Bauer Willi
Kommentare 134

SAUEREI!

„Die Leute haben doch alle keine Ahnung, wollen uns aber vorschreiben, wie wir Landwirtschaft zu betreiben haben“.

Genau das war meine Meinung, als ich mich 2015 hingesetzt habe, nachdem mich der Piper-Verlag angerufen hat, ob ich nicht ein Buch schreiben wollte. Das wollte ich ursprünglich nicht, ich wollte „meine Ruhe haben“. Doch mit einer solchen Einstellung erreicht man nichts, gar nichts! Also müssen wir unseren Mitbürgern erzählen, was wir machen, wie wir es machen und warum wir es so machen wie wir es machen. Ohne erhobenen Zeigefinger und ehrlich, ohne etwas zu beschönigen.

Deshalb habe ich dann, nach einer Probephase, meine persönlichen Gedanken und Meinungen zu den vielen kritischen Themen rund um die Landwirtschaft wie Massentierhaltung, Monokulturen, Gentechnik, Pestizide, verseuchtes Grundwasser, geschredderte Küken und alle weiteren bekannten Skandale zu Papier gebracht. Aus meiner ganz persönlichen Sicht als Bauer, die man teilen kann, aber nicht muss. Einfach mal ein anderer Blick auf das Thema. (Den Buchtitel hat der Verlag so gewollt, ich hatte da durchaus Bedenken.)

Doch bei der Darstellung, warum wir Bauern so produzieren wie wir produzieren habe ich es nicht bewenden lassen. Auf über 50 Seiten beschäftige ich mich mit dem Blick nach vorne: wie kommen Bauern und Bürger wieder zusammen? Ansätze eines Dialoges, in dem ich versuche, mit meinen Worten den Ängsten und Sorgen unserer Mitbürger zu begegnen und mich selbst kritisch zu fragen, ob ich eigentlich alles richtig mache. Aber auch private Dinge habe ich eingearbeitet. So zum Beispiel in dem Kapitel „Bauer sucht Frau“. Aber eben anders als bei RTL.

Es ist ein Buch für beide Seiten: für Bürger UND Bauern. Jetzt ist es in der 4. Auflage erschienen, worauf ich schon ein wenig stolz bin. Wenn Sie also ein Geschenk für jemanden suchen, der das eigene Denken noch nicht verlernt hat und anderen Argumenten gegenüber aufgeschlossen ist, sollten Sie dieses Buch kaufen. Sie helfen damit dem Beschenkten und mir.

Für alle, die es schon gelesen haben: schreiben Sie doch bitte eine Buchbewertung bei Amazon. Ich bin kein Freund dieser Firma, aber Sie können das tun, ohne das Buch dort auch gekauft zu haben. Wozu ich rate: Es nicht bei Amazon zu kaufen. Denn Buchhändler wollen auch leben.

Stolz bin auch darauf, dass die Bundeszentrale für politische Bildung nachgefragt hat, ob sie das Buch nachdrucken dürfen. Bringt mir außer „Ruhm und Ehre “ nichts ein. Ist ja auch ganz schön. Aber auch die paar Cent Autorenbeteiligung beim Piper-Verlag machen mich nicht reich. Und ums Geld ging es mir ohnehin nicht.

Hier die Links:

https://www.piper.de/buecher/sauerei-isbn-978-3-492-06038-7

http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/239142/land-und-wirtschaft

Hier können Sie lesen, was andere zu dem Buch meinen:

Rezensionen und Pressestimmen

Dresdner Neueste Nachrichten

»Ein kraftvolles Plädoyer für bewussten, ehrlicheren Konsum.«

AGRAVIS im Dialog

»In ehrlichem, humorvollem und sachlichem Ton mit persönlicher Note erläutert der Landwirt seine Haltung und stellt Fragen, die einen zum Nachdenken anregen und das eigene Handeln reflektieren lassen.«

Stuttgarter Nachrichten

»Regt zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten an.«

Deutschlandfunk

»Bauer Willi erklärt anschaulich (…) und wirbt für eine neue Ess- und Einkaufskultur«

