Bauer Willi
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Roundup ohne Glyphosat

Noch mal das Thema Pflanzenschutz. Erst dachte ich, es wäre ein Aprilscherz, denn bisher war für mich Roundup der Markenname von Monsanto für Glyphosat. Doch es handelt sich nicht um einen Scherz:

https://www.baldur-garten.de/produkt/Herbizide/379/Gartenzubehoer/Pflanzenschutzmittel/Herbizide-Unkrautvernichter/ROUNDUP+AC+Turbo+Unkrautfrei+ohne+Glyphosat/detail.html

Oder auch hier, für die „moderne Hausfrau“. (Das ist jetzt nicht meine Wortschöpfung, beschwert euch also beim Betreiber der Seite.)

https://www.moderne-hausfrau.de/p/roundup-ac-turbo-unkrautfrei-ohne-glyphosat-2-5-liter-kanister-379-129915/

Hier noch das Sicherheitsdatenblatt:

https://www.baldur-garten.de/data/Sicherheitsdatenblaetter/3206_3208_3264_3211_CLP%20Roundup%20AC%20(6).pdf

Das Produkt enthält 9,98 Gewichts% Essigsäure. Bei einem Preis von 27 € bzw. 29 € für 2,5 l kann sich jeder den Liter-Preis leicht selbst ausrechnen. Ein erfolgreiches Geschäftsmodell? Man wird sehen. Übrigens habe ich mal nach dem Preis von Essigsäure (60% = Essigessenz) geschaut…Gibt ja Portale, wo man so was im 20 l-Kanister bestellen kann.

Vertreiber ist übrigens Scotts Celaflor, die in vielen Ländern mit Monsanto kooperiert.

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Scotts_Miracle-Gro_Company

Übrigens wird seitens der Pflanzenschutzämter von der Unkrautbekämpfung mit Essigsäure (oder auch Salz) abgeraten. Logisch, denn dadurch wird auch der Boden sauer.

Dürfte jetzt doch genügend Stoff für Diskussionen sein. Ich halte mich mal vornehm zurück… 🙂

Euer Bauer Willi

(Aufrufe 1.473 gesamt, 4 heute)

36 Kommentare

  1. Paulus sagt

    Also, eines bleibt mir unklar. Auf dem dritten Bildchen der Werbeprospekte ist plötzlich gar kein Unkraut mehr zu sehen; es ist ganz einfach weg. Ist die Biomasse mit Hilfe dieses Mittelchens jetzt in den flüssigen oder gasförmigen Aggregatzustand übergegangen, oder wie habe ich das zu verstehen? Bis jetzt dachte ich immer, die abgestorbenen bzw. verwelkten Pflanzenreste müsse man immer noch durch bücken oder irgendwie mechanisch entfernen. Aus rein ästhetischen Gründen meine ich jetzt.
    In <10%iger Essigsäure eingelegt, lösen sich unser Rucola und Löwenzahn jedenfalls nicht in irgendwas auf.
    Wenn Bauer Willi seine Zwischenfrucht, statt sie von Schafen beweiden zu lassen, mit Glyphosat behandelt hätte, dürfte ja schließlich auch eine weitaus höhere Menge an Pflanzenmasse als nach der Beweidung übrig geblieben sein. Oder sehe ich das jetzt falsch?
    Ich frag ja nur mal – gibt ja schließlich genügend Fachleute hier. Das Glyphosat den Aufwuchs/Nachwuchs ungewünschter Pflanzen verhindert ist mir in diesem Zusammenhang schon klar.

    Ich möchte das noch mit einer Kritik ergänzen: wenn sich hier LW mit wenigen Worten untereinander austauschen verstehe ich als geneigter und sehr interessierter Laie manchmal herzlich wenig. Der Zusammenhang zwischen Nematoden und Ölrettich als Zwischenfrucht und dem Anbau von Zuckerrüben wurde mir z.B. erst (annähernd) klar, nachdem ich, nun ja, gegoogelt hatte.
    Es reicht nach meiner Auffassung nicht, nur irgendwelche Themen zur Diskussion zu stellen und sich zurück zu ziehen. Wenn man, wie Willi sich auszudrücken pflegt „die ganz normalen Menschen“ erreichen will, sollte man vielleicht mehr erklären, warum und wieso und aus welchem Grund manches so ist wie es ist.
    Sorry, ich bin vom Thema abgewichen, wollte das aber schon länger mal loswerden.

