Alois
Kommentare 54

Preisliste

Diesen Artikel hat Uli, ein sehr interessierter und bewusster Verbraucher, geschrieben. Er hat recherchiert, ob die dritte Option zu wachsen oder weichen, die Nische, ein gangbarer Weg ist? Und er kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.

 

Ich hatte bereits darüber geschrieben, wie wichtig eine professionelle Vermarktung ist und hatte eine Lanze für die Handelsketten gebrochen (http://www.bauerwilli.com/wachsen-oder-weichen-oder/#comment-4452). Kommentare dazu kamen fast keine. Für die Bauern hier im Blog scheint Vermarktung also kein Thema zu sein. Mir hat das keine Ruhe gelassen und ich habe jetzt eine Liste von Preisen recherchiert, die für sich spricht und hoffentlich nicht nur mir die Augen öffnet.

Es geht um die Marktnische für Fleisch aus artgerechter Haltung. Als Beispiel habe ich den Preis für Schweineschnitzel gewählt. Für mich (exotischer Kunde) kommt noch hinzu, daß die Betäubung im Schlachthaus nicht durch CO2 erfolgen soll. Wie für alle Verbraucher zählt für mich nur der Preis. Ich kaufe also das günstigste Schnitzel, das meinen Anforderungen genügt. Meine Recherche ergab folgende Hitliste:

6. Platz – 39,50 Euro / kg
Die vom Foristen Gernot verlinkte http://www.meinekleinefarm.org/
Es handelt sich um Bio-Fleisch ab Hof und es gibt offensichtlich Kunden, die für das Durchnummerieren der Schweine bereit sind, diesen extrem hohen Preis zu bezahlen.

5. Platz – 27,20 Euro / kg
Viele regionale Firmen bieten einen Lieferservice für Bio-Produkte an („Gemüsekiste“) und liefern auch Fleisch. Ein Beispiel ist der sehr erfolgreiche Großhändler Schröder aus Hamburg, mit eigenem Schlachthaus und Kühlfahrzeugen. Der genannte Preis bezieht sich auf sein Online-Angebot für Endverbraucher. Beim Lieferservice gibt es den Nachteil, daß eine verwirrende Anzahl von Bio-Siegeln verwendet wird, wobei nicht klar ist, wie die Tiere tatsächlich gehalten werden. Auf Nachfragen hat mir z.B. Neuland mitgeteilt, daß die Erzeugergemeinschaft in BW mit der Elektrozange betäubt, daß aber CO2-Betäubung zulässig ist.

4. Platz – 23,90 Euro / kg
Naturland Bio-Fleisch von Rewe. Die Bio-Schnitzel sind nur in wenigen Märkten erhältlich. Für Rewe ist dies kein strategisches Produkt, sondern eher ein „Beifang“ den sie mitnehmen, wenn es in die Logistik-Kette passt.

3. Platz – 19,20 Euro / kg
Direkt ab Hof von http://www.naturlandhof-buening.de/index.html
Ein ganz erstaunliches Ergebnis für Bio-Fleisch in Direktvermarktung. Ich vermute, daß der Hof mit seinen 75ha noch andere Standbeine für seine Existenz hat.

2. Platz – 19,00 Euro / kg
von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (http://www.besh.de/). Fleisch aus artgerechter Haltung (nicht Bio), Betäubung beim Schlachten mit der Elektrozange (auf Anfrage lt. E-Mail). Professionell gemanagte Vermarktung in ganz Süddeutschland.

1. Platz – 16,50 Euro / kg
Bio-Fleisch der Marke „Von Hier“ der Handelskette FENEBERG http://www.feneberg.de . In Süddeutschland bis zur Grenze Ulm-München in jedem größeren Ort erhältlich. Professionell gemanagte Prozesskette vom Bauern bis in den eigene Supermarkt. Großer Umsatz, immer vorrätig und immer frisch.

Zum Vergleich – 6,00 Euro / kg
Einheitspreis für Fleisch aus konventioneller Haltung bei Aldi, Lidl usw.

Ich als Verbraucher lerne daraus, daß auch für einen Nischenmarkt die professionelle Vermarktung der entscheidende Faktor ist. Wenn ein Bauer auf artgerechte Tierhaltung umstellen will, muss er entweder selbst ein Genie in der Vermarktung ab Hof sein oder er muss an eine passende Handelskette liefern, die bereits im Markt etabliert ist.

Meine Präferenz ist klar, ich werde nicht mehr als 16,50 Euro / kg ausgeben.

Ganz wertfrei, ohne Ideologie, nur nach meinem Geldbeutel…

Grüße von Uli

(Aufrufe 4.409 gesamt, 6 heute)

54 Kommentare

  1. Hertha Kerz sagt

    Ich weiß es nicht, aber vielleicht sollte man mal eruieren, ob das Fleisch eines Turboschweins genauso nahrhaft ist, wie das Fleisch eines Schweins, welches langsamer wächst und ansetzt. Wenn ich bei einem Turboschwein 800 gr. Schnitzel brauche, um einigermaßen satt zu werden, und bei einem langsamer gemästeten Schwein beispielsweise nur 500 gr., dann kann es sich doch durchaus lohnen, dass teurerere Fleisch zu kaufen, da es im Endeffekt auf den selben Nahrungsgehalt hinausläuft. Ich erinnere mich noch sehr gut, dass man damals riesige Schnitzel kaufte, die dann in der Pfanne auf Nanogröße schrumpften. Da ich Vegetarier bin, weiß ich allerdings nicht, ob das heute immer noch so ist. (Nein, ich bin nicht Vegetarier, weil mir die Tierchen leid tun – das hat andere Gründe).