LZ Rheinland

»fachlich, aber humorvoll!«

Neue Osnabrücker Zeitung

»Offen und ehrlich. Fernab der ideologischen Grabenkämpfe um moderne Landwirtschaft. Sein Buch ist ein Brückenschlag zwischen Verbrauchern und Landwirten, die viel zu lange nur den Kopf über den jeweils anderen geschüttelt haben.«

Winter’s Net

»Um die Frage nach der ›richtigen‹ Form der Landwirtschaft zu beantworten, geht er in seinem Buch behutsam mit dem Leser jede Alternative durch und beleuchtet sie von allen Seiten.«

RP Online

»Im über 300 Seiten starken Buch bezieht Kremer-Schillings gewohnt pointiert zu vielen strittigen Fragen Stellung.«

Cicero Online

»Willi Kremer-Schillings erklärt gewohnt humorvoll, ohne erhobenen Zeigefinger und fachlich fundiert seine Sicht der Welt.«

top agrar

»Ein Buch zur richtigen Zeit. Jeder (…) wird die Landwirte und ihre Arbeit danach in einem anderen Licht sehen.«

Boersenblatt.net

»Der Leser wird sich fortan genauer überlegen, was er wo in den Einkaufswagen legt – und sich vielleicht von dem Motto ›lieber billig als gut‹ verabschieden.«

Unser Hof

»Willi Kremer-Schillings hat etwas zu sagen, nicht nur in seinem Blog.«

Landwirt

»Es gelingt wenigen Autoren diese komplexe Materie und Problematik für Laien verständlich und interessant herunterzubrechen. Und dabei auch noch Emotionen zu schaffen.«

DLG-Mitteilungen

»Landwirten gibt das Buch Argumente.«   

Blick ins Land (A)

»Ohne erhobenen Zeigefinger und fachlich fundiert erklärt Willi Kremer-Schillings seine Sicht der Welt. Er hat etwas zu sagen, und das nicht nur in seinem Blog.«

 

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134 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    @ADT. Klärschlamm ist nach der neuen Düngeverordnung nicht mehr einsetzbar. Habe gerade den Stadtwerkebescheid über eine drastische Abwassererhöhung wegen der Entsorgung über Verbrennung des Klärschlamms bekommen. Humusbildung geht nur über die Regenwürmer . Die fressen Dreck, wie Gülle , Mist usw. und machen aus Frischhumus dann Dauerhumus. Ohne nachhaltige Humusbildung keine Ertragsfähigkeit der Böden. In unserer Ackerbaugegend habe viele Betriebe seit den 1970er Jahren mit der Abschaffung des Viehs keinen organischen Dünger mehr gedüngt. Trotz voller mineralischer Düngung, Zwischfrüchten usw. ist die Ertragsfähigkeit der Flächen nach und nach zurückgegangen. Es fehlt einfach wie wir sagen das Puffervermögen. Das was die Tiere ausscheiden, brauchen die Pflanzen und die Regenwürmer. Es ist ein Schrotschuß an Nährstoffen (auch Mikronährstoffe). Es lockert den Boden, erhöht das Wasserspeichervermögen, die Regenwürmer buddeln Gänge und damit wird schneller das Oberflächenwasser abgeführt usw.. Auch die Befahrbarkeit der Flächen wird verbessert. Je mehr Regenwürmer , desto besser für den Boden. Das gilt für konv. und bio. wirtschaftende Betriebe gleich. Wenn ich nichts reinstecke , kommt auch nichts raus.

    4+
    • „…Dreck, wie Gülle , Mist usw. und machen aus Frischhumus dann Dauerhumus. … Es lockert den Boden…“

      Was denn nun? Die Gülle oder das Stroh als „Strukturgeber“ (Mist = Gülle + Stroh) oder sonstige organische (pflanzliche?) Substanz?

      Die Gleichung „weniger Tierhaltung = weniger Nährstoffabfuhr aus dem Boden“ bleibt davon ohnehin unberührt. Umgekehrt heißt das ja auch: mehr Tierhaltung = mehr Mineraldüngerbedarf – da mehr Ackerbau. Wie gesagt: Tierfütterung bedingt Nährstoffabfuhr aus Böden bei begrenzter Rückführungsmöglichkeit. Wenn Gülle anfällt, soll sie natürlich auch als Dünger genutzt werden.