    3+

    • Bauer Willi sagt

      @Paulus
      wer zu spät kommt….Das Thema Nematoden und Ölrettich und Zuckerrüben hatten wir schon früher. Trotzdem danke für den Tipp. Ja, wir Landwirte haben manchmal schon eine eigene Sprache und merken das oft selbst nicht mehr. Übrigens hat ein Fischgrät-Melkstand nichts mit Fischen zu tun und wenn wir drillen, klingt das militärisch. Wir meinen wir eigentlich nur den Vorgang der Saat. Wenn ich wieder mal in Bauern-Deutsch verfalle, darfst Du mich also gerne darauf hinweisen. Ich merke das manchmal selbst nicht mehr… 🙂
      Bauer Willi

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    • Friedrich Pape sagt

      Ist Gift, vergiften nicht immer Frage der Dosis? Beeren, Kräuter, Elemente wirken auf etwas, bewirken etwas. Hemmen oder Beschleunigen Abläufe. Auch Landwirtschaft forscht und passt sich Erkenntnissen an. Derselbe Prozess zieht sich durch alle Lebensbereiche. Denk mal dran was sich zwischen Schmierseife, Bohnerwachs und Essig deiner Grossmutter und deinem Reinigungshelfern heute alles so im Haushalt getummelt hat. Reiniger, Farben, Weichspühler, Waschmittel, Fleckenentferner usw. Und dein Diesel ist trotz aller Kritik heute sauberer als 1980.

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  2. Friedrich sagt

    Wenn man sieht was für Bauern verboten und Privatleute erlaubt ist , dann muß man doch unseren ROT/GRÜNEN Politikern ernsthaft unterstellen , daß sie nur die Bauern ärgern wollen und sich als die großen Umweltschützer darstellen wollen. Das ist Bauernbashing nur des eigenen Vorteils willen. Was wir Wähler alle brauchen sind Politiker die nach sachlichen
    Rahmenbedingungen vorgehen und nicht nach der Ideologie und dem Gefühl , sowie den Wählerstimmen verfallen sind. Rückrat und keine Abhängigkeit vom politischen Mandat ist hier gefragt , aber leider sind die Herrschaften hinter einem warmen Plätzchen mit guter Bezahlung verfallen, sonst könnte man sich den hohen Anteil aus dem „Öffentlichen Dienst“ in den Parlamenten nicht erklären. Es wird Zeit , daß mehr normal arbeitende Leute in die Parlamente kommen , denn die wissen eher was los ist.

    4+

    • Brandenburgbauer sagt

      Moin Friedrich,wäre das nicht ein Job für Dich! Aber ich glaube eher nein, das entspricht nicht Deiner Lebensphilosophie was da in diesen Kreisen abläuft.
      Das da, ist nicht wirklich Deine Welt. Gehe in Dich.
      Getreu dem Sprichwort „Schuster bleib bei Deinen Leisten“ Glaube mir, Du lebst ruhiger und entspannter.