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  2. Thomas Pa sagt

    Fernsehtipp…

    3 Sat „Zweigelt Wein und Wahrheit“ für jemand der viel Zeit hat.

    Es lohnt sich mal in der Geschichte zu graben, es gibt viele Parallelen.

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  3. Uli49 sagt

    Heute gab es im WDR-Fernsehen eine schöne Sendung über den Bewußtseinswandel, hin zu einer anderen Tierhaltung:
    http://www.ardmediathek.de/tv/Doku-am-Freitag/Vom-Wurstk%C3%B6nig-zum-Bio-Pionier-Karl-Lu/WDR-Fernsehen/Video?documentId=29100896&bcastId=12877116

    Es geht um den Unternehmer Karl Ludwig Schweisfurth, der erst mit den Herta-Fleischfabriken zum Multimillionär wurde und dann als Bio-Bauer noch mal neu angefangen hat. Für mich eine sehr eindrucksvolle Unternehmerpersönlichkeit.
    Viel Spaß beim Ansehen
    Grüße
    Uli

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    • bauerhans sagt

      der bauer,der seinen betrieb neu ausrichtet und damit langfristig erfolgreich ist(direktvermarktung,hofcafee,pferdehof etc.),ohne ein riesiges geldvermögen im hintergrund,ist für mich eine unternehmerpersönlichkeit.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Uli, vielen Dank für diesen Tipp und Link. Ich habe mir jetzt die Zeit genommen umd den Film ganz anzusehen. Ich bin tief berührt. Ein Unternehmer, ein erfolgreicher Unternehmer der fühlt. Und nach seinem Gefühl handelt. Ich glaube wir sind als Gesellschaft auch auf dieser Wanderschaft. Karl Ludwig Schweisfurth hat 1984 seine Entscheidung getroffen. Er hat als Pionier lange vorher gespürt, was heute langsam auch die Masse spürt und bewegt. Und so folgerte vor wenigen Tagen der Marketingleiter des Wurstherstellers „Rügenwalder Mühle“: „Wurst und Fleisch haben ein Imageproblem“ (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/tv-kritik-hart-aber-fair-jung-vegan-tolerant-13649396-p2.html)
      Wir können als Landwirte das nun bemängeln und uns rechtfertigen, es wird uns nichts nützen. Der Zug rollt, er hat schon so viel Fahrt aufgenommen, dass ein Umkehren unmöglich scheint.
      Ich habe als Bauer Verantwortung für mein Unternehmen Landwirtschaft. Ich muss letztendlich handeln.
      Alois

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      • bauerhans sagt

        wurst und fleisch haben kein imageproblem!
        (ein unternehmen,welches ein neues produkt auf den markt bringen will,muss natürlich werbung machen)
        einige spendengenierer versuchen kapital daraus zu schlagen,indem sie die tierhaltung generell schlecht machen und das durch bilder,die aus wenigen herunter gekommenen betrieben stammen.

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      • Uli49 sagt

        Hallo Alois, nach der Sendung habe ich mir im Internet die Herrmannsdorfer Landwerkstätten angeschaut und habe dort den Hinweis auf die fast ausgestorbene Warmfleisch-Technologie gefunden. Siehe:
        http://www.herrmannsdorfer.de/die-landwerkstaetten/die-warmfleisch-metzgerei/
        http://www.tierisch-gut-leben.info/bis-zum-ende
        Eine Erklärung, was es damit auf sich hat, gibt es hier:
        http://www.oekolandbau.de/fileadmin/redaktion/oeko_lehrmittel/Ernaehrungswirtschaft/Fleischerhandwerk/fl_modul_b/fl_b_03/flmb03_01.pdf
        Ich habe immer gerätselt, warum die heutige Blutwurst (Schwarzwurst) nicht mehr so gut schmeckt, wie ich es von den Schlachtfesten in meiner Kindheit in Erinnerung habe. Die damals noch übliche Warmfleisch-Technologie könnte eine Erklärung sein. Außerdem habe ich gelesen, daß heute dem Schweineblut Gerinnungshemmer zugesetzt werden (gleiches Medikament wie im Krankenhaus), weil die Transportwege zum Metzger zu lang sind. Früher wurde das Blut für die Wurst noch warm gerührt. Der gelernte Metzger Schweisfurt hat die alte Technik während seiner Lehre 1946 noch selbst erlebt und wendet diese heute wieder an. Ich muß mal recherchieren, wo man an so eine Wurst kaufen kann.
        Vielleicht kannst Du bei Deinem Termin bei Feneberg mal fragen, ob sie diese Technologie kennen.
        Grüße Uli

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        • bauerhans sagt

          dem schlachttier darf vor der schlachtung kein medikament verabreicht werden! erst wenn die jeweilige wartezeit des medikamentes,plus 7 tage, verstrichen ist.
          wer erwischt wird,bekommts mit dem staatsanwalt zu tun.

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            • Thomas Pa sagt

              Uli!

