Bauer Willi
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Osterlämmer…

In vielen Familien gibt es zu Ostern Osterlamm auf dem Tisch. Doch dazu braucht es auch Menschen, die Schafe halten. In der Zeit von 1990 (incl. der neuen Bundesländer) bis November 2016 hat sich die Zahl der Schafe mehr als halbiert. In den letzten 6 Jahren ist sie um etwa ein Viertel zurückgegangen.

In 2016 gab es noch 9.700 gemeldete Schafhalter in Deutschland. Pro Herde werden folglich 163 Tiere gehalten. Kein vernünftiger Mensch wird dies als Massentierhaltung bezeichnen. „Unser“ Schäfer Christian, der die Wiesen und Weiden an unserem Hof kurz hält, ist Hobby-Schafhalter und hat rund 30 Tiere. Der taucht in der Statistik wahrscheinlich nicht auf, aber sicher bin ich mir da nicht.

Woran mag es liegen, dass die Schafhaltung so deutlich zurückgeht? Schafe und Lämmer sind doch sooo süß!

Ihr könnt ja über Ostern mal darüber nachdenken. Vielleicht schafft ihr euch ja wieder ein paar Schafe an, damit die Zahl wieder steigt. Oder was spricht dagegen?

Euer Bauer Willi

(Aufrufe 714 gesamt, 1 heute)

38 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Also ich hätte so gerne Schafe, echt. Ich würd mir sogar noch was dazu pachten, wenn ich denn wenigstens ansatzweise die Aussicht hätte, dass das nicht noch ein viel zu teures Hobby wird. Ich hab auch schon mehr als einmal ner Skudde tief in die Augen geguckt und mich fast verliebt…. aber da ist das Theater mit den Ämtern, dann hab ich ja die Zwerge quasi im Naherholungsgebiet und die Dramen, die der dort vorhandene Schafhalter hat mit Hunden, die nur spielen wollen oder besorgten Bürgern, die das Vet-Amt anrufen, weil die Schafe den ganzen Tag im Regen stehen oder ganz traurig gucken, oder denen, die es gut meinen und ihre Wurstbrote an die „fast verhungerten“ Tiere verfüttern….nee, und dann weiß man auch nie, ob die Leute, die in der Nähe wohnen noch alle Tassen im Schrank haben. Nicht, dass da ein Tierhaarallergiker bei ist, der einem wegen Psycho-Terror verklagt, weil er jetzt vom Balkon ständig auf Tierhaare gucken muss. Alle Tiere machen halt Krach und bisher konnte man noch keiner ein Nutztier züchten, dessen Kacke nach Lavendel duftet… das wär mal was für die Gentechniker, oder? Damit würde die Akzeptanz von Nutztiere echt erhöhen, stumme Lavendelduftbomber…, hmm, Duftbäumchen…. nee, doch keine gute Idee.
    Was ich eigentlich sagen wollte: Ich hätte ganz gerne mehr Viechzeuch, kann es mir aber echt nicht leisten, weil die oft beschworene artgerechte und extensive Kleinhaltung nicht gewollt wird, nicht von Ämtern, nicht von den Nachbarn und meist auch nicht von den Umweltschützern, die die ersten sind, die wegen nem Misthaufen Alarm machen. Mir reicht schon das Theater mit den Zwergen.

    2+

        • V. Schulze sagt

          Weniger Schafe bedeutet Verbuschung und damit Verlust jahrhunderte alter Kulturlandschaft. Abhilfe kann geschaffen werden, wenn Vegetarier und Veganer am Wochenende mit Sense und Sichel anrücken und die Wiesen und Hänge frei mähen. Das ist sinnvolle, gesunde Arbeit und billiger als ein Jahresabo bei Mc fit.

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  2. Viele Menschen gucken heute halt lieber den Film mit Shaun dem Schaf. Das lässt sich mittels DVD in beliebig viele Wohnzimmer kopieren. Jede Wette, dass es mehr als 1,57 Millionen Shauns gibt. Shaun ist nicht nur süß, sondern auch ziemlich menschlich und trägt zudem einen gestrickten Pullover.

    Lebendige Schafe haben gegen Shaun doch gar keine Chance. Sie haben längst nicht diesen Unterhaltungswert.

    Wenn sie dann auch noch als Braten auf dem Tisch landen, ist das fast so, als hätte man Shaun gegessen. Dann lieber gar kein Fleisch. Oder billiges Lammfleisch aus dem Supermarkt, wo man nicht mehr sieht, dass das mal ein Lamm war.

    Medien verändern die Wahrnehmung. So sieht’s aus.

    2+

    • bauerhans sagt

      wer als geniesser lammfleisch essen will,den interessiert,wo ers frisch bekommt,der preis ist zweitrangig.
      problematisch ist wohl das schächten,wofür es ja eine ausnahme für moslems gibt,aber nicht im hinterhof oder der badewanne!