      Es muss niemand Veganern einzureden versuchen, dass sie sich mit ihrem Essverhalten ackerbaulich sozusagen parasitär verhielten, weil Ackerbau ohne Tierhaltung schlecht möglich sei.

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    • Der Brandenburgbauer sagt

      Hallo Friedrich, ich stimme Dir in Deiner Meinung zu. Aber, Klärschlamm ist auch auf deutsch gesagt „Menschenscheiße“. Wird jeden Tag in Massen produziert und ist ein organisches Produkt. Warum muß das verbrannt werden?

      1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Früher war das so,
        im Plumpsklo waren keine Hormone und kein Diclofenac, keine Putzmittel und was sonst noch im Abwasser verschwindet. Von den Industrieabwässern ganz zu schweigen.

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        • Und heute wäre im Plumpsklo vielleicht mehr Medikamentenrückstände von verschieden Pillen.

          Ach, das meintest du bestimmt Rückständen von Hormonen

          Stell dir mal die Klärgrube von einem Altenheim vor!
          Wolltest du die auf deinem Acker, Ehemaliger Landwirt?

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Habe vor 20 Jahren mit unserem Bürgermeister diskutiert, der wollte den Klärschlamm auf unseren Böden loswerden.
            Habe ihm erklärt, dass eine 20 Km.entfernte Kleinstadt vertraglich in Pachtverträgen stehen hat, dass auf Stadteigenen Flächen kein Klärschlamm aufgebracht werden darf.
            Schließlich wurde er in einer Papierfabrik verbrannt.

            1+
  2. Friedrich sagt

    @Astrid. Bioveganer Anbau klappt nachhaltig nicht. Ohne ordentlich organische Masse, wie Gülle, Mist,Kompost, Gärsubstrat oder Hühnermist), wird das nur kurze Zeit die bodenertragsfähigkeit erhalten. Ohne Tiere hat man das schonmal im 1. Weltkrieg probiert. Es war die sogenannte Proffessorenschlachtung. Übernormal viele Tiere wurden geschlachtet , um die Leute mit Nahrungsmitteln zu versorgen . Zwei Jahre danach war Hungersnot angesagt, weil keine Nährstoffe mehr gedüngt wurden . Die Ernte wurden immer kleiner. Es hat eben alles seine zwei Seiten.

    3+
    • Sie sagen es: Kompost und (pflanzliches) Gärsubstrat!

      Es ist ein Irrglaube, dass Tiere für eine Kreislaufwirtschaft nötig wären. Die Tiere müssen ja erst die Nährstoffe, die sie ausscheiden, aufnehmen. Es ist also eine sehr unlogische Annahme/Behauptung. Denn Tierfütterung bedingt Nährstoffabfuhr aus Böden bei begrenzter Rückführungsmöglichkeit. Weniger Tierhaltung = weniger Nährstoffabfuhr. Fleischessen als Gebot der Nachhaltigkeit – damit man nicht all die Tiere wegwerfen muss, die für die Düngemittelherstellung gefüttert worden sind? Das kann man getrost als FAKE wegheften.

      Übrigens, für die Freunde ECHTER Kreislaufwirtschaft: Wie Topagrar am 01.12.2017 berichtete, wurden in Rheinland-Pfalz 2015 knapp zwei Drittel des Klärschlamms zu Düngerzwecken auf den Äckern ausgebracht.

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      • sonnenblume sagt

        Ich kann jetzt nur für Betriebe in meinem Umfeld sprechen. Hier wird das Ausbringen von Klärschlamm von den Verpächtern verboten.

        1+
        • Ja,
          aus dem Grund, den ich oben mit Ehemaligen Landwirt diskutiert habe, kein Eigen5tümer will verseuchten Boden auf seinem Land.

          Denn auf verseuchtem Boden darf man nie mehr Nahrungsmittel anbauen.

          Und wie oft hat der eigene Boden die Familie in Notzeiten durchgefüttert?

