Bauer Willi
Kommentare 132

SAUEREI!

„Die Leute haben doch alle keine Ahnung, wollen uns aber vorschreiben, wie wir Landwirtschaft zu betreiben haben“.

Genau das war meine Meinung, als ich mich 2015 hingesetzt habe, nachdem mich der Piper-Verlag angerufen hat, ob ich nicht ein Buch schreiben wollte. Das wollte ich ursprünglich nicht, ich wollte „meine Ruhe haben“. Doch mit einer solchen Einstellung erreicht man nichts, gar nichts! Also müssen wir unseren Mitbürgern erzählen, was wir machen, wie wir es machen und warum wir es so machen wie wir es machen. Ohne erhobenen Zeigefinger und ehrlich, ohne etwas zu beschönigen.

Deshalb habe ich dann, nach einer Probephase, meine persönlichen Gedanken und Meinungen zu den vielen kritischen Themen rund um die Landwirtschaft wie Massentierhaltung, Monokulturen, Gentechnik, Pestizide, verseuchtes Grundwasser, geschredderte Küken und alle weiteren bekannten Skandale zu Papier gebracht. Aus meiner ganz persönlichen Sicht als Bauer, die man teilen kann, aber nicht muss. Einfach mal ein anderer Blick auf das Thema. (Den Buchtitel hat der Verlag so gewollt, ich hatte da durchaus Bedenken.)

Doch bei der Darstellung, warum wir Bauern so produzieren wie wir produzieren habe ich es nicht bewenden lassen. Auf über 50 Seiten beschäftige ich mich mit dem Blick nach vorne: wie kommen Bauern und Bürger wieder zusammen? Ansätze eines Dialoges, in dem ich versuche, mit meinen Worten den Ängsten und Sorgen unserer Mitbürger zu begegnen und mich selbst kritisch zu fragen, ob ich eigentlich alles richtig mache. Aber auch private Dinge habe ich eingearbeitet. So zum Beispiel in dem Kapitel „Bauer sucht Frau“. Aber eben anders als bei RTL.

Es ist ein Buch für beide Seiten: für Bürger UND Bauern. Jetzt ist es in der 4. Auflage erschienen, worauf ich schon ein wenig stolz bin. Wenn Sie also ein Geschenk für jemanden suchen, der das eigene Denken noch nicht verlernt hat und anderen Argumenten gegenüber aufgeschlossen ist, sollten Sie dieses Buch kaufen. Sie helfen damit dem Beschenkten und mir.

Für alle, die es schon gelesen haben: schreiben Sie doch bitte eine Buchbewertung bei Amazon. Ich bin kein Freund dieser Firma, aber Sie können das tun, ohne das Buch dort auch gekauft zu haben. Wozu ich rate: Es nicht bei Amazon zu kaufen. Denn Buchhändler wollen auch leben.

Stolz bin auch darauf, dass die Bundeszentrale für politische Bildung nachgefragt hat, ob sie das Buch nachdrucken dürfen. Bringt mir außer „Ruhm und Ehre “ nichts ein. Ist ja auch ganz schön. Aber auch die paar Cent Autorenbeteiligung beim Piper-Verlag machen mich nicht reich. Und ums Geld ging es mir ohnehin nicht.

Hier die Links:

https://www.piper.de/buecher/sauerei-isbn-978-3-492-06038-7

http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/239142/land-und-wirtschaft

Hier können Sie lesen, was andere zu dem Buch meinen:

Rezensionen und Pressestimmen

Dresdner Neueste Nachrichten

»Ein kraftvolles Plädoyer für bewussten, ehrlicheren Konsum.«

AGRAVIS im Dialog

»In ehrlichem, humorvollem und sachlichem Ton mit persönlicher Note erläutert der Landwirt seine Haltung und stellt Fragen, die einen zum Nachdenken anregen und das eigene Handeln reflektieren lassen.«

Stuttgarter Nachrichten

»Regt zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten an.«

Deutschlandfunk

»Bauer Willi erklärt anschaulich (…) und wirbt für eine neue Ess- und Einkaufskultur«

LZ Rheinland

»fachlich, aber humorvoll!«

Neue Osnabrücker Zeitung

»Offen und ehrlich. Fernab der ideologischen Grabenkämpfe um moderne Landwirtschaft. Sein Buch ist ein Brückenschlag zwischen Verbrauchern und Landwirten, die viel zu lange nur den Kopf über den jeweils anderen geschüttelt haben.«

Winter’s Net

»Um die Frage nach der ›richtigen‹ Form der Landwirtschaft zu beantworten, geht er in seinem Buch behutsam mit dem Leser jede Alternative durch und beleuchtet sie von allen Seiten.«

RP Online

»Im über 300 Seiten starken Buch bezieht Kremer-Schillings gewohnt pointiert zu vielen strittigen Fragen Stellung.«

Cicero Online

»Willi Kremer-Schillings erklärt gewohnt humorvoll, ohne erhobenen Zeigefinger und fachlich fundiert seine Sicht der Welt.«

top agrar

»Ein Buch zur richtigen Zeit. Jeder (…) wird die Landwirte und ihre Arbeit danach in einem anderen Licht sehen.«

Boersenblatt.net

»Der Leser wird sich fortan genauer überlegen, was er wo in den Einkaufswagen legt – und sich vielleicht von dem Motto ›lieber billig als gut‹ verabschieden.«

Unser Hof

»Willi Kremer-Schillings hat etwas zu sagen, nicht nur in seinem Blog.«

Landwirt

»Es gelingt wenigen Autoren diese komplexe Materie und Problematik für Laien verständlich und interessant herunterzubrechen. Und dabei auch noch Emotionen zu schaffen.«

DLG-Mitteilungen

»Landwirten gibt das Buch Argumente.«   

Blick ins Land (A)

»Ohne erhobenen Zeigefinger und fachlich fundiert erklärt Willi Kremer-Schillings seine Sicht der Welt. Er hat etwas zu sagen, und das nicht nur in seinem Blog.«

 

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132 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    @ADT. Klärschlamm ist nach der neuen Düngeverordnung nicht mehr einsetzbar. Habe gerade den Stadtwerkebescheid über eine drastische Abwassererhöhung wegen der Entsorgung über Verbrennung des Klärschlamms bekommen. Humusbildung geht nur über die Regenwürmer . Die fressen Dreck, wie Gülle , Mist usw. und machen aus Frischhumus dann Dauerhumus. Ohne nachhaltige Humusbildung keine Ertragsfähigkeit der Böden. In unserer Ackerbaugegend habe viele Betriebe seit den 1970er Jahren mit der Abschaffung des Viehs keinen organischen Dünger mehr gedüngt. Trotz voller mineralischer Düngung, Zwischfrüchten usw. ist die Ertragsfähigkeit der Flächen nach und nach zurückgegangen. Es fehlt einfach wie wir sagen das Puffervermögen. Das was die Tiere ausscheiden, brauchen die Pflanzen und die Regenwürmer. Es ist ein Schrotschuß an Nährstoffen (auch Mikronährstoffe). Es lockert den Boden, erhöht das Wasserspeichervermögen, die Regenwürmer buddeln Gänge und damit wird schneller das Oberflächenwasser abgeführt usw.. Auch die Befahrbarkeit der Flächen wird verbessert. Je mehr Regenwürmer , desto besser für den Boden. Das gilt für konv. und bio. wirtschaftende Betriebe gleich. Wenn ich nichts reinstecke , kommt auch nichts raus.

