Jahre Gülle aus den Überschussgebieten auf und werde in diesem Jahr im Frühjahr zusätzlich Gülle „Just in Time“ auf dem Acker ausbringen lassen. Meine Kollegen haben schon 20.000 m3 zusätzlich vermittelt. Gülle ist ein wertvoller Dünger , da gibts das große Fressen auch bei den Regenwürmern. Für die ist Gülle usw. Weihnachten und Neujahr in eins und wir freuen uns über die Nährstoffe und die zusätzliche Humusbildung. Habe über Jahre den Mehrertrag durch die Frühjahrsdüngung durch Gülle ermittelt. Er liegt in den Jahren zwischen 2 – 8 dt/ha bei Weizen gegenüber Nichtgülledüngung . Durch die vielen Regenwurmgänge zieht der Regen immer schnell weg. Wir sparen durch die Gülle rd. 1/3
    Mineralstickstoff (Harnstoff) ein. Kali und Phosphor brauchen wir fast garnicht mehr , da in der Gülle enthalten.

    4+
    • Lieschen Müller sagt

      Danke für die Erläuterungen samt Zahlen. Ich verstehe schon, dass ihr den Dünger braucht. Aber ich sehe, wieviel Diesel man braucht, um Weizen in die eine und Gülle in die andere Richtung zu transportieren. Und wieviel Verkehr das auf den Autobahnen ausmacht. Die leeren Behälter müssen auch wieder zurück.

      2+
      • Schau mal auf die Autobahn, wieviel Verkehr da in Richtung Alpen fährt, und nach Silvester wieder zurück. Ist das o.k.? Ich weiss, das ist jetzt whataboutism …

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        • Lieschen Müller sagt

          Nein, finde ich auch nicht ok. Ich bin der Meinung, nicht jeder muss eine Woche zum Skifahren in die Alpen.

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      • Aufklärer sagt

        Wenn Rohstoffe nicht transportiert werden, was sagen Sie dann erst dazu, das Endkunden für ein paar Sachen jedesmal zum Einkaufen mit Autos fahren?

        Meine Güte, man kann auch systematisch die Realität verkennen …

        Die Letzte Meile beim Einkauf – das Kaufen durch den Kunden ist das, was die Co2 Bilanzen verhagelt. Da fahren dann anstelle von einem Laster mit zig Tonnen Fracht, tausende bis zehntausende Kunden zum Ladeneinkauf mit Tonnen KFZ und wenigen Pfund Ware zurück.

        Und ja, das ist auch und gerade etwas, was die Heuchelei beim Biomarketing ausmacht wenn die vermögende oft stark motorisierte Kundschaft mit ihrem SUV aufs Land zum Bio-Hofladen fährt.

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        • Lieschen Müller sagt

          Sie können mich als alte, schrullige Öko-Tante abtun: eingekauft wird zu Fuß oder mit dem Rad.

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  8. Aktion ist zwar gut gemeint. Ehemalige Tierhalter mit leeren Behältern sollten trotzdem aufpassen, es könnte sein, dass sie durch Aufnahme organischer Düngemittel nach der neuen DüngeVO zur Erstellung eine Stoffstrombilanz verpflichtet werden. Besser vorher abklären!

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    • Bauer Willi sagt

      Machen wir schon seit Jahren. Ist relativ einfach. Beleg des Abgebers mit Inhaltsstoffen muss sein, dürfte aber kein Problem darstellen. Ich muss die dann an die Meldebehörde schicken, die quittieren das auch. Keine Hexerei.
      Bauer Willi

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    • Bauer Willi sagt

      Danke. Bitte Mail mit Telefonnummer an Alois (steht im Impressum) falls es konkrete Anfragen gibt.
      Bauer Willi

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  9. Landwirtschaftsmeister Hans Nauert sagt

    Die billigste Lösung wäre, die überschüssige Gülle über den Abwasserkanal zu endsorgen.