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      • Schmeckt gut sagt

        In vielen Qualitätssicherungsprogrammen und Forderungskatalogen des LEH ist Klärschlamm auch verboten. Ist halt das Problem mit menschlichen Fäkalien. Wenn das Hygieneproblem und das Schadstoffproblem gelöst ist, wird die Ausbringung aber zur Pflicht. Wird ja dran gearbeitet – hoffentlich mit guten Ergebnissen.

        1+
      • bauerhans sagt

        klärschlamm auf äckern auszubringen,wäre sicherlich günstig,aber dann würde doch keiner daran verdienen.
        ist doch wie mit dem müll,der in verbrennungsanlagen zu wärme und strom verarbeitet und verkauft wird und trotzdem werden hohe müllgebühren erhoben.

        2+
      • Die ersten Lebewesen waren Einzeller, aus denen sich in verschränkter Ko-Evolution in Jahrmillionen Pflanzen und Tiere entwickelt haben. Pflanzen und Tiere haben sich nicht unabhängig voneinander entwickelt. Wird ein Partner (wie die Tiere) eliminiert, funktionieren die Kreisläufe nicht mehr und das Leben auf der Erde bricht in sich zusammen.

        Der Denkfehler liegt darin, dass es nicht nur drum geht, einen Mangel zu beheben wie das die Diskussion über tierische Düngung suggeriert. Sondern auch darum, einen Überfluss zu handhaben. Tiere gibt es nicht nur, damit sie Pflanzen mit ihrer Scheiße und ihren sterblichen Überresten düngen, sondern auch, um dem Überfluss, der an Sonnenenergie auf die Erde trifft und von Pflanzen in Kohlehydrate umgesetzt wird, einen möglichst vielfältigen Ausdruck zu verleihen. Deshalb gibt es zusätzlich zu den Grasfressern auch noch Raubtiere, die die Grasfresser fressen. Natur ist Fülle bzw. die Gestaltwerdung einer Überfülle.

        Die Landwirtschaft imitiert die extrem vielgestaltigen natürlichen Kreisläufe und Abhängigkeiten in bereits sehr vereinfachter Form. Monokulturen sind künstliche Gebilde, die so in der Natur nicht vorkommen. Monokulturen bedeuten an sich extreme Verarmung. Dieser bereits verarmten Welt jetzt auch noch den tierischen Dünger entziehen zu wollen, verstärkt diesen negativen Rückkopplungseffekt.

        Eine Pflanze, die in Monokulturen wächst, nur mit pflanzlichem Dünger zu ernähren, ist so, wie wenn sich ein Veganer nicht mal mehr vegan ernährt, sondern ausschließlich von Petersilie.

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        • Von mir aus nicht nur mit pflanzlichem Dünger, sondern auch mit mineralischem. Ich gehöre schließlich nicht zu den Naturjüngern und ernähre mich schließlich auch u.a. synthetisch.

          Wenn Erdöl und Kohle als Grundstoff für Harnstoff- und Nitratdünger ausgehen, wollen Sie wahrscheinlich die Tierhaltung ausbauen, um Dünger zu erzeugen. Logisch. Dass Pflanzen außerdem klassische Musik mögen und damit herrlich gedeihen, wissen Sie dann auch schon. Das schmeckt man ja auch.

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            • Hab ich nicht gesagt, aber klar klappt das auch bio. Aber wie gesagt, ich will mehr Golfplätze, englische Gärten und große Naturschutzgebiete, und Bio braucht mehr Flächen als Nicht-nur-Bio. Aber wenn der ganze Futterackerbau wegfällt (derzeit 60 % der lw. genutzten Fläche, BMEL) geht auch das. Und wir können sogar noch für Afrika und Asien Getreide produzieren. 🙂

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            • Golfplätze, englische Gärten und Naturschutzgebiete: Natur als Kulisse. Das ist nicht Austausch und Teilhabe, sondern die Vermeidung der Teilhabe.

              Genausogut können Sie sich einen Naturfilm angucken, während sie auf dem Laufband im Keller Ihren Körper in Form halten oder virtuell Ihre Bälle lochen.