    4+

    • „…Dreck, wie Gülle , Mist usw. und machen aus Frischhumus dann Dauerhumus. … Es lockert den Boden…“

      Was denn nun? Die Gülle oder das Stroh als „Strukturgeber“ (Mist = Gülle + Stroh) oder sonstige organische (pflanzliche?) Substanz?

      Die Gleichung „weniger Tierhaltung = weniger Nährstoffabfuhr aus dem Boden“ bleibt davon ohnehin unberührt. Umgekehrt heißt das ja auch: mehr Tierhaltung = mehr Mineraldüngerbedarf – da mehr Ackerbau. Wie gesagt: Tierfütterung bedingt Nährstoffabfuhr aus Böden bei begrenzter Rückführungsmöglichkeit. Wenn Gülle anfällt, soll sie natürlich auch als Dünger genutzt werden.

      Es muss niemand Veganern einzureden versuchen, dass sie sich mit ihrem Essverhalten ackerbaulich sozusagen parasitär verhielten, weil Ackerbau ohne Tierhaltung schlecht möglich sei.

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    • Der Brandenburgbauer sagt

      Hallo Friedrich, ich stimme Dir in Deiner Meinung zu. Aber, Klärschlamm ist auch auf deutsch gesagt „Menschenscheiße“. Wird jeden Tag in Massen produziert und ist ein organisches Produkt. Warum muß das verbrannt werden?

      1+

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Früher war das so,
        im Plumpsklo waren keine Hormone und kein Diclofenac, keine Putzmittel und was sonst noch im Abwasser verschwindet. Von den Industrieabwässern ganz zu schweigen.

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        • Und heute wäre im Plumpsklo vielleicht mehr Medikamentenrückstände von verschieden Pillen.

          Ach, das meintest du bestimmt Rückständen von Hormonen

          Stell dir mal die Klärgrube von einem Altenheim vor!
          Wolltest du die auf deinem Acker, Ehemaliger Landwirt?

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Habe vor 20 Jahren mit unserem Bürgermeister diskutiert, der wollte den Klärschlamm auf unseren Böden loswerden.
            Habe ihm erklärt, dass eine 20 Km.entfernte Kleinstadt vertraglich in Pachtverträgen stehen hat, dass auf Stadteigenen Flächen kein Klärschlamm aufgebracht werden darf.
            Schließlich wurde er in einer Papierfabrik verbrannt.

            1+

  2. Friedrich sagt

    @Astrid. Bioveganer Anbau klappt nachhaltig nicht. Ohne ordentlich organische Masse, wie Gülle, Mist,Kompost, Gärsubstrat oder Hühnermist), wird das nur kurze Zeit die bodenertragsfähigkeit erhalten. Ohne Tiere hat man das schonmal im 1. Weltkrieg probiert. Es war die sogenannte Proffessorenschlachtung. Übernormal viele Tiere wurden geschlachtet , um die Leute mit Nahrungsmitteln zu versorgen . Zwei Jahre danach war Hungersnot angesagt, weil keine Nährstoffe mehr gedüngt wurden . Die Ernte wurden immer kleiner. Es hat eben alles seine zwei Seiten.

    3+

    • Sie sagen es: Kompost und (pflanzliches) Gärsubstrat!

      Es ist ein Irrglaube, dass Tiere für eine Kreislaufwirtschaft nötig wären. Die Tiere müssen ja erst die Nährstoffe, die sie ausscheiden, aufnehmen. Es ist also eine sehr unlogische Annahme/Behauptung. Denn Tierfütterung bedingt Nährstoffabfuhr aus Böden bei begrenzter Rückführungsmöglichkeit. Weniger Tierhaltung = weniger Nährstoffabfuhr. Fleischessen als Gebot der Nachhaltigkeit – damit man nicht all die Tiere wegwerfen muss, die für die Düngemittelherstellung gefüttert worden sind? Das kann man getrost als FAKE wegheften.

      Übrigens, für die Freunde ECHTER Kreislaufwirtschaft: Wie Topagrar am 01.12.2017 berichtete, wurden in Rheinland-Pfalz 2015 knapp zwei Drittel des Klärschlamms zu Düngerzwecken auf den Äckern ausgebracht.

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      • sonnenblume sagt

        Ich kann jetzt nur für Betriebe in meinem Umfeld sprechen. Hier wird das Ausbringen von Klärschlamm von den Verpächtern verboten.

        1+

        • Ja,
          aus dem Grund, den ich oben mit Ehemaligen Landwirt diskutiert habe, kein Eigen5tümer will verseuchten Boden auf seinem Land.

          Denn auf verseuchtem Boden darf man nie mehr Nahrungsmittel anbauen.

          Und wie oft hat der eigene Boden die Familie in Notzeiten durchgefüttert?

          0

      • Schmeckt gut sagt

        In vielen Qualitätssicherungsprogrammen und Forderungskatalogen des LEH ist Klärschlamm auch verboten. Ist halt das Problem mit menschlichen Fäkalien. Wenn das Hygieneproblem und das Schadstoffproblem gelöst ist, wird die Ausbringung aber zur Pflicht. Wird ja dran gearbeitet – hoffentlich mit guten Ergebnissen.

        1+

      • bauerhans sagt

        klärschlamm auf äckern auszubringen,wäre sicherlich günstig,aber dann würde doch keiner daran verdienen.
        ist doch wie mit dem müll,der in verbrennungsanlagen zu wärme und strom verarbeitet und verkauft wird und trotzdem werden hohe müllgebühren erhoben.

        2+

      • Die ersten Lebewesen waren Einzeller, aus denen sich in verschränkter Ko-Evolution in Jahrmillionen Pflanzen und Tiere entwickelt haben. Pflanzen und Tiere haben sich nicht unabhängig voneinander entwickelt. Wird ein Partner (wie die Tiere) eliminiert, funktionieren die Kreisläufe nicht mehr und das Leben auf der Erde bricht in sich zusammen.