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  3. Friedrich sagt

    Schafe sind als Landschaftspfleger sehr wichtig. Auf den Deichen treten sie die Grasnarbe ständig fest und tragen so ihren Teil zur Küstensicherheit bei Sturmfluten bei. Die meisten Schafe werden heute in eingezäunten Bereichen als Koppelschafe gehalten. Wanderschäfer sind selten geworden. Das hängt einfach mit der Wirtschaftlichkeit zusammen , aber auch damit , daß die Wanderschäfer einen 365 Tageeinsatz haben. Wanderschäfer erhalten nur für die eigen bewirtschaftete Flächen Prämie . Somit ist das Einkommen dürftig. Mehr als 500 Mutterschafe sind auch nicht zu bewältigen. Das ist natürlich bei der Koppelschafhaltung anders. Hier reicht die tägliche Weidekontrolle aus. Problem der Schäfer ist aber jetzt der Wolf , der sich gerne von den Schafen seine Nahrung holt. Damit steigt der Aufwand und das wirtschaftliche Risiko für die Schäfer.
    Früher zogen die Wanderschäfer durch das Land und sorgten dafür , daß die Gräben, Seitenstreifen der Wege , Gründüngung , unbewirtschaftetes Grünland usw. kurzgehalten wurden. Das alles muß heute teuer bezahlt werden. Vor vierzig Jahren konnte ich das als Volontärverwalter auf einer Domäne mit 1.000 Schafen erleben , welche Vorteile die Schafe erbrachten. Heute habe ich nur noch einige Schafe als Grasmäher bei uns auf dem Hof. Die ersparen mir eine Menge Arbeit , weil ich sonst das Gras ständig mähen müßte.

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    • bauerhans sagt

      „Vor vierzig Jahren konnte ich das als Volontärverwalter auf einer Domäne mit 1.000 Schafen erleben , welche Vorteile die Schafe erbrachten.“

      vor 40 jahren hatte hier kein grossbetrieb mehr schafe!
      mein senior war 1936/37 auf nem adeligen gutshof als eleve und sollte dort was lernen.
      da er aber nen führerschein hatte,fuhr er madame durch die gegend.
      mitgenommen hatte er aber die „schafmacke“:
      der hiesige schäfer überwinterte in einer scheune und wir lieferten das stroh.
      im august wurde der festgetretene mist aus der scheune geholt,was sehr aufwändig war,einiges an bruch verursachte,ausgestreut und eingeschält(flach gepflügt),aber es wurde keine zwischenfrucht gedrillt.
      aus heutiger kenntnis war das vollkommen unwirtschaftlich!

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      • Der Brandenburgbauer sagt

        Vor 40 Jahren hatte unsere damalige LPG 1.400 Schafe in 5 Herden. Sie waren eine starke Einnahmequelle für den Betrieb. Schafwolle wurde gesucht und sehr gut bezahlt. Nach der Wende hat sich das alles stark verändert. Ein Schäfer hat sich mit seiner Herde privatisiert und pflegt heute Deiche an der Elbe und im Manövergelände von Truppenübungsplätzen der ehemaligen Armeen.

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    • Astrid sagt

      Schafe sind als Landschaftspfleger sehr wichtig. Auf den Deichen treten sie die Grasnarbe ständig fest und tragen so ihren Teil zur Küstensicherheit bei Sturmfluten bei. (Friedrich)

      Da haben wir ja allen Grund, sie zu hegen und zu pflegen, statt sie abzuschlachten … aber wir kennen mit unserem grausamen Bewusstsein keine Gnade … die die für uns arbeiten … töten wir auch noch gewaltsam … als Gegenleistung … bei uns läuft was schief … vor allen Dingen, wenn wir uns dann auch noch Mitgefühl und Friedfertigkeit unterstellen … der Gipfel an Verlogenheit!

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  4. Astrid sagt

    Umso weniger Lämmer ‚gehalten‘ werden, d.h. ausgebeutet werden, umso weniger werden gewaltsam getötet …
    Schafhaltung bedeutet Nutztierhaltung bedeutet: Schafmüttern die Lämmer wegnehmen, den Lämmern die Mütter nehmen … Babys abschlachten … Töten … bringt Geld … für einen Geschmack auf der Zunge … Töten für einen Essspaß … ein legales Verbrechen …

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    • Der Brandenburgbauer sagt

      Astrid, Du hast es bis heute nicht gelernt und wirst es auch in Zukunft nicht lernen. Trenne Dich einmal von dieser Ideologie! Es sind immer die gleichen Auffassungen die Du ins Netz stellst.