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    • Bauer Willi sagt

      Ist wohl ein Scherz, oder? Ich weiß nicht, wer Ihnen den Meister-Titel gegeben hat….
      Bauer Willi

      5+
      • Landwirtschaftsmeister Hans Nauert sagt

        Natürlich wäre das eine Notlösung bevor ihr in der Gülle versauft. In unserer Stadt in Nordbaden wären zirca 1000 cbm in 3 Güllebehältern für Gülle frei, weil wir die Schweinehaltung aufgegeben haben. Wir erzeugen nur noch Erzeugnisse bei denen man nicht noch draufzahlt. Aber mir den Meistertitel absprechen zu wollen das Bauer Willi geht gar nicht. Auch wäre es eim Unding die Gülle bis zu uns zu karren.

        1+
  10. Landwirtschaftsmeister Hans Nauert sagt

    Wie wärs damit: Die frisch anfallende Gülle über die Kanallisation zu endsorgen.

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    • Bauer Willi sagt

      Solche Kommentare sind kontraproduktiv und bringen eine gesamte Branche in Verruf!
      Bauer Willi

      3+
  11. Ottmar Ilchmann sagt

    Der Transport in ungenutzte Lagerstätten kann nur in einem sehr begrenzten Radius sinnvoll sein, und in unserer stark betroffenen Region Nordwest-Niedersachsen sind die allermeisten Lagermöglichkeiten bereits ausgeschöpft. Trotzdem eine gute Initiative.

    2+
    • Bauer Willi sagt

      So wie ich die Sache aus der Ferne sehe, ist die Entscheidung zwischen Bau einer provisorischen Lagune und dem Abtransport. Da kann im Einzelfall der Transport günstiger sein. Damit könnte man auch das Problem lösen, was anschließend mit der Gülle passieren soll. Wenn die dann vor Ort ordnungsgemäß verwendet wird, hat man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Wenn es eine gute Initiative ist, kann die AbL ja mitmachen 🙂
      Bauer Willi

      2+
      • bauerhans sagt

        das wäre zu teuer,aber separieren kann man d.h. das feste vom flüssigen trennen,ist aber auch teuer.

        1+
  12. Lieschen Müller sagt

    Und weil das Wetter schlecht war, sollen jetzt Millionen Kubikmeter per 10 m³ Laster jeweils 500 km über die Autobahn gekarrt werden? Das ist keine Solidarität sondern Irrsinn.

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    • Ich seh das so sagt

      Nicht motzen, sondern praxistaugliche Vorschläge machen – so zur Abwechslung mal. Die norddeutsche Bauernschaft wartet auf Lieschen Müller – Expertise. Danke

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      • Lieschen Müller sagt

        Die Herstellung von Schweinefleisch unterbrechen. Zahlung von Ausgleich vom Steuerzahler.

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            • bauerhans sagt

              „Die Herstellung von Schweinefleisch unterbrechen.“

              sag ich doch!

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        • und wo sollen die lebenden Schweine im Stall hin, Lieschen?

          Eine Autoproduktion kann man ohne weiteres stoppen,
          aber die Fleischproduktion nicht, weil es ja lebendige Tiere sind.
          Das müssten auch die Städter (Nichtlandwirte) wissen

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          • Lieschen Müller sagt

            Die noch verbliebenden werden gegessen, die Muttersauen bleiben, Ferkel gibt es erstmal keine neuen. Dann sind die Güllemengen bei weitem überschaubarer.

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            • Ottmar Ilchmann sagt

              Könnte auch zu einer Preissteigerung für Schweinefleisch durch Angebotsverknappung führen 😉

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            • Sabine sagt

              Die Sauen, die jetzt werfen, sind aber schon vor drei Monaten belegt worden. Willste die Ferkel alle einschläfern? Wenn jetzt unterbrochen wir, wirkt sich das erst im März aus.

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