        Der Denkfehler liegt darin, dass es nicht nur drum geht, einen Mangel zu beheben wie das die Diskussion über tierische Düngung suggeriert. Sondern auch darum, einen Überfluss zu handhaben. Tiere gibt es nicht nur, damit sie Pflanzen mit ihrer Scheiße und ihren sterblichen Überresten düngen, sondern auch, um dem Überfluss, der an Sonnenenergie auf die Erde trifft und von Pflanzen in Kohlehydrate umgesetzt wird, einen möglichst vielfältigen Ausdruck zu verleihen. Deshalb gibt es zusätzlich zu den Grasfressern auch noch Raubtiere, die die Grasfresser fressen. Natur ist Fülle bzw. die Gestaltwerdung einer Überfülle.

        Die Landwirtschaft imitiert die extrem vielgestaltigen natürlichen Kreisläufe und Abhängigkeiten in bereits sehr vereinfachter Form. Monokulturen sind künstliche Gebilde, die so in der Natur nicht vorkommen. Monokulturen bedeuten an sich extreme Verarmung. Dieser bereits verarmten Welt jetzt auch noch den tierischen Dünger entziehen zu wollen, verstärkt diesen negativen Rückkopplungseffekt.

        Eine Pflanze, die in Monokulturen wächst, nur mit pflanzlichem Dünger zu ernähren, ist so, wie wenn sich ein Veganer nicht mal mehr vegan ernährt, sondern ausschließlich von Petersilie.

        0

        • Von mir aus nicht nur mit pflanzlichem Dünger, sondern auch mit mineralischem. Ich gehöre schließlich nicht zu den Naturjüngern und ernähre mich schließlich auch u.a. synthetisch.

          Wenn Erdöl und Kohle als Grundstoff für Harnstoff- und Nitratdünger ausgehen, wollen Sie wahrscheinlich die Tierhaltung ausbauen, um Dünger zu erzeugen. Logisch. Dass Pflanzen außerdem klassische Musik mögen und damit herrlich gedeihen, wissen Sie dann auch schon. Das schmeckt man ja auch.

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            • Hab ich nicht gesagt, aber klar klappt das auch bio. Aber wie gesagt, ich will mehr Golfplätze, englische Gärten und große Naturschutzgebiete, und Bio braucht mehr Flächen als Nicht-nur-Bio. Aber wenn der ganze Futterackerbau wegfällt (derzeit 60 % der lw. genutzten Fläche, BMEL) geht auch das. Und wir können sogar noch für Afrika und Asien Getreide produzieren. 🙂

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            • Golfplätze, englische Gärten und Naturschutzgebiete: Natur als Kulisse. Das ist nicht Austausch und Teilhabe, sondern die Vermeidung der Teilhabe.

              Genausogut können Sie sich einen Naturfilm angucken, während sie auf dem Laufband im Keller Ihren Körper in Form halten oder virtuell Ihre Bälle lochen.

              0

          • Schmeckt gut sagt

            Jetzt mach ich mal den Klugscheißer 😉 Kohle und Erdöl werden im Moment nur für den hohen Energiebedarf der Stickstoffdüngerproduktion gebraucht. Zur Erzeugung von Nitrat-, Ammoniumdünger und Harnstoff benötigen wir Energie und Luftstickstoff. Funktioniert also auch mit Windkraft.

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          • Wenn der Mensch Tiere und Pflanzen schon versklavt, dann sollte er ihnen wenigstens geben, was sie brauchen und sie aus ideologischer Verblendung heraus nicht noch Mangel leiden lassen. Pflanzen großflächig in Monokulturen zu halten, ist für eine Pflanze bereits extremer Mangel. Pflanzen wachsen normalerweise nämlich in äußerst vielfältigen Gesellschaften.

            Menschen gedeihen in einer harmonischen Umgebung und blühen auf. Trotzdem leben sie nicht von der Harmonie, sondern vom Stoffwechselkreislauf. Für Pflanzen gilt ähnliches. Vielleicht mögen sie tatsächlich Musik, aber das reicht nicht.

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      • Sabine sagt

        Ich glaube hier können wir uns Streiten bis der Arzt kommt. Unser Ökosystem hier war ursprünglich Wald. Große offene Grasflächen, und die meisten unserer Getreide sind z.B. Süßgräser, waren hier nie vorgesehen. Die meisten unserer Nutzpflanzen stammen aus Asien oder sind aus Südamerika eingebürgert worden. Wenn man also den ökologischen Gedanken zu Ende denkt, steht man irgendwann mit Reh und Sau im mehr oder weniger dichten Wald und bemerkt, dass wir eigentlich hier nicht hingehören. Bevor wir Kinder der Savanne uns allerdings auf den Heimweg machen, was wahrscheinlich auf massiven Widerstand in unserem Ursprungs-Habitat führt, kann man sich mal durch den Kopf gehen lassen, warum wir die großen und kleinen Graslandbewohner, die heute unsere Nutztiere sind, mitgeschleppt haben. Dann kann man auf die Idee kommen, dass auch künstlich geschaffene Grasländer genau diese Tiere benötigen, um zu funktionieren. Der Wechsel von Beweidung und Nutzung als Feld war über sehr lange Zeit die einzige Möglichkeit den Boden produktiv zu halten. Die moderne Landwirtschaft hat Erträge unglaublich gesteigert und die Produktivität vervielfacht, hat aber auch unerwünschte Nebenwirkungen. Die lindert man m.M. nach nicht in dem man sie noch weiter vom natürlichen Modell der entfernt. Allerdings tut man genau das, wenn man die Tiere, die einst unsere Heimat mitgestaltet haben, einfach verschwinden lässt. Warum sollte man nicht bei der Getreidereinigung anfallenden Bruch an Tiere verfüttern? Wieso ist es nicht sinnvoll Land, was nur mit erheblichen Aufwand vorzeigbare Erträge bringt, mit Vieh zu beweiden? Wieso sollte man die Tiere nicht melken und Nebenprodukte aus der Milchveredelung z.B. zur Sauenmast verwenden? Eine sinnvolle Integration von Pflanzen- und Viehwirtschaft könnte vllt. ein Ausweg sein. In den letzten Jahrzehnten haben wir uns gerade da stets auf die produktiven Zuwächse bei Arbeitsteilung versteift, während wir Synenergien durch Integration vernachlässigt haben. Beide Strategien werden sinnvoll in anderen Wirtschaftteilen angewandt, warum nicht mal über die Synergien in der Landwirtschaft stärker nachdenken? Mit dem was auf einem bio-veganen Hof verrottet, bekomme ich mit Sicherheit nicht nur meine Zwerge gesund satt, sondern auch noch ne Sau. Das was die Hinten rausscheißen, können die Bodenorganismen und die Pflanzen sehr viel mehr anfangen, wie mit dem Kompost alleine. Wobei Hühner ja auch irgendwie Bodenbearbeitungsfachkräfte sind. Nicht umsonst sieht eines der am häufigsten genutzen Gartengeräte aus wie ein Hühnerfuß.