              Das mit dem „Hot boning“ ist nun kein Geheimnis. Wird auch in Thüringen gemacht, wenn man das unbedingt machen will, kann man das organisieren. Diesen Hausschlachtegeschmack bekommst Du nur mit Warmzerlegung, fettem und altem Schwein und guten Gewürzen hin.
              Zum Bsp. Fleischerei Zimmermann -> „Schwein mit Gesicht“ macht das auch. Die Wurst schmeckt deshalb überall gleich, weil auch fertige Gewürzmischungen verwendet werden. Ich bin ständig mit einigen Fleischereien im Kontakt. War auch schon in Italien und probiere luftgetrockneten Schinken aus. Teilweise ist das Fleischerhandwerk auch etwas selbst dran schuld, das es ausstirbt. Andererseits muss man sagen, das es wirklich schwer ist gegen die großen Ketten Paroli zu bieten. Ich persönlich engagiere mich da sehr, das die Fleischer wieder rohstoffbewußter werden.
              Zum Blut: das kann man auch mit Phosphat erreichen, das es nicht gerinnt. Was mir etwas aufstösst, erst „bemängelst“ Du die Preise, kaufst dann das günstigste. Kannst aber den Aufwand gar nicht beurteilen. Der Geschmack der Standardware ist nicht so schlecht, das es riesen Unterschiede gibt zur handwerklich hergestellten Ware. Dann kommt noch hinzu, das wenn man das Produkt haben will, muss ich 30 km fahren. Ich persönlich bin sehr dafür alles aus dem Produkt rauszunehmen, was nicht unbedingt hineingehört. Für den Schinken braucht es nur Gewürze und Salz. Mehr nicht.

              Finde ich gut, das Du dich für die Herstellung interessierst!

              Thomas

              P.S. Die Wartezeit für die meisten Medikamente beträgt 56 Tage. Ein Standardschwein wird etwa 180 Tage alt. Davon sind ca. 110 Tage Mast, also die Hälfte.

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          • bauerhans sagt

            „P.S. Die Wartezeit für die meisten Medikamente beträgt 56 Tage. Ein Standardschwein wird etwa 180 Tage alt. Davon sind ca. 110 Tage Mast, also die Hälfte. “

            kein mäster wird ein medikament einsetzen,welches 56 tage wartezeit hat!!
            die wartezeit gebräuchlicher medikamente liegt bei 3 bis 18 tagen plus 7 tage.

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            • Thomas Pa sagt

              Bauerhans!

              Richtig das Wort „meisten“ bitte streichen.

              Aus Tierschutzgründen würde ich das schon so machen, wenn ich weiß es besteht eine Chance, Bucht frei, Heilungsschancen usw…..Notschlachtung gibt es ja mehr oder weniger nicht mehr. Ist auch so ein Punkt, den sich die Tierhalter gut überlegen sollten…..lohnt nicht…weg damit….

              Grüße!

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  4. Uli49 sagt

    Zum Thema Tierwohl empfehle ich dringend die Sendung „hart aber fair“ von gestern mit dem Titel „Fleischesser am Pranger – kommt jetzt das Ende der Wurst? “
    http://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/videos/videofleischesseramprangerkommtjetztdasendederwurst100.html
    Wer nicht über 1 Stunde zeit hat, kann hier die Zusammenfassung lesen:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/tv-kritik-hart-aber-fair-jung-vegan-tolerant-13649396.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
    Wer glaubt, das sei ein Randthema und für die Bauern nicht relevant dem sei ein Zitat von Prof. Spiller ans Herz gelegt:
    „Die Politiker haben quer durch alle Parteien erkannt, dass sich im Agrarbereich viel weniger Stimmen gewinnen lassen als mit Verbraucherthemen. Diese Entwicklung ist nicht mehr rückgängig zu machen.“

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    • bauerhans sagt

      … 5 selbstdarsteller,die ihre botschaften emotional,ohne fachkenntnisse,hinter dem rücken von tierhaltern diskutierten…

      weder hart,noch fair!!

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      • Bauer Willi sagt

        hallo Hans
        das spielt aber leider keine Rolle. Wieder haben Millionen die Sendung gesehen. Da kann ein Auftritt von Bauer Willi bei Günther Jauch nichts bewirken. Wir müssen selber Initiative ergreifen und wieder eine Stimme in der Gesellschaft bekommen. Oder bist Du anderer Meinung? Um es gleich dabei zu sagen: ein DBV allein kann das nicht stemmen.
        Bauer Willi

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        • bauerhans sagt

          ich habe eine meinung und äussere die,wie andere hier.
          verbraucher werden durch die neuen medien informiert (z.b.glyphosat ist krebserregend,das wasser ist belastet,qualzucht bei nutztieren) und übernehmen das ungeprüft,weil es ihre emotionen anspricht.
          rational dagegen zu halten ist schwierig.

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      • Uli49 sagt

        Ich verstehe die negative Bewertung der Sendung hier im Forum nicht.
        Frau Dhem vom Bundesverband der Fleischwarenindustrien hat klug argumentiert und viel Beifall erhalten. Sie ist eine Sympathieträgerin. Sie hat die Unterstützung durch die Bauern verdient.
        Ich habe mit Absicht das Zitat von Prof. Spiller mit angefügt, weil ich genau solch pauschale Abwehr erwartet hatte.
        Rügenwalder Wurst wird Ende 2015 bereits 1/3 seines Umsatzes mit vegetarischen Produkten machen: „Vom vegetarischen Schinken Spicker wurden seit der Einführung im Dezember über 1,6 Mio. Packungen pro Monat verkauft. Wir sind voll ausgelastet und arbeiten bereits an einer Kapazitätserweiterung“.
        Der Verbraucher hat die Macht. Industrie und Handelsketten reagieren mal wieder viel schneller als die Bauern.

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        • Biobauer Andreas sagt

          so hat jeder seine Vorlieben: ich fand Nicole Just überaus sympathisch, eine fröhliche Veganerin, die völlig ohne missionieren auskam. Von der würde ich mich jederzeit zum veganen Essen einladen lassen 🙂

          Einig waren sich doch alle, dass es bessere Tierhaltung geben müsste und jetzt?