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          • Schmeckt gut sagt

            Jetzt mach ich mal den Klugscheißer 😉 Kohle und Erdöl werden im Moment nur für den hohen Energiebedarf der Stickstoffdüngerproduktion gebraucht. Zur Erzeugung von Nitrat-, Ammoniumdünger und Harnstoff benötigen wir Energie und Luftstickstoff. Funktioniert also auch mit Windkraft.

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          • Wenn der Mensch Tiere und Pflanzen schon versklavt, dann sollte er ihnen wenigstens geben, was sie brauchen und sie aus ideologischer Verblendung heraus nicht noch Mangel leiden lassen. Pflanzen großflächig in Monokulturen zu halten, ist für eine Pflanze bereits extremer Mangel. Pflanzen wachsen normalerweise nämlich in äußerst vielfältigen Gesellschaften.

            Menschen gedeihen in einer harmonischen Umgebung und blühen auf. Trotzdem leben sie nicht von der Harmonie, sondern vom Stoffwechselkreislauf. Für Pflanzen gilt ähnliches. Vielleicht mögen sie tatsächlich Musik, aber das reicht nicht.

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      • Sabine sagt

        Ich glaube hier können wir uns Streiten bis der Arzt kommt. Unser Ökosystem hier war ursprünglich Wald. Große offene Grasflächen, und die meisten unserer Getreide sind z.B. Süßgräser, waren hier nie vorgesehen. Die meisten unserer Nutzpflanzen stammen aus Asien oder sind aus Südamerika eingebürgert worden. Wenn man also den ökologischen Gedanken zu Ende denkt, steht man irgendwann mit Reh und Sau im mehr oder weniger dichten Wald und bemerkt, dass wir eigentlich hier nicht hingehören. Bevor wir Kinder der Savanne uns allerdings auf den Heimweg machen, was wahrscheinlich auf massiven Widerstand in unserem Ursprungs-Habitat führt, kann man sich mal durch den Kopf gehen lassen, warum wir die großen und kleinen Graslandbewohner, die heute unsere Nutztiere sind, mitgeschleppt haben. Dann kann man auf die Idee kommen, dass auch künstlich geschaffene Grasländer genau diese Tiere benötigen, um zu funktionieren. Der Wechsel von Beweidung und Nutzung als Feld war über sehr lange Zeit die einzige Möglichkeit den Boden produktiv zu halten. Die moderne Landwirtschaft hat Erträge unglaublich gesteigert und die Produktivität vervielfacht, hat aber auch unerwünschte Nebenwirkungen. Die lindert man m.M. nach nicht in dem man sie noch weiter vom natürlichen Modell der entfernt. Allerdings tut man genau das, wenn man die Tiere, die einst unsere Heimat mitgestaltet haben, einfach verschwinden lässt. Warum sollte man nicht bei der Getreidereinigung anfallenden Bruch an Tiere verfüttern? Wieso ist es nicht sinnvoll Land, was nur mit erheblichen Aufwand vorzeigbare Erträge bringt, mit Vieh zu beweiden? Wieso sollte man die Tiere nicht melken und Nebenprodukte aus der Milchveredelung z.B. zur Sauenmast verwenden? Eine sinnvolle Integration von Pflanzen- und Viehwirtschaft könnte vllt. ein Ausweg sein. In den letzten Jahrzehnten haben wir uns gerade da stets auf die produktiven Zuwächse bei Arbeitsteilung versteift, während wir Synenergien durch Integration vernachlässigt haben. Beide Strategien werden sinnvoll in anderen Wirtschaftteilen angewandt, warum nicht mal über die Synergien in der Landwirtschaft stärker nachdenken? Mit dem was auf einem bio-veganen Hof verrottet, bekomme ich mit Sicherheit nicht nur meine Zwerge gesund satt, sondern auch noch ne Sau. Das was die Hinten rausscheißen, können die Bodenorganismen und die Pflanzen sehr viel mehr anfangen, wie mit dem Kompost alleine. Wobei Hühner ja auch irgendwie Bodenbearbeitungsfachkräfte sind. Nicht umsonst sieht eines der am häufigsten genutzen Gartengeräte aus wie ein Hühnerfuß.