        2+

    • Walter Parthon sagt

      Gegner der Nutztierhaltung raten uns, mit menschlichen Fäkalien zu düngen. Das ist nicht ohne Gefahr, wie der Spiegel schreibt. Denn das unterstützt den Vermehrungskreislauf mancher Würmer. 1.5 Mrd. Menschen sind von Würmern befallen.

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  3. Astrid sagt

    Ich würde mich freuen, wenn sie die Landwirtschaft mit bioveganem Anbau beschäftigen würden, statt Tiere auszubeuten. Landwirtschaft = Pflanzenwirtschaft. Das wäre im Sinne von uns allen, eben möglichst gewaltfrei und Boden- und naturschonend.

    1+

    • Mach Vorschläge, Astrid!

      Lauter Nüsse, Bohnen und Erbsen anbauen und davon kann man ja mit Kartoffel und Getreide bestimmt schöne vegane Rezepte herstellen, die zur ausgewogenen Ernährung reichen!

      2+

  4. Friedrich sagt

    @Sven Nys. . Zeit vor Quecksilber. Ja , es gab eine Zeit vor Quecksilber. Aus den Zehntbüchern meines Nachbarn weis ich , daß jede zweite Ernte eine Mißernte war. Weizen konnte wegen zu hoher Krankheitsanfälligkeit überhaupt nicht angebaut werden. Es gab hier nur Roggen- und Gerstenanbau im Herbst und im Frühjahr nur Haferanbau für die Pferde. Der Haferanbau machte ca. 25% der Anbaufläche aus. Der Hafer wurde für die Pferde gebraucht. In so einem nassen Sommer + Herbst wie in diesem Jahr hätten die früher nie die Getreide- und Rübenernte rein bekommen. Eine Herbstaussaat hätte auch nicht stattgefunden. Die Folge wäre eine Hungersnot gewesen. Während heute 150 ha ein Mann bearbeitet , waren in den 1950er Jahren eine Busladung (50 Leute) dafür von nöten. Leute wacht auf , nur durch die weltweite Arbeitsteilung läuft das hier alles so reibungslos.
    Früher würde das Getreide im Preis durch die Decke gehen bei so einem Wetter. Heute wird der Getreidepreis in den USA und Paris gemacht. Das ist dann der Weltmarktpreis.
    Zum Vergleich der Weltmarktpreis für einen Facharbeiter liegt bei 200 Dollar/Monat. Alles was du mehr verdienst ist Subvention !!

    7+

    • Als mein Mann mal während der Ernte im Krankenahaus war, kamen seine Freunde mit den großen Mähdreschern vollgetankt und halfen, am Abend haben sie bei uns gegessen und ihren Mähdrescher an unserem Fass wieder vollgetankt.
      Es wurde mehr geschafft als normal, weil mit mehren Mähdreschern und auch mehr getankt als normal.
      Es mußte wieder bestellt werden. Als der Tankwart da war und es wieder vollmachte, meinte mein Schwiegervater,
      na ja immerhin noch billiger als 20 Morgen Hafer!

      Das erzählte ich jedem, der meckerte, weil in der Biogasanlage Getreide vergast wurde.

      0

  5. Friedrich sagt

    Wer von den Kommentatoren die SAUEREI gelesen hätte ,brauchte manch einen Spruch hier nicht zu machen ! Wir wollen hier diskutieren und uns austauschen .

    0

  6. Altbauer Jochen sagt

    Als „Alter“ denk ich immer , rede bloß nicht von Früher,
    das will doch keiner hören ! Aber hier wird ja einiges genannt.
    Klar war vieles ganz anders !
    Arbeitszeiten , Lebensverhältnisse, Löhne, körperliche Anforderungen
    bei der Arbeit.
    Damals hatten wir noch die Hydraulik in den Oberarmen,-ging auch !
    Aber Vergleiche ziehen ,das hinkt doch immer.
    Alles ist Relativ, genau wie das hochgekochte Thema Glyphosat
    das wegen der Koalitionsfrage ganz nach oben kommt.

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  7. Ihr habt auch keine Ahnung. Neulich war im Zusammenhang mit der Glyphosatverlängerung erst die Stellungnahme einer Landwirtin im Radio zu hören (leider weiß ich den Namen nicht mehr), sie sagte, dass es ohne Glyphosat sehr schwierig würde.
    Generationen von Bauern in der Zeit vor Glyphosat kamen auch damit zurecht; vielleicht waren die ja einfach auch fachkundiger.

    1+

    • Vielleicht waren die Zeiten anders? Die Löhne der Helfer beim Unkraut jäten *etwas* anders? … Worden sie gerne für den Stundenlohn von vor etwa 50 Jahren arbeiten?

      1+

    • Klar, was spricht gegen den damaligen Stundenlohn? Wenn man ihn im Verhältnis zu den damaligen Lebenshaltungskosten sieht relativiert es sich doch. Außerdem hingen die Bauern damals nicht am Tropf der Banken und Subventionen, da sie eben zB nicht so viel in Gerät investiert haben wie heute.

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      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Willi,früher war nicht alles besser,früher war alles anders. Das ist der entscheidende Unterschied.

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        • Bauer Willi sagt

          Lieber Brandenburgbauer
          Du hast natürlich recht. War auch als Ironie zu verstehen. Quecksilber ist ja nun alles andere als gesund.
          Bauer Willi

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    • Man kann das einfach nicht vergleichen. Die Sorten waren andere, die Ansprüche an Qualität waren andere und vor allem waren die Erträge andere. Der Weizenertrag hat sich seit 1950 mehr als verdoppelt.

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    • Wenn Sie die Hälfte Ihres Lohnes für Nahrungsmittel ausgeben müßten und50 bis 60 Stunden in der Woche arbeiten müßten, wären Sie schon näher an der guten alten Zeit.

      3+

    • Mein Urgroßvater war Maurer und mußte morgens 20 Km zu Fuß zur Arbeit laufen und Abends wieder zurück, gute alte Zeit. Würden Sie bestimmt auch gerne machen. Oder wollen Sie nur die anderen zurück in die Steinzeit schicken und selbst die Vorzüge der heutigen Zeit nutzen.

