27 Kommentare

    • bauerhans sagt

      das ist auch so eine mär,wie die behauptung,dass jungbullenfleisch nach raps schmeckt,wenn diese früher mit rapssilage gefüttert wurden.
      nach der wintergerste wurden hier früher steckrüben und raps als futter angebaut.
      der raps wurde mit einem feldhäcksler im oktober/november geerntet und siliert.

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      • Paulus sagt

        @bauerhans
        Es ist keine Mär. Steaks von Bullen die mit Silage gemästet wurden stinken beim Zubereiten zum Himmel. Die von Weidebullen oder -ochsen, zur richtigen Zeit gekauft, riechen angenehm. Ist jedenfalls meine Erfahrung die ich vor vielen Jahren machen durfte. Wir haben das Zeug damals weggeschmissen und dann war Rindfleisch erst mal tabu für uns.
        Einfaches, wenn auch entfernt herbeigeholtes Beispiel: Schwarzwild das viel im Mais unterwegs war hat gelblichen Feist mit einer völlig anderen Konsistenz als das, was sich ausschließlich im Wald und auf Grünland ernährt hat. Letzteres hat weiß/gräulichen Feist der sich gut verwerten lässt, während man den gelben Glibber (obwohl ohne Silage) tatsächlich nur entsorgen kann.
        Meine Gattin stammt von einem Milchviehbetrieb. Was die vom ersten Tag an bis heute, unbeirrbar für ein Gedöns um die Milch macht 😉 Nach Aufnahme von H-Milch aus dem Aldi würde sie wahrscheinlich unter einer akuten Lebensmittelvergiftung leiden. Auch wenn das hier ins Lächerliche ziehe, es ist schon was dran.
        Ich bin da unempfindlicher und in Sachen Milch, zugegeben eher der Gourmand als der Gourmet.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Kann mich noch gut erinnern,
        als an die Kühe die Blätter von Steckrüben verfüttert wurden,
        die Milch hatte den Geschmack von Steckrüben, Probleme mit der Genossenschaft gab es nicht.

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  1. Friedrich sagt

    @Zensi. Der Rationalisierungsdruck in der Landwirtschaft ist enorm wenn wir die Höfe weiter erhalten wollen. Alles muß wirtschaftlich sein. Mit dem einreihigen Rübenroder hat ein Mann an einem Tag einem Hektar gerodet. Ein sechsreihiger Selbstfahrer ist heute Standard und rodet in 24 Stunden rd. 20 ha. Gegenüber vor zehn Jahren , wo wir 5 – 6 Euro/dt Rüben bekamen und heute mit rd. 3 Euro/dt Rüben muß halt alles unnötige eingespart werden. Wir ernten zwar auch rd. 20% heute mehr je Hektar , aber der Gewinn je Hekar Rübenfläche ist erheblich gesunken. Deshalb fahren wir auch keine Rüben mehr mit dem Schlepper , weil das auch teurer ist als der LKW. Heute ist ein LKW mit rd. 25 Tonnen reinen Rüben in fünf Minuten mit der Lademaus geladen , während das früher erheblich länger dauerte und die Anhänger auf dem Feld geladen und runter gezogen werden mußten, auch bei Marschwetter war das immer ein schwieriges Unterfangen. Es wird immer vom „Bäuerlichen Familienbetrieb“ geredet , aber von der Politik alles unternommen , um die Betriebe immer größer werden zu lassen. Die ständigen Vorschriften und Gesetze verschärfen das Größenwachstum noch erheblich. Das diese Linie keinen Vorteil bringt , konnten wir hier vor Ort an einem in Konkurs gehenden Großbetrieb erleben. Nur Größe ist eben auch kein Garant fürs Überleben.

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  2. Diese Zeiten kenne ich noch aus den 80 – 90 er Jahre. Die Rübenblätter wurden bei Stoll Rübenroder extra noch im zweiten Bunker untergebracht. Aber sagt mal, warum werden die Rübenblätter heute nicht mehr zu Silage gemacht?

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    • Ich habe in meinem früheren Leben mal die Idee der Rübenblätter für Biogas gehabt. Vorne am Roder gab es ein Überladeband für eine nebenherfahrende Karre. Auch ein separater Blattbunker war im Gespräch. Haben dann 1000 t Rübenblatt zusammengefahren. Das austretende Wasser war das wertvollste, weil reines Zuckerwasser. Ein richtiger Turbo. Aber die ganze Technikkette ist zu aufwendig für den entsprechenden Gas-Ertrag. Zum Schluss rechnet es sich einfach nicht…

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    • Inga sagt

      Wo sind den die vielen Rindviecher, die die Silage fressen, Karsten?
      Das macht doch Arbeit und bringt kein Geld!