      0

  3. Gerade im Bereichen Pflanzenschutzmittel für Haus & Garten ist es gängige Praxis, etablierte Produktnamen weiter zu verwenden, auch wenn der enthaltene Wirkstoff wechselt.
    Ein gutes Beispiel ist hier das Vorox:
    Vorox WG: Amitrol & Diuron
    Vorox WPD: Propyzamid & Diuron
    Vorox G: Glyphosat & Diuron
    Diese Produkte sind nicht mehr zugelassen!
    Heute wird Vorox als
    Vorox Direkt Giersch-frei: Glyphosat
    Vorox Garten Unkrautfrei: Glyphosat
    Vorox Giersch frei: Glyphosat
    Vorox Unkrautfrei: Glyphosat
    Vorox Unkrautfrei Direkt: Glyphosat
    Vorox Unkrautfrei Direkt AF: Glyphosat
    Vorox Unkrautfrei Direkt Spray: Glyphosat
    Vorox Unkrautfrei Easy: Glyphosat
    Vorox Unkrautfrei Express: Pelargonsäure
    Vorox Unkrautfrei Express AF: Pelargonsäure
    Vorox Unkrautfrei Protekt: Propyzamid
    Vorox Streugranulat: Propyzamid
    Für den Kleingärtner angeboten.
    Gerade hier bei Facebook kursieren immer wieder die abenteuerlichsten Geheimtipps um sich des unliebsamen Bewuchses auf Hof, Garageneinfahrten oder Bürgersteigen zu entledigen.
    Teilweise werden sogar extrem aggressive Desinfektionsmittel für den Industriellen Einsatz angeboten. Ich habe den Eindruck einer Vielzahl von Grundstückseigentümer ist immer noch vollkommen egal, was da in der Umwelt verteilt wird, solange nur das eigene Grundstück mit möglichst geringem Einsatz sauber gehalten wird.
    Dabei gilt, alles was man zur Krautbeseitigung auf seine versiegelten Flächen ausbringt, ob Chemie oder Hausmittelchen, ist eine Pflanzenschutzanwendung und ist somit bei Bußgeldern bis zu 50.000 € verboten.

    0

    • Lieschen Müller sagt

      Dann hat man aber auch das Salz bald im Gartenboden, tolerieren nicht alle Pflanzen wirklich. Auch viele Hausmittelchen sind in der Menge giftig für die Umwelt. Im Grunde muss man doch bei der Gestaltung anfangen: wenn mir das Unkrautjäten zu viel ist, muss ich in eine Etagenwohnung ziehen. Oder ich arbeite mit Unterpflanzungen, oder ich lege die Einfahrt als Schotterrasen an, oder was weiß ich! Oder ich erfreue mich einfach an Löwenzahn. Selbst der Girsch stört doch die Rosen nicht, soll er doch wachsen. Im Gemüsebeet ist eigentlich kein Giersch, und da kann man eh nicht mit Unkrautvernichtungsmittel rumhantieren.

      2+

    • Paulus sagt

      Die FB-verhafteten können meinen Beitrag leider nicht lesen. Aus taufrischen Brennnesseln, nicht zu alt, kann man ein köstliches Gemüse und sogar einen Brotaufstrich bereiten. Ein klein wenig Maggi muss dran und ohne den Stich Butter ist es sogar vegan. Und keine Angst, Hunderüden pinkeln nicht an Brennnesseln, zumindest unserer nicht, wahrscheinlich … naja.
      Aus welchem Grund sollte ich Brennnesseln „bekämpfen“ wenn sie gleichzeitig als Nahrungsmittel mit gewissen Vorzügen zur Verfügung stehen, oder sehe ich das jetzt falsch?

      2+

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      >>Taunasse Brennesseln kann Mann bekämpfen indem man Salz auf die Blätter Streut.<<

      Reicht da normales Salz, oder muss es Himalayasalz/Meersalz sein,
      wegen der Qualität oder so. 😉

      1+

          • Lieschen Müller sagt

            Vielleicht will er ja mal den Anbau von Queller testen? So ein Zeug wurde doch schon zur Rettung der Welternährung nach der Versalzung der Böden beworben.

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  4. Andreas Müller sagt

    Das ist Product bzw. Brand Greenwashing – made by Monsanto… nicht mehr

    1+

  5. AdT sagt

    Das Roundup ohne Glyphosat ist vermutlich wie Deutschland ohne „Establishment“. Nur nicht ganz so toxisch.

    1+

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Und was lesen wir daraus?

        Die Essigsäure ist giftiger, wenn man überhaupt von Giftig sprechen kann.

        1+

  6. Sag ich doch! Essigessenz!
    2 kg, 25 %, unter 10 €. Ich verdünne es noch unter 9 % und verwende es punktuell in der Einfahrt, wenn das Pflaster mal zu „grün“ wird und ich keine Zeit und Lust zum Jäten habe. Der Kanister ist schon Jahre alt und hat noch 7,98 € gekostet…
    Übrigens kann man damit auch hervorragende Salatsaucen machen.

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