      2+

      • Lieschen Müller sagt

        Never, ever ist jemand 20 km zur Arbeit „gelaufen“. Täglich! Und abend zurück.

        0

        • Berthold Lauer sagt

          Vorsicht! Von meinen Eltern weis ich, dass sie zeitweise 2 km zur Schule gelaufen sind, mit 6 -7 Jahren und mit Holz für den Ofen unterm Arm. Natürlich ohne Begleitung. „Hubschraubereltern“ gabs da auch noch nicht. die haten auf Ihren schnuckeligen kleinen Höfen genug zu tun.

          2+

          • sonnenblume sagt

            Vor 70 bis 100Jahren war das auf dem Land ganz normal. Zu den Unterrichtsstunden für religiöse Unterweisung liefen die Kinder hier am Sonntag 7 km zur Kirche und die Erwachsenen an Feiertagen gleich zwei Mal. Ein Fahrrad war Luxus.

            2+

        • Sabine sagt

          Vier Stunden hin und zurück macht 8 Stunden + 8 Stunden Arbeit macht 16, bleibt gerade noch Zeit zum Schlafen.

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          • Lieschen Müller sagt

            Und damals musste man noch 10-12 Stunden arbeiten, es kann gar nicht stimmen.
            Zwei Kilometer glaube ich gerne, halte ich auch heute noch für normal und zumutbar. Das können selbstverständlich auch Kinder laufen. Aber niemals 20 km hin und 20 zurück jeden Tag. (Vielleicht mal noch für etwas besonderes, aber meine Urgroßeltern haben um 1900 in die 12 km entfernte Stadt immer Pferd und Wagen benutzt)

            0

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Meine Oma Vaterseits musste als Kind 5 Km zur Schule laufen.

              1+

            • Reiche Leute hatten Pferd und Kutsche oder Wagen.
              Die Feldfrüchte wurden auch mit Wagen und Pferde aus dem Feld geholt.
              Ärmere Bauern haben die Milchkühe dazu genommen, andere hatten auch extra Ochsen dazu, Denn die Kuh, die ziehen muß, kann nicht mehr so viel Milch geben.

              ‚Und
              Ja, Sabine,

              „Vier Stunden hin und zurück macht 8 Stunden + 8 Stunden Arbeit macht 16, bleibt gerade noch Zeit zum Schlafen“

              so war es!

              Kein Wunder, dass die Männer in der kurzen Freizeit, die sie nur hatten, gerne Bier und Schnaps getrunken haben.

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          • Lieschen Müller sagt

            Ehrlich, glauben sie diesen Artikel? Erstens: schläft nur 2 Stunden bevor er wieder aufbrechen muss, naja, ich denke, man würde nach einem Jahr einfach sterben bei sowenig Schlaf. Zweitens es sind „nur“ 34 km, nicht, wie beim von mir kommentierten Kommentar 40 km.

            0

            • Philip sagt

              Dann steht ihre Aussage gegen den Artikel. Gibt es irgendwelche Gründe Ihnen mehr zu glauben, nur weil sie sich etwas nicht vorstellen können? never ever?

              1+

    • Sven Nyström schon mal nachgedacht, warum die Bauern Maschinen brauchen? Und was die Maschinen früher gekostet haben und was die Bauern für ihre Produkte bekommen haben? Haben sie auch schon mal überlegt, was früher für Lebenshaltung vom Lohn ausgegeben wurde und wie hoch der Prozentsatz jetzt ist? Ihr Kommentar liest sich für mich wie Stammtischgeplapper nach dem sechsten Bier!

      2+

    • Sven Nyström
      Schau mal. Weniger Menschen, weniger Nahrung, weniger Ansprüche, weniger Geld, weniger Maschinen usw.
      Probleme gabs früher genauso nur warens da eben andere.

      2+

    • Berthold Lauer sagt

      Generationen von Menschen sind auch ohne Auto, ohne Handy, ohne Computer, ohne Zentalheizung und und und …… zurechtgekommen. Die waren mit Sicherheit auch klüger! Die Glyposatdiskussion muss man aber hier nicht wieder eröffnen.

      1+

    • bauerhans sagt

      sven,würden sie denn als pferdeknecht aufem hof arbeiten??
      im sommer um 5 anfangen,dann bis 12,mittagspause bis 13.30(auch wegen der pferde),dann bis 17.30.
      kurze frühstücks-und kaffeepause.
      viel frische luft und deputat,werkswohnung mit garten und tierhaltung,bescheidener lohn.

      1+

    • Herr Nyström
      Erst mal Respekt davor, das sie hier schreiben, wo sie mit ausreichend Gegenwind rechnen können!

      Die Landwirtschaft ist seit eh und je im Wandel … Auch heute … Selbiges trifft auch auf Glyphosat zu, sollte es ihnen noch nicht aufgefallen sein. Der Verbrauch in Deutschland ging innerhalb von 2-3 Jahren um 2.000 Tonnen zurück … Also um ca 33%. Ja ich weiß, immer noch mehr als in den 50iger Jahren … Aber dahin möchte auch keiner wirklich zurück … In die Zeiten in der ein großer Schlepper 60 PS hatte! Das seit damals die Lebenserwartung um ca 10 Jahre angestiegen ist, hat Gründe … und die Landwirtschaft hat daran einen Anteil … Möchten sie jetzt ihren Kindern und Enkeln wieder 5 Jahre wegnehmen … Oder sehen sie diesen Preis als gerechtfertigt?

      1+

    • Walter Parthon sagt

      Sven Nyström
      Du hast Offenbar die Weisheit mit Löffel gefressen
      In der Wissenschaft gibt es bekanntlich nur eine prominente Stimme, die den Zusammenhang von Glyphosat und Krebs bejaht. Alle anderen Großstudien, Zulassungs- und Aufsichtsbehörden kommen zu einem anderen Ergebnis als die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (IARC). Aber den anderen glaubt man nicht. Einzig die IARC hält Glyphosat für „wahrscheinlich krebserregend“, genauso übrigens wie rotes Fleisch oder Heißgetränke über 65 Grad. Schlimmer noch sind aber, sagen die Forscher dort, Tabak, Plutonium – und Sonnenstrahlen. Wer der IARC in Sachen Glyphosat folgt, dürfte konsequenterweise an Sommertagen seine Wohnung nicht verlassen.

      3+

      • Es ist aber auch ein Unterschied in der Aufwandmenge, die in der EU ist bestimmt nicht krebserregend, aber die in Südamerika oder wo anders in Welt schon, oder?

        Aber die Früchte, die auf den Feldern anderswo auf der Welt wachsen, konsumieren wir auch???