        2+
    • Walter Parthon sagt

      Gegner der Nutztierhaltung raten uns, mit menschlichen Fäkalien zu düngen. Das ist nicht ohne Gefahr, wie der Spiegel schreibt. Denn das unterstützt den Vermehrungskreislauf mancher Würmer. 1.5 Mrd. Menschen sind von Würmern befallen.

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  3. Astrid sagt

    Ich würde mich freuen, wenn sie die Landwirtschaft mit bioveganem Anbau beschäftigen würden, statt Tiere auszubeuten. Landwirtschaft = Pflanzenwirtschaft. Das wäre im Sinne von uns allen, eben möglichst gewaltfrei und Boden- und naturschonend.

    1+
    • Mach Vorschläge, Astrid!

      Lauter Nüsse, Bohnen und Erbsen anbauen und davon kann man ja mit Kartoffel und Getreide bestimmt schöne vegane Rezepte herstellen, die zur ausgewogenen Ernährung reichen!

      2+
  4. Friedrich sagt

    @Sven Nys. . Zeit vor Quecksilber. Ja , es gab eine Zeit vor Quecksilber. Aus den Zehntbüchern meines Nachbarn weis ich , daß jede zweite Ernte eine Mißernte war. Weizen konnte wegen zu hoher Krankheitsanfälligkeit überhaupt nicht angebaut werden. Es gab hier nur Roggen- und Gerstenanbau im Herbst und im Frühjahr nur Haferanbau für die Pferde. Der Haferanbau machte ca. 25% der Anbaufläche aus. Der Hafer wurde für die Pferde gebraucht. In so einem nassen Sommer + Herbst wie in diesem Jahr hätten die früher nie die Getreide- und Rübenernte rein bekommen. Eine Herbstaussaat hätte auch nicht stattgefunden. Die Folge wäre eine Hungersnot gewesen. Während heute 150 ha ein Mann bearbeitet , waren in den 1950er Jahren eine Busladung (50 Leute) dafür von nöten. Leute wacht auf , nur durch die weltweite Arbeitsteilung läuft das hier alles so reibungslos.
    Früher würde das Getreide im Preis durch die Decke gehen bei so einem Wetter. Heute wird der Getreidepreis in den USA und Paris gemacht. Das ist dann der Weltmarktpreis.
    Zum Vergleich der Weltmarktpreis für einen Facharbeiter liegt bei 200 Dollar/Monat. Alles was du mehr verdienst ist Subvention !!

    7+
    • Als mein Mann mal während der Ernte im Krankenahaus war, kamen seine Freunde mit den großen Mähdreschern vollgetankt und halfen, am Abend haben sie bei uns gegessen und ihren Mähdrescher an unserem Fass wieder vollgetankt.
      Es wurde mehr geschafft als normal, weil mit mehren Mähdreschern und auch mehr getankt als normal.
      Es mußte wieder bestellt werden. Als der Tankwart da war und es wieder vollmachte, meinte mein Schwiegervater,
      na ja immerhin noch billiger als 20 Morgen Hafer!

      Das erzählte ich jedem, der meckerte, weil in der Biogasanlage Getreide vergast wurde.

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  5. Friedrich sagt

    Wer von den Kommentatoren die SAUEREI gelesen hätte ,brauchte manch einen Spruch hier nicht zu machen ! Wir wollen hier diskutieren und uns austauschen .

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  6. Altbauer Jochen sagt

    Als „Alter“ denk ich immer , rede bloß nicht von Früher,
    das will doch keiner hören ! Aber hier wird ja einiges genannt.
    Klar war vieles ganz anders !
    Arbeitszeiten , Lebensverhältnisse, Löhne, körperliche Anforderungen
    bei der Arbeit.
    Damals hatten wir noch die Hydraulik in den Oberarmen,-ging auch !
    Aber Vergleiche ziehen ,das hinkt doch immer.
    Alles ist Relativ, genau wie das hochgekochte Thema Glyphosat
    das wegen der Koalitionsfrage ganz nach oben kommt.

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