          Passieren wird nichts! Konventionelle Schweine, Mastgeflügel und Mastrinder leben weiter unter unwürdigen Bedingungen damit Fleisch schön billig bleibt.

          PS: die vegetarische Rügenwalder find ich zum kotzen! Basierend auf Hühnereier, vermutlich aus ausländischer Käfighaltung?? Absolut ungesund und für einen aufgeklärten Vegetarier ein No-go. Aber eben ein gutes Beispiel, wie man mit Zeitgeist-Produkten die Verbraucher verarschen kann und dabei reich wird.

          3+

          • bauerhans sagt

            es ist mittlerweile ne ganze menge passiert!
            QS und demnächst die aktion TIERWOHL,diese aktionen kosten einen haufen geld,welches der bauer nicht erstattet bekommt!
            tiere die unter unwürdigen bedingungen aufgezogen werden,nimmt kein schlachthof ab,da wird sehr genau kontrolliert.
            billig ist das fleisch,weil das angebot für die begrenzte nachfrage zu gross ist.

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Die Sendung bekommt insgesamt sehr gute Kritiken. Eigentlich kein Grund sich zu beklagen.

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        • Bauer Willi sagt

          Hallo Uli
          du hast recht. Ich hatte erst nur den Kommentar von bauerhans gelesen, aber jetzt habe ich mir die Sendung angesehen und fand sie nicht hart, aber fair. Ein gelungenes Beispiel, von kritischer Betrachtung, aber lösungsorientierter Diskussion. Und zu Andreas: ja, auch Frau Just war sympathisch, weil sie nicht missioniert hat. Wenn Du jetzt noch sagen würdest, dass Dich Frau Dhem mit Ihrer Ehrlichkeit überrascht hat…
          Übrigens ist der Satz von Frau Höhn mit den drei Schweinen im Bett mindestens 15 Jahre alt. Den hat sie schon als Umweltministerin in NRW häufig gebracht. Ganz ohne Ideologie, nur zum Nachdenken…
          Bauer Willi

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  5. Uli49 sagt

    Ich habe mir alle Kommentare mehrmals durchgelesen, verstehe aber nicht richtig, was man mir jetzt sagen will.

    Gernots Vergleich mit den Autos gefällt mir. Die Schnitzel von „Meinekleinefarm“ wären dann von der Stückzahl her der Rolls-Royce, Feneberg liefert den 3er BMW und Aldi den Dacia. Der VW-Golf wäre wahrscheinlich das Schnitzel vom Metzger um die Ecke. Was nicht paßt: beim Essen gibt es mehr Dacia- als Golf-Fahrer.

    Interessant fand ich auch den verlinkten Artikel im Tagesspiegel über den Umsatzanstieg bei veganen Lebensmitteln. Berlin ist halt schon ein besonderes Pflaster. Für die Lebensmittelindustrie ist das ein Traum. Die mixen irgendwelche Chemie zusammen und verkaufen das dann teuer als veganes Fertiggericht. Dafür bin ich wohl zu alt. Aber die heutigen Hipster werden ja auch irgendwann alt. Es gibt doch das Sprichwort: „Gutes Essen ist die Erotik des Alters“

    Grüße Uli

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    • Thomas Pa sagt

      Markt ist per Definition, wenn ein Angebot auf eine Nachfrage trifft.
      Theoretisch wurden Preise ermittelt. Der Autor müßte eine Bestellung aufgeben bzw. das Schnitzel kaufen, ansonsten ist das alles theoretisch.

      Theoretisch kann ich auch einen Heuballen (Almheu) für 100 Euro in 5 kg Bags für 6 Euro verpacken. Die Frage ist wieviel Markt sich dafür ergibt. Teilweise sind Märkte auch etwas schlechter zugänglich, z.B. in Österreich erfolgreiche AAAA Schweine. Dieser Markt ist transporttechnisch etwas schwieriger, wie GB usw.. Nische ist nicht so einfach. Schwein mit Gesicht verkauft meines Wissens eher Konserven, kein Frischfleisch. Bzw. es ist eher die Ausnahme.

      Die Anmerkung stimmt, das es beim Schwein um Weltmarktpreise geht:

      Bsp. Preise Schlachtschweine 18.5. 1,50 € Hannover, 1,58 € Chicago.

      Das Geschäft bis zur Endware ist sehr eng. Deshalb lohnt es sich für Fleischereien nicht, Frischfleisch zu verkaufen, soviel t kann niemand verkaufen. Deshalb konzentrieren sich die Zerlegebetriebe immer mehr. Die Convenience -schiene ebenfalls. Meist liefern diese für mehrere Discounter. Deshalb ist Nische beim Schwein schwierig, da man das alles im Griff haben muss und es kaum noch Betriebe gibt! Wo man bis zum Endprodukt alles selber machen kann ist es einfache, z.B. Ei oder Weinbau.
      Eigentlich ist das Gucken auf den Kilopreis sinnlos, wer kauft heute kiloweise Fleisch. Über den Discounter geht es so, wenn der Preis steigt werden die Scheiben dünner geschnitten, sodass für den Durchschnittskunden z.b. 4 Scheiben, den und den sensiblen Endpreis ergeben….sagen wir 3,99 €. Oder wenn es günstig im Einkauf ist gibt es die Großpackung für 6,99. Oder eben das tolle Rindfleisch mit Riesenknochen und wenig Fleisch für 12,99 €. Über das Warenkontrolling kann eine Person feststellen, was gut abverkauft wird und was nicht. Was anderes gibt es dann eben nicht. Gleiche Prinzip Baumarkt : 6 Schrauben sind exorbitant teuer gegenüber dem 100er Pack. und und und..