        0

    • Helmut Vida das sollten Sie in Ihrem Dorf durchaus tun.
      50 Jahre später sind andernorts jedoch Städte und Bevölkerungszahlen gewachsen. Und, kaum zu glauben, damit auch der Nahrungsmittelbedarf.

      0

    • In früherer Zeit wurde auch das meiste Geld des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben. , so oft nicht einmal für bescheidenen Luxus etwas übrig war.

      1+

        • Schmeckt gut sagt

          Und bis in die 80er Gelbspritzmittel. Das war vielleicht eine Sauerei. Redet auch keiner mehr drüber. Hat wohl seine Gründe 😉

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    • Karsten Spanier : Die Lebenserwartung mag um 5 Jahre gestiegen sein, aber halt nur statistisch; die Ursache wird in besserer medizinischer Versorgung liegen.
      Die statistische Lebenserwartung von Feldhamster, Insekten, Singvögeln, Amphibien, etc…..tendiert gegen 0.

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    • Helmut Vida : Das kenne ich von damals auch noch, Bloß……haben das die Bauern damals selbst bewältigt bzw. organisiert. So ein jämmerlicher Aufruf wie Sie ihn hier in die Tasten gehauen haben wäre jedem anständigen Bauern peinlich gewesen.

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    • 10 Jahre … Nicht 5!
      Sicherlich statistisch … Aber es gibt halt den Durchschnitt an. Die Ursachen werden vielfältig sein … Keine kalte Wohnung im Winter, medizinische Versorgung, allgemeine Hygiene, 365 Tage im Jahr eine ausgewogene Ernährung … Etc

      Feldhamster, Fasan, Rebhuhn gibt es bei uns wieder, nachdem sie über 10 Jahre verschwunden waren.

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    • Bei uns war ab 1995 kein Fasan und kein Rebhuhn mehr zu finden … Feldhamster und Wildkaninchen waren schon länger nicht mehr da. Sicher machen die Jäger da eine gute Arbeit … Und das eher weniger aus jagdlichen Gründen.
      Ich bin der Meinung, dass wir wieder mehr Dauerstilllegungsflächen brauchen … Im machen Regionen sogar in Verbindung mit zugelassenenem verbuschen … Aber das funktioniert nur mit der entsprechen Vergütung!

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      • Kannst du dir nicht vorstellen, Sven,
        wie viel Arbeit es ist, die Nahrungsmittel ohne Technik vom Feld zu holen? Früher als es noch keine Technik gab, hat man eben alles mit der Hand gemacht und dafür brauchte man mehr Menschen, die diese Mehrarbeit machten!

        Mit wie viel Mehrarbeit hat der Herr Opel früher aufgewendet um sein erstes Auto herzustellen? Und wie lange braucht man, um heutzutage ein Auto herzustellen?

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    • Ich könnte wetten, wenn sie mal bei 35°C auf einem Hackrahmen sitzen und dennoch die Reihen präzise anlenken müssen, würden sie ganz gut verstehen, was für ein Scheißjob das ist … Vor allem wenn sie dann noch die nächsten Wochen auf Knien durch die Reihen rutschen, um den Rest zu beseitigen. Finden sie dafür mal Freiwillige …

      1+

    • Weil 2%, die Arbeit machen müssen, die früher 24% erledigt haben. Wir können die Arbeit nicht vor uns her schieben. Und für 165€ pro Tonne Weizen, können sie keine zusätzlichen 5 Arbeitskräfte beschäftigen.

      Warum keine Freiwilligen mehr? … Weil eben früher doch nicht alles besser war.
      Hunger kennt man nur aus dem Fernseher oder von Erzählungen der Großeltern … Das Geld zum satt werden hat jeder.

      1+

    • Karsten Spanier : Das erklärt immer noch nicht, warum heute weniger Menschen eine Arbeit machen müssen, die früher von vielen Menschen erledigt wurde. Sind vielleicht auch die Produktionsmengen heute höher?

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    • Helmut Vida : Aha,also haben heutige Bauern keine Familien mehr? Karsten schreibt aber was von 2 bzw. 24%, demnach hatten dann also frühere Bauernfamilien Bataillonsstärke 😉

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      • Sabine sagt

        Ach weisse, … das Dorf so arm, das Land so karg, dass niemand arbeit fand… fast tausend Jahre ist es her, dass ihre Wanderschaft begann…. Die Leute sind nicht um sonst in Scharen vom Land in die Armenviertel der Stadt. Mit viel Glück und gutem Wetter reichte es hier für den ältesten Sohn, wer wo anders Arbeit fand, ging ohne zurück zu schauen. Alle anderen waren für den Rest ihres Lebens Knechte und Mägde ihres ältesten Bruders. Von den Kindern, die für den Sommer verkauft wurden, wollen wir gar nicht erst anfangen. Das gab es nicht nur in Süddeutschland und freiwillig ist in dem Zusammenhang wohl eher der Mangel an Alternativen. So sehr kann niemand vor dem Iphone verblöden, dass er sich das zurück wünscht. Rübenhacken ist auf der App viel schöner als im echten Leben.

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      • Sabine sagt

        Sven, musst Du nicht noch nen paar gelbe Beete einmachen und dich um das Abdecken von deinem Porree kümmern? Nur mal so unter uns, Porree ist frosthart, brauch daher nicht „haltbar“ gemacht werden. Der wird nur vor dem Austrocknen bei Frost geschützt und es wird darauf geachtet, dass in den Blätterscheiden sich weder Matsch noch Regen sammelt, ansonsten bleibt der stehen bis man ihn braucht. Wenn Du ihn jetzt schon rausgezogen hast, mach ein Orangen-Lauch-‚Relish oder frier ihn ein. Rote und anders farbige Beete kann man auf gefühlt 100 Arten einlegen, zu Brotaufstrichen oder in Chutneys verarbeiten. Roh find ich sie auch eher nicht soo doll, Stichwort ist hier Geosmin, was nur mit Säure ausreagiert. Also wenn roh, dann sehr fein schneiden und mit Zitrone und säuerlichen Äpfeln ziehen lassen.
        Also, bevor Du dich über die Landwirtschaft im Großen aufregst, erstmal die Grundlagen des Gärtner lernen. Macht sich besser. Echt.

        3+

    • Sven Nyström Meinen Sie die Bioprodukte, bei deren Produktion zigmal während der Vegetation ganzflächig mit 12 oder 18m breiten Striegeln und Hacken mit 12km/h über die Flächen gefahren wird? Oder mit Abflammgeräten? Das möchte ich mal sehen, wieviel Bodenbrüter und Junghasen das überleben. Wie wohl son Junghase aussieht, wenn da son Abflammgerät drüber gegangen ist?