      Da hat man untersucht, was sie für einen Düngerwert haben. Der ist nicht schlecht, denke ich.
      Und werden deswegen sie untergepflügt!

      Dazu kann bestimmt Bauer Willi mehr sagen als ich:

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  3. Zenzi sagt

    Für 1 kg Zucker braucht man 7 Rüben. Von September bis Ende Januar läuft die Zuckerfabrik im 24 Stunden Schichtbertrieb und darf in der Zeit nie länger als max. 40 Min stillstehen (Wartungen) Ich finde sowas interessant 🙂

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  4. Zenzi sagt

    Bei „Dicke Dinger…“ vom 21.9. hat „Ich seh das so“ diese aktuellen Videos reingestellt:
    https://www.youtube.com/watch?v=17ImSEB7Ek0 , 7 min Kurzversion
    (Südzucker Werbefilm)
    https://www.youtube.com/watch?v=Dn1bDivNoJo , 28 min „Nordzucker“ Zuckerfabrik Uelzen, Niedersachsen. Sehr gut dargestellt. Ab min 12 wird die Namensentstehung der „Rübenmaus“ kurz gezeigt.
    Aller Romantik zum Trotz halte ich die Entwicklung zu den Lohnunternehmern (hier Maschinenring) mit den Erntefahrzeugen für eine gute Entwicklung. Welcher 12-jährige könnte sich bei DEM Schulprogramm heutzutage noch ein paar Stunden hinten auf den Ernter mit draufsetzen und „gucken helfen“

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    • Bei der Größe heutiger Schläge ist eben nur so eine rationelle Ernte innerhalb kurzer Zeit möglich. Wobei ich mir da doch die Frage nach eventueller Bodenverdichtung stelle, bei vollgeladenem Vollernter mit über 50 Tonnen.

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      • Zenzi sagt

        Die fahren doch im „Hundegang“ Die Achsen der Räder sind versetzt.
        Obs hilft? Vielleicht kann Willi mal eine Bodenstechprobe nehmen?

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Entscheidend ist,
        wie viel Gewicht auf den Quadratzentimeter kommt, nicht wie schwer das Erntegerät insgesamt ist.

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    • Rainer Bradl Ich frage mich mehr, ob die Zuckerrübenmiete wirklich sein muss. Die hat man früher ja schon ungern angelegt, wegen der Gefahr von Frost.

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  5. Auf dem Roder habe ich damals auch schon gesessen. Die Rüben wurden mit 3 Bauern gemeinschaftlich ausgemacht . Da standen Edelstahl Menge Anhänger die direkt beladen wurden. Im Dorf hatten wir einen keinen Bahnhof da standen 3 Waggons. Für jeden Bauer einen. Für jeden Bauer wurde an einem Tag gerodet. Egal ob Regen oder schönes Wetter. Dann wurde noch ein Traktor vorgespannt zum ziehen. Die Blätter wurde nach und nach mit dem Ladewagen geholt und den Kühen verfüttert. War eine schöne Zeit. Die Roder und auch ein Mähdrescher wurde von 3 Bauern gekauft und auch eingesetzt. Da, ist sich sehr viel geholfen worden.

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    • Stadtmensch sagt

      „War eine schöne Zeit“

      Ja, das hört man oft. Jetzt erkaufen wir uns diese wahnsinnige Produktivität mit hohem Energieeinsatz und brauchen dringend neue Beschäftigung. Egal was. Geld hin und her schieben. Menschen verwalten. Normen ausarbeiten und durchsetzen, sprich Monitoring.
      Wir sitzen nur noch am Human Machine Interface und kommunizieren virtuell.
      Die Menschen ordnen sich der Maschine unter. Glaubt jetzt wieder keiner, is aber so.
      Ich frag mich immer wo der Horror vor körperlicher Arbeit oder einem gemächlichen Tempo herkommt. Ja, ich weiß was schwere, körperliche, stumpfsinnige Arbeit ist – trotzdem schön.