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      • Thomas Pa sagt

        Zu behaupten Geflügel hat geringere Ansprüche an die Futterqualität als Schwein ist nicht korrekt, es ist genau umgekehrt. Bezogen auf Profihaltung und einen bedeutsamen Markt. Biohaltung beim Schwein gab es mind. in den 50 zigern bis 60zigern. flächendeckend, vom Haltungssystem ausgehend. Ration war Gerste, Weizen, Mais, Hackfüchte, Fischmehl, Molke, Hackfrüchte und Futterkalk. Grob dargestellt. So ähnlich wie heute gefordert. Wäre auch machbar.

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      • Uli49 sagt

        Hallo Thomas, vielleicht bin ich begriffsstutzig, aber Ihr Text ist für mich als Verbraucher verwirrend, ich erkenne keinen roten Faden. Wenn ich Sie richtig verstehe, bezweifeln Sie meine Preisangaben.
        Im Detail: ich war auf unserem Wochenmarkt und habe am Stand Schnitzel von der BESH gekauft. Die Verkäuferin hat den Kilopreis von 19 Euro an der Waage eingetippt und dann die von mir ausgesuchten Schnitzel auf die Waage gelegt. Die Waage zeigt dann den Preis an, den ich bezahlen muß. Was ist daran falsch? Die abgepackten Schnitzel bei Rewe und Feneberg habe ich in der Hand gehalten. Der Kilopreis war auf der Verpackung aufgedruckt. Ich habe die Schnitzel nur wieder zurückgelegt, weil ich so viel auf einmal nicht essen kann. War durch das Zurücklegen der Ware der Preis jetzt zu theoretisch?
        Meine Haupterkenntnis aus dem Preisvergleich ist der große Preisunterschied, den es bei der Bio-Ware gibt. Ganz im Gegensatz zum konventionellen Fleisch, wo alle Ketten bis auf den Cent genau den gleichen Preis verlangen. Ich führe dies auf die unterschiedliche Vermarktung zurück.
        Grüße Uli

        2+

        • Thomas Pa sagt

          Hallo Uli! Ich bezweifle die Preise nicht, die sind plausibel. Das ist schon Ok.
          Was verstehst Du unter unterschiedlicher Vermarktung?

          Im konv. Bereich ist es so, das es volle Preistransparenz gibt. Das bedeutet, es gibt eine wöchentliche Notierung für die Woche, diese Woche z.B. für 1,50 € je kg Schlachtmasse warm und 56 % Magerfleischanteil, an dem Preis staffelt sich alles bis zum Endprodukt. Dann wird noch über kleine Abschläge und Zuschläge der Abfluss gesteuert.

          Bio ist vorwiegend ein Vertragsmarkt, das bedeutet, ich habe Bauern die haben Verträge mit einem Vermarkter und die haben wieder Kunden im Einzelhandel, die ungefähr wissen wie der Abverkauf ist. Alles was über ist kann man sehr schwer absetzen bzw. das drückt auf den Preis. Dann sind noch Kunden über das „Label“ gebunden (Bioland, Demeter usw.) so dass es dort einen rel. festen Markt gibt. Das kann aber auch schwanken.

          Verständlich ?

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      • bauerhans sagt

        „Markt ist per Definition, wenn ein Angebot auf eine Nachfrage trifft.“

        … bei schweinen ist es so,dass eine begrenzte nachfrage auf ein überangebot trifft——> preis kann nur steigen,wenn kurzfristig zu wenig angebot ist…..

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        • Thomas Pa sagt

          Bauer Hans, das ist ein einfacher Satz. Die Bedeutung ist aber sehr schwerwiegend.

          Der Chef von der großen Vermarktungsorganisation sagt“ das Produkt wieder in den Wert setzen“ ein einfacher Satz, aber mit großer Bedeutung und Geschäftsmodell!!!

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Uli, das Erotiksprichwort kannte ich noch nicht. Dafür kenne ich den Feneberg umso besser. Ich war nämlich 1994 im ersten Jahrgang „VonHier-Bauer“ Das war der Startschuß für die Öko-Zertifizierung für meinen Betrieb. Feneberg hat damals etwas revolutionäres gemacht: Er hat die VonHier-Landwirte aus der Anonymität herausgeholt. Ich habe damals per Vertrag zusichern müssen, dass ich meine Adresse und mein persönliches Bild für das VonHier-Marketing zur Verfügung stelle. Und jeder Landwirt hat zugesagt, dass er für 20 Stunden im Jahr in die Fenebergmärkte steht und dem Verbraucher persönlich Rede und Antwort steht. Viele interessierte Landwirte haben genau darum erst mal nicht unterschrieben.
      In den Folgejahren hat Feneberg konsequent seine Regionalmarken-Strategie ausgebaut. Er steht für „Bio-mit-Gesicht“. Jeder Verbraucher kann anahnd einer Produktnummer auf der Internetseite http://www.bio-mit-gesicht.de/startseite_bio-mit-gesichtde.html den Erzeuger oder Verarbeiter mit Adresse und Bild aufrufen.
      Die Marken gehören zwar Feneberg, aber ohne die Gesichter, oder nennen wir es Authentizität, der Bauern, würden diese regionale Verwurzelung nicht so gut wirken. Dazu wird aber im Hintergrund straff organisiert. Das fängt beim Landwirt an und geht auf die gesamte Verarbeitungs- und Logisitk-Kette.
      Ja, Uli, da hast Du vollkommen recht. Der Feneberg ist professionell und konsequent. Er hat mittlerweile ca. 600 VonHier-Bauern unter Vertrag. Das ist ein bisschen mehr als nur ein Nische.
      Alois

      1+

      • Thomas Pa sagt

        Ja Feneberg kann ich in Berlin nicht kaufen, also ich bin die Nachfrage, kein Angebot, also kein Markt in Preußen. Bio mit Gesicht gibt es. Der Wert ergibt sich nicht nur durch den Wert des Produktes, sondern auch hauptsächlich durch einen ideellen Wert den der Verkäufer dem Produkt gibt, indem er es kauft.