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    • Ja sicher sind auch die Produktionsmengen höher … Schon alleine die Umstellung auf Winterkulturen brachten diesen Effekt. Aber die grundsätzlichen Arbeitsschritte sind geblieben. Während früher 20 Landwirte/Eigenbedarfsanbauer in einem Dorf ihre Flächen bearbeitet haben, ist es jetzt teilweise nur noch ein Betrieb, der diese Flächen bewirtschaftet. Was früher 20*3 Arbeitskräfte gemacht haben, machen jetzt 9 Arbeitskräfte.

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    • Karsten Spanier : Ja, das bestreite ich ja gar nicht. Aber dann liegt doch genau da das Problem. Wieso sterben kleine Betriebe und andere wachsen gewaltig an? Wer hat das zu verantworten? Wieso wird da nicht gegen gesteuert, schließlich ist die Bauernlobby stark, zumal sie ja ihren obersten Lobbyisten im zuständigen Bundesministerium sitzen hat.

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    • Sven Nyström Um das zu verstehen, müsste man ein gewisses Grundwissen in Betriebs- und Volkswirtschaft haben. Schon mal was von „austauschbaren Gütern, inferiore und superiore Güter, der Landwirt als Mengenanpasser usw.“ gehört? Übrigens wird Gegengesteuert. Das nennt man Subvention. Klappt aber nur bedingt. Die Gesetze des Marktes setzt auf Dauer keiner außer Kraft.

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    • Mähdrescher aus den 60iger Jahren … Arbeitsplatz für drei, vllt 0,5ha pro Stunde Ernteleistung.
      Heute schaffen moderne Drescher 70ha an einem perfekten Erntetag … Und da sitzt nur einer drauf.

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    • Die waren für ihre Zeit auch fachkundig, aber alle Technik in der Landwirtschaft hat sich auf die Technik mit Glyphosat aufgebaut, das Pfluglose Saatbettbereitung usw., die das Bodenleben bereichert
      eben eine andere Arbeitsweise

      In Amerika, vielleicht auch wo anders in der Welt die Gen veränderten Pflanzen, die glyphosatresistent sind usw.

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    • Karsten Spanier : Ja, und das erklärt auch, wieso in der Landwirtschaft heute weniger Menschen arbeiten als früher; dieser Gigantismus ist es, also immer größere Maschinen um mit möglichst wenig Personal auszukommen.
      Dafür wird sich immer mehr verschuldet, weshalb man dann auf weitere Vergrößerung angewiesen ist.

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    • Claus-Philipp Graf: Ihre Arroganz ist ekelhaft. Ich kenne die Zusammenhänge. Hätten Sie diese Kenntnisse die Sie mir unterschwellig abgesprochen haben, wüssten Sie, dass die Gesetze des Marktes schon lange nicht mehr gelten.
      Oberste Maxime ist: Produzieren soviel wie möglich. Reicht Nachfrage nicht aus, muss sie geschaffen bzw. vergrößert werden. Wird auch das nicht hinreichend erreicht, wird Überproduktion vernichtet; die Kosten trägt der Steuerzahler.

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    • Ein schönes Beispiel sind die Rechnungen von meinem Opa, der 1962 das Badezimmer renovieren ließ. Der Erlös eines Mastschweins lag damals bei rund 300 Mark. Der Rechnungsbetrag für den Gesellen des Installateurs bei 8 Mark pro Stunde. Bedeutet, für den Erlös eines Schweins konnte mein Opa den Insallateur für fast eine Ganze Woche beschäftigen (37,5 Std). Der Erlös eines Mastschweins liegt heute bei rund 150 Euro, die Gesellenstunde oft schon an die 50 Euro, das heißt der Handwerker ist nach 3 Stunden wieder weg. Oder anders gesagt, Um den Installateur die gleiche Zeit zu beschäftigen brauche ich heute den Erlös von 12,5 Schweinen.

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    • Bodo Tiggesmeier: Ist mir doch auch klar. Das ist eine Spirale des Irrsinns; die Menschen sind „gezwungen“ immer mehr im Hamsterrad zu treten um halbwegs rum zu kommen. Bloß wie können wir diese Entwicklung stoppen?

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    • Claus-Philipp Graf : Danke für Ihre Bestätigung, dass ich Sie richtig eingeschätzt habe.
      Welches Problem Sie haben dürfte klar sein,. denn so wie Sie Ihren Ersatzphallus halten,…..OK…… daran gibts wohl nix zu deuten. Sie haben mein aufrichtiges Mitgefühl

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    • Das kann ich Ihnen auch nicht beantworten, Herr Nyström. Und das maß ich mir auch nicht an, da meine Kompetenzen in der Volkswirtschaftslehre, gegenüber anderen die es gelernt haben, doch eher bescheiden sind. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass es politischer Wille war und ist, die Landwirtschaft effizent zu machen und zu erhalten, mit dem Ziel günstige Lebensmittel zu produzieren. Ganz nach dem Motto wie im alten Rom „Brot und Spiele“. Eine satte und abgelenkte Bevölkerung geht nicht auf die Straße. In dem Zusammenhang fällt mir noch folgendes Statment ein https://www.facebook.com/KeepFarmersFarming/videos/554520281403988/

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    • Bodo Tiggesmeier : Es geht m. E. nicht um günstige Lebensmittel. In unserem Wirtschaftssystem ist Profitmaximierung oberstes Ziel. Die Landwirtschaft ist da halt ein Wirtschaftszweig unter anderen.
      Um Bedarfsdeckung/günstige Lebensmittel geht es doch gar nicht.
      Ist doch ein altes Konzept; eine Bevölkerung die den Kopf nicht frei kriegt ist leicht zu händeln.

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    • Sven Nyström sagen sie mal, tun sie nur so selten blöd, oder sind sie es?
      Fakt 1. heute arbeiten 2% der bevölkerung in der landwirtschaft, früher waren es mal 24% . der hauptgrung ist, 1 das nicht mehr so viele leute verfügbar sind,weil sie anderswo eben nen besseren job haben, 2. die landwirtschaft garnicht in der lage wäre diese ganze leute zu bezahlen. und jeder der hier von freiwilligen redet die es einstmals gegeben hat ist ein lügner! die hat es nie gegeben. denn Fakt 2. die meisten leute der dorfbevölkerung mussten ob sie wollten oder nicht zum verdienst ihrer familie beitragen, da waren es die frauen die wochen und monatelang mit der hacke unterwegs waren, die flächen wurden für einen fix preis vergeben, war man schnell oder wuchs mal wenig unkraut hat man gewinn gemacht, lief es blöd, so musste man auch sonntags ran noch vor der kirche, da musste die ganze familie dann mit,auch kinder !!!
      zum thema gigantismus.
      jeder will seinen lohn haben, auch der maschinenbauer,der schlosser,der elektriker und wie sie alle heissen, folglich wurden die maschinen immer teurer, also mussten diese effektiver werden,grösser um mehr fläche in weniger zeit zu schaffen… also bleibt für viele nur der weg über gemeinschaften sich noch maschinen leisten zu können, aber alle in so einer gemeinschaft brauchen diese maschine zur gleichen zeit, folglich muss sie dementsprechend groß und leistungfähig sein.
      um das zu erkennen muss man einfach mal eins und zwei zusammen zählen. aber anscheinend können sie das nicht

      1+

    • Sven Nyström dann steht in ihrem profil, sie haben mathe studiert, dann sollte ihnen anhand der nackten zahlen wohl so einiges klar werden, mir entsteht der eindruck sie wollen garnichts verstehen wa man ihnen hier erklärt, sie wollen nur stunk verbreiten

      1+

    • Sandra Harms : Sagen Sie mal, tun Sie nur so blöd oder sind Sie es? Halten Sie sich doch raus, wenn Sie nicht begreifen worum es geht.
      Sie haben unbeabsichtigt bestätigt was ich schrieb und was Sie kritisieren wollten, aber nicht mal das begreifen Sie.
      Es gibt Landwirte, die eben diesen Gigantismus nicht mit machen und das erfolgreich, auch wenn Sie das nicht wahrhaben wollen.

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    • Irgendwie habe ich den Eindruck, sie gehen digital an die Problematik. 😉
      Es ist aber stufenlos … Für den einen sind 3m und 150PS Gigantismus … Beim nächsten 6m mit 300PS und andere sagen bei 8m und 450PS, es könnte etwas mehr sein. Es muss zur Betriebsstruktur passen. Aber das muss auch jeder Betrieb für sich bewerten, nur pauschalisieren kann man es nicht.

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    • Aber wenn wir der Krankheit im Gesamten einen Namen geben wollen, wäre meiner Meinung „Kapitalismus“ schon treffend … Ein Ausstieg aus dem System wäre nur möglich, wenn man den einheimischen Markt vor“billigen“ Importen schützt. 😉

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    • Na wenn das mal kein Themenwandel ist … Von Glyphosat zum Wirtschaftssystem … Aber Glyphosat ist und bleibt NUR ein ackerbauliches Werkzeug! In diese Thematik passt es nur, weil Monsanto auf anderen Kontinenten Wege ermöglicht hat, die man als zweifelhaft bezeichnen kann. Ich kenne keinen Landwirt, der nur mit einem Herbizid arbeiten möchte.

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    • Nö, das ist kein Themenwandel. Glyphosat ist die Folge des Wandels von (primär) Bedarfsdeckung nach den Gesetzen des Marktes, hin zu Profitmaximierung.

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    • Nein … Nur ein Werkzeug!
      Unser größtes Kapital ist der Boden! Das die Mulchsaat Vorteile für die Bodengesundheit bringt, ist unstrittig und mehrfach bewiesen. Mit einer vernünftigen Fruchtfolge ist es auch möglich, weniger zu spritzen … Und genau an diesem Punkt kommen wir dahin, wo der Markt ungünstig beeinflusst … Es werden nicht alle Kulturen benötigt. Man braucht zum Beispiel keine Erbsen anbauen, wenn man keinen Käufer dafür findet. Und klar kommt es dann dort zu einer Gewinnoptimierung … Am Markt vorbei zu produzieren, hat schon ganz andere Konzerne das Genick gebrochen.

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    • Natürlich ist es ein Werkzeug; ein Werkzeug um sich die Arbeit zu erleichtern, um arbeitsintensiven Einsatz zu verringern.
      Das Käuferverhalten wird doch beeinflusst; vor einigen jahren warb die Aigner sogar dafür mehr Milch zu trinken, um den Milchpreis zu stützen.
      Oder was der Schmidt jetzt macht; sein peinlicher Feldzug gegen alles was er als gefährlich für „Nutztier“halter sieht.
      Der Konsument kauft was er soll; kann mich nicht dran erinnern, dass es Nachfrage nach zB Bärchenwurst gab. Nachfrage wird geschaffen.
      Erbsen stehen halt bei Schmidt und Co nicht wirklich hoch im Kurs, daher auch kaum Nachfrage danach.

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    • „um arbeitsintensiven Einsatz zu verringern“ … Auch wieder digital 😝

      Nein, wir haben ein ackerbauliches Ziel, weiches wir mit der Bodenbearbeitung erreichen möchten. Eine intensivere Bodenbearbeitung bringt einiges an Nachteile, die man so nach heutigem Wissen nicht künstlich provozieren möchte. Bodenverdichtung ( Pflügen führt schnell dazu,) Bodenerosion ( so lange Oberboden noch mit Wurzeln gehalten wird, ist der Boden auch fixiert,) verhindern vom austrocknen des Bodens ( jeder Arbeitsgang fördert dies,) optimale Krümelung des Bodens ( viel Bodenbearbeitung erzeugt gerne zu viel Feinerde ) und auch der Erhalt der Bodenlebewesen.

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    • Karsten Spanier: Das ist mir doch auch klar, dass so der Boden geschont wird, aber um welchen Preis?
      Wird durch Glyhosat etwa nicht der Arbeitseinsatz verringert? Ihrem letzten Kommentar entnehme ich, dass das schon so ist.
      Erhalt der Bodenlebewesen scheint aber nicht wirklich zu funktionieren, denn selbst der Regenwurm steht ja inzwischen auf der Kippe.

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    • 2 Arten des Regenwurms sind bedroht … Nicht die Gattung im allgemeinen.

      Ja, das Ziel ist eine Reduzierung der Bodenbearbeitung! Ich bin auch gespannt, wie sich dort die Technik weiter entwickelt und ob sich die streifenweise Bodenbearbeitung und Aussaat durchsetzen kann. Die Direktsaat ist halt kein System für unsere Verhältnisse, auch wenn vereinzelt in der Anwendung. Dies würde übrigens ohne entsprechende Bodenlebewesen gar nicht funktionieren … Kommt bei uns aber aufgrund der nichtamerikanischen Verhältnisse schnell an die Grenze.

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  8. Bei Amazon steht: „wird oft zusammen gekauft“ über zwei Bildern von „Sauerei“ und „Vom Land in den Mund“. Der zweite Titel ist noch in der Originalausgabe zu haben – finde den Fehler 😉

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