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      • bauerhans sagt

        die „gute alte zeit“ war immer schön.
        hier kamen von 3 söhnen 2 aus stalingrad nicht wieder.
        der opa war zu blöd zum wirtschaften,aber auch zu blöd,den hof vollends vor die wand zu fahren.
        hab ich glück gehabt.

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      • Inga sagt

        Es gibt körperliche harte Arbeit, die ist stumpfsinnig, aber auch welche die ist sinnig, Stadtmensch!

        Die sinnige macht dann auch seelisch zufrieden,

        die andere frustet!

        Und in der Produktion muß sich der Mensch der Maschine unterordnen, denn Zeit ist Geld!

        Die Maschine muß optimal arbeiten!

        Das ist so, die Uhr läuft und die Maschine muß optimal viel schaffen, damit sie sich bezahlt macht und wir Menschen als ihr Handlanger müssen dementsprechend unseres dazu tun und unser Arbeit nach der Maschine gestalten. Eben menschenfreundlich!

        Der Horror vor körperlicher Arbeit kommt von früher, als die Menschen noch buckeln ( sich kaputt arbeiten mußten, da taten ihnen am Abend alle Glieder weh und man hatte keine Interesse und Muse mehr für geistige oder körperliche Freizeitgestaltung.

        Das wollte man den Nachkommen ersparen, denn die sollten es mal besser haben und man hat die Geräte und dann die Maschine erfunden, dann hat die uns immer mehr körperlich schwere Arbeit abgenommen, dann die Maschinenstraßen und die Fabrikationen dann mit Rechnerunterstützung, auch andere Technik (Biologie, Chemie, Physik) und alles ging allen, nun brauchen wir nur Geld hin und her zu schieben, wie unsere Opas das wollten, denn wir sollten uns ja nicht so buckeln.

        Deswegen haben früher auch mehr Menschen in der Landwirtschaft gearbeitet.

        Rüben vereinzelt, Unkraut gejätet, Garben aufstellen, Kartoffellesen usw.

        Welche Technik nimmt uns da alles ab, biochemisch, chemisch und physikalische Lösungen haben uns befreit davon, dafür sind andere Freizeitinteressen in den Fokus getreten und deswegen haben nur noch wenige Menschen Ahnung von der Landwirtschaft, und weil sie wenige davon verstehen, werden nun diese neue Techniken udn ihre Nebenwirkungen beschimpft. .

        Eigentlich geht es uns ja sehr gut, oder?

        Wir müssen nur damit umgehen können und unsere Freizeitinteressen daran anpassen!

        Und das Wissen um die Landwirtschaft echt einpauken, um mitreden zu können!

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        >>Ich frag mich immer wo der Horror vor körperlicher Arbeit oder einem gemächlichen Tempo herkommt. Ja, ich weiß was schwere, körperliche, stumpfsinnige Arbeit ist – trotzdem schön.<<

        Wer von der "schönen" schweren körperlichen Arbeit träumt,
        hat noch nie dauerhaft schwere Arbeit geleistet.

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    • Inga sagt

      Ja, Christoph,
      so war das, denn die Preise der landw. Produkte passten ja nicht bei die Maschinenpreise, deswegen mußet man siech die Teuren Maschinen teilen.

      Die Maschine machte sich ja erst ab X ha bezahlt!

      Hast du damals auf dem Roder gesessen oder auf dem Bulldog, der den Roder gezogen und mit Zapfwellenantrieb in Gang gesetzt hat?
      Ach das war ein ältere, wie wir den hatten.
      Man mußte bei Regen und Wind roden, weil die Fabrik abgerufen hat.
      Deswegen werden die 3 Bauern, denen der eine Roder gehört hat, bestimmt nicht an einem Tag liefern, das wußten die in der Fabrik bestimmt!

      Man konnte auch Silo von den Blättern machen.
      Unser einreihige Roder 1969 hatte auch einen Blattbunker und hatte so alle paar Meter abgeworfen, diesen Haufen haben wir mit dem Frontlader auf einen Wagen geladen und dann in den Stall oder ins Silo auch Feldsilo.

      Der Rübenbunker hat die Rüben dann gleich auf den Wagen befördert, Man brauchte 5 von den damaligen Wagen für einen Waggon!

      Heutzutage werden die Rüben mit LKWs in die Fabrik befördert! Wie Bauer Willi schon mit Mann auf dem modernen selbst fahrenden Roder und Maus gezeigt hat.

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