      6+

      • Astrid sagt

        Astrid, Du hast es bis heute nicht gelernt und wirst es auch in Zukunft nicht lernen. Trenne Dich einmal von dieser Ideologie! Es sind immer die gleichen Auffassungen die Du ins Netz stellst. (Der Brandenburgbauer)

        Das ist bei Dir nicht anders …

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    • Bauer Willi sagt

      Astrid, es gibt keine legale Verbrechen. Entweder es ist legal, oder es ist ein Verbrechen.
      Bauer Willi

      4+

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Es gibt Gott den Allmächtigen
        und eine Frau die über ihm steht, die nennt sich Astrid. 🙁

        Zumindest meint die das.

        7+

        • Astrid sagt

          Als Götter spielen sich die auf die über Leben und Tod herrschen! Besonders über das Leben anderer … wenn es für sie von Vorteil erscheint …

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          • Martin Gork sagt

            Ob ein Fuchs darüber nachdenkt Gott zu spielen, bevor er ein Häschen verspeist?

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            • Astrid sagt

              Ob ein Fuchs darüber nachdenkt Gott zu spielen, bevor er ein Häschen verspeist? (Martin Gork)

              Füchse essen in erster Linie Mäuse.

              Der Unterschied zwischen Füchsen und Menschen ist, dass wir Nachdenken könnten und die Wahl haben … wir brauchen nicht zu töten, um nicht nur zu überleben, sondern um gut zu leben.

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            • Mark sagt

              „Füchse fressen in erster Linie Mäuse.“ Der arme Jerry … was Tom nicht geschafft hat … wie GRAUSAM

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      • Astrid sagt

        In der Nazizeit war es legal Menschen zu vergasen – ein legales Verbrechen.
        Wir Menschen haben schwarze Menschen als Sklaven gehalten – ein legales Verbrechen.
        Wir schlachten heute andere Tiere, aus Geldgier und aus (Ess-) Spaß – ein legales Verbrechen.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Es gibt Menschen, die essen den Tieren das Futter weg, diese Menschen kennen keine Gnade den Tieren gegenüber. 🙁

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      • Astrid sagt

        Es gibt keine legale Verbrechen. Entweder es ist legal, oder es ist ein Verbrechen.
        (Bauer Willi)
        Das dachte ich früher auch …

        1+

    • Inga sagt

      Ist ehrlich gesagt, das selbe..

      Es steckt jedenfalls viel Kommerns dahinter.

      Und die Historie dahinter ist auch nicht lustig.

      Was die Schafe für eine Aufgabe in der Ökologie haben, weiß ich nicht!

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      • Bauer Willi sagt

        Die Heidelandschaften gäbe es ohne Schafe nicht, weil sie sonst verbuschen und schließlich zu Wald würden. In den Niederlanden sorgen große Schafherden dafür, dass die Dämme stabil bleiben. Technische Verfahren haben nicht zum gleichen Ergebnis geführt.
        „Unser“ Schäfer erhält für die Wolle gerade mal so viel, dass er damit das Scheren bezahlen kann. Schafswolle ist schlecht verkäuflich, weil die Leute lieber Baumwolle oder synthetische Stoffe kaufen. Obwohl Schafswolle ja natürlich ist… Aber beim Kauf entscheidet man sich dann doch lieber anders.
        Bauer Willi

        2+

        • bauerhans sagt

          hier gibts „DIE SENNE“ ,noch ein truppenübungsplatz,der durch schafe frei gehalten wird.

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        • Sabine sagt

          Schafwolle ist leider nicht pflegeleicht und wenn doch, ist sie mit chemisch behandelt und verliert die meisten ihrer günstigen Eigenschaften. Ich finde es gibt gerade in der feucht-kalten Jahreszeit nichts besseres wie meine selbstgemachten Strickjacken, aber da darf man nicht rechnen, was die am Ende gekostet haben. Neben der Tatsache, dass kaum jemand mehr die Handarbeit beherrscht, is es halt trotzdem noch wahnsinnig teuer. Deutsche Merino Wolle im Kammzug bekommt man selten unter 1,30 €/100 gr., nur wenn man selber wäscht und kämmt, kommt man billiger weg, ist aber echt ne super viel arbeit.

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        • Astrid sagt

          Dafür erhalten die Schafe für die Arbeit die sie für uns machen, indem sie die Landschaft offen halten, die Heidelandschaft erhalten den Tod als Gegenleistung, statt eine Tierärztin, wenn nötig und lebenslange Fürsorge – ein legales Verbrechen. Wir bemerken das aber nicht, zu sehr sind wir an unsere Gewalttätigkeiten gewöhnt.
          Schafswolle ist auch nicht natürlich, sondern angezüchtet, sonst bräuchten die Schafe ja nicht geschoren werden.

          1+

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