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  6. Bergziege sagt

    danke Gernot ….du sprichst mir aus der Seele….wir müssen doch erstmal wieder lernen ,alle,aber auch wirklich alle Teile des geschlachtendes Tier zu verwerten….meiner Meinung nach sollte sich die Landwirtschaft am Schulunterricht beteiligen mit „hauswirtschaftsunterricht“ …z.B wie kann ich ( auf kleinsten Raum)Gemüse selber anbauen( damit jeder mal wieder sieht das Erdbeeren nicht das ganze Jahr Saison haben.) Kochunterricht usw.Tiere bestehen nun mal nicht nur aus Steaks…meine feste Meinung ist das ,das dadurch nur die edelstücke nachgefragt werden…automatisch die Überproduktion stattfindet…

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  7. Andreas H. sagt

    Der Beitrag oben macht mich traurig. Weil er von „artgerechter Tierhaltung spricht. Die artgerechte Tierhaltung ist zum Glück verboten. Denn dazu müsste man die Schweine in den Busch jagen und sie Witterung und Gefahren mit Krankheiten aussetzen. 99% der Tiere würden das nicht überleben. Es gibt Praxiserfahrungen in der Biolandwirtschaft mit der Tierhaltung. Das ist so, dass man Legehennen und Rinder halbwegs nach Bio-Richtlinien vernünftig halten kann. Schweine genau nicht. Schweine reagieren empfindlich Mykotoxine und sind daher für Biolandwirtschaft ungeeignet. Allein diese Tatsache macht den obigen Beitrag unplausibel.
    Wir brauchen den Mittelweg. Ich lehne Vollgaslandwirtschaft ab, mit Landwirten die genug geheult haben, aber auch andere extreme mit Schnitzelpreisforderungen von 30€.

    Wir müssen für jedes landwirtschaftliche Produkt die beste Produktionsform ermitteln und nennen auch im Hinblick auf den Verbraucherschutz. Ich finde den hochprofessionellen Gemüseanbau, wie er von Spezialisten durchgeführt wird, beachtenswert. Dennoch macht mir das Sorgen, weil ich die Pflanzen und Früchte sozusagen direkt esse ohne dass eine Schweineleber vorgeschaltet wurde. Man könnte da doch etwas extensivieren. Ich sage ganz deutlich, dass das nur mein Bauchgefühl ist. Ich bin da schlecht informiert.
    Das gleiche schlechte Bauchgefühl habe ich beim Brotgetreide, weil Brotgetreide niedriger im Preis gehandelt wird als hier Futtergetreide bringt. Man sollte einfach Standards offenlegen und vielleicht anheben. Das sage ich als Verbraucher.

    Also, nichts ist so sicher wie der Fleischeinkauf von konventionell erzeugtem Fleisch. Dies kann nicht oft genug gesagt werden. Insofern ist die Preisliste oben ein Beleg für unseriöse Anbieter im Markt.

    Bauer Willi hat einen kapitalen Fehler bei vorhergehenden Artikel „Wachsen oder Weichen“ gemacht. Er hat auf einen höchst unseriösen Landwirt reagiert(1.Fehler), der selbst schon wegen aggressiver Diskussionsform vom Staatsschutz beobachtet wurde, das ist Fakt, und hat dann gesagt, dass er sich auch gewünscht hätte wenn mancher Kommentar nicht geschrieben worden wäre (2. Fehler).

    Ich hätte mir gewünscht, wenn das oben nicht geschrieben worden wäre sondern aus aktuellem Anlass das Thema Evangelischer Kirchentag und PeTa präsentiert worden wäre.
    Ich finde das hochspannend wie wir als Landwirtschaft mit extremen Ansichten umgehen sollen. Nur mal so als Anregung und Ansporn.

    PS.
    Es gibt so gut wie keinen Zusammenhang zwischen Supermarktpreis und Erzeugerpreis Schweinefleisch. Es gibt wochen wo Discounter den Preis für Schweinefleisch senken aber gleichzeitig unser Erzeugerpreis steigt. Unser Erzeugerpreis ist ein Weltmarktpreis, wann kapiert ihr das endlich?

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    • bauerhans sagt

      …der schweinepreis ist dem überangebot geschuldet,wenn schweine kurzfristig knapp werden,steigt er….

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    • Biobauer Andreas sagt

      Ich sehe das mit den Bioschweinen auch kritisch und auch Biolegehennen halbwegs artgereecht zu halten ist im Gegensatz zu Rindern eine grosse Herausforderung. Aber meine Konsequenz wäre, dass auch wir Bio´s offener mit den Problemen umgehen und in letzter Konsequenz von Schweine- und Geflügelfleisch abraten und für Weiderind Werbung machen. Persönlich war meine Konsequenz auf Fleisch, Fisch und Ei ganz zu verzichten und das ist auch der Trend. Der Markt verlangt nach Obst und Gemüse und deutsche Bauern und Gärtner sollten das auch vermehrt erzeugen, anstatt Milchpulver und Schweineflleisch für den Export u.a. nach China und Rußland zu produzieren. Es ist ja nicht so, wie Bernhard Barkmann hier argumentierte, dass nur hierzulande nicht verwertbare Teilstücke exportiert werden, sondern auch ganze Schweinehälften.

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      • Andreas H. sagt

        Einen Sommer ohne Grillen kann ich mir nicht vorstellen. Das ist Lebensqualität und die Jüngeren sehen das noch mehr so. Die Frage Import Export ist nicht so wichtig. Es ist aber so, dass wir noch Hochwertiges vom Schwein importieren müssen und aus unserer Sicht nicht Hochwertiges exportieren. Bernhard Barkmann hat 100% Recht. Das ist aber zweitrangig. Der Bauboom bei Schweineställen ist gestoppt. Damit kommt man den Stallgegnern entgegen. Bescheuert ist, dass der Bauernverband das bedauert. Und er tut nichts dafür, dass kleineren Betrieben die Härte im Baurecht auch schadet, teiweise. Weiderindermast ist toll. Aber in Deutschland nur teilweise möglich. Dafür Grünland einzusäen wäre ökologisch und ökonomisch schlecht und würde unsere Volkswirtschaft ärmer machen.

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        • Biobauer Andreas sagt

          es bleibt falsch, dass nichts Hochwertiges exportiert wird. Die grössten Abnehmer sind Italien, Polen und Niederlande und von denen ist nicht bekannt dass sie gerne Ohren und Pfoten essen. China, die das wohl machen, ist mit 92 tsd Tonnen ein kleiner Exportabnehmer.

          Zitat „Seit 2005 sind in Deutschland die Schweinefleischausfuhren höher als die -einfuhren. Im Jahr 2013 wurden etwa 1,7 Mio. t Schweinefleisch aus Deutschland ausgeführt, das sind rund 30 % der Schlachtmenge. Der größte Teil (80 %) davon wurde wieder in der Europäischen Gemeinschaft abgesetzt. Der wichtigste Markt ist Italien, wohin vor allem Schinken für die dortige Spezialitätenproduktion und fleischreiche halbe Schweine exportiert werden, gefolgt von Polen und den Niederlanden. Tatsächlich wird Schweinefleisch in alle Mitgliedstaaten ausgeführt, nach Osteuropa, wo wegen der Bestandsreduzierungen weniger Schweinefleisch produziert wird, tendenziell größere Mengen.“ aus Agrarmärkte 2014 LEL Schw.Gmünd

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      • bauerhans sagt

        …der trend geht überhaupt nicht in richtung „halbvegan“ d.h. kein fleisch,ei oder fisch,sondern insbesonders pubertierende,die von spendengenerierern emotional „angemacht“ werden,sind ne zeitlang dafür…

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Andreas H.
      Ich empfinde Deine Kommentare als zunehmend destruktiv. Lasse Deinen Frust gegen andere bitte nicht hier auf dem Blog aus.
      Danke
      Bauer Willi

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      • Andreas H. sagt

        Du kannst das gern löschen. Deine persönlichen Anschuldigungen weise ich zuruck. Mit aller Deutlichkeit. So ein Forum zu leiten erfordert sehr viel und vor allem Respekt und Toleranz . Bauer bleibt eben Bauer, mehr habe ich nicht mehr hier zu sagen. Schade. Ich bin nicht frustriert sonder bei der Arbeit, damit andere Willis ihren Job in der Agrarindustrie bezahlt bekommen. Mach’s gut Edelrentner

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Hallo Andreas, sowas macht mich traurig. Willi hat doch nur seine Kritik geäußert.

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          • Andreas H. sagt

            Hallo Alois, kein Grund für Traurigkeit. Meine Meinung zu Eurer Öffentlichkeitsarbeit ist nach wie vor positiv. Wenn Ihr mal wieder ein Video liefert, werde ich das nach wie vor verteilen. Zum Beispiel das Schadbild Läuse im Weizen oder später die Ernte. Immer ran.

            Was mit mir nicht zu machen ist, sind persönliche Anspielungen. Das darf nicht mal der Papst. Ich kann mit 6 Zeugen belegen, dass ich nicht frustriert bin. Im Gegenteil. Das ist eben keine Kritik gewesen.

            Des weiteren hat Willi klar Stellung bezogen im anderen Thread „Wachsen o. Weichen“. Ein Landwirt hat einen Biobauern und mich diffamiert und Dein Willi hat gegen mich Stellung bezogen. Damit kann ich leben, nur der den Justiz bekannte Landwirt hat ein klares Ziel verfolgt und das solltet Ihr schon durchschauen. Außerdem hat dieser Landwirt kein Wort zum Thema gemacht.

            Ich denke die Ordnung ist nun wieder hergestellt und weiter an die Arbeit. Viel Arbeit steht an. Tierrechtsorganisationen u.s.w. u.s.w.

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            • Biobauer Andreas sagt

              Also zunächst finde ich es toll, dass mit ULI hier der letzte Verbraucher der uns treu geblieben ist, zu Wort kam.

              Ihm jetzt einen Strick draus zu drehen, weil er „artgerechte“ und nicht „artgerechtere“ Haltung geschrieben hat ist kleinkariert und Nischenbauern, die artgerechter erzeugen und teurer vermarkten Unseriosität zu unterstellen ist unverschämt.

              Aber das ist freie Meinungsäußerung, die mich weder wütend macht noch traurig, sondern die ich in einer Demokratie aushalten muss. Wen Andreas mit dem Verfassungsschutz bekannten Bauern meint, ahne ich zwar, ist mir aber auch schnuppe, ich könnte nahezu täglich irgendwelche Antiveganer wegen übler Nachrede anzeigen, ist mir aber zu blöde. Ein einziger Post bei Bauer Willi´s Facebook Seite zu Thema MRSA Wette hat gezeigt, dass nahezu kein Bauer ohne Beleidigung und ohne persönlich zu werden, antworten konnte (Alois eingeschlossen 🙂 gell „Dominator“ lässt grüssen )

              Oder hier: ich zitiere die amtliche Exportstatistik zu Schweinen und einer nennt das „Milchmädchenrechnung“, so sind sie halt, manche dialogunfähigen Bauern.

              Aber was solls, es gibt Wichtigeres…

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    • bauerhans sagt

      …dann würden ställe gebaut werden,die teurer wären,weil die stallbauunternehmen den höheren preis in ihrer kalkulation hätten…

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  8. bauerhans sagt

    kein bauer ist ein vermarktungsgenie!
    hatte hier zwei,die fleisch selbst vermarkteten und hatte das vor 20 jahren selbst auch im kleinen stil gemacht.
    der eine hatte schweine vom metzger auf kundenbestellung schlachten und verarbeiten lassen und über den hofladen verkauft,das problem waren die restmengen,die nur eingefroren werden konnten.
    der andere hatte ne metzgerei mit ladengeschäft in der stadt übernommen,einen metzger eingestellt und seine eigenen rinder und schweine vermarktet.
    das ganze geschäftsmodell rechnete sich für den metzger und die verkäuferinnen,der bauer legte geld zu.
    unsere eigene vermarktung von fleischpaketen an bekannte brachte viel arbeit,aber wenig einkommen.

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    • Hans, wenn ich eigene Schweine oder Bullen „vermarkte“, dann ist das mehr oder weniger Gefälligkeit. Das Fleisch geht eh nur an Freunde und Bekannte. Ich bin immer froh, dass die überhaupt sich die Truhe mit allen Teilen des Schweins voll machen.

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  9. In der Vermarktung liegen sicherlich sehr viele Chancen. Aus dem emsländischen Breddenberg wird Fleisch versendet- zu ambitioniert hohen Preisen. (http://adla-gourmet.com/index.php)

    Die Direktvermarktung (auch übers Internet) wird nur für eine Minderheit an Landwirte eine tragende Rolle spielen.

    Lebensmittel werden dort verkauft, wo die großen Läden sind. Und die gehören den Discountern, zu denen 90% der Verbraucher regelmäßig einkaufen gehen.

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    • Selbstversorgungsgrad bei Schnitzeln dürfte unter 100% liegen. Wir produzieren also viel zu wenig, wenn man dieser Milchmädchenrechnung größere Beachtung schenken sollte.
      Bei Schweineohren, Bauch und Innereien sinds auch wohl mal über 1000%- danach wäre es viieeel zu viel, was in Deutschland erzeugt wird.
      Der Selbstversorgungsgrad von Nürnberg dürfte unter 10% liegen, obwohl es doch die leckeren Bratwürste gibt.

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      • Biobauer Andreas sagt

        dann ist ja alles in bester Ordnung, kein Schweinebauer muss sich Sorgen um die Zukunft machen und auch Einwände von Tier- und Umweltschützern sind vollkommener Quatsch. Mahlzeit!

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      • Gernot sagt

        Hallo Bernhard,

        ich denke an dem angesprochenen Punkt liegt wohl der Hase im Pfeffer.
        Der Verbraucher in DE ist nur auf Premium aus.
        Vom Schwein bitte nur den Rücken und das Filet, vom Huhn die Brust.
        Innereien? Ihh!
        Persönlich verfolge ich die Kopf bis Schwanz Philosophie, d.h. ich lege Wert darauf, alles (Ok, fast alles) von einem Tier zu verwerten.
        Gerade die sogenannten minderwertigen Teile sind eine Delikatesse mit einem sehr ausgeprägtem Geschmack.
        Das Problem der breiten Masse ist nur, sie kann nicht mehr kochen.
        Der Geschmack ist durch die Fertigprodukte geprägt und wie oder wofür man z.B, Hühnermägen verwenden kann weiss doch kaum jemand.

        Achso @Uli,
        danke für Deinen Beitrag.
        Ich denke nur der (zugegeben zuerst sehr erschreckende Preis) kommt nicht nur durch das durchnummerieren Zustande.
        Es ist halt so, dass bei kleineren Stückzahlen die Marge steigen muss um überhaupt noch rentabel produzieren zu können.
        Der Bauer muss auch von was leben.
        Mir ging es lediglich darum aufzuzeigen das es Verbraucher gibt die bereit sind für Premium Qualität auch Premium Preise zu zahlen.
        Es gibt schliesslich auch BMW Fahrer, denen das Image der Marke etwas wert ist und Dacia Fahrer die einfach ein Fortbewegungsmittel brauchen.
        Am Ende müssen wir uns bewusst werden, dass wir kein „Fleisch“ sondern Lebewesen essen, und da sollten wir auch bereit sein ihnen wenigsten ein würdiges Leben bis zur Schlachtung zu lassen.

        LG
        Gernot

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  10. Bei einem der vorgestellten Großvermarkter sollte man vielleicht auch mal genauer in die Statuten schauen, geschweige denn kontrollieren…. Mehr sage ich dazu